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LilyPond – Notationsreferenz
|
Dieses Handbuch stellt eine Referenz aller Notationsformen zur Verfügung, die mit LilyPond Version 2.18.2 erstellt werden können. Es wird vorausgesetzt, dass der Leser mit dem Handbuch zum Lernen vertraut ist. |
| 1. Musikalische Notation | Allgemeine Notation, die fast immer vorkommt. | |
| 2. Spezielle Notation | Notation, die nur für spezielle Zwecke eingesetzt wird. | |
| 3. Allgemeine Eingabe und Ausgabe | Allgemeine Information über die Quelldateien von LilyPond. | |
| 4. Abstände | Anzeige der Ausgabe auf dem Papier. | |
| 5. Standardeinstellungen verändern | Das Notenbild verfeinern. | |
Anhänge | ||
|---|---|---|
| A. Notationsübersicht | Tabellen und Grafiken. | |
| B. Befehlsübersicht | Überblick über die LilyPond-Syntax. | |
| C. GNU Free Documentation License | Die Lizenz dieses Handbuchs. | |
| D. Index der LilyPond-Befehle | ||
| E. LilyPond-Index | ||
|
Zu mehr Information, wie dieses Handbuch unter den anderen Handbüchern positioniert, oder um dieses Handbuch in einem anderen Format zu lesen, besuchen Sie bitte Manuals. Wenn Ihnen Handbücher fehlen, finden Sie die gesamte Dokumentation unter http://www.lilypond.org/. |
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1. Musikalische Notation
Dieses Kapitel erklärt, wie die Notation von Musik erstellt wird.
| 1.1 Tonhöhen | Tonhöhen von Noten notieren und darstellen. | |
| 1.2 Rhythmus | Tondauern von Noten notieren und darstellen. | |
| 1.3 Ausdrucksbezeichnungen | Vortragsbezeichnungen zu Noten hinzufügen. | |
| 1.4 Wiederholungszeichen | Noten wiederholen. | |
| 1.5 Gleichzeitig erscheinende Noten | Mehr als eine Note gleichzeitig. | |
| 1.6 Notation auf Systemen | Notensysteme darstellen. | |
| 1.7 Anmerkungen | Besondere Notation, um die Lesbarkeit zu verbessern. | |
| 1.8 Text | Text zur Partitur hinzufügen. |
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1.1 Tonhöhen
Dieser Abschnitt zeigt, wie man die Tonhöhe notieren kann. Es gibt drei Stufen in diesem Prozess: Eingabe, Veränderung und Ausgabe.
| 1.1.1 Tonhöhen setzen | ||
| 1.1.2 Viele Tonhöhen gleichzeitig verändern | ||
| 1.1.3 Tonhöhen anzeigen lassen | ||
| 1.1.4 Notenköpfe |
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1.1.1 Tonhöhen setzen
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Tonhöhen notiert. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, Noten in bestimmten Oktaven zu notieren: den absoluten und den relativen Modus. In den meisten Fällen eignet sich der relative Modus besser.
| Absolute Oktavenbezeichnung | ||
| Relative Oktavenbezeichnung | ||
| Versetzungszeichen | ||
| Notenbezeichnungen in anderen Sprachen |
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Absolute Oktavenbezeichnung
Tonhöhenbezeichnungen werden durch Kleinbuchstaben
von a bis g angegeben. Dabei
wird ein aus dem Englischen entlehntes Modell benutzt, das sich
vom Deutschen dadurch unterscheidet, dass b
für die Note „H“ steht. Die Benutzung deutscher
Notenbezeichnungen mit der Unterscheidung von b und h ist
auch möglich, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.
Die Notenbezeichnungen c bis b
werden in der Oktave unter dem zweigestrichenen C
gesetzt.
{
\clef bass
c4 d e f
g4 a b c
d4 e f g
}
Andere Oktaven können erreicht werden, indem man ein
Apostroph (') oder ein Komma (,)
benutzt. Jedes ' erhöht die Tonhöhe um
eine Oktave, jedes , erniedrigt sie um eine
Oktave.
{
\clef treble
c'4 c'' e' g
d''4 d' d c
\clef bass
c,4 c,, e, g
d,,4 d, d c
}
Siehe auch
Glossar: Pitch names.
Schnipsel: Pitches.
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Relative Oktavenbezeichnung
Wenn Oktaven im absoluten Modus notiert, passiert es schnell, eine Note auf der falschen Oktave zu notieren. Mit dem relativen Modus kommen solche Fehler seltener vor, weil man die Oktave nur noch sehr selten spezifizieren muss. Hinzu kommt, dass im absoluten Modus ein einzelner Fehler schwer zu finden ist, während er im relativen Modus den ganzen Rest des Stückes um eine Oktave verschiebt.
\relative Anfangstonhöhe musikalischer Ausdruck
Im relativen Modus wird angenommen, dass sich jede folgende Note so dicht wie möglich bei der nächsten befindet. Das bedeutet, dass die Oktave jeder Tonhöhe innerhalb eines musikalischen Ausdrucks wie folgt errechnet wird:
- Wenn kein Oktavänderungszeichen an einer Tonhöhe benutzt wird, wird ihre Oktave so errechnet, dass das Intervall zur vorigen Noten weniger als eine Quinte ist. Das Intervall wird errechnet, ohne Versetzungszeichen zu berücksichtigen.
-
Ein Oktavänderungszeichen
'oder,kann hinzugefügt werden, um eine Tonhöhe explizit um eine Oktave zu erhöhen bzw. zu erniedrigen, relativ zu der Tonhöhe, die ohne das Oktavänderungszeichen errechnet wurde. -
Mehrfache Oktavänderungszeichen können benutzt werden. Die
Zeichen
''und,,ändern zum Beispiel die Tonhöhe um zwei Oktaven. -
Die Tonhöhe der ersten Note ist relativ zu
Anfangstonhöhe. Die Anfangstonhöhe wird im absoluten Modus gesetzt, und als Empfehlung gilt, eine Oktave von C zu nehmen.
So funktioniert der relative Modus:
\relative c {
\clef bass
c d e f
g a b c
d e f g
}
Oktavversetzungen müssen für alle Intervalle angezeigt werden, die größer als eine Quarte sind.
\relative c'' {
c g c f,
c' a, e'' c
}
Eine Sequenz ohne ein einziges Oktavänderungszeichen kann aber trotzdem weite Intervalle umfassen:
\relative c {
c f b e
a d g c
}
Wenn \relative-Umgebungen geschachtelt werden, gilt
der innerste \relative-Abschnitt.
\relative c' {
c d e f
\relative c'' {
c d e f
}
}
\relative hat keine Auswirkung auf \chordmode-Abschnitte.
\new Staff {
\relative c''' {
\chordmode { c1 }
}
\chordmode { c1 }
}
\relative darf nicht innerhalb von \chordmode
notiert werden.
Tonhöhen innerhalb eines \transpose-Abschnitts sind absolut,
es sei denn ein \relativ wird eingefügt.
\relative c' {
d e
\transpose f g {
d e
\relative c' {
d e
}
}
}
Wenn der vorherige Ausdruck ein Akkord ist, wird die erste Note
des Akkordes benutzt, um die erste Note des nächsten Akkordes zu
bestimmen. Innerhalb von Akkorden ist die nächste Note immer
relativ zur vorherigen. Betrachten Sie das folgende Beispiel
aufmerksam, insbesondere die c-Noten.
\relative c' {
c
<c e g>
<c' e g'>
<c, e, g''>
}
Wie oben erklärt wurde, wird die Oktave einer Tonhöhe nur
nach ihrer Notenbezeichnung errechnet, unabhängig von allen
Versetzungszeichen. Darum wird ein Eisis auf ein H (notiert als b)
folgend höher gesetzt, während ein Feses tiefer gesetzt wird.
Anders gesagt wird eine doppelterhöhte Quarte wird als
kleineres Intervall angesehen als eine doppelterniedrigte
Quinte, unabhängig von der Anzahl an Halbtönen, die jedes
Intervall enthält.
\relative c'' {
c2 fis
c2 ges
b2 eisis
b2 feses
}
Eine Konsequenz dieser Regeln ist, dass die erste Note innerhalb von
\relative f auf die selbe Art interpretiert wird als wenn
sie im absoluten Tonhöhenmodus geschrieben worden wäre.
Siehe auch
Musikgossar: fifth, interval, Pitch names.
Notationsreferenz: Oktavenüberprüfung.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: RelativeOctaveMusic.
Wenn keine Anfangstonhöhe für \relative angegeben
wird, wird c' angenommen. Das ist aber eine
veraltete Option, die in späteren Programmversionen verschwinden kann.
Darum wird von der Benutzung abgeraten.
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Versetzungszeichen
Achtung: Neue Benutzer sind manchmal verwirrt, wie
Versetzungszeichen und Vorzeichen/Tonarten funktionieren.
In LilyPond sind Notenbezeichnungen die wirkliche
Tonhöhe, erst durch Vorzeichen wird bestimmt, wie diese
Tonhöhe dann im Notenbild dargestellt wird. Eine
einfache Tonhöhe wie etwa c bedeutet also
immer das eingestrichene C ohne Versetzungszeichen, egal
was für Vorzeichen/Tonart oder Schlüssel gesetzt sind.
Mehr Information dazu in
Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).
Ein Kreuz wird eingegeben, indem man -is an die
Notenbezeichnung hängt, ein b durch -es. Doppelkreuze
und Doppel-Bs werden durch Hinzufügen von -isis und
-eses hinter die Notenbezeichnung erzeugt. Diese
Syntax leitet sich von den holländischen Notenbezeichnungen
ab. Um andere Bezeichnungen für Versetzungszeichen zu
benutzen, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.
ais1 aes aisis aeses
Auch die deutschen Varianten as für aes und
es für ees sind erlaubt. Im Unterschied zum
Deutschen ist aber bes die einzige Version für den Ton
B, während his als bis geschrieben werden muss. Das kann
aber auch verändert werden, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.
Ein Auflösungszeichen macht die Wirkung eines Kreuzes oder Bs rückgängig. Diese Auflösungszeichen werden jedoch nicht als Suffix einer Tonhöhenbezeichnung eingegeben, sondern sie ergeben sich (automatisch) aus dem Kontext, wenn die nicht alterierte Notenbezeichnung eingegeben wird.
a4 aes a2
Versetzungszeichen für Vierteltöne werden durch Anhängen der Endungen
-eh (Erniedrigung) und -ih (Erhöhung) an den
Tonhöhenbuchstaben erstellt. Das Beispiel zeigt eine in Vierteltönen
aufsteigende Serie vom eingestrichenen C.
ceseh1 ces ceh c cih cis cisih
Normalerweise werden Versetzungszeichen automatisch gesetzt, aber
sie können auch manuell hinzugefügt werden. Ein erinnerndes
Versetzungszeichen kann erzwungen werden, indem man ein Ausrufungszeichen
(!) hinter die Notenbezeichnung schreibt. Ein warnendes
Versetzungszeichen (also ein Vorzeichen in Klammern) wird durch Anfügen
eines Fragezeichens (?) erstellt. Mit diesen zusätzlichen
Zeichen kann man sich auch Auflösungszeichen ausgeben lassen.
cis cis cis! cis? c c? c! c
Versetzungzeichen von übergebundenen Noten werden nur dann gesetzt, wenn ein neues System begonnen wird:
cis1~ cis~ \break cis
Ausgewählte Schnipsel
Hiding accidentals on tied notes at the start of a new system
This shows how to hide accidentals on tied notes at the start of a new system.
\relative c'' {
\override Accidental.hide-tied-accidental-after-break = ##t
cis1~ cis~
\break
cis
}
Verhindern, dass zusätzliche Auflösungszeichen automatisch hinzugefügt werden
Den traditionellen Notensatzregeln zufolge wird ein
Auflösungszeichen immer dann vor einem Kreuz oder B gesetzt, wenn
ein vorheriges Versetzungszeichen der gleichen Note aufgehoben werden
soll. Um dieses Verhalten zu ändern, muss die Eigenschaft
extraNatural im Staff-Kontext auf "false" gesetzt werden.
\relative c'' {
aeses4 aes ais a
\set Staff.extraNatural = ##f
aeses4 aes ais a
}
Siehe auch
Glossar: sharp, flat, double sharp, double flat, Pitch names, quarter tone.
Handbuch zum Lernen: Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).
Notationsreferenz: Automatische Versetzungszeichen, Vorgeschlagene Versetzungszeichen (musica ficta), Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: Accidental_engraver, Accidental, AccidentalCautionary, accidental-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Es gibt keine allgemeinen Regeln für die Notation von Vierteltönen, die Symbole von LilyPond folgen also keinem Standard.
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Notenbezeichnungen in anderen Sprachen
Es gibt vordefinierte Bezeichnungen für die Notenbezeichnungen in anderen Sprachen als Englisch. Die Sprache für die Notenbezeichnungen wird normalerweise zu Beginn einer Datei ausgewählt: das folgende Beispiel zeigt die Verwendung von italienischen Notenbezeichnungen:
\language "italiano"
\relative do' {
do re mi sib
}
In der Tabelle sind die existierenden Sprachdefinitionen mit den dazugehörigen Notenbezeichnungen dargestellt.
Sprache
Notenbezeichnungen
nederlandsc d e f g a bes b
catalando re mi fa sol la sib si
deutschc d e f g a b h
englishc d e f g a bf b
espanoldo re mi fa sol la sib si
italianodo re mi fa sol la sib si
norskc d e f g a b h
portuguesdo re mi fa sol la sib si
suomic d e f g a b h
svenskac d e f g a b h
vlaamsdo re mi fa sol la sib si
und die dazugehörigen Versetzungszeichen-Endungen:
Sprache
Kreuz
B
Doppelkreuz
Doppel-B
nederlands-is
-es
-isis
-eses
catalan-d/-s
-b
-dd/-ss
-bb
deutsch-is
-es
-isis
-eses
english-s/-sharp
-f/-flat
-ss/-x/-sharpsharp
-ff/-flatflat
espanol-s
-b
-ss/-x
-bb
italiano-d
-b
-dd
-bb
norsk-iss/-is
-ess/-es
-ississ/-isis
-essess/-eses
portugues-s
-b
-ss
-bb
suomi-is
-es
-isis
-eses
svenska-iss
-ess
-ississ
-essess
vlaams-k
-b
-kk
-bb
Auf Holländisch, Deutsch, Norwegisch und Schwedisch (u. a.) wird die
Erniedrigungen von ‚a‘ – aes – zu as zusammengezogen.
Beide Formen werden jedoch akzeptiert. Genauso gelten auch
es und ees. Das gilt auch für
aeses / ases und
eeses / eses.
In manchen Sprachen sind nur diese Kurzformen definiert.
a2 as e es a ases e eses
Bestimmte Musik verwendet Alterationen, die Bruchteile von den „normalen“ Kreuzen oder Bs sind. Die Notenbezeichnungen für Vierteltöne für die verschiedenen Sprachen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Präfixe semi- und sesqui- bedeuten „halb“ bzw. „eineinhalb“. Für Sprachen, die nicht in der Tabelle auftauchen, sind noch keine eigenen Namen definiert.
Sprache
Vierteltonkreuz
Viertelton-B
3/4-Tonkreuz
3/4-Ton-B
nederlands-ih
-eh
-isih
-eseh
deutsch-ih
-eh
-isih
-eseh
english-qs
-qf
-tqs
-tqf
espanol-cs
-cb
-tcs
-tcb
italiano-sd
-sb
-dsd
-bsb
portugues-sqt
-bqt
-stqt
-btqt
Die meisten Sprachen, die hier vorkommen, werden normalerweise mit der klassischen westlichen Musik assoziiert. Alternative Tonhöhen und Stimmungen sind aber auch unterstützt: siehe Übliche Notation für nichteuropäische Musik
Siehe auch
Glossar: Pitch names, Common Practice Period.
Notationsreferenz: Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
Installierte Dateien: ‘scm/define-note-names.scm’.
Schnipsel: Pitches.
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1.1.2 Viele Tonhöhen gleichzeitig verändern
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Tonhöhen beeinflusst.
| Oktavenüberprüfung | ||
| Transposition | ||
| Umkehrung | ||
| Krebs | ||
| Modale Transformierungen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Oktavenüberprüfung
Im relativen Modus geschieht es recht häufig, dass ein Oktavänderungszeichen vergessen wird. Oktavenüberprüfungen machen es einfacher, solche Fehler zu entdecken und zu korrigieren. Sie geben eine Warnung aus und korrigieren die Oktave, wenn eine Note in einer unerwarteten Oktave gefunden wird.
Um die Oktave einer Note zu überprüfen, muss die absolute
Oktave nach dem =-Symbol angegeben werden. Im
folgenden Beispiel wird eine Warnung (und eine Tonhöhenänderung)
generiert, weil die zweite Note als absolute Oktave
ein d'' anstelle von d' notiert ist,
wie es die Oktavierungskorrektur markiert.
\relative c'' {
c2 d='4 d
e2 f
}
Die Oktave von einer Note kann auch mit dem
\octaveCheck Kontrolltonhöhe-Befehl
überprüft werden. Kontrollhöhe wird im absoluten
Modus eingegeben. Dabei wird überprüft, ob das
Intervall zwischen der vorherigen Note und der
Kontrolltonhöhe nicht größer als eine Quarte ist
(die normale Berechnung im relativen Modus). Wenn diese
Überprüfung einen Fehler ausgibt, wird eine Warnung
gemeldet, aber die vorigen Note wird nicht verändert.
Folgende Noten sind dann relativ zur Kontrolltonhöhe.
\relative c'' {
c2 d
\octaveCheck c'
e2 f
}
Vergleichen Sie die zwei Takte im nächsten Beispiel. Die
erste und dritte \octaveCheck-Überprüfung gibt
einen Fehler aus, die zweite dagegen ist erfolgreich:
\relative c'' {
c4 f g f
c4
\octaveCheck c'
f
\octaveCheck c'
g
\octaveCheck c'
f
}
Siehe auch
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: RelativeOctaveCheck.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Transposition
Ein musikalischer Ausdruck kann mit dem Befehl \transpose
transponiert werden. Die Syntax lautet:
\transpose vonTonhöhe nachTonhöhe mus. Ausdruck
Das bedeutet, dass der mus. Ausdruck um das Intervall zwischen den Tonhöhen vonTonhöhe und nachTonhöhe transponiert wird: Jede Note, die die Tonhöhe vonTonhöhe hat, wird in die Tonhöhe nachTonhöhe umgewandelt, und alle anderen Noten um das gleiche Intervall. Beide Tonhöhen werden im absoluten Modus eingegeben.
Achtung: Tonhöhen innerhalb einer \transpose-Umgebung
sind absolut, es sei denn, ein \relative wird
eingefügt.
So kann z. B. ein Stück in D-Dur, wenn es für den Sänger etwas zu tief ist, nach E-Dur transponiert werden. Dabei werden auch die Vorzeichen entsprechend angepasst:
\transpose d e {
\relative c' {
\key d \major
d4 fis a d
}
}
Wenn eine Stimme, die in C notiert ist, von einer A-Klarinette gespielt werden soll (für die A als C notiert wird, aber eine kleine Terz tiefer erklingt als es notiert ist), kann die entsprechende Stimme wie folgt erstellt werden:
\transpose a c' {
\relative c' {
\key c \major
c4 d e g
}
}
Beachten Sie, dass \key c \major explizit
angegeben werden muss. Wenn hier keine Tonart angemerkt
würde, würde die Noten zwar transponiert, aber keine
Vorzeichen angezeigt werden.
\transpose unterscheidet enharmonische Verwechslungen: sowohl
\transpose c cis als auch \transpose c des transponieren
die Musik einen Halbton nach oben. Aber die erste Version gibt als
Versetzungszeichen Kreuze aus, die zweite dagegen B-Versetzungszeichen.
music = \relative c' { c d e f }
\new Staff {
\transpose c cis { \music }
\transpose c des { \music }
}
\transpose kann auch benutzt werden, um die geschriebenen
Noten eines transponierenden Instruments zu notieren. Im vorigen Beispiel wurde die Tonhöhen so eingegeben,
wie sie erklingen (also in C), aber man kann genauso
gut auch andersherum aus einer Stimme, die für ein
transponierendes Instrument in einem anderen Ton als
C geschrieben wurde, eine Partitur in C erstellen.
Die Noten einer B-Trompete, die mit einem notierten E
(also einem klingenden D) anfangen, könnte man also
auch so eingeben:
musicInBflat = { e4 … }
\transpose c bes, \musicInBflat
Um die Noten dann in F zu setzen (um sie etwa für ein
Horn zu arrangieren), könnte man die schon geschriebenen
Noten wieder mit einem weiteren \transpose umgeben:
musicInBflat = { e4 … }
\transpose f c' { \transpose c bes, \musicInBflat }
Für mehr Information zu transponierenden Instrumenten siehe auch Transposition von Instrumenten.
Ausgewählte Schnipsel
Noten mit minimaler Anzahl an Versetzungszeichen transponieren.
Dieses Beispiel benutzt Scheme-Code, um enharmonische Verwechslungen für Noten zu erzwingen, damit nur eine minimale Anzahl an Versetzungszeichen ausgegeben wird. In diesem Fall gelten die folgenden Regeln:
- Doppelte Versetzungszeichen sollen entfernt werden
- His -> C
- Eis -> F
- Ces -> B
- Fes -> E
Auf diese Art werden am meisten natürliche Tonhöhen als enharmonische Variante gewählt.
#(define (naturalize-pitch p)
(let ((o (ly:pitch-octave p))
(a (* 4 (ly:pitch-alteration p)))
;; alteration, a, in quarter tone steps,
;; for historical reasons
(n (ly:pitch-notename p)))
(cond
((and (> a 1) (or (eq? n 6) (eq? n 2)))
(set! a (- a 2))
(set! n (+ n 1)))
((and (< a -1) (or (eq? n 0) (eq? n 3)))
(set! a (+ a 2))
(set! n (- n 1))))
(cond
((> a 2) (set! a (- a 4)) (set! n (+ n 1)))
((< a -2) (set! a (+ a 4)) (set! n (- n 1))))
(if (< n 0) (begin (set! o (- o 1)) (set! n (+ n 7))))
(if (> n 6) (begin (set! o (+ o 1)) (set! n (- n 7))))
(ly:make-pitch o n (/ a 4))))
#(define (naturalize music)
(let ((es (ly:music-property music 'elements))
(e (ly:music-property music 'element))
(p (ly:music-property music 'pitch)))
(if (pair? es)
(ly:music-set-property!
music 'elements
(map (lambda (x) (naturalize x)) es)))
(if (ly:music? e)
(ly:music-set-property!
music 'element
(naturalize e)))
(if (ly:pitch? p)
(begin
(set! p (naturalize-pitch p))
(ly:music-set-property! music 'pitch p)))
music))
naturalizeMusic =
#(define-music-function (parser location m)
(ly:music?)
(naturalize m))
music = \relative c' { c4 d e g }
\score {
\new Staff {
\transpose c ais { \music }
\naturalizeMusic \transpose c ais { \music }
\transpose c deses { \music }
\naturalizeMusic \transpose c deses { \music }
}
\layout { }
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Relative Oktavenbezeichnung, Transposition von Instrumenten. Umkehrung Krebs Modale Transformierungen.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: TransposedMusic.
Bekannte Probleme und Warnungen
Der relative Modus wirkt nicht in \transpose,
\chordmode oder \relative.
Um auch im relativen Modus transponieren
zu können, muss ein \relative innerhalb des
\tranpose zusätzlich gesetzt werden.
Dreifache Versetzungszeichen werden nicht ausgegeben, wenn
\transpose benutzt wird. Eine enharmonisch
entsprechende Tonhöhe wird anstatt dessen gesetzt (z. B.
Des anstelle von e-dreifach-b).
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Umkehrung
Ein musikalischer Ausdruck kann in seine Umkehrung transformiert und gleichzeitig transponiert werden:
\inversion umTonhöhe nachTonhöhe mus. Ausdruck
Der mus. Ausdruck wird Intervall für Intervall um
vUmTonhöhe umgekehrt und dann von vUmTonhöhe
nach nachTonhöhe transponiert.
music = \relative c' { c d e f }
\new Staff {
\music
\inversion d' d' \music
\inversion d' ees' \music
}
Achtung: Motive, die umgekehrt werden, sollen in absoluten Tonhöhen
notiert werden oder zuerst in absolute Tonhöhen umgewandelt werden,
indem sie in eine relative-Umgebung eingeschlossen werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Modale Transformierungen, Krebs, Transposition.
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Krebs
Ein musikalischer Ausdruck kann umgekehrt werden, um im Krebsgang dargestellt zu werden:
music = \relative c' { c8. ees16( fis8. a16 b8.) gis16 f8. d16 }
\new Staff {
\music
\retrograde \music
}
Bekannte Probleme und Warnungen
Manuell gesetzte Bindebögen innerhalb des Krebsgangs \retrograde werden
aufgebrochen und erzeugen Warnungen. Einige Bindebögen können automatisch
ersetllt werden, indem man Automatische Aufteilung von Noten aktiviert.
Siehe auch
Notationsreferenz: Modale Transformierungen, Umkehrung, Transposition.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Modale Transformierungen
In einer Komposition, die auf einer Skala basiert, wird ein Motiv oft in unterschiedlicher Weise transformiert. Es kann transponiert werden, um von einer anderen Tonhöhe in der Skala zu beginnen, oder beginnend von einer bestimmten Tonhöhe der Skala umgekehrt werden. Es kann auch im Krebsgang, also rückwärts erscheinen, siehe Krebs.
Achtung: Alle Noten, die nicht zu der vorgegebenen Skala gehören, werden nicht transformiert.
Modale Transposition
Ein Motiv kann innerhalb einer Skala transponiert werden:
\modalTranspose vonTonhöhe nachTonhöhe Skala mus. Ausdruck
Die Noten von mus. Ausdruck werden innerhalb von Skala
um die Anzahl von Skalenstufen transponiert, die dem Intervall zwischen
vonTonhöhe und nachTonhöhe entspricht.
diatonicScale = \relative c' { c d e f g a b }
motif = \relative c' { c8 d e f g a b c }
\new Staff {
\motif
\modalTranspose c f \diatonicScale \motif
\modalTranspose c b, \diatonicScale \motif
}
Eine absteigende Skala beliebiger Länge und mit beliebigen Intervallen kann definiert werden:
pentatonicScale = \relative c' { ges aes bes des ees }
motif = \relative c' { ees8 des ges,4 <ges' bes,> <ges bes,> }
\new Staff {
\motif
\modalTranspose ges ees' \pentatonicScale \motif
}
Wenn \modalTranspose mit einer chromatischen Skala benutzt wird,
entspricht es der Funktion von \transpose mit dem Unterschied,
dass die Bezeichnungen der eingesetzten Noten definiert werden können:
chromaticScale = \relative c' { c cis d dis e f fis g gis a ais b }
motif = \relative c' { c8 d e f g a b c }
\new Staff {
\motif
\transpose c f \motif
\modalTranspose c f \chromaticScale \motif
}
Modale Umkehrung
Ein musikalischer Ausdruck kann innerhalb einer definierten Skala um eine Referenznote umgekehrt werden und transponiert werden:
\modalInversion Umkehrungstonhöhe nachTonhöhe Skala mus. Ausdruck
Die Noten von mus. Ausdruck werden mit den gleichen Intervallabständen
voneinander gesetzt, ausgehend von Umkehrungstonhöhe, allerdings
in die entgegengesetzte Richtung. Das Result wird dann innerhalb der
Skala um das Intervall transponiert, das sich aus dem
Unterschied von Umkehrungstonhöhe und nachTonhöhe
ergibt.
Um also einfach eeine Umkehrung ohne zusätzliche Transposition zu machen,
sollten Umkehrungstonhöhe und nachTonhöhe gleich
sein.
octatonicScale = \relative c' { ees f fis gis a b c d }
motif = \relative c' { c8. ees16 fis8. a16 b8. gis16 f8. d16 }
\new Staff {
\motif
\modalInversion fis' fis' \octatonicScale \motif
}
Um den Drehpunkt der Umkehrung zwischen zwei Noten der Skala zu definieren, wird um eine der Noten die Umkehrung vorgenommen und dann eine Skalenstufe transponiert. Die beiden Noten klammern sozusagen den Drehpunkt ein.
scale = \relative c' { c g' }
motive = \relative c' { c c g' c, }
\new Staff {
\motive
\modalInversion c' g' \scale \motive
}
Die kombinierte Operation von Umkehrung und Krebs erzeugt die Krebsumkehrung:
octatonicScale = \relative c' { ees f fis gis a b c d }
motif = \relative c' { c8. ees16 fis8. a16 b8. gis16 f8. d16 }
\new Staff {
\motif
\retrograde \modalInversion c' c' \octatonicScale \motif
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Umkehrung, Krebs, Transposition.
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1.1.3 Tonhöhen anzeigen lassen
Dieser Abschnitt zeigt, wie die Ausgabe von Tonhöhen verändern werden kann.
| Notenschlüssel | ||
| Tonartbezeichnung | ||
| Oktavierungsklammern | ||
| Transposition von Instrumenten | ||
| Automatische Versetzungszeichen | ||
| Tonumfang |
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Notenschlüssel
Der Schlüssel kann verändert werden. Das eingestrichene C wird in jedem Beispiel gezeigt:
\clef treble c2 c \clef alto c2 c \clef tenor c2 c \clef bass c2 c
Andere Schlüssel sind u. A.:
\clef french c2 c \clef soprano c2 c \clef mezzosoprano c2 c \clef baritone c2 c \break \clef varbaritone c2 c \clef subbass c2 c \clef percussion c2 c \break \clef G % synonym for treble c2 c \clef F % synonym for bass c2 c \clef C % synonym for alto c2 c
Indem _8 oder ^8 an die jeweilige Schlüsselbezeichnung
angehängt wird, wird der Schlüssel um eine Oktave nach oben oder unten
transponiert, mit _15 oder ^15 um zwei Oktaven. Auch
andere Ganzzahlen können verwendet werden, wenn es gewünscht wird.
Die Schlüsselbezeichnung muss in Anführungszeichen gesetzt werden,
wenn nicht-alphabetische Zeichen enthält, siehe Beispiel:
\clef treble c2 c \clef "treble_8" c2 c \clef "bass^15" c2 c \clef "alto_2" c2 c \clef "G_8" c2 c \clef "F^5" c2 c
Weitere unterstützte Schlüssel sind beschrieben in Mensurale Schlüssel,
Gregorianische Schlüssel, Standardtabulaturen und
Angepasste Tabulaturen. Zur Benutzung unterschiedlicher Schlüssel
bei Stichnoten siehe die Funktionen \cueClef und
\cueDuringWithClef in
Ausgewählte Schnipsel
Eigenschaften des Schlüssels optimieren
Der Befehl \clef "treble_8" ist gleichbedeutend mit einem
expliziten Setzen der Eigenschaften von clefGlyph,
clefPosition (welche die vertikale Position des Schlüssels bestimmt),
middleCPosition und clefTransposition. Ein Schlüssel wird
ausgegeben, wenn eine der Eigenschaften außer middleCPosition sich
ändert.
Eine Änderung des Schriftzeichens (Glyph), der Schlüsselposition oder der
Oktavierung selber ändert noch nicht die Position der darauf folgenden Noten
auf dem System: das geschieht nur, wenn auch die Position des
eingestrichenen C (middleCPosition) angegeben wird. Die
Positionsparameter sind relativ zur Mittellinie des Systems, dabei versetzen
positive Zahlen die Position nach oben, jeweils eine Zahl für jede Linie
plus Zwischenraum. Der clefTransposition-Wert ist normalerweise auf 7,
-7, 15 oder -15 gesetzt, aber auch andere Werte sind gültig.
Wenn ein Schlüsselwechsel an einem Zeilenwechsel geschieht, wird das neue
Symbol sowohl am Ende der alten Zeilen als auch am Anfang der neuen Zeile
ausgegeben. Wenn der Warnungs-Schlüssel am Ende der alten Zeile nicht
erforderlich ist, kann er unterdrückt werden, indem die
explicitClefVisibility-Eigenschaft des Staff-Kontextes auf den
Wert end-of-line-invisible gesetzt wird. Das Standardverhalten kann
mit \unset Staff.explicitClefVisibility wieder hergestellt werden.
Die folgenden Beispiele zeigen die Möglichkeiten, wenn man diese Eigenschaften manuell setzt. Auf der ersten Zeile erhalten die manuellen Änderungen die ursprüngliche relative Positionierung von Schlüssel und Noten, auf der zweiten Zeile nicht.
\layout { ragged-right = ##t }
{
% The default treble clef
\key f \major
c'1
% The standard bass clef
\set Staff.clefGlyph = #"clefs.F"
\set Staff.clefPosition = #2
\set Staff.middleCPosition = #6
\set Staff.middleCClefPosition = #6
\key g \major
c'1
% The baritone clef
\set Staff.clefGlyph = #"clefs.C"
\set Staff.clefPosition = #4
\set Staff.middleCPosition = #4
\set Staff.middleCClefPosition = #4
\key f \major
c'1
% The standard choral tenor clef
\set Staff.clefGlyph = #"clefs.G"
\set Staff.clefPosition = #-2
\set Staff.clefTransposition = #-7
\set Staff.middleCPosition = #1
\set Staff.middleCClefPosition = #1
\key f \major
c'1
% A non-standard clef
\set Staff.clefPosition = #0
\set Staff.clefTransposition = #0
\set Staff.middleCPosition = #-4
\set Staff.middleCClefPosition = #-4
\key g \major
c'1 \break
% The following clef changes do not preserve
% the normal relationship between notes, key signatures
% and clefs:
\set Staff.clefGlyph = #"clefs.F"
\set Staff.clefPosition = #2
c'1
\set Staff.clefGlyph = #"clefs.G"
c'1
\set Staff.clefGlyph = #"clefs.C"
c'1
\set Staff.clefTransposition = #7
c'1
\set Staff.clefTransposition = #0
\set Staff.clefPosition = #0
c'1
% Return to the normal clef:
\set Staff.middleCPosition = #0
c'1
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Mensurale Schlüssel, Gregorianische Schlüssel Standardtabulaturen, Angepasste Tabulaturen, Stichnoten formatieren.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: Clef_engraver, Clef, ClefModifier, clef-interface.
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Tonartbezeichnung
Achtung: Neue Benutzer sind manchmal verwirrt, wie
Versetzungszeichen und Vorzeichen/Tonarten funktionieren.
In LilyPond sind Notenbezeichnungen die wirkliche
Tonhöhe, erst durch Vorzeichen wird bestimmt, wie diese
Tonhöhe dann im Notenbild dargestellt wird. Eine
einfache Tonhöhe wie etwa c bedeutet also
immer das eingestrichene C ohne Versetzungszeichen, egal
was für Vorzeichen/Tonart oder Schlüssel gesetzt sind.
Mehr Information dazu in
Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).
Die Vorzeichen zeigen die Tonart an, in welcher ein Stück notiert ist. Es handelt sich um eine Anzahl von Alterationszeichen (Kreuzen oder Bs) am Beginn jedes Notensystems.
Die Tonart kann geändert werden:
\keyTonhöhe Modus
Der Wert Modus sollte entweder \major oder \minor
sein, um Moll oder Dur der Tonhöhe zu erhalten. Es können auch
Modusbezeichnungen für Kirchentonarten verwendet werden: \ionian
(Ionisch), \locrian (Lokrisch), \aeolian (Aeolisch),
\mixolydian (Mixolydisch), \lydian (Lydisch),
\phrygian (Phrygisch) und \dorian (Dorisch).
\key g \major fis1 f fis
Ausgewählte Schnipsel
Auflösungzeichen nicht setzen, wenn die Tonart wechselt
Wenn die Tonart wechselt, werden automatisch Auflösungszeichen ausgegeben,
um Versetzungszeichen der vorherigen Tonart aufzulösen. Das kann
verhindert werden, indem die printKeyCancellation-Eigenschaft
im Staff-Kontext auf "false" gesetzt wird.
\relative c' {
\key d \major
a4 b cis d
\key g \minor
a4 bes c d
\set Staff.printKeyCancellation = ##f
\key d \major
a4 b cis d
\key g \minor
a4 bes c d
}
Untypische Tonarten
Der üblicherweise benutzte \key-Befehl setzt die
keySignature-Eigenschaft im Staff-Kontext.
Um untypische Tonartenvorzeichen zu erstellen, muss man diese Eigenschaft
direkt setzen. Das Format für den Befehl ist eine Liste: \set
Staff.keySignature = #`(((Oktave . Schritt) . Alteration) ((Oktave
. Schritt) . Alteration) ...) wobei für jedes Element in der Liste
Oktave die Oktave angibt (0 ist die Oktave vom
eingestrichenen C bis zum eingestrichenen H), Schritt gibt
die Note innerhalb der Oktave an (0 heißt C und
6 heißt H), und Alteration ist ,SHARP ,FLAT
,DOUBLE-SHARP usw. (Beachte das beginnende Komma.)
Alternativ kann auch jedes Element der Liste mit dem allgemeineren Format
(Schritt . Alteration) gesetzt werden, wobei dann die Einstellungen
für alle Oktaven gelten.
Hier ein Beispiel einer möglichen Tonart für eine Ganztonleiter:
\relative c' {
\set Staff.keySignature = #`(((0 . 6) . ,FLAT)
((0 . 5) . ,FLAT)
((0 . 3) . ,SHARP))
c4 d e fis
aes4 bes c2
}
Siehe auch
Glossar: church mode, scordatura.
Handbuch zum Lernen: Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: KeyChangeEvent, Key_engraver, Key_performer, KeyCancellation, KeySignature, key-cancellation-interface, key-signature-interface.
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Oktavierungsklammern
Oktavierungsklammern zeigen eine zusätzliche Transposition von einer Oktave an:
a2 b \ottava #-2 a2 b \ottava #-1 a2 b \ottava #0 a2 b \ottava #1 a2 b \ottava #2 a2 b
Ausgewählte Schnipsel
Ottava-Text
Intern setzt die set-octavation-Funktion die Eigenschaften
ottavation (etwa auf den Wert "8va" oder "8vb")
und middleCPosition. Um den Text der Oktavierungsklammer zu
ändern, kann ottavation manuell gesetzt werden, nachdem
set-octavation benützt wurde.
{
\ottava #1
\set Staff.ottavation = #"8"
c''1
\ottava #0
c'1
\ottava #1
\set Staff.ottavation = #"Text"
c''1
}
Siehe auch
Glossar: octavation.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: Ottava_spanner_engraver, OttavaBracket, ottava-bracket-interface.
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Transposition von Instrumenten
Wenn man Noten setzt, die von transponierenden Instrumenten gespielt werden, sind oft einige Stimmen auf einer anderen Tonhöhe notiert als dem Kammerton. In diesem Fall muss die Tonart des transponierenden Instruments gekennzeichnet werden, weil sonst die MIDI-Ausgabe und Stichnoten in anderen Stimmen falsche Tonhöhen produzieren. Mehr Information zu Stichnoten in Andere Stimmen zitieren.
\transposition Tonhöhe
Die Tonhöhe, die für \transposition benutzt
wird, muss mit dem wirklichen Ton übereinstimmen,
der erklingt, wenn das Instrument ein c'
in seiner Stimme spielt. Die Tonhöhe wird im
absoluten Modus angegeben, ein Instrument also,
dass einen Ton höher erklingt als es notiert wird,
muss folgenden Befehl benutzen:
\transposition d'. \transposition
sollte nur dann benutzt werden, wenn sie nicht
nicht in C notiert werden.
Hier einige Noten für Geige und B-Klarinette: die Stimmen (Noten und Vorzeichen) sind so notiert, wie sie in der Partitur erscheinen. Die zwei Instrumente spielen unisono.
\new GrandStaff <<
\new Staff = "violin" {
\relative c'' {
\set Staff.instrumentName = #"Vln"
\set Staff.midiInstrument = #"violin"
% not strictly necessary, but a good reminder
\transposition c'
\key c \major
g4( c8) r c r c4
}
}
\new Staff = "clarinet" {
\relative c'' {
\set Staff.instrumentName = \markup { Cl (B\flat) }
\set Staff.midiInstrument = #"clarinet"
\transposition bes
\key d \major
a4( d8) r d r d4
}
}
>>
Die \transposition kann während eines Stückes
geändert werden. Ein Klarinettist zum Beispiel kann
zwischen B- und A-Klarinette wechseln.
\set Staff.instrumentName = #"Cl (A)"
\key a \major
\transposition a
c d e f
\textLengthOn
<>^\markup { B-Klarinette benutzen }
R1
\key bes \major
\transposition bes
c2 g
Siehe auch
Glossar: concert pitch, transposing instrument.
Notationsreferenz: Andere Stimmen zitieren, Transposition.
Schnipsel: Pitches.
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Automatische Versetzungszeichen
Es gibt viele unterschiedliche Regeln, wie Versetzungszeichen notiert werden. LilyPond hat eine Funktion, mit der spezifiziert werden kann, welcher Stil benutzt werden soll. Diese Funktion kann man wie folgt benutzen:
\new Staff <<
\accidentalStyle voice
{ … }
>>
Der Versetzungszeichenstil bezieht sich auf das aktuelle
Notensystem in der Standardeinstellung (eine Ausnahme
bilden die Stile piano und piano-cautionary,
die weiter unten erklärt werden). Die Funktion kann aber
auch ein zweites Argument erhalten, mit der spezifiziert
wird, auf welchen Bereich sich der neue Stil erstreckt.
Um etwa den neuen Stil in allen Systemen einer
Stimmgruppe (StaffGroup) zu benutzen, müsste der Befehl so aussehen:
\accidentalStyle StaffGroup.voice
Folgende Versetzungszeichenstile sind unterstützt. Um jeden Stil zu erklären, wird folgendes Beispiel benützt:
musicA = {
<<
\relative c' {
cis'8 fis, bes'4 <a cis>8 f bis4 |
cis2. <c, g'>4 |
}
\\
\relative c' {
ais'2 cis, |
fis8 b a4 cis2 |
}
>>
}
musicB = {
\clef bass
\new Voice {
\voiceTwo \relative c' {
<fis, a cis>8[ <fis a cis>
\change Staff = up
cis' cis
\change Staff = down
<fis, a> <fis a>]
\showStaffSwitch
\change Staff = up
dis'4 |
\change Staff = down
<fis, a cis>4 gis <f a d>2 |
}
}
}
\new PianoStaff {
<<
\context Staff = "up" {
\accidentalStyle default
\musicA
}
\context Staff = "down" {
\accidentalStyle default
\musicB
}
>>
}
Die letzten Zeilen des Beispiels könnten auch mit folgendem Code ersetzt werden, solange der gleiche Versetzungszeichenstil in beiden Systemen benutzt werden soll:
\new PianoStaff {
<<
\context Staff = "up" {
%%% nächste Zeile wie gewünscht ändern:
\accidentalStyle Score.default
\musicA
}
\context Staff = "down" {
\musicB
}
>>
}
-
default (Standard) -
Das ist das Standardverhalten. Es entspricht der Konvention für Notation von Musik des 18. Jahrhunderts: Versetzungszeichen werden bis zum Taktende erinnert, in dem sie gesetzt wurden, und nur in ihrer eigenen Oktave. Im nächsten Beispiel wird also kein Auslösungszeichen vor dem
b(H) im zweiten Takt oder dem letzencgesetzt: -
voice (Stimme) -
Das normale Verhalten ist es, die Versetzungszeichen auf der Notensystemebene zu erinnern. In diesem Stil aber werden Versetzungszeichen individuell für jede Stimme errechnet. Abgesehen davon gelten die Regeln des Standardstiles (
default).Das hat zur Folge, dass Versetzungszeichen von einer Stimme in der anderen nicht aufgelöst werden, was oft ein unerwünschtes Ergebnis ist: im folgenden Beispiel kann man schwer sagen, ob das zweite
aunalteriert oder erhöht gespielt werden soll. Dievoice-Option sollte also nur benutzt werden, wenn die Stimmen separat von unterschiedlichen Musikern gelesen werden. Wenn das System nur von einem Musiker benutzt wird (etwa der Dirigent oder ein Klavierspieler), dann sind die Stilemodernodermodern-cautionarybesser. -
modern (Modern) -
Dieser Stil orientiert sich an den üblichen Regeln für das 20. Jahrhundert. Hierbei werden einige zusätzliche Auflösungszeichen ausgelassen, die traditionell für ein Kreuz nach einem Doppelkreuz und ein b nach einem Doppel-b gesetzt werden. Die gleichen Versetzungszeichen wie im Standardstil werden gesetzt, allerdings mit zwei Zusätzen, die Uneindeutigkeiten verhindern sollen: nach vorübergehenden Versetzungszeichen werden Auflösungszeichen auch im folgenden Takt gesetzt (für Noten innerhalb der selben Oktave) und im gleichen Takt für Noten in unterschiedlichen Oktaven. Daher kommen also die Auflösungszeichen vor dem H und dem C im zweiten Takt des oberen Systems:
-
modern-cautionary (Modern mit Warnungen) -
Dieser Stil ähnelt
modern, aber die „zusätzlichen“ Versetzungszeichen (die normalerweise nicht gesetzt werden) werden als Warnungen gesetzt. In der Standardeinstellung werden sie in Klammern gesetzt, aber sie können auch in kleinerer Größe gesetzt werden, wenn man diecautionary-style-Eigenschaft vonAccidentalSuggestiondefiniert. -
modern-voice (Modern für Stimmen) -
Diese Regel wird für vielstimmige Noten benutzt, die sowohl von unterschiedlichen Spielern für jede Stimme als auch von einem Spieler für alle Stimmen benutzt. Versetzungszeichen werden für jede Stimme gesetzt, aber sie werden über die Stimme hinweg aufgelöst innerhalb des selben Notensystems. Das
aim letzten Takt ist also aufgelöst, weil die vorigen Auflösung in einer anderen Stimme stattgefunden hatte, und dasdim unteren System ist aufgelöst wegen eines Versetzungszeichens in einer anderen Stimme im vorigen Takt: -
modern-voice-cautionary (modern mit Warnungen für einzelne Stimmen) -
Dieser Stil ist der gleiche wie
modern-voice, nur dass hier die zusätzlichen Versetzungszeichen (die nicht vomvoice-Stil gesetzt werden) als Warnungsversetzungszeichen gesetzt werden. Obwohl alle Versetzungszeichen, die mitdefaultgesetzt werden, auch mit diesem Stil gesetzt werden, sind manche Warnungsversetzungszeichen. -
piano (Klavier) -
Dieser Stil orientiert sich an den Regeln im 20. Jahrhundert für die Notation von Klaviermusik. Er ist sehr ähnlich mit dem modernen Stil, aber Versetzungszeichen werden auch über Notensysteme hinweg für die selbe Akkolade (
GrandStaffoderPianoStaff) aufgelöst.Dieser Versetzungszeichenstil wirkt sich standardmäßig auf die gesamte Akkolade (
GrandStaffoderPianoStaff) aus. -
piano-cautionary (Klavier mit Warnungen) -
Dieser Stil verhält sich wie
piano, aber die zusätzlichen Versetzungszeichen werden als Warnungen ausgegeben: -
neo-modern -
Dieser Stil richtet sich nach den Regeln für moderne Musik: Versetzungszeichen werden mit im
modern-Stil gesetzt, aber sie werden nochmal gesetzt, wenn die gleiche Note später im selben Takt auftritt – außer die Note wird unmittelbar wiederholt. -
neo-modern-cautionary (neo-modern mit Warnungen) -
Dieser Stil ähnelt
neo-modern, aber die zusätzlichen Versetzungszeichen werden als Warnungen gesetzt. -
neo-modern-voice (neo-modern für Stimmen) -
Diese Regel wird für für Versetzungszeichen in mehreren Stimmen eingesetzt, wenn die Noten sowohl von Musikern gelesen werden, die nur eine Stimme lesen, als auch von Musikern, die alle Stimmen lesen. Versetzungszeichen werden für jede Stimme so wie mit der
neo-modern-Regel gesetzt, aber innerhalb des gesamten Notensystems mit Auflösungszeichen versehen. -
neo-modern-voice-cautionary -
Diese Regel ähnelt
neo-modern-voice, aber die zusätzlichen Versetzungszeichen werden hier als warnende Versetzungszeichen gesetzt. -
dodecaphonic (Zwölftonmusik) -
Dieser Stil orientiert sich an der Notation von sog. Zwölftonmusik, der Stil wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Gebrauch genommen. In diesem Stil erhält jede Note ein Versetzungszeichen, wozu auch Auflösungszeichen zählen.
-
teaching (didaktisch) -
Dieser Stil ist für Lernende bestimmt: der Stil orientiert sich am
modern-Stil, aber die Alterationen, die sich durch die Tonart ergeben, werden zusätzlich als Warnungsversetzungszeichen gesetzt. Eine Ausnahme sind direkt wiederholte Noten. -
no-reset (nicht zurücksetzen) -
Das ist der gleiche Stil wie
default, aber die Versetzungszeichen dauern für „immer“ an, nicht nur im aktuellen Takt: -
forget (vergessen) -
Das ist das Gegenteil von
no-reset: Versetzungszeichen werden überhaupt nicht erinnert und folgerichtig werden alle Versetzungszeichen entsprechend der Tonart gesetzt, unabhängig vom Kontext der Noten.
Siehe auch
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: Accidental, Accidental_engraver, GrandStaff, PianoStaff, Staff, AccidentalSuggestion, AccidentalPlacement, accidental-suggestion-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Gleichzeitig erklingende Noten werden bei der automatischen Bestimmung
der Versetzungszeichen nicht berücksichtigt: nur die vorige Note und
die Vorzeichen werden einbezogen. Man muss die Versetzungszeichen
mit ! oder ? schreiben, wenn gleichzeitig
unterschiedliche Alterationen vorkommen, wie etwa für ‘<f! fis!>’.
Die warndenden Auflösungzeichen werden gesetzt, indem die vorangegangenen
Takte betrachtet werden. In der zweiten oder einer weiteren
Wiederholungsklammer erwartet man jedoch, dass die Auflösungszeichen sich
aus dem letzten gespielten und nicht dem letzten gesetzten
Takt ergeben. Im folgenden Beispiel bräuchte das c in der zweiten
Klammer kein Auflösungszeichen:
Die folgende Notlösung kann benutzt werden: Man definiert eine Funktion,
die den Versetzungszeichenstil kurzzeitig auf forget umschaltet:
forget = #(define-music-function (parser location music) (ly:music?) #{
\accidentalStyle forget
#music
\accidentalStyle modern
#})
{
\accidentalStyle modern
\time 2/4
\repeat volta 2 {
c'2
}
\alternative {
cis'
\forget c'
}
}
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Tonumfang
Der Begriff ambitus (Pl. ambitus) beschreibt den Stimmumfang einer Stimme. Er kann auch die Töne bedeuten, die ein Musikinstrument zu spielen in der Lage ist. Ambitus werden in Chorpartituren gesetzt, damit die Sänger schnell wissen, ob sie die Stimme meistern können.
Ambitus werden zu Beginn des Stückes nahe des ersten Schlüssels notiert. Der Stimmumfang wird durch zwei Notenköpfe dargestellt, die die tiefste und höchste Note der Stimme repräsentieren. Versetzungszeichen werden nur gesetzt, wenn sie nicht durch die Tonart definiert werden.
\layout {
\context {
\Voice
\consists "Ambitus_engraver"
}
}
\relative c'' {
aes c e2
cis,1
}
Ausgewählte Schnipsel
Ambitus pro Stimme hinzufügen
Ambitus können pro Stimme gesetzt werden. In diesem Fall müssen sie manuell verschoben werden, um Zusammenstöße zu verhindern.
\new Staff <<
\new Voice \with {
\consists "Ambitus_engraver"
} \relative c'' {
\override Ambitus.X-offset = #2.0
\voiceOne
c4 a d e
f1
}
\new Voice \with {
\consists "Ambitus_engraver"
} \relative c' {
\voiceTwo
es4 f g as
b1
}
>>
Ambitus mit vielen Stimmen
Indem man den Ambitus_engraver im Staff-Kontext
hinzufügt, erhält man einen einzigen Ambitus pro System, auch in dem
Fall, dass mehrere Stimmen sich im gleichen System befinden.
\new Staff \with {
\consists "Ambitus_engraver"
}
<<
\new Voice \relative c'' {
\voiceOne
c4 a d e
f1
}
\new Voice \relative c' {
\voiceTwo
es4 f g as
b1
}
>>
Changing the ambitus gap
It is possible to change the default gap between the ambitus noteheads and the line joining them.
\layout {
\context {
\Voice
\consists "Ambitus_engraver"
}
}
\new Staff {
\time 2/4
% Default setting
c'4 g''
}
\new Staff {
\time 2/4
\override AmbitusLine.gap = #0
c'4 g''
}
\new Staff {
\time 2/4
\override AmbitusLine.gap = #1
c'4 g''
}
\new Staff {
\time 2/4
\override AmbitusLine.gap = #1.5
c'4 g''
}
Siehe auch
Glossar: ambitus.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: Ambitus_engraver, Voice, Staff, Ambitus, AmbitusAccidental, AmbitusLine, AmbitusNoteHead, ambitus-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Es gibt keine Kollisionskontrolle bei mehreren Ambitus in einem System.
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1.1.4 Notenköpfe
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Notenköpfe ändern kann.
| Besondere Notenköpfe | ||
| Easy-Notation-Notenköpfe | ||
| Notenköpfe mit besonderen Formen | ||
| Improvisation |
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Besondere Notenköpfe
Notenköpfe können verändert werden:
c4 b \override NoteHead.style = #'cross c4 b \revert NoteHead.style a b \override NoteHead.style = #'harmonic a b \revert NoteHead.style c4 d e f
Für alle Notenkopfstile siehe Notenkopfstile
Der Kreuz-(cross) Stil wird mit unterschiedlichen
musikalischen Absichten eingesetzt. Die folgenden
vordefinierten Befehle verändern die Notenköpfe sowohl
in Notensystemen als auch in Tabulaturen und können
benutzt werden, um alle musikalischen Bedeutungen zu
notieren:
c4 b \xNotesOn a b c4 b \xNotesOff c4 d
Die Form als musikalische Funktion dieses Befehls kann innerhalb und außerhalb von Akkorden benutzt werden, um Notenköpfe mit Kreuzen in normalen und Tabulatursystemen zu erstellen:
c4 b
\xNote { e f }
c b < g \xNote c f > b
Als Synonym für \xNote, \xNotesOn und \xNotesOff
kann \deadNote, \deadNotesOn und \deadNotesOff
benutzt werden. Der Begriff dean note (engl. tote Note)
wird regelmäßig von Gitaristen benutzt.
Es gibt auch einen Kurzbefehl für die Rautenform, der nur innerhalb von Akkorden benutzt werden kann:
<c f\harmonic>2 <d a'\harmonic>4 <c g'\harmonic>
Vordefinierte Befehle
\harmonic,
\xNotesOn,
\xNotesOff,
\xNote.
Siehe auch
Schnipsel: Pitches.
Notationsreferenz: Notenkopfstile, Noten mit Akkorden Flageolett und gedämpfte Noten.
Referenz der Interna: note-event, Note_heads_engraver, Ledger_line_engraver, NoteHead, LedgerLineSpanner, note-head-interface, ledger-line-spanner-interface.
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Easy-Notation-Notenköpfe
Die „einfachen Notenköpfe“ haben die Bezeichnung der Note im Kopf gedruckt. Das wird eingesetzt, um die Notation beizubringen. Damit die Buchstaben noch lesbar sind, müssen sie sehr groß gesetzt werden. Wie man eine größere Schriftart einstellt, findet sich in Die Notensystemgröße einstellen.
#(set-global-staff-size 26)
\relative c' {
\easyHeadsOn
c2 e4 f
g1
\easyHeadsOff
c,1
}
Vordefinierte Befehle
\easyHeadsOn,
\easyHeadsOff.
Ausgewählte Schnipsel
Numbers as easy note heads
Easy notation note heads use the note-names property
of the NoteHead object to determine what appears inside
the note head. By overriding this property, it is possible
to print numbers representing the scale-degree.
A simple engraver can be created to do this for every note head object it sees.
#(define Ez_numbers_engraver
(make-engraver
(acknowledgers
((note-head-interface engraver grob source-engraver)
(let* ((context (ly:translator-context engraver))
(tonic-pitch (ly:context-property context 'tonic))
(tonic-name (ly:pitch-notename tonic-pitch))
(grob-pitch
(ly:event-property (event-cause grob) 'pitch))
(grob-name (ly:pitch-notename grob-pitch))
(delta (modulo (- grob-name tonic-name) 7))
(note-names
(make-vector 7 (number->string (1+ delta)))))
(ly:grob-set-property! grob 'note-names note-names))))))
#(set-global-staff-size 26)
\layout {
ragged-right = ##t
\context {
\Voice
\consists \Ez_numbers_engraver
}
}
\relative c' {
\easyHeadsOn
c4 d e f
g4 a b c \break
\key a \major
a,4 b cis d
e4 fis gis a \break
\key d \dorian
d,4 e f g
a4 b c d
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Die Notensystemgröße einstellen.
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: note-event, Note_heads_engraver, NoteHead, note-head-interface.
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Notenköpfe mit besonderen Formen
In dieser Notation haben die Notenköpfe eine Form, die ihrer harmonischen Funktion innerhalb der Tonleiter entspricht. Die Notation war sehr beliebt in amerikanischen Liederbüchern des 19. Jahrhunderts. Auf diese Weise können die Formen Sacred Harp, Southern Harmony, Funk (Harmonica Sacra), Walker und Aiken (Christian Harmony) benutzt werden:
\aikenHeads c, d e f g2 a b1 c \break \sacredHarpHeads c,4 d e f g2 a b1 c \break \southernHarmonyHeads c,4 d e f g2 a b1 c \break \funkHeads c,4 d e f g2 a b1 c \break \walkerHeads c,4 d e f g2 a b1 c \break
Die unterschiedlichen Formen richten sich nach der Stufe in der
Skala, wobei der Grundton der Skala aus dem \key-Befehl
entnommen wird. Wenn man eine Moll-Skala benutzt, ergibt sich
die Form der Notenköpfe aus der parallelen Dur-Tonleiter:
\key a \minor \aikenHeads a b c d e2 f g1 a \break \aikenHeadsMinor a,4 b c d e2 f g1 a \break \sacredHarpHeadsMinor a,2 b c d \break \southernHarmonyHeadsMinor a2 b c d \break \funkHeadsMinor a2 b c d \break \walkerHeadsMinor a2 b c d \break
Vordefinierte Befehle
\aikenHeads,
\aikenHeadsMinor,
\funkHeads,
\funkHeadsMinor,
\sacredHarpHeads,
\sacredHarpHeadsMinor,
\southernHarmonyHeads,
\southernHarmonyHeadsMinor,
\walkerHeads,
\walkerHeadsMinor.
Ausgewählte Schnipsel
Notenkopfstile basierend auf der Tonleiterstufe erstellen
Die shapeNoteStyles-(NotenFormenStile)-Eigenschaft kann benutzt
werden, um verschiedene Notenstile für jeden Schritt der Tonleiter
zu definieren (vorgegeben von der Tonart oder der „tonic“
(Tonika)-Eigenschaft. Diese Eigenschaft braucht eine Anzahl von Symbolen,
welche beliebig sein können (geometrische Ausdrücke wie triangle
(Dreieck), cross (Kreuz) und xcircle (X-Kreis) sind erlaubt)
oder basierend auf einer alten amerikanischen Notensatztradition (einige
lateinische Notenbezeichnungen sind auch erlaubt).
Um alte amerikanische Liederbücher zu imitieren, gibt es einige
vordefinierte Notenstile wie etwa \aikenHeads (im Stil von Aiken)
oder \sacredHarpHeads (im Stil der Sacred Harp-Tradition).
Dieses Beispiel zeigt, wie man unterschiedlich geformte Noten erhält und eine Melodie transponieren kann, ohne dass das Verhältnis zwischen den harmonischen Funktionen und dem Notenstil verloren geht.
fragment = {
\key c \major
c2 d
e2 f
g2 a
b2 c
}
\new Staff {
\transpose c d
\relative c' {
\set shapeNoteStyles = ##(do re mi fa
#f la ti)
\fragment
}
\break
\relative c' {
\set shapeNoteStyles = ##(cross triangle fa #f
mensural xcircle diamond)
\fragment
}
}
Alle Notenkopfstile finden sich in Notenkopfstile.
Siehe auch
Schnipsel: Pitches.
Notationsreferenz: Notenkopfstile.
Referenz der Interna: note-event, Note_heads_engraver, NoteHead, note-head-interface.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Notenköpfe mit besonderen Formen ] | [ Nach oben : Notenköpfe ] | [ Rhythmus > ] | ||
Improvisation
Improvisation wird manchmal angezeigt, indem schräge Notenköpfe gesetzt werden, wenn der Spieler eine beliebige Tonhöhe wählen kann aber den vorgegebenen Rhythmus spielen soll. Sie können wie folgt benutzt werden:
\new Voice \with {
\consists "Pitch_squash_engraver"
} {
e8 e g a a16( bes) a8 g
\improvisationOn
e8 ~
e2 ~ e8 f4 f8 ~
f2
\improvisationOff
a16( bes) a8 g e
}
Vordefinierte Befehle
\improvisationOn,
\improvisationOff.
Siehe auch
Schnipsel: Pitches.
Referenz der Interna: Pitch_squash_engraver, Voice, RhythmicStaff.
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| [ < Improvisation ] | [ Nach oben : Musikalische Notation ] | [ Rhythmen eingeben > ] | ||
1.2 Rhythmus
Dieser Abschnitt erklärt die Eingabe von Rhythmen, Pausen, Dauern, Bebalkung und Takten.
| 1.2.1 Rhythmen eingeben | ||
| 1.2.2 Pausen eingeben | ||
| 1.2.3 Rhythmen anzeigen lassen | ||
| 1.2.4 Balken | ||
| 1.2.5 Takte | ||
| 1.2.6 Besondere rhythmische Fragen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Rhythmus ] | [ Nach oben : Rhythmus ] | [ Tondauern > ] | ||
1.2.1 Rhythmen eingeben
| Tondauern | ||
| Andere rhythmische Aufteilungen | ||
| Tondauern skalieren | ||
| Bindebögen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Rhythmen eingeben ] | [ Nach oben : Rhythmen eingeben ] | [ Andere rhythmische Aufteilungen > ] | ||
Tondauern
Notenlängen (Dauern) werden durch
Zahlen und Punkte notiert: Dauern werden als reziproke Werte geschrieben.
Zum Beispiel wird eine Viertelnote mit 4 notiert (weil sie eine
1/4-Note ist), eine halbe Note mit 2 (weil sie eine 1/2-Note ist).
Noten, die länger als eine Ganze sind, müssen mit \longa
(für die Longa, also vier Ganze) und
\breve (für die Brevis, auch Doppelganze genannt) notiert werden.
Notendauern bis hin zu 128steln sind unterstützt. Kürzere Notenwerte können
auch notiert werden, können allerdings nur als Noten mit Balken auftreten.
\time 8/1 c\longa c\breve c1 c2 c4 c8 c16 c32 c64 c128 c128
Hier die selben Notendauern ohne die Balken.
\time 8/1 \autoBeamOff c\longa c\breve c1 c2 c4 c8 c16 c32 c64 c128 c128
Eine Note mit der vierfachen Dauer einer Brevis kann mit dem
Befehl \maxima eingegeben werden, aber ihre Darstellung
ist nur für die Alte Musiknotation unterstützt. Zu Einzelheiten
siehe Notation von alter Musik.
Wenn die Dauer hinter einer Notenbezeichnung nicht angegeben ist, wird die Dauer der vorhergehenden Note eingesetzt. Der Standardwert für die erste Note ist eine Viertel.
a a a2 a a4 a a1 a
Um punktierte Notendauern zu erhalten, muss einfach nur ein Punkt
(.) hinter die Zahl der Dauer gesetzt werden. Zwei Punkte
ergeben eine doppelte Punktierung, usw.
a4 b c4. b8 a4. b4.. c8.
Manche Notenlängen können nicht mit binären Dauern und Punkten dargestellt werden, sie können nur erreicht werden, indem man Noten überbindet. Für Einzelheiten siehe Bindebögen.
Wie den Silben von Gesangstext eigene Dauern zugewiesen werden können und wie man sie an den Noten ausrichtet ist erklärt in Notation von Gesang.
Optional können Noten streng proportional nach ihrer exakten Dauer gesetzt werden. Zu Einzelheiten hierzu und weiteren Einstellungen für proportionale Notation siehe Proportionale Notation.
Punkte werden normalerweise nach oben verschoben, damit sie die Notenlinien nicht berühren. Punkte können manuelle über oder unter dem Notensystem gesetzt werden, zu Einzelheiten siehe Richtung und Platzierung.
Vordefinierte Befehle
\autoBeamOn,
\autoBeamOff,
\dotsUp,
\dotsDown,
\dotsNeutral.
Ausgewählte Schnipsel
Alternative breve notes
Breve notes are also available with two vertical lines on each side of the notehead instead of one line and in baroque style.
\relative c'' {
\time 4/2
c\breve |
\override Staff.NoteHead.style = #'altdefault
b\breve
\override Staff.NoteHead.style = #'baroque
b\breve
\revert Staff.NoteHead.style
a\breve
}
Changing the number of augmentation dots per note
The number of augmentation dots on a single note can be changed indepently of the dots placed after the note.
\relative c' {
c4.. a16 r2 |
\override Dots.dot-count = #4
c4.. a16 r2 |
\override Dots.dot-count = #0
c4.. a16 r2 |
\revert Dots.dot-count
c4.. a16 r2 |
}
Siehe auch
Glossar: breve, longa, maxima, note value, Duration names notes and rests.
Notationsreferenz: Automatische Balken, Bindebögen, Hälse, Rhythmen eingeben, Pausen eingeben, Notation von Gesang, Notation von alter Musik, Proportionale Notation.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Dots, DotColumn.
Bekannte Probleme und Warnungen
Es gibt keine grundlegende Grenze für die Dauer von Pausen (sowohl kürzer als auch länger), aber die Anzahl an Symbolen ist begrenzt: Einzelne Pausen können von 128stel bis zur Maxima (8 Ganze) gesetzt werden.
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Andere rhythmische Aufteilungen
Triolen und andere rhythmische Aufteilungen werden aus einem musikalischen Ausdruck erstellt, indem dessen Tondauern mit einem Bruch multipliziert werden.
\times Bruch musikalischer Ausdruck
Die Dauer eines musikalischen Ausdrucks wird mit dem Bruch multipliziert. Der Nenner des Bruchs wird über (oder unter) den Noten ausgegeben, optional mit einer eckigen Klammer, die die Noten einfasst. Die üblichste Aufteilung ist die Triole, in welcher drei Noten die Länge von zwei haben, der Wert jeder einzelnen Note ist also 2/3 der notierten Länge.
a2 \tuplet 3/2 { b4 b b }
c4 c \tuplet 3/2 { b4 a g }
Triolenklammern können manuell über oder unter dem Notensystem ausgegeben werden, siehe Richtung und Platzierung.
N-tolen können ineinander geschachtelt werden:
\autoBeamOff
c4 \tuplet 5/4 { f8 e f \tuplet 3/2 { e[ f g] } } f4
Wenn man die Eigenschaften von N-tolen verändern will, die zum
selben musikalischen Zeitpunkt beginnen, muss \tweak
eingesetzt werden.
Um die Dauern von Noten zu ändern, ohne die N-tolen-Klammern zu setzen, siehe Tondauern skalieren.
Vordefinierte Befehle
\tupletUp,
\tupletDown,
\tupletNeutral.
Ausgewählte Schnipsel
Mehrere Triolen notieren, aber nur einmal \times benutzen
Die Eigenschaft tupletSpannerDuration bestimmt, wie lange jede
der N-tolen innerhalb der Klammern nach dem \times-Befehl
dauert. Auf diese Art können etwa viele Triolen nacheinander mit nur
einem \times-Befehl geschrieben werden.
Im Beispiel sind zwei Triolen zu sehen, obwohl \times nur
einmal geschrieben wurde.
Mehr Information über make-moment gibt es in "Verwaltung der Zeiteinheiten".
\relative c' {
\time 2/4
\tupletSpan 4
\tuplet 3/2 { c8^"\\tupletSpan 4" c c c c c }
\tupletSpan \default
\tuplet 3/2 { c8^"\\tupletSpan \\default" c c c c c }
\tuplet 3/2 4 { c8^"\\tuplet 3/2 4 {...}" c c c c c }
}
Die Zahl der N-tole verändern
Standardmäßig wird nur der Zähler des N-tolen-Bruchs über der Klammer
dargestellt, wie er dem \times-Befehl übergeben wird.
Man kann aber auch Zähler/Nenner ausgeben lassen, oder die Zahl
vollständig unterdrücken.
\relative c'' {
\tuplet 3/2 { c8 c c }
\tuplet 3/2 { c8 c c }
\override TupletNumber.text = #tuplet-number::calc-fraction-text
\tuplet 3/2 { c8 c c }
\omit TupletNumber
\tuplet 3/2 { c8 c c }
}
Nicht-standard-N-tolennummern
LilyPond stellt auch Formatierungsfunktionen zur Verfügung, mit denen N-tolennummern gesetzt werden können, die sich von dem eigentlichen Bruch unterscheiden. Auch ein Notenwert kann zu Nenner oder Zähler des Bruchs hinzugefügt werden.
\relative c'' {
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::non-default-tuplet-denominator-text 7)
\tuplet 3/2 { c4. c4. c4. c4. }
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::non-default-tuplet-fraction-text 12 7)
\tuplet 3/2 { c4. c4. c4. c4. }
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::append-note-wrapper
(tuplet-number::non-default-tuplet-fraction-text 12 7) "8")
\tuplet 3/2 { c4. c4. c4. c4. }
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::append-note-wrapper
tuplet-number::calc-denominator-text "4")
\tuplet 3/2 { c8 c8 c8 c8 c8 c8 }
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::append-note-wrapper
tuplet-number::calc-fraction-text "4")
\tuplet 3/2 { c8 c8 c8 c8 c8 c8 }
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::fraction-with-notes "4." "8")
\tuplet 3/2 { c4. c4. c4. c4. }
\once \override TupletNumber.text =
#(tuplet-number::non-default-fraction-with-notes 12 "8" 4 "4")
\tuplet 3/2 { c4. c4. c4. c4. }
}
Controlling tuplet bracket visibility
The default behavior of tuplet-bracket visibility is to print a bracket
unless there is a beam of the same length as the tuplet. To control the
visibility of tuplet brackets, set the property
'bracket-visibility to either #t (always print a
bracket), #f (never print a bracket) or #'if-no-beam
(only print a bracket if there is no beam).
music = \relative c'' {
\tuplet 3/2 { c16[ d e } f8]
\tuplet 3/2 { c8 d e }
\tuplet 3/2 { c4 d e }
}
\new Voice {
\relative c' {
<< \music s4^"default" >>
\override TupletBracket.bracket-visibility = #'if-no-beam
<< \music s4^"'if-no-beam" >>
\override TupletBracket.bracket-visibility = ##t
<< \music s4^"#t" >>
\override TupletBracket.bracket-visibility = ##f
<< \music s4^"#f" >>
}
}
Zeilenumbrüche bei N-tolen mit Balken erlauben
Dieses künstliche Beispiel zeigt, wie sowohl automatische als auch manuelle Zeilenumbrüche innerhalb einer N-tole mit Balken erlaubt werden können. Diese unregelmäßige Bebalkung muss allerdings manuell gesetzt werden.
\layout {
\context {
\Voice
% Permit line breaks within tuplets
\remove "Forbid_line_break_engraver"
% Allow beams to be broken at line breaks
\override Beam.breakable = ##t
}
}
\relative c'' {
a8
\repeat unfold 5 { \tuplet 3/2 { c[ b a] } }
% Insert a manual line break within a tuplet
\tuplet 3/2 { c[ b \bar "" \break a] }
\repeat unfold 5 { \tuplet 3/2 { c[ b a] } }
c8
}
Siehe auch
Glossar: triplet, tuplet, polymetric.
Handbuch zum Lernen: Optimierungsmethoden.
Notationrreferenz:
Verwaltung der Zeiteinheiten,
Tondauern skalieren,
Der \\tweak-Befehl,
Polymetrische Notation.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: TupletBracket, TupletNumber, TimeScaledMusic.
Bekannte Probleme und Warnungen
Verzierungen können innerhalb von Triolenklammern gesetzt werden,
außer wenn ein System mit einer Verzierung beginnt, die von
einer N-tole gefolgt wird. In diesem besonderen Fall müssen die
Verzierungen vor dem \times-Befehl gesetzt werden, damit sich
keine Fehler ergeben.
Wenn man eine N-tole zu Beginn eines Stückes notiert, das eine
Tempobezeichnung mit \tempo enthält, müssen die Noten
in einer explizit begonnenen Stimme notiert werden. Siehe
auch
Voice enthält Noten.
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Tondauern skalieren
Die Dauer von einzelnen Noten, Pausen oder Akkorden kann mit einem Bruch multipliziert werden, indem hinter die Notendauer „*N/M“ (oder „*N“ wenn M 1 ist) geschrieben wird. Die Erscheinung der Noten oder Pausen wird dadurch nicht beeinflusst, die neue Dauer wird aber dazu benutzt, ihre Position im Takt zu errechnen und die neue Dauer in der MIDI-Ausgabe einzusetzen. Die Faktoren, mit denen multipliziert wird, können auch kombiniert werden, etwa „*L*M*/N“. Die Faktoren sind Teil der Dauer: wenn man keine Dauer für die nächste Note angibt, wird die Dauer der vorigen Note mit allen Skalierungsfaktoren übernommen.
Im nächsten Beispiel nehmen die drei ersten Noten genau zwei Schläge ein, aber es wird keine Triolenklammer über ihnen ausgegeben.
\time 2/4 % Alter durations to triplets a4*2/3 gis a % Normal durations a4 a % Double the duration of chord <a d>4*2 % Duration of quarter, appears like sixteenth b16*4 c4
Die Dauer von unsichtbaren Pausen kann auch mit einem Faktor
beeinflusst werden. Das ist sinnvoll, wenn man viele Takte
überspringen muss, etwa s1*23.
Längere Notenabschnitte können auf die gleiche Art durch Multiplikation mit einem Bruch komprimiert werden, als ob jede Note, jeder Akkord oder jede Pause mit dem Bruch multipliziert würde. Damit bleibt das Aussehen der Musik unverändert, aber die interne Dauer der Noten wird mit dem Bruch multipliziert. Hier ein Beispiel, das zeigt, wie Noten komprimiert und ausgedehnt werden kann:
\time 2/4
% Normal durations
<c a>4 c8 a
% Scale music by *2/3
\scaleDurations 2/3 {
<c a f>4. c8 a f
}
% Scale music by *2
\scaleDurations 1/2 {
<c' a>4 c8 b
}
Eine Anwendung für diesen Befehl ist polymetrische Notation, siehe Polymetrische Notation.
Siehe auch
Notationsreferenz: Andere rhythmische Aufteilungen, Unsichtbare Pausen, Polymetrische Notation.
Schnipsel: Rhythms.
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Bindebögen
Ein Bindebogen verbindet zwei benachbarte Noten der selben Tonhöhe. Als Resultat wird die Dauer der Notenlänge verlängert.
Achtung: Bindebögen (engl. tie) dürfen nicht mit Legatobögen (engl. slur) verwechselt werden, durch die die Vortragsart bezeichnet wird, noch mit Phrasierungsbögen (engl. phrasing slur), die musikalische Phrasen anzeigen. Ein Bindebogen ist nur eine Art, die Tondauer zu verlängern, ähnlich etwa wie die Punktierung.
Ein Bindebogen wird mit der
Tilde ~ (AltGr++) notiert.
a2 ~ a
Bindebögen werden eingesetzt, wenn die Note entweder über eine Taktlinie hinüberreicht, oder wenn die entsprechende Dauer der Note nicht mit Punktierung erreicht werden kann. Bindebögen sollten auch benutzt werden, wenn Notenwerte über die inneren Unterteilungen von Takten hinüberreichen:
Wenn viele Noten über Taktlinien gebunden werden müssen, kann es einfacher sein, automatische Notenaufteilung einzustellen, wie beschrieben in Automatische Aufteilung von Noten. Mit diesem Mechanismus werden lange Noten automatisch aufgeteilt, wenn sie über Taktgrenzen reichen.
Wenn ein Bindebogen an einen Akkord gehängt wird, werden alle Noten dieses Akkordes übergebunden. Wenn kein Notenkopf passt, wird auch kein Bogen erzeugt. Noten in Akkorden können auch einzeln übergebunden werden, indem sie innerhalb des Akkordes hinter die entsprechende Note geschrieben werden.
<c e g> ~ <c e g> <c~ e g~ b> <c e g b>
Wenn die zweite Variante einer Wiederholung mit einer übergebundenen Note anfängt, muss der Bindebogen wie folgt notiert werden:
\repeat volta 2 { c g <c e>2 ~ }
\alternative {
% First alternative: following note is tied normally
{ <c e>2. r4 }
% Second alternative: following note has a repeated tie
{ <c e>2\repeatTie d4 c } }
So genannte laissez vibrer-Bögen werden verwendet um anzuzeigen, dass man die Musik ausklingen lassen soll. Sie werden in der Klavier-, Harfen-, anderer Saiteninstrument- und Schlagzeugnotation verwendet. Sie können folgendermaßen notiert werden:
<c f g>1\laissezVibrer
Bindebögen können manuell über oder unter dem Notensystem gesetzt werden. Zu Einzelheiten siehe Richtung und Platzierung.
Bindebögen können durchgehend, gestrichelt, gepunktet oder in einer Kombination von Strichen und durchgehender Linie definiert werden.
\tieDotted c2 ~ c \tieDashed c2 ~ c \tieHalfDashed c2 ~ c \tieHalfSolid c2 ~ c \tieSolid c2 ~ c
Eigene Strichelungsmuster können definiert werden:
\tieDashPattern #0.3 #0.75 c2 ~ c \tieDashPattern #0.7 #1.5 c2 ~ c \tieSolid c2 ~ c
Die Definition von Muster für die Strichelung der Bindebögen hat die gleiche Struktur wie die Definition für Legatobögen. Zu weiterer Information zu komplizierten Strichelungsmustern, siehe die Schnipsel im Abschnitt Legatobögen.
Durch Veränderung der Eigenschaften whiteout (weiß malen) und layer (Ebene) kann verhindert werden, dass Bindebögen mit anderen Objekten im Notensystem zusammenstoßen.
\override Tie.layer = #-2 \override Staff.TimeSignature.layer = #-1 \override Staff.KeySignature.layer = #-1 \override Staff.TimeSignature.whiteout = ##t \override Staff.KeySignature.whiteout = ##t b2 b~ \time 3/4 \key a \major b r4
Vordefinierte Befehle
\tieUp,
\tieDown,
\tieNeutral,
\tieDotted,
\tieDashed,
\tieDashPattern,
\tieHalfDashed,
\tieHalfSolid,
\tieSolid.
Ausgewählte Schnipsel
Überbindungen für Arpeggio benutzen
Überbindungen werden teilweise benutzt, um Arpeggios zu notieren. In
diesem Fall stehen die übergebundenen Noten nicht unbedingt hintereinander.
Das Verhalten kann erreicht werden, indem die tieWaitForNote-Eigenschaft
auf #t gesetzt wird. Diese Funktion ist auch sinnvoll, um etwa
ein Tremolo mit einem Akkord zu überbinden, kann aber prinzipiell auch
für normale Überbindungen eingesetzt werden
\relative c' {
\set tieWaitForNote = ##t
\grace { c16[ ~ e ~ g] ~ } <c, e g>2
\repeat tremolo 8 { c32 ~ c' ~ } <c c,>1
e8 ~ c ~ a ~ f ~ <e' c a f>2
\tieUp
c8 ~ a
\tieDown
\tieDotted
g8 ~ c g2
}
Bindebögen manuell setzen
Überbindungen können manuell gesetzt werden, indem man die
tie-configuration-Eigenschaft des TieColumn-Objekts
beeinflusst. Die erste Zahl zeigt den Abstand von der Mitte in
Notensystemabständen an, die zweite Zahl zeigt die Richtung an (1 = nach oben,
-1 = nach unten).
\relative c' {
<c e g>2~ <c e g>
\override TieColumn.tie-configuration =
#'((0.0 . 1) (-2.0 . 1) (-4.0 . 1))
<c e g>2~ <c e g>
}
Siehe auch
Glossar: tie, laissez vibrer.
Notationsreferenz: Legatobögen, Automatische Aufteilung von Noten.
Schnipsel: Expressive marks, Rhythms.
Referenz der Interna: LaissezVibrerTie, LaissezVibrerTieColumn, TieColumn, Tie.
Bekannte Probleme und Warnungen
Der Wechsel zwischen Systemen bei aktiver Überbindung produziert keinen gekrümmten Bogen.
Änderung von Schlüssel oder Oktavierung zwischen übergebundenen Noten ist nicht richtig definiert. In diesen Fällen kann es besser sein, einen Legatobogen zu verwenden.
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1.2.2 Pausen eingeben
Pausen werden als Teil der musikalischen Ausdrücke zusammen mit den Noten notiert.
| Pausen | ||
| Unsichtbare Pausen | ||
| Ganztaktpausen |
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| [ < Pausen eingeben ] | [ Nach oben : Pausen eingeben ] | [ Unsichtbare Pausen > ] | ||
Pausen
Pausen werden wie Noten eingegeben, ihre Bezeichnung ist r.
Dauern, die länger als eine Ganze sind, haben die
vordefinierten Befehle:
\new Staff {
% These two lines are just to prettify this example
\time 16/1
\omit Staff.TimeSignature
% Print a maxima rest, equal to four breves
r\maxima
% Print a longa rest, equal to two breves
r\longa
% Print a breve rest
r\breve
r1 r2 r4 r8 r16 r32 r64 r128
}
Pausen, die ganze Takte ausfüllen und in der Taktmitte zentriert werden sollen, müssen als mehrtaktige Pausen eingegeben werden. Sie können sowohl für einen einzigen Takt als auch für mehrere Takte verwendet werden, Näheres im Abschnitt Ganztaktpausen.
Um die vertikale Position einer Pause explizit festzulegen,
kann eine Note eingegeben werden, gefolgt vom Befehl \rest.
Die Pause wird dann an die Stelle gesetzt, wo sich sonst die
Note befinden würde. Damit wird die manuelle Formatierung von mehrstimmiger Musik
sehr viel einfacher, da die Formatierungsfunktion zur automatischen
Auflösung von Zusammenstößen diese Pausen nicht mit einbezieht.
a4\rest d4\rest
Ausgewählte Schnipsel
Pausenstile
Pausen können in verschiedenen Stilen dargestellt werden.
\layout {
indent = 0
\context {
\Staff
\remove "Time_signature_engraver"
}
}
\new Staff \relative c {
\cadenzaOn
\override Staff.Rest.style = #'mensural
r\maxima^\markup \typewriter { mensural }
r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 s32 s64 s128 s128
\bar ""
\override Staff.Rest.style = #'neomensural
r\maxima^\markup \typewriter { neomensural }
r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 s32 s64 s128 s128
\bar ""
\override Staff.Rest.style = #'classical
r\maxima^\markup \typewriter { classical }
r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 r32 r64 r128 s128
\bar ""
\override Staff.Rest.style = #'default
r\maxima^\markup \typewriter { default }
r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 r32 r64 r128 s128
}
Siehe auch
Glossar: breve, longa, maxima.
Notationsreferenz: Ganztaktpausen.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Rest.
Bekannte Probleme und Warnungen
Es gibt keine grundlegende Grenze für die Dauer von Pausen (sowohl kürzer als auch länger), aber die Anzahl von Symbolen ist begrenzt: Es gibt Zeichen für Pausen von einer 128 bis zu einer Maxima (8 Ganze).
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Unsichtbare Pausen
Eine unsichtbare Pause (auch als „skip“ oder Überspringung bezeichnet)
kann wie eine Note eingegeben werden, die Notationsbezeichnung ist s.
a4 a4 s4 a4 \skip 1 a4
Die s-Syntax steht nur im Noten- oder Akkordmodus zur Verfügung. In
anderen Situationen, z. B. innerhalb eines Liedtextes, muss
der Befehl \skip benutzt werden. \skip benötigt eine
explizite Dauerangabe.
<<
{
a2 \skip2 a2 a2
}
\new Lyrics {
\lyricmode {
foo2 \skip 1 bla2
}
}
>>
Weil \skip ein Befehl ist, wirkt er sich nicht auf die Dauer
der folgenden Noten aus, anders als s.
<<
{
\repeat unfold 8 { a4 }
}
{
a4 \skip 2 a |
s2 a
}
>>
Die Platzhalterpause mit s erstellt Staff- und
Voice-Kontext, wenn es erforderlich ist, genauso wie Noten und Pausen.
s1 s s
Der Überspringungsbefehl (\skip) ist einfach ein leerer Platzhalter.
Durch ihn wird überhaupt nichts gesetzt, auch keine transparenten Objekte.
% This is valid input, but does nothing \skip 1 \skip1 \skip 1
Siehe auch
Handbuch zum lernen: Sichtbarkeit und Farbe von Objekten.
Notationsreferenz: Unsichtbare Noten, Sichtbarkeit von Objekten.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: SkipMusic
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Ganztaktpausen
Pausen für einen oder mehrere ganze Takte werden wie
Noten eingegeben, wobei die Bezeichnung ein Großbuchstabe
R ist:
% Rest measures contracted to single measure \compressFullBarRests R1*4 R1*24 R1*4 b2^"Tutti" b4 a4
Die Dauer von Ganztaktpausen wird genauso angegeben wie die Dauer von Noten. Die Dauer einer Ganztaktpause muss immer eine ganze Anzahl an Taktlängen sein, weshalb Punktierungen und Brüche recht häufig eingesetzt werden müssen.
\compressFullBarRests \time 2/4 R1 | R2 | \time 3/4 R2. | R2.*2 | \time 13/8 R1*13/8 | R1*13/8*12 | \time 10/8 R4*5*4 |
Eine Ganztaktpause wird abhängig von der Taktart entweder als Ganze oder Brevis-Pause gesetzt, zentriert im Takt.
\time 4/4 R1 | \time 6/4 R1*3/2 | \time 8/4 R1*2 |
In den Standardeinstellungen werden mehrtaktige Pausen ausgeschrieben gesetzt, sodass sie die entsprechende Anzahl von Takten einnehmen. Alternativ kann die mehrtaktige Pause aber auch nur in einem Takt angezeigt werden, der ein Mehrtaktpausensymbol beinhaltet, wobei die Anzahl der Takte der Pausendauer über dem Pausenzeichen ausgegeben wird:
% Default behavior \time 3/4 r2. | R2.*2 | \time 2/4 R2 | \time 4/4 % Rest measures contracted to single measure \compressFullBarRests r1 | R1*17 | R1*4 | % Rest measures expanded \expandFullBarRests \time 3/4 R2.*2 |
Textbeschriftung kann Mehrtaktpausen mit \markup
hinzugefügt werden. Ein
vordefinierte Befehl \fermataMarkup fügt eine
Fermate ein.
\compressFullBarRests
\time 3/4
R2.*10^\markup { \italic "ad lib." }
R2.^\fermataMarkup
Achtung: Beschriftungen, die an Mehrtaktpausen gehängt werden, sind
Objekte vom Typ MultiMeasureRestText, nicht vom Typ
TextScript. Änderungen etwa mit override
müssen auf das richtige Objekt gerichtet werden, damit sie
nicht ignoriert werden. Siehe auch das folgende Beispiel.
% This fails, as the wrong object name is specified \override TextScript.padding = #5 R1^"wrong" % This is the correct object name to be specified \override MultiMeasureRestText.padding = #5 R1^"right"
Wenn eine Mehrtaktpause direkt auf einen Auftakt mit \partial
folgt, werden möglicherweise daraus resultierende
Taktprüfungswarnungen nicht angezeigt.
Vordefinierte Befehle
\textLengthOn,
\textLengthOff,
\fermataMarkup,
\compressFullBarRests,
\expandFullBarRests.
Ausgewählte Schnipsel
Die Erscheinung von Pausentakten ändern
Wenn zehn oder weniger Pausentakte vorkommen, wird eine Reihe von Longa-
und Brevispausen (auch Kirchenpausen genannt) gesetzt, bei mehr Takten
wird eine Line mit der Taktanzahl ausgegeben. Der vorgegebene Wert von
zehn kann geändert werden, indem man die expand-limit-Eigenschaft
setzt:
\relative c'' {
\compressFullBarRests
R1*2 | R1*5 | R1*9
\override MultiMeasureRest.expand-limit = #3
R1*2 | R1*5 | R1*9
}
Positionierung von Ganztaktpausen
Anders als bei normalen Pausen gibt es keinen direkten Befehl, um die vertikale Position von Ganztaktpausen zu beeinflussen, indem man sie an eine Tonhöhe anhängt. In polyphoner Notation wird aber dennoch die Position der Pausen von geraden und ungeraden Stimmen voneinander unterschieden. Die Position von Ganztaktpausen kann wie folgt verändert werden:
\relative c'' {
% Multi-measure rests by default are set under the fourth line
R1
% They can be moved using an override
\override MultiMeasureRest.staff-position = #-2
R1
\override MultiMeasureRest.staff-position = #0
R1
\override MultiMeasureRest.staff-position = #2
R1
\override MultiMeasureRest.staff-position = #3
R1
\override MultiMeasureRest.staff-position = #6
R1
\revert MultiMeasureRest.staff-position
\break
% In two Voices, odd-numbered voices are under the top line
<< { R1 } \\ { a1 } >>
% Even-numbered voices are under the bottom line
<< { a1 } \\ { R1 } >>
% Multi-measure rests in both voices remain separate
<< { R1 } \\ { R1 } >>
% Separating multi-measure rests in more than two voices
% requires an override
<< { R1 } \\ { R1 } \\
\once \override MultiMeasureRest.staff-position = #0
{ R1 }
>>
% Using compressed bars in multiple voices requires another override
% in all voices to avoid multiple instances being printed
\compressFullBarRests
<<
\revert MultiMeasureRest.direction
{ R1*3 }
\\
\revert MultiMeasureRest.direction
{ R1*3 }
>>
}
Textbeschriftung und Mehrtaktpausen
Textbeschriftungen, die an Mehrtaktpausen gehängt wird, wird über oder unter der Pause zentriert. Lange Beschriftungen lassen den Takt nicht breiter werden. Um eine Mehrtaktpause einer Beschriftung anzupassen, muss eine unsichtbare Pause mit der Beschriftung direkt vor der Mehrtaktpause eingesetzt werden.
Man sollte beachten, dass unsichtbare Pausen automatische Taktstriche nach sich ziehen. Text, der an eine unsichtbare Pause gehängt wird, ist links ausgerichtet an der Position, wo die Pause erscheinen würde. Wenn aber die Länge des Taktes durch die Länge des Textes bestimmt wird, sieht es so aus, als ob der Text zentriert gesetzt ist.
\relative c' {
\compressFullBarRests
\textLengthOn
<>^\markup { [MAJOR GENERAL] }
R1*19
<>_\markup { \italic { Cue: ... it is yours } }
<>^\markup { A }
R1*30^\markup { [MABEL] }
\textLengthOff
c4^\markup { CHORUS } d f c
}
Siehe auch
Glossar: multi-measure rest.
Notationsreferenz: Tondauern, Text, Text formatieren, Textarten.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: MultiMeasureRest, MultiMeasureRestNumber, MultiMeasureRestText.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn man versucht, mit Fingersatz (etwa R1*10-4 Zahlen
über Ganztaktpausen zu setzen, kann die Zahl des Fingersatzes
(4) mit der Taktanzahl (10) zusammenstoßen.
Es gibt keine Möglichkeit, normale Pausen automatisch zu Ganztaktpausen zu reduzieren.
Ganztaktpausen werden bei der Vermeidung von Zusammenstößen nicht berücksichtigt.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Ganztaktpausen ] | [ Nach oben : Rhythmus ] | [ Taktangabe > ] | ||
1.2.3 Rhythmen anzeigen lassen
| Taktangabe | ||
| Metronomangabe | ||
| Auftakte | ||
| Musik ohne Metrum | ||
| Polymetrische Notation | ||
| Automatische Aufteilung von Noten | ||
| Melodierhythmus anzeigen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Rhythmen anzeigen lassen ] | [ Nach oben : Rhythmen anzeigen lassen ] | [ Metronomangabe > ] | ||
Taktangabe
Taktangaben werden wie folgt erstellt.
\time 2/4 c'2 \time 3/4 c'2.
Taktangaben werden zu Beginn eines Stückes gesetzt und immer dann, wenn sich die Taktart ändert. Wenn eine Änderung am Ende einer Zeile geschieht, wird eine warnende Taktangabe am Ende der Zeile ausgegeben. Dieses Verhalten kann verändert werden, siehe Sichtbarkeit von Objekten.
\time 2/4 c2 c \break c c \break \time 4/4 c c c c
Das Symbol für die Taktarten 2/2 und 4/4 kann in ein Zahlensymbol umgewandelt werden:
% Default style \time 4/4 c1 \time 2/2 c1 % Change to numeric style \numericTimeSignature \time 4/4 c1 \time 2/2 c1 % Revert to default style \defaultTimeSignature \time 4/4 c1 \time 2/2 c1
Symbole für Modus und Proprietas der mensuralen Notation werden behandelt unter Mensurale Taktartenbezeichnungen.
Zusätzlich zu der gedruckten Taktart werden mit der Definition des
Befehls \time auch die Standardwerte fürt die Eigenschaften
baseMoment, beatStructure und beamExtensions
gesetzt. Die vordefinierten Standardwerte für diese Eigenschaften
finden sich in ‘scm/time-signature-settings.scm’. Die existierenden
Standardwerte können verändert oder neue Standardwerte hinzugefügt
werden.
\score {
\new Staff {
\relative c' {
\overrideTimeSignatureSettings
4/4 % timeSignatureFraction
1/4 % baseMomentFraction
#'(3 1) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 4/4
\repeat unfold 8 { c8 } |
}
}
}
\overrideTimeSignatureSettings braucht fünf Argumente:
-
timeSignatureFraction(Taktart-Bruch), ein Bruch, der den Takt beschreibt. -
baseMomentFraction(Grundmoment-Bruch), ein Bruch, der den Zähler und Nenner der Grundschlageinheit der Taktart enhält. -
beatStructure(Taktzeit-Struktur), eine Scheme-Liste, die die Struktur der Taktschläge anzeigt, in Einheiten des Grundmoments. -
beamExceptions(Balken-Ausnahmen), eine Aliste, die alle Bebalkungsregeln für die Taktart enthält, außer dem Balken, der zum Taktende endet, wie beschrieben in Einstellung von automatischen Balken.
Der Kontext, der \overrideTimeSignatureSettings enthält, muss
begonnen sein, bevor \overrideTimeSignatureSettings aufgerufen
wird. Das heißt, dass er entweder explizit begonnen wird oder sich
Noten in dem Kontext befinen müssen, bevor
\overrideTimeSignatureSettings aufgerufen wird:
\score {
\relative c' {
% This call will fail because the context isn't yet instantiated
\overrideTimeSignatureSettings
4/4 % timeSignatureFraction
1/4 % baseMomentFraction
#'(3 1) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 4/4
c8^\markup {"Beamed (2 2)"}
\repeat unfold 7 { c8 } |
% This call will succeed
\overrideTimeSignatureSettings
4/4 % timeSignatureFraction
1/4 % baseMomentFraction
#'(3 1) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 4/4
c8^\markup {"Beamed (3 1)"}
\repeat unfold 7 { c8 } |
}
}
Veränderte Werte der Taktart-Eigenschaften können wieder auf den Standard zurückgesetzt werden:
\score{
\relative c' {
\repeat unfold 8 { c8 } |
\overrideTimeSignatureSettings
4/4 % timeSignatureFraction
1/4 % baseMomentFraction
#'(3 1) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 4/4
\repeat unfold 8 { c8 } |
\revertTimeSignatureSettings 4/4
\time 4/4
\repeat unfold 8 { c8 } |
}
}
Unterschiedliche Werte der Standard-Taktarteigenschaften für unterschiedliche
Notensysteme können eingerichtet werden, indem man den
Timing_translator und den Default_bar_line_engraver aus dem
Score-Kontext in den Staff-Kontext verschiebt.
\score {
\new StaffGroup <<
\new Staff {
\overrideTimeSignatureSettings
4/4 % timeSignatureFraction
1/4 % baseMomentFraction
#'(3 1) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 4/4
\repeat unfold 8 {c''8}
}
\new Staff {
\overrideTimeSignatureSettings
4/4 % timeSignatureFraction
1/4 % baseMomentFraction
#'(1 3) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 4/4
\repeat unfold 8 {c''8}
}
>>
\layout {
\context {
\Score
\remove "Timing_translator"
\remove "Default_bar_line_engraver"
}
\context {
\Staff
\consists "Timing_translator"
\consists "Default_bar_line_engraver"
}
}
}
Vordefinierte Befehle
\numericTimeSignature,
\defaultTimeSignature.
Ausgewählte Schnipsel
Time signature printing only the numerator as a number (instead of the fraction)
Sometimes, a time signature should not print the whole fraction (e.g.
7/4), but only the numerator (7 in this case). This can be easily done
by using \override Staff.TimeSignature.style = #'single-digit
to change the style permanently. By using \revert
Staff.TimeSignature.style, this setting can be reversed. To apply
the single-digit style to only one time signature, use the
\override command and prefix it with a \once.
\relative c'' {
\time 3/4
c4 c c
% Change the style permanently
\override Staff.TimeSignature.style = #'single-digit
\time 2/4
c4 c
\time 3/4
c4 c c
% Revert to default style:
\revert Staff.TimeSignature.style
\time 2/4
c4 c
% single-digit style only for the next time signature
\once \override Staff.TimeSignature.style = #'single-digit
\time 5/4
c4 c c c c
\time 2/4
c4 c
}
Siehe auch
Glossar: time signature
Notationsreferenz: Mensurale Taktartenbezeichnungen, Verwaltung der Zeiteinheiten.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: TimeSignature, Timing_translator.
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Metronomangabe
Eine Metronomanweisung wird wie folgt erstellt:
\tempo 4 = 120 c2 d e4. d8 c2
Metronombezeichnungen können auch für einen Zahlenbereich notiert werden:
\tempo 4 = 40 - 46 c4. e8 a4 g b,2 d4 r
Anstelle dessen kann auch Text als Argument angegeben werden:
\tempo "Allegretto" c4 e d c b4. a16 b c4 r4
Wenn eine Metronombezeichnung und Text kombiniert wird, wird die Metronombezeichnung automatisch in Klammern gesetzt:
\tempo "Allegro" 4 = 160 g4 c d e d4 b g2
Der Text kann ein beliebiges Textbeschriftungsobjekt sein:
\tempo \markup { \italic Faster } 4 = 132
a8-. r8 b-. r gis-. r a-. r
Eine Metronombezeichnung in Klammern ohne Text kann erstellt werden, indem eine leere Zeichenkette hinzugefügt wird:
\tempo "" 8 = 96 d4 g e c
Ausgewählte Schnipsel
Metronom- und Übungszeichen unter das System setzen
Normalerweise werden Metronom- und Übungszeichen über dem Notensystem ausgegeben.
Um sie unter das System zu setzen, muss die direction-Eigenschaft
von MetronomeMark oder RehearsalMark entsprechend verändert werden.
\layout { ragged-right = ##f }
{
% Metronome marks below the staff
\override Score.MetronomeMark.direction = #DOWN
\tempo 8. = 120
c''1
% Rehearsal marks below the staff
\override Score.RehearsalMark.direction = #DOWN
\mark \default
c''1
}
Das Tempo ohne Metronom-Angabe verändern
Um das Tempo für die MIDI-Ausgabe zu ändern, ohne eine Tempoangabe in den Noten auszugeben, kann die Metronombezeichnung unsichtbar gemacht werden:
\score {
\new Staff \relative c' {
\tempo 4 = 160
c4 e g b
c4 b d c
\set Score.tempoHideNote = ##t
\tempo 4 = 96
d,4 fis a cis
d4 cis e d
}
\layout { }
\midi { }
}
Eine Metronombezeichnung als Textbeschriftung erstellen
Neue Metronombezeichnungen können als Textbeschriftung erstellt werden, aber sie ändern nicht das Tempo für die MIDI-Ausgabe.
\relative c' {
\tempo \markup {
\concat {
(
\smaller \general-align #Y #DOWN \note #"16." #1
" = "
\smaller \general-align #Y #DOWN \note #"8" #1
)
}
}
c1
c4 c' c,2
}
Zu Einzelheiten siehe Text formatieren.
Siehe auch
Glossar: metronome, metronomic indication, tempo indication, metronome mark.
Notationsreferenz: Text formatieren, MIDI-Ausgabe.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: MetronomeMark.
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Auftakte
Verkleinerte Takte, wie etwa ein Auftakt, werden mit dem
Befehl \partial notiert, dessen Syntax lautet:
\partial Dauer
wobei Dauer die Länger der Noten darstellt,
bevor der nächste vollständige Takt beginnt:
\time 3/4 \partial 8 e8 | a4 c8 b c4 |
Die Dauer kan ein beliebiger Wert kleiner als der vollständige Takt sein.
\time 3/4 \partial 4. r4 e8 | a4 c8 b c4 |
\partial Dauer kann auch folgendermaßen geschrieben werden:
\set Timing.measurePosition -Länge der Dauer
So wird etwa aus \partial 8:
\time 3/4 \set Timing.measurePosition = #(ly:make-moment -1/8) e8 | a4 c8 b c4 |
Die Eigenschaft measurePosition (Takt-Position) enthält
eine rationale Zahl,
die anzeigt, wie groß der Abstand zum Taktanfang ist. Deshalb ist
sie eine negative Zahl; \partial 4 wird also intern übersetzt
zu -4 was soviel bedeutet wie:
„Eine Viertel bleibt übrig vom ganzen Takt.“
Siehe auch
Glossar: anacrusis.
Notationsreferenz: Verzierungen.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Timing_translator.
Bekannte Probleme und Warnungen
\partial ist nur für den Anfang eines Stückes vorgesehen. Wenn der
Befehl nach dem Anfang verwendet wird, können Warnungen oder Probleme
auftreten. In solchem Fall sollten Sie \set Timing.measurePosition
benutzen.
\time 6/8 \partial 8 e8 | a4 c8 b[ c b] | \set Timing.measurePosition = #(ly:make-moment -1/4) r8 e,8 | a4 c8 b[ c b] |
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| [ < Auftakte ] | [ Nach oben : Rhythmen anzeigen lassen ] | [ Polymetrische Notation > ] | ||
Musik ohne Metrum
In Musik mit Metrum werden Taktstriche automatisch eingefügt und Taktzahlen
automatisch berechnet. In Musik ohne Metrum hingegen (etwa Kadenzen) ist
das nicht gewollt und kann „ausgeschaltet“ werden mit dem Befehl
\cadenzaOn, um dann wieder zum normalen Verhalten mit
\cadenzaOff zurückzukehren.
c4 d e d \cadenzaOn c4 c d8[ d d] f4 g4. \cadenzaOff \bar "|" d4 e d c
Taktnummerierung wird am Ende der Kadenz wieder aufgenommen:
% Show all bar numbers \override Score.BarNumber.break-visibility = #all-visible c4 d e d \cadenzaOn c4 c d8[ d d] f4 g4. \cadenzaOff \bar "|" d4 e d c
Ein neuer Takt wird nie innerhalb der Kadenz begonnen, auch wenn einer
oder mehrere \bar-Befehle eingefügt ewrden. Darum müssen auch
Erinnerungsversetzungszeichen manuell eingefügt werden. Siehe
Versetzungszeichen.
c4 d e d \cadenzaOn cis4 d cis d \bar "|" cis4 d cis! d \cadenzaOff \bar "|"
Automatische Bebalkung wird durch \cadenzeOn ausgestellt. Darum müssen
alle Balken in Kadenzen manuell eingegeben werden (siehe Manuelle Balken).
\repeat unfold 8 { c8 }
\cadenzaOn
cis8 c c c c
\bar"|"
c8 c c
\cadenzaOff
\repeat unfold 8 { c8 }
Diese vordefinierten Befehle wirken sich auf alle Systeme in der
Partitur aus, auch wenn sie nur in einer einzigen Stimme notiert werden.
Um dieses Verhalten zu ändern, müsen Sie Timing_translator
aus dem Score-Kontext in den Staff-Kontext verschieben,
wie gezeigt in Polymetrische Notation.
Vordefinierte Befehle
\cadenzaOn,
\cadenzaOff.
Siehe auch
Glossar: cadenza.
Notationsreferenz: Sichtbarkeit von Objekten, Polymetrische Notation, Manuelle Balken, Versetzungszeichen.
Schnipsel: Rhythms.
Bekannte Probleme und Warnungen
Automatische Zeilen- und Seitenumbrüche werden nur an Taktstrichen vorgenommen, sodass „unsichtbare“ Taktstriche manuell eingefügt werden müssen, damit Umbrüche erlaubt werden:
\bar ""
Man muss explizit einen Voice-Kontext erstellen, wenn
man ein Stück mit cadenzaOn beginnen will, weil sonst
ein seltsamer Fehler auftreten kann.
\new Voice {
\relative c' {
\cadenzaOn
c16[^"Solo Free Time" d e f] g2.
\bar "||"
\cadenzaOff
}
}
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Musik ohne Metrum ] | [ Nach oben : Rhythmen anzeigen lassen ] | [ Automatische Aufteilung von Noten > ] | ||
Polymetrische Notation
Polymetrische Notation ist direkt unterstützt, oder indem man das sichtbare Taktart-Symbol verändert und zusätzlich die Notendauern skaliert.
Unterschiedliche Taktarten mit gleicher Taktlänge
Für jedes System wird eine gemeinsame Taktart gesetzt und dann
die Einstellung von timeSignatureFraction auf den gewünschten
Bruch geändert. Mit dem Befehl \scaleDurations werden
die Dauern der Noten auf jedem System dann auf die gemeinsame
Taktart skaliert. Siehe auch Tondauern skalieren.
In folgendem Beispiel werden Noten mit den Taktarten 3/4, 9/8 und 10/8 parallel notiert. Im zweiten System werden die gezeigten Dauern mit 2/3 multipliziert, da 2/3 x 9/8 = 3/4, und im dritten System werden die gezeigten Dauern mit 3/5 multipliziert, da 3/5 x 10/8 = 3/4. Oft wird es nötig sein, Balken manuell zu setzen, weil die Skalierung sich auch auf die automatische Bebalkung auswirkt.
\relative c' <<
\new Staff {
\time 3/4
c4 c c |
c4 c c |
}
\new Staff {
\time 3/4
\set Staff.timeSignatureFraction = 9/8
\scaleDurations 2/3
\repeat unfold 6 { c8[ c c] }
}
\new Staff {
\time 3/4
\set Staff.timeSignatureFraction = 10/8
\scaleDurations 3/5 {
\repeat unfold 2 { c8[ c c] }
\repeat unfold 2 { c8[ c] } |
c4. c4. \tuplet 3/2 { c8[ c c] } c4
}
}
>>
Unterschiedlichen Taktarten mit unterschiedlicher
Taktlänge
Jedes System kann auch eine eigene unabhängige Taktart erhalten.
Dazu muss der Timing_translator und der
Default_bar_line_engraver in den Staff-Kontext
verschoben werden.
\layout {
\context {
\Score
\remove "Timing_translator"
\remove "Default_bar_line_engraver"
}
\context {
\Staff
\consists "Timing_translator"
\consists "Default_bar_line_engraver"
}
}
% Now each staff has its own time signature.
\relative c' <<
\new Staff {
\time 3/4
c4 c c |
c4 c c |
}
\new Staff {
\time 2/4
c4 c |
c4 c |
c4 c |
}
\new Staff {
\time 3/8
c4. |
c8 c c |
c4. |
c8 c c |
}
>>
Zusammengesetzte Taktarten
Taktarten aus mehreren Teilen werden mit der Funktion
\compoundMeter erstellt. Die Syntax ist folgende:
\compoundMeter #'(Liste aus Listen)
Die einfachste Konstruktion ist eine einzige Liste, wobei die letzte Zahl den Nenner des Bruches darstellt, während die vorherkommenden Zahlen die Zähler sind.
\relative c' {
\compoundMeter #'((2 2 2 8))
\repeat unfold 6 c8 \repeat unfold 12 c16
}
Kompliziertere Taktarten können durch zusätzliche Listen erstellt werden (von Klammern abgegrenzt). Automatische Balken werden entsprechend der Werte angepasst.
\relative c' {
\compoundMeter #'((1 4) (3 8))
\repeat unfold 5 c8 \repeat unfold 10 c16
}
\relative c' {
\compoundMeter #'((1 2 3 8) (3 4))
\repeat unfold 12 c8
}
Siehe auch
Glossar: polymetric, polymetric time signature, meter.
Notationsreferenz: Taktangabe, Automatische Balken, Manuelle Balken, Tondauern skalieren.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: TimeSignature, Timing_translator, Default_bar_line_engraver, Staff.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn unterschiedliche Taktarten parallel benutzt werden, werden Noten auf demselben musikalischen Moment horizontal auf die gleiche Position gesetzt. Die unterschiedlichen Taktlinien führen allerdings dazu, dass die Noten nicht ganz so regelmäßig gesetzt werden, wie es ohne unterschiedliche Taktarten der Fall wäre.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Polymetrische Notation ] | [ Nach oben : Rhythmen anzeigen lassen ] | [ Melodierhythmus anzeigen > ] | ||
Automatische Aufteilung von Noten
Lange Noten, die über Taktlinien hinüberreichen, können
automatisch in übergebundene Noten aufgeteilt werden.
Dieses Verhalten erreicht man, indem der
Note_heads_engraver
mit dem
Completion_heads_engraver ausgetauscht wird. Auf
gleiche Art können lange Pausen, die über Taktgrenzen reichen, automatisch
aufgeteilt werden, indem man den Rest_engravermit dem
Completion_rest_engraver ersetzt. Im nächsten Beispiel werden
Noten und Pausen, die über die Taktlinie dauern, aufgeteilt; Noten
werden auch übergebunden.
\new Voice \with {
\remove "Note_heads_engraver"
\consists "Completion_heads_engraver"
\remove "Rest_engraver"
\consists "Completion_rest_engraver"
}
{ c2. c8 d4 e f g a b c8 c2 b4 a g16 f4 e d c8. c2 r1*2 }
Dieser Engraver teilt alle Noten und Pausen auf, die über eine Taktlinie dauern und fügt für Noten Bindebögen hinzu. Er kann unter Anderem dann nützlich sein, wenn man komplexe Partituren auf Fehler überprüfen möchte: Wenn die Takte nicht vollständig gefüllt sind, zeigt die Überbindung genau an, wie viele Notenwerte noch in dem jeweiligen Takt fehlen.
Siehe auch
Glossar: tie
Handbuch zum Lernen: Was sind Engraver?, Engraver hinzufügen und entfernen.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Note_heads_engraver, Completion_heads_engraver, Rest_engraver, Completion_rest_engraver. Forbid_line_break_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Nicht alle Notenwerte (besonders wenn sie andere rhythmische Aufteilungen beinhalten) können exakt durch normale Noten und Punktierungen wiedergegeben werden. Der Engraver setzt aber trotzdem keine Triolen etc.
Completion_heads_engraver wirkt sich nur auf Noten aus;
Pausen werden nicht aufgeteilt.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Automatische Aufteilung von Noten ] | [ Nach oben : Rhythmen anzeigen lassen ] | [ Balken > ] | ||
Melodierhythmus anzeigen
Manchmal soll nur der Rhythmus einer Melodie dargestellt werden. Das erreicht man mit einem Rhythmus-Notensystem. Alle Tonhöhen werden auf eine Linie reduziert und das System hat auch nur eine einzige Linie.
<<
\new RhythmicStaff {
\new Voice = "myRhythm" {
\time 4/4
c4 e8 f g2
r4 g g f
g1
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "myRhythm" {
This is my song
I like to sing
}
}
>>
Akkordnotation für Gitarren bezeichnet auch oft zusätzlich den
geschlagenen Rhythmus. Das kann notiert werden unter Verwendung
des Pitch_squash_engraver und indem Tonhöhenimprovisation
eingeschaltet wird mit \improvisationOn.
<<
\new ChordNames {
\chordmode {
c1 f g c
}
}
\new Voice \with {
\consists "Pitch_squash_engraver"
} \relative c'' {
\improvisationOn
c4 c8 c c4 c8 c
f4 f8 f f4 f8 f
g4 g8 g g4 g8 g
c4 c8 c c4 c8 c
}
>>
Vordefinierte Befehle
\improvisationOn,
\improvisationOff.
Ausgewählte Schnipsel
Schlagrhythmus für Gitarren
In Gitarrennotation kann neben Melodie, Akkordbezeichnungen und Bunddiagrammen auch der Schlagrhythmus angegeben werden.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
<<
\new ChordNames {
\chordmode {
c1 | f | g | c
}
}
\new FretBoards {
\chordmode {
c1 | f | g | c
}
}
\new Voice \with {
\consists "Pitch_squash_engraver"
} {
\relative c'' {
\improvisationOn
c4 c8 c c4 c8 c
f4 f8 f f4 f8 f
g4 g8 g g4 g8 g
c4 c8 c c4 c8 c
}
}
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
c2 e4 e4
f2. r4
g2. a4
e4 c2.
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
This is my song.
I like to sing.
}
}
>>
Siehe auch
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: RhythmicStaff, Pitch_squash_engraver.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Melodierhythmus anzeigen ] | [ Nach oben : Rhythmus ] | [ Automatische Balken > ] | ||
1.2.4 Balken
| Automatische Balken | ||
| Einstellung von automatischen Balken | ||
| Manuelle Balken | ||
| Gespreizte Balken |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Automatische Balken
LilyPond setzt Balken (engl. beam) automatisch.
\time 2/4 c8 c c c \time 6/8 c8 c c c8. c16 c8
Wenn diese automatischen Entscheidungen nicht gut genug sind, können die Balken auch explizit eingegeben werden, siehe Manuelle Balken. Balken müssen auch auf diese Weise eingegeben werden, wenn sie über Pausen hinwegreichen sollen.
Wenn automatische Bebalkung nicht benötigt wird, kann sie mit dem Befehl \autoBeamOff
aufgehoben werden und mit dem Befehl \autoBeamOn wieder
eingeschaltet werden.
c4 c8 c8. c16 c8. c16 c8 \autoBeamOff c4 c8 c8. c16 c8. \autoBeamOn c16 c8
Achtung: Wenn Balken eingesetzt werden, um Melismen in Gesang zu notieren,
sollte die automatische Bebalkung mit autoBeamOff ausgeschaltet
werden und die Balken manuell notiert werden. Die Benutzung von
\partcombine zusammen mit \autoBeamOff kann zu
unbeabsichtigten Ergebnissen führen. Siehe die Schnipsel für mehr
Information.
Balkenmuster, die sich von den automatisch erstellen unterscheiden, können erstellt werden, siehe Einstellung von automatischen Balken.
Vordefinierte Befehle
\autoBeamOff,
\autoBeamOn.
Ausgewählte Schnipsel
Balken über Zeilenumbrüche
Zeilenumbrüche sind normalerweise während Balken verboten. Das kann geändert werden.
\relative c'' {
\override Beam.breakable = ##t
c8 c[ c] c[ c] c[ c] c[ \break
c8] c[ c] c[ c] c[ c] c
}
Balken für weit auseinander liegende Noten ändern
Balken mit Hälsen in unterschiedliche Richtungen werden automatisch
erstellt, wenn ein großer Sprung zwischen Tonhöhen gefunden wird. Dieses
Verhalten kann durch die auto-knee-gap-Eigenschaft beeinflusst
werden. Ein derartiger Knie-Balken wird erstellt, wenn der Abstand größer
ist als der Wert von auto-knee-gap plus der Dicke des Balkens
(was von der Notendauer und der Neigung des Balkens abhängt). Der
Standardwert von auto-knee-gap ist 5.5 Notensystemabstände.
{
f8 f''8 f8 f''8
\override Beam.auto-knee-gap = #6
f8 f''8 f8 f''8
}
Partcombine und autoBeamOff
Die Funktionsweise von \autoBeamOff, wenn es zusammen mit
\partcombine eingesetzt wird, kann schwer zu verstehen sein.
Es kann besser sein, anstatt dessen
\set Staff.autobeaming = ##f
zu benutzen, um sicherzustellen, dass die automatische Bebalkung für das gesamte System ausgeschaltet ist.
\partcombine funktioniert offensichtlich mit 3 Stimme (Hals nach oben
einfach, Hals nach unten einfach, Hals nach oben kombiniert).
Ein \autoBeamOff-Befehl im ersten Argument von \partcombine
gilt für die Stimme, die zu dem Zeitpunkt aktiv ist, an dem der Befehl
verarbeitet wird, entweder für Hals nach oben, nach unten oder Hals nach
oben kombiniert. Ein \autoBeamOff-Befehl im zweiten Argument gilt
für die Stimme, die mit Hals nach unten einfach ist.
Um \autoBeamOff zu benutzen, damit alle automatischen Balken aufhören,
wenn man es mit \partcombine verwendet, muss \autoBeamOff
dreimal aufgerufen werden.
{
%\set Staff.autoBeaming = ##f % turns off all autobeaming
\partcombine
{
\autoBeamOff % applies to split up stems
\repeat unfold 4 a'16
%\autoBeamOff % applies to combined up stems
\repeat unfold 4 a'8
\repeat unfold 4 a'16
}
{
\autoBeamOff % applies to down stems
\repeat unfold 4 f'8
\repeat unfold 8 f'16 |
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Manuelle Balken, Einstellung von automatischen Balken.
Installierte Dateien: ‘scm/auto-beam.scm’.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Auto_beam_engraver, Beam_engraver, Beam, BeamEvent, BeamForbidEvent, beam-interface, unbreakable-spanner-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Eigenschaften eines Balkens werden am Beginn seiner Konstruktion bestimmt. Alle zusätzlichen Änderungen der Balkeneigenschaften, die auftreten, bevor der Balken zuende ist, werden nicht ausgewertet, bevor nicht der nächste Balken beginnt.
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Einstellung von automatischen Balken
Wenn die automatischen Balken angeschaltet sind, wird die Platzierung der
automatischen Balken von drei Kontexteigenschaften bestimmt:
baseMoment, beatStructure und beamExceptions.
Wenn eine beamExceptions-Regel für die aktuelle Taktart definiert ist,
wird diese Regel zur Bestimmmung der Balkenplatzierung herangezogen. Wenn keine
beamExceptions-Regel für die aktuelle Taktart vorhanden ist, wird
die Platzierung der Balken durch die Einstellungen von baseMoment
und beatStructure bestimmt.
Standardmäßig sind beamExceptions-Regel für alle häufigen Taktarten
vordefiniert, sodass die beamExceptions-Regeln deaktiviert werden
müssen, wenn die Balkenplatzierung aufgrund von baseMoment und
beatStructure stattfinden soll. Die beamExceptions-Regeln werden
deaktiviert durch
\set Timing.beamExceptions = #'()
Bebalkung basierend auf baseMoment und beatStructure
In den meisten Fällen enden automatische Balken am Ende eines Taktes.
Die Endpunkte für Schläge werden durch die Kontexteigenschaften
baseMoment und beatStructure bestimmt. beatStructure
ist eine Scheme-Liste, die die Länge jedes Schlages im Takt in
Einheiten von baseMoment angibt. Der Standard von
baseMoment ist Eins durch den Numerator der Taktangabe. Der
Standardwert jeder Längeneinheit baseMoment ist ein
einzelner Taktschlag.
\time 5/16 c16^"default" c c c c | \set Timing.beatStructure = #'(2 3) c16^"(2+3)" c c c c | \set Timing.beatStructure = #'(3 2) c16^"(3+2)" c c c c |
Wenn eine häufige Taktart benützt wird, muss beamExceptions
deaktiviert werden, damit beatStructure funktionieren kann.
Der \set Timing.beamExceptions = #'()-Befehl kann immer eingefügt
werden, wenn die Bebalkung von beatStructure bestimmt werden soll.
\time 4/4 a8^"default" a a a a a a a \set Timing.baseMoment = #(ly:make-moment 1/4) \set Timing.beatStructure = #'(1 1 1 1) a8^"no change" a a a a a a a \set Timing.beamExceptions = #'() \set Timing.baseMoment = #(ly:make-moment 1/4) \set Timing.beatStructure = #'(1 1 1 1) a8^"changed" a a a a a a a
Balkenregelveränderungen können auf bestimmte Kontexte beschränkt werden. Wenn keine Regeln in einen unteren Kontext definiert sind, gelten die Regeln des höheren Kontext, in dem sich der niedrigere befindet.
\new Staff <<
\time 7/8
\set Staff.beatStructure = #'(2 3 2)
\new Voice = one {
\relative c'' {
a8 a a a a a a
}
}
\new Voice = two {
\relative c' {
\voiceTwo
\set Voice.beatStructure = #'(1 3 3)
f8 f f f f f f
}
}
>>
Wenn mehrere Stimmen eingesetzt werden, muss der Staff-Kontext
definiert werden, wenn die Balkenregeln auf alle Stimmen des
Systems angewendet werden sollen:
\time 7/8
% rhythm 3-1-1-2
% Context applied to Voice by dafault -- does not work correctly
% Because of autogenerated voices, all beating will
% be at baseMoment (1 . 8)
\set beatStructure = #'(3 1 1 2)
<< {a8 a a a16 a a a a8 a} \\ {f4. f8 f f f} >>
% Works correctly with context Staff specified
\set Staff.beatStructure = #'(3 1 1 2)
<< {a8 a a a16 a a a a8 a} \\ {f4. f8 f f f} >>
Der Wert von baseMoment kann angepasst werden, um das
Bebalkungsverhalten zu ändern, wenn gewünscht. In diesem Fall
muss der Wert von beatStructure so gesetzt werden, dass
er kompatibel mit dem neuen Wert von baseMoment ist.
\time 5/8
\set Timing.baseMoment = #(ly:make-moment 1/16)
\set Timing.beatStructure = #'(7 3)
\repeat unfold 10 { a16 }
baseMoment ist ein Moment, eine Einheit an musikalischer
Dauer. Eine Anzahl vom Typus Moment wird durch die Scheme-Funktion
ly:make-moment erstellt. Zu mehr Information über diese Funktion
siehe Verwaltung der Zeiteinheiten.
Der Standardwert von baseMoment ist Eins durch den Denominator
der Taktangabe. Alle Ausnahmen dieses Standards finden sich in der Datei
‘scm/time-signature-settings.scm’.
Bebalkung basierend auf beamExceptions
Besondere automatische Bebalkungsregeln (außer dass ein Balken auf einem
Taktschlag aufhört) sind in der beamExceptions-Eigenschaft
definiert.
\time 3/16
\set Timing.beatStructure = #'(2 1)
\set Timing.beamExceptions =
#'( ;start of alist
(end . ;entry for end of beams
( ;start of alist of end points
((1 . 32) . (2 2 2)) ;rule for 1/32 beams -- end each 1/16
))) %close all entries
c16 c c |
\repeat unfold 6 { c32 } |
beamExceptions ist eine Aliste mit einem Schlüssel der Regeltypen
(rule-type) und einem Wert der Bebalkungsregeln (beaming-rules).
Im Moment ist der einzige mögliche rule-type 'end für ein
Balkenende.
Beaming-rules ist eine Scheme-Aliste (oder eine paarige Liste), die den Balkentyp und die Gruppierung anzeigt, die auf Balken angewendet werden, welche Noten mit einer kürzesten Dauer des Balkentyps enthalten.
#'((beam-type1 . grouping-1) (beam-type2 . grouping-2) (beam-type3 . grouping-3))
Beam-type ist ein Scheme-Paar, das die Dauer eines Balkens anzeigt,
etwa (1 . 16) für ein Sechszehntel.
Grouping ist eine Scheme-Liste, die die auf den Balken anzuwendene Gruppierung anzeigt. Die Gruppierung wird in Einheiten des Balkentyps angegeben.
Achtung: Ein beamExceptions-Wert muss eine vollständige
Ausnahme-Liste sein. Das heißt, dass jede Ausnahme, die angewendet werden
soll, auch in die Einstellungen mit aufgenommen werden muss. Es ist nicht
möglich, nur eine der Einstellungen zu ändern, zu entfernen oder hinzuzufügen.
Das mag seltsam erscheinen, bedeutet aber, dass die aktuellen
Balkenregeln bekann sein müssen, um ein neues Bebalkungsmuster definieren zu können.
Wenn die Taktart geändert wird, werden neue Standardwerte für
Timing.baseMoment, Timing.beatStructure und
Timing.beamExceptions definiert. Wenn die Taktart
definiert wird, werden die automatischen Bebalkungsregeln für den
Timing-Kontext auf den Standard zurückgesetzt.
\time 6/8
\repeat unfold 6 { a8 }
% group (4 + 2)
\set Timing.beatStructure = #'(4 2)
\repeat unfold 6 { a8 }
% go back to default behavior
\time 6/8
\repeat unfold 6 { a8 }
Die automatischen Standardeinstellungen für die Bebalkung einer Taktart werden in der Datei ‘scm/time-signature-settings.scm’ bestimmt. Änderungen der automatischen Bebalkungsregeln für eine Taktart werden in Taktangabe beschrieben.
Die meisten automatischen Bebalkungsregeln für eine Taktart enthalten einen
Eintrag für beamExceptions. Beispielsweise wird in einem 4/4-Takt
versucht, den Takt in zwei Hälfen zu teilen, wenn nur Achtelnoten vorkommen.
Die beamExceptions-Regel kann die beatStructure-Einstellung
überschreiben, wenn beamExceptions nicht zurückgesetzt wird:
\time 4/4
\set Timing.baseMoment = #(ly:make-moment 1/8)
\set Timing.beatStructure = #'(3 3 2)
% This won't beam (3 3 2) because of beamExceptions
\repeat unfold 8 {c8} |
% This will beam (3 3 2) because we clear beamExceptions
\set Timing.beamExceptions = #'()
\repeat unfold 8 {c8}
Auf gleiche Art werden Achtelnoten im 3/4-Takt über den ganzen Takt hin
mit Balken versehen. Damit Achtelnoten im 3/4-Takt auf jedem Schlag
einen neuen Balken erhalten, muss beamExceptions verändert werden:
\time 3/4
% by default we beam in (6) due to beamExceptions
\repeat unfold 6 {a8} |
% This will beam (1 1 1) due to beatLength
\set Timing.beamExceptions = #'()
\repeat unfold 6 {a8}
In Notenstichen der romantischen und klassischen Periode wird teilweise auch
ein halber Takt Achtelnoten im 3/4-Takt mit einem Balken versehen, moderner
Notenstich vermeidet dies jedoch, um nicht den falschen Eindruck eines
6/8-Taktes entstehen zu lassen (siehe Gould, S. 153). Eine ähnliche Situation
entsteht im 3/8-Takt. Dieses Verhalten wird durch
die Eigenschaft beamHalfMeasure bestimmt, welche sich nur auf
Takte mit einer 3 im Zähler auswirkt:
\time 3/4 r4. a8 a a | \set Timing.beamHalfMeasure = ##f r4. a8 a a |
Wie die automatische Bebalkung funktioniert
Wenn die automatische Bebalkung aktiviert ist, wird die Platzierung
der automatischen Balken durch die Kontexteigenschaften
baseMoment, beatStructure und beamExceptions
bestimmt.
Die folgenden Regeln, in der Reihenfolge ihrer Priorität, gelten, wenn das Aussehen der Balken bestimmt wird:
-
Wenn ein manueller Balken mit
[...]definiert ist, wird er gesetzt, andernfalls -
wenn eine Balkenendung-Regel für den Balkentyp in
beamExceptionsdefiniert ist, wird sie verwendet, um die gültigen Plätze für Balkenenden zu berechnen, andernfalls -
wenn eine Balkenendung-Regel für einen größeren Balkentyp
in
beamExceptionsdefiniert ist, wird sie verwendet, um die gültigen Plätze für Balkenenden zu berechnen, andernfalls -
benutze die Werte von
baseMomentundbeatStructure, um die Enden der Balken im Takt zu definieren und beende Balken am Ende jedes Taktes.
In den oben genannten Regeln ist der Balkentyp die Dauer der kürzesten Note der bebalkten Gruppe.
Die Standardbebalkungsregeln finden sich in der Datei ‘scm/time-signature-settings.scm’.
Ausgewählte Schnipsel
Subdividing beams
The beams of consecutive 16th (or shorter) notes are, by default, not
subdivided. That is, the three (or more) beams stretch unbroken over
entire groups of notes. This behavior can be modified to subdivide the
beams into sub-groups by setting the property subdivideBeams.
When set, multiple beams will be subdivided at intervals defined by the
current value of baseMoment by reducing the multiple beams to
just one beam between the sub-groups. Note that baseMoment
defaults to one over the denominator of the current time signature if
not set explicitly. It must be set to a fraction giving the duration of
the beam sub-group using the ly:make-moment function, as shown
in this snippet. Also, when baseMoment is changed,
beatStructure should also be changed to match the new
baseMoment:
\relative c'' {
c32[ c c c c c c c]
\set subdivideBeams = ##t
c32[ c c c c c c c]
% Set beam sub-group length to an eighth note
\set baseMoment = #(ly:make-moment 1/8)
\set beatStructure = #'(2 2 2 2)
c32[ c c c c c c c]
% Set beam sub-group length to a sixteenth note
\set baseMoment = #(ly:make-moment 1/16)
\set beatStructure = #'(4 4 4 4)
c32[ c c c c c c c]
}
Bebalkung nach Taktschlag
Sekundäre Balken können in die Richtung gesetzt werden, die ihrer rhythmischen Zugehörigkeit entspricht. Der erste Balken ist zusammengefasst (Standard), der zweite Sechszehntelbalken zeigt den Taktschlag an.
\relative c'' {
\time 6/8
a8. a16 a a
\set strictBeatBeaming = ##t
a8. a16 a a
}
Dirigierzeichen, Taktgruppenzeichen
Optionen, mit denen die Balken in einem Takt gruppiert werden, sind
durch die Scheme-Funktion set-time-signature erhältlich, die
drei Argumente braucht: Die Zahl der Taktschläge, die Länge des
Schlages und die interne gruppieren von Balken in dem Takt. Wenn der
Measure_grouping_engraver hinzugefügt worden ist, erstellt
diese Funktion auch MeasureGrouping-(Taktgruppen)-Zeichen. Derartige
Zeichen erleichtern das Lesen von rhythmisch komplexer Musik. In dem
Beispiel ist der 9/8-Takt in 2, 2, 2 und 3 aufgeteilt. Das wird
der set-time-signature-Funktion als das dritte Argument mitgegeben:
'(2 2 2 3):
\score {
\new Voice \relative c'' {
\time 9/8
g8 g d d g g a( bes g) |
\set Timing.beatStructure = #'(2 2 2 3)
g8 g d d g g a( bes g) |
\time #'(4 5) 9/8
g8 g d d g g a( bes g) |
\time 5/8
a4. g4 |
}
\layout {
\context {
\Staff
\consists "Measure_grouping_engraver"
}
}
}
Balkenenden auf Score-Ebene
Balkenenderegeln, die im Score-Kontext definiert werden, wirken
sich auf alle Systeme aus, können aber auf Staff- und
Voice-Ebene neu verändert werden:
\relative c'' {
\time 5/4
% Set default beaming for all staves
\set Score.baseMoment = #(ly:make-moment 1/8)
\set Score.beatStructure = #'(3 4 3)
<<
\new Staff {
c8 c c c c c c c c c
}
\new Staff {
% Modify beaming for just this staff
\set Staff.beatStructure = #'(6 4)
c8 c c c c c c c c c
}
\new Staff {
% Inherit beaming from Score context
<<
{
\voiceOne
c8 c c c c c c c c c
}
% Modify beaming for this voice only
\new Voice {
\voiceTwo
\set Voice.beatStructure = #'(6 4)
a8 a a a a a a a a a
}
>>
}
>>
}
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘scm/beam-settings.scm’.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Auto_beam_engraver, Beam, BeamForbidEvent, beam-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn eine Partitur endet, während ein automatischer Balken noch
nicht beendet wurde und weiterhin Noten erwartet, wird dieser
letzte Balken nicht ausgegeben. Das Gleiche gilt auch für
polyphone Stimmen, die mit der
<< … \\ … >>-Konstruktion notiert wurden. Wenn eine
polyphone Stimme endet, während ein Balken noch weitere Noten
erwartet, wird der Balken nicht gesetzt. Eine Notlösung für
dieses Probelm ist, den letzten Balken in der Stimme oder
Partitur manuell zu setzen.
Die Standardeinstellungen weisen den dem
Score-Kontext zu. Das bedeutet, dass das Setzen der
Taktart (time signature) in einem System sich auch auf die Bebalkung
der anderen Systeme auswirkt. Darum verändert eine neue Taktart in einem
späteren System auch alle früher vorgenommenen eigenen Einstellungen
der Bebalkung eines anderen Systems. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu
vermeiden, ist es, die Taktart nur in einem System zu setzen.
<<
\new Staff {
\time 3/4
\set Timing.baseMoment = #(ly:make-moment 1/8)
\set Timing.beatStructure = #'(1 5)
\repeat unfold 6 { a8 }
}
\new Staff {
\repeat unfold 6 { a8 }
}
>>
Die Standardbebalkungsregeln für die Taktart können auch verändert werden, sodass die gewünschte Bebalkung immer benützt wird. Veränderungen der automatischen Bebalkungsregeln für eine Taktart sind in Taktangabe beschrieben.
<<
\new Staff {
\overrideTimeSignatureSettings
3/4 % timeSignatureFraction
1/8 % baseMomentFraction
#'(1 5) % beatStructure
#'() % beamExceptions
\time 3/4
\repeat unfold 6 { a8 }
}
\new Staff {
\time 3/4
\repeat unfold 6 { a8 }
}
>>
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Manuelle Balken
In einigen Fällen kann es nötig sein, den automatischen Algorithmus
für die Balken zu überschreiben. Die automatischen Balken werden
beispielsweise nicht über Pausen oder Taktlinien hinweg gesetzt, und
in Gesang werden die Balken oft nach dem Rhythmus des Textes und
nicht dem der Musik gesetzt.
Manuell definierte Balken werden mit den Zeichen [ und
] (AltGr+8 bzw. 9) markiert.
r4 r8[ g' a r] r g[ | a] r
Die Richtung von Balken kann mit den Richtungszeichen verändert werden:
c8^[ d e] c,_[ d e f g]
Einzelne Noten können mit dem Befehl \noBeam markiert werden,
damit sie nicht mit einem Balken versehen werden.
\time 2/4 c8 c\noBeam c c
Balken von Verzierungsnoten und normale Balken können gleichzeitig gesetzt werden. Unbebalkte Verzierungen werden nicht innerhalb von normalen Balken gesetzt.
c4 d8[
\grace { e32 d c d }
e8] e[ e
\grace { f16 }
e8 e]
Noch bessere manuelle Kontrolle über die Balken kann durch Setzen
der Eigenschaften stemLeftBeamCount und
stemRightBeamCount erreicht werden. Sie bestimmen
die Anzahl von Balken, die rechts und links vom Hals der nächsten
Note gesetzt werden sollen. Wenn eine Eigenschaften gesetzt ist,
wird ihr Wert nur einmal eingesetzt und dann wieder auf Null gesetzt.
Im folgenden Beispiel hat das letzte f nur einen Balken
an seiner linken Seite (der als Achtelbalken der gesamten
Gruppe gewertet wird).
a8[ r16 f g a] a8[ r16 \set stemLeftBeamCount = #2 \set stemRightBeamCount = #1 f16 \set stemLeftBeamCount = #1 g16 a]
Ausgewählte Schnipsel
Gerade Fähnchen und überstehende Balkenenden
Gerade Fähnchen an einzelnen Noten und überstehende Balkenenden bei
bebalkten Notengruppen sind möglich mit einer Kombination aus
stemLeftBeamCount, stemRightBeamCount und Paaren von
[]-Balkenbegrenzungen.
Für gerade Fähnchen, die nach rechts zeigen, kann [] eingesetzt
werden und stemLeftBeamCount auf Null gesetzt werden (wie
Bsp. 1).
Für gerade Fähnchen, die nach links zeigen, muss stemRightBeamCount
eingesetzt werden (Bsp. 2).
Für überstehende Balkenenden nach rechts muss stemRightBeamCount
auf einen positiven Wert gesetzt werden, für Balkenenden, die nach links
zeigen benutzt man stemLeftBeamCount (Bsp. 3).
Manchmal können einzelne Noten, die von Pausen umgeben sind, auch Balkenenden
in beide Richtungen tragen. Das geschieht mit []-Klammern (Bsp. 4).
(\set stemLeftBeamCount entspricht immer dem Befehl
\once \set. Anders gesagt müssen die Einstellungen immer wieder
wiederholt werden und die Fähnchen des letzten Sechzehntels im letzten
Beispiel haben nichts mit dem \set-Befehl zwei Noten vorher zu tun.)
\score {
<<
% Example 1
\new RhythmicStaff {
\set stemLeftBeamCount = #0
c16[]
r8.
}
% Example 2
\new RhythmicStaff {
r8.
\set stemRightBeamCount = #0
c16[]
}
% Example 3
\new RhythmicStaff {
c16 c
\set stemRightBeamCount = #2
c16 r r
\set stemLeftBeamCount = #2
c16 c c
}
% Example 4
\new RhythmicStaff {
c16 c
\set stemRightBeamCount = #2
c16 r
c16[]
r16
\set stemLeftBeamCount = #2
c16 c
}
>>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Richtung und Platzierung, Verzierungen.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Beam, BeamEvent, Beam_engraver, beam-interface, Stem_engraver.
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Gespreizte Balken
Gespreizte Balken werden teilweise eingesetzt um anzuzeigen, dass
kleine Notengruppen in beschleunigendem oder verlangsamendem Tempo
gespielt werden sollen, ohne dass sich das Tempo des Stückes
verändert. Die Reichweite der gespreizten Balken muss manuell
mit [ und ] angegeben werden und die Spreizung wird
kontrolliert, indem der Balken-Eigenschaft grow-direction
eine Richtung zugewiesen wird.
Wenn die Anordnung der Noten und die MIDI-Ausgabe das Ritardando
oder Accelerando, wie es die Spreizung angibt, reflektieren soll,
müssen die Noten als ein musikalischer Ausdruck notiert werden,
der von geschweiften Klammern umgeben ist und dem ein
featheredDurations-(gespreizteDauern)-Befehl vorangestellt
ist, der das Verhältnis der ersten und letzten Dauer definiert.
Die eckigen Klammern geben die Reichweite des Balkens an und die geschweiften Klammern zeigen, auf welche Noten sich die Veränderung der Dauern auswirkt. Normalerweise bezieht sich das auf die selbe Notengruppe, aber das ist nicht unbedingt erforderlich: beide Befehle sind unabhängig voneinander.
Im folgenden Beispiel nehmen die acht 16-Noten exakt die gleiche Zeit ein wie eine halbe Note, aber die erste Note ist halb so lang wie die letzte der Gruppe, und die Noten dazwischen werden stufenweise verlängert. Die ersten vier 32-Noten beschleunigen stufenweise das Tempo, während die darauffolgenden vier 32-Noten ein gleichmäßiges Tempo haben.
\override Beam.grow-direction = #LEFT
\featherDurations #(ly:make-moment 2/1)
{ c16[ c c c c c c c] }
\override Beam.grow-direction = #RIGHT
\featherDurations #(ly:make-moment 2/3)
{ c32[ d e f] }
% revert to non-feathered beams
\override Beam.grow-direction = #'()
{ g32[ a b c] }
Die Platzierung der Noten im Druckbild entspricht den Notendauern nur annähernd, aber die MIDI-Ausgabe ist exakt.
Vordefinierte Befehle
\featherDurations.
Siehe auch
Snippets: Rhythms.
Bekannte Probleme und Warnungen
Der \featherDurations-Befehl funktioniert nur mit kurzen
Notenabschnitten, und wenn die Zahlen in den Brüchen klein
sind.
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1.2.5 Takte
| Taktstriche | ||
| Taktzahlen | ||
| Takt- und Taktzahlüberprüfung | ||
| Übungszeichen |
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Taktstriche
Taktstriche trennen Takte voneinander, werden aber auch verwendet, um Wiederholungen anzuzeigen. Normalerweise werden sie automatisch nach Vorgabe der aktuellen Taktart eingefügt.
Die einfachen, automatisch eingefügten Taktstriche können mit dem
\bar-Befehl geändert werden. Eine doppelter Taktstrich etwa
wird normalerweise am Ende eines Stückes gesetzt:
e4 d c2 \bar "|."
Es ist kein Fehler, wenn die letzte Note in einem Takt nicht zum automatisch eingefügten Taktstrich aufhört: es wird angenommen, dass die Note im nächsten Takt weitergeht. Wenn aber eine ganze Reihe solcher überlappenden Takte auftritt, können die Noten gedrungen aussehen oder sogar über den Seitenrand hinausragen. Das kommt daher, dass Zeilenumbrüche nur dann vorgenommen werden, wenn ein vollständiger Takt auftritt, also ein Takt, an dem alle Noten vor dem Taktstrich zu Ende sind.
Achtung: Eine falsche Dauer kann bewirken, dass Zeilenumbrüche verhindert werden, woraus resultiert, dass die Noten entweder sehr stark gedrängt auf der Zeile notiert werden, oder die Zeile über den Seitenrand hinausragt.
Zeilenumbrüche werden erlaubt, wenn ein Taktstrich manuell eingefügt wird, auch, wenn es sich um keinen vollständigen Takt handelt. Um einen Zeilenumbruch zu erlauben, ohne den Taktstrich auszugeben, kann
\bar ""
benutzt werden. Damit wird ein unsichtbarer Taktstrich an dieser Stelle eingefügt und damit ein Zeilenumbruch erlaubt (aber nicht erzwungen), ohne dass sich die Anzahl der Takte erhöhen würde. Um einen Zeilenumbruch zu erzwingen, siehe Zeilenumbrüche.
Diese Taktstrichart und auch andere besondere Taktstriche können manuell an jeder Stelle in der Partitur eingefügt werden. Wenn sie mit dem Ende eines Taktes übereinstimmen, wird der automatische Taktstrich durch den manuellen ersetzt. Diese manuellen Einfügungen haben keine Auswirkung auf die Zählung und Position der folgenden automatischen Taktstriche.
Dabe gilt zu beachten, dass manuell gesetzten Taktstriche nur visuell sichtbar sind. Sie wirken sich auf keine der Eigenschaften aus, die ein normaler Taktstrich beeinflussen würde, wie etwa Taktzahlen, Versetzungszeichen, Zeilenumbrüche usw. Sie beeinflussen auch nicht die Berechnung und Platzierung von weiteren automatischen Taktstrichen. Wenn ein manueller Taktstrich dort gesetzt wird, wo ein automatischer Taktstrich sowieso wäre, werden die Auswirkungen des originalen Taktstriches nicht verändert.
Manuell können zwei einfache Taktstriche und zusätzlich fünf Arten eines doppelten Taktstriches gesetzt werden:
f1 \bar "|" f1 \bar "." g1 \bar "||" a1 \bar ".|" b1 \bar ".." c1 \bar "|.|" d1 \bar "|." e1
Zusätzlich gibt es noch punktierte und gestrichelte Taktstriche:
f1 \bar ";" g1 \bar "!" a1
und fünf unterschiedliche Wiederholungstaktstriche:
f1 \bar ".|:" g \bar ":..:" a \bar ":|.|:" b \bar ":|.:" c \bar ":|." d
Zusätzlich kann eine Taktlinie mit einem einfachen Apostroph gesetzt werden:
f1 \bar ".|:" g1 \bar ":..:" a1 \bar ":|.|:" b1 \bar ":|.:" c1 \bar ":|." e1
Zusätzliche kann ein Taktstrich auch nur als kleines Komma gesetzt werden:
f1 \bar "'"
Derartige Apostrophe werden allerdings vor allem im gregorianischen
Choral eingesetzt, und es wird empfohlen, anstatt dessen
\divisioMinima zu benutzen, wie beschrieben im Abschnitt
Divisiones.
Für segno-Zeichen innerhalb des Systems gibt es drei Taktstricharten, die sich in ihrem Verhalten an Zeilenumbrüchen unterscheiden:
c4 c c c \bar "S" c4 c c c \break \bar "S" c4 c c c \bar "S-|" c4 c c c \break \bar "S-|" c4 c c c \bar "S-S" c4 c c c \break \bar "S-S" c1
Auch wenn die Taktlinien, die Wiederholungen angeben, manuell eingefügt werden können, wird die Wiederholung dadurch nicht von LilyPond erkannt. Wiederholte Stellen werden besser notiert, indem man die Wiederholungs-Befehle einsetzt, die automatische die richtigen Taktlinien setzen. Das ist beschrieben inWiederholungszeichen.
Zusätzlich kann noch "||:" verwendet werden, dass sich
genauso wie "|:" verhält, außer bei Zeilenumbrüchen, wo ein
doppelter Taktstrich am Ende der Zeile ausgegeben wird und ein
öffnender Wiederholungsstrich am Anfang der nächsten Zeile.
c4 c c c \bar ".|:-||" c4 c c c \break \bar ".|:-||" c4 c c c
Für Kombinationen von Wiederholungen mit dem segno-Zeichen gibt es sechs verschiedene Variationen:
c4 c c c \bar ":|.S" c4 c c c \break \bar ":|.S" c4 c c c \bar ":|.S-S" c4 c c c \break \bar ":|.S-S" c4 c c c \bar "S.|:-S" c4 c c c \break \bar "S.|:-S" c4 c c c \bar "S.|:" c4 c c c \break \bar "S.|:" c4 c c c \bar ":|.S.|:" c4 c c c \break \bar ":|.S.|:" c4 c c c \bar ":|.S.|:-S" c4 c c c \break \bar ":|.S.|:-S" c1
Darüber hinaus wählt der \inStaffSegno-Befehl eines dieser
Segno-Taktstriche aus, in Zusammenarbeit mit dem
\repeat volta-Befehl.
In Partituren mit vielen Systemen wird ein \bar-Befehl in einem
System automatisch auf alle anderen Systeme angewendet. Die resultierenden
Taktstriche sind miteinander verbunden innerhalb einer Gruppe
(StaffGroup) oder einem Klaviersystem
(PianoStaff bzw. (GrandStaff).
<<
\new StaffGroup <<
\new Staff {
e4 d
\bar "||"
f4 e
}
\new Staff { \clef bass c4 g e g }
>>
\new Staff { \clef bass c2 c2 }
>>
Ausgewählte Schnipsel
Der Befehl \bar Taktart ist eine Kurzform von:
\set Timing.whichBar = Taktart. Immer, wenn
whichBar auf einen Wert gesetzt wird, wird ein
Taktstrich dieses Typs erzeugt.
Der automatisch erzeugte Taktstrich ist "|". Das kann
jederzeit durch den Befehl \set Timing.defaultBarType =
Taktstrichart geändert werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Zeilenumbrüche, Wiederholungszeichen, Systeme gruppieren.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: BarLine (erstellt auf Staff-Ebene), SpanBar (über Systeme), Timing_translator (für Timing-Eigenschaften).
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Taktzahlen
Taktzahlen werden standardmäßig zu Beginn eines jeden Systems
ausgegeben, ausgenommen ist die erste Zeile. Die Zahl selber
wird in der currentBarNumber-Eigenschaft gespeichert, die
normalerweise für jeden Takt aktualisiert wird. Sie kann aber auch
manuell gesetzt werden:
c1 c c c \break \set Score.currentBarNumber = #50 c1 c c c
Taktnummern können in regelmäßigem Abstand ausgegeben werden,
anstatt dass sie nur am Beginn des Systems erscheinen. Um das
zu erreichen, muss die Standardeinstellung verändert werden, um
zu erlauben, dass Taktnummern an anderen Stellen als dem
Beginn von Systemen ausgegeben werden. Das wird mit der
Eigenschaft break-visibility von BarNumber vorgenommen.
Sie braucht drei Werte, die auf #t (wahr) oder #f
(falsch) gestellt werden können, womit angegeben wird, ob die
Taktnummer an der entsprechenden Stelle sichtbar ist. Die
Reihenfolge der Werte ist: Ende der Zeile, Mitte
der Zeile und Beginn der Zeile. Im folgenden
Beispiel werden die Taktlinien überall ausgegeben:
\override Score.BarNumber.break-visibility = #'#(#t #t #t) \set Score.currentBarNumber = #11 % Permit first bar number to be printed \bar "" c1 | c | c | c \break c1 | c | c | c
Setzen der Taktnummer für den ersten Takt
Standardmäßig wird die erste Taktzahl einer Partitur nicht gesetzt,
wenn sie weniger oder gleich ’1’ ist. Indem man barNumberVisibility
auf all-bar-numbers-visible setzt, kann eine beliebige
Taktzahl für den ersten und die folgenden Takte gesetzt werden.
Eine leere Taktlinie muss jedoch vor der ersten Note eingefügt
werden, damit das funktioniert.
\relative c' {
\set Score.barNumberVisibility = #all-bar-numbers-visible
\bar ""
c1 | d | e | f \break
g1 | e | d | c
}
Setzen der Taktnummern in regelmäßigen Intervallen
Taktnummern können in regelmäßigen Intervallen gesetzt werden, indem
man die Eigenschaft barNumberVisibility definiert. In diesem
Beispiel werden die Taktnummern jeden zweiten Takt gesetzt, außer
am Ende einer Zeile.
\relative c' {
\override Score.BarNumber.break-visibility = #end-of-line-invisible
\set Score.currentBarNumber = #11
% Permit first bar number to be printed
\bar ""
% Print a bar number every second measure
\set Score.barNumberVisibility = #(every-nth-bar-number-visible 2)
c1 | c | c | c | c
\break
c1 | c | c | c | c
}
Alternative Taktnummerierung
Zwei alternative Methoden können eingestellt werden, die die Taktnummerierung beeinflussen, insbesondere bei Wiederholungen.
\relative c'{
\set Score.alternativeNumberingStyle = #'numbers
\repeat volta 3 { c4 d e f | }
\alternative {
{ c4 d e f | c2 d \break }
{ f4 g a b | f4 g a b | f2 a | \break }
{ c4 d e f | c2 d }
}
c1 \break
\set Score.alternativeNumberingStyle = #'numbers-with-letters
\repeat volta 3 { c,4 d e f | }
\alternative {
{ c4 d e f | c2 d \break }
{ f4 g a b | f4 g a b | f2 a | \break }
{ c4 d e f | c2 d }
}
c1
}
Setzen von Taktnummern in Kästen oder Kreisen
Taktnummern können auch in Boxen oder Kreisen gesetzt werden.
\relative c' {
% Prevent bar numbers at the end of a line and permit them elsewhere
\override Score.BarNumber.break-visibility = #end-of-line-invisible
\set Score.barNumberVisibility = #(every-nth-bar-number-visible 4)
% Increase the size of the bar number by 2
\override Score.BarNumber.font-size = #2
% Draw a box round the following bar number(s)
\override Score.BarNumber.stencil
= #(make-stencil-boxer 0.1 0.25 ly:text-interface::print)
\repeat unfold 5 { c1 }
% Draw a circle round the following bar number(s)
\override Score.BarNumber.stencil
= #(make-stencil-circler 0.1 0.25 ly:text-interface::print)
\repeat unfold 4 { c1 } \bar "|."
}
Taktnummern ausrichten
Taktnummern sind standardmäßig links an ihrem Ursprungsobjekt ausgerichtet. Das ist normalerweise die linke Ecke einer Linie oder, wenn die Nummern innerhalb einer Zeile gesetzt werden, auf der linken Seite eines Taktstrichs. Die Nummern können auch direkt über dem Taktstrich positioniert werden oder rechts vom Taktstrich gesetzt werden.
\relative c' {
\set Score.currentBarNumber = #111
\override Score.BarNumber.break-visibility = #all-visible
% Increase the size of the bar number by 2
\override Score.BarNumber.font-size = #2
% Print a bar number every second measure
\set Score.barNumberVisibility = #(every-nth-bar-number-visible 2)
c1 | c1
% Center-align bar numbers
\override Score.BarNumber.self-alignment-X = #CENTER
c1 | c1
% Left-align bar numbers
\override Score.BarNumber.self-alignment-X = #LEFT
c1 | c1
}
Entfernung von Taktnummern in einer Partitur
Taktnummern können vollkommen aus den Noten entfernt werden, indem
man den Bar_number_engraver aus dem Score-Kontext
entfernt.
\layout {
\context {
\Score
\remove "Bar_number_engraver"
}
}
\relative c'' {
c4 c c c \break
c4 c c c
}
Siehe auch
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: BarNumber, Bar_number_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Taktnummern können mit der oberen Ecke der Klammer zu Beginn des
Systems zusammenstoßen. Um das zu verhindert, kann die
padding-Eigenschaft von BarNumer verwendet werden,
um die Zahl zu verschieben. Für mehr Information siehe
StaffgGroup und
BarNumber.
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Takt- und Taktzahlüberprüfung
Die Taktüberprüfung hilft, Fehler in den Notendauern zu entdecken. Eine Taktüberprüfung wird mit dem Taktstrichsymbol „|“ (Taste AltGr+<) eingegeben. Immer, wenn LilyPond bei der Ausgabe des Notendrucks auf dieses Zeichen stößt, sollte hier in den Noten auch ein Taktstrich erscheinen. Wenn das nicht der Fall ist, wird eine Warnung ausgegeben. Im nächsten Beispiel resultiert die zweite Taktüberprüfung in einer Fehlermeldung.
\time 3/4 c2 e4 | g2 |
Taktüberprüfungen können auch in Gesangstexten verwendet werden:
\lyricmode {
\time 2/4
Twin -- kle | Twin -- kle
}
Besonders in mehrstimmiger komplizierter Musik können falschen Notenwerte die ganze Partitur durcheinander bringen. Es lohnt sich also, die Fehlersuche damit zu beginnen, nicht bestandene Taktüberprüfungen zu kontrollieren.
Wenn aufeinander folgende Taktüberprüfungen mit dem gleichen Abstand Fehler produzieren, wird eventuell nur die erste Warnung ausgegeben. Damit wird die Warnung auf den Ursprung de Fehlers fokussiert.
Es ist auch möglich, die Bedeutung des Symbols | (Pipe)
umzudefinieren, so dass hiermit eine andere Aktion als eine
Taktüberprüfung erreicht wird.
Das geschieht, indem man der Pipe ("|" einen musikalischen
Ausdruck zuweist. Im nächsten Beispiel wird | dazu
verwendet, eine doppelte Taktlinie auszugeben, woimmer man
das Zeichen auch setzt. Gleichzeitig hört das Zeichen auf,
als Taktüberprüfung zu funktionieren.
"|" = \bar "||"
{
c'2 c' |
c'2 c'
c'2 | c'
c'2 c'
}
Wenn man größere Musikstücke kopiert, kann es hilfreich sein, wenn
LilyPond überprüft, ob die Taktnummer, in der Sie gerade kopieren,
mit der des Originales übereinstimmt. Das kann mit dem Befehl
\barNumberCheck folgenderweise überprüft werden:
\barNumberCheck #123
Eine Warnung wird ausgegeben, wenn der interne Zähler
currentBarNumber von LilyPond
nicht mit dem Wert 123 übereinstimmt.
Siehe auch
Schnipsel: Rhythms.
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Übungszeichen
Übungszeichen können mit dem \mark-Befehl ausgegeben werden:
c1 \mark \default c1 \mark \default c1 \mark #8 c1 \mark \default c1 \mark \default
Das Zeichen wird automatisch um einen Wert heraufgesetzt, wenn man
\mark \default benutzt, aber man kann auch eine Ganzzahl
als Argument einsetzen, wenn man das Zeichen manuell setzen will.
Der Wert, der eingesetzt werden soll, wird in der Eigenschaft
rehearsalMark gespeichert.
c1 \mark \default c1 \mark \default c1 \mark #8 c1 \mark \default c1 \mark \default
Der Buchstabe „I“ wird ausgelassen, was den allgemeinen Notensatzregeln entspricht. Wenn Sie dennoch den Buchstaben „I“ benutzen, wollen, müssen Sie einen der folgenden Stile benutzen, je nachdem, was für einen Übungszeichenstil Sie wollen (Buchstaben, Buchstaben in einem Kasten, Buchstaben in einem Kreis).
\set Score.markFormatter = #format-mark-alphabet \set Score.markFormatter = #format-mark-box-alphabet \set Score.markFormatter = #format-mark-circle-alphabet
\set Score.markFormatter = #format-mark-box-alphabet c1 \mark \default c1 \mark \default c1 \mark #8 c1 \mark \default c1 \mark \default
Der Stil der Übungszeichen wird von der Eigenschaft markFormatter definiert. Das ist eine Funktion, die
das aktuelle Zeichen und den aktuellen Kontext als Argument
annimmt. Sie gibt dann ein Textbeschriftungsobjekt aus. Im
folgenden Beispiel ist markFormatter so definiert, dass
eine Zahl ausgegeben wird. Dann wird ein Übungszeichen in einem
Kasten produziert.
\set Score.markFormatter = #format-mark-numbers c1 \mark \default c1 \mark \default \set Score.markFormatter = #format-mark-box-numbers c1 \mark \default \set Score.markFormatter = #format-mark-circle-numbers c1 \mark \default \set Score.markFormatter = #format-mark-circle-letters c1
Die Datei ‘scm/translation-functions.scm’ beinhaltet
die Definitionen für format-mark-numbers (erstelle-Zeichen-Nummern),
format-mark-box-numbers (erstelle-Zeichen-Kasten-Nummern),
format-mark-letters (erstelle-Zeichen-Buchstaben) und
format-mark-box-letters (erstelle-Zeichen-Kasten-Buchstaben). Sie können als Anleitung
für eigene Formatierungsfunktionen dienen.
Die Funktionen format-mark-barnumbers,
format-mark-box-barnumbersund
format-mark-circle-barnumbers könenn eingesetzt werden,
um Taktnummern anstelle der fortlaufenden Zahlen bzw. Buchstaben
zu erhalten.
Andere Übungszeichenstile können auch manuell gesetzt werden:
\mark "A1"
Score.markFormatter hat keine Auswirkungen auf solcherart
definierte Zeichen. Man kann aber auch mit \markup
Textbeschriftungsobjekte zu dem selbstdefinierten Zeichen
hinzufügen:
\mark \markup{ \box A1 }
Musikbuchstaben (wie etwa das Segno-Zeichen) können mit dem Befehl
\musicglyph als ein
\mark-Zeichen definierte werden:
c1 \mark \markup { \musicglyph #"scripts.segno" }
c1 \mark \markup { \musicglyph #"scripts.coda" }
c1 \mark \markup { \musicglyph #"scripts.ufermata" }
c1
Siehe Die Feta-Schriftart, wo alle Symbole gezeigt sind, die
mit dem Befehl \musicglyph ausgegeben werden können.
Übliche Veränderungen der Positionierung von Übungszeichen finden
sich in Text formatieren. Zu noch präzieserer Kontrolle
siehe break-alignable-interface in Objekte ausrichten.
Die Datei ‘scm/translation-functions.scm’ enthält die Definitionen
von format-mark-numbers und format-mark-letters. Sie
können als Anregung für andere Formatierungsfunktionen genommen werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Die Feta-Schriftart, Text formatieren, Objekte ausrichten.
Installierte Dateien: ‘scm/translation-functions.scm’.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: MarkEvent, Mark_engraver, RehearsalMark.
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1.2.6 Besondere rhythmische Fragen
| Verzierungen | ||
| An Kadenzen ausrichten | ||
| Verwaltung der Zeiteinheiten |
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Verzierungen
Verzierungen, mit dem Befehl \grace notiert, sind ausgeschriebene
Ornamente. Sie werden in einer kleineren Schriftgröße gesetzt und nehmen
keine logische Zeit im Takt ein.
c4 \grace b16 a4(
\grace { b16 c16 } a2)
Es gibt drei Arten von Verzierungen:
den Vorschlag (engl. acciaccatura), eine angebundene Verzierungsnote
mit einem Schrägstrich durch den Hals, und den Vorhalt (engl. appogiatura),
welcher den Wert der Hauptnote um seinen eigenen Wert verkürzt und
ohne Schrägstrich notiert wird. Man kann einen Vorschlag auch mit
Schrägstrich durch den Hals, aber ohne Legatobogen notieren. Diese
Verzierung wird mit dem Befehl \slashedGrace notiert und wird
zwischen Noten notiert, die selber einen Legatobogen haben.
\acciaccatura d8 c4
\appoggiatura e8 d4
\acciaccatura { g16 f } e2
\slashedGrace a,8 g4
\slashedGrace b16 a4(
\slashedGrace b8 a2)
Die Position von Verzierungen ist zwischen Notensystemen synchronisiert. Im nächsten Beispiel stehen im einen System zwei 16-Noten für jede 8-Note des zweiten Systems:
<< \new Staff { e2 \grace { c16 d e f } e2 }
\new Staff { c2 \grace { g8 b } c2 } >>
Wenn Sie eine Note mit einer Verzierung abschließen wollen, müssen
Sie den \afterGrace-Befehl benutzen. Er benötigt zwei
Argumente: die Hauptnote und die Verzierung, die nach der
Hauptnote folgen soll:
c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
Damit wird die Verzierung mit einem Abstand von der Hauptnote
gesetzt, der 3/4 der Dauer der Hauptnote entspricht. Dieser
Standard kann durch Definition von afterGraceFraction
verändert werden. Das nächste Beispiel zeigt, wie sich
der Abstand verändert, wenn der Wert 3/4, 15/16 und 1/2 der
Hauptnote beträgt.
<<
\new Staff {
c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
}
\new Staff {
#(define afterGraceFraction (cons 15 16))
c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
}
\new Staff {
#(define afterGraceFraction (cons 1 2))
c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
}
>>
Der Abstand zwischen der Hauptnote und der Verzierung kann auch mit unsichtbaren Noten beeinflusst werden. Im nächsten Beispiel wird die Verzierung mit einem Abstand von 7/8 zur Hauptnote gesetzt.
\new Voice {
<< { d1^\trill_( }
{ s2 s4. \grace { c16 d } } >>
c1)
}
Ein \grace-Notenabschnitt wird nach besonderen Satzregeln
gesetzt, um z. B. kleinere Noten zu benutzen und die Richtung der
Hälse einzustellen. Veränderungen am Layout müssen also innerhalb
des Verzierungsausdrucks gesetzt werden, damit sie auch eine Auswirkung haben. Die Veränderungen müssen auch innerhalb des
Verzierungsausdrucks rückgängig gemacht werden. In diesem
Fall wird die Richtung der Hälse geändert und dann wieder der
Standard eingestellt:
\new Voice {
\acciaccatura {
\stemDown
f16->
\stemNeutral
}
g4 e c2
}
Ausgewählte Schnipsel
Using grace note slashes with normal heads
The slash through the stem found in acciaccaturas can be applied in other situations.
\relative c'' {
\override Flag.stroke-style = #"grace"
c8( d2) e8( f4)
}
Veränderung des Layouts von Verzierungen innerhalb der Noten
Das Layout von Verzierungsausdrücken kann in der Musik verändert
werden mit den Funktionen add-grace-property und
remove-grace-property. Das folgende Beispiel definiert
die Richtung von Hälsen (Stem) für diese Verzierung, sodass die
Hälse nicht immer nach unten zeigen, und ändert den Standardnotenkopf
in ein Kreuz.
\relative c'' {
\new Staff {
$(remove-grace-property 'Voice 'Stem 'direction)
$(add-grace-property 'Voice 'NoteHead 'style 'cross)
\new Voice {
\acciaccatura { f16 } g4
\grace { d16 e } f4
\appoggiatura { f,32 g a } e2
}
}
}
Globale Umdefinition von Verzierungsnoten
Die globalen Standardeinstellungen für Verzierungsnoten werden in
den VariablenstartGraceMusic, stopGraceMusic,
startAcciaccaturaMusic, stopAcciaccaturaMusic,
startAppoggiaturaMusic und stopAppoggiaturaMusic
gespeichert, die in der Datei ‘ly/grace-init.ly’ definiert
sind. Wenn man sie umdefiniert, können andere Effekte erreicht
werden.
startAcciaccaturaMusic = {
<>(
\override Flag.stroke-style = #"grace"
\slurDashed
}
stopAcciaccaturaMusic = {
\revert Flag.stroke-style
\slurSolid
<>)
}
\relative c'' {
\acciaccatura d8 c1
}
Positionierung von Verzierungen mit verschiebbarem Platz
Wenn man die Eigenschaft 'strict-grace-spacing aktiviert,
werden die Verzierungsnoten "fließend" gemacht, d.h. sie sind
von den normalen Noten los gekoppelt: Zuerst werden die normalen
Noten platziert, dann erst die Verzierungen links von der
Hauptnote gesetzt.
\relative c'' {
<<
\override Score.SpacingSpanner.strict-grace-spacing = ##t
\new Staff \new Voice {
\afterGrace c4 { c16[ c8 c16] }
c8[ \grace { b16 d } c8]
c4 r
}
\new Staff {
c16 c c c c c c c c4 r
}
>>
}
Siehe auch
Glossar: grace notes, acciaccatura, appoggiatura.
Notationsreferenz: Tondauern skalieren, Manuelle Balken.
Installierte Dateien: ‘ly/grace-init.ly’.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: GraceMusic, Grace_beam_engraver, Grace_engraver, Grace_spacing_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Ein Vorschlag (acciaccatura) mit mehreren Noten und Balken wird ohne den Schrägstrich gesetzt und sieht einem Vorhalt (appoggiatura) sehr ähnlich.
Die Synchronisation von Verzierungen kann auch zu Überraschungen führen. Auch andere Symbole der Systeme, wie Vorzeichen, Taktlinien usw., werden synchronisiert. Vorsicht ist geboten, wenn nur in bestimmten Systemen Verzierungen vorkommen:
<<
\new Staff { e4 \bar ".|:" \grace c16 d2. }
\new Staff { c4 \bar ".|:" d2. }
>>
Dem kann abgeholfen werden, indem unsichtbare Verzierungsnoten der selben Länge in die anderen Systeme gesetzt werden. Im obigen Beispiel müsste also
<<
\new Staff { e4 \bar ".|:" \grace c16 d2. }
\new Staff { c4 \bar ".|:" \grace s16 d2. }
>>
gesetzt werden.
Der Einsatz von Verzierungsnoten innerhalb von Stimmen-Kontexten
kann den Notensatz der Stimme verwirren. Dieses Problem kann
umgangen werden, indem man eine Note oder Pause zwischen dem
Voice-Befehl und der Verzierungsnote setzt.
accMusic = {
\acciaccatura { f8 } e8 r8 \acciaccatura { f8 } e8 r4
}
\new Staff {
<<
\new Voice {
\relative c'' {
r8 r8 \voiceOne \accMusic \oneVoice r8 |
r8 \voiceOne r8 \accMusic \oneVoice r8 |
}
}
\new Voice {
\relative c' {
s8 s8 \voiceTwo \accMusic \oneVoice s8 |
s8 \voiceTwo r8 \accMusic \oneVoice s8 |
}
}
>>
}
Verzierungsabschnitte sollten nur innerhalb von sequentiellen musikalischen Ausdrücken benützt werden. Wenn sie ineinandergeschachtelt werden, kann es zu Fehlermeldungen oder Abstürzen kommen.
Jede Verzierungsnote in der MIDI-Ausgabe hat ein Viertel der Dauer ihrer
wirklichen Dauer. Wenn die addierte Dauer der Verzierungsnoten länger als
die Dauer der vorhergehenden Note dauert, wird der Fehler
„Going back in MIDI time“ ausgegeben. Man muss die Verzierungsnoten
entweder kürzer machen, etwa:
\acciaccatura { c'8[ d' e' f' g'] }
wird zu:
\acciaccatura { c'16[ d' e' f' g'] }
oder die Dauern explizit ändern:
\acciaccatura { \scaleDurations 1/2 { c'8[ d' e' f' g'] } }
Siehe Tondauern skalieren.
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An Kadenzen ausrichten
In Orchesterpartituren stellen Kadenzen ein besonderes Problem dar: Wenn in der Partitur ein Instrument eine Kadenz spielt, die notiert wird, müssen die anderen Stimmen genau die entsprechende Anzahl Noten überspringen, damit sie nicht zu früh oder zu spät einsetzen.
Eine Lösung ist es, die Funktionen mmrest-of-length oder
skip-of-length zu benutzen. Diese Scheme-Funktionen
brauchen einen definierten Notenabschnitt (eine Variable)
als Argument und produzieren entweder Ganztaktpausen oder leere
Takte, die genauso lang sind wie der Notenabschnitt.
MyCadenza = \relative c' {
c4 d8 e f g g4
f2 g4 g
}
\new GrandStaff <<
\new Staff {
\MyCadenza c'1
\MyCadenza c'1
}
\new Staff {
#(mmrest-of-length MyCadenza)
c'1
#(skip-of-length MyCadenza)
c'1
}
>>
Siehe auch
Glossar: cadenza.
Schnipsel: Rhythms.
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Verwaltung der Zeiteinheiten
Die Zeit in einer Partitur wird vom Timing_translator
verwaltet, der sich in den Standardeinstellungen im Score-Kontext
befindet. Eine Parallelbezeichnung, Timing, wird
dem Kontext hinzugefügt, in dem sich Timing_translator
befindet. Um sicherzugehen, dass Timing erhältlich ist,
muss man eventuell den enthaltenden Kontext manuell erstellen
(also etwa einen Voice- oder Staff-Kontext.
Die folgenden Eigenschaften von Timing werden eingesetzt,
um die Zeit in Partituren zu verwalten.
-
currentBarNumber (aktuelle Taktnummer) Die gerade aktuelle Taktzahl. Für ein Beispiel, das die Benutzung dieser Eigenschaft zeigt, siehe Taktzahlen.
-
measureLength (Taktlänge) Die Länge der Takte mit der aktuellen Taktart. In einem 4/4-Takt ist sie 1, in einem 6/8-Takt 3/4. Dieser Wert bestimmt, wann eine Taktlinie gezogen wird und wie automatische Balken erstellt werden sollen.
-
measurePosition (Taktposition) Der Schlag im Takt zum aktuellen Moment. Dieser Wert wird zurückgesetzt, indem
measureLength(die Taktlänge) abgezogen wird, wenn der Wert vonmeasureLengtherreicht oder überschritten wird. Wenn das passiert, wird der ZählercurrentBarNumber(aktuelle Taktnummer) erhöht.-
timing (Zeitberechnung) Wenn auf wahr gesetzt, werden die oben genannten Variablen zu jedem Zeitpunkt aktualisiert. Wenn auf falsch gesetzt, bleibt der Engraver unendlich lange im aktuellen Takt.
Zeitverwaltung kann geändert werden, indem man diese Variablen
direkt beeinflusst. Im nächsten Beispiel wird die normale
Taktart mit 4/4 angegeben, aber measureLength wird
auf 5/4 gesetzt. An der Stelle 4/8 des dritten Taktes wird die
Taktposition (measurePosition) um 1/8 auf 5/8 erhöht, so
dass der Takt im Ergebnis 1/8 kürzer ist. Die nächste Taktlinie
wird dann auch bei 9/8 gezogen und nicht bei 5/4.
\set Score.measureLength = #(ly:make-moment 5/4) c1 c4 c1 c4 c4 c4 \set Score.measurePosition = #(ly:make-moment 5/8) b4 b4 b8 c4 c1
Wie das Beispiel zeigt, erstellt ly:make-moment n m
die Dauer Zähler/Nenner einer ganzen Note. Zum Beispiel heißt
ly:make-moment 1 8 die Dauer einer Achtelnote, und
ly:make-moment 7 16 die Dauer von sieben Sechszehntelnoten.
Siehe auch
Notationsreferenz: Taktzahlen, Musik ohne Metrum.
Schnipsel: Rhythms.
Referenz der Interna: Timing_translator, Score
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1.3 Ausdrucksbezeichnungen
Dieser Abschnitt zeigt verschiedene Ausdrucksbezeichnungen, die zur Partitur hinzugefügt werden können.
| 1.3.1 Ausdrucksbezeichnungen an Noten angehängt | ||
| 1.3.2 Ausdrucksbezeichnungen als Bögen | ||
| 1.3.3 Ausdrucksbezeichnungen als Linien |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Ausdrucksbezeichnungen ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen ] | [ Artikulationszeichen und Verzierungen > ] | ||
1.3.1 Ausdrucksbezeichnungen an Noten angehängt
Dieser Abschnitt erklärt, wie man Ausdrucksbezeichnungen erstellt, die an Noten gebunden sind: Artikulationszeichen, Ornamente und Dynamikzeichen. Es werden auch Methoden gezeigt, eigene Ausdrucksbezeichnungen zu erstellen.
| Artikulationszeichen und Verzierungen | ||
| Dynamik | ||
| Neue Lautstärkezeichen |
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Artikulationszeichen und Verzierungen
Eine Vielfalt an Symbolen kann über und unter den Noten erscheinen, um zu markieren, auf welche Art die Note ausgeführt werden soll. Hierzu wird folgende Syntax benutzt:
Note\Bezeichnung
Die möglichen Werte für Bezeichnung sind aufgelistet in Liste der Artikulationszeichen. Ein Beispiel:
c4\staccato c\mordent b2\turn c1\fermata
Einige dieser Artikulationszeichen haben eine Abkürzung, damit
es einfacher ist, sie zu schreiben. Die Abkürzung wird an die
Notenbezeichnung gehängt, wobei ihre Syntax aus einem Minuszeichen
- besteht, gefolgt von dem Symbol, das dem
Artikulationszeichen zugeordnet ist. Es gibt diese Abkürzungen
für marcato,
stopped (gedämpft), tenuto,
staccatissimo, accent, staccato,
und portato. Die ihnen entsprechenden Symbole
werden also folgendermaßen notiert:
c4-^ c-+ c-- c-! c4-> c-. c2-_
Die Regeln für die standardmäßige Platzierung von Artikulationszeichen werden in der Datei ‘scm/script.scm’ definiert. Artikulationszeichen und Ornamente können manuell über oder unter dem System gesetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.
Artikulationszeichen sind Script-Objekte. Ihre Eigenschaften
werden ausführlich in
Script beschrieben.
Artikulationen können neben Noten auch an Pausen gehängt werden, aber
sie können nicht an Mehrtaktpausen gehängt werden. Ein besonderer
Befehl, fermataMarkup, wurde definiert, damit man eine Fermate
an eine Mehrtaktpause anfügen kann (und nur hieran). Damit wird ein
MultiMeasureRestText-Objekt erstellt.
\override Script.color = #red \override MultiMeasureRestText.color = #blue a2\fermata r\fermata R1\fermataMarkup
Zusätzlich zu den Artikulationszeichen können auch Text und Beschriftung an Noten angehängt werden. Siehe auch Textarten.
Zu weiterer Information über die Reihenfolge von Scripten und TextScripten, die an Noten angehängt werden, siehe Positionierung von Objekten.
Ausgewählte Schnipsel
Die Standardwerte der Abkürzungen von Artikulationen verändern
Die Abkürzungen sind in der Datei ‘ly/script-init.ly’ definiert, wo
den Variablen dashHat, dashPlus, dashDash,
dashBar, dashLarger, dashDot und
dashUnderscore Standardwerte zugewiesen werden. Diese Standardwerte
können verändert werden. Um zum Beispiel die Abkürzung
-+ (dashPlus) mit dem Triller anstatt mit dem +-Symbol zu
assoziieren, muss der Wert trill der Variable
dashPlus zugewiesen werden:
\relative c'' { c1-+ }
dashPlus = "trill"
\relative c'' { c1-+ }
Die vertikale Anordnung von Beschriftungen kontrollieren
Die vertikale Anordnung von Beschriftungen wird mit der
'script-priority-Eigenschaft kontrolliert. Um so kleiner die
Zahl, umso näher wird die Beschriftung in Bezug auf die Note gesetzt. In
diesem Beispiel hat das TextScript-Objekt (das Kreuz) zuerst
die niedrigste Priorität, wird also auch am niedrigsten in dem ersten
Beispiel gesetzt. Im zweiten Fall hat der Praller (das Script)
die niedrigste Priorität, darum wird er am nächsten zum System gesetzt.
Wenn zwei Objekte die gleiche Priorität haben, wird ihre Reihenfolge
anhand ihres Auftretens in der Quelldatei entschieden.
\relative c''' {
\once \override TextScript.script-priority = #-100
a2^\prall^\markup { \sharp }
\once \override Script.script-priority = #-100
a2^\prall^\markup { \sharp }
}
Einen Doppelschlag mit Vorhalt erstellen
Einen Doppelschlag mit Vorhalt zu erstellen, wobei die untere Note das
Vorzeichen benutzt, erfordert einige Einstellungsänderungen. Die
outside-staff-priority-Eigenschaft muss auf falsch (#f)
gesetzt werden, weil sie sonst über die Eigenschaft
avoid-slur property dominieren würde. Der Wert von halign
wird benutzt, um den Doppelschlag horizontal zu positionieren.
\relative c'' {
c2*2/3 ( s2*1/3\turn d4) r
<<
{ c4.( d8) }
{ s4 s\turn }
>>
\transpose c d \relative c'' <<
{ c4.( d8) }
{
s4
\once \set suggestAccidentals = ##t
\once \override AccidentalSuggestion #'outside-staff-priority = ##f
\once \override AccidentalSuggestion #'avoid-slur = #'inside
\once \override AccidentalSuggestion #'font-size = #-3
\once \override AccidentalSuggestion #'script-priority = #-1
\single \hideNotes
b8-\turn \noBeam
s8
}
>>
}
Siehe auch
Glossar: tenuto, accent, staccato, portato.
Handbuch zum Lernen: Positionierung von Objekten.
Notationsreferenz: Textarten, Richtung und Platzierung, Liste der Artikulationszeichen, Triller.
Installierte Dateien: ‘scm/script.scm’.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: Script, TextScript.
Dynamik
Absolute Dynamikbezeichnung wird mit Befehlen nach den Noten
angezeigt, etwa c4\ff. Die vordefinierten Befehle lauten:
\ppppp, \pppp, \ppp,
\pp, \p, \mp, \mf, \f, \ff,
\fff, \ffff, fffff, \fp, \sf, \sff,
\sp, \spp, \sfz, and \rfz. Die
Dynamikzeichen können manuell unter- oder oberhalb des Systems
platziert werden, siehe Richtung und Platzierung.
c2\ppp c\mp c2\rfz c^\mf c2_\spp c^\ff
Eine Crescendo-Klammer wird mit dem Befehl
\< begonnen und mit \!, einem absoluten Dynamikbefehl oder einer weiteren Crescendo- oder
Decrescendo-Klammer beendet. Ein Decrescendo
beginnt mit \> und wird auch beendet mit \!,
einem absoluten Dynamikbefehl oder einem weiteren
Crescendo oder Decrescendo. \cr und \decr können
anstelle von \< und
\> benutzt werden. Die Befehle ergeben standardmäßig
Crescendo-Klammern.
c2\< c\! d2\< d\f e2\< e\> f2\> f\! e2\> e\mp d2\> d\> c1\!
Eine Crescendo-Klammer, die mit \! beendet wird, endet an der rechten
Seite der Note, welcher \! zugeordnet ist. In dem Fall, dass es durch
den Beginn eines anderen crescendo- oder decrescendo-Zeichens
beendet wird, endet es in der Mitt der Note, welche das nächste \<
oder \> angehängt hat. Die nächste Klammer beginnt dann am rechten
Rand der selben Note anstatt dem normalerweise linken Rand, wenn die
vorherige Klammer mit \! beendet worden wäre.
c1\< | c4 a c\< a | c4 a c\! a\< | c4 a c a\!
Leere Pausenzeichen werden benötigt, um mehrere Zeichen für eine Note zu notieren. Das ist insbesondere nützlich, wenn man crescendo und decrescendo zu der selben Note hinzufügen will:
c4\< c\! d\> e\!
<< f1 { s4 s4\< s4\> s4\! } >>
Der \espressivo-Befehl kann eingesetzt werden, um crescendo
und decrescendo für die selbe Note anzuzeigen. Dieser Befehl ist
jedoch als Artikulation, nicht als Dynamikzeichen implementiert.
c2 b4 a g1\espressivo
Mit Text gesetzte Crescendo-Bezeichnungen beginnen mit \cresc.
Mit Text gesetzte Decrescendo-Bezeichnungen beginnen mit \decresc
oder \dim. Fortsetzungslinien werden gesetzt, wenn sie benötigt werden.
g8\cresc a b c b c d e\mf | f8\decresc e d c e\> d c b | a1\dim ~ | a2. r4\! |
Als Text gesetzte Dynamik-Bezeichnungen können auch die Crescendo-Klammern ersetzen:
\crescTextCresc c4\< d e f\! | \dimTextDecresc g4\> e d c\! | \dimTextDecr e4\> d c b\! | \dimTextDim d4\> c b a\! | \crescHairpin \dimHairpin c4\< d\! e\> d\! |
Um neue absolute Dynamikzeichen oder Text, der mit ihnen angeordnet wird, zu erstellen, siehe Neue Lautstärkezeichen.
Vertikale Position der Zeichen wird von der Funktion DynamicLineSpanner verwaltet.
Es gibt einen besonderen Dynamics-Kontext, um Crescendi und Decrescendi
auf einer eigenen Zeile zu notieren. Mit leeren Pausen (s) werden die
Dauern gesetzt. (Auch Noten in einem Dynamics-Kontext nehmen eine Dauer
ein, werden aber nicht gesetzt.) Der Dynamics-Kontext ist sehr nützlich,
um andere Elemente wie Textbeschriftung, Text-Strecker und Klavierpedalbezeichnungen
aufzunehmen.
<<
\new Staff \relative c' {
c2 d4 e |
c4 e e,2 |
g'4 a g a |
c1 |
}
\new Dynamics {
s1\< |
s1\f |
s2\dim s2-"rit." |
s1\p |
}
>>
Vordefinierte Befehle
\dynamicUp,
\dynamicDown,
\dynamicNeutral,
\crescTextCresc,
\dimTextDim,
\dimTextDecr,
\dimTextDecresc,
\crescHairpin,
\dimHairpin.
Ausgewählte Schnipsel
Das Verhalten von Crescendo-Klammern an Taktlinien beeinflussen
Wenn die Note, an welcher eine Crescendo-Klammer endet, die erste Note
eines Taktes ist, wird die Klammer an der vorhergehenden Taktlinie
beendet. Dieses Verhalten kann auch mit der Eigenschaft
'to-barline geändert werden:
\relative c'' {
e4\< e2.
e1\!
\override Hairpin.to-barline = ##f
e4\< e2.
e1\!
}
Die Mindestlänge von Crescendo-Klammern bestimmen
Wenn Crescendo-Klammern zu kurz sind, können sie verlängert werden, indem
die minimum-length-Eigenschaft des Hairpin-Objektes
verändert wird.
\relative c'' {
c4\< c\! d\> e\!
\override Hairpin.minimum-length = #5
<< f1 { s4 s\< s\> s\! } >>
}
Crescendo Klammern al niente schreiben
Crescendo-Klammern können mit einem kleinen Kreis vor der Spitze
notiert werden (al niente = bis zum Nichts), indem die
circled-tip-Eigenschaft des Hairpin-Objekts auf
#t gesetzt wird.
\relative c'' {
\override Hairpin.circled-tip = ##t
c2\< c\!
c4\> c\< c2\!
}
Vertikale Ausrichtung von Dynamik und Textbeschriftung beeinflussen
Indem man die 'Y-extent-Eigenschaft auf einen passenden Wert setzt,
können alle DynamicLineSpanner-Objekte (Crescendo-Klammern und
Dynamik-Texte) (hairpins and dynamic texts) unabhängig von ihrer
wirklichen Ausdehnung an einem gemeinsamen Referenzpunkt ausgerichtet werden.
Auf diese Weise ist jedes Element vertikal ausgerichtet und der Notensatz
sieht ansprechender aus.
Die gleiche Idee wird benutzt, um Textbeschriftungen an ihrer Grundlinie auszurichten.
\markup \vspace #1 %avoid LSR-bug
music = \relative c' {
a'2\p b\f
e4\p f\f\> g, b\p
c2^\markup { \huge gorgeous } c^\markup { \huge fantastic }
}
{
\music
\break
\override DynamicLineSpanner.staff-padding = #3
\textLengthOn
\override TextScript.staff-padding = #1
\music
}
Crescendo-Linien von Dynamik-Texten unterdrücken
Dynamik-Texte (wie cresc. und dim.) werden mit einer gestrichelten Linie gesetzt, die ihre Dauer anzeigt. Diese Linie kann auf folgende Weise unterdrückt werden:
\relative c'' {
\override DynamicTextSpanner.style = #'none
\crescTextCresc
c1\< | d | b | c\!
}
Text und Strecker-Stile für Dynamik-Texte ändern
Der Text, der für Crescendo und Decrescendo gesetzt wird, kann geändert
werden, indem man die Eigenschaften crescendoText und
decrescendoText verändert. Der Stil des Streckers kann auch
geändert werden, indem die 'style-Eigenschaft des
DynamicTextSpanner beeinflusst wird. Der Standardwert ist
'hairpin, andere Möglichkeiten sind 'line, 'dashed-line
und 'dotted-line.
\relative c'' {
\set crescendoText = \markup { \italic { cresc. poco } }
\set crescendoSpanner = #'text
\override DynamicTextSpanner.style = #'dotted-line
a2\< a
a2 a
a2 a
a2 a\mf
}
Siehe auch
Glossar: al niente, crescendo, decrescendo, hairpin. Handbuch zum Lernen: Artikulationszeichen und Lautstärke.
Notationsreferenz: Richtung und Platzierung, Neue Lautstärkezeichen, Was geht in die MIDI-Ausgabe, MIDI-Lautstärke kontrollieren.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: DynamicText, Hairpin, DynamicLineSpanner, Dynamics.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Dynamik ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen an Noten angehängt ] | [ Ausdrucksbezeichnungen als Bögen > ] | ||
Neue Lautstärkezeichen
Die einfachste Art, eigene Dynamikbezeichnungen zu erstellen,
ist die Benutzung von \markup-(Textbeschriftungs)-Objekten.
moltoF = \markup { molto \dynamic f }
\relative c' {
<d e>16_\moltoF <d e>
<d e>2..
}
Mit einer Textbeschriftung können editorische Dynamikzeichen (in runden oder eckigen Klammern) erstellt werden. Die Syntax für den Textbeschriftungsmodus wird erklärt in Text formatieren.
roundF = \markup {
\center-align \concat { \bold { \italic ( }
\dynamic f \bold { \italic ) } } }
boxF = \markup { \bracket { \dynamic f } }
\relative c' {
c1_\roundF
c1_\boxF
}
Einfache, mittig gesetzte Dynamikzeichen können schnell mit der
make-dynamic-script-Funktion erstellt werden.
sfzp = #(make-dynamic-script "sfzp")
\relative c' {
c4 c c\sfzp c
}
Allgemein gesagt kann make-dynamic-script jegliches
Textbeschriftungsobjekt als Argument haben. Die
Schriftart für Dynamikzeichen enthält nur die Buchstaben
f,m,p,r,s sowie z; ein Dynamikzeichen, das
anderen Text oder Satzzeichen enthalten soll, benötigt
Textbeschriftungsbefehle, die die normale Schriftart
einschalten, etwa \normal-text. Die Funktion
make-dynamic-script sollte anstelle einer normalen
Textbeschriftung vor allem deshalb benutzt werden, weil auf
diese Weise die vertikale Ausrichtung von den Textbeschriftungen
(engl. markup) und den spitzen Klammern an der selben Linie
gewährleistet wird.
roundF = \markup { \center-align \concat {
\normal-text { \bold { \italic ( } }
\dynamic f
\normal-text { \bold { \italic ) } } } }
boxF = \markup { \bracket { \dynamic f } }
mfEspress = \markup { \center-align \line {
\hspace #3.7 mf \normal-text \italic espress. } }
roundFdynamic = #(make-dynamic-script roundF)
boxFdynamic = #(make-dynamic-script boxF)
mfEspressDynamic = #(make-dynamic-script mfEspress)
\relative c' {
c4_\roundFdynamic\< d e f
g,1~_\boxFdynamic\>
g1
g'1~\mfEspressDynamic
g1
}
Anstelle dessen kann auch die Scheme-Form des Beschriftungs-Modus verwendet werden. Seine Syntax ist erklärt in Beschriftungskonstruktionen in Scheme.
moltoF = #(make-dynamic-script
(markup #:normal-text "molto"
#:dynamic "f"))
\relative c' {
<d e>16 <d e>
<d e>2..\moltoF
}
Die Auswahl von Schriftarten in Textbeschriftungen ist erklärt in Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle.
Siehe auch
Notationsreferenz: Text formatieren, Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle, Was geht in die MIDI-Ausgabe, MIDI-Lautstärke kontrollieren.
Erweitern: Beschriftungskonstruktionen in Scheme.
Schnipsel: Expressive marks.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Neue Lautstärkezeichen ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen ] | [ Legatobögen > ] | ||
1.3.2 Ausdrucksbezeichnungen als Bögen
Dieser Abschnitt erklärt, wie man verschiedene gebogene Ausdrucksbezeichnungen erstellt: Legato- und Phrasierungsbögen, Atemzeichen und Glissandos zu unbestimmten Tonhöhen.
| Legatobögen | ||
| Phrasierungsbögen | ||
| Atemzeichen | ||
| Glissando zu unbestimmter Tonhöhe |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Ausdrucksbezeichnungen als Bögen ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen als Bögen ] | [ Phrasierungsbögen > ] | ||
Legatobögen
Ein Legatobogen (engl. slur) zeigt an, dass die Noten legato gespielt werden sollen. Er wird mit Klammern hinter den Notenwerten notiert.
Achtung: In polyphoner Musik muss ein Legatobogen in der gleichen Stimme beendet werden, in der er begonnen wurde.
f4( g a) a8 b( a4 g2 f4) <c e>2( <b d>2)
Legatobögen können manuell ober- oder unterhalb des Notensystems besetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.
Gleichzeitige, überlappende Legatobögen sind nicht erlaubt, aber ein Phrasierungsbogen kann einen Legatobogen überlappen. Damit können zwei Bögen gleichzeitig ausgegeben werden. Siehe auch Phrasierungsbögen.
Legatobögen können durchgehend, gepunktet oder gestrichelt dargestellt werden. Standard ist der durchgehende Bogen:
c4( e g2) \slurDashed g4( e c2) \slurDotted c4( e g2) \slurSolid g4( e c2)
Bögen können auch halb gestrichelt (die erste Hälfte gestrichelt, die zweite Hälfte durchgehend) erstellt werden, oder als halb durchgehend (die erste Hälfte durchgehend, die zweite Hälfte gestrichelt:
c4( e g2) \slurHalfDashed g4( e c2) \slurHalfSolid c4( e g2) \slurSolid g4( e c2)
Eigene Muster für die Strichelung können definiert werden:
c4( e g2) \slurDashPattern #0.7 #0.75 g4( e c2) \slurDashPattern #0.5 #2.0 c4( e g2) \slurSolid g4( e c2)
Vordefinierte Befehle
\slurUp,
\slurDown,
\slurNeutral,
\slurDashed,
\slurDotted,
\slurHalfDashed,
\slurHalfSolid,
\slurDashPattern,
\slurSolid.
Ausgewählte Schnipsel
Doppelte Bögen für Legato-Akkorde benutzen
Einige Komponisten schreiben doppelte Bögen, wenn Legato-Akkorde notiert
werden. Das kann mit der Eigenschaft doubleSlurs erreicht werden.
\relative c' {
\set doubleSlurs = ##t
<c e>4( <d f> <c e> <d f>)
}
Textbeschriftung innerhalb von Bögen positionieren
Textbeschriftung kann innerhalb von Bögen gesetzt werden, wenn die
outside-staff-priority-Eigenschaft auf falsch gesetzt wird.
\relative c'' {
\override TextScript.avoid-slur = #'inside
\override TextScript.outside-staff-priority = ##f
c2(^\markup { \halign #-10 \natural } d4.) c8
}
Legatobögen mit kompliziertem Strichelmuster definieren
Legatobögen können mit einem komplizierten Strichelmuster
gesetzt werden, indem die dash-definition-Eigenschaft
definiert wird. dash-definition ist eine Liste bestehend
aus dash-elements-Elementen. Ein dash-element ist
eine Liste an Parametern, die das Strichverhalten für einen
Abschnitt des Legatobogens definieren.
Der Bogen wird nach dem Bezierparameter t definiert, welcher
von 0 am linken Ende des Bogens zu 1 am rechten Ende des Bogens
reicht. dash-element ist eine Liste (start-t stop-t dash-Unterbrechung dash-Abschnitt). Die Region des Bogens von start-t
bis stop-t hat eine Unterbrechung von dash-Unterbrechung
von jedem dash-Abschnitt-Schwarzabschnitt. dash-Abschnitt ist in Notenlinienzwischenräumen definiert.
dash-Abschnitt ist auf 1 für einen durchgehenden Bogen
gesetzt.
\relative c' {
\once \override
Slur.dash-definition = #'((0 0.3 0.1 0.75)
(0.3 0.6 1 1)
(0.65 1.0 0.4 0.75))
c4( d e f)
\once \override
Slur.dash-definition = #'((0 0.25 1 1)
(0.3 0.7 0.4 0.75)
(0.75 1.0 1 1))
c4( d e f)
}
Siehe auch
Glossar: slur.
Handbuch zum Lernen: Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen.
Notationsreferenz: Richtung und Platzierung, Phrasierungsbögen.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: Slur.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Legatobögen ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen als Bögen ] | [ Atemzeichen > ] | ||
Phrasierungsbögen
Ein Phrasierungsbogen verbindet Noten und wird verwendet, um einen
musikalischen Ausdruck anzuzeigen. Er wird mit den Befehlen
\( und \) eingegeben.
c4\( d( e) f( e2) d\)
Im typographischen Sinne verhalten sich Phrasierungsbögen genauso wie
Legatobögen. Sie werden aber als eigene Objekte behandelt. Ein
\slurUp hat also keine Auswirkung auf die Phrasierungsbögen.
Phrasierungsbögen können manuell oberhalb oder unterhalb des
Notensystems gesetzt werden, siehe
Richtung und Platzierung.
Simultane oder überlappende Phrasierungsbögen sind nicht erlaubt.
Phrasierungsbögen können durchgehend, gepunktet oder gestrichelt dargestellt werden. Standard ist der durchgehende Bogen:
c4\( e g2\) \phrasingSlurDashed g4\( e c2\) \phrasingSlurDotted c4\( e g2\) \phrasingSlurSolid g4\( e c2\)
funindex phrasingSlurHalfDashed
Phrasierungsbögen können auch als halbgestrichelt dargestellt werden (die erste Hälfte gestrichelt, die zweite Hälfte durchgehend, oder halb durchgehend (die erste Hälfte durchgehend, die zweite gestrichelt):
c4\( e g2\) \phrasingSlurHalfDashed g4\( e c2\) \phrasingSlurHalfSolid c4\( e g2\) \phrasingSlurSolid g4\( e c2\)
Eigene Strichelmuster für Phrasierungsbögen können definiert werden:
c4\( e g2\) \phrasingSlurDashPattern #0.7 #0.75 g4\( e c2\) \phrasingSlurDashPattern #0.5 #2.0 c4\( e g2\) \phrasingSlurSolid g4\( e c2\)
Strichelmusterdefinitionen für Phrasierungsbögen haben die gleiche Struktur wie die Definitionen für Legatobögen. Zu mehr Information über komplizierte Strichelmuster, siehe die Schnipsel im Abschnitt Legatobögen.
Vordefinierte Befehle
\phrasingSlurUp,
\phrasingSlurDown,
\phrasingSlurNeutral,
\phrasingSlurDashed,
\phrasingSlurDotted,
\phrasingSlurHalfDashed,
\phrasingSlurHalfSolid,
\phrasingSlurDashPattern,
\phrasingSlurSolid.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen.
Notationsreferenz: Richtung und Platzierung.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: PhrasingSlur.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Phrasierungsbögen ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen als Bögen ] | [ Glissando zu unbestimmter Tonhöhe > ] | ||
Atemzeichen
Atemzeichen werden mit dem Befehl \breathe eingegeben.
c2. \breathe d4
Ein Atemzeichen bezeichnet gleichzeitig das Ende eines automatischen Balkens. Um das Verhalten zu verändern siehe Manuelle Balken.
c8 \breathe d e f g2
Musikalische Zeichen für Atemzeichen in Alter Notation, auch Divisiones genannt, sind unterstützt. Für Einzelheiten siehe Divisiones.
Ausgewählte Schnipsel
Das Atemzeichen-Symbol verändern
Das Schriftzeichen für das Atemzeichen kann verändert werden, indem
die Text-Eigenschaft des BreathingSign-Layoutobjekts mit einer
beliebigen Textbeschriftung definiert wird.
\relative c'' {
c2
\override BreathingSign.text =
\markup { \musicglyph #"scripts.rvarcomma" }
\breathe
d2
}
Eine Zäsur einfügen
Zäsurzeichen können erstellt werden, indem die 'text-Eigenschaft
des BreathingSign-Objektes verändert wird. Ein gekrümmtes
Zäsurzeichen ist auch möglich.
\relative c'' {
\override BreathingSign.text = \markup {
\musicglyph #"scripts.caesura.straight"
}
c8 e4. \breathe g8. e16 c4
\override BreathingSign.text = \markup {
\musicglyph #"scripts.caesura.curved"
}
g8 e'4. \breathe g8. e16 c4
}
Siehe auch
Glossar: caesura.
Notationsreferenz: Divisiones.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: BreathingEvent, BreathingSign, Breathing_sign_engraver.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Atemzeichen ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen als Bögen ] | [ Ausdrucksbezeichnungen als Linien > ] | ||
Glissando zu unbestimmter Tonhöhe
Gleiten nach oben und unten kann mit dem Befehl \bendAfter
notiert werden. Die Richtung des Glissandos wird mit einem
Plus oder Minus (nach oben bzw. nach unten) angezeigt. Die
Zahl zeigt die Intervallgröße an, über die sich das Glissando nach
der Note erstreckt.
c2\bendAfter #+4 c2\bendAfter #-4 c2\bendAfter #+6.5 c2\bendAfter #-6.5 c2\bendAfter #+8 c2\bendAfter #-8
Ausgewählte Schnipsel
Das Aussehen von unbestimmten Glissandi anpassen
Die shortest-duration-space-Eigenschaft kann verändert werden, um
das Aussehen von unbestimmten Glissandi anzupassen.
\relative c'' {
\override Score.SpacingSpanner.shortest-duration-space = #4.0
c2-\bendAfter #5
c2-\bendAfter #-4.75
c2-\bendAfter #8.5
c2-\bendAfter #-6
}
Siehe auch
Schnipsel: Expressive marks.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Glissando zu unbestimmter Tonhöhe ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen ] | [ Glissando > ] | ||
1.3.3 Ausdrucksbezeichnungen als Linien
Dieser Abschnitt zeigt, wie man verschiedene Ausdrucksbezeichnungen erstellt, die sich linear erstrecken: Glissando, Arpeggio und Triller.
| Glissando | ||
| Arpeggio | ||
| Triller |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Ausdrucksbezeichnungen als Linien ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen als Linien ] | [ Arpeggio > ] | ||
Glissando
Ein Glissando wird
mit dem Befehl \glissando auf eine Note folgend notiert:
g2\glissando g' c2\glissando c,
Verschiedene Glissando-Stile sind möglich. Für Einzelheiten siehe Linienstile.
Ausgewählte Schnipsel
Glissando kann Grobs überspringen
NoteColumn-Grobs können bei Glissandos übersprungen werden.
\relative c' {
a2 \glissando
\once \override NoteColumn.glissando-skip = ##t
f''4 d,
}
Moderne Glissandi
Ein modernes Glissando ohne eine Endnote kann gesetzt werden, indem eine Kadenz eingesetzt wird und die Endnote unsichtbar gemacht wird.
\relative c'' {
\time 3/4
\override Glissando.style = #'zigzag
c4 c
\cadenzaOn
c4\glissando
\hideNotes
c,,4
\unHideNotes
\cadenzaOff
\bar "|"
}
Siehe auch
Glossar: glissando.
Notationsreferenz: Linienstile.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: Glissando.
Bekannte Probleme und Warnungen
Printing text over the line (such as gliss.) is not supported.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Glissando ] | [ Nach oben : Ausdrucksbezeichnungen als Linien ] | [ Triller > ] | ||
Arpeggio
Ein Arpeggio als Zeichen, dass ein Akkord gebrochen gespielt werden soll,
kann mit dem Befehl \arpeggio hinter der
Akkord-Konstruktion erzeugt werden.
<c e g c>1\arpeggio
Unterschiedliche Arpeggio-Typen können benutzt werden.
\arpeggioNormal stellt wieder das normale Verhalten
her:
<c e g c>2\arpeggio \arpeggioArrowUp <c e g c>2\arpeggio \arpeggioArrowDown <c e g c>2\arpeggio \arpeggioNormal <c e g c>2\arpeggio
Besondere Arpeggios mit Klammern können erstellt werden:
<c e g c>2 \arpeggioBracket <c e g c>2\arpeggio \arpeggioParenthesis <c e g c>2\arpeggio \arpeggioParenthesisDashed <c e g c>2\arpeggio \arpeggioNormal <c e g c>2\arpeggio
Die dash-Eigenschaft der Arpeggioklammern werden von
der 'dash-details-Eigenschaft kontrolliert, die
beschrieben ist in Legatobögen.
Ein Arpeggio kann auch explizit ausgeschrieben werden, indem Überbindungsbögen benutzt werden. Für mehr Information siehe Bindebögen.
Vordefinierte Befehle
\arpeggio,
\arpeggioArrowUp,
\arpeggioArrowDown,
\arpeggioNormal,
\arpeggioBracket,
\arpeggioParenthesis,
\arpeggioParenthesisDashed.
Ausgewählte Schnipsel
Arpeggio über mehrere Systeme in anderen Kontexten
Arpeggio über mehrere Systeme können in anderen Kontexten als dem
PianoStaff erstellt werden, wenn der Span_arpeggio_engraver
in den Score-Kontext eingefügt wird.
\new PianoStaff \relative c'' <<
\set PianoStaff.connectArpeggios = ##t
\new Staff {
<c e g c>4\arpeggio
<g c e g>4\arpeggio
<e g c e>4\arpeggio
<c e g c>4\arpeggio
}
\new Staff {
\clef bass
\repeat unfold 4 {
<c,, e g c>4\arpeggio
}
}
>>
Arpeggio zwischen Systemen in einem Klaviersystem erstellen
In einem Klaviersystem (PianoStaff) ist es möglich, ein Arpeggio
zwischen beiden Systemen zu verbinden, indem die
PianoStaff.connectArpeggios-Eigenschaft gesetzt wird.
\score {
\new ChoirStaff {
\set Score.connectArpeggios = ##t
<<
\new Voice \relative c' {
<c e>2\arpeggio
<d f>2\arpeggio
<c e>1\arpeggio
}
\new Voice \relative c {
\clef bass
<c g'>2\arpeggio
<b g'>2\arpeggio
<c g'>1\arpeggio
}
>>
}
\layout {
\context {
\Score
\consists "Span_arpeggio_engraver"
}
}
}
Arpeggios zwischen unterschiedlichen Stimmen erzeugen
Ein Arpeggio kann zwischen Noten aus unterschiedlichen Stimmen auf demselben
System gezogen werden, wenn der Span_arpeggio_engraver in den
Staff-Kontext verschoben wird:
\new Staff \with {
\consists "Span_arpeggio_engraver"
}
\relative c' {
\set Staff.connectArpeggios = ##t
<<
{ <e' g>4\arpeggio <d f> <d f>2 }
\\
{ <d, f>2\arpeggio <g b>2 }
>>
}
Siehe auch
Glossar: arpeggio.
Notationsreferenz: Legatobögen, Bindebögen.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: Arpeggio, Slur, PianoStaff.
Bekannte Probleme und Warnungen
Es ist nicht möglich, Arpeggios zwischen Systemen und solche, die sich
nur auf ein System erstrecken, zum gleichen Zeitpunkt in einem
Klaviersystem (PianoStaff) zu benutzen.
Die Arpeggios im Klammer-Stil funktionieren nicht über mehrere Notensysteme.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Triller
Kurze Triller ohne eine Dauer werden mit dem Befehl
\trill notiert, siehe auch
Artikulationszeichen und Verzierungen.
Längere Triller mit einer Dauer werden mit den Befehlen
\startTrillSpan zu
Beginn und \stopTrillSpan am Ende erstellt.
d1\startTrillSpan d1 c2\stopTrillSpan r2
Ein Triller-Strekcer, der über einen Zeilenumbruch geht, beginnt genau über der ersten Note auf der neue Zeile erneut.
d1\startTrillSpan \break d1 c2\stopTrillSpan r2
Aufeinanderfolgende Trillerstrecker funktieren ohne einen
\stopTrillSpan-Befehl, weil ein folgender Strecker
automatisch die rechte Begrenzung des vorhergehenden beendet.
d1\startTrillSpan d1 d1\startTrillSpan d2\stopTrillSpan r2
Triller können auch mit Vorschlägen kombiniert werden. Die Syntax für diese Konstruktion und die Methode, um die Position der Vorschläge präzise zu positionieren, wird gezeigt in Verzierungen.
d1~\afterGrace
d1\startTrillSpan { c32[ d]\stopTrillSpan }
c2 r2
Triller, die auf einer bestimmten Note ausgeführt werden sollen, können
mit dem Befehl pitchedTrill notiert werden. Das erste
Argument ist die Hauptnote, das zweite die Note, auf der getrillert
wird. Sie wird als Note ohne Hals in Klammern ausgegeben.
\pitchedTrill d2\startTrillSpan fis d2 c2\stopTrillSpan r2
Aufeinanderfolgende Versetzungszeichen der selben Note im selben Takt müssen selbst hinzugefügt werden. Nur das Versetzungszeichen des ersten Trillers mit Tonhöhe innerhalb eines Taktes wird ausgegeben.
\pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis eis4\stopTrillSpan \pitchedTrill eis4\startTrillSpan cis eis4\stopTrillSpan \pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis eis4\stopTrillSpan \pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis! eis4\stopTrillSpan
Vordefinierte Befehle
\startTrillSpan,
\stopTrillSpan.
Siehe auch
Glossar: trill.
Notationsreferenz: Artikulationszeichen und Verzierungen, Verzierungen.
Schnipsel: Expressive marks.
Referenz der Interna: TrillSpanner.
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| [ < Triller ] | [ Nach oben : Musikalische Notation ] | [ Lange Wiederholungen > ] | ||
1.4 Wiederholungszeichen
Wiederholung ist ein zentrales Konzept in der Musik, und es gibt eine ganze Vielzahl von Notationsmöglichkeiten für Wiederholungen. LilyPond unterstützt folgende Arten von Wiederholungen:
-
volta (Wiederholungsklammer) Die wiederholte Musik wird nicht geschrieben, sondern zwischen zwei Wiederholungstaktstrichen eingeschlossen. Wenn die Wiederholung am Anfang eines Stückes beginnt, wird nur am Ende der Wiederholung eine Wiederholungstaktlinie gesetzt. Alternative Schlüsse (Volta) werden von links nach rechts mit Klammern gesetzt. Das ist die Standardnotationspraxis für Wiederholungen mit alternativen Schlüssen.
-
unfold (aufklappen) Die wiederholte Musik wird ausgeschrieben, so oft, wie es durch
Wiederholungszählerdefiniert wird. Das erspart Arbeit, wenn repetitive Musik notiert wird.-
percent (Prozent-Wiederholung) Das sind Noten- oder Taktwiederholungen, sie sehen aus wie ein Schrägstrich bzw. wie ein Prozentzeichen.
-
tremolo Das wird benutzt, um Tremolo-Wiederholungen am Notenhals zu notieren.
| 1.4.1 Lange Wiederholungen | ||
| 1.4.2 Kurze Wiederholungen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Wiederholungszeichen ] | [ Nach oben : Wiederholungszeichen ] | [ Normale Wiederholungen > ] | ||
1.4.1 Lange Wiederholungen
| Normale Wiederholungen | ||
| Manuelle Wiederholungszeichen | ||
| Ausgeschriebene Wiederholungen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Lange Wiederholungen ] | [ Nach oben : Lange Wiederholungen ] | [ Manuelle Wiederholungszeichen > ] | ||
Normale Wiederholungen
Die Syntax für normale Wiederholungen ist
\repeat Typ Wiederholungszähler musikAusdr
wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist.
Wiederholung ohne alternativen Schluß:
\repeat volta 2 { c4 d e f }
c2 d
\repeat volta 2 { d4 e f g }
Alternative
Schlüsse können mit \alternative gesetzt werden. Damit die
alternativen Schlüsse von den wiederholten Noten abgegrenzt werden,
müssen sie in geschweiften Klammern zusammengefasst werden.
\repeat volta Wiederholungszähler musikAusdr
\alternative {
{ musikAusdr }
}
wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist.
Wenn es mehr Wiederholungen gibt, als Alternativen angegeben sind, erhalten die ersten Wiederholungen den ersten Schluss.
Eine einfache Wiederholung mit einer Alternative:
\repeat volta 2 { c4 d e f | }
\alternative {
{ c2 e | }
{ f2 g | }
}
c1
Eine einfache Wiederholung mit mehr als einer Alternative:
\repeat volta 4 { c4 d e f | }
\alternative {
{ c2 e | }
{ f2 g | }
}
c1
Mehrfache Wiederholungen mit mehr als einer Alternative:
\repeat volta 3 { c4 d e f | }
\alternative {
{ c2 e | }
{ f2 g | }
{ a2 g | }
}
c1
Achtung: Wenn es zwei oder mehr Alternativen gibt, darf nicht zwischen der schließenden Klammer der einen und der öffnenden Klammer der anderen Wiederholung stehen, weil sonst nicht die erwartete Anzahl von Endungen produziert wird.
Achtung: Wenn man \relative innerhalb von \repeat
notiert, ohne den Voice-Kontext explizit zu beginnen, erscheinen
zusätzliche (ungewollte) Systeme. Sie auch
Ein zusätzliches System erscheint.
Wenn eine Wiederholung mitten in einem Takt beginnt und keine
Alternativen hat, fällt normalerweise auch das Ende der Wiederholung
mitten in einen Takt, sodass beide unvollständigen Takt einen
vollständigen Takt ergeben. In diesem Fall bezeichnen die
Wiederholungsstriche keine richtigen Taktstriche. Benutzen Sie
nicht \partial-Befehle oder Taktüberprüfung, wo die
Wiederholungslinien gesetzt werden:
% no \partial here
c4 e g % no bar check here
% no \partial here
\repeat volta 4 {
e4 |
c2 e |
% no \partial here
g4 g g % no bar check here
}
% no \partial here
g4 |
a2 a |
g1 |
Ähnlich ist es, wenn eine Wiederholung mit einem Auftakt beginnt und
keine Alternativen hat. In diesem Fall muss man aber den
\partial-Befehl zu Beginn der Partitur setzen:
\partial 4 % required
\repeat volta 4 {
e4 |
c2 e |
% no \partial here
g4 g g % no bar check here
}
% no \partial here
g4 |
a2 a |
g1 |
Wenn alternative Endungen zu einer Wiederholung hinzugefügt werden,
die mit einem Auftakt beginnt, muss die Timing.measureLength-Eigenschaft
manuell gesetzt werden, und an folgenden Stellen:
-
am Beginn eines unvollständigen Taktes innerhalb der
\alternative-Umgebung, die normalerweise am Ende jeder Alternative auftreten, außer (in den meisten Fällen) in der letzten. - zu Beginn jeder Alternative außer der ersten.
\partial 4
\repeat volta 2 { e4 | c2 e | }
\alternative {
{
f2 d |
\set Timing.measureLength = #(ly:make-moment 3/4)
g4 g g % optional bar check is allowed here
}
{
\set Timing.measureLength = #(ly:make-moment 4/4)
a2 a |
}
}
g1 |
Die measureLength-Eigenschaft ist beschrieben in
Verwaltung der Zeiteinheiten.
Der \inStaffSegno-Befehl kann angewandt werden, um das
Segno-Zeichen in die Notenzeile einzubinden, auch in Kooperation
mit dem \repeat volta-Befehl. Die benutzten
Taktstrichsymbole können durch Überschreiben der Eigenschaften
segnoType, startRepeatSegnoType,
endRepeatSegnoType bzw. doubleRepeatSegnoType
geändert werden.
e1
\repeat volta 2 {
\inStaffSegno
f2 g a b
}
c1_"D.S." \bar "|."
Bindebögen können auch an eine zweite Klammer angefügt werden:
c1
\repeat volta 2 { c4 d e f~ }
\alternative {
{ f2 d }
{ f2\repeatTie f, }
}
Ausgewählte Schnipsel
Volta-Klammern verkürzen
Volta-Klammern werden normalerweise über alle Noten der Klammer gezogen, aber
es ist möglich sie zu verkürzen. Hierzu muss
voltaSpannerDuration definiert werden, in dem Beispiel etwa als
3/4, sodass die Klammer nur einen Takt dauert.
\relative c'' {
\time 3/4
c4 c c
\set Score.voltaSpannerDuration = #(ly:make-moment 3/4)
\repeat volta 5 { d4 d d }
\alternative {
{
e4 e e
f4 f f
}
{ g4 g g }
}
}
Volta-Klammern zu zusätzlichen Systemen hinzufügen
Der Volta_engraver befindet sich im Score-Kontext und Klammern
werden deshalb nur auf dem obersten System dargestellt. Das kann umgangen
werden, indem man den Volta_engraver zu dem Staff-Kontext
hinzufügt, in dem die Klammern zusätzlichen vorkommen sollen. Siehe auch
das "Volta multi staff"-Schnipsel.
<<
\new Staff { \repeat volta 2 { c'1 } \alternative { c' } }
\new Staff { \repeat volta 2 { c'1 } \alternative { c' } }
\new Staff \with { \consists "Volta_engraver" } { c'2 g' e' a' }
\new Staff { \repeat volta 2 { c'1 } \alternative { c' } }
>>
Setting the double repeat default for volte
There are three different styles of double repeats for volte, that can
be set using doubleRepeatType.
\relative c'' {
\repeat volta 1 { c1 }
\set Score.doubleRepeatType = #":..:"
\repeat volta 1 { c1 }
\set Score.doubleRepeatType = #":|.|:"
\repeat volta 1 { c1 }
\set Score.doubleRepeatType = #":|.:"
\repeat volta 1 { c1 }
}
Alternative Taktnummerierung
Zwei alternative Methoden können eingestellt werden, die die Taktnummerierung beeinflussen, insbesondere bei Wiederholungen.
\relative c'{
\set Score.alternativeNumberingStyle = #'numbers
\repeat volta 3 { c4 d e f | }
\alternative {
{ c4 d e f | c2 d \break }
{ f4 g a b | f4 g a b | f2 a | \break }
{ c4 d e f | c2 d }
}
c1 \break
\set Score.alternativeNumberingStyle = #'numbers-with-letters
\repeat volta 3 { c,4 d e f | }
\alternative {
{ c4 d e f | c2 d \break }
{ f4 g a b | f4 g a b | f2 a | \break }
{ c4 d e f | c2 d }
}
c1
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Taktstriche, Umgebungs-Plugins verändern, Verwaltung der Zeiteinheiten.
Schnipsel: Repeats.
Referenz der Interna: VoltaBracket, RepeatedMusic, VoltaRepeatedMusic, UnfoldedRepeatedMusic.
Bekannte Probleme und Warnungen
Bindebögen, die von einer \repeat-Umgebung in eine
\alternative-Umgebung ragen, funktionieren nur in der
ersten Klammer. Bindebögen können auch nicht von der Ende einer
Wiederholungsklammer auf den Anfang der Wiederholung
verweisen.
Wenn eine Wiederholung innerhalt eines unvollständigen Taktes
beginnt und eine \alternative-Umgebung mit einer
Veränderung von measureLength enghält, führt
die Verwendung von \unfoldRepeats zu falsch gesetzten
Taktstrichen und Taktüberprüfungswarnungen.
Eine ineinandergeschachtelte Wiederholung wie
\repeat … \repeat … \alternative
ist mehrdeutig, weil nicht klar ist, zu welchem \repeat-Abschnitt
die \alternative-Endung gehört. Diese Mehrdeutigkeit wird von
LilyPond aufgelöst, indem die alternative Endung immer zu der innersten
Wiederholung gehört. Um Klarheit zu schaffen, bietet es sich an, in solchen
Situationen Klammern zu benutzen.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Normale Wiederholungen ] | [ Nach oben : Lange Wiederholungen ] | [ Ausgeschriebene Wiederholungen > ] | ||
Manuelle Wiederholungszeichen
Achtung: Diese Methoden werden nur verwendet, um ungewöhnliche
Wiederholungskonstruktionen darzustellen und können sich unerwünscht
verhalten. In den meisten Fällen sollten Wiederholungen mit dem
Befehl \repeat erstellt werden oder indem die entsprechenden
Taktstriche eingegeben werden. Mehr Information in Taktstriche.
Die Eigenschaft repeatCommands kann verwendet werden, um das
Aussehen der Wiederholungen zu beeinflussen. Ihr Argument ist eine
Scheme-Liste an Wiederholungsbefehlen.
-
start-repeat Setzt eine
|:Taktlinie.c1 \set Score.repeatCommands = #'(start-repeat) d4 e f g c1
Der Notensatzpraxis folgend werden Wiederholungstaktstriche nicht zu Beginn eines Stückes gesetzt.
-
end-repeat Setzt eine
:|Taktlinie.c1 d4 e f g \set Score.repeatCommands = #'(end-repeat) c1
-
(volta Zahl) ... (volta #f) Setzt eine Volta-Klammer mit der Beschriftung Nummer. Die Volta-Klammer muss explizit beendet werden, sonst wird sie nicht ausgegeben.
f4 g a b \set Score.repeatCommands = #'((volta "2")) g4 a g a \set Score.repeatCommands = #'((volta #f)) c1
Mehrfache Wiederholungszeichen können an der selben Stelle vorkommen:
f4 g a b \set Score.repeatCommands = #'((volta "2, 5") end-repeat) g4 a g a c1 \set Score.repeatCommands = #'((volta #f) (volta "95") end-repeat) b1 \set Score.repeatCommands = #'((volta #f))
Text kann auch in der Volta-Klammer gesetzt werden. Der Text kann aus Zahlen oder einer Zahl oder einer Textbeschriftung bestehen, siehe Text formatieren. Die einfachste Art Text zu benutzen ist, die Beschriftung zuerst zu definieren und dann die Beschriftung in einer Scheme-Liste einzufügen.
voltaAdLib = \markup { 1. 2. 3... \text \italic { ad lib. } }
\relative c'' {
c1
\set Score.repeatCommands =
#(list(list 'volta voltaAdLib) 'start-repeat)
c4 b d e
\set Score.repeatCommands = #'((volta #f) (volta "4.") end-repeat)
f1
\set Score.repeatCommands = #'((volta #f))
}
Ausgewählte Schnipsel
Ein Wiederholungszeichen zu Beginn eines Stückes ausgeben
Ein |:-Taktstrich kann auch zu Beginn eines Stückes ausgegeben werden, indem
man die entsprechende Eigenschaft verändert:
\relative c'' {
\once \override Score.BreakAlignment.break-align-orders =
#(make-vector 3 '(instrument-name
left-edge
ambitus
breathing-sign
clef
key-signature
time-signature
staff-bar
custos))
\once \override Staff.TimeSignature.space-alist =
#'((first-note . (fixed-space . 2.0))
(right-edge . (extra-space . 0.5))
;; free up some space between time signature
;; and repeat bar line
(staff-bar . (extra-space . 1)))
\bar ".|:"
c1
d1
d4 e f g
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Taktstriche, Text formatieren.
Schnipsel: Repeats.
Referenz der Interna: VoltaBracket, RepeatedMusic, VoltaRepeatedMusic.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Manuelle Wiederholungszeichen ] | [ Nach oben : Lange Wiederholungen ] | [ Kurze Wiederholungen > ] | ||
Ausgeschriebene Wiederholungen
Mit dem unfold-Befehl können Wiederholungen eingesetzt werden,
um repetitive Musik zu notieren. Die Syntax ist
\repeat unfold Wiederholungszähler musikAusdr
wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist und
Wiederholungszähler die Anzahl bezeichnet, mit der
musikAusdr wiederholt wird.
\repeat unfold 2 { c4 d e f }
c1
In einigen Fällen, insbesondere in einer \relative-Umgebung,
bedeutet die Funktion \repeat unfold nicht das gleiche wie
die ausgeschriebenen Noten mehrere Male. Beispielsweise ist
\repeat unfold 2 { a'4 b c }
nicht das Selbe wie
a'4 b c | a'4 b c
Repititive Wiederholungen können auch mit mehreren Alternativeklammern notiert werden:
\repeat unfold 2 { c4 d e f }
\alternative {
{ c2 g' }
{ c,2 b }
}
c1
Wenn es mehr Wiederholungen als Alternativen gibt, wird die erste Alternative so oft eingesetzt, bis sich zusammen mit den restlichen Alternativen die Gesamtanzahl der Wiederholungen ergeben.
\repeat unfold 4 { c4 d e f }
\alternative {
{ c2 g' }
{ c,2 b }
{ e2 d }
}
c1
Wenn es mehr Alternativen als Wiederholungen gibt, wird nur die ersten Alternativen ausgegeben und die restlichen Alternativen ignoriert und nicht gesetzt.
\repeat unfold 2 { c4 d e f }
\alternative {
{ c2 g' }
{ c,2 b }
{ e2 d }
}
c1
Es ist auch möglich, mehrere unfold-Wiederholungen (mit oder
ohne Alternativen) ineinander zu verschachteln:
\repeat unfold 2 {
\repeat unfold 2 { c4 d e f }
\alternative {
{ c2 g' }
{ c,2 b }
}
}
c1
Akkordkonstruktionen können mit dem Akkordwiederholungssymbol q
wiederholt werden. Siehe Akkord-Wiederholungen.
Achtung: Wenn man \relative innerhalb von \repeat
notiert, ohne den Voice-Kontext explizit zu beginnen, erscheinen
zusätzliche (ungewollte) Systeme. Sie auch
Ein zusätzliches System erscheint.
Siehe auch
Notationsreferenz: Akkord-Wiederholungen.
Handbuch zur Benutzung: Ein zusätzliches System erscheint.
Schnipsel: Repeats.
Referenz der Interna: RepeatedMusic, UnfoldedRepeatedMusic.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Ausgeschriebene Wiederholungen ] | [ Nach oben : Wiederholungszeichen ] | [ Prozent-Wiederholungen > ] | ||
1.4.2 Kurze Wiederholungen
Dieser Abschnitt zeigt, wie man kurze Wiederholungen notiert. Kurze Wiederholungen haben zwei Formen: Wiederholungen von einer Note bis zu zwei Takten, die mit Schrägstrichen oder Prozentzeichen dargestellt werden, und Tremolos.
| Prozent-Wiederholungen | ||
| Tremolo-Wiederholung |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Kurze Wiederholungen ] | [ Nach oben : Kurze Wiederholungen ] | [ Tremolo-Wiederholung > ] | ||
Prozent-Wiederholungen
Kurze wiederholte Muster werden einmal gesetzt und das wiederholte Muster wird durch ein besonderes Zeichen ersetzt.
Die Syntax lautet:
\repeat percent Wiederholungszahl musikAusdr
wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist.
Muster, die kürzer als ein Takt sind, werden mit Schrägstrichen ersetzt:
\repeat percent 4 { c128 d e f }
\repeat percent 4 { c64 d e f }
\repeat percent 5 { c32 d e f }
\repeat percent 4 { c16 d e f }
\repeat percent 4 { c8 d }
\repeat percent 4 { c4 }
\repeat percent 2 { c2 }
Muster von einem oder zwei Takten Dauer werden mit prozentartigen Symbolen ersetzt:
\repeat percent 2 { c4 d e f }
\repeat percent 2 { c2 d }
\repeat percent 2 { c1 }
\repeat percent 3 { c4 d e f | c2 g' }
Muster, die kürzer als ein Takt sind, aber unterschiedliche Dauern beinhalten, benützten ein doppeltes Prozent-Symbol.
\repeat percent 4 { c8. <d f>16 }
\repeat percent 2 { \tuplet 3/2 { r8 c d } e4 }
Ausgewählte Schnipsel
Prozent-Wiederholungen zählen
Ganztaktwiederholungen mit mehr als zwei Wiederholungen erhalten einen Zähler, wenn man die entsprechende Eigenschaft einsetzt:
\relative c'' {
\set countPercentRepeats = ##t
\repeat percent 4 { c1 }
}
Sichtbarkeit von Prozent-Wiederholungen
Prozentwiederholungszähler können in regelmäßigen Intervallen angezeigt
werden, indem man die Eigenschaft repeatCountVisibility beeinflusst.
\relative c'' {
\set countPercentRepeats = ##t
\set repeatCountVisibility = #(every-nth-repeat-count-visible 5)
\repeat percent 10 { c1 } \break
\set repeatCountVisibility = #(every-nth-repeat-count-visible 2)
\repeat percent 6 { c1 d1 }
}
Isolierte Prozentwiederholungen
Isolierte Prozentwiederholungen können auch ausgegeben werden. Das wird erreicht, indem man eine Ganztaktpause notiert und ihre Ausgabeform ändert:
makePercent =
#(define-music-function (parser location note) (ly:music?)
"Make a percent repeat the same length as NOTE."
(make-music 'PercentEvent
'length (ly:music-length note)))
\relative c'' {
\makePercent s1
}
Siehe auch
Glossar: percent repeat, simile.
Schnipsel: Repeats.
Referenz der Interna: RepeatSlash, RepeatSlashEvent, DoubleRepeatSlash, PercentRepeat, PercentRepeatCounter, PercentRepeatedMusic, Percent_repeat_engraver, DoublePercentEvent, DoublePercentRepeat, DoublePercentRepeatCounter, Double_percent_repeat_engraver, Slash_repeat_engraver.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Prozent-Wiederholungen ] | [ Nach oben : Kurze Wiederholungen ] | [ Gleichzeitig erscheinende Noten > ] | ||
Tremolo-Wiederholung
Tremolos können in zwei Arten notiert werden: als Wechsel zwischen zwei Noten oder Akkorden oder als schnelle Wiederholung einer einzigen Note. Tremolos, die als Wechsel realisiert werden, werden dargestellt, indem Balken zwischen die Noten gesetzt werden, Tremolos, die eine schnelle Wiederholung darstellen, haben Balken oder Schrägstriche am Hals einer einzigen Note.
Um Tremolobalken zwischen Noten zu setzen, kann der \repeat-Befehl
mit dem Tremolo-Stil benutzt werden:
\repeat tremolo 8 { c16 d }
\repeat tremolo 6 { c16 d }
\repeat tremolo 2 { c16 d }
Die \repeat tremolo-Syntax braucht genau zwei Noten innerhalb
der geschweiften Klammern, und die Anzahl der Wiederholungen muss
einem Wert entsprechen, der mit einfachen oder punktierten Noten
ausgedrückt werden kann. \repeat tremolo 7 funktioniert und
setzt Tremolo für die Dauer einer Doppeltpunktierten, aber
\repeat tremolo 9 funktioniert nicht.
Die Dauer des Tremolos entspricht der Dauer der Wertes in Klammern,
multipliziert mit der Zahl der Wiederholungen: \repeat tremolo
8 { c16 d16 } ergibt ein Tremolo für eine Ganze, notiert als zwei
Ganze, die zwei Tremolobalken zwischen sich haben.
Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Tremolozeichen zu einer einzelnen
Noten hinzuzufügen. Die \repeat tremolo-Syntax kann hier auch
benutzt werden; in diesem Fall wird die Note allerdings nicht
eingeklammert:
\repeat tremolo 4 c'16
Die gleiche Darstellung wird erreicht, indem nach der Note
:Zahl geschrieben wird. Die Zahl zeigt
die Dauer der Unterteilung an, und sie muss mindestens den
Wert 8 haben. Ein Wert von 8 ergibt einen Balken durch den
Notenhals. Wenn die Zahl ausgelassen wird, wird der letzte
benutzte Wert eingesetzt (gespeichert in tremoloFlags):
c2:8 c:32 c: c:
Ausgewählte Schnipsel
Cross-staff tremolos
Since \repeat tremolo expects exactly two musical arguments for
chord tremolos, the note or chord which changes staff within a
cross-staff tremolo should be placed inside curly braces together with
its \change Staff command.
\new PianoStaff <<
\new Staff = "up" \relative c'' {
\key a \major
\time 3/8
s4.
}
\new Staff = "down" \relative c'' {
\key a \major
\time 3/8
\voiceOne
\repeat tremolo 6 {
<a e'>32
{
\change Staff = "up"
\voiceTwo
<cis a' dis>32
}
}
}
>>
Siehe auch
Schnipsel: Repeats.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Tremolo-Wiederholung ] | [ Nach oben : Musikalische Notation ] | [ Eine einzelne Stimme > ] | ||
1.5 Gleichzeitig erscheinende Noten
Polyphonie bedeutet in der musikalischen Terminologie das Vorhandensein von mehr als einer (eigenständigen) Stimme in einem Stück. Für LilyPond bedeutet es aber das Vorhandensein von mehr als einer Stimme pro System.
| 1.5.1 Eine einzelne Stimme | ||
| 1.5.2 Mehrere Stimmen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Gleichzeitig erscheinende Noten ] | [ Nach oben : Gleichzeitig erscheinende Noten ] | [ Noten mit Akkorden > ] | ||
1.5.1 Eine einzelne Stimme
Dieser Abschnitt behandelt gleichzeitige Noten innerhalb derselben Stimme.
| Noten mit Akkorden | ||
| Akkord-Wiederholungen | ||
| Gleichzeitige Ausdrücke | ||
| Cluster |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Eine einzelne Stimme ] | [ Nach oben : Eine einzelne Stimme ] | [ Akkord-Wiederholungen > ] | ||
Noten mit Akkorden
Ein Akkord wird notiert, indem die zu ihm gehörenden Tonhöhen
zwischen spitze Klammern (< und >) gesetzt werden.
Auf einen Akkord kann eine Dauer-Angabe folgen, genauso wie bei
einfachen Noten.
<a c e>1 <a c e>2 <f a c e>4 <a c>8. <g c e>16
Akkorde können auch von Artikulationen gefolgt werden, genau wie auch einfache Noten.
<a c e>1\fermata <a c e>2-> <f a c e>4\prall <a c>8.^! <g c e>16-.
Die Noten innerhalb der Akkorde konnen auch von Artikulationen oder Ornamenten gefolgt werden.
<a c\prall e>1 <a-> c-^ e>2 <f-. a c-. e-.>4 <a-+ c-->8. <g\fermata c e\turn>16
Manche Notationselemente, wie etwa Dynamik, Crescendo-Klammern und Legatobögen müssen an den gesamten Akkord gehängt werden und nicht an einzelne Noten, damit sie ausgegeben werden.
<a\f c( e>1 <a c) e>\f <a\< c e>( <a\! c e>) <a c e>\< <a c e> <a c e>\!
Ein Akkord ist sozusagen ein Container für die Noten, ihre Artikulationen und andere angehänge Elemente. Demzufolge hat also auch ein Akkord ohne wirkliche Noten innerhalb der Klammern keine Dauer. Alle angehängten Artikulationen geschehen zur selben musikalischen Zeit wie die folgende Note oder der folgende Akkord und werden damit kombiniert (für komplexere Möglichkeiten, derartige Elemente zu kombinieren, siehe Gleichzeitige Ausdrücke.
\grace { g8( a b }
<> ) \p \< -. -\markup \italic "sempre staccato"
\repeat unfold 4 { c4 e } c1\f
Der relative Modus kann auch für Tonhöhen in Akkorden eingesetzt werden. Die erste Note eines Akkordes ist immer relativ zur ersten Note des vorherigen Akkordes, oder mit der Tonhöhe der letzten Note vor dem Akkord (wenn kein Akkord vorhergeht). Alle anderen Noten innerhalb des Akkordes sind relativ zu der Note vorher innerhalb des selben Akkordes.
<a c e>1 <f a c> <a c e> <f' a c> <b, e b,>
Mehr Information über Akkorden findet sich in Notation von Akkorden.
Siehe auch
Musikglossar: chord.
Handbuch zum Lernen: Noten zu Akkorden verbinden.
Notationsreferenz: Notation von Akkorden, Artikulationszeichen und Verzierungen, Relative Oktavenbezeichnung, Mehrere Stimmen.
Schnipsel: Simultaneous notes.
Bekannte Probleme und Warnungen
Akkorde, die mehr als zwei Tonhöhen für einen Notenlinenzwischenraum enthalten (wie etwa ‘<e f! fis!>’) produzieren überlappende Notenköpfe. Abhängig von der Situation kann eines der folgenden Dinge helfen, die Darstellung zu verbessern:
- Kurzzeitig mehrere Stimmen benutzen, siehe Mehrere Stimmen: ‘<y f! \\ <e fis!> >>’,
- enharmonische Transkription für einen oder mehrere Tonhöhen vornehmen: ‘<e f ges>’ oder
- Cluster, siehe Cluster.
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Akkord-Wiederholungen
Um Schreibarbeit zu ersparen, kann ein Zeichen benutzt werden, um den
vorhergehenden Akkord zu wiederholen. Das Symbol hierzu ist q:
<a c e>1 q <f a c>2 q
Genauso wie normale Akkorde kann auch das Akkord-Wiederholungssymbol in Verbindung mit Tondauern, Artikulationen, Beschriftungen, Legatobögen, Balken usw. benutzt werden, weil nur die Tonhöhen des vorangehenden Akkordes wiederholgt werden.
<a c e>1\p^"text" q2\<( q8)[-! q8.]\! q16-1-2-3 q8\prall
Das Akkordwiederholungssymbol erinnert sich an das letzte Vorkommen eines Akkordes, sodass man den letzten Akkord wiederholen kann, auch wenn in der Zwischenzeit nicht-Akkord-Noten oder -Pause auftetreten sind.
<a c e>1 c'4 q2 r8 q8 | q2 c, |
Das Akkord-Wiederholungssymbol behält keine Dynamikzeichen, Artikulationen oder Ornamente, die in oder an den vorhergehenden Akkord gehängt waren.
<a-. c\prall e>1\sfz c'4 q2 r8 q8 | q2 c, |
Damit auch diese Zeichen erhalten bleiben, kann die Funktion \chordRepeats
explizit mit einem zusätzlichen Argument aufgerufen werden, um
eine Liste an Ereignistypen (engl. event) zu spezifizieren, die mit
wiederholt werden, es sei denn, der gleiche Ereignistyp wird selber mit
dem q verwendet:
\relative c'' {
\chordRepeats #'(articulation-event)
{ <a-. c\prall e>1\sfz c'4 q2 r8 q8-. } |
q2 c, |
}
Die Benutzung von \chordRepeats innerhalb einer \relative-Konstruktion
führt zu unerwarteten Ergebnissen: Nachdem die Akkordereignisse einmal
erweitert sind, können sie nicht mehr von normal eingegebenen Akkorden
unterschieden werden. Dadurch fügt \relative einen Oktavsprung
entsprechend des aktuellen Kontexts ein.
Weil geschachtelte \relative-Umgebungen sich nicht gegenseitig
beeinflussen, kann man eine zusätzliche \relative-Umgebung
innerhalb von \chordRepeats benutzen, um die Oktavbeziehungen
darzustellen, bevor die wiederholten Akkorde eingesetzt werden. In diesem
Fall beeinflusst der gesamte Inhalt der inneren \relative-Umgebung
nicht die äußere. Daraus ergibt sich die unterschiedliche Oktave der
letzten Note in diesem Beispiel:
\new Voice
\relative c'' {
\chordRepeats #'(articulation-event)
\relative c''
{ <a-. c\prall e>1\sfz c'4 q2 r8 q8-. } |
q2 c |
}
Derartige Probleme mit \relative treten nur auf, wenn \chordRepeats
explizit aufgerufen wird: die Verarbeitung von einfachem q wird
erst vorgenommen, wenn alle \relative-Umgebungen schon verarbeitet
sind.
Siehe auch
Notationsreferenz: Notation von Akkorden, Artikulationszeichen und Verzierungen.
Installierte Dateien: ‘ly/chord-repetition-init.ly’.
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Gleichzeitige Ausdrücke
Eine oder mehrere musikalische Ausdrücke, die in doppelte spitze Klammern eingeschlossen werden, werden gleichzeitig gesetzt. Wenn der erste Ausdruck mit einer einzelnen Note beginnt oder die gesamte Konstruktion explizit in einer einzelnen Stimme erstellt wird, wird auch nur ein Notensystem erstellt. In anderem Falle werden die Elemente der simultanen Konstruktion auf unterschiedlichen Systemen gesetzt.
Das nächste Beispiel zeigt simultane Konstruktionen auf einem System:
\new Voice { % explicit single voice
<< { a4 b g2 } { d4 g c,2 } >>
}
% single first note
a << { a4 b g } { d4 g c, } >>
Dass kann benutzt werden, wenn die simultanen Abschnitte einen identischen Rhythmus haben, aber wenn versucht wird, Noten mit unterschiedlicher Dauer an denselben Hals zu setzen, gibt es Fehlermeldungen. Noten, Artikulationen und Eigenschaftsänderungen in einer einzelnen ‘Voice’ werden gesammelt und in musikalischer Reihenfolge gesetzt:
<a c>4-. <>-. << c a >> << { c-. <c a> } { a s-. } >>
Mehrfache Hälse oder Balken oder unterschiedliche Notendauern oder Eigenschaften zur selben musikalischen Zeit erfordern den Einsatz von mehreren Stimmen.
Das nächste Beispiel zeigt, wie ein simultaner Ausdruck implizit mehrere Systeme erstellt:
% no single first note
<< { a4 b g2 } { d4 g2 c,4 } >>
In diesem Fall stellt der unterschiedliche Rhythmus kein Problem dar, weil sie in unterschiedlichen Stimmen interpretiert werden.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn Noten zweier oder mehrerer Stimmen mit Hälsen in die gleiche Richtung
an der selben Position auf dem System gesetzt werden und keinen Versatz
durch shift aufweisen (oder den gleichen Versatz besitzen), erscheint
die Nachricht
Warnung: zu viele kollidierende Notenspalten werden ignoriert
während der Kompilation. Diese Nachricht kann unterdrückt werden durch
\override NoteColumn.ignore-collision = ##t
Das unterdrückt jedoch nicht nur die Warnungen, sondern schaltet auch die Auflösung von Zusammenstößen ab und kann also zu unbeabsichtigten Resultaten führen. (Siehe auch Auflösung von Zusammenstößen.)
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Cluster
Ein Cluster zeigt an, dass alle Tonhöhen in einem Bereich gleichzeitig
gespielt werden sollen. Cluster können gedeutet werden als eine
Zusammenfassung einer ganzen Anzahl von Noten. Sie werden notiert,
indem die Funktion \makeClusters auf eine Reihe von Akkorden
angewendet wird:
\makeClusters { <g b>2 <c g'> }
Normale Noten und Cluster können zusammen im selben System notiert werden, sogar gleichzeitig. In solchen Fällen wird nicht versucht, automatisch Zusammenstöße zwischen normalen Noten und Clustern aufzulösen.
Siehe auch
Musikglossar: cluster.
Schnipsel: Simultaneous notes.
Referenz der Interna: ClusterSpanner, ClusterSpannerBeacon, Cluster_spanner_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Cluster sehen nur gut aus, wenn sie wenigstens über zwei Akkorde reichen – andernfalls sind sie zu schmal.
Cluster haben keine Hälse und können auch selber keine Dauern darstellen, aber die Länge des gesetzten Clusters wird erschlossen anhand der Dauern der definierten Akkorde. Voneinander getrennte Cluster brauchen eine unsichtbare Pause zwischen sich.
Cluster produzieren kein MIDI.
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1.5.2 Mehrere Stimmen
Dieser Abschnitt behandelt gleichzeitige Noten in mehreren Stimmen oder mehreren Systemen.
| Mehrstimmigkeit in einem System | ||
| Stimmenstile | ||
| Auflösung von Zusammenstößen | ||
| Automatische Kombination von Stimmen | ||
| Musik parallel notieren |
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Mehrstimmigkeit in einem System
Stimmen explicit beginnen
Die grundlegende Struktur, die man benötigt, um mehrere unabhängige Stimmen in einem Notensystem zu setzen, ist im Beispiel unten dargestellt:
\new Staff <<
\new Voice = "first"
{ \voiceOne r8 r16 g e8. f16 g8[ c,] f e16 d }
\new Voice= "second"
{ \voiceTwo d16 c d8~ d16 b c8~ c16 b c8~ c16 b8. }
>>
Stimmen werden hier explizit erstellt und erhalten Bezeichnungen
zugewiesen. Die \voiceOne … \voiceFour-Befehle
stellen die Stimmen so ein, dass für die erste und dritte Stimme
die Hälse nach oben zeigen, für die zweite und vierte Stimme
hingegen nach unten. Die Noten der dritten und vierten Stimme
werden horizontal verschoben, und Pausen in den entsprechenden
Stimmen werden automatisch verschoben, um Zusammenstöße zu
vermeiden. Der \oneVoice-Befehl stellt das Standardverhalten
mit neutralen Halsrichtungen wieder her.
Vorübergehende polyphone Passagen
Ein vorübergehender polyphoner Abschnitt kann mit folgender Konstruktion erstellt werden:
<< { \voiceOne ... }
\new Voice { \voiceTwo ... }
>> \oneVoice
Der erste Ausdruck innerhalb des polyphonen Abschnitts wird in
den Voice-Kontext gestellt, der unmittelbar vor dem
polyphonen Abschnitt aktiv war, und der gleiche Voice-Kontext
setzt sich nach dem Abschnitt fort. Andere Ausdrücke innerhalb
der eckigen Klammern werden anderen Stimmennummern zugewiesen.
Damit lassen sich auch Gesangstexte einer durchgehenden Stimme
vor, während und nach dem polyphonen Abschnitt zuweisen:
<<
\new Voice = "melody" {
a4
<<
{
\voiceOne
g f
}
\new Voice {
\voiceTwo
d2
}
>>
\oneVoice
e4
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
This is my song.
}
>>
Hierbei sind die Befehle \voiceOne und \voiceTwo notwendig, um die Einstellungen für jede Stimme zu
initialisieren.
Die Konstruktion mit doppeltem Backslash
Die << {...} \\ {...} >>-Konstruktion, in welcher
die beiden (oder mehreren) Ausdrücke durch doppelte
Backslash-Zeichen (Taste AltGr+ß) getrennt werden, verhält
sich anderes als die ähnliche Konstruktion ohne die doppelten
Schrägstriche: alle Ausdrücke innerhalb der eckigen
Klammern werden in diesem Fall jeweils neuen Voice-Kontexten
zugeordnet. Diese neuen Voice-Kontexte werden implizit
erstellt und haben die festen Bezeichnungen "1",
"2" usw.
Das erste Beispiel könnte also auch wie folgt notiert werden:
<<
{ r8 r16 g e8. f16 g8[ c,] f e16 d }
\\
{ d16 c d8~ d16 b c8~ c16 b c8~ c16 b8. }
>>
Diese Syntax kann benutzt werden, wenn es keine Rolle spielt,
ob vorübergehend Stimmen erstellt werden und dann wieder
verworfen werden. Diese implizit erstellten Stimmen erhalten
die Einstellungen, die in den Befehlen
\voiceOne … \voiceFour enthalten sind, in
der Reihenfolge, in der sie im Quelltext auftauchen.
Im nächsten Beispiel zeigen die Hälse der zeitweiligen Stimme
nach oben, sie wird deshalb erst als dritte in der Konstruktion
notiert, damit sie die Eigenschaften von voiceThree
zugewiesen bekommt. Unsichtbare Pause werden eingesetzt, damit
keine doppelten Pausen ausgegeben werden.
<<
{ r8 g g g g f16 ees f8 d }
\\
{ ees,8 r ees r d r d r }
\\
{ d'8 s c s bes s a s }
>>
Es wird sehr empfohlen, in allen außer den allereinfachsten Stücken explizite Stimmenkontexte zu erstellen, wie erklärt in Kontexte und Engraver und Stimmen explizit beginnen.
Stimmen-Anordnung
Wenn mehrere Stimmen notiert werden, sollte folgende Anordnung eingehalten werden:
Stimme 1: höchste Stimme 2: tiefste Stimme 3: zweithöchste Stimme 4: zweittiefste Stimme 5: dritthöchste Stimme 6: dritttiefste usw.
Auch wenn das erst nicht einleuchtend erscheint, erleichtert es den automatischen Layoutprozess doch sehr. Die ungeraden Stimmen erhalten Hälse nach oben, die graden Stimmen Hälse nach unten:
\new Staff <<
\time 2/4
{ f''2 } % 1: highest
\\
{ c'2 } % 2: lowest
\\
{ d''2 } % 3: second-highest
\\
{ e'2 } % 4: second-lowest
\\
{ b'2 } % 5: third-highest
\\
{ g'2 } % 6: third-lowest
>>
Achtung: Gesangstext und Strecker (etwa Bögen, Bindebögen, Crescendoklammern usw.) können nicht zwischen zwei Stimmen erstellt werden.
Identische Rhythmen
Wenn parallele Abschnitte gesetzt werden sollen,
die identischen Rhythmus haben, kann man die Ausdrücke in
einen einzigen Voice-Kontext parallel kombinieren, sodass
sich Akkorde ergeben. Um das zu erreichen, müssen sie einfach
von spitzen Klammern innerhalb einer expliziten Stimme
umgeben werden:
\new Voice <<
{ e4 f8 d e16 f g8 d4 }
{ c4 d8 b c16 d e8 b4 }
>>
Mit dieser Methode können sich seltsame Balken und Warnungen ergeben, wenn die Musikausdrücke nicht den gleichen Rhythmus haben.
Vordefinierte Befehle
\voiceOne,
\voiceTwo,
\voiceThree,
\voiceFour,
\oneVoice.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Voice enthält Noten, Stimmen explizit beginnen.
Notationsreferenz: Schlagzeugsysteme, Unsichtbare Pausen, Hälse.
Schnipsel: Simultaneous notes.
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Stimmenstile
Stimmen können unterschiedliche Farben erhalten, um einfach erkennbar zu sein:
<<
{ \voiceOneStyle d4 c2 b4 }
\\
{ \voiceTwoStyle e,2 e }
\\
{ \voiceThreeStyle b2. c4 }
\\
{ \voiceFourStyle g'2 g }
>>
Der \voiceNeutralStyle-Befehl wird benutzt, um wieder
die Standardausgabe einzuschalten.
Vordefinierte Befehle
\voiceOneStyle,
\voiceTwoStyle,
\voiceThreeStyle,
\voiceFourStyle,
\voiceNeutralStyle.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Ich höre Stimmen, Mehr Information.
Schnipsel: Simultaneous notes.
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Auflösung von Zusammenstößen
Die Notenköpfe von Noten in unterschiedlichen Stimmen mit derselben Tonhöhe, demselben Notenkopf und den Hälsen in entgegengesetzte Richtungen werden automatisch verschmolzen, aber Noten mit unterschiedlichen Köpfen oder den Hälsen in die selbe Richtung werden nicht verschmolzen. Pausen, die einem Hals in einer anderen Stimme gegenüberstehen, werden vertikal verschoben. Das folgende Beispiel zeigt drei unterschiedliche Situationen, auf Taktposition 1 und 3 in Takt 1 und Taktposition 1 in Takt 2, wo das automatische Verschmelzen nicht funktioniert.
<<
{
c8 d e d c d c4
g'2 fis
} \\ {
c2 c8. b16 c4
e,2 r
} \\ {
\oneVoice
s1
e8 a b c d2
}
>>
Noten mit unterschiedlichen Notenköpfen können verschmolzen werden, mit der Ausnahme von Halben- und Viertelnotenköpfen, wie im Beispiel unten gezeigt. Hier werden die Notenköpfe auf Taktposition 1 im ersten Takt verschmolzen:
<<
{
\mergeDifferentlyHeadedOn
c8 d e d c d c4
g'2 fis
} \\ {
c2 c8. b16 c4
e,2 r
} \\ {
\oneVoice
s1
e8 a b c d2
}
>>
Auch Köpfe mit unterschiedlichen Punktierungen wie auf Taktposition 3 im ersten Takt können verschmolzen werden:
<<
{
\mergeDifferentlyHeadedOn
\mergeDifferentlyDottedOn
c8 d e d c d c4
g'2 fis
} \\ {
c2 c8. b16 c4
e,2 r
} \\ {
\oneVoice
s1
e8 a b c d2
}
>>
Die Halbe und die Achtel am Anfang des zweiten Taktes werden
fehlerhaft verschmolzen, weil die automatische Verschmelzung
nicht richtig arbeiten
kann, wenn drei oder mehr Noten zur gleichen Zeit auftreten –
und in diesem Fall ist der verschmolzene Notenkopf nicht richtig.
Um das Verschmelzen zuzulassen, muss ein \shift (Verschiebung)
auf die Note angewendet werden, die nicht verschmolzen werden soll.
In diesem Fall wurde
\shiftOn gesetzt, um das oberste g aus der
Kolumne zu entfernen. Jetzt funktioniert
\mergeDifferentlyHeadedOn (verschmelze Noten mit unterschiedlichen
Köpfen) so wie es soll.
<<
{
\mergeDifferentlyHeadedOn
\mergeDifferentlyDottedOn
c8 d e d c d c4
\shiftOn
g'2 fis
} \\ {
c2 c8. b16 c4
e,2 r
} \\ {
\oneVoice
s1
e8 a b c d2
}
>>
Der shiftOn-Befehl ermöglicht die Noten einer Stimme zu verschieben,
erzwingt dieses Verhalten aber nicht. Wenn shiftOn auf eine Stimme
angewendet wird, eine Note oder ein Akkord in der Stimme wird nur verschoben,
wenn sein Hals mit dem Hals der Note einer anderen Stimme kollidieren würde,
und nur, wenn der Hals der Kollisionsnote in die gleiche Richtung zeigt.
Der shiftOff-Befehl verhindert, dass eine derartige Verschiebung
stattfinden kann.
Die äußeren Stimmen (also normalerweise Stimmen 1 und 2) haben als Standard
shiftOff eingestellt, während die inneren Stimmen (3 und mehr)
shiftOn definiert haben. Wenn eine Verschiebung stattfindet, werden
Stimmen mit den Hälsen nach oben (also ungerade Stimmen) nach rechts verschoben,
während Stimmen mit den Hälsen nach unten (also gerade Stimmen) nach links
verschoben werden.
Hier ein Beispiel, das verstehen hilft, wie ein verkürzter polyphonischer Abschnitt intern ausgeweitet wird.
Achtung: Wenn Sie drei oder mehr Stimmen haben, sollte die vertikale Anordnung der Stimmen in der Eingabedatei nicht die gleiche sein wie die vertikale Anordnung der Stimmen im Notensystem!
\new Staff \relative c'' {
%% abbreviated entry
<<
{ f2 } % 1: highest
\\
{ g,2 } % 2: lowest
\\
{ d'2 } % 3: upper middle
\\
{ b2 } % 4: lower middle
>>
%% internal expansion of the above
<<
\new Voice = "1" { \voiceOne \shiftOff f'2 }
\new Voice = "2" { \voiceTwo \shiftOff g,2 }
\new Voice = "3" { \voiceThree \shiftOn d'2 } % shifts right
\new Voice = "4" { \voiceFour \shiftOn b2 } % shifts left
>>
}
Zwei zusätzliche Befehle, shiftOnn und shiftOnnn stellen
weitere Verschiebungsebenen zu verfügung, die vorübergehend eingesetzt
werden können um Zusammenstöße in komplizierten Situationen aufzulösen.
Siehe auch
Beispiel aus dem Leben.
Noten werden nur verschmolzen, wenn ihre Hälse in entgegengesetzte
Richtungen zeigen (also etwa wie Voice 1 und 2 in den
Standardeinstellungen oder wenn die Hälse explizit in unterschiedliche
Richtungen gedreht sind).
Vordefinierte Befehle
\mergeDifferentlyDottedOn,
\mergeDifferentlyDottedOff,
\mergeDifferentlyHeadedOn,
\mergeDifferentlyHeadedOff,
\shiftOn,
\shiftOnn,
\shiftOnnn,
\shiftOff.
Ausgewählte Schnipsel
Zusätzliche Stimmen, um Zusammenstöße zu vermeiden
Ein einigen Fällen von sehr komplexer polyphoner Musik sind zusätzliche
Stimmen notwendig, um Zusammenstöße zwischen den Noten zu vermeiden.
Wenn mehr als vier parallele Stimmen benötigt werden, können zusätzliche
Stimmen definiert werden, indem eine Variable mit der Funktion
context-spec-music definiert wird.
voiceFive = #(context-spec-music (make-voice-props-set 4) 'Voice)
\relative c'' {
\time 3/4
\key d \minor
\partial 2
<<
\new Voice {
\voiceOne
a4. a8
e'4 e4. e8
f4 d4. c8
}
\new Voice {
\voiceTwo
d,2
d4 cis2
d4 bes2
}
\new Voice {
\voiceThree
f'2
bes4 a2
a4 s2
}
\new Voice {
\voiceFive
s2
g4 g2
f4 f2
}
>>
}
Horizontale Verschiebung von Noten erzwingen
Wenn es zu Zusammenstößen kommt, kann mit folgender Lösung eine andere Position manuell eingestellt werden. Die Einheiten hier sind Notenlinienzwischenräume.
\relative c' <<
{
<d g>2 <d g>
}
\\
{
<b f'>2
\once \override NoteColumn.force-hshift = #1.7
<b f'>2
}
>>
Siehe auch
Musikglossar: polyphony.
Handbuch zum Lernen: Mehrere Noten auf einmal, Voice enthält Noten, Beispiele aus dem Leben.
Schnipsel: Simultaneous notes.
Referenz der Interna: NoteColumn, NoteCollision, RestCollision.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Benutzung von \override NoteColumn.ignore-collision = ##t
führt dazu, dass Noten mit unterschiedlichen Köpfen in unterschiedlichen
Stimmen falsch verschmolzen werden.
\mergeDifferentlyHeadedOn
<< { c16 a' b a } \\ { c,2 } >>
\override NoteColumn.ignore-collision = ##t
<< { c16 a' b a } \\ { c,2 } >>
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Automatische Kombination von Stimmen
Automatische Kombination von Stimmen wird verwendet, um zwei
selbständige Stimmen auf einem Notensystem zu setzen. Es wird vor allem
in Orchesterpartituren eingesetzt. Wenn beide Stimmen
die gleichen Noten haben, wird nur eine Stimme gesetzt, wenn
sie sich unterscheiden, werden sie als unterschiedliche Stimmen
(Voice) gesetzt, und die
Richtung der Hälse wird automatisch bestimmt. Zusätzlich
werden solo und a due-Stellen erkannt
und bezeichnet.
Die Syntax zur automatischen Stimmenkombination lautet:
\partcombine musikAusdr1 musikAusdr2
Das nächste Beispiel zeigt, wie die Kombination funktioniert. Hier werden die Stimmen erst auf einem jeweils eigenen System und dann kombiniert gesetzt. Die gleichen Variablen werden für die Stimmen und das kombinierte System benutzt.
instrumentOne = \relative c' {
c4 d e f |
R1 |
d'4 c b a |
b4 g2 f4 |
e1 |
}
instrumentTwo = \relative g' {
R1 |
g4 a b c |
d4 c b a |
g4 f( e) d |
e1 |
}
<<
\new Staff \instrumentOne
\new Staff \instrumentTwo
\new Staff \partcombine \instrumentOne \instrumentTwo
>>
Beide Stimmen haben die gleichen Noten im dritten Takt, sodass
sie nur als eine Stimme gesetzt werden. Die Richtung von Hälsen und
Bögen werden automatisch gewählt, abhängig davon ob es eine
Solo-Stelle oder Unisono ist. In polyphonen Situationen erhält
die erste Stimme (mit dem Kontext one) immer Hälse nach oben,
die zweite Stimme (mit dem Kontext two)
Hälse nach unten. An Solo-Stellen werden die Stimmen mit
„Solo“ bzw. „Solo II“ bezeichnet. Die Unisono-Stellen
(a due) werden mit dem Text „a2“ gekennzeichnet.
Beide Argumente von \partcombine werden als eigenständige
Voice-Kontexte interpretiert. Wenn relative Oktaven
benutzt werden, muss \relative für beide Stimmen
benutzt werden, also:
\partcombine \relative … musikAusdr1 \relative … musikAusdr2
Ein \relative-Abschnitt, der \partcombine umschließt, hat
keinen Einfluss auf
die Tonhöhen von musikAusdr1 oder musikAusdr2.
In professionellen Partituren werden Stimmen oft für lange Strecken auseinander
gehalten, auch wenn eine oder mehrere Noten tatsälich aufeinander treffen und
einfach als Unisono gesetzt werden könnten. Noten zu Akkorden zusammenzufassen
oder eine Stimme als Solo anzuzeigen ist darum nicht ideal, weil die
\partcombine-Funktion jede Note separat betrachtet. Aus diesem
Grund kann die \partcombine-Funktion mit folgenden Befehlen verändert
werden:
Befehle, die auf … Once enden, gelten nur für die nächste
Note eines musikalischen Ausdrucks.
-
\partcombineApartund\partcombineApartOnceerhalten die Noten als zwei unterschiedliche Stimmen, auch wenn sie als Akkord oder Unisono kombiniert werden könnten. -
\partcombineChordsund\partcombineChordsOncekombinieren die Noten als Akkord. -
\partcombineUnisonound\partcombineUnisonoOncekombinieren beide Stimmen als Unisono. -
\partcombineSoloIund\partcombineSoloIOncesetzen nur Stimme eins und markieren sie als „Solo“. -
\partcombineSoloIIund\partcombineSoloIIOncesetzen nur Stimme zwei und markieren sie als „Solo“. -
\partcombineAutomaticund\partcombineAutomaticOncebeenden die Wirkung der Befehle oben und stellt das normale Verhalten des Kombinationsmechanismus wieder her.
instrumentOne = \relative c' {
\partcombineApart c2^"apart" e |
\partcombineAutomatic e2^"auto" e |
\partcombineChords e'2^"chord" e |
\partcombineAutomatic c2^"auto" c |
\partcombineApart c2^"apart" \partcombineChordsOnce e^"chord once" |
c2 c |
}
instrumentTwo = \relative c' {
c2 c |
e2 e |
a,2 c |
c2 c' |
c2 c |
c2 c |
}
<<
\new Staff { \instrumentOne }
\new Staff { \instrumentTwo }
\new Staff { \partcombine \instrumentOne \instrumentTwo }
>>
Ausgewählte Schnipsel
Zwei Stimmen auf einem System kombinieren
Die Funktion, die Stimmen kombiniert (also der \partcombine-Befehl)
ermöglicht die Kombination unterschiedlicher Stimmen auf einem
System. Textanweisungen wie "solo" oder "a2" werden automatisch
hinzugefügt. Wenn man sie entfernen will, muss man die Eigenschaft
printPartCombineTexts auf falsch setzen. Für Klavierauszüge
muss natürlich kein "solo"/"a2" usw. hinzugefügt werden, man
sollte sie also ausschalten. Wenn aber Solo-Stellen in einem
Klavierauszug oder einer Chorpartitur angezeigt werden, ist es besser,
normale Polyphonie zu verwenden, weil so die Solostellen angezeigt
werden, auch wenn der Text des Stimmenkombinierers ausgeschaltet ist.
Der Schnipsel zeigt drei Möglichkeiten, Stimmen auf einem System zu
kombinieren: Standardpolyphonie, \partcombine ohne Text und
\partcombine mit Text.
musicUp = \relative c'' {
\time 4/4
a4 c4.( g8) a4 |
g4 e' g,( a8 b) |
c b a2.
}
musicDown = \relative c'' {
g4 e4.( d8) c4 |
r2 g'4( f8 e) |
d2 \stemDown a
}
\score {
<<
<<
\new Staff {
\set Staff.instrumentName = #"Standard polyphony"
<< \musicUp \\ \musicDown >>
}
\new Staff \with { printPartCombineTexts = ##f } {
\set Staff.instrumentName = #"PartCombine without texts"
\partcombine \musicUp \musicDown
}
\new Staff {
\set Staff.instrumentName = #"PartCombine with texts"
\partcombine \musicUp \musicDown
}
>>
>>
\layout {
indent = 6.0\cm
\context {
\Score
\override SystemStartBar.collapse-height = #30
}
}
}
Partcombine-Text ändern
Wenn Stimmen automatisch kombiniert werden, kann der Text, der für Solo- und Unisono-Stellen ausgegeben wird, geändert werden:
\new Staff <<
\set Staff.soloText = #"girl"
\set Staff.soloIIText = #"boy"
\set Staff.aDueText = #"together"
\partcombine
\relative c'' {
g4 g r r
a2 g
}
\relative c'' {
r4 r a( b)
a2 g
}
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Orchesterstimmen erstellen.
Schnipsel: Simultaneous notes.
Referenz der Interna: PartCombineMusic, Voice.
Bekannte Probleme und Warnungen
Alle \partcombine...-Funktionen können nur zwei Stimmen
aufnehmen und sind nicht für die Behandlung von Gesangstext geeignet.
Das heißt, dass die Funktion nicht funktioniert, wenn einer der
Kontexte explizit eine Bezeichnung erhält, um ihm etwa Gesangstext
zuweisen zu können.
\partcombine...-Funktionen können nicht innerhalb von
\times- oder \relative-Umgebungen geschrieben werden.
Wenn printPartCombineTexts definiert ist und die zwei Stimmen
die gleichen Noten abwechselnd spielen, kann es sein, dass die
Kombinationsfunktion den Text „a2“ mehr als einmal im gleichen
Takt setzt.
\partcombine merkt nur, wenn eine Note in einer Voice-Umgebung
beginnt; Information, dass eine Note in einer Stimme etwa schon
begonnen hat, wenn die andere Stimme die gleiche Note spielt,
fehlt. Das kann zu einigen unerwarteten Problemen führen, wie etwa
dass „Solo“ bzw. „Unison“ falsch gesetzt werden.
\partcombine hält alle Strecker (Haltebögen, Legatobögen,
Klammern usw.) in der gleichen Voice-Umgebung, sodass es
sein kann, dass diese Strecker nicht korrekt erscheinen, wenn sie
in einer anderen Stimme enden.
Wenn die \partcombine-Funktion beide Noten nicht kombinieren
kann (beispielsweise weil beide Stimmen unterschiedliche Dauern haben),
werden die Stimmen intern in one und two benannt. Das
heißt, dass jeglicher Kontextwechsel zu einem Voice-Kontext
mit anderer Bezeichnung ignoriert wird.
Lesen Sie auch den Abschnitt Bekannte Probleme und Warnungen,
wenn Sie \partcombine in Tabulaturen benutzen
(siehe Standardtabulaturen).
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Musik parallel notieren
Noten für mehrere Stimmen können verschachtelt notiert werden.
Die Funktion \parallelMusic akzeptiert eine Liste mit
den Bezeichnungen einer Reihe von Variablen und einen
musikalischen Ausdruck. Der Inhalt der verschiedenen Takte in
dem musikalischen Ausdruck bekommt die Bezeichnung der Variablen zugewiesen,
sodass sie benutzt werden können, um die Musik dann zu setzen.
Dabei entspricht jede Zeile einer Stimme.
Achtung: Taktüberprüfungen | müssen benutzt werden, und
die Takte müssen die gleiche Länge haben.
\parallelMusic #'(voiceA voiceB voiceC) {
% Bar 1
r8 g'16 c'' e'' g' c'' e'' r8 g'16 c'' e'' g' c'' e'' |
r16 e'8.~ e'4 r16 e'8.~ e'4 |
c'2 c'2 |
% Bar 2
r8 a'16 d'' f'' a' d'' f'' r8 a'16 d'' f'' a' d'' f'' |
r16 d'8.~ d'4 r16 d'8.~ d'4 |
c'2 c'2 |
}
\new StaffGroup <<
\new Staff << \voiceA \\ \voiceB >>
\new Staff { \clef bass \voiceC }
>>
Der relative Modus kann auch benutzt werden. Beachten Sie, dass
der \relative-Befehl nicht innerhalb von
\parallelMusic benutzt wird. Die Noten sind parallel
zu der vorherigen Note der gleichen Stimme , nicht zu der
vorherigen Note in der Quelldatei. Anders gesagt ignorieren
relative Noten von voiceA die Noten von voiceB.
\parallelMusic #'(voiceA voiceB voiceC) {
% Bar 1
r8 g16 c e g, c e r8 g,16 c e g, c e |
r16 e8.~ e4 r16 e8.~ e4 |
c2 c |
% Bar 2
r8 a,16 d f a, d f r8 a,16 d f a, d f |
r16 d8.~ d4 r16 d8.~ d4 |
c2 c |
}
\new StaffGroup <<
\new Staff << \relative c'' \voiceA \\ \relative c' \voiceB >>
\new Staff \relative c' { \clef bass \voiceC }
>>
Das funktioniert ziemlich gut für Klaviernoten. Dieses Beispiel speichert vier konsekutive Takte in vier Variablen:
global = {
\key g \major
\time 2/4
}
\parallelMusic #'(voiceA voiceB voiceC voiceD) {
% Bar 1
a8 b c d |
d4 e |
c16 d e fis d e fis g |
a4 a |
% Bar 2
e8 fis g a |
fis4 g |
e16 fis g a fis g a b |
a4 a |
% Bar 3 ...
}
\score {
\new PianoStaff <<
\new Staff {
\global
<<
\relative c'' \voiceA
\\
\relative c' \voiceB
>>
}
\new Staff {
\global \clef bass
<<
\relative c \voiceC
\\
\relative c \voiceD
>>
}
>>
}
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Stücke durch Bezeichner organisieren.
Schnipsel: Simultaneous notes.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Musik parallel notieren ] | [ Nach oben : Musikalische Notation ] | [ Systeme anzeigen lassen > ] | ||
1.6 Notation auf Systemen
Dieser Abschnitt zeigt, wie die Erscheinung von Systemen beeinflusst wird, wie Partituren mit mehr als einem System gesetzt werden und wie man Aufführungsanweisungen und Stichnoten zu einzelnen Systemen hinzufügt.
| 1.6.1 Systeme anzeigen lassen | ||
| 1.6.2 Einzelne Systeme verändern | ||
| 1.6.3 Orchesterstimmen erstellen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Notation auf Systemen ] | [ Nach oben : Notation auf Systemen ] | [ Neue Notensysteme erstellen > ] | ||
1.6.1 Systeme anzeigen lassen
Dieser Abschnitt zeigt unterschiedliche Methoden, Notensysteme und Gruppen von Systemen zu erstellen.
| Neue Notensysteme erstellen | ||
| Systeme gruppieren | ||
| Verschachtelte Notensysteme | ||
| Systeme trennen |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Systeme anzeigen lassen ] | [ Nach oben : Systeme anzeigen lassen ] | [ Systeme gruppieren > ] | ||
Neue Notensysteme erstellen
Notensysteme (engl. staff, Pl. staves)
werden mit dem \new oder \context-Befehl erstellt. Zu
Einzelheiten siehe
Kontexte erstellen.
Der einfachste Notensystem-Kontext ist Staff:
\new Staff { c4 d e f }
DrumStaff (Perkussionsnotensystem) erstellt ein Notensystem
mit fünf Linien, das für ein typisches Schlagzeug eingerichtet ist.
Für jedes Instrument werden unterschiedliche Symbole dargestellt.
Die Instrumente werden innerhalb der
drummode-Umgebung gesetzt, wo jedes Instrument seine eigene
Bezeichnung hat. Zu Einzelheiten siehe
Schlagzeugsysteme.
\new DrumStaff {
\drummode { cymc hh ss tomh }
}
RhythmicStaff (Rhythmus-System) erstellt ein Notensystem mit
nur einer Notenlinie, auf welcher nur die rhythmischen Werte der
eingegebenen Noten dargestellt werden. Die wirklichen Längen bleiben
erhalten. Zu Einzelheiten, siehe
Melodierhythmus anzeigen.
\new RhythmicStaff { c4 d e f }
TabStaff (Tabulatursystem) erstellt eine Tabulatur mit sechs
Saiten in der üblichen Gitarrenstimmung. Zu Einzelheiten siehe
Standardtabulaturen.
\new TabStaff { c4 d e f }
Es gibt zwei Notensysteme, die zur Notation von Alter Musik eingesetzt
werden: MensuralStaff and VaticanaStaff. Sie sind
erklärt in
Vordefinierte Umgebungen.
Das GregorianTranscriptionStaff (System zur Transkription des
Gregorianischen Chorals) erstellt ein Notensystem, um modernen
Gregorianischen Choral zu notieren. Es hat keine Notenlinien.
\new GregorianTranscriptionStaff { c4 d e f e d }
Neue Notensystem-Kontexte können selber definiert werden. Zu Einzelheiten, siehe Neue Kontexte definieren.
Siehe auch
Notationsreferenz: Kontexte erstellen, Schlagzeugsysteme, Melodierhythmus anzeigen, Standardtabulaturen, Vordefinierte Umgebungen, Das Notensystem, Gregorianische Gesangs-Kontexte, Mensural-Kontexte, Neue Kontexte definieren.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: Staff, DrumStaff, GregorianTranscriptionStaff, RhythmicStaff, TabStaff, MensuralStaff, VaticanaStaff, StaffSymbol.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Neue Notensysteme erstellen ] | [ Nach oben : Systeme anzeigen lassen ] | [ Verschachtelte Notensysteme > ] | ||
Systeme gruppieren
Es gibt verschiedene Kontexte, um einzelne Notensysteme zu gruppieren und einer Partitur zu verbinden. Jeder Gruppenstil beeinflusst das Aussehen des Systemanfangs und das Verhalten der Taktlinien.
Wenn kein Kontext angegeben ist, wird die Standardeinstellung eingesetzt: die Gruppe beginnt mit einer vertikalen Linie und die Taktlinien sind nicht verbunden.
<<
\new Staff { c1 c }
\new Staff { c1 c }
>>
Im StaffGroup-Kontext die Gruppe mit einer eckigen Klammer
begonnen und die Taktlinien durch alle Systeme gezogen.
\new StaffGroup <<
\new Staff { c1 c }
\new Staff { c1 c }
>>
In einem ChoirStaff (Chorsystem) beginnt die Gruppe mit einer
eckigen Klammer, aber die Taktlinien sind nicht verbunden.
\new ChoirStaff <<
\new Staff { c1 c }
\new Staff { c1 c }
>>
In einem GrandStaff (Akkolade) beginnt die Gruppe mit einer
geschweiften Klammer und die Taktlinien sind durchgezogen.
\new GrandStaff <<
\new Staff { c1 c }
\new Staff { c1 c }
>>
Der PianoStaff-(Klaviersystem)-Kontext ist identisch mit dem
GrandStaff-Kontext, aber es ermöglicht zusätzlich direkt
die Angabe einer Instrumentbezeichnung. Zu Einzelheiten siehe
Instrumentenbezeichnungen.
\new PianoStaff <<
\set PianoStaff.instrumentName = #"Piano"
\new Staff { c1 c }
\new Staff { c1 c }
>>
Jede Systemgruppe stellt die Eigenschaft
systemStartDelimiter (SystemBeginnBegrenzer) auf einen der
folgenden Werte:
SystemStartBar, SystemStartBrace oder
SystemStartBracket. Ein vierter Begrenzer,
SystemStartSquare, ist auch erreichbar, aber man muss ihr
explizit einstellen.
Neue Systemgruppen können definiert werden. Zu Einzelheiten siehe Neue Kontexte definieren.
Ausgewählte Schnipsel
Eine eckige Klammer zu Beginn von Systemgruppen benutzen
Die Klammer zu Beginn von Systemgruppen kann auch in eine eckige Klammer
(SystemStartSquare) umgewandelt werden, wenn man sie explizit
im StaffGroup- oder ChoirStaffGroup-Kontext setzt.
\score {
\new StaffGroup { <<
\set StaffGroup.systemStartDelimiter = #'SystemStartSquare
\new Staff { c'4 d' e' f' }
\new Staff { c'4 d' e' f' }
>> }
}
Klammer anzeigen, wenn nur ein System gesetzt wird
Wenn nur ein System einer Systemgruppe vom Typ ChoirStaff oder
StaffGroup angezeigt wird, wird die Klammer zu Beginn normalerweise
nicht gesetzt. Das kann verändert werden, indem man die entsprechende
Eigenschaft verändert.
Bei Systemen wie PianoStaff und GrandStaff, die mit einer
geschweiften Klammer beginne, muss eine andere Eigenschaft verändert werden,
wie das zweite Beispiel zeigt.
\score {
\new StaffGroup <<
% Must be lower than the actual number of staff lines
\override StaffGroup.SystemStartBracket.collapse-height = #4
\override Score.SystemStartBar.collapse-height = #4
\new Staff {
c'1
}
>>
}
\score {
\new PianoStaff <<
\override PianoStaff.SystemStartBrace.collapse-height = #4
\override Score.SystemStartBar.collapse-height = #4
\new Staff {
c'1
}
>>
}
Mensurstriche-Layout (Taktstriche zwischen den Systemen
Das Mensurstiche-Layout, in welchem die Taktlinien nicht auf den Systemen,
sondern zwischen den Systemen gesetzt werden, kann mit einer StaffGroup
anstelle von ChoirStaff erreicht werden. Die Taktlinien auf den
Systemen werden mit der transparent-Eigenschaft ausgelöscht.
global = {
\hide Staff.BarLine
s1 s
% the final bar line is not interrupted
\undo \hide Staff.BarLine
\bar "|."
}
\new StaffGroup \relative c'' {
<<
\new Staff { << \global { c1 c } >> }
\new Staff { << \global { c c } >> }
>>
}
Siehe auch
Glossar: brace, bracket, grand staff.
Notationsreferenz: Instrumentenbezeichnungen, Neue Kontexte definieren.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: Staff, StaffGroup, ChoirStaff, GrandStaff, PianoStaff, SystemStartBar, SystemStartBrace, SystemStartBracket, SystemStartSquare.
Bekannte Probleme und Warnungen
PianoStaff nimmt standardmäßig keine ChordNames (Akkordbezeichnungen)
auf.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Systeme gruppieren ] | [ Nach oben : Systeme anzeigen lassen ] | [ Systeme trennen > ] | ||
Verschachtelte Notensysteme
System-Gruppen können in beliebiger Tiefe geschachtelt werden. In diesem Fall erstellt jeder neue, innen liegende Kontext eine neue Klammer außerhalb der Klammer der Systemgruppe, in der er sich befindet.
\new StaffGroup <<
\new Staff { c2 c | c2 c }
\new StaffGroup <<
\new Staff { g2 g | g2 g }
\new StaffGroup \with {
systemStartDelimiter = #'SystemStartSquare
}
<<
\new Staff { e2 e | e2 e }
\new Staff { c2 c | c2 c }
>>
>>
>>
Neue geschachtelte Systemgruppen können definiert werden. Zu Einzelheiten siehe Neue Kontexte definieren.
Ausgewählte Schnipsel
Systeme schachteln
Die Eigenschaft systemStartDelimiterHierarchy kann eingesetzt
werden, um komplizierte geschachtelte Systemklammern zu erstellen. Der
Befehl \set StaffGroup.systemStartDelimiterHierarchy nimmt eine
Liste mit der Anzahl der Systeme, die ausgegeben werden, auf. Vor jedem
System kann eine Systemanfangsklammer angegeben werden. Sie muss in Klammern eingefügt
werden und umfasst so viele Systeme, wie die Klammer einschließt. Elemente
in der Liste können ausgelassen werden, aber die erste Klammer umfasst immer
die gesamte Gruppe. Die Möglichkeiten der Anfangsklammer sind: SystemStartBar,
SystemStartBracket, SystemStartBrace und
SystemStartSquare.
\new StaffGroup
\relative c'' <<
\set StaffGroup.systemStartDelimiterHierarchy
= #'(SystemStartSquare (SystemStartBrace (SystemStartBracket a
(SystemStartSquare b) ) c ) d)
\new Staff { c1 }
\new Staff { c1 }
\new Staff { c1 }
\new Staff { c1 }
\new Staff { c1 }
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Systeme gruppieren, Instrumentenbezeichnungen, Neue Kontexte definieren.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: StaffGroup, ChoirStaff, SystemStartBar, SystemStartBrace, SystemStartBracket, SystemStartSquare.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Verschachtelte Notensysteme ] | [ Nach oben : Systeme anzeigen lassen ] | [ Einzelne Systeme verändern > ] | ||
Systeme trennen
Wenn die Anzahl der Systeme sich von Seite zu Seite ändert, wird normalerweise
ein Trennzeichen hinzugefügt, dass die Systeme voneinander trennt. Die
Standardeinstellung ist, dass der Trenner nicht gesetzt wird, aber man kann ihn
mit einer Option in der \paper-Umgebung angeschalten.
\book {
\score {
\new StaffGroup <<
\new Staff {
\relative c'' {
c4 c c c
\break
c4 c c c
}
}
\new Staff {
\relative c'' {
c4 c c c
\break
c4 c c c
}
}
>>
}
\paper {
system-separator-markup = \slashSeparator
% following commands are needed only to format this documentation
paper-width = 100\mm
paper-height = 100\mm
tagline = ##f
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Seitenlayout.
Schnipsel: Staff notation.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Systeme trennen ] | [ Nach oben : Notation auf Systemen ] | [ Das Notensystem > ] | ||
1.6.2 Einzelne Systeme verändern
Dieser Abschnitt zeigt, wie man bestimmte Eigenschaften eines Systems ändert – etwa die Anzahl der Notenlinien oder die Größe des Systems. Es werden auch Methoden dargestellt, ein System zu beginnen und zu beenden sowie eine Methode, Ossia-Systeme zu erstellen.
| Das Notensystem | ||
| Ossia-Systeme | ||
| Systeme verstecken |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Einzelne Systeme verändern ] | [ Nach oben : Einzelne Systeme verändern ] | [ Ossia-Systeme > ] | ||
Das Notensystem
Die Befehle \stopStaff und \startStaff können
benutzt werden, um ein Notensystem zu stoppen oder (wieder)
zu beginnen.
\stopStaff f4 d \startStaff g, e f'4 d \stopStaff g, e f'4 d \startStaff g, e
Vordefinierte Befehle
\startStaff,
\stopStaff.
Die Linien eines Notensystems gehören zu dem
StaffSymbol-(NotensystemSymbol)-Grob (hierzu gehören auch
Hilfslinien).
StaffSymbol-Eigenschaften können verändert werden, um die
Erscheinung des Notensystems zu beeinflussen, aber sie müssen
gesetzt werden, bevor das System erstellt wird.
Die Anzahl der Notenlinien kann verändert werden:
f4 d \stopStaff \override Staff.StaffSymbol.line-count = #2 \startStaff g, e | f'4 d \stopStaff \revert Staff.StaffSymbol.line-count \startStaff g, e |
Auch die Position der Notenlinien kann geändert werden. Die Werte werden in halben Notensystemabständen eingegeben und die neue Position ist relativ zur ursprünglichen Mittellinie. Eine einzelne Linie wird für jeden Wert ausgegeben, sodass die Anzahl der Linien sowie ihre Position im Notensystem mit einem Befehl geändert werden können.
f4 d \stopStaff \override Staff.StaffSymbol.line-positions = #'(1 3 5 -1 -3) \startStaff g, e | f'4 d \stopStaff \override Staff.StaffSymbol.line-positions = #'(8 6.5 -6 -8 -0.5) \startStaff g, e
die Position des Notenschlüssels und die Position von c’ können geändert werden, um dem neuen System zu entsprechen. Siehe auch Notenschlüssel.
Die Liniendicke der Notenlinien kann verändert werden. Die Dicke der Hilfslinien und Notenhälse wird auch beeinflusst, weil sie von der Notenliniendicke abhängen.
\new Staff \with {
\override StaffSymbol.thickness = #3
}
{ f4 d g, e }
Die Dicke der Hilfslinien (engl. ledger lines) kann allerdings auch unabhängig von der Notenliniendicke verändert werden. Die zwei Zahlen, die nötig sind, sind Faktoren, mit denen die Notenlinien-Dicke und der Notenlinienabstand multipliziert werden. Die Addition beider Werte ergibt die Dicke der Hilfslinien.
\new Staff \with {
\override StaffSymbol.thickness = #2
\override StaffSymbol.ledger-line-thickness = #'(0.5 . 0.4)
}
{ f'4 a, a,, f }
Die vertikale Position der Hilfslinien kann verändert werden:
\new Staff \with {
\override StaffSymbol.ledger-positions = #'(-3 -2 -1 2 5 6)
}
{ f'4 a, a,, f }
Zusätzliche Hilfslinien können auch innerhalb des Systems gesetzt
werden, wenn sie von einem selbsdefinierten Notensystem genötigt
werden. Das Beispiel zeigt die Standardposition der Hilfslinien
wenn die explizite Position mit legder-position nicht
definiert ist. Der Befehl stopStaff wird benötigt, damit
der Befehl sich auf das gesamte System (StaffSymbol) auswirkt.
Der Abstand zwischen Notenlinien kann verändert werden. Diese Einstellung wirkt sich auch auf den Abstand der Hilfslinien aus.
\new Staff \with {
\override StaffSymbol.staff-space = #1.5
}
{ f'4 d, g, e, }
Ausgewählte Schnipsel
Eine Linie des Notensystems dicker als die anderen machen
Für den pädagogischen Einsatz kann eine Linie des Notensystems dicker
gezeichnet werden (z. B. die Mittellinie, oder um den Schlüssel hervorzuheben).
Das ist möglich, indem man zusätzliche Linien sehr nahe an der Linie, die
dicker erscheinen soll, einfügt. Dazu wird die line-positions-Eigenschaft
herangezogen.
{
\override Staff.StaffSymbol.line-positions =
#'(-4 -2 -0.2 0 0.2 2 4)
d'4 e' f' g'
}
Siehe auch
Glossar: line, ledger line, staff.
Notationsreferenz: Notenschlüssel.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: StaffSymbol, staff-symbol-interface.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Das Notensystem ] | [ Nach oben : Einzelne Systeme verändern ] | [ Systeme verstecken > ] | ||
Ossia-Systeme
Ossia-Systeme können gesetzt werden, indem zwei gleichzeitige Notensysteme an der entsprechenden Position erstellt werden:
\new Staff \relative c'' {
c4 b d c
<<
{ c4 b d c }
\new Staff { e4 d f e }
>>
c4 b c2
}
Dieses Beispiel ist aber normalerweise nicht erwünscht. Um Ossia-Systeme zu setzen, die sich über dem eigentlichen System befinden, keine Takt- und Schlüsselangaben haben und kleiner gesetzt sind, müssen einige Optimierungen angewendet werden. Im Handbuch zum Lernen wird eine Technik vorgestellt, mit der das gewünschte Ergebnis erreicht werden kann, beginnend in Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln.
Das Beispiel unten setzt die
alignAboveContext-(oberhalbAusrichtenKontext)-Eigenschaft
ein, um den Ossia-Abschnitt auszurichten. Diese Methode
bietet sich an, wenn nur einige Ossia-Systeme benötigt werden.
\new Staff = main \relative c'' {
c4 b d c
<<
{ c4 b d c }
\new Staff \with {
\remove "Time_signature_engraver"
alignAboveContext = #"main"
fontSize = #-3
\override StaffSymbol.staff-space = #(magstep -3)
\override StaffSymbol.thickness = #(magstep -3)
firstClef = ##f
}
{ e4 d f e }
>>
c4 b c2
}
Wenn mehrere isolierte Ossia-Systeme gebraucht werden, kann es
günstiger sein, einen leeren Staff-Kontext mit einer
spezifischen Kontextidentifikation zu erstellen. Die
Ossia-Abschnitte werden dann erstellt, indem dieser Kontext
aufgerufen wird und mit \startStaff und
\stopStaff an den richtigen Stellen sichtbar gemacht
wird. Der Vorteil dieser Methode zeigt sich, wenn man längere
Stücke setzt.
<<
\new Staff = ossia \with {
\remove "Time_signature_engraver"
\hide Clef
fontSize = #-3
\override StaffSymbol.staff-space = #(magstep -3)
\override StaffSymbol.thickness = #(magstep -3)
}
{ \stopStaff s1*6 }
\new Staff \relative c' {
c4 b c2
<<
{ e4 f e2 }
\context Staff = ossia {
\startStaff e4 g8 f e2 \stopStaff
}
>>
g4 a g2 \break
c4 b c2
<<
{ g4 a g2 }
\context Staff = ossia {
\startStaff g4 e8 f g2 \stopStaff
}
>>
e4 d c2
}
>>
Man kann auch den \Staff \RemoveEmptyStaves-Befehl einsetzen,
um Ossia-Systeme zu erstellen. Diese Methode eignet sich am
besten, wenn nach dem Ossia sofort ein Zeilenumbruch erfolgt.
Mehr Information zu \Staff \RemoveEmptyStaves findet sich in
Systeme verstecken.
<<
\new Staff = ossia \with {
\remove "Time_signature_engraver"
\hide Clef
fontSize = #-3
\override StaffSymbol.staff-space = #(magstep -3)
\override StaffSymbol.thickness = #(magstep -3)
} \relative c'' {
R1*3
c4 e8 d c2
}
\new Staff \relative c' {
c4 b c2
e4 f e2
g4 a g2 \break
c4 b c2
g4 a g2
e4 d c2
}
>>
\layout {
\context {
\Staff \RemoveEmptyStaves
\override VerticalAxisGroup.remove-first = ##t
}
}
Ausgewählte Schnipsel
Gesangstext und Ossia vertikal ausrichten
Dieser Schnipsel zeigt, wie man die Kontexteigenschaften
alignBelowContext und alignAboveContext benutzen kann, um
die Positionierung von Gesangstext und Ossia-Abschnitten zu kontrollieren.
\paper {
ragged-right = ##t
}
\relative c' <<
\new Staff = "1" { c4 c s2 }
\new Staff = "2" { c4 c s2 }
\new Staff = "3" { c4 c s2 }
{ \skip 2
<<
\lyrics {
\set alignBelowContext = #"1"
lyrics4 below
}
\new Staff \with {
alignAboveContext = #"3"
fontSize = #-2
\override StaffSymbol.staff-space = #(magstep -2)
\remove "Time_signature_engraver"
} {
\tuplet 6/4 {
\override TextScript.padding = #3
c8[^"ossia above" d e d e f]
}
}
>>
}
>>
Siehe auch
Glossar: ossia, staff, Frenched staff.
Handbuch zum Lernen: Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln, Größe von Objekten, Länge und Dicke von Objekten.
Notationsreferenz: Systeme verstecken.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: StaffSymbol.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Ossia-Systeme ] | [ Nach oben : Einzelne Systeme verändern ] | [ Orchesterstimmen erstellen > ] | ||
Systeme verstecken
Die Notenlinien können entfernt werden, indem der
Staff_symbol_engraver aus dem Staff-Kontext
entfernt wird. Alternativ kann auch \stopStaff
eingesetzt werden.
\new Staff \with {
\remove "Staff_symbol_engraver"
}
\relative c''' { a8 f e16 d c b a2 }
Leere Systeme können versteckt werden, wenn der
\Staff \RemoveEmptyStaves-Befehl im \layout-Abschnitt
benutzt wird. In großen Orchesterpartituren wird dies oft
verwendet, um die leeren Systeme von gerade nicht spielenden
Instrumenten zu verstecken. In der Standardeinstellung werden alle
leeren Notenzeilen außer die des ersten Systems entfernt.
Achtung: Eine Notenzeile gilt als leer, wenn sie nur Ganztaktpausen,
Pausen, unsichtbare Noten, skip-Befehle oder eine Kombination
der drei enthält.
\layout {
\context {
\Staff \RemoveEmptyStaves
}
}
\relative c' <<
\new Staff {
e4 f g a \break
b1 \break
a4 b c2
}
\new Staff {
c,4 d e f \break
R1 \break
f4 g c,2
}
>>
\Staff \RemoveEmptyStaves kann auch eingesetzt werden,
um Ossiaabschnitte zu erstellen. Zu Einzelheiten, siehe
Ossia-Systeme.
Der \VaticanaStaff \RemoveEmptyStaves-Befehl kann
benutzt werden, um leere Takte in Notation der Alten Musik
zu entfernen. Gleichermaßen kann
\RhythmicStaff \RemoveEmptyStaves eingesetzt werden, um
leere Takte in einem
RhythmicStaff-Kontext zu entfernen.
Vordefinierte Befehle
\Staff \RemoveEmptyStaves,
\VaticanaStaff \RemoveEmptyStaves,
\RhythmicStaff \RemoveEmptyStaves.
Ausgewählte Schnipsel
Die erste leere Notenzeile auch entfernen
Ein leeres Notensystem kann auch aus der ersten Zeile einer Partitur
entfernt werden, indem die Eigenschaft remove-first der
VerticalAxisGroup-Eigenschaft eingesetzt wird. Das kann
man global in einer \layout-Umgebung oder lokal in dem
bestimmten Notensystem machen, das entfernt werden soll. In letzterem
Fall muss man den Kontext angeben.
Das untere Notensystem der zweiten Systemgruppe wird nicht entfernt, weil in die Einstellungen in dem Schnipsel nur für das eine Notensystem gültig sind.
\layout {
\context {
\Staff \RemoveEmptyStaves
% To use the setting globally, uncomment the following line:
% \override VerticalAxisGroup.remove-first = ##t
}
}
\new StaffGroup <<
\new Staff \relative c' {
e4 f g a \break
c1
}
\new Staff {
% To use the setting globally, comment this line,
% uncomment the line in the \layout block above
\override Staff.VerticalAxisGroup.remove-first = ##t
R1 \break
R
}
>>
\new StaffGroup <<
\new Staff \relative c' {
e4 f g a \break
c1
}
\new Staff {
R1 \break
R
}
>>
Siehe auch
Glossar: Frenched staff.
Handbuch zum Lernen: Sichtbarkeit und Farbe von Objekten.
Notationsreferenz: Die Standardeinstellungen von Kontexten ändern, Das Notensystem, Ossia-Systeme, Unsichtbare Noten, Sichtbarkeit von Objekten.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: ChordNames, FiguredBass, Lyrics, Staff, VerticalAxisGroup, Staff_symbol_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn man den Staff_symbol_engraver entfernt, werden auch
die Taktlinien entfernt. Wenn eine sichtbare Taktlinie
angefordert wird, kann es zu Formatierungsfehlern kommen. In
diesem Fall sollten folgende Befehle eingesetzt werden, anstatt
den Engraver zu entfernen:
\omit StaffSymbol \override NoteHead.no-ledgers = ##t
Zu den bekannten Fehlern und Warnungen, die mit \Staff \RemoveEmptyStaves
zusammenhängen, siehe Die Standardeinstellungen von Kontexten ändern.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Systeme verstecken ] | [ Nach oben : Notation auf Systemen ] | [ Instrumentenbezeichnungen > ] | ||
1.6.3 Orchesterstimmen erstellen
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Tempo-Anweisungen und Instrumentenbezeichnungen einfügt. Es werden auch Möglichkeiten vorgestellt, andere Stimmen zu zitieren und Stichnoten zu formatieren.
| Instrumentenbezeichnungen | ||
| Andere Stimmen zitieren | ||
| Stichnoten formatieren |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Orchesterstimmen erstellen ] | [ Nach oben : Orchesterstimmen erstellen ] | [ Andere Stimmen zitieren > ] | ||
Instrumentenbezeichnungen
Instrumentbezeichnungen können an der linken Seite von Notensystemen
im Staff-, PianoStaff-, StaffGroup, GrandStaff
und ChoirStaff-Kontext gesetzt
werden. Der Wert von instrumentName wird für das erste
System eingesetzt, der Wert von shortInstrumentName für
alle weiteren Systeme.
\new Staff \with {
instrumentName = #"Violin "
shortInstrumentName = #"Vln. "
}
{ c4.. g'16 c4.. g'16 \break | c1 }
Mit dem Textbeschriftungsmodus (\markup) können auch komplizierte
Instrumentenbezeichnungen erstellt werden:
\new Staff \with {
instrumentName = \markup {
\column { "Clarinetti"
\line { "in B" \smaller \flat }
}
}
}
{ c4 c,16 d e f g2 }
Wenn zwei oder mehr Systeme gruppiert werden, werden die
Instrumentenbezeichnungen automatisch zentriert. Um auch
mehrzeilige Instrumentenbezeichnungen zentriert zu setzen, muss
\center-column benutzt werden:
<<
\new Staff \with {
instrumentName = #"Flute"
}
{ f2 g4 f }
\new Staff \with {
instrumentName = \markup {
\center-column { "Clarinet" }
\line { "in B" \smaller \flat }
}
}
{ c4 b c2 }
>>
Wenn die Instrumentenbezeichnung zu lang ist, kann es vorkommen,
dass die Bezeichnungen in einer Gruppe nicht zentriert werden.
Um dennoch eine Zentrierung zu erhalten, müssen die Werte des
Einzugs (indent und short-indent) vergrößert werden.
Zu Einzelheiten siehe \paper-Variablen für Verschiebungen und Einrückungen.
\relative c'' {
<<
\new Staff \with {
instrumentName = #"Alto Flute in G"
shortInstrumentName = #"Flt."
}
{
f2 g4 f \break
g4 f g2
}
\new Staff \with {
instrumentName = #"Clarinet"
shortInstrumentName = #"Clar."
}
{
c,4 b c2 \break
c2 b4 c
}
>>
}
\layout {
indent = 3.0\cm
short-indent = 1.5\cm
}
Um Instrumentenbezeichnungen zu anderen Kontexten (wie etwa
ChordNames or FiguredBass)
hinzuzufügen, muss der Instrument_name_engraver dem
entsprechenden Kontext hinzugefügt werden. Zu Einzelheiten
siehe Umgebungs-Plugins verändern.
Die kurzen Instrumentenbezeichnungen können mitten in einer Partitur
geändert werden. Die Lange Bezeichnung
instrumentName wird nur bei ihrem ersten Auftreten gesetzt
und spätere Änderungen nicht berücksichtigt.
\new Staff \with {
instrumentName = #"Flute"
shortInstrumentName = #"Flt."
}
{
c1 c c c \break
c1 c c c \break
\set Staff.instrumentName = #"Clarinet"
\set Staff.shortInstrumentName = #"Clt."
c1 c c c \break
c1 c c c \break
}
Wenn das Instrument gewechselt werden soll, kann der Befehl
\addInstrumentDefinition in Begleitung von
\instrumentSwitch benutzt werden, um eine detaillierte
Auflistung aller notwendigen Änderungen für den Wechsel zu
definieren. Der \addInstrumentDefinition-Befehl hat
zwei Argumente: eine Identifikation und eine Assoziationsliste
von Kontexteigenschaften und Werten, die für dieses Instrument
benutzt werden müssen. Der Befehl muss sich auf der höchsten
Ebene in der Eingabedatei befinden. \instrumentSwitch
wird dann benutzt, um den Wechsel vorzunehmen:
\addInstrumentDefinition #"contrabassoon"
#`((instrumentTransposition . ,(ly:make-pitch -1 0 0))
(shortInstrumentName . "Cbsn.")
(clefGlyph . "clefs.F")
(middleCPosition . 6)
(clefPosition . 2)
(instrumentCueName . ,(make-bold-markup "cbsn."))
(midiInstrument . "bassoon"))
\new Staff \with {
instrumentName = #"Bassoon"
}
\relative c' {
\clef tenor
\compressFullBarRests
c2 g'
R1*16
\instrumentSwitch "contrabassoon"
c,,2 g \break
c,1 ~ | c1
}
Siehe auch
Notationsreferenz:
\paper-Variablen für Verschiebungen und Einrückungen,
Umgebungs-Plugins verändern.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: InstrumentName, PianoStaff, Staff.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Instrumentenbezeichnungen ] | [ Nach oben : Orchesterstimmen erstellen ] | [ Stichnoten formatieren > ] | ||
Andere Stimmen zitieren
Es kommt sehr oft vor, dass eine Orchesterstimme die gleichen Noten wie eine andere spielt. So können etwa die ersten und zweiten Geigen für eine bestimmte Passage die gleichen Noten haben. In LilyPond kann man das erreichen, indem eine Stimme von der anderen zitiert, sodass man die Noten für die zweite Stimme nicht noch einmal eingeben muss.
Der \addQuote-Befehl, auf höchster Ebene in der Datei, definiert
einen Notenabschnitt, aus dem zitiert werden kann.
Der \quoteDuring-Befehl wird benutzt, um den Punkt
anzuzeigen, an dem das Zitat beginnt. Er benötigt zwei
Argumente: die Bezeichnung der zitierten Stimme, wie vorher mit
\addQuote definiert, und einen musikalischen Ausdruck
für die Dauer des Zitates.
fluteNotes = \relative c'' {
a4 gis g gis | b4^"quoted" r8 ais\p a4( f)
}
oboeNotes = \relative c'' {
c4 cis c b \quoteDuring #"flute" { s1 }
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\score {
<<
\new Staff \with { instrumentName = "Flute" } \fluteNotes
\new Staff \with { instrumentName = "Oboe" } \oboeNotes
>>
}
Wenn der musikalische Ausdruck, der mit dem
\quoteDuring-Befehl benutzt wird, antelle von
unsichtbare Noten oder Ganztaktpausen etwa Noten enthält, wird eine
polyphone Stelle begonnen, was meistens nicht erwünscht ist:
fluteNotes = \relative c'' {
a4 gis g gis | b4^"quoted" r8 ais\p a4( f)
}
oboeNotes = \relative c'' {
c4 cis c b \quoteDuring #"flute" { e4 r8 ais b4 a }
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\score {
<<
\new Staff \with { instrumentName = "Flute" } \fluteNotes
\new Staff \with { instrumentName = "Oboe" } \oboeNotes
>>
}
Der \quoteDuring-Befehl benützt die Einstellungen des
\transposition-Befehls beider Stimmen, um Noten für die
zitierende Stimme zu produzieren, die das gleiche klingende C
wie die zitierte Stimme haben.
clarinetNotes = \relative c'' {
\transposition bes
\key d \major
b4 ais a ais | cis4^"quoted" r8 bis\p b4( f)
}
oboeNotes = \relative c'' {
c4 cis c b \quoteDuring #"clarinet" { s1 }
}
\addQuote "clarinet" { \clarinetNotes }
\score {
<<
\new Staff \with { instrumentName = "Clarinet" } \clarinetNotes
\new Staff \with { instrumentName = "Oboe" } \oboeNotes
>>
}
Standardmäßig werden mit den zitierten Noten auch alle Artikulationen,
Dynamik, Beschriftungen usw. übernommen. Es ist aber möglich
auszuwählen, welche Objekte der zitierten Noten dargestllt werden.
Das geschieht mit der quotedEventTypes-Kontexteigenschaft.
fluteNotes = \relative c'' {
a2 g2 |
b4\<^"quoted" r8 ais a4\f( c->)
}
oboeNotes = \relative c'' {
c2. b4 |
\quoteDuring #"flute" { s1 }
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\score {
<<
\set Score.quotedEventTypes = #'(note-event articulation-event
crescendo-event rest-event
slur-event dynamic-event)
\new Staff \with { instrumentName = "Flute" } \fluteNotes
\new Staff \with { instrumentName = "Oboe" } \oboeNotes
>>
}
Zitate können auch mit Marken (engl. tag) versehen werden. Siehe auch Marken benutzen.
Siehe auch
Notationsreferenz: Transposition von Instrumenten, Marken benutzen.
Installierte Dateien: ‘scm/define-event-classes.scm’.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: Music classes, QuoteMusic, Voice.
Bekannte Probleme und Warnungen
Nur der Inhalt der ersten Stimme innerhalb eines
\addQuote-Befehls wird für das Zitat herangezogen. Wenn
der zitierte Ausdruck also \new oder \context Voice-Befehle
enthält, werden deren Inhalte nicht zitiert. Zitieren von Ziernoten
und Vorschläge wird von LilyPond nicht unterstützt und kann
dazu führen, dass LilyPond abstürzt. Wenn geschachtelte Triolen zitiert
werden, ist das Notenbild unter Umständen sehr schlecht.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
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Stichnoten formatieren
Die einfachste Art, Stichnoten zu erstellen, ist es, einen
CueVoice-Kontext in der Stimme zu erstellen.
R1
<<
{ e2\rest r4. e8 }
\new CueVoice {
\stemUp d'8^"flute" c d e fis2
}
>>
d,4 r a r
Der Befehl \cueClef kann auch in einem expliziten
CueVoice-Kontext eingesetzt werden, wenn ein Schlüsselwechsel
nötig ist. Hiermit wird ein Schlüssel entsprechender Größe für die
Stichnoten ausgegeben. Der Befehl \cueClefUnset kann dann
eingesetzt werden, um wieder zum ursprünglichen Schlüssel zurückzukehren,
wiederum in der richtigen Größe:
\clef "bass"
R1
<<
{ e2\rest r4. \cueClefUnset e,8 }
\new CueVoice {
\cueClef "treble" \stemUp d''8^"flute" c d e fis2
}
>>
d,,4 r a r
Die Befehle \cueClef und \cueClefUnset können auch ohne
eine CueVoice-Umgebung eingesetzt werden:
\clef "bass" R1 \cueClef "treble" d'8^"flute" c d e fis2 \cueClefUnset d,,4 r a r
Für kompliziertere Stichnotenbehandlung, etwa mit Transposition,
oder um Stichnoten aus unterschiedlichen Stimmen einzufügen,
können die Befehle \cueDuring oder \cueDuringWithClef
eingesetzt werden. Sie stellen eine spezielle Form von \quoteDuring
dar, siehe auch Andere Stimmen zitieren.
Die Syntax lautet:
\cueDuring #Zitatbezeichnung #Richtung Noten
sowie
\cueDuringWithClef #Zitatbezeichnung #Richtung #Schlüssel #Noten
Die Noten der entprechenden Takten von Zitatbezeichnung wird
dem CueVoice-Kontext hinzugefügt und erscheint gleichzeitig mit
Noten, wodurch eine polyphone Situation entsteht. Die
Richtung kann entweder UP oder DOWN sein,
womit die zitierten Noten entweder als erste oder als zweite Stimme
in einem System gesetzt werden.
fluteNotes = \relative c'' {
r2. c4 | d8 c d e fis2 | g2 d |
}
oboeNotes = \relative c'' {
R1
\new CueVoice { \set instrumentCueName = "flute" }
\cueDuring #"flute" #UP { R1 }
g2 c,
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\new Staff {
\oboeNotes
}
Es ist möglich anzupassen, welche Objekte der Notation von
\cueDuring zitiert werden, indem man die
quotedCueEventTypes-Eigenschaft verändert. Ihr
Standardwert ist '(note-event rest-event tie-event beam-event
+tuplet-span-event); somit werden also nur Noten, Pausen, Bindebögen,
Balken und N-tolen zitiert, nicht aber Artikulationen, Dynamik,
Beschriftung usw.
Achtung: Wenn eine Voice-Umgebung mit cueDuring beginnt,
wie im folgenden Beispiel, muss die Voice-Umgebung explizit
erstellt werden, weil sonst der gesamte musikalische Ausdruck zum
CueVoice-Kontext gehören würde.
oboeNotes = \relative c'' {
r2 r8 d16(\f f e g f a)
g8 g16 g g2.
}
\addQuote "oboe" { \oboeNotes }
\new Voice \relative c'' {
\set Score.quotedCueEventTypes = #'(note-event rest-event tie-event
beam-event tuplet-span-event
dynamic-event slur-event)
\cueDuring #"oboe" #UP { R1 }
g2 c,
}
Die Bezeichnung des gerade spielenden Instruments in den Stichnoten
kann gesetzt werden, indem man die instrumentCueName-Eigenschaft
in einen temporären CueVoice-Kontext setzt. Die Platzierung und
der Stil von instrumentCueName wird durch das \instrumentSwitch-Objekt
kontrolliert, siehe Instrumentenbezeichnungen. Wenn die Stichnoten
einen Schlüsselwechsel erfordern, kann dieser manuell hervorgerufen werden,
aber der originale Schlüssel muss auch manuell am Ende der Stichnoten
wieder hergestellt werden.
fluteNotes = \relative c'' {
r2. c4 d8 c d e fis2 g2 d2
}
bassoonNotes = \relative c {
\clef bass
R1
\clef treble
\new CueVoice { \set instrumentCueName = "flute" }
\cueDuring #"flute" #UP { R1 }
\clef bass
g4. b8 d2
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\new Staff {
\bassoonNotes
}
Alternativ kann auch die Funktion \cueDuringWithClef eingesetzt
werden. Dieser Befehl erhält zusätzlcih ein Argument, das den
Schlüsselwechsel anzeigt, den man für die Stichnoten braucht. Der
originale Schlüssel wird automatisch wieder hergesetllt.
fluteNotes = \relative c'' {
r2. c4 d8 c d e fis2 g2 d2
}
bassoonNotes = \relative c {
\clef bass
R1
\new CueVoice { \set instrumentCueName = "flute" }
\cueDuringWithClef #"flute" #UP #"treble" { R1 }
g4. b8 d2
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\new Staff {
\bassoonNotes
}
Genauso wie \quoteDuring berücksichtigt auch \cueDuring
Transpositionen. Stichnoten werden auf den Tonhöhen erstellt, die für
das Instrument geschrieben würden, in dessen Noten sie gesetzt werden,
um die klingenden Töne des Quelleninstruments zu produzieren.
Um Stichnoten anders zu transponieren, muss \transposedCueDuring
benutzt werden. Dieser Befehl braucht ein zusätzliches Argument, um
(in absolutem Modus) die gedruckte Tonhöhe vorzugeben, mit der das
das zweigestrichene C dargestellt werden soll. Das ist nützlich, wenn
man Stichnoten von einem Instrument mit einem vollständig anderen
Register benutzt:
piccoloNotes = \relative c''' {
\clef "treble^8"
R1
c8 c c e g2
c4 g g2
}
bassClarinetNotes = \relative c' {
\key d \major
\transposition bes,
d4 r a r
\transposedCueDuring #"piccolo" #UP d { R1 }
d4 r a r
}
\addQuote "piccolo" { \piccoloNotes }
<<
\new Staff \piccoloNotes
\new Staff \bassClarinetNotes
>>
Der \killCues-Befehl entfernt Stichnoten aus einem
musikalischen Ausdruck, sodass derselbe musikalische Ausdruck
für die Partitur und für eine Stimme mit Stichnoten eingesetzt
werden kann. Der Befehl \killCues entfernt nur Noten
und Ereignisse, die durch \cueDuring zitiert wurden.
Andere Beschriftungen in Verbindung mit Stichnoten, wie etwa
Schlüsselwechsel und Marken, die das Ursprungsinstrument anzeigen,
können mit Marken versehen werden, um sie selektiv einzufügen,
siehe Marken benutzen.
fluteNotes = \relative c'' {
r2. c4 d8 c d e fis2 g2 d2
}
bassoonNotes = \relative c {
\clef bass
R1
\tag #'part {
\clef treble
\new CueVoice { \set instrumentCueName = "flute" }
}
\cueDuring #"flute" #UP { R1 }
\tag #'part \clef bass
g4. b8 d2
}
\addQuote "flute" { \fluteNotes }
\new Staff {
\bassoonNotes
}
\new StaffGroup <<
\new Staff {
\fluteNotes
}
\new Staff {
\removeWithTag #'part { \killCues { \bassoonNotes } }
}
>>
Alternativ können Schlüsselwechsel und Instrumentenbezeichnungen
auch in eine Instrument-Definition unter Einsatz des Befehls
\addInstrumentDefinition zusammengefasst werden, siehe
Instrumentenbezeichnungen.
Siehe auch
Notationsreferenz: Andere Stimmen zitieren, Transposition von Instrumenten, Instrumentenbezeichnungen, Marken benutzen, Notenschlüssel, Musikalische Stichnoten.
Schnipsel: Staff notation.
Referenz der Interna: CueVoice, Voice.
Bekannte Probleme und Warnungen
Zusammenstöße können bei Benutzung von \cueDuring zwischen Pausen
der Hauptstimme und den Stichnoten des CueVoice-Kontexts auftreten.
Wenn \cueDuringWithClef oder \transposedCueDuring
eingesetzt wird, muss das zusätzliche Argument nach dem Zitat und der
Richtung erscheinen.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Stichnoten formatieren ] | [ Nach oben : Musikalische Notation ] | [ Innerhalb des Systems > ] | ||
1.7 Anmerkungen
Dieser Abschnitt zeigt die verschiedenen Möglichkeiten, die Erscheinung der Noten zu ändern und analytische bzw. pädagogische Anmerkungen anzubringen.
| 1.7.1 Innerhalb des Systems | ||
| 1.7.2 Außerhalb des Notensystems |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Anmerkungen ] | [ Nach oben : Anmerkungen ] | [ Auswahl der Notations-Schriftgröße > ] | ||
1.7.1 Innerhalb des Systems
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Elemente hervorhebt, die sich innerhalb des Notensystems befinden.
| Auswahl der Notations-Schriftgröße | ||
| Fingersatzanweisungen | ||
| Unsichtbare Noten | ||
| Farbige Objekte | ||
| Klammern | ||
| Hälse |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Innerhalb des Systems ] | [ Nach oben : Innerhalb des Systems ] | [ Fingersatzanweisungen > ] | ||
Auswahl der Notations-Schriftgröße
Die Schriftgröße von Notationselementen kann geändert werden. Damit wird allerdings nicht die Größe von veränderlichen Symbolen, wie Balken oder Bögen, geändert.
Achtung: Für Schriftgröße von Text, siehe Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle.
\huge c4.-> d8---3 \large c4.-> d8---3 \normalsize c4.-> d8---3 \small c4.-> d8---3 \tiny c4.-> d8---3 \teeny c4.-> d8---3
Intern wird hiermit die fontSize-Eigenschaft gesetzt. Sie
wird für alle Layout-Objekte definiert. Der Wert von
font-size ist eine Zahl, die die Größe relativ zur Standardgröße
für die aktuelle Systemhöhe angibt. Jeder Vergrößerungsschritt bedeutet
etwa eine Vergrößerung um 12% der Schriftgröße. Mit sechs Schritten wird
die Schriftgröße exakt verdoppelt. Die Scheme-Funktion magstep
wandelt einen Wert von font-size in einen Skalierungsfaktor um.
Die font-size-Eigenschaft kann auch direkt gesetzt werden, so dass
sie sich nur auf bestimmte Layoutobjekte bezieht.
\set fontSize = #3 c4.-> d8---3 \override NoteHead.font-size = #-4 c4.-> d8---3 \override Script.font-size = #2 c4.-> d8---3 \override Stem.font-size = #-5 c4.-> d8---3
Schriftgrößenänderungen werden erreicht, indem man die Design-Schriftgröße
nimmt, die der gewünschten am nächsten kommt, und sie dann skaliert. Die
Standard-Schriftgröße (für font-size = #0) hängt von der
Standard-Systemhöhe ab. Für ein Notensystem von 20pt wird eine Schriftgröße
von 10pt ausgewählt.
Die font-size-Eigenschaft kann nur für die Layoutobjekte gesetzt
werden, die Schrift-Dateien benutzen. Das sind die, welche die
font-interface-Layoutschnittstelle unterstützen.
Vordefinierte Befehle
\teeny,
\tiny,
\small,
\normalsize,
\large,
\huge.
Siehe auch
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: font-interface.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Auswahl der Notations-Schriftgröße ] | [ Nach oben : Innerhalb des Systems ] | [ Unsichtbare Noten > ] | ||
Fingersatzanweisungen
Fingersatzanweisungen können folgenderweise notiert werden: ‘Note’-Zahl
c4-1 d-2 f-4 e-3
Für Fingerwechsel muss eine Textbeschriftung (markup) benutzt werden:
c4-1 d-2 f-4 c^\markup { \finger "2 - 3" }
Mit dem Daumen-Befehl (\thumb) können die Noten bezeichnet
werden, die mit dem
Daumen (etwa auf dem Cello) gespielt werden sollen.
<a_\thumb a'-3>2 <b_\thumb b'-3>
Fingersätze für Akkorde können auch zu einzelnen Noten hinzugefügt werden, indem sie innerhalb der Akkord-Klammer direkt an die Noten angefügt werden.
<c-1 e-2 g-3 b-5>2 <d-1 f-2 a-3 c-5>
Fingersatzanweisungen können manuell oberhalb des Systems gesetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.
Ausgewählte Schnipsel
Position von Fingersatz in Akkorden kontrollieren
Die Position von Fingersatzzahlen kann exakt kontrolliert werden.
\relative c' {
\set fingeringOrientations = #'(left)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(down)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(down right up)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(up)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(left)
<c-1>2
\set fingeringOrientations = #'(down)
<e-3>2
}
Fingersatz auch innerhalb des Systems setzen
Normalerweise werden vertikal orientierte Fingersatzzahlen außerhalb des Systems gesetzt. Das kann aber verändert werden.
\relative c' {
<c-1 e-2 g-3 b-5>2
\override Fingering.staff-padding = #'()
<c-1 e-2 g-3 b-5>4 <g'-0>
}
Avoiding collisions with chord fingerings
Fingerings and string numbers applied to individual notes will automatically avoid beams and stems, but this is not true by default for fingerings and string numbers applied to the individual notes of chords. The following example shows how this default behavior can be overridden.
\relative c' {
\set fingeringOrientations = #'(up)
\set stringNumberOrientations = #'(up)
\set strokeFingerOrientations = #'(up)
% Default behavior
r8
<f c'-5>8
<f c'\5>8
<f c'-\rightHandFinger #2 >8
% Corrected to avoid collisions
r8
\override Fingering.add-stem-support = ##t
<f c'-5>8
\override StringNumber.add-stem-support = ##t
<f c'\5>8
\override StrokeFinger.add-stem-support = ##t
<f c'-\rightHandFinger #2 >8
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Richtung und Platzierung.
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: FingeringEvent, fingering-event, Fingering_engraver, New_fingering_engraver, Fingering.
Bekannte Probleme und Warnungen
Standardmäßig ist eine Zahl größer als 9 nicht unterstützt, wenn man die
Schreibweise Note-Zahl einsetzt.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Fingersatzanweisungen ] | [ Nach oben : Innerhalb des Systems ] | [ Farbige Objekte > ] | ||
Unsichtbare Noten
Versteckte (oder unsichtbare oder transparente) Noten können sinnvoll sein, wenn man Notation für den Theorieunterricht oder Kompositionsübungen erstellen will.
c4 d \hideNotes e4 f \unHideNotes g a \hideNotes b \unHideNotes c
Notenköpfe, Hälse, Fähnchen und Pausen sind unsichtbar. Balken sind unsichtbar, wenn sie auf einer unsichtbaren Note beginnen. Objekte, die an unsichtbare Noten angehängt werden, sind trotzdem noch sichtbar.
e8(\p f g a)-- \hideNotes e8(\p f g a)--
Vordefinierte Befehle
\hideNotes,
\unHideNotes.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Sichtbarkeit und Farbe von Objekten.
Notationsreferenz: Unsichtbare Pausen, Sichtbarkeit von Objekten, Systeme verstecken.
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: Note_spacing_engraver, NoteSpacing.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Unsichtbare Noten ] | [ Nach oben : Innerhalb des Systems ] | [ Klammern > ] | ||
Farbige Objekte
Einzelnen Objekten können einfach eigene Farben zugewiesen werden. Gültige Farben-Bezeichnungen sind aufgelistet in Liste der Farben.
\override NoteHead.color = #red c4 c \override NoteHead.color = #(x11-color 'LimeGreen) d \override Stem.color = #blue e
Die ganze Farbpalette, die für X11 definiert ist, kann mit der
Scheme-Funktion x11-color benutzt werden. Diese Funktion
hat ein Argument: entweder ein Symbol in der Form 'FooBar
oder eine Zeichenkette in der Form "FooBar". Die erste
Form ist schneller zu schreiben und effizienter. Mit der zweiten
Form ist es allerdings möglich, auch Farbbezeichnungen einzusetzen,
die aus mehr als einem Wort bestehen.
Wenn x11-color die angegebene Farbbezeichnung nicht kennt, wird
Schwarz eingesetzt.
\override Staff.StaffSymbol.color = #(x11-color 'SlateBlue2)
\set Staff.instrumentName = \markup {
\with-color #(x11-color 'navy) "Clarinet"
}
gis8 a
\override Beam.color = #(x11-color "medium turquoise")
gis a
\override Accidental.color = #(x11-color 'DarkRed)
gis a
\override NoteHead.color = #(x11-color "LimeGreen")
gis a
% this is deliberate nonsense; note that the stems remain black
\override Stem.color = #(x11-color 'Boggle)
b2 cis
Exakte RGB-Farben können mit Hilfe der Scheme-Funktion rgb-color
definiert werden.
\override Staff.StaffSymbol.color = #(x11-color 'SlateBlue2)
\set Staff.instrumentName = \markup {
\with-color #(x11-color 'navy) "Clarinet"
}
\override Stem.color = #(rgb-color 0 0 0)
gis8 a
\override Stem.color = #(rgb-color 1 1 1)
gis8 a
\override Stem.color = #(rgb-color 0 0 0.5)
gis4 a
Siehe auch
Notationsreferenz:
Liste der Farben, Der \\tweak-Befehl.
Schnipsel: Editorial annotations.
Bekannte Probleme und Warnungen
Eine X11-Farbe hat nicht notwendigerweise exakt denselben Farbton wie eine ähnlich genannte normale Farbe.
Nicht alle X11-Farben lassen sich am Webbrowser erkennen, d. h. der
Unterschied etwa zwischen LimeGreen und ForestGreen wird
eventuell nicht dargestellt. Für die Benutzung im Internet wird
die Benutzung von einfachen Farben nahegelegt (z. B. blue,
green, red).
Noten in Akkorden können nicht mit \override eingefärbt werden,
dazu muss \tweak benutzt werden. Siehe auch Der \\tweak-Befehl.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Farbige Objekte ] | [ Nach oben : Innerhalb des Systems ] | [ Hälse > ] | ||
Klammern
Objekte können in Klammern gesetzt werden, indem vor ihnen der Befehl
\parenthesize geschrieben wird. Wenn ein Akkord in Klammern gesetzt
wird, wirkt sich das auf jede Noten im Akkord aus. Innerhalb von einem
Akkord gesetzte Befehle wirken sich auf einzelne Noten aus.
c2 \parenthesize d c2 \parenthesize <c e g> c2 <c \parenthesize e g>
Auch andere Objekte als Noten können in Klammern gesetzt werden.
Wenn Artikulationszeichen in Klammern gesetzt werden sollen,
braucht man ein Minuszeichen vor dem \parenthesize-Befehl.
c2-\parenthesize -. d c2 \parenthesize r
Siehe auch
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: Parenthesis_engraver, ParenthesesItem, parentheses-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn man einen Akkord einklammert, wird um jede Note eine eigene Klammer gesetzt, anstatt den gesamten Akkord in eine große Klammer zu fassen.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Klammern ] | [ Nach oben : Innerhalb des Systems ] | [ Außerhalb des Notensystems > ] | ||
Hälse
Immer, wenn das Programm eine Note findet, wird automatisch ein Notenhals ( Stem) -Objekt erzeugt. Auch für ganze Noten und Pausen werden sie erzeugt, aber unsichtbar gemacht.
Hälse können manuell gesetzt werden, um nach oben oder unten zu zeigen, siehe Richtung und Platzierung.
Vordefinierte Befehle
\stemUp (Hälse nach oben),
\stemDown (Hälse nach unten),
\stemNeutral (Hälse je nach Notenposition).
Ausgewählte Schnipsel
Standardrichtung für Hälse auf der Mittellinie
Die Richtung von Hälsen auf der mittleren Linie kann mit der Stem-Eigenschaft
neutral-direction gesetzt werden.
\relative c'' {
a4 b c b
\override Stem.neutral-direction = #up
a4 b c b
\override Stem.neutral-direction = #down
a4 b c b
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Richtung und Platzierung.
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: Stem_engraver, Stem, stem-interface.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Hälse ] | [ Nach oben : Anmerkungen ] | [ Erklärungen in Ballonform > ] | ||
1.7.2 Außerhalb des Notensystems
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Elemente im System von außerhalb des Systems hervorhebt.
| Erklärungen in Ballonform | ||
| Gitternetzlinien | ||
| Analyseklammern |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Außerhalb des Notensystems ] | [ Nach oben : Außerhalb des Notensystems ] | [ Gitternetzlinien > ] | ||
Erklärungen in Ballonform
Notationselemente können bezeichnet und markiert werden, indem um sie eine rechteckige Blase gezeichnet wird. Dies ist vor allem dazu da, Notation zu erklären.
\new Voice \with { \consists "Balloon_engraver" }
{
\balloonGrobText #'Stem #'(3 . 4) \markup { "I'm a Stem" }
a8
\balloonGrobText #'Rest #'(-4 . -4) \markup { "I'm a rest" }
r
<c, g'-\balloonText #'(-2 . -2) \markup { "I'm a note head" } c>2.
}
Es gibt zwei Funktionen, balloonGrobText und
balloonText; die erste wird auf gleiche Art wie ein
\once \override eingesetzt umd Text an einen Grob zu
hängen, die zweite funktioniert wie ein \tweak und
wird üblicherweise innerhalb von Akkorden eingesetzt, um Text
an einzelne Noten zu hängen.
Textblasen beeinflussen normalerweise die Positionierung der Notation, aber das kann geändert werden.
\new Voice \with { \consists "Balloon_engraver" }
{
\balloonLengthOff
\balloonGrobText #'Stem #'(3 . 4) \markup { "I'm a Stem" }
a8
\balloonGrobText #'Rest #'(-4 . -4) \markup { "I'm a rest" }
r
\balloonLengthOn
<c, g'-\balloonText #'(-2 . -2) \markup { "I'm a note head" } c>2.
}
Vordefinierte Befehle
\balloonLengthOn,
\balloonLengthOff.
Siehe auch
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: Balloon_engraver, BalloonTextItem, balloon-interface.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Erklärungen in Ballonform ] | [ Nach oben : Außerhalb des Notensystems ] | [ Analyseklammern > ] | ||
Gitternetzlinien
Vertikale Linien können zwischen Systemen gesetzt werden, die mit den Noten synchronisiert sind.
Der Grid_point_engraver muss benutzt werden, um die Endpunkte
der Linien zu definieren, und der Grid_line_span_engraver wird
benutzt, um dann die Linien zu setzen. Der Standard ist, dass die
Gitterlinien unter den Noten und zur linken Seite des Notenkopfes
gesetzt werden. Sie reichen von der Mitte eines Systems bis zur
Mitte des anderen. Mit gridInterval wird die Dauer zwischen
den Linien festgesetzt.
\layout {
\context {
\Staff
\consists "Grid_point_engraver"
gridInterval = #(ly:make-moment 1/4)
}
\context {
\Score
\consists "Grid_line_span_engraver"
}
}
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Staff \relative c'' {
\stemUp
c4. d8 e8 f g4
}
\new Staff \relative c {
\clef bass
\stemDown
c4 g' f e
}
>>
}
Ausgewählte Schnipsel
Gitternetzlinien: Aussehen verändern
Die Erscheinung der Gitternetzlinien kann durch einige Eigenschaften geändert werden.
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Staff {
\relative c'' {
\stemUp
c'4. d8 e8 f g4
}
}
\new Staff {
\relative c {
% this moves them up one staff space from the default position
\override Score.GridLine.extra-offset = #'(0.0 . 1.0)
\stemDown
\clef bass
\once \override Score.GridLine.thickness = #5.0
c4
\once \override Score.GridLine.thickness = #1.0
g'4
\once \override Score.GridLine.thickness = #3.0
f4
\once \override Score.GridLine.thickness = #5.0
e4
}
}
>>
\layout {
\context {
\Staff
% set up grids
\consists "Grid_point_engraver"
% set the grid interval to one quarter note
gridInterval = #(ly:make-moment 1/4)
}
\context {
\Score
\consists "Grid_line_span_engraver"
% this moves them to the right half a staff space
\override NoteColumn.X-offset = #-0.5
}
}
}
Siehe auch
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: Grid_line_span_engraver, Grid_point_engraver, GridLine, GridPoint, grid-line-interface, grid-point-interface.
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Analyseklammern
Klammern über dem System werden in der Musikanalyse benutzt, um strukturelle Einheiten der Musik zu markieren. Einfache horizontale Klammern werden von LilyPond unterstützt.
\layout {
\context {
\Voice
\consists "Horizontal_bracket_engraver"
}
}
\relative c'' {
c2\startGroup
d\stopGroup
}
Analyseklammern können verschachtelt sein.
\layout {
\context {
\Voice
\consists "Horizontal_bracket_engraver"
}
}
\relative c'' {
c4\startGroup\startGroup
d4\stopGroup
e4\startGroup
d4\stopGroup\stopGroup
}
Siehe auch
Schnipsel: Editorial annotations.
Referenz der Interna: Horizontal_bracket_engraver, HorizontalBracket, horizontal-bracket-interface, Staff.
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1.8 Text
Dieser Abschnitt erklärt, wie man Text (mit vielfältiger Formatierung) in Partituren einfügt.
Einige Textelemente, die hier nicht behandelt werden, finden sich in anderen Abschnitten: Notation von Gesang, Titel.
| 1.8.1 Text eingeben | ||
| 1.8.2 Text formatieren | ||
| 1.8.3 Schriftarten |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Text ] | [ Nach oben : Text ] | [ Textarten > ] | ||
1.8.1 Text eingeben
Dieser Abschnitt zeigt verschiedene Arten, wie Text in die Partitur eingefügt werden kann.
Achtung: Wenn man Zeichen mit Akzenten und Umlaute oder besondere Zeichen (wie etwa Text mit anderen Alphabeten) eingeben möchte, kann man die Zeichen einfach direkt in die Datei einfügen. Die Datei muss als UTF-8 gespeichert werden. Für mehr Information siehe Zeichenkodierung.
| Textarten | ||
| Text mit Verbindungslinien | ||
| Textartige Zeichen | ||
| Separater Text |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Text eingeben ] | [ Nach oben : Text eingeben ] | [ Text mit Verbindungslinien > ] | ||
Textarten
Am einfachsten kann Text mit geraden Anführungsstrichen in eine Partitur eingefügt werden, wie das folgende Beispiel zeigt. Derartiger Text kann manuell über oder unter dem Notensystem platziert werden, die Syntax hierzu ist beschrieben in Richtung und Platzierung.
a8^"pizz." g f e a4-"scherz." f
Diese Syntax ist eine Kurzform, komplexere Formatierungen
können einem Text hinzugefügt werden, wenn man
explizit den \markup-Befehl mit darauf folgenden
geschweiften Klammern einsetzt, wie beschrieben in
Text formatieren.
a8^\markup { \italic pizz. } g f e
a4_\markup { \tiny scherz. \bold molto } f
Standardmäßig haben Textbeschriftungen keinen Einfluss auf die
Positionierung der Noten. Man kann aber auch bestimmen, dass
die Breite des Textes mit berücksichtigt wird. Im nächsten
Beispiel fordert der erste Text keinen Platz, während der
zweite die Note nach rechts verschiebt. Das Verhalten wird mit
dem Befehl \textLengthOn (Textlänge an) erreicht, rückgängig
kann es mit dem Befehl \textLengthOff gemacht werden.
a8^"pizz." g f e \textLengthOn a4_"scherzando" f
Neben Textbeschriftungen können auch Artikulationen an Noten angehängt werden. Siehe auch Artikulationszeichen und Verzierungen.
Zu weiterer Information zu der relativen Anordnung von Textbeschriftungen und Artikulationen, siehe Positionierung von Objekten.
Vordefinierte Befehle
\textLengthOn,
\textLengthOff.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Positionierung von Objekten.
Notationsreferenz: Text formatieren, Richtung und Platzierung, Artikulationszeichen und Verzierungen.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
Bekannte Probleme und Warnungen
Eine Überprüfung, ob sich auch alle Textbeschriftungen und Gesangstext innerhalb der Ränder der Noten befinden, braucht verhältnismäßig viel Rechenaufwand. Sollten Sie aber etwas bessere Leistung bevorzugen, schreiben Sie in Ihre Datei:
\override Score.PaperColumn.keep-inside-line = ##f
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Text mit Verbindungslinien
Einige Aufführungsanweisungen, etwa rallentando oder accelerando, werden als Text geschrieben, gefolgt von einer gestrichelten Linie, die anzeigt, wie weit sich die Anweisung auswirkt. Solche Objekte, „Strecker“ (engl. spanners) genannt, können von einer Note bis zu einer anderen mit folgender Anweisung erstellt werden:
\override TextSpanner.bound-details.left.text = "rit." b1\startTextSpan e,\stopTextSpan
Der Text wird durch Objekteigenschaften beeinflusst. In den
Standardeinstellungen wird er kursiv ausgegeben, aber eine andere
Formatierung kann erreicht werden, indem man \markup-Blöcke
einsetzt, wie beschrieben in Text formatieren.
\override TextSpanner.bound-details.left.text =
\markup { \upright "rit." }
b1\startTextSpan c
e,\stopTextSpan
Auch der Stil der Linie kann ähnlich wie der Text mit den Objekteigenschaften
geändert werden. Diese Syntax ist beschrieben in Linienstile.
Textstrecker sind Teil des Dynamic-Kontextes, siehe
Dynamics.
Vordefinierte Befehle
\textSpannerUp,
\textSpannerDown,
\textSpannerNeutral.
Ausgewählte Schnipsel
Dynamiktextstrecker nachgestellt
Die \cresc, \dim und \decresc Strecker können umdefiniert werden, um nachgestellt zu funktionieren und einen Textstrecker zu produzieren. Eigene Strecker können auch einfach definiert werden. Klammer- und Textcrescendi können einfach vermischt werden. \< und \> erstellen normalerweise Klammern, \cresc usw. dagegen normalerweise Textspanner.
% Some sample text dynamic spanners, to be used as postfix operators
crpoco =
#(make-music 'CrescendoEvent
'span-direction START
'span-type 'text
'span-text "cresc. poco a poco")
\relative c' {
c4\cresc d4 e4 f4 |
g4 a4\! b4\crpoco c4 |
c4 d4 e4 f4 |
g4 a4\! b4\< c4 |
g4\dim a4 b4\decresc c4\!
}
Eigene Dynamiktextspanner nachgestellt
Die Nachstellung funktioniert für eigene Crescendo-Textstrecker. Die Strecker sollten an der ersten Note eines Taktes beginnen. Man muss -\mycresc benutzen, sonst wird der Beginn des Streckers der nächsten Note zugewiesen.
% Two functions for (de)crescendo spanners where you can explicitly give the
% spanner text.
mycresc =
#(define-music-function (parser location mymarkup) (markup?)
(make-music 'CrescendoEvent
'span-direction START
'span-type 'text
'span-text mymarkup))
mydecresc =
#(define-music-function (parser location mymarkup) (markup?)
(make-music 'DecrescendoEvent
'span-direction START
'span-type 'text
'span-text mymarkup))
\relative c' {
c4-\mycresc "custom cresc" c4 c4 c4 |
c4 c4 c4 c4 |
c4-\mydecresc "custom decresc" c4 c4 c4 |
c4 c4\! c4 c4
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Linienstile, Dynamik, Text formatieren.
Schnipsel: Text, Expressive marks.
Referenz der Interna: TextSpanner
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Textartige Zeichen
Verschiedene Textelemente können der Partitur hinzugefügt werden, indem man die Syntax für Zeichen einsetzen, wie beschrieben in Übungszeichen:
c4 \mark "Allegro" c c c
Diese Syntax ermöglicht es, beliebigen Text über eine Taktlinie
zu platzieren, weitere Formatierungsmöglichkeiten sind mit dem
\markup-Befehl gegeben, wie beschrieben in
Text formatieren:
<c e>1
\mark \markup { \italic { colla parte } }
<d f>2 <e g>
<c f aes>1
Diese Syntax ermöglicht es auch, besondere Zeichen einzufügen, wie
etwa Coda-, Segno- oder Fermatenzeichen, indem das entsprechende
Symbol mit dem Befehl \musicglyph angegeben wird, wie
beschrieben in
Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung:
<bes f>2 <aes d>
\mark \markup { \musicglyph #"scripts.ufermata" }
<e g>1
Derartige Objekte werden über dem höchsten System einer Partitur gesetzt – abhängig davon, ob sie mitten im Takt oder an seinem Ende notiert werden, werden sie zwischen Noten oder über der Taktlinie gesetzt. Wenn sie an einem Zeilenumbruch angegeben werden, wird das Zeichen zu Beginn der nächsten Zeile ausgegeben.
\mark "Allegro" c1 c \mark "assai" \break c c
Ausgewählte Schnipsel
Printing marks at the end of a line
Marks can be printed at the end of the current line, instead of the beginning of the following line. In such cases, it might be preferable to align the right end of the mark with the bar line.
\relative c'' {
g2 c
d,2 a'
\once \override Score.RehearsalMark.break-visibility = #end-of-line-visible
\once \override Score.RehearsalMark.self-alignment-X = #RIGHT
\mark "D.C. al Fine"
\break
g2 b,
c1 \bar "||"
}
Zeichen über jedem System ausgeben
Normalerweise werden Textzeichen nur über dem obersten Notensystem gesetzt. Sie können aber auch über jedem System ausgegeben werden.
\score {
<<
\new Staff { c''1 \mark "molto" c'' }
\new Staff { c'1 \mark "molto" c' }
>>
\layout {
\context {
\Score
\remove "Mark_engraver"
\remove "Staff_collecting_engraver"
}
\context {
\Staff
\consists "Mark_engraver"
\consists "Staff_collecting_engraver"
}
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Übungszeichen, Text formatieren, Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung, Die Feta-Schriftart.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: MarkEvent, Mark_engraver, RehearsalMark.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn ein Zeichen am Ende des letzten Taktes einer Partitur gesetzt wird (wenn also keine nächste Zeile mehr kommt), wird das Zeichen nicht ausgegeben.
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Separater Text
Eine \markup-Umgebung kann auch für sich alleine existieren,
außerhalb einer \score-Umgebung, als ein Ausdruck auf der
höchsten Ebene. Diese Syntax ist beschrieben in Die Dateistruktur.
\markup {
Morgen, morgen, und morgen...
}
Damit kann Text unabhängig von den Noten gesetzt werden. Das bietet sich vor allem in Situationen an, in denen mehrere Stücke in einer Datei vorkommen, wie beschrieben in Mehrere Partituren in einem Buch.
\score {
c'1
}
\markup {
Morgen, übermorgen, und überübermorgen...
}
\score {
c'1
}
Unabhängige Textabschnitte können über mehrere Seiten reichen, so dass man Textdokumente oder Bücher ausschließlich mit LilyPond setzen kann. Einzelheiten zu den vielfältigen Möglichkeiten finden sich in Textbeschriftung über mehrere Seiten.
Vordefinierte Befehle
\markup,
\markuplist.
Ausgewählte Schnipsel
Isolierter Text in zwei Spalten
Isolierter Text kann in mehreren Spalten mit \markup-Befehlen
angeordnet werden:
\markup {
\fill-line {
\hspace #1
\column {
\line { O sacrum convivium }
\line { in quo Christus sumitur, }
\line { recolitur memoria passionis ejus, }
\line { mens impletur gratia, }
\line { futurae gloriae nobis pignus datur. }
\line { Amen. }
}
\hspace #2
\column \italic {
\line { O sacred feast }
\line { in which Christ is received, }
\line { the memory of His Passion is renewed, }
\line { the mind is filled with grace, }
\line { and a pledge of future glory is given to us. }
\line { Amen. }
}
\hspace #1
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Text formatieren, Die Dateistruktur, Mehrere Partituren in einem Buch, Textbeschriftung über mehrere Seiten.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
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1.8.2 Text formatieren
Dieser Abschnitt zeigt grundlegende und fortgeschrittene
Formatierung von Text, wobei der Textbeschriftungsmodus
(\markup benutzt wird.
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Textbeschriftung (Einleitung)
Eine \markup-Umgebung wird benutzt, um Text mit einer
großen Anzahl von Formatierungsmöglichkeiten (im „markup-Modus“)
zu setzen.
Die Syntax für Textbeschriftungen ähnelt der normalen Syntax von
LilyPond: ein \markup-Ausdruck wird in geschweifte Klammern
eingeschlossen ({… }). Ein einzelnes Wort wird als
ein Minimalausdruck erachtet und muss deshalb nicht notwendigerweise
eingeklammert werden.
Anders als Text in Anführungsstrichen können sich in einer
Textbeschriftungsumgebung (\markup) geschachtelte Ausdrücke
oder weitere Textbefehle befinden, eingeführt mit einem
Backslash (\). Derartige Befehle beziehen sich nur auf
den ersten der folgenden Ausdrücke.
a1-\markup intenso
a2^\markup { poco \italic più forte }
c e1
d2_\markup { \italic "string. assai" }
e
b1^\markup { \bold { molto \italic agitato } }
c
Eine \markup-Umgebung kann auch Text in
Anführungszeichen beinhalten. Derartige Zeichenketten werden als
ein Textausdruck angesehen, und darum werden innerhalb von ihnen
Befehle oder Sonderzeichen (wie \ oder #) so
ausgegeben, wie sie eingeben werden. Doppelte Anführungsstriche
können gesetzt werden, indem man ihnen einen Backslash voranstellt.
a1^"\italic Text..."
a_\markup { \italic "... setzt \"kursive\" Buchstaben!" }
a a
Damit eine Anzahl von Wörtern als ein einziger Ausdruck behandelt
wird, müssen alle Wörter zwischen geraden Anführungszeichen (Shift+2)
stehen oder ihnen muss ein Befehl vorangestellt werden. Die Art,
wie die Ausdrücke definiert sind, wirkt sich darauf aus, wie
sie übereinander gestapelt, mittig und aneinander ausgerichtet
werden. Im folgenden Beispiel verhält sich der zweite
\markup-Ausdruck genauso wie der erste:
c1^\markup { \center-column { a bbb c } }
c1^\markup { \center-column { a { bbb c } } }
c1^\markup { \center-column { a \line { bbb c } } }
c1^\markup { \center-column { a "bbb c" } }
Textbeschriftung kann auch durch Variablen definiert werden. Diese Variablen können dann direkt an Noten angefügt werden:
allegro = \markup { \bold \large Allegro }
{
d''8.^\allegro
d'16 d'4 r2
}
Eine ausführliche Liste der \markup-Befehle findet sich in
Textbeschriftungsbefehle.
Siehe auch
Notationsreferenz: Textbeschriftungsbefehle.
Schnipsel: Text.
Installierte Dateien: ‘scm/markup.scm’.
Bekannte Probleme und Warnungen
Syntaxfehler im Textbeschriftungsmodus können sehr verwirrend sein.
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Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle
Einfache Änderungen des Schriftartschnitts können im Textbeschriftungsmodus vorgenommen werden:
d1^\markup {
\bold { Più mosso }
\italic { non troppo \underline Vivo }
}
r2 r4 r8
d,_\markup { \italic quasi \smallCaps Tromba }
f1 d2 r
Die Schriftgröße kann auf verschiedene Arten verändert werden, relativ zur globalen Notensystemgröße:
Sie kann auf eine vordefinierte Größe gesetzt werden:
b1_\markup { \huge Sinfonia }
b1^\markup { \teeny da }
b1-\markup { \normalsize camera }
Sie kann relativ zum vorherigen Wert gesetzt werden:
b1_\markup { \larger Sinfonia }
b1^\markup { \smaller da }
b1-\markup { \magnify #0.6 camera }
Sie kann vergrößert oder verkleinert werden relativ zum Wert, der von der globalen Notensystemgröße vorgegeben wird:
b1_\markup { \fontsize #-2 Sinfonia }
b1^\markup { \fontsize #1 da }
b1-\markup { \fontsize #3 camera }
Sie kann auch auf eine bestimmte Punktegröße festgelegt werden, unabhängig von der globalen Notensystemgröße:
b1_\markup { \abs-fontsize #20 Sinfonia }
b1^\markup { \abs-fontsize #8 da }
b1-\markup { \abs-fontsize #14 camera }
Text kann auch hoch- bzw. tiefgestellt gesetzt werden. Die so markierten Buchstaben werden automatisch in einer kleineren Schriftgröße gesetzt, aber die normale Schriftgröße kann auch eingesetzt werden:
\markup {
\column {
\line { 1 \super st movement }
\line { 1 \normal-size-super st movement
\sub { (part two) } }
}
}
Der Textbeschriftungsmodus stellt eine einfache Möglichkeit zur Verfügung
unterschiedliche Schriftschnitte anzuwählen. Ohne besondere Einstellungen
wird automatisch eine Schriftart mit Serifen ausgewählt. Das Beispiel
unten zeigt die Verwendung der eigenen Zahlenschriftart von LilyPond,
den Einsatz von serifenloser Schriftart und von Schreibmaschinenschriftart.
Die letzte Zeile zeigt, dass sich die Standardeinstellung mit dem
Befehl \roman wieder herstellen lässt.
\markup {
\column {
\line { Act \number 1 }
\line { \sans { Scene I. } }
\line { \typewriter { Verona. An open place. } }
\line { Enter \roman Valentine and Proteus. }
}
}
Einige dieser Schriftarten, etwa die Zahlenschriftart oder die Schriftart für Dynamikzeichen, stellen nicht alle Zeichen zur Verfügung, wie beschrieben in Neue Lautstärkezeichen und Manuelle Wiederholungszeichen.
Einige Schriftartbefehle können ungewollte Leerzeichen innerhalb von Wörtern
hervorrufen. Das kann vermieden werden, indem die einzelnen Elemente mit
dem Befehl \concat zu einem Element verschmolzen werden:
\markup {
\column {
\line {
\concat { 1 \super st }
movement
}
\line {
\concat { \dynamic p , }
\italic { con dolce espressione }
}
}
}
Eine ausführliche Liste der unterschiedlichen Befehl zur Beeinflussung der Schriftarten findet sich in Font.
Es ist auch möglich, eigene Schriftfamilien zu definieren, wie erklärt in Schriftarten.
Vordefinierte Befehle
\teeny,
\tiny,
\small,
\normalsize,
\large,
\huge,
\smaller,
\larger.
Siehe auch
Notationsreferenz: Font, Neue Lautstärkezeichen, Manuelle Wiederholungszeichen, Schriftarten.
Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn die Befehle \teeny, \tiny,
\small, \normalsize, \large und
\huge eingesetzt werden, erhält man schlechte Zeilenabstände
verglichen mit \fontsize.
Textausrichtung
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Text im Textbeschriftungsmodus eingibt. Textobjekte können auch als eine Einheit verschoben werden, wie beschrieben in Verschieben von Objekten.
Textbeschriftungsobjekte können auf verschiedene Weise ausgerichtet werden. Standardmäßig wird ein Textobjekt an seiner linken Ecke ausgerichtet, darum wird das erste und zweite Objekt gleichermaßen an der linken Ecke ausgerichtet.
d1-\markup { poco }
f
d-\markup { \left-align poco }
f
d-\markup { \center-align { poco } }
f
d-\markup { \right-align poco }
Die horizontale Ausrichtung kann mit einer Zahl auf einen exakten Wert festgelegt werden:
a1-\markup { \halign #-1 poco }
e'
a,-\markup { \halign #0 poco }
e'
a,-\markup { \halign #0.5 poco }
e'
a,-\markup { \halign #2 poco }
Manche Objekte haben eigene Ausrichtungsvorgänge und werden deshalb nicht von diesen Befehlen beeinflusst. Es ist möglich, solche Objekte als eine Einheit anzusprechen und zu bewegen, wie gezeigt in Textartige Zeichen.
Die vertikale Ausrichtung ist etwas schwieriger. Textelemente
können komplett verschoben werden, es ist aber auch möglich, nur
einen Teil innerhalb der Textbeschriftung zu bewegen. In diesem
Fall muss dem zu verschiebenden Objekt ein Ankerpunkt zugewiesen
werden, welcher entweder ein anderes Textelement oder ein
unsichtbares Objekt sein kann (im Beispiel mit \null erstellt).
Der letzte Text im Beispiel hat keinen Anker und wird deshalb auch nicht verschoben.
d2^\markup {
Acte I
\raise #2 { Scène 1 }
}
a'
g_\markup {
\null
\lower #4 \bold { Très modéré }
}
a
d,^\markup {
\raise #4 \italic { Une forêt. }
}
a'4 a g2 a
Einige Befehle können sowohl die horizontale als auch die vertikale Ausrichtung von Textobjekten beeinflussen. Jedes Objekt, das auf diese Weise verschoben wird, benötigt einen Anker:
d2^\markup {
Acte I
\translate #'(-1 . 2) "Scène 1"
}
a'
g_\markup {
\null
\general-align #Y #3.2 \bold "Très modéré"
}
a
d,^\markup {
\null
\translate-scaled #'(-1 . 2) \teeny "Une forêt."
}
a'4 a g2 a
Ein Textbeschriftungsobjekt kann mehrere Zeilen beinhalten. Im folgenden
Beispiel wird jeder Ausdruck innerhalb von \markup auf einer
eigenen Zeile gesetzt, entweder linksbündig oder zentriert:
\markup {
\column {
a
"b c"
\line { d e f }
}
\hspace #10
\center-column {
a
"b c"
\line { d e f }
}
}
Eine Anzahl an Ausdrücken innerhalb von \markup kann auch
gestreckt werden, so dass die gesamte Seitenbreite benutzt wird. Wenn
nur ein Objekt vorhanden ist, wird es zentriert gesetzt. Die Ausdrücke
selber können wiederum mehrzeilig sein und andere Textbeschriftungsbefehle
beinhalten.
\markup {
\fill-line {
\line { William S. Gilbert }
\center-column {
\huge \smallCaps "The Mikado"
or
\smallCaps "The Town of Titipu"
}
\line { Sir Arthur Sullivan }
}
}
\markup {
\fill-line { 1885 }
}
Längere Texte können auch automatisch umgebrochen werden, wobei es möglich ist, die Zeilenbreite zu bestimmen. Der Text ist entweder linksbündig oder im Blocksatz, wie das nächste Beispiel illustriert:
\markup {
\column {
\line \smallCaps { La vida breve }
\line \bold { Acto I }
\wordwrap \italic {
(La escena representa el corral de una casa de
gitanos en el Albaicín de Granada. Al fondo una
puerta por la que se ve el negro interior de
una Fragua, iluminado por los rojos resplandores
del fuego.)
}
\hspace #0
\line \bold { Acto II }
\override #'(line-width . 50)
\justify \italic {
(Calle de Granada. Fachada de la casa de Carmela
y su hermano Manuel con grandes ventanas abiertas
a través de las que se ve el patio
donde se celebra una alegre fiesta)
}
}
}
Eine vollständige Liste der Textausrichtungsbefehle findet sich in Align.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Verschieben von Objekten.
Notationsreferenz: Align, Textartige Zeichen.
Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
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Graphische Notation innerhalb einer Textbeschriftung
Verschiedene graphische Objekte können im Textbeschriftungsmodus eingefügt werden.
Mit bestimmten Textbeschriftungsbefehlen kann man Textelementen Graphik hinzufügen, wie das nächste Beispiel zeigt:
\markup \fill-line {
\center-column {
\circle Jack
\box "in the box"
\null
\line {
Erik Satie
\hspace #3
\bracket "1866 - 1925"
}
\null
\rounded-box \bold Prelude
}
}
Es kann nötig sein, einem Text mehr Platz einzuräumen. Das geschieht mit verschiedenen Befehlen, wie das folgende Beispiel zeigt. Eine ausführliche Übersicht findet sich in Align.
\markup \fill-line {
\center-column {
\box "Charles Ives (1874 - 1954)"
\null
\box \pad-markup #2 "THE UNANSWERED QUESTION"
\box \pad-x #8 "A Cosmic Landscape"
\null
}
}
\markup \column {
\line {
\hspace #10
\box \pad-to-box #'(-5 . 20) #'(0 . 5)
\bold "Largo to Presto"
}
\pad-around #3
"String quartet keeps very even time,
Flute quartet keeps very uneven time."
}
Andere graphische Elemente oder Symbole können gesetzt werden, ohne dass
man Text benötigt. Wie mit allen Textbeschriftungen können Objekte
innerhalb von \markup kombiniert werden.
\markup {
\combine
\draw-circle #4 #0.4 ##f
\filled-box #'(-4 . 4) #'(-0.5 . 0.5) #1
\hspace #5
\center-column {
\triangle ##t
\combine
\draw-line #'(0 . 4)
\arrow-head #Y #DOWN ##f
}
}
Fortgeschrittene graphische Möglichkeiten bietet unter Anderem eine Funktion, mit der man externe Graphiken im Encapsulated PostScript (eps) -Format einbinden kann oder aber Graphiken direkt in den Quelltext unter Verwendung von PostScript-Code notiert. In diesem Fall kann es nötig sein, die Größe der Zeichnung explizit anzugeben, wie im Beispiel unten gezeigt:
c1^\markup {
\combine
\epsfile #X #10 #"./context-example.eps"
\with-dimensions #'(0 . 6) #'(0 . 10)
\postscript #"
-2 3 translate
2.7 2 scale
newpath
2 -1 moveto
4 -2 4 1 1 arct
4 2 3 3 1 arct
0 4 0 3 1 arct
0 0 1 -1 1 arct
closepath
stroke"
}
c
Eine ausführliche Liste der Graphik-Befehle findet sich in Graphic.
Siehe auch
Notationsreferenz: Graphic, Anmerkungen, Align.
Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’, ‘scm/stencil.scm’.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung
Auch Musikobjekte können innerhalb der Textbeschriftungsumgebung gesetzt werden.
Noten und Versetzungszeichen lassen sich mit \markup einfügen:
a2 a^\markup {
\note #"4" #1
=
\note-by-number #1 #1 #1.5
}
b1_\markup {
\natural \semiflat \flat
\sesquiflat \doubleflat
}
\glissando
a1_\markup {
\natural \semisharp \sharp
\sesquisharp \doublesharp
}
\glissando b
Andere Notationsobjekte können auch eingefügt werden:
g1 bes
ees-\markup {
\finger 4
\tied-lyric #"~"
\finger 1
}
fis_\markup { \dynamic rf }
bes^\markup {
\beam #8 #0.1 #0.5
}
cis
d-\markup {
\markalphabet #8
\markletter #8
}
Allgemeiner gesagt kann jedes verfügbare Notationssymbol unabhängig von der Notation als ein Textbeschriftungsobjekt eingefügt werden, wie unten gezeigt. Eine vollständige Liste der verfügbaren Symbole findet sich in Die Feta-Schriftart.
c2
c'^\markup { \musicglyph #"eight" }
c,4
c,8._\markup { \musicglyph #"clefs.G_change" }
c16
c2^\markup { \musicglyph #"timesig.neomensural94" }
Eine andere Möglichkeit, andere als Textsymbole zu schreiben, findet sich in Was sind Schriftarten. Diese Methode bietet sich an, um Klammern unterschiedlicher Größe zu setzen.
Der Textbeschriftungsmodus unterstützt auch Diagramme für bestimmte Instrumente:
c1^\markup {
\fret-diagram-terse #"x;x;o;2;3;2;"
}
c^\markup {
\harp-pedal #"^-v|--ov^"
}
c
c^\markup {
\combine
\musicglyph #"accordion.discant"
\combine
\raise #0.5 \musicglyph #"accordion.dot"
\raise #1.5 \musicglyph #"accordion.dot"
}
Derartige Digramme sind dokumentiert in Instrument Specific Markup.
Sogar eine ganze Partitur kann in ein Textbeschriftungsobjekt eingefügt
werden. In diesem Fall muss die eingefügte \score-Umgebung
eine \layout-Umgebung haben, wie in diesem Beispiel:
c4 d^\markup {
\score {
\relative c' { c4 d e f }
\layout { }
}
}
e f |
c d e f
Eine vollständige Liste der Musiksymbol-Befehle findet sich in Music.
Siehe auch
Notationsreferenz: Music, Die Feta-Schriftart, Was sind Schriftarten.
Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’, ‘scm/fret-diagrams.scm’, ‘scm/harp-pedals.scm’.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung ] | [ Nach oben : Text formatieren ] | [ Schriftarten > ] | ||
Textbeschriftung über mehrere Seiten
Normale Textbeschriftungsobjekte können nicht getrennt werden, aber mit einer spezifischen Umgebung ist es möglich, Text auch über mehrere Seiten fließen zu lassen:
\markuplist {
\justified-lines {
A very long text of justified lines.
...
}
\wordwrap-lines {
Another very long paragraph.
...
}
...
}
Die Syntax braucht eine Liste von Textbeschriftungen folgender Art:
- das Resultat eines Beschriftungslistenbefehls,
- eine Textbeschriftungsliste,
- eine Liste von Beschriftungslisten.
Eine vollständige Liste der Beschriftungslistenbefehle findet sich in Textbeschriftungslistenbefehle.
Siehe auch
Notationsreferenz: Textbeschriftungslistenbefehle.
Erweitern: Neue Definitionen von Beschriftungslistenbefehlen.
Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’.
Schnipsel: Text.
Referenz der Interna: TextScript.
Vordefinierte Befehle
\markuplist.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Textbeschriftung über mehrere Seiten ] | [ Nach oben : Text ] | [ Was sind Schriftarten > ] | ||
1.8.3 Schriftarten
Dieser Abschnitt zeigt, wie Schriftarten eingesetzt werden können und wie man sie in Partituren ändern kann.
| Was sind Schriftarten | ||
| Schriftarten für einen Eintrag | ||
| Schriftart des gesamten Dokuments |
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Schriftarten ] | [ Nach oben : Schriftarten ] | [ Schriftarten für einen Eintrag > ] | ||
Was sind Schriftarten
Schriftarten werden von mehreren Bibliotheken verwaltet. FontConfig wird benützt, um die vorhandenen Schriftarten des Systems zu erkennen, die gewählte Schriftart wird dann mit Pango verarbeitet.
Notationsschriftarten können als eine Ansammlung von besonderen Zeichen
erklärt werden, wobei die Sonderzeichen in verschiedene Familien
klassifiziert werden. Die Syntax des folgenden Beispiels ermöglicht es,
direkt auf verschiedene nicht textuelle Sonderzeichen der
feta-Schriftart zuzugreifen. Das ist die Standardschriftart
für Notationselemente in LilyPond.
a1^\markup {
\vcenter {
\override #'(font-encoding . fetaBraces)
\lookup #"brace120"
\override #'(font-encoding . fetaText)
\column { 1 3 sf }
\override #'(font-encoding . fetaMusic)
\lookup #"noteheads.s0petrucci"
}
}
Außer den verschiedenen Klammern, die in fetaBraces
in verschiedenen Größen enthalten sind, lassen sich alle
dieses Symbole auch mit einer einfacheren Syntax notieren.
Sie ist beschrieben in
Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung.
Wenn man die Klammern von fetaBraces benutzt, wird die
Größe der Klammer durch einen numeralen Part in der
Bezeichnung des Glyphs bestimmt. Als Wert kann eine
Ganzzahl von 0 bis 575 benutzt werden, wobei
0 die kleinste Klammern ergibt. Der optimale Wert
muss durch Ausprobieren herausgefunden werden. Diese Glyphen
sind alle linke Klammern, rechte Klammern lassen sich durch
eine Drehung herstellen, siehe
Drehen von Objekten.
Drei Textschriftarten sind verfügbar (auf Englisch family genannt):
mit roman eine Schriftart
mit Serifen (Standard ist New Century Schoolbook), mit sans
eine serifenlose (gerade) Schriftart und mit typewriter eine
Schreibmaschinenschrift, in welcher die Buchstaben alle die gleiche
Weite haben. Die aktuelle Schriftart von sans und
typewriter wird durch Pango entsprechend den Systemvorgaben
gewählt.
Jede Familie kann verschiedene Schriftschnitte besitzen. Im Englischen
wird unterschieden zwischen shape für kursive Schnitte und
series für fette Schnitte. Im folgenden Beispiel wird
demonstriert, wie man die verschiedenen Eigenschaften auswählen kann.
Der Wert, der font-size übergeben wird, entspricht der geforderten
Änderung in Bezug auf die Standardschriftgröße.
\override Score.RehearsalMark.font-family = #'typewriter \mark \markup "Ouverture" \override Voice.TextScript.font-shape = #'italic \override Voice.TextScript.font-series = #'bold d2.^\markup "Allegro" \override Voice.TextScript.font-size = #-3 c4^smaller
Eine ähnliche Syntax kann im Textbeschriftungsmodus eingesetzt werden, hier bietet es sich aber an, die einfacheren Befehle zu verwenden, die erklärt wurden in Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle:
\markup {
\column {
\line {
\override #'(font-shape . italic)
\override #'(font-size . 4)
Idomeneo,
}
\line {
\override #'(font-family . typewriter)
{
\override #'(font-series . bold)
re
di
}
\override #'(font-family . sans)
Creta
}
}
}
Auch wenn es einfach ist, zwischen den vordefinierten Schriftarten umzuschalten, kann man auch eigene Schriftarten verwenden, wie erklärt in folgenden Abschnitten: Schriftarten für einen Eintrag und Schriftart des gesamten Dokuments.
Siehe auch
Notationsreferenz: Die Feta-Schriftart, Drehen von Objekten, Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung, Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle, Font.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Was sind Schriftarten ] | [ Nach oben : Schriftarten ] | [ Schriftart des gesamten Dokuments > ] | ||
Schriftarten für einen Eintrag
Jede Schriftart, die über das Betriebssystem installiert ist und von FontConfig erkannt wird, kann in einer Partitur eingefügt werden. Dazu verwendet man folgende Syntax:
\override Staff.TimeSignature.font-name = #"Bitstream Charter"
\override Staff.TimeSignature.font-size = #2
\time 3/4
a1_\markup {
\override #'(font-name . "Vera Bold")
{ Vera Bold }
}
Mit folgendem Befehl erhält man eine Liste aller verfügbaren Schriftarten des Betriebssystems:
lilypond -dshow-available-fonts x
Siehe auch
Notationsreferenz: Was sind Schriftarten, Schriftart des gesamten Dokuments.
Schnipsel: Text.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Spezielle Notation >> ] | ||
| [ < Schriftarten für einen Eintrag ] | [ Nach oben : Schriftarten ] | [ Spezielle Notation > ] | ||
Schriftart des gesamten Dokuments
Es ist auch möglich, die Schriftarten für die gesamte Partitur zu ändern.
In diesem Fall müssen die Familien roman,
sans und typewriter in genaus dieser Reihenfolge
entsprechend der Syntax unten definiert werden. Einzelheiten zu
Schriftarten in Was sind Schriftarten.
\paper {
myStaffSize = #20
#(define fonts
(make-pango-font-tree "Times New Roman"
"Nimbus Sans"
"Luxi Mono"
(/ myStaffSize 20)))
}
\relative c'{
c1-\markup {
roman,
\sans sans,
\typewriter typewriter. }
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Was sind Schriftarten, Schriftarten für einen Eintrag, Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle, Font.
| [ << Musikalische Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Schriftart des gesamten Dokuments ] | [ Nach oben : Top ] | [ Notation von Gesang > ] | ||
2. Spezielle Notation
Dieser Abschnitt erklärt, wie Notation erstellt wird, die nur für ein bestimmtes Instrument oder einen Stil eingesetzt wird.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Spezielle Notation ] | [ Nach oben : Spezielle Notation ] | [ Übliche Notation für Vokalmusik > ] | ||
2.1 Notation von Gesang
Dieser Abschnitt erklärt, wie Vokalmusik gesetzt werden kann und die Silben von Gesangstext an den Noten ausgerichtet werden.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Notation von Gesang ] | [ Nach oben : Notation von Gesang ] | [ Referenz für Vokalmusik > ] | ||
2.1.1 Übliche Notation für Vokalmusik
Dieser Abschnitt erklärt Eigenheiten und Probleme, die die meisten Arten an Vokalmusik gemeinsam haben.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Übliche Notation für Vokalmusik ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Vokalmusik ] | [ Eingabe von Text > ] | ||
Referenz für Vokalmusik
Dieser Abschnitt, wo man Lösungen zu den Problemen finden kann, die bei der Notation von Gesang mit Text auftreten können.
- Die meisten Vokalmusikstile benutzen Text für den Gesangstext. Eine Einleitung hierzu findet sich in Einfache Lieder setzen.
-
Vokalmusik braucht oft die Benutzung von Textbeschriftung (dem
markup-Modus) für den Gesangstext oder andere Textelemente (Namen von Figuren usw.). Die entsprechende Syntax ist beschrieben in Textbeschriftung (Einleitung). - ‚Ambitus‘ können zu Beginn der Stimmen hinzugefügt werden, dies findet sich erklärt in Tonumfang.
- Dynamikbezeichnung werden normalerweise unter das Notensystem platziert, aber in Chormusik werden sie normalerweise über das Notensystem notiert, um Platz für den Text zu schaffen. Siehe Partiturbeispiele für Chormusik.
Siehe auch
Glossar: ambitus.
Handbuch zum Lernen: Einfache Lieder setzen.
Notationsreferenz: Textbeschriftung (Einleitung), Tonumfang, Partiturbeispiele für Chormusik.
Snippets: Vocal music.
Eingabe von Text
Gesangstext muss in einem speziellen Modus notiert werden.
Der Gesangstextmodus kann mit der Umgebung \lyricmode
angegeben werden, oder indem \addlyrics bzw.
\lyricsto eingesetzt wird. In diesem Modus kann
Text mit Akzenten und Satzzeichen notiert werden, und das
Programm liest d nicht als die Tonhöhe D,
sondern als eine Silbe Text. Anders gesagt:
Silben werden wie Noten notiert, aber die Tonhöhen werden
durch Text ersetzt.
Beispielsweise:
\lyricmode { Gern4 hätt’4 ich4 dich4 lieb!2 }
Es gibt zwei generelle Methoden, die horizontale Orientierung der
Textsilben anzugeben, entweder indem ihre Dauer angegeben wird,
wie oben in dem Beispiel, oder indem die Silben automatisch an den
Noten ausgerichtet werden. Dazu muss entweder \addlyrics
oder \lyricsto eingesetzt werden. Die erste Methode ist
beschrieben in Manuelle Silbendauern, die zweite in
Automatische Silbendauern.
Ein Wort oder eine Silbe beginnt mit einem alphabetischen Zeichen (inklusive einige andere Zeichen, siehe unten) und endet mit einem Leerzeichen oder einer Zahl. Die folgenden Zeichen in der Silbe können beliebig sein, außer Leerzeichen und Zahlen.
Jedes Zeichen, das nicht Leerzeichen noch Zahl ist, wird als Bestandteil
der Silbe angesehen. Eine Silbe kann also auch mit } enden,
was oft zu dem Fehler
\lyricmode { lah- lah}
führen kann. Hier wird } als Teil der letzten Silbe gerechnet, so
dass die öffnende Klammer keine schließende Klammer hat und die Eingabedatei
nicht funktioniert. Klammern sollten deshalb immer von Leerzeichen umgeben
sein.
\lyricmode { lah lah lah }
Auch ein Punkt, der auf eine Silbe folgt, wird in die Silbe inkorporiert. Infolgedessen müssen auch um Eigenschaftsbezeichnungen Leerzeichen gesetzt werden. Ein Befehl heißt also nicht:
\override Score.LyricText.font-shape = #'italic
sondern
\override Score.LyricText.font-shape = #'italic
Punkte, Gesangstext mit Akzenten, verschiedene lateinische und nicht-lateinische Zeichen sowie auch etwa Sonderzeichen (wie ein Herz-Symbol) könn direkt in die Notationsdatei geschrieben werden. Es muss dabei sichergestell werden, dass die Datei in der UTF-8-Kodierung gespeichert wird. Zu mehr Information siehe sonderzeichen.
\relative c'' { d8 c16 a bes8 f e' d c4 }
\addlyrics { „Schad’ um das schö -- ne grü -- ne Band, }
Normale Anführungszeichen können im Gesangstext auch benutzt werden, aber sie müssen mit einem Backslash und weiteren Anführungszeichen begleitet werden:
\relative c' { \time 3/4 e4 e4. e8 d4 e d c2. }
\addlyrics { "\"I" am so lone -- "ly,\"" said she }
Die vollständige Definition des Anfangs eines Wortes in LilyPond ist etwas
komplizierter. Ein Wort im Gesangstextmodus beginnt mit einem alphabetischen
Zeichen, _, ?, !, :,
', den Kontrollzeichen ^A bis ^F,
^Q bis ^W, ^Y, ^^, einem beliebigen 8-bit-Zeichen
mit einem ASCII-Code größer als 127 oder einer zwei-Zeichen-Kombination aus
einem Backslash, gefolgt von `, ', " oder ^.
Man hat sehr gut Möglichkeiten, die Erscheinung des Gesangstextes zu beeinflussen, wenn man dafür Textbeschriftungsbefehle einsetzt. Siehe hierzu Text formatieren.
Ausgewählte Schnipsel
Silben im Gesangstext formatieren
Textbeschriftungsmodus kann eingesetzt werden, um individuelle Silben im Gesangstext zu formatieren.
mel = \relative c'' { c4 c c c }
lyr = \lyricmode {
Lyrics \markup { \italic can } \markup { \with-color #red contain }
\markup { \fontsize #8 \bold Markup! }
}
<<
\new Voice = melody \mel
\new Lyrics \lyricsto melody \lyr
>>
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Lieder.
Notationsreferenz: Automatische Silbendauern, Schriftarten, Eingabe-Modi, Manuelle Silbendauern, Text formatieren, sonderzeichen.
Referenz der Interna: LyricText.
Schnipsel: Text.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Eingabe von Text ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Vokalmusik ] | [ Automatische Silbendauern > ] | ||
Text an einer Melodie ausrichten
Gesangstext wird gesetzt, wenn er in einem Lyrics-Kontext
ausgewertet wird, siehe Was sind Kontexte?.
\new Lyrics \lyricmode { … }
Gesangstext kann an einer Melodie auf zwei Arten ausgerichtet werden:
-
Gesangstext kann automatisch ausgerichtet werden, wobei die Dauern
von einer Notenstimme oder (in besonderen Umständen) von einer
assoziierten Melodie übernommen werden. Das geschieht mit
\addlyrics,\lyricstooder indem man dieassociatedVoice-Eigenschaft einsetzt. Mehr Informationen in Automatische Silbendauern.<< \new Staff << \time 2/4 \new Voice = "one" \relative c'' { \voiceOne c4 b8. a16 g4. r8 a4 ( b ) c2 } \new Voice = "two" \relative c' { \voiceTwo s2 s4. f8 e4 d c2 } >> % takes durations and alignment from notes in "one" \new Lyrics \lyricsto "one" { Life is __ _ love, live __ life. } % takes durations and alignment from notes in "one" initially % then switches to "two" \new Lyrics \lyricsto "one" { No more let \set associatedVoice = "two" % must be set one syllable early sins and sor -- rows grow. } >>Die erste Strophe zeigt, wie normalerweise Text gesetzt wird.
Die zweite Strophe zeigt, wie die Stimme (
Voice), von der die Dauern entnommen werden, geändert werden kann. Das ist nützlich, wenn der Text unterschiedlicher Strophen die Noten auf unterschiedliche Weise füllt und alle Dauern alsVoice-Kontexte vorhanden sind. Zu mehr Details siehe Strophen. -
Gesangstext kann unabhängig von den Notendauern platziert werden,
indem man die Dauern der Silben explizit vorgibt und den Text
innerhalb von
\lyricmodenotiert:<< \new Voice = "one" \relative c'' { \time 2/4 c4 b8. a16 g4. f8 e4 d c2 } % uses previous explicit duration of 2; \new Lyrics \lyricmode { Joy to the earth! } % explicit durations, set to a different rhythm \new Lyrics \lyricmode { Life4 is love,2. live4 life.2 } >>Die erste Strophe wird nicht an den Noten ausgerichtet, weil die Dauern nicht angegeben sind, und der erste Wert 2 für alle Silben benutzt wird.
Die zweite Strophe zeigt, dass die Silben sehr unabhängig von den Noten notiert werden können. Das ist nützlich, wenn der Text von verschiedenen Strophen die Noten auf unterschiedliche Weise füllt, aber die Dauer nicht in einem Noten-Kontext vorhanden ist. Mehr Details finden sich in Manuelle Silbendauern. Diese Technik ist auch nützlich, wenn man Dialog zu einer Musik setzt; ein Beispiel hierzu findet sich in Dialog zur Musik.
Wenn Text auf diese Weise eingegeben wird, werden die Silben links an den Noten ausgerichtet, können aber auch zentriert werden, indem man eine assoziierte Stimme angibt, wenn eine existiert. Zu Einzelheiten siehe Manuelle Silbendauern.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Text an einer Melodie ausrichten.
Notation Reference: Was sind Kontexte?, Automatische Silbendauern, Strophen, Manuelle Silbendauern, Dialog zur Musik.
Referenz der Interna: Lyrics.
Automatische Silbendauern
Die Silben des Gesangstextes können automatisch an einer Melodie ausgerichtet werden. Das ist auf drei Arten möglich:
-
indem man einen benannten
Voice-Kontext mit der Melodie durch\lyricstozuweist, -
indem man den Gesangstext mit
\addlyricsbeginnt und direkt nach demVoice-Kontext mit der Melodie notiert, -
indem man die
associatedVoice-Eigenschaft definiert, sodass man die Ausrichtung des Gesangstextes zwischen verschiedenen benanntenVoice-Kontexten gewechselt werden.
In allen drei Methoden können Bindestriche zwischen den Silben oder Fülllinien hinter einem Wortende gezogen werden. Zu Einzelheiten siehe Fülllinien und Trennstriche.
Der Voice-Kontext, der die Melodie enthält, an der der Text
ausgerichtet werden soll, darf noch nicht „gestorben“ sein, weil
sonst aller Text danach verloren geht. Das kann passieren, wenn es
Strecken gibt, in denen die Stimme pausiert. Zu Methoden, wie man Kontexte
am Leben erhält, siehe Kontexte am Leben halten.
\lyricsto Benutzen
Gesangstext kann an einer Melodie automatisch ausgerichtet werdne, indem
man den beannten Voice-Kontext mit der Melodie durch den Befehl
\lyricsto angibt:
<<
\new Voice = "melody" {
a4 a a a
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
These are the words
}
>>
Damit wird der Text an den Noten des benannten Voice-Kontextes
ausgerichtet, der schon vorher existieren muss. Aus diesem Grund
wird der Voice-Kontext normalerweise zuerst definiert, gefolgt
vom Lyrics-Kontext. Der Gesangstext selber folgt dem
\lyricsto-Befehl. Der \lyricsto-Befehl ruft den
Gesangstextmodus automatisch auf, sodass man \lyricmode in diesem
Fall auslassen kann. Standardmäßig werden die Silben unter den Noten
angeordnet. Für andere Optionen siehe Gesangstext vertikal verschieben.
\addlyrics benutzen
Der \addlyrics-Befehl ist eigentlich nur eine Abkürzung für eine
etwas kompliziertere LilyPond-Struktur, den man manchmal aus Bequemlichkeit
einsetzen kann.
{ Noten }
\addlyrics { Gesangstext }
bedeutet das Gleiche wie
\new Voice = "bla" { Noten }
\new Lyrics \lyricsto "bla" { Gesangstext }
Hier ein Beispiel:
{
\time 3/4
\relative c' { c2 e4 g2. }
\addlyrics { play the game }
}
Weitere Strophen können mit weiteren \addlyrics-Abschnitten
hinzugefügt werden:
{
\time 3/4
\relative c' { c2 e4 g2. }
\addlyrics { play the game }
\addlyrics { speel het spel }
\addlyrics { joue le jeu }
}
Der Befehl \addlyrics kann keine polyphonen Situationen bewältigen.
In diesen Fällen sollen man \lyricsto benutzen.
associatedVoice benutzen
Die Melodie, an die der Gesangstext ausgerichtet wird, kann durch Setzen der
associatedVoice-Eigenschaft geändert werden:
\set associatedVoice = #"lala"
Der Wert der Eigenschaft (hier "lala") ist die Bezeichnung eines
Voice-Kontextes. Aus technischen Gründen muss der \set-Befehl
eine Silbe vor der Silbe gesetzt werden, auf die er wirken soll.
Ein Beispiel demonstiert das:
<<
\new Staff <<
\time 2/4
\new Voice = "one" \relative c'' {
\voiceOne
c4 b8. a16 g4. r8 a4 ( b ) c2
}
\new Voice = "two" \relative c' {
\voiceTwo
s2 s4. f8 e8 d4. c2
}
>>
% takes durations and alignment from notes in "one" initially
% then switches to "two"
\new Lyrics \lyricsto "one" {
No more let
\set associatedVoice = "two" % must be set one syllable early
sins and sor -- rows grow.
}
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Fülllinien und Trennstriche, Kontexte am Leben halten, Gesangstext vertikal verschieben.
Manuelle Silbendauern
In komplexer Vokalmusik kann es nötig sein, den Gesangstext vollkommen
unabhängig von den Noten zu positionieren. In diesem Fall sollte man
nicht \addlyrics bzw. \lyricsto benutzen, und auch keine
associatedVoice definieren. Die Silben werden wie Noten notiert
– indem die Tonhöhen durch den Text der Silbe ersetzt werden – und
die Dauer jeder Silbe muss angegeben werden.
Standardmäßig werden die Silben links am entsprechenden musikalischen Moment ausgerichtet. Bindestriche zwischen den Silben können wie üblich gezogen werden, aber Fülllinien hinter dem Wortende können nicht gezogen werden, wenn es keine mit dem Text verknüpfte Melodie gibt.
Hier zwei Beispiele:
<<
\new Voice = "melody" {
\time 3/4
c2 e4 g2 f
}
\new Lyrics \lyricmode {
play1 the4 game4
}
>>
<<
\new Staff {
\relative c'' {
c2 c2
d1
}
}
\new Lyrics {
\lyricmode {
I2 like4. my8 cat!1
}
}
\new Staff {
\relative c' {
c8 c c c c c c c
c8 c c c c c c c
}
}
>>
Diese Technik ist nützlich, wenn man Dialog zur Musik schreiben will, siehe Dialog zur Musik.
Um Silben an den Noten des entsprechenden musikalischen Moments zu zentrieren,
muss associatedVoice auf die Bezeichnung des Stimmen-Kontext eingestellt
werden, in dem sich die Noten befinden. Wenn associatedVoice definiert
ist, können doppelte Bindestriche zwischen Silben und doppelte Unterstriche
hinter Wörtern für Fülllinien benutzt werden:
<<
\new Voice = "melody" {
\time 3/4
c2 e4 g f g
}
\new Lyrics \lyricmode {
\set associatedVoice = #"melody"
play2 the4 game2. __
}
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Dialog zur Musik, Kontexte am Leben halten.
Referenz der Interna: Lyrics, Voice.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Manuelle Silbendauern ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Vokalmusik ] | [ Mehrere Noten zu einer Silbe > ] | ||
Mehrere Silben zu einer Note
Um mehr als eine Silbe zu einer Note zuzuordnen, können die Silben
mit geraden Anführungszeichen (") umgeben werden oder ein
Unterstrich (_) benutzt werden, um ein Leerzeichen zwischen
Silben zu setzen. Mit der Tilde (~) kann ein Bindebogen
gesetzt werden.
{
\relative c'' { \autoBeamOff
r8 b c fis, fis c' b e, }
\addlyrics { Che_in ques -- ta_e_in quel -- l'al -- tr'on -- da }
\addlyrics { "Che in" ques -- "ta e in" quel -- l'al -- tr'on -- da }
\addlyrics { Che~in ques -- ta~e~in quel -- l'al -- tr'on -- da }
}
Siehe auch
Referenz der Interna: LyricCombineMusic.
Mehrere Noten zu einer Silbe
Öfters, insbesondere in Alter Musik, wird eine einzige Silbe zu mehreren Noten gesungen, was als Melisma bezeichnet wird. Die Silbe eines Melismas wird normalerweise links an der ersten Note des Melismas ausgerichtet.
Melismen können direkt im Gesangstext definiert werden, indem
ein Unterstrich (_) für jede Note notiert wird, die
übersprungen werden soll.
Wenn ein Melisma an einer Silbe auftritt, die nicht die letzte eines
Wortes ist, wird diese Silbe mit der folgenden durch wiederholte Trennstriche
verbunden. Dies wird notiert, indem man zwei Trennstriche (--)
nach der Silbe notiert.
Wenn ein Melisma an der letzten Silbe eines Wortes auftritt, wird eine
Fülllinie vom Ende der Silbe bis zur letzten Note des Melismas gezeichnet.
Das wird durch zwei Unterstriche (__) nach der Silbe notiert.
Es gibt fünf Arten, auf die ein Melisma angezeigt werden kann:
-
Melismen werden automatisch zu Noten erstellt, die übergebunden sind:
<< \new Voice = "melody" { \time 3/4 f4 g2 ~ | g4 e2 ~ | e8 } \new Lyrics \lyricsto "melody" { Ky -- ri -- e __ } >> -
Melismen können automatisch aus den Noten erstellt werden, indem man Legatobögen
über den Noten eines Melismas notiert. Auf diese Weise wird Gesangstext
üblicherweise notiert:
<< \new Voice = "melody" { \time 3/4 f4 g8 ( f e f ) e8 ( d e2 ) } \new Lyrics \lyricsto "melody" { Ky -- ri -- e __ } >>Dabei ist zu beachten, dass Phrasierungsbogen die Erstellung eines Melsima nicht beeinflussen.
-
Noten werden als ein Melisma betrachtet, wenn sie manuell mit einem Balken
versehen werden, vorausgesetzt, dass die automatische Bebalkung ausgeschaltet
ist. Siehe Einstellung von automatischen Balken.
<< \new Voice = "melody" { \time 3/4 \autoBeamOff f4 g8[ f e f] e2. } \new Lyrics \lyricsto "melody" { Ky -- ri -- e } >>Diese Methode eignet sich natürlich nicht für Noten, die länger als Achtel sind.
-
Eine Gruppe von Noten ohne Legatobogen werden als Melisma betrachtet,
wenn sie zwischen
\melismaund\melismaEndeingeschlossen sind:<< \new Voice = "melody" { \time 3/4 f4 g8 \melisma f e f \melismaEnd e2. } \new Lyrics \lyricsto "melody" { Ky -- ri -- e } >> -
Ein Melisma kann auch ausschließlich im Gesangstext notiert werden, indem man
einzlene Unterstriche (
_) für jede Note eingibt, die zum Melisma hinzugefügt werden soll.<< \new Voice = "melody" { \time 3/4 f4 g8 f e f e8 d e2 } \new Lyrics \lyricsto "melody" { Ky -- ri -- _ _ _ e __ _ _ } >>
Man kann durchaus auch Binde- und Legatobögen sowie manuelle Balken
benutzen, ohne dass sie Melismen bezeichnen, wenn
melismaBusyProperties aufgerufen wird:
<<
\new Voice = "melody" {
\time 3/4
\set melismaBusyProperties = #'()
c4 d ( e )
g8 [ f ] f4 ~ f
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
Ky -- ri -- e e -- le -- i -- son
}
>>
Andere Einstellungen für melismaBusyProperties können bneutzt
werden, um nur eine Auswahl von Binde-, Legatobögen und Balken zur
automatischen Melismenerkennung gelten zu lassen. Siehe
melismaBusyProperties in
Tunable context properties.
Alternativ kann auch ignoreMelismata auf wahr gesetzt werden,
wenn alle Melisma-Bezeichnungen ignoriert werden sollen, siehe
Strophen mit unterschiedlichem Rhythmus.
Wenn ein Melisma während einer Passage benötigt wird, in der
melismaBusyProperties aktiviert ist, kann es durch einen
einzelnen Unterstrich im Gesangstext für jede Note des Melismas
angegeben werden:
<<
\new Voice = "melody" {
\time 3/4
\set melismaBusyProperties = #'()
c4 d ( e )
g8 [ f ] ~ f4 ~ f
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
Ky -- ri -- _ e __ _ _ _
}
>>
Vordefinierte Befehle
\autoBeamOff,
\autoBeamOn,
\melisma,
\melismaEnd.
Siehe auch
Glossar: melisma.
Handbuch zum Lernen: Text an einer Melodie ausrichten.
Notation Reference: Kontexte am Leben halten, Automatische Silbendauern, Einstellung von automatischen Balken, Strophen mit unterschiedlichem Rhythmus.
Internals Reference: Tunable context properties.
Bekannte Probleme und Warnungen
Fülllinien zu Melismen werden nicht automatisch erkannt, sondern müssen manuell gesetzt werden.
Fülllinien und Trennstriche
Wenn die letzte Silbe eines Wortes auf ein Melisma fällt, wird
das Melisma oft mit einer langen horizontalen Linie angezeigt,
die nach dem Wort beginnt und mit der letzten Note des Melismas
endet. Derartige Fülllinien werden mit einem doppelten
Unterstrich ( __ ) eingegeben, wobei beachtet werden muss,
dass er von Leerzeichen umgeben ist.
Achtung: Melismen werden mit Fülllinien angezeigt, die als doppelter Unterstrich notiert sind. Kurze Melismen können auch notiert werden, indem eine Note übersprungen wird. Hierzu wird ein einfacher Unterstrich notiert und keine Fülllinie gezogen.
Zentrierte Bindestriche zwischen den einzelnen Silben werden mit
einem doppelten Bindestrich ( -- ) eingegeben, wobei beachtet
werden muss, dass er von Leerzeichen umgeben ist. Der Bindestrich
wird zwischen den Silben zentriert und seine Länge dem Notenabstand
angepasst.
In sehr eng notierter Musik können die Bindestriche ganz wegfallen.
Dieses Verhalten kann aber auch unterbunden werden, wenn den Eigenschaften
minimum-distance (minimaler Abstand zwischen Silben) und
minimum-length (Wert, unterhalb von dem Bindestriche wegfallen)
andere Werte erhalten. Beide sind Eigenschaften von LyricHyphen.
Siehe auch
Referenz der Interna: LyricExtender, LyricHyphen.
2.1.2 Techniken für die Gesangstextnotation
| Mit Gesangstexten und Bezeichnern arbeiten | ||
| Gesangstext vertikal verschieben | ||
| Silben horizontal verschieben | ||
| Gesangstext und Wiederholungen | ||
| Getrennte Texte |
Mit Gesangstexten und Bezeichnern arbeiten
Um Variablen zu definieren, die Gesangstext beinhalten, muss die
\lyricmode-Umgebung benutzt werden.
musicOne = \relative c'' {
c4 b8. a16 g4. f8 e4 d c2
}
verseOne = \lyricmode {
Joy to the world, the Lord is come.
}
\score {
<<
\new Voice = "one" {
\time 2/4
\musicOne
}
\new Lyrics \lyricsto "one" {
\verseOne
}
>>
}
Dauern müssen nicht angegeben werden, wenn die Variable im Zusammenhang mit
\addlyrics oder \lyricsto aufgerufen wird.
Für eine andere Anordnung oder kompliziertere Situationen bietet
es sich an, zuerst Systeme und Gesangstextumgebungen zu definieren, dann die
Hierarchie von Systemen und Gesangstextzeilen aufzustellen ohne den Gesangstext
selber aufzurufen, und dann den Gesangstext mit \context darunter
aufzurufen. Das stellt sicher, dass die Stimmen, die durch \lyricsto
angefordert werden, auch immer schon definiert sind. Beispielsweise:
sopranoMusic = \relative c'' { c4 c c c }
contraltoMusic = \relative c'' { a4 a a a }
sopranoWords = \lyricmode { Sop -- ra -- no words }
contraltoWords = \lyricmode { Con -- tral -- to words }
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Staff {
\new Voice = "sopranos" {
\sopranoMusic
}
}
\new Lyrics = "sopranos"
\new Lyrics = "contraltos"
\new Staff {
\new Voice = "contraltos" {
\contraltoMusic
}
}
\context Lyrics = "sopranos" {
\lyricsto "sopranos" {
\sopranoWords
}
}
\context Lyrics = "contraltos" {
\lyricsto "contraltos" {
\contraltoWords
}
}
>>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Gesangstext vertikal verschieben.
Referenz der Interna: LyricCombineMusic, Lyrics.
Gesangstext vertikal verschieben
Abhängig von der Art der Musik kann der Gesangstext über oder
unter einem Notensystem oder zwischen zwei Systemen positioniert
werden. Es ist am einfachsten, den Text unter das verknüpfte
System zu positionieren, was man erreicht, indem man den
Lyrics-Kontext direkt unter dem System definiert:
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' { c4 c c c }
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Here are the words
}
}
>>
}
Gesangstext kann auch über dem System positioniert werden, indem man eine der beiden folgenden Methoden benutzt. Die einfachste (und bevorzugte) Methode ist es, die gleiche Syntax wie oben gezeigt einzusetzen und die Position des Gesangstextes explizit anzugeben:
\score {
<<
\new Staff = "staff" {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' { c4 c c c }
}
}
\new Lyrics \with { alignAboveContext = "staff" } {
\lyricsto "melody" {
Here are the words
}
}
>>
}
Alternativ kann auch ein zweistufiger Prozess benutzt werden. Zuerst
wird der Gesangstextkontext definiert (ohne jeglichen Inhalt), bevor
Stimm- und Systemkontexte definiert wurden. Dann wird der
\lyricsto-Befehl nach der Definition der Stimme, auf die er
verweist, mit \context angegeben:
\score {
<<
\new Lyrics = "lyrics" \with {
% lyrics above a staff should have this override
\override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #DOWN
}
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' { c4 c c c }
}
}
\context Lyrics = "lyrics" {
\lyricsto "melody" {
Here are the words
}
}
>>
}
Wenn zwei Stimmen sich auf unterschiedlichen Systemen befinden, kann der Text zwischen den Systemen platziert werden, wobei beide der Methoden einesetzt werden können. Hier ein Beispiel für die zweite Methode:
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Staff {
\new Voice = "sopranos" {
\relative c'' { c4 c c c }
}
}
\new Lyrics = "sopranos"
\new Lyrics = "contraltos" \with {
% lyrics above a staff should have this override
\override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #DOWN
}
\new Staff {
\new Voice = "contraltos" {
\relative c'' { a4 a a a }
}
}
\context Lyrics = "sopranos" {
\lyricsto "sopranos" {
Sop -- ra -- no words
}
}
\context Lyrics = "contraltos" {
\lyricsto "contraltos" {
Con -- tral -- to words
}
}
>>
}
Andere Kombinationen von Gesangstext und System können erstellt werdne, indem man die gegebenen Beispiele modifiziert oder auch die Vokalensemble-Vorlagen im Handbuch zum Lernen heranzieht.
Ausgewählte Schnipsel
Platzverteilung von Gesangstext wie in 2.12 für neuere Versionen
Die Maschine für die vertikale Platzverteilung hat sich in Version 2.14 verändert.
Dadurch wurde Gesangstext auf andere Art verteilt. Es ist möglich, Eigenschaften
von Lyric- und Staff-Kontexten einzustellen, um die Platzverteilung
so aussehen zu lassen wie für Version 2.12.
global = {
\key d \major
\time 3/4
}
sopMusic = \relative c' {
% VERSE ONE
fis4 fis fis | \break
fis4. e8 e4
}
altoMusic = \relative c' {
% VERSE ONE
d4 d d |
d4. b8 b4 |
}
tenorMusic = \relative c' {
a4 a a |
b4. g8 g4 |
}
bassMusic = \relative c {
d4 d d |
g,4. g8 g4 |
}
words = \lyricmode {
Great is Thy faith- ful- ness,
}
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Lyrics = sopranos
\new Staff = women <<
\new Voice = "sopranos" {
\voiceOne
\global \sopMusic
}
\new Voice = "altos" {
\voiceTwo
\global \altoMusic
}
>>
\new Lyrics = "altos"
\new Lyrics = "tenors"
\new Staff = men <<
\clef bass
\new Voice = "tenors" {
\voiceOne
\global \tenorMusic
}
\new Voice = "basses" {
\voiceTwo \global \bassMusic
}
>>
\new Lyrics = basses
\context Lyrics = sopranos \lyricsto sopranos \words
\context Lyrics = altos \lyricsto altos \words
\context Lyrics = tenors \lyricsto tenors \words
\context Lyrics = basses \lyricsto basses \words
>>
\layout {
\context {
\Lyrics
\override VerticalAxisGroup.staff-affinity = ##f
\override VerticalAxisGroup.staff-staff-spacing =
#'((basic-distance . 0)
(minimum-distance . 2)
(padding . 2))
}
\context {
\Staff
\override VerticalAxisGroup.staff-staff-spacing =
#'((basic-distance . 0)
(minimum-distance . 2)
(padding . 2))
}
}
}
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Vokalensemble.
Notation Reference: Reihenfolge des Kontextlayouts, Kontexte erstellen.
Silben horizontal verschieben
Um den Abstand zwischen Silben zu vergrößern, kann die
minimum-distance-Eigenschaft des
LyricSpace-Objekts gesetzt werden:
{
c c c c
\override Lyrics.LyricSpace.minimum-distance = #1.0
c c c c
}
\addlyrics {
longtext longtext longtext longtext
longtext longtext longtext longtext
}
Damit diese Einstellung für alle Gesangtextzeilen in einer Partitur
wirkt, muss sie im layout-Block vorgenommen werden.
\score {
\relative c' {
c c c c
c c c c
}
\addlyrics {
longtext longtext longtext longtext
longtext longtext longtext longtext
}
\layout {
\context {
\Lyrics
\override LyricSpace.minimum-distance = #1.0
}
}
}
Ausgewählte Schnipsel
Ausrichtung von Gesangstext
Die horizontale Ausrichtung von Gesangstext kann eingestellt werden, indem
man die self-alignment-X-Eigenschaft des LyricText-Objekts
verändert. #-1 bedeutet links, #0 bedeutet mittig und #1
bedeutet rechts, man kann aber genauso gut auch #LEFT, #CENTER
und #RIGHT benutzen.
\layout { ragged-right = ##f }
\relative c'' {
c1
c1
c1
}
\addlyrics {
\once \override LyricText.self-alignment-X = #LEFT
"This is left-aligned"
\once \override LyricText.self-alignment-X = #CENTER
"This is centered"
\once \override LyricText.self-alignment-X = #1
"This is right-aligned"
}
Eine Überprüfung, mit der sichergestellt wird, dass kein Text in die Seitenränder ragt, verlangt zusätzliche Computerzeit. Um den Notensatz etwas zu beschleunigen, kann die Überprüfung abgestellt werden:
\override Score.PaperColumn.keep-inside-line = ##f
Damit Gesangstext auch nicht mit Taktlinien zusammenstößt, kann folgende Einstellung gesetzt werden:
\layout {
\context {
\Lyrics
\consists "Bar_engraver"
\consists "Separating_line_group_engraver"
\hide BarLine
}
}
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Silben horizontal verschieben ] | [ Nach oben : Techniken für die Gesangstextnotation ] | [ Getrennte Texte > ] | ||
Gesangstext und Wiederholungen
Einfache Wiederholungen
Wiederholungen von Musik ist vollständig an anderer Stelle behandelt, siehe Wiederholungszeichen. Dieser Abschnitt erklärt, wie man Gesangstext zu wiederholten Noten hinzufügt.
Gesangstext zu einem Abschnitt, der wiederholt wird, muss in der gleichen Wiederholungskonstruktion wie die Noten enthalten sein, wenn der Text sich nicht ändert:
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat volta 2 { b4 b b b }
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Not re -- peat -- ed.
\repeat volta 2 { Re -- peat -- ed twice. }
}
}
>>
}
Der Text wird dann richtig erweitert, wenn die Wiederholung
mit \unfoldRepeats ausgeklappt wird:
\score {
\unfoldRepeats {
<<
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat volta 2 { b4 b b b }
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Not re -- peat -- ed.
\repeat volta 2 { Re -- peat -- ed twice. }
}
}
>>
}
}
Wenn der wiederholte Abschnitt unterschiedlichen Text hat und ausgeklappt werden soll, müssen alle Wörter notiert werden:
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat unfold 2 { b4 b b b }
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Not re -- peat -- ed.
The first time words.
Sec -- ond time words.
}
}
>>
}
Wenn der Text in einer Wiederholung mit volta (also mit punktiertem
Doppelstrich) unterschiedlich ist, muss der Text jeder Wiederholung in
einem eigenen Lyrics-Kontext notiert werden, der korrekt in
parrallelen Abschnitten geschachtelt wird:
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat volta 2 { b4 b b b }
}
}
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
Not re -- peat -- ed.
<<
{ The first time words. }
\new Lyrics {
\set associatedVoice = "melody"
Sec -- ond time words.
}
>>
}
>>
}
Neue Strophen können auf die gleiche Art hinzugefügt werden:
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "singleVoice" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat volta 3 { b4 b b b }
c4 c c c
}
}
}
\new Lyrics \lyricsto "singleVoice" {
Not re -- peat -- ed.
<<
{ The first time words. }
\new Lyrics {
\set associatedVoice = "singleVoice"
Sec -- ond time words.
}
\new Lyrics {
\set associatedVoice = "singleVoice"
The third time words.
}
>>
The end sec -- tion.
}
>>
}
Wenn diese Konstruktion jedoch innerhalb eines Mehrsystemkontexts
eingebettet ist, wie etwa ein ChoirStaff, werden die Texte
der zweiten und dritten Strophe unter dem untersten System ausgegeben
werden.
Um sie richtig zu positionieren, kann alignBelowContext
eingesetzt werden:
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat volta 3 { b4 b b b }
c4 c c c
}
}
}
\new Lyrics = "firstVerse" \lyricsto "melody" {
Not re -- peat -- ed.
<<
{ The first time words. }
\new Lyrics = "secondVerse"
\with { alignBelowContext = #"firstVerse" } {
\set associatedVoice = "melody"
Sec -- ond time words.
}
\new Lyrics = "thirdVerse"
\with { alignBelowContext = #"secondVerse" } {
\set associatedVoice = "melody"
The third time words.
}
>>
The end sec -- tion.
}
\new Voice = "harmony" {
\relative c' {
f4 f f f \repeat volta 2 { g8 g g4 g2 } a4 a8. a16 a2
}
}
>>
}
Wiederholungen mit alternativen Endungen
Wenn der Text des wiederholten Abschnitts der gleiche ist, kann die gleiche Struktur für Gesangstext und Noten eingesetzt werden.
\score {
<<
\new Staff {
\time 2/4
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
a4 a a a
\repeat volta 2 { b4 b }
\alternative { { b b } { b c } }
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Not re -- peat -- ed.
\repeat volta 2 { Re -- peat -- }
\alternative { { ed twice. } { ed twice. } }
}
}
>>
}
Aber wenn der wiederholte Abschnitt unterschiedlichen Text hat,
kann keine repeat-Konstruktion um den Text eingesetzt
werden und man muss manuell mit \skip-Befehlen die Noten
überspringen, auf die sich der alternative Text nicht bezieht.
Achtung: hier darf kein Unterstrich (_) benutzt werden, um
Noten zu überspringen, weil das ein Melisma anzeigen würde und
die vorhergehende Silbe dazu veranlasst, links ausgerichtet zu
werden.
Achtung: Der \skip-Befehl muss von einer Zahl gefolgt
werden, aber diese Zahl wird ignoriert, wenn der Gesangstext
seine Dauern von einer assoziierten Melodie ableitet, die mit
addlyrics oder lyricsto angefügt wird. Jeder
\skip-Befehl überspringt eine einzelne Note beliebiger
Dauer, unabhängig vom Wert der auf den Befehl folgenden Zahl.
\score {
<<
\new Staff {
\time 2/4
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
\repeat volta 2 { b4 b }
\alternative { { b b } { b c } }
c4 c
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
The first time words.
\repeat unfold 2 { \skip 1 }
End here.
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Sec -- ond
\repeat unfold 2 { \skip 1 }
time words.
}
}
>>
}
Wenn eine Note zu zwei oder mehr alternativen Endungen übergebunden
wird, wird ein Bindebogen benutzt, um die Note in die erste
alternative Endung überzubinden, und ein \repeatTie benutzt,
um in die zweite und alle weiteren Klammern zu überbinden.
Diese Struktur erzeugt problematische Ausrichtungen, wenn ein
Gesangstext hinzu kommt und verlängert die alternativen Klammern,
sodass es besser sein kann, die übergebundenen Noten vollständig in
die Klammern aufzunehmen, um ein besseres Resultat zu erhalten.
Der Bindebogen erstellt ein Melisma zur ersten Klammer, aber nicht
zur zweiten und allen weiteren Klammern, sodass es nötig ist, die
automatische Erstellung von Melismen für die Klammer-Abschnitte
zu deaktivieren und manuell die Noten mit \skip zu überspringen, um eine
richtige Ausrichtung des Textes zu erreichen.
\score {
<<
\new Staff {
\time 2/4
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
\set melismaBusyProperties = #'()
\repeat volta 2 { b4 b ~}
\alternative { { b b } { b \repeatTie c } }
\unset melismaBusyProperties
c4 c
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
\repeat volta 2 { Here's a __ }
\alternative {
{ \skip 1 verse }
{ \skip 1 sec }
}
ond one.
}
}
>>
}
Wenn \unfoldRepeats in einem Abschnitt eingesetzt wird,
der den \repeatTie-Befehl enthält, sollte der \repeatTie
entfernt werden, damit nicht beide Bindestriche ausgegeben werden.
Wenn der wiederholte Abschnitt unterschiedlichen Text hat, kann \repeat
nicht um den Gesangstext benutzt werden, und \skip-Befehle
müssen manuell eingegeben werden:
\score {
<<
\new Staff {
\time 2/4
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
\repeat volta 2 { b4 b ~}
\alternative { { b b } { b \repeatTie c } }
c4 c
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Here's a __ verse.
\repeat unfold 2 { \skip 1 }
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Here's one
\repeat unfold 2 { \skip 1 }
more to sing.
}
}
>>
}
Wenn Sie Bindestriche und Fülllinien zwischen Wiederholung und Klammer benutzen wollen, müssen sie manuell notiert werden:
\score {
<<
\new Staff {
\time 2/4
\new Voice = "melody" {
\relative c'' {
\repeat volta 2 { b4 b ~}
\alternative { { b b } { b \repeatTie c } }
c4 c
}
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Here's a __ verse.
\repeat unfold 2 { \skip 1 }
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "melody" {
Here's "a_"
\skip 1
"_" sec -- ond one.
}
}
>>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Kontexte am Leben halten, Wiederholungszeichen.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Gesangstext und Wiederholungen ] | [ Nach oben : Techniken für die Gesangstextnotation ] | [ Strophen > ] | ||
Getrennte Texte
Wenn nur Text und Rhythmus von zwei Texten unterschiedlich sind, während die Noten gleich bleiben, kann man die automatische Melisma-Erkennung kurzzeitig ausschalten und das Melisma im Text anzeigen:
\score {
<<
\new Voice = "melody" {
\relative c' {
\set melismaBusyProperties = #'()
\slurDown
\slurDashed
e4 e8 ( e ) c4 c |
\unset melismaBusyProperties
c
}
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
They shall not o -- ver -- come
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
We will _
}
>>
}
Wenn sich sowohl Noten als auch Worte unterscheiden, kann es besser sein,
die unterschiedlichen Noten und den Text zu notieren, indem man
Voice-Kontexte benennt und den Text an die enstprechenden Kontexte
anhängt:
\score {
<<
\new Voice = "melody" {
\relative c' {
<<
{
\voiceOne
e4 e8 e
}
\new Voice = "splitpart" {
\voiceTwo
c4 c
}
>>
\oneVoice
c4 c |
c
}
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
They shall not o -- ver -- come
}
\new Lyrics \lyricsto "splitpart" {
We will
}
>>
}
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Getrennte Texte ] | [ Nach oben : Notation von Gesang ] | [ Strophennummern hinzufügen > ] | ||
2.1.3 Strophen
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Strophen ] | [ Nach oben : Strophen ] | [ Lautstärkebezeichnung zu Strophen hinzufügen > ] | ||
Strophennummern hinzufügen
Strophennummerierung kann hinzugefügt werden:
\new Voice {
\time 3/4 g2 e4 a2 f4 g2.
} \addlyrics {
\set stanza = #"1. "
Hi, my name is Bert.
} \addlyrics {
\set stanza = #"2. "
Oh, ché -- ri, je t'aime
}
Die Zahl wird direkt vor die erste Silbe gesetzt.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Strophennummern hinzufügen ] | [ Nach oben : Strophen ] | [ Sängernamen zu Strophen hinzufügen > ] | ||
Lautstärkebezeichnung zu Strophen hinzufügen
Dynamikzeichen können zur Strophennummer hinzugefügt werden.
In LilyPond muss alles, was vor einer Strophe gesetzt wird,
im StanzaNumber-Objekt definiert werden, also
auch Dynamikbezeichnung. Aus technischen Gründen muss die
Strophe außerhalb von lyricmode gesetzt werden:
text = {
\set stanza = \markup { \dynamic "ff" "1. " }
\lyricmode {
Big bang
}
}
<<
\new Voice = "tune" {
\time 3/4
g'4 c'2
}
\new Lyrics \lyricsto "tune" \text
>>
Sängernamen zu Strophen hinzufügen
Namen von Sängern können auch eingefügt werden. Sie werden zu Beginn
der Zeile gesetzt, ähnlich wie eine Instrumentenbezeichnung. Sie
werden mit der vocalName-Eigenschaft erstellt. Eine Kurzversion
kann mit shortVocalName definiert werden.
\new Voice {
\time 3/4 g2 e4 a2 f4 g2.
} \addlyrics {
\set vocalName = #"Bert "
Hi, my name is Bert.
} \addlyrics {
\set vocalName = #"Ernie "
Oh, ché -- ri, je t'aime
}
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Sängernamen zu Strophen hinzufügen ] | [ Nach oben : Strophen ] | [ Die Strophen am Ende ausdrucken > ] | ||
Strophen mit unterschiedlichem Rhythmus
Oft haben unterschiedliche Strophen eines Liedes leicht unterschiedliche
Silbenzahlen und werden darum auf andere Art zur Melodie gesungen.
Derartige Variationen können mit \lyricsto bewältigt werden.
Melismen ignorieren
Teilweise wird zu einer Silbe ein Melisma in einer Strophe
gesungen, während in einer anderen jede Note eine Silbe erhält.
Eine Möglichkeit ist, dass die Strophe mit mehr Text das
Melisma ignoriert. Das wird mit der
ignoreMelismata-Eigenschaft im Lyrics-Kontext
vorgenommen.
<<
\relative c' \new Voice = "lahlah" {
\set Staff.autoBeaming = ##f
c4
\slurDotted
f8.[( g16])
a4
}
\new Lyrics \lyricsto "lahlah" {
more slow -- ly
}
\new Lyrics \lyricsto "lahlah" {
go
\set ignoreMelismata = ##t
fas -- ter
\unset ignoreMelismata
still
}
>>
Bekannte Probleme und Warnungen
Anders als die meisten \set-Befehle funktioniert
\set ignoreMelismata nicht zusammen mit \once.
Es ist notwendig, explizit \set und \unset zu
verwenden, um den Text einzugrenzen, für den Melismen ignoriert
werden sollen.
Silben zu Verzierungsnoten hinzufügen
Normalerweise werden Verzierungsnoten (z.B. durch \grace) bei
\lyricsto keine Silben zugeordnet. Dieses Verhalten kann
geändert werden, wie das folgende Beispiel zeigt.
<<
\new Voice = melody \relative c' {
f4 \appoggiatura a32 b4
\grace { f16 a16 } b2
\afterGrace b2 { f16[ a16] }
\appoggiatura a32 b4
\acciaccatura a8 b4
}
\new Lyrics
\lyricsto melody {
normal
\set includeGraceNotes = ##t
case,
gra -- ce case,
after -- grace case,
\set ignoreMelismata = ##t
app. case,
acc. case.
}
>>
Bekannte Probleme und Warnungen
Wie bei associatedVoice muss includeGraceNotes
spätestens eine Silbe vor derjenigen gesetzt werden, die unter einer
Verzierungsnote stehen soll. Im Fall, dass eine Verzierungsnote
die erste des Musikstückes ist, kann ein \with- oder
\context-Block verwendet werden:
<<
\new Voice = melody \relative c' {
\grace { c16( d e f }
g1) f
}
\new Lyrics \with { includeGraceNotes = ##t }
\lyricsto melody {
Ah __ fa
}
>>
Zu einer alternativen Melodie umschalten
Es ist auch möglich, die Silben von verschiedenen Textzeilen an
unterschiedlichen Melodien auszurichten. Das wird mit der
associatedVoice-Eigenschaft vorgenommen:
<<
\relative c' \new Voice = "lahlah" {
\set Staff.autoBeaming = ##f
c4
<<
\new Voice = "alternative" {
\voiceOne
\tuplet 3/2 {
% show associations clearly.
\override NoteColumn.force-hshift = #-3
f8 f g
}
}
{
\voiceTwo
f8.[ g16]
\oneVoice
} >>
a8( b) c
}
\new Lyrics \lyricsto "lahlah" {
Ju -- ras -- sic Park
}
\new Lyrics \lyricsto "lahlah" {
% Tricky: need to set associatedVoice
% one syllable too soon!
\set associatedVoice = "alternative" % applies to "ran"
Ty --
ran --
no --
\set associatedVoice = "lahlah" % applies to "rus"
sau -- rus Rex
} >>
Der Text der ersten Strophe wird an der Stimme „lahlah“
ausgerichtet, aber die zweite Strophe wird zuerst zum
lahlah-Kontext gesetzt und dann zur alternative-Melodie
für die Silben „ran“ bis „sau“:
\set associatedVoice = "alternative" % applies to "ran" Ty -- ran -- no -- \set associatedVoice = "lahlah" % applies to "rus" sau -- rus Rex
Hier ist alternative die Bezeichnung des Voice-Kontexts
mit der Triole.
Der \set associatedVoice-Befehl tritt eine Silbe zu früh auf,
aber das ist in diesem Fall richtig.
Achtung: Der set associatedVoice-Befehl muss eine Silbe vor
der Silbe notiert werden, auf welcher der Wechsel zur neuen Stimme
stattfinden soll. Anders gesagt: der Wechsel der assoziierten Stimme
geschieht eine Silber später, als man erwarten würde. Das geschieht
aus technischen Gründen – es handelt sich nicht um einen Fehler.
Die Strophen am Ende ausdrucken
Manchmal soll nur eine Strophe mit der Melodie gesetzt
werden und die weiteren Strophen als Text unter den Noten
hinzugefügt werden. Dazu wird der Text in einer
markup-Umgebung außerhalb der \score-Umgebung
gesetzt. Es gibt zwei Arten, die Zeilen auszurichten,
wie das Beispiel zeigt:
melody = \relative c' {
e d c d | e e e e |
d d e d | c1 |
}
text = \lyricmode {
\set stanza = #"1." Ma- ry had a lit- tle lamb,
its fleece was white as snow.
}
\score{ <<
\new Voice = "one" { \melody }
\new Lyrics \lyricsto "one" \text
>>
\layout { }
}
\markup { \column{
\line{ Verse 2. }
\line{ All the children laughed and played }
\line{ To see a lamb at school. }
}
}
\markup{
\wordwrap-string #"
Verse 3.
Mary took it home again,
It was against the rule."
}
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| [ < Die Strophen am Ende ausdrucken ] | [ Nach oben : Strophen ] | [ Lieder > ] | ||
Die Strophen am Ende in mehreren Spalten drucken
Wenn in einem Lied sehr viele Strophen vorkommen, werden sie oft in mehreren Spalten unter den Noten gesetzt. Eine nach außen versetzte Zahl zeigt die Strophennummer an. Dieses Beispiel zeigt eine Methode, diese Art von Notensatz zu produzieren.
melody = \relative c' {
c4 c c c | d d d d
}
text = \lyricmode {
\set stanza = #"1." This is verse one.
It has two lines.
}
\score{ <<
\new Voice = "one" { \melody }
\new Lyrics \lyricsto "one" \text
>>
\layout { }
}
\markup {
\fill-line {
\hspace #0.1 % moves the column off the left margin;
% can be removed if space on the page is tight
\column {
\line { \bold "2."
\column {
"This is verse two."
"It has two lines."
}
}
\combine \null \vspace #0.1 % adds vertical spacing between verses
\line { \bold "3."
\column {
"This is verse three."
"It has two lines."
}
}
}
\hspace #0.1 % adds horizontal spacing between columns;
\column {
\line { \bold "4."
\column {
"This is verse four."
"It has two lines."
}
}
\combine \null \vspace #0.1 % adds vertical spacing between verses
\line { \bold "5."
\column {
"This is verse five."
"It has two lines."
}
}
}
\hspace #0.1 % gives some extra space on the right margin;
% can be removed if page space is tight
}
}
Siehe auch
Referenz der Interna: LyricText, StanzaNumber.
2.1.4 Lieder
| Verweise für Lieder | ||
| Liedblätter |
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| [ < Lieder ] | [ Nach oben : Lieder ] | [ Liedblätter > ] | ||
Verweise für Lieder
Lieder werden normalerweise auf drei Systemen notiert: das oberste System für den Sänger und zwei Systeme für die Klavierbegleitung darunter. Der Gesangstext der ersten Strophe wird direkt unter dem ersten System ausgegeben. Wenn es nur eine kleine Anzahl weiterer Strophen gibt, können sie sofort unter der ersten gesetzt werden, aber wenn es viele Strophen gibt, werden die zweite und alle weiteren Strophen als Text unter den Noten gesetzt.
Alle Notationselemente, die für die Notation von Liedern benötigt werden, werden woanders beschrieben:
- Um das Systemlayout einzurichten, siehe Systeme anzeigen lassen.
- Zur Notation von Klaviermusik siehe Tasteninstrumente und andere Instrumente mit mehreren Systemen.
- Zur Notation von Gesangstext zu einer Notenzeile siehe Übliche Notation für Vokalmusik.
- Zur Platzierung des Gesangstext siehe Gesangstext vertikal verschieben.
- Zur Notation von Strophen siehe Strophen.
- Lieder werden oft auch mit Akkorden gesetzt, die als Symbole über dem Notensystem notiert werden. Das wird in Akkorde anzeigen beschrieben.
- Zur Notation von Bunddiagrammen für die Akkorde einer Gitarrenbegleitung oder anderer Bundinstrumente siehe „Bund-Diagramm-Beschriftung“ in Übliche Notation für Saiteninstrumente mit Bünden.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Lieder.
Notationsreferenz: Übliche Notation für Vokalmusik, Akkorde anzeigen, Systeme anzeigen lassen, Tasteninstrumente und andere Instrumente mit mehreren Systemen, Gesangstext vertikal verschieben, Strophen.
Schnipsel: Vocal music.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Verweise für Lieder ] | [ Nach oben : Lieder ] | [ Chormusik > ] | ||
Liedblätter
Liedblätter können erstellt werden, indem man Gesangstext mit Akkorden im Akkord-Modus kombiniert; die Syntax ist erklärt in Notation von Akkorden.
Ausgewählte Schnipsel
Ein einfaches Liedblatt
Ein Liedblatt besteht aus Akkordbezeichnungen, einer Melodie und dem Liedtext:
<<
\chords { c2 g:sus4 f e }
\relative c'' {
a4 e c8 e r4
b2 c4( d)
}
\addlyrics { One day this shall be free __ }
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Notation von Akkorden.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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2.1.5 Chormusik
Dieser Abschnitt zeigt Eigenheiten der Notation von Chormusik. Hierzu gehören Hymnen, mehrstimmige Lieder, Oratorien, Kantaten usw.
| Verweise für Chormusik | ||
| Partiturbeispiele für Chormusik | ||
| Geteilte Stimmen |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Chormusik ] | [ Nach oben : Chormusik ] | [ Partiturbeispiele für Chormusik > ] | ||
Verweise für Chormusik
Chormusik wird normalerweise auf zwei, drei oder vier Systemen
innerhalb einer ChoirStaff-Gruppe notiert. Begleitung wird
darunter als PianoStaff-Klaviersystem gesetzt, oft auch in
kleinerer Größe, wenn es sich um eine Übungshilfe für ein
a capella-Chorwerk handelt. Die Noten jeder Stimme werden
in einem Voice-Kontext notiert, welche entweder einzeln
auf einem eigenen Notensytem notiert werden oder zu zweit auf dem gleichen
System gesetzt werden.
Gesangstext wird in Lyrics-Kontext gesetzt, entweder unter
dem zugehörigen System oder ein Text über dem System, der andere
darunter, wenn das System die Noten von zwei Stimmen enthält.
Einige häufig anzutreffende Sachverhalte für Chormusik sind woanders behandelt:
- Eine Einleitung, um SATB-Chorpartituren zu erstellen, findet sich in Vierstimmige SATB-Partitur.
- Einige Vorlagen, die sich für unterschiedliche Chormusik eignen, finden sich im Handbuch zum Lernen, siehe Vokalensemble.
-
Zu Information über
ChoirStaffundPianoStaffsiehe Systeme gruppieren. - Besondere Notenköpfe, wie etwa für die „Sacred Harp“-Notation benutzt, finden sich in Notenköpfe mit besonderen Formen.
-
Wenn zwei Vokalstimmen sich ein System teilen, werden Hälse, Bögen usw.
der oberen Stimme nach oben gerichtet und die der unteren Stimme nach
unten. Dieses Verhalten erreicht man mit
\voiceOneund\voiceTwo. Siehe Mehrstimmigkeit in einem System.
Vordefinierte Befehle
\oneVoice,
\voiceOne,
\voiceTwo.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Vierstimmige SATB-Partitur, Vokalensemble.
Notationsreferenz: Systeme gruppieren, Reihenfolge des Kontextlayouts, Notenköpfe mit besonderen Formen, Mehrstimmigkeit in einem System.
Referenz der Interna: ChoirStaff, Lyrics, PianoStaff.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Verweise für Chormusik ] | [ Nach oben : Chormusik ] | [ Geteilte Stimmen > ] | ||
Partiturbeispiele für Chormusik
Chormusik auf vier Systemen, mit oder ohne Klavierbegleitung, wird meistens mit zwei Systemgruppen pro Seite gesetzt. Abhängig von der Seitengröße kann das erfordern, dass die Standardgröße der Notensysteme geändert wird. Die folgenden Einstellungen sollten in Betracht gezogen werden:
- Die globale Systemgröße kann verändert werden, um die Größe aller Elemente einer Partitur zu ändern. Siehe Die Notensystemgröße einstellen.
- Die Abstände zwischen den Systemen, den Systemgruppen und den Gesangstexten können alle einzeln eingestellt werden. Siehe Vertikale Abstände.
- Die Dimensionen der vertikalen Layout-Variablen können angezeigt werden, um beim Anpassen der vertikalen Platzverteilung zu helfen. Das und andere Möglichkeiten, die Noten auf weniger Seiten zu zwingen, finden sich in Die Musik auf weniger Seiten zwingen.
- Wenn die Anzahl der Systemgruppen pro Seite zwischen einer und mehreren wechselt, wird dies üblicherweise mit einem Trennzeichen zwichen den Systemgruppen angezeigt. Siehe Systeme trennen.
- Zu Details für andere Eigenschaften der Seitenformatierung siehe Seitenlayout.
Dynamikzeichen werden in den Grundeinstellungen unter dem System notiert,
aber in Chormusik werden sie oft über dem System gesetzt um nicht mit
dem Gesangstext zu kollidieren. Der vordefiniert Befehl \dynamicUp
erledigt das für einen Voice-Kontext auf einem eigenen Notensystem.
Wenn mehrere Voice-Kontexte vorhanden sind, müsste man den
Befehl in jedem einzeln setzen. Um alle Dynamikzeichen
in einer Partitur über den Systemen zu setzen, kann eine erweiterte
Form genutzt werden, wie das Beispiel zeigt:
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Staff {
\new Voice {
\relative c'' { g4\f g g g }
}
}
\new Staff {
\new Voice {
\relative c' { d4 d d\p d }
}
}
>>
\layout {
\context {
\Score
\override DynamicText.direction = #UP
\override DynamicLineSpanner.direction = #UP
}
}
}
Vordefinierte Befehle
\dynamicUp.
Siehe auch
Notationsreferenz: Die Notensystemgröße einstellen, Vertikale Abstände, Abstände anzeigen lassen, Abstände verändern, Partiturlayout, Eine zusätzliche Stimme für Umbrüche benutzen, Seitenlayout, Systeme trennen, Die Musik auf weniger Seiten zwingen.
Referenz der Interna: VerticalAxisGroup, StaffGrouper.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Partiturbeispiele für Chormusik ] | [ Nach oben : Chormusik ] | [ Oper und Musical > ] | ||
Geteilte Stimmen
Arpeggio-Klammern benutzen, um geteilte Stimmen besser sichtbar zu machen
Das arpeggioBracket-Klammerobjekt kann benutzt werden, um geteilte
Stimmen anzuzeigen, wenn keine Hälse diese Information bieten. Das sieht
man oft in Chormusik.
\include "english.ly"
\score {
\relative c'' {
\key a \major
\time 2/2
<<
\new Voice = "upper"
<<
{ \voiceOne \arpeggioBracket
a2( b2
<b d>1\arpeggio)
<cs e>\arpeggio ~
<cs e>4
}
\addlyrics { \lyricmode { A -- men. } }
>>
\new Voice = "lower"
{ \voiceTwo
a1 ~
a
a ~
a4 \bar "|."
}
>>
}
\layout { ragged-right = ##t }
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Ausdrucksbezeichnungen als Linien.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Geteilte Stimmen ] | [ Nach oben : Notation von Gesang ] | [ Verweise für Oper und Musical > ] | ||
2.1.6 Oper und Musical
Noten, Text und Dialoge von Oper und Singspielen werden normalerweise auf eine der folgenden Weisen notiert:
- Eine Aufführungspartitur enthält alle Orchester- und Gesangsstimmen sowie Libretto-Stichworte der gesprochenen Abschnitte.
- Orchesterstimmen enthalten die Noten für einzelne Instrumente des Orchesters oder der Band.
- Ein Klavierauszug enthält alle Gesangsstimmen mit Klavierbegleitung. Die Begleitung ist normalerweise ein Auszug der Orchesterstimmen, in dem often das originale Instrument bezeichnet ist. Klavierauszüge enthalten teilweise auch Regieanweisungen und Libretto-Stichworte.
- Ein Vocal Book enthält nur die Gesangstimmen (ohne Begleitung), teilweise zusammen mit dem Libretto.
- Ein Libretto enthält die ausführlichen gesprochenen Abschnitte, wie man sie oft in Musicals oder Operetten findet, sowie den gesungenen Text. Normalerweise sind auch Regieanweisungen enthalten. LilyPond kann eingesetzt werden, um Libretti zu setzen, aber es kann günstiger sein, dafür eine andere Methode zu benutzen, da sie keine Noten enthalten.
Die Abschnitte der LilyPond-Dokumentation, die nützlich zum Setzen von Oper und Musical sind, sind in den Verweisen unten aufgezeigt. Darauf folgen einige Abschnitte, die bestimmte Techniken behandeln, die besonders spezifisch für das Setzen von Singspiel-Partituren sind.
| Verweise für Oper und Musical | ||
| Namen von Figuren | * Musikalische Stichnoten | |
| Gesprochene Musik | ||
| Dialog zur Musik |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Oper und Musical ] | [ Nach oben : Oper und Musical ] | [ Namen von Figuren > ] | ||
Verweise für Oper und Musical
- Eine große Partitur hat viele gruppierte Systeme und Gesangstext. Arten, Notensysteme zu gruppieren, finden sich in Systeme gruppieren. Wie Gruppen geschachtelt werden, findet sich in Verschachtelte Notensysteme.
- Die Ausgabe von leeren Notensystemen in Paritur und Klavierauszug wird oft verhindert. Um eine komprimierte Paritur ohne leere Systeme zu erstellen siehe Systeme verstecken.
- Wie Orchetserstimmen notiert werden, ist dokumentiert in Orchesterstimmen erstellen. Andere Abschnitte des Kapitels „Spezielle Notation“ können auch relevant sein, abhängig von der benutzten Orchestration. Viele Instrumente sind transponierend, siehe Transposition von Instrumenten.
- Wenn die Anzahl der Notensystemgruppen pro Seite sich ändert, wird normalerweise zwischen zwei Systemgruppen ein Trenner gesetzt. Siehe Systeme trennen.
- Zu Einzelheiten der Seitenformatierung siehe Seitenlayout.
-
Stichworte der Dialoge und Regieanweisungen können mit Textbeschriftungen
eingefügt werden. Siehe Fußnoten erstellen. Ausführliche Regieanweisungen können
mit Abschnitten von alleinstehenden Textbeschriftungen zwischen zwei
\score-Umgebungen gesetzt werden. Siehe Separater Text.
Siehe auch
Glossar: Frenched score, Frenched staves, transposing instrument.
Notationsreferenz: Systeme gruppieren, Systeme verstecken, Transposition von Instrumenten, Verschachtelte Notensysteme, Seitenlayout, Systeme trennen, Transposition, Orchesterstimmen erstellen, Text eingeben Fußnoten erstellen.
Schnipsel: Vocal music.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Verweise für Oper und Musical ] | [ Nach oben : Oper und Musical ] | [ Musikalische Stichnoten > ] | ||
Namen von Figuren
Namen von Figuren werden normalerweise links des Notensystems angezeigt, wenn auf dem System nur die Stimme einer Figure notiert ist:
\score {
<<
\new Staff {
\set Staff.vocalName = \markup \smallCaps Kaspar
\set Staff.shortVocalName = \markup \smallCaps Kas.
\relative c' {
\clef "G_8"
c4 c c c
\break
c4 c c c
}
}
\new Staff {
\set Staff.vocalName = \markup \smallCaps Melchior
\set Staff.shortVocalName = \markup \smallCaps Mel
\clef "bass"
\relative c' {
a4 a a a
a4 a a a
}
}
>>
}
Wenn zwei oder mehr Figuren sich ein System teilen, wird der Name normalerweise über dem System immer dann gesetzt, wenn der kommende Abschnitt von der Figur gesungen werden soll. Das kann man mit Textbeschriftungen vornehmen. Oft wird eine bestimmte Schriftart hierfür benutzt.
\clef "G_8" c4^\markup \fontsize #1 \smallCaps Kaspar c c c \clef "bass" a4^\markup \fontsize #1 \smallCaps Melchior a a a \clef "G_8" c4^\markup \fontsize #1 \smallCaps Kaspar c c c
Wenn sehr viele Figurenwechsel vorkommen, kann es auch einfacher
sein, „Instrument“-Definitionen für jeden Namen auf oberster
Dateiebene zu definieren, sodass \instrumentSwitch der Wechsel
der Figur angezeigt werden kann.
\addInstrumentDefinition #"kaspar"
#`((instrumentTransposition . ,(ly:make-pitch -1 0 0))
(shortInstrumentName . "Kas.")
(clefGlyph . "clefs.G")
(clefTransposition . -7)
(middleCPosition . 1)
(clefPosition . -2)
(instrumentCueName . ,(markup #:fontsize 1 #:smallCaps "Kaspar"))
(midiInstrument . "voice oohs"))
\addInstrumentDefinition #"melchior"
#`((instrumentTransposition . ,(ly:make-pitch 0 0 0))
(shortInstrumentName . "Mel.")
(clefGlyph . "clefs.F")
(clefTransposition . 0)
(middleCPosition . 6)
(clefPosition . 2)
(instrumentCueName . ,(markup #:fontsize 1 #:smallCaps "Melchior"))
(midiInstrument . "voice aahs"))
\relative c' {
\instrumentSwitch "kaspar"
c4 c c c
\instrumentSwitch "melchior"
a4 a a a
\instrumentSwitch "kaspar"
c4 c c c
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Instrumentenbezeichnungen, Scheme-Funktionen, Text, Textbeschriftungsbefehle.
LilyPond Erweitern: Beschriftungskonstruktionen in Scheme.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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Musikalische Stichnoten
Stichnoten können in Klavierauszügen, Vocal Books und Orchesterstimmen eingesetzt werdne, um anzuziegen, was für Noten eine andere Stimme direkt vor dem eigenen Einsatz spielt. Stichnoten und Instrumentenbezeichnungen werden auch im Klavierauszug eingesetzt, um anzuzeigen, welches Instrument in der Orchesterfassung den Abschnitt spielt. Das hilft dem Dirigenten, wenn man keine große Partitur parat hat.
Der grundlegende Mechanismus, um Stichnoten einzufügen, findet sich in Andere Stimmen zitieren und Stichnoten formatieren. Aber wenn man viele Stichnoten etwa in einen Klavierauszug einfügen will, um dem Dirigenten zu helfen, muss man sehr sorgfältig mit der Positionierung der Instrumentenbezeichnungen sein. Im folgenden Beispiel gibt es dazu einige Hilfestellungen.
flute = \relative c'' {
s4 s4 e g
}
\addQuote "flute" { \flute }
pianoRH = \relative c'' {
c4. g8
% position name of cue-ing instrument just before the cue notes,
% and above the staff
\new CueVoice {
\override InstrumentSwitch.self-alignment-X = #RIGHT
\set instrumentCueName = "Flute"
}
\cueDuring "flute" #UP { g4 bes4 }
}
pianoLH = \relative c { c4 <c' e> e, <g c> }
\score {
\new PianoStaff <<
\new Staff {
\pianoRH
}
\new Staff {
\clef "bass"
\pianoLH
}
>>
}
Wenn ein transponierendes Instrument zitiert wird, sollte die
Orchsterstimme die Tonart angeben, damit die Transposition der
Stichnoten automatisch geschehen kann. Das Beispiel unten zeigt,
wie man das vornimmt. Die Noten im Beipiel sind sehr tief auf
dem System, sodass DOWN (nach unten) im \cueDuring
definiert ist, damit die Hälse nach unten zeigen. Die
Instrumentbezeichnung wird auch unter dem System platziert. Auch
die Stimme für die rechte Hand des Klaviers ist explizit definiert.
Das ist wichtig, weil die Stichnoten dieses Beispiels direkt am
Anfang des ersten Taktes beginnen und sonst die gesamte
Rechte Hand der Klaviernoten als CueVoice-(Stichnoten)-Kontext definiert
werden würde!
clarinet = \relative c' {
\transposition bes
fis4 d d c
}
\addQuote "clarinet" { \clarinet }
pianoRH = \relative c'' {
\transposition c'
% position name of cue-ing instrument below the staff
\new CueVoice {
\override InstrumentSwitch.self-alignment-X = #RIGHT
\override InstrumentSwitch.direction = #DOWN
\set instrumentCueName = "Clar."
}
\cueDuring "clarinet" #DOWN { c4. g8 }
g4 bes4
}
pianoLH = \relative c { c4 <c' e> e, <g c> }
\score {
<<
\new PianoStaff <<
\new Staff {
\new Voice {
\pianoRH
}
}
\new Staff {
\clef "bass"
\pianoLH
}
>>
>>
}
Aus diesen zwei Beispielen wird klar, dass es sehr viele Probleme bereiten kann, ausgiebig Stichnoten in einen Klavierauszug einzufügen, und die Noten für das Klavier würden unleserlich. Im folgenden Schnipsel wird jedoch gezeigt, wie man eine Musikfunktion definiert, die Tipparbeit erspart und die Klaviernoten klarer macht.
Ausgewählte Schnipsel
Orchesterstichnoten zu einem Klavierauszug hinzufügen
Hier wird gezeigt, wie man das Hinzufügen von vielen Orchsterstichnoten
zu einem Klavierauszug hinzufügen kann. Die musikalische Funktion
\cueWhile braucht vier Argumente: Die Noten, von denen die
Stichnoten formatiert werden sollen, definiert durch \addQuote,
die Bezeichnung, die mit den Noten angegeben werden soll, dann entweder
#UP (hoch) oder #DOWN (runter) zur Angabe von entweder
\voiceOne mit der Bezeichnung über dem System oder \voiceTwo
mit der Bezeichnung unter dem System, und schließlich die Klaviermusik,
die parallel zu den Stichnoten gespielt werden soll. Die Bezeichnung des
Stichnoteninstruments wird links der Stichnoten positioniert. Viele
Abschnitte können zitiert werden, aber sie dürfen sich nicht überlappen.
cueWhile =
#(define-music-function
(parser location instrument name dir music)
(string? string? ly:dir? ly:music?)
#{
\cueDuring $instrument #dir {
\once \override TextScript.self-alignment-X = #RIGHT
\once \override TextScript.direction = $dir
<>-\markup { \tiny #name }
$music
}
#})
flute = \relative c'' {
\transposition c'
s4 s4 e g
}
\addQuote "flute" { \flute }
clarinet = \relative c' {
\transposition bes
fis4 d d c
}
\addQuote "clarinet" { \clarinet }
singer = \relative c'' { c4. g8 g4 bes4 }
words = \lyricmode { here's the lyr -- ics }
pianoRH = \relative c'' {
\transposition c'
\cueWhile "clarinet" "Clar." #DOWN { c4. g8 }
\cueWhile "flute" "Flute" #UP { g4 bes4 }
}
pianoLH = \relative c { c4 <c' e> e, <g c> }
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice = "singer" {
\singer
}
}
\new Lyrics {
\lyricsto "singer"
\words
}
\new PianoStaff <<
\new Staff {
\new Voice {
\pianoRH
}
}
\new Staff {
\clef "bass"
\pianoLH
}
>>
>>
}
Siehe auch
Glossar: cue-notes.
Notationsreferenz: Objekte ausrichten, Richtung und Platzierung, Stichnoten formatieren, Andere Stimmen zitieren, Musikfunktionen benutzen.
Schnipsel: Vocal music.
Referenz der Interna: InstrumentSwitch, CueVoice.
Bekannte Probleme und Warnungen
\cueDuring fügt automatisch einen CueVoice-Kontext
ein, in dem alle Noten platziert werden. Das heißt, dass es nicht
möglich ist, überlappende Abschnitte an Stichnoten mit dieser
Technik zu haben. Überlappende Abschnitt könnten notiert
werden, indem man explizit unterschiedliche CueVoice-Kontexte
definiert und mit \quoteDuring die Noten ausschneidet und
als Stichnoten einfügt.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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Gesprochene Musik
Effekte wie „Parlato“ bzw. „Sprechgesang“ erfordern, dass die Noten ohne Tonhöhe, aber mit dem notierten Rhythmus gesprochen werden. Solche Noten werden mit einem Kreuz als Notenkopf notiert, siehe hierzu Besondere Notenköpfe.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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Dialog zur Musik
Dialoge zur Musik wird üblicherweise über den Notensystemen gesetzt, meistens in kursiver Schrift, wobei der Beginn der Phrasen mit einem musikalischen Moment verklammert ist.
a4^\markup { \smallCaps { Alex - } \italic { He's gone } } a a a
a4 a a^\markup { \smallCaps { Bethan - } \italic Where? } a
a4 a a a
Für längere Abschnitt kann es nötig sein, die Noten zu dehnen, damit die Wörter besser passen. Es gibt keine Möglichkeit, das vollautomatisch von LilyPond erledigen zu lassen, und einige manuelle Änderungen am Seitenlayout sind nötig.
Für lange Phrasen und Passagen mit viel dicht gepackten Dialogen
hilft es, einen Lyrics-Kontext zu benutzen. Der Kontext
sollte nicht mit einer Stimme verknüpft sein, sondern jeder
Abschnitt des Dialogs sollte eine spezifische Dauer haben. Wenn es
eine Pause im Dialog gibt, sollte das letzte Wort vom Rest getrennt werden
und die Dauer zwischen ihnen aufgeteilt werdne, sodass die Noten
darunter sich gut verteilen.
Wenn sich der Dialog über mehr als eine Zeile erstreckt, ist es
nötig, manuell Umbrüche mit \break einzufügen und die Platzierung
des Dialogs anzupassen, damit er nicht in den rechten Seitenrand läuft.
Das letzte Wort des letzten Taktes einer Zeile sollte wie oben erklärt
getrennt werden.
Hier ein Beispiel, das zeigt, wie das gesetzt werden kann.
music = \relative c'' {
\repeat unfold 3 { a4 a a a }
}
dialogue = \lyricmode {
\markup {
\fontsize #1 \upright \smallCaps Abe:
"Say this over measures one and"
}4*7
"two"4 |
\break
"and this over measure"4*3
"three"4 |
}
\score {
<<
\new Lyrics \with {
\override LyricText.font-shape = #'italic
\override LyricText.self-alignment-X = #LEFT
}
{ \dialogue }
\new Staff {
\new Voice { \music }
}
>>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Manuelle Silbendauern, Text.
Referenz der Interna: LyricText.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Dialog zur Musik ] | [ Nach oben : Notation von Gesang ] | [ Verweise für Psalmen und Hymnen > ] | ||
2.1.7 Psalmengesänge und Hymnen
Noten und Text für Psalmengesänge, Hymnen und Kirchengesänge haben eine spezifische Form in jeder Kirche. Auch wenn die Form sich unterscheidet, sind jedoch die typographischen Probleme sehr ähnlich und werden hier gesammelt behandelt.
| Verweise für Psalmen und Hymnen | ||
| Kirchengesang notieren | ||
| Einen Psalm notieren | ||
| Unvollständige Takte in Hymnen |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Psalmengesänge und Hymnen ] | [ Nach oben : Psalmengesänge und Hymnen ] | [ Kirchengesang notieren > ] | ||
Verweise für Psalmen und Hymnen
Wie der Gregorianische Choral in verschiedenen alten Notationsstilen gesetzt wird, findet sich in Notation von alter Musik.
Siehe auch
Notationreferenz: Notation von alter Musik.
Schnkpsel: Vocal music.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Verweise für Psalmen und Hymnen ] | [ Nach oben : Psalmengesänge und Hymnen ] | [ Einen Psalm notieren > ] | ||
Kirchengesang notieren
Moderne Kirchengesänge benutzen eine Notation mit einer wechselnden Anzahl von Notationselementen der Notation alter Musik. Einige dieser Elemente und Methoden werden hier vorgestellt.
Kirchengesänge werden oft mit Viertelnoten ohne Hälse notiert, um die Tonhöhen darzustellen, während der Rhythmus sich am Rhythmus der gesprochenen Worte orientiert.
stemOff = { \hide Staff.Stem }
\relative c' {
\stemOff
a'4 b c2 |
}
Kirchengesänge verzichten üblicherweise auf die Taktstriche oder
setzen gekürzte oder punktierte Taktstriche ein. Um Taktstriche
auszulassen, kann der Bar_engraver entfert werden.
\score {
\new StaffGroup <<
\new Staff {
\relative c'' {
a4 b c2 |
a4 b c2 |
a4 b c2 |
}
}
\new Staff {
\relative c'' {
a4 b c2 |
a4 b c2 |
a4 b c2 |
}
}
>>
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Bar_engraver"
}
}
}
Taktstriche können auf nur für ein System entfernt werden:
\score {
\new ChoirStaff <<
\new Staff
\with { \remove "Bar_engraver" } {
\relative c'' {
a4 b c2 |
a4 b c2 |
a4 b c2 |
}
}
\new Staff {
\relative c'' {
a4 b c2 |
a4 b c2 |
a4 b c2 |
}
}
>>
}
Um Taktstriche nur von einem Abschnitt zu entfernen, kann die Musik
als Kadenz notiert werdne. Wenn der Abschnitt lang ist, müssen
unsichtbare Taktstriche mit \bar "" eingefügt werden, wo
Zeilenumbrüche stattfinden sollen.
a4 b c2 | \cadenzaOn a4 b c2 a4 b c2 \bar "" a4 b c2 a4 b c2 \cadenzaOff a4 b c2 | a4 b c2 |
Pausen können als modifizierte Taktlinien notiert werden:
a4 \cadenzaOn b c2 a4 b c2 \bar "'" a4 b c2 a4 b c2 \bar ";" a4 b c2 \bar "!" a4 b c2 \bar "||"
Alternativ werden die Pausenzeichen der Notation des Gregorianischen Chorals
eingesetzt, obwohl die Noten selber modern sind. Das erreicht man durch
Veränderung des \breathe-Zeichens:
divisioMinima = {
\once \override BreathingSign.stencil = #ly:breathing-sign::divisio-minima
\once \override BreathingSign.Y-offset = #0
\breathe
}
divisioMaior = {
\once \override BreathingSign.stencil = #ly:breathing-sign::divisio-maior
\once \override BreathingSign.Y-offset = #0
\breathe
}
divisioMaxima = {
\once \override BreathingSign.stencil = #ly:breathing-sign::divisio-maxima
\once \override BreathingSign.Y-offset = #0
\breathe
}
finalis = {
\once \override BreathingSign.stencil = #ly:breathing-sign::finalis
\once \override BreathingSign.Y-offset = #0
\breathe
}
\score {
\relative c'' {
g2 a4 g
\divisioMinima
g2 a4 g
\divisioMaior
g2 a4 g
\divisioMaxima
g2 a4 g
\finalis
}
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Bar_engraver"
}
}
}
Im Choral wird oft die Taktangabe und teilweise auch der Schlüssel weggelassen.
\score {
\new Staff {
\relative c'' {
a4 b c2 |
a4 b c2 |
a4 b c2 |
}
}
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Bar_engraver"
\remove "Time_signature_engraver"
\remove "Clef_engraver"
}
}
}
Gesänge für Psalmen der Anglikanischen Kirche werden normalerweise entweder einfach, mit 7 Takten, oder doppelt, mit zwei 7-Takt-Phrasen, notiert. Jede Siebener-Gruppe ist in zwei Hälften geteilt, die den Hälften jeder Strophe entsprechen, normalerweise durch eine Doppellinie getrennt. Nur halbe und ganze Noten werden genutzt. Der erste Takt jeder Hälfte hat immer eine ganze Note. Das ist der „Rezitationston“. Gesänge werden üblicherweise auf der Seite zentriert.
SopranoMusic = \relative g' {
g1 | c2 b | a1 | \bar "||"
a1 | d2 c | c b | c1 | \bar "||"
}
AltoMusic = \relative c' {
e1 | g2 g | f1 |
f1 | f2 e | d d | e1 |
}
TenorMusic = \relative a {
c1 | c2 c | c1 |
d1 | g,2 g | g g | g1 |
}
BassMusic = \relative c {
c1 | e2 e | f1 |
d1 | b2 c | g' g | c,1 |
}
global = {
\time 2/2
}
% Use markup to center the chant on the page
\markup {
\fill-line {
\score { % centered
<<
\new ChoirStaff <<
\new Staff <<
\global
\clef "treble"
\new Voice = "Soprano" <<
\voiceOne
\SopranoMusic
>>
\new Voice = "Alto" <<
\voiceTwo
\AltoMusic
>>
>>
\new Staff <<
\clef "bass"
\global
\new Voice = "Tenor" <<
\voiceOne
\TenorMusic
>>
\new Voice = "Bass" <<
\voiceTwo
\BassMusic
>>
>>
>>
>>
\layout {
\context {
\Score
\override SpacingSpanner.base-shortest-duration = #(ly:make-moment 1/2)
}
\context {
\Staff
\remove "Time_signature_engraver"
}
}
} % End score
}
} % End markup
Einige andere Herangehensweisen derartige Gesänge zu notieren, finden sich im ersten der folgenden Schnipsel.
Ausgewählte Schnipsel
Psalmennotation
Diese Form der Notation wird benutzt für die Notation von Psalmen, in denen die Strophen nicht die gleiche Länge haben.
stemOff = \hide Staff.Stem
stemOn = \undo \stemOff
\score {
\new Staff \with { \remove "Time_signature_engraver" }
{
\key g \minor
\cadenzaOn
\stemOff a'\breve bes'4 g'4
\stemOn a'2 \bar "||"
\stemOff a'\breve g'4 a'4
\stemOn f'2 \bar "||"
\stemOff a'\breve^\markup { \italic flexe }
\stemOn g'2 \bar "||"
}
}
Cantica und andere liturgische Texte können freier gesetzt werdne, und können auch Elementer der Notation alter Musik benutzen. Oft weren die Worte unter den Noten und an ihnen ausgerichtet gesetzt. In diesem Fall werden die Noten entsprechend der Ausdehnung des Textes und nicht der Notenlänge gesetzt.
Vorlage für Alte Notation – moderne Transkription des gregorianischen Chorals
Dieses Beispiel zeigt eine moderne Transkription des Gregorianischen Chorals. Hier gibt es keine Takte, keine Notenhälse und es werden nur halbe und Viertelnoten verwendet. Zusätzliche Zeichen zeigen die Länge von Pausen an.
\include "gregorian.ly"
chant = \relative c' {
\set Score.timing = ##f
f4 a2 \divisioMinima
g4 b a2 f2 \divisioMaior
g4( f) f( g) a2 \finalis
}
verba = \lyricmode {
Lo -- rem ip -- sum do -- lor sit a -- met
}
\score {
\new Staff <<
\new Voice = "melody" \chant
\new Lyrics = "one" \lyricsto melody \verba
>>
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Time_signature_engraver"
\remove "Bar_engraver"
\hide Stem
}
\context {
\Voice
\override Stem.length = #0
}
\context {
\Score
barAlways = ##t
}
}
}
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Sichtbarkeit und Farbe von Objekten, Vokalensemble.
Notationsreferenz: Notation von alter Musik, Sichtbarkeit von Objekten, Takte, Musik ohne Metrum, Umgebungs-Plugins verändern, Gregorianischen Choral setzen.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Kirchengesang notieren ] | [ Nach oben : Psalmengesänge und Hymnen ] | [ Unvollständige Takte in Hymnen > ] | ||
Einen Psalm notieren
Der Text zu einem Anglikanischen Psalm wird normalerweise in separaten Versen zentriert under den Noten gesetzt.
Einfache Gesänge (mit sieben Takten) werden für jeden Vers wiederholt. Doppelte Gesänge (mit 14 Takten) werden für jeweils zwei Verse wiederholt. Zeichen zwischen den Wörtern zeigen an, wie man sie auf die Melodie anpasst. Jeder Vers wird in zwei Hälften geteilt. Ein Doppelpunkt wird benutzt, um die Teilung anzuzeigen. Das enstpricht einem doppelten Taktstrich in den Noten. Die Worte vor dem Doppelpunkt werden zu den ersten drei Takten gesungen, die Worte nach dem Doppelpunkt zu den vier letzten Takten.
Einfache Taktstriche (oder in einigen Psalmen ein umgedrehtes Komma)
werden zwischen Wörtern eingefügt, um anzuzeigen, wie die Taktstriche
der Noten positioniert werden. Im Beschriftungsmodus kann ein einfacher
Taktstrich mit | notiert werden.
\markup {
\fill-line {
\column {
\left-align {
\line { O come let us sing | unto the | Lord : let }
\line { us heartily rejoice in the | strength of | our }
\line { sal- | -vation. }
}
}
}
}
Andere Symbole benötigen möglicherweise Zeichen aus den fetaMusic-Schriftarten.
Siehe Schriftarten.
tick = \markup {
\raise #1 \fontsize #-5 \musicglyph #"scripts.rvarcomma"
}
\markup {
\fill-line {
\column {
\left-align {
\line { O come let us sing \tick unto the \tick Lord : let }
\line {
us heartily rejoice in the \tick strength of \tick our
}
\line { sal \tick vation. }
}
}
}
}
Wenn in einem Takt nur eine ganze Note notiert ist, werden alle Worte dieses Taktes auf dieser Note im Sprechrhythmus gesungen. Wenn im Takt zwei Noten notiert sind, gibt es normalerweise auch nur eine oder zwei Silben. Wenn mehr Silben auf einen Takt gesungen werden sollen, wird mit einem Punkt angegeben, an welcher Stelle die Note gewechselt werden soll.
dot = \markup {
\raise #0.7 \musicglyph #"dots.dot"
}
tick = \markup {
\raise #1 \fontsize #-5 \musicglyph #"scripts.rvarcomma"
}
\markup {
\fill-line {
\column {
\left-align {
\line {
O come let us sing \tick unto \dot the \tick Lord : let
}
\line {
us heartily rejoice in the \tick strength of \tick our
}
\line { sal \tick vation. }
}
}
}
}
In einigen Psaltern wird ein Asterisk benutzt, um eine Pause in einem rezitierten Abschnitt anzuzeigen, und betonte oder verlängerte Silben werden mit fettem Text angezeigt:
dot = \markup {
\raise #0.7 \musicglyph #"dots.dot"
}
tick = \markup {
\raise #1 \fontsize #-5 \musicglyph #"scripts.rvarcomma"
}
\markup {
\fill-line {
\column {
\left-align {
\line { Today if ye will hear his voice * }
\line {
\concat { \bold hard en }
| not your | hearts : as in the pro-
}
\line { vocation * and as in the \bold day of tempt- | }
\line { -ation | in the | wilderness. }
}
}
}
}
Andere Psalter setzen einen Akzent über die Silbe, um eine Betonung anzuzeigen:
tick = \markup {
\raise #2 \fontsize #-5 \musicglyph #"scripts.rvarcomma"
}
\markup {
\fill-line {
\column {
\left-align {
\line {
O come let us \concat {
si \combine \tick ng
}
| unto the | Lord : let
}
\line {
us heartily \concat {
rejo \combine \tick ice
}
in the | strength of | our
}
\line { sal- | -vation. }
}
}
}
}
Der Einsatz von Beschriftung, um den Text zu zentrieren und die Zeilen in Spalten zu formatieren, findet sich in Text formatieren.
Die meisten dieser Elemente werden in einem der beiden Strophen der „Psalm“-Vorlage demonstriert, siehe Vokalensemble.
Siehe auch
Handbuch zum : Vokalensemble.
Notationsreferenz: Schriftarten, Text formatieren.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Einen Psalm notieren ] | [ Nach oben : Psalmengesänge und Hymnen ] | [ Alte Vokalmusik > ] | ||
Unvollständige Takte in Hymnen
Hymnen beginnen und enden oft jede Zeile der Noten mit einem
unvollständigen Takt, sodass jede Notenzeile exakt mit eine Textzeile
übereinstimmt. Dazu setzt man den \partial-Befehl zu
Beginn der Musik ein und \bar "|" oder \bar "||",
um die schließende Taktlinie am Ende der Zeile zu setzen.
Hymnus-Vorlage
Dieses Beispiel zeigt eine Möglichkeit, eine Hymnusmelodie zu setzen, in der jede Zeiel mit einem Auftakt beginnt und einem unvollständigen Takt abschließt. Es zeigt auch, wie man die Strophen als allein stehenden Text unter die Noten hinzufügt.
Timeline = {
\time 4/4
\tempo 4=96
\partial 2
s2 | s1 | s2 \breathe s2 | s1 | s2 \bar "||" \break
s2 | s1 | s2 \breathe s2 | s1 | s2 \bar "||"
}
SopranoMusic = \relative g' {
g4 g | g g g g | g g g g | g g g g | g2
g4 g | g g g g | g g g g | g g g g | g2
}
AltoMusic = \relative c' {
d4 d | d d d d | d d d d | d d d d | d2
d4 d | d d d d | d d d d | d d d d | d2
}
TenorMusic = \relative a {
b4 b | b b b b | b b b b | b b b b | b2
b4 b | b b b b | b b b b | b b b b | b2
}
BassMusic = \relative g {
g4 g | g g g g | g g g g | g g g g | g2
g4 g | g g g g | g g g g | g g g g | g2
}
global = {
\key g \major
}
\score { % Start score
<<
\new PianoStaff << % Start pianostaff
\new Staff << % Start Staff = RH
\global
\clef "treble"
\new Voice = "Soprano" << % Start Voice = "Soprano"
\Timeline
\voiceOne
\SopranoMusic
>> % End Voice = "Soprano"
\new Voice = "Alto" << % Start Voice = "Alto"
\Timeline
\voiceTwo
\AltoMusic
>> % End Voice = "Alto"
>> % End Staff = RH
\new Staff << % Start Staff = LH
\global
\clef "bass"
\new Voice = "Tenor" << % Start Voice = "Tenor"
\Timeline
\voiceOne
\TenorMusic
>> % End Voice = "Tenor"
\new Voice = "Bass" << % Start Voice = "Bass"
\Timeline
\voiceTwo
\BassMusic
>> % End Voice = "Bass"
>> % End Staff = LH
>> % End pianostaff
>>
} % End score
\markup {
\fill-line {
""
{
\column {
\left-align {
"This is line one of the first verse"
"This is line two of the same"
"And here's line three of the first verse"
"And the last line of the same"
}
}
}
""
}
}
\paper { % Start paper block
indent = 0 % don't indent first system
line-width = 130 % shorten line length to suit music
} % End paper block
2.1.8 Alte Vokalmusik
Alte Vokalmusik ist unterstützt, wie erklärt in Notation von alter Musik.
Siehe auch
Notationsreferenz: Notation von alter Musik.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Alte Vokalmusik ] | [ Nach oben : Spezielle Notation ] | [ Übliche Notation für Tasteninstrumente > ] | ||
2.2 Tasteninstrumente und andere Instrumente mit mehreren Systemen
Dieser Abschnitt behandelt verschiedene Notationsaspekte, die typischerweise in Noten für Tasteninstrumente und andere Instrumente auf mehreren Notensystemen auftreten, wie etwa Harfe und Vibraphon. Hier wird die gesamte Gruppe von Instrumenten, die auf mehreren Systemen notiert werden, als „Tasteninstrumente“ bezeichnet, auch wenn einige von ihnen keine Tasten aufweisen.
| 2.2.1 Übliche Notation für Tasteninstrumente | ||
| 2.2.2 Klavier | ||
| 2.2.3 Akkordeon | ||
| 2.2.4 Harfe |
2.2.1 Übliche Notation für Tasteninstrumente
Dieser Abschnitt zeigt allgemeine Eigenschaften des Notensatzes, die für die meisten Instrumente mit mehreren Systemen benötigt werden.
| Referenz für Tasteninstrumente | ||
| Notensysteme manuell verändern | ||
| Automatischer Systemwechsel | ||
| Stimmführungslinien | ||
| Hälse über beide Systeme |
Referenz für Tasteninstrumente
Tasteninstrumente werden normalerweise auf einem Klaviersystem notiert. Es besteht aus zwei Notensystemen, die durch eine Klammer verbunden sind. Die gleiche Notation wird auch für andere Tasteninstrumente sowie Harfen verwendet. Orgelmusik wird normalerweise auf zwei Systemen innerhalb eines Klaviersystems notiert, denen noch ein drittes normales Notensystem für die Pedaltöne hinzugefügt wird.
Die Systeme eines Klaviersystems sind ziemlich unabhängig, aber Stimmen können bei Bedarf zwischen den Systemen wechseln.
Einige häufige Besonderheiten von Notation für Tasteninstrumenten wird an anderen Stellen besprochen:
- Noten für Tasteninstrumente haben oft mehrere Stimmen und die Anzahl der Stimmen kann sich häufig ändern. Das ist beschrieben in Auflösung von Zusammenstößen.
- Noten für Tasteninstrumente kann auch parallel, Takt für Takt notiert werden, wie gezeigt in Musik parallel notieren.
- Dynamikbezeichnung kann in einem
Dynamics-Kontext notiert werden, der zwischen zweiStaff-Kontexten steht und dann horizontal zwischen diesen beiden zentriert wird; siehe Dynamik. - Fingersatz wird erklärt in Fingersatzanweisungen.
- Orgelpedal-Zeichen werden als Artikulationszeichen notiert, siehe Liste der Artikulationszeichen.
- Vertikale Rasterlinien können erstellt werden, siehe Gitternetzlinien.
- Noten für Tasteninstrumente beinhalten oft Laissez vibrer-Bögen und Bindebögen mit Arpeggio oder Tremolo, siehe hierzu Bindebögen.
- Arpeggios können auch zwischen den Systemen verbunden werden, siehe hierzu Arpeggio.
- Tremolo-Zeichen finden sich in Tremolo-Wiederholung.
- Viele der Optimierungen, die für Tastenmusik nötig sein können, sind demonstriert in Beispiele aus dem Leben.
- Unsichtbare Noten können eingesetzt werden, um Überbindungen zwischen Stimmen zu setzen, siehe Andere Benutzung von Optimierungen.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Beispiele aus dem Leben, Andere Benutzung von Optimierungen.
Notationsreferenz: Systeme gruppieren, Instrumentenbezeichnungen, Auflösung von Zusammenstößen, Musik parallel notieren, Fingersatzanweisungen, Liste der Artikulationszeichen, Gitternetzlinien, Bindebögen, Arpeggio, Tremolo-Wiederholung.
Schnipsel: Keyboards.
Referenz der Interna: PianoStaff.
Notensysteme manuell verändern
Stimmen können mit dem Befehl
\change Staff = Systembezeichnung
manuell erzielt werden. Die Zeichenkette Systembezeichnung
ist die Bezeichnung des Systems. Damit wird die aktuelle Stimme
vom aktuellen System zu dem System mit der Systembezeichnung
gewechselt. Üblicherweise ist die Systembezeichnung "up"
oder "down", "RH" oder "LH".
Das System, zu dem die Stimme wechseln soll, muss zum Zeitpunkt des Wechsels existieren. Wenn notwendig, müssen Systeme „künstlich am Leben gehalten werden“, siehe Kontexte am Leben halten.
Balken zwischen den Systemen werden automatisch erstellt:
\new PianoStaff <<
\new Staff = "up" {
<e' c'>8
\change Staff = "down"
g8 fis g
\change Staff = "up"
<g'' c''>8
\change Staff = "down"
e8 dis e
\change Staff = "up"
}
\new Staff = "down" {
\clef bass
% keep staff alive
s1
}
>>
Wenn die Balken verändert werden müssen, sollte zuerst die Richtung des Balkens beeinflusst werden. Die Balkenposition wird dann von der Mitte des Systems gemessen, dass näher am Balken ist. Ein einfaches Beispiel ist gezeigt in Überlappende Notation in Ordnung bringen.
Bei Stimmen, die zwischen den Systemen wechseln, kann es zu überlappender Notation kommen:
\new PianoStaff <<
\new Staff = "up" {
\voiceOne
% Make space for fingering in the cross-staff voice
\once\override DynamicLineSpanner.staff-padding = #3.4
e''2\p\< d''\>
c''1\!
}
\new Staff = "down" <<
{
\clef bass
s4. e,8\rest g,2\rest
c1
} \\ {
c8\( g c'
\change Staff = "up"
e' g' b'-3 a' g'\)
f'1
}
>>
>>
Die Hälse und Bögen überlappen sich mit der dazwischenstehenden Dynamik-Zeile, weil die automatische Zusammenstoßauflösung für Balken, Bögen und andere Strecker, die Noten zwischen unterschiedlichen Systemen verbinden, ausgeschaltet ist. Das gilt auch für Hälse und Artikulationszeichen, wenn ihre Positionierung durch einen Strecker zwischen Systemen verändert wird. Die resultierenden Zusammenstöße müssen manuell aufgelöst werden, wo es nötig ist, dabei kann man die Methoden anwenden, die in Überlappende Notation in Ordnung bringen gezeigt werden.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Überlappende Notation in Ordnung bringen.
Notationsreferenz: Hälse, Automatische Balken, Kontexte am Leben halten.
Schnipsel: Keyboards.
Referenz der Interna: Beam, ContextChange.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Zusammenstoßauflösung für Balken funktioniert nicht für Balken, die direkt am Ende eines Systems enden. In diesem Fall muss man manuelle Balken einsetzen.
Automatischer Systemwechsel
Stimmen können angewiesen werden, automatisch zwischen dem oberen und unteren System zu wechseln. Die Syntax hierfür lautet:
\autochange …Noten…
Damit werden zwei Notensysteme innerhalb des aktiven Klaviersystems
erstellt, die „oben“ (up) und „unten“ (down) genannt
werden. Auf dem unteren System wird als Standard der Bassschlüssel
gesetzt. Der Wechsel wird automatisch basierend auf der Tonhöhe der Note
vorgenommen (als Wechselpunkt gilt das eingestrichene C). Dabei
wird die Richtung auch über Pausen hinweg im Voraus bestimmt.
\new PianoStaff {
\autochange {
g4 a b c'
d'4 r a g
}
}
Ein \relative-Abschnitt, der sich außerhalb des
\autochange-Abschnittes befindet, hat keinen Einfluss auf die
Notenhöhen.
Wenn individuelle Kontrolle über die einzelnen Systeme benötigt
wird, können sie manuell mit den Bezeichnungen "up" und
"down" erstellt werden. Der \autochange-Befehl
wechselt dann die Stimme zwischen den Systemen.
Achtung: Wenn Systeme manuell erstellt werden, müssen sie genau
die Bezeichnungen "up" und "down" bekommen, damit die
automatische Wechselfunktion sie erkennen kann.
Systeme müssen etwa manuell erstellt werden, damit die Tonart im unteren System gesetzt werden kann:
\new PianoStaff <<
\new Staff = "up" {
\new Voice = "melodieEins" {
\key g \major
\autochange \relative c' {
g8 b a c b d c e
d8 r fis, g a2
}
}
}
\new Staff = "down" {
\key g \major
\clef bass
}
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Notensysteme manuell verändern.
Schnipsel: Keyboards.
Referenz der Interna: AutoChangeMusic.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Aufteilung auf die Systeme geschieht nicht unbedingt an optimaler Stelle. Für bessere Qualität müssen die Wechsel manuell eingestellt werden.
Akkorde werde nicht über die Systeme verteilt, sie werden dem System zugewiesen, auf dem sich ihre erste Note befinden würde.
Stimmführungslinien
Immer, wenn eine Stimme von einem Klaviersystem zu dem anderen wechselt, kann automatisch eine Linie zur Verdeutlichung des Stimmenverlaufs ausgegeben werden:
\new PianoStaff <<
\new Staff = "one" {
\showStaffSwitch
c1
\change Staff = "two"
b2 a
}
\new Staff = "two" {
\clef bass
s1*2
}
>>
Vordefinierte Befehle
\showStaffSwitch,
\hideStaffSwitch.
Siehe auch
Schnipsel: Keyboards.
Referenz der Interna: Note_head_line_engraver, VoiceFollower.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Stimmführungslinien ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Tasteninstrumente ] | [ Klavier > ] | ||
Hälse über beide Systeme
Akkorde, die über zwei Systeme reichen, können mit dem
Span_stem_engraver erstellt werden. Man muss dabei sicherstellen,
dass die automatische Bebalkung die Noten nicht auf dem einen System
mit Balken versieht, wenn es auf dem anderen nicht nötig wäre.
\layout {
\context {
\PianoStaff
\consists #Span_stem_engraver
}
}
{
\new PianoStaff <<
\new Staff {
<b d'>4 r d'16\> e'8. g8 r\!
e'8 f' g'4 e'2
}
\new Staff {
\clef bass
\voiceOne
\autoBeamOff
\crossStaff { <e g>4 e, g16 a8. c8} d
\autoBeamOn
g8 f g4 c2
}
>>
}
Ausgewählte Schnipsel
Akkorde auf zwei Systemen mit Arpeggioklammern anzeigen
Eine Arpeggioklammer kann anzeigen, dass Noten auf zwei unterschiedlichen
Systemen mit der selben Hand gespielt werden sollen. Damit das notiert
werden kann, muss der PianoStaff-Kontext so eingestellt werden,
dass er Arpeggios über Systeme hinweg akzeptiert und die Form der Arpeggios
muss auf eine Klammer eingestellt werden.
(Debussy, Les collines d’Anacapri, T. 65)
\new PianoStaff <<
\set PianoStaff.connectArpeggios = ##t
\override PianoStaff.Arpeggio.stencil = #ly:arpeggio::brew-chord-bracket
\new Staff {
\relative c' {
\key b \major
\time 6/8
b8-.(\arpeggio fis'-.\> cis-. e-. gis-. b-.)\!\fermata^\laissezVibrer
\bar "||"
}
}
\new Staff {
\relative c' {
\clef bass
\key b \major
<<
{
<a e cis>2.\arpeggio
}
\\
{
<a, e a,>2.
}
>>
}
}
>>
Siehe auch
Schnipsel: Keyboards.
Referenz der Interna: Stem.
2.2.2 Klavier
Dieser Abschnitt zeigt Eigenheiten der Notation von Klavermusik
| Klavierpedal |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Klavier ] | [ Nach oben : Klavier ] | [ Akkordeon > ] | ||
Klavierpedal
Klaviere (teilweise auch Vibraphone und Celesta) besitzen üblicherweise drei Pedale, das linke oder Haltepedal, das rechte oder Una-corda-Pedal und das Sostenuto-Pedal. Die englischen Begriff hierzu lauten: sustain, sostenuto und una corda.
c4\sustainOn d e g <c, f a>1\sustainOff c4\sostenutoOn e g c, <bes d f>1\sostenutoOff c4\unaCorda d e g <d fis a>1\treCorde
Die Pedalbezeichnung kann auf drei Arten vorgenommen werden: mit Text, Klammern oder einer Mischung aus beidem. Das Haltepedal und das Una-corda-Pedal benutzen als Standard die Textdarstellung, während das Sostenuto-Pedal den gemischten Stil benutzt:
c4\sustainOn g c2\sustainOff \set Staff.pedalSustainStyle = #'mixed c4\sustainOn g c d d\sustainOff\sustainOn g, c2\sustainOff \set Staff.pedalSustainStyle = #'bracket c4\sustainOn g c d d\sustainOff\sustainOn g, c2 \bar "|."
Die Platzierung der Befehle entspricht der Bewegung der Pedale während des Spielens. Um das Pedal bis zur letzten Taktlinie zu halten, muss der letzte Pedal-hoch-Befehl weggelassen werden.
Pedalbezeichnungen können innerhalb eines Dynamics-Kontextes
notiert werden, sodass sie an einer horizontalen Linie ausgerichtet werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Bindebögen.
Schnipsel: Keyboards.
Referenz der Interna: SustainPedal, SustainPedalLineSpanner, SustainEvent, SostenutoPedal, SostenutoPedalLineSpanner, SostenutoEvent, UnaCordaPedal, UnaCordaPedalLineSpanner, UnaCordaEvent, PianoPedalBracket, Piano_pedal_engraver.
2.2.3 Akkordeon
Dieser Abschnitt behandelt Notation, die nur für Akkordeonmusik benötigt wird.
| Diskant-Symbole |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Akkordeon ] | [ Nach oben : Akkordeon ] | [ Harfe > ] | ||
Diskant-Symbole
Akkordeons werden oft mit mehreren Reihen an Zungen gebaut, welche Unisono oder eine Oktave höher bzw. tiefer erklingen. Jedes Akkordeon hat eigene Bezeichnungen für die Register (engl. shift) wie etwa Oboe, Bandonium usw. Eine Anzahl an Symbolen wird benutzt um die Wechsel anzuzeigen.
Ausgewählte Schnipsel
Symbole für Akkordeon-Diskantregister
Diskantregister für Akkordeon können mit \markup dargestellt werden.
Die vertikale Position der einzelnen Elemente werden mit \raise
angepasst.
discant = \markup {
\musicglyph #"accordion.discant"
}
dot = \markup {
\musicglyph #"accordion.dot"
}
\layout { ragged-right = ##t }
% 16 voets register
accBasson = ^\markup {
\combine
\discant
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
}
% een korig 8 en 16 voets register
accBandon = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
}
accVCello = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(1 . 1.5) \dot
}
% 4-8-16 voets register
accHarmon = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
accTrombon = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(1 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(-1 . 1.5) \dot
}
% eenkorig 4 en 16 voets register
accOrgan = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
accMaster = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 0.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(1 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(-1 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
accAccord = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(1 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(-1 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
accMusette = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(1 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(-1 . 1.5) \dot
}
accCeleste = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(-1 . 1.5) \dot
}
accOboe = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
accClarin = ^\markup {
\combine
\discant
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
}
accPiccolo = ^\markup {
\combine
\discant
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
accViolin = ^\markup {
\combine
\discant
\combine
\translate-scaled #'(0 . 1.5) \dot
\combine
\translate-scaled #'(1 . 1.5) \dot
\translate-scaled #'(0 . 2.5) \dot
}
\relative c'' {
c4 d\accBasson e f
c4 d\accBandon e f
c4 d\accVCello e f
c4 d\accHarmon e f
c4 d\accTrombon e f
\break
c4 d\accOrgan e f
c4 d\accMaster e f
c4 d\accAccord e f
c4 d\accMusette e f
c4 d\accCeleste e f
\break
c4 d\accOboe e f
c4 d\accClarin e f
c4 d\accPiccolo e f
c4 d\accViolin e f
}
Siehe auch
Schnipsel: Keyboards.
2.2.4 Harfe
Dieser Abschnitt zeigt Eigenheiten der Notation für Harfe.
| Referenzen für Harfe | ||
| Harfenpedal |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Harfe ] | [ Nach oben : Harfe ] | [ Harfenpedal > ] | ||
Referenzen für Harfe
Einige übliche Notationseigenheiten für Harfe sind woanders behandelt:
- Glissando ist die üblichste Harfentechnik, siehe Glissando.
- Ein Bisbigliando wird als ein Tremolo notiert, siehe Tremolo-Wiederholung.
- Flageolettöne werden hier beschrieben: Flageolett.
- Für Arpeggio und non-arpeggio, siehe Arpeggio.
Siehe auch
Notationsreferenz: Tremolo-Wiederholung, Glissando, Arpeggio, Flageolett.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Referenzen für Harfe ] | [ Nach oben : Harfe ] | [ Bundlose Saiteninstrumente > ] | ||
Harfenpedal
Harfe haben sieben Saiten in einer Oktave, die entweder als normaler Ton, oder aber erhöht bzw. erniedrigt klingen können. Bei einer Hakenharfe kann man jede Saite einzeln einstellen, bei Pedalharfen aber wird jede Saite mit der gleichen Notenbezeichnung von einem einzigen Pedal kontrolliert. Vom Spieler aus gesehen von rechts nach links sind die Pedale: D, C und H für die linke und E, F, G und A für die rechte Seite. Die Position des Pedals kann mit Textbeschriftungselementen:
\textLengthOn
cis1_\markup \concat \vcenter {
[D \flat C \sharp B|E \sharp F \sharp G A \flat] }
c!1_\markup \concat \vcenter {
[ C \natural ] }
oder Pedaldiagrammen angezeigt werden:
\textLengthOn
cis1_\markup { \harp-pedal #"^v-|vv-^" }
c!1_\markup { \harp-pedal #"^o--|vv-^" }
Der \harp-pedal-Befehl braucht eine Anzahl an Zeichen, von
welchen ^ die höchste Pedalposition (erniedrigte Tonhöhe),
- die mittlere Pedalposition (normale Tonhöhe, v die
tiefste Pedalposition (erhöhter Ton) anzeigt. | ist ein
Trenner. Ein o vor der Definition umrandet das Symbol.
Siehe auch
Notationsreferenz: Textarten, Instrument Specific Markup.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Harfenpedal ] | [ Nach oben : Spezielle Notation ] | [ Übliche Notation für bundlose Saiteninstrumente > ] | ||
2.3 Bundlose Saiteninstrumente
Dieser Abschnitt stellt Information und Referenzen zur Verfügung, die beim Setzen von Noten für Saiteninstrumente ohne Bund herangezogen werden können.
| 2.3.1 Übliche Notation für bundlose Saiteninstrumente |
2.3.1 Übliche Notation für bundlose Saiteninstrumente
Es gibt wenige Spezifikationen für die Notation von Saiteninstrumenten ohne Bünde. Die Noten werden auf einem System notiert und meistens ist auch nur eine Stimme erforderlich. Zwei Stimmen können für Doppelgriff- oder Divisi-Stellen erforderlich sein.
| Hinweise für bundlose Saiteninstrumente | ||
| Bezeichnung des Bogens | ||
| Flageolett | ||
| Bartók-Pizzicato |
Hinweise für bundlose Saiteninstrumente
Die meisten Notationseigenschaften, die für Orchesterstreicher eingesetzt werden, sind an anderer Stelle beschrieben:
- Textanweisungen wie „pizz.“ oder „arco“ werden als einfacher Text eingefügt, siehe Textarten.
- Fingersatz, auch das Zeichen für den Daumen, ist erklärt in Fingersatzanweisungen.
- Doppelgriffe werden normalerweise als Akkord notiert, siehe hierzu Noten mit Akkorden. Anweisungen, wie Akkorde gespielt werden sollen, können auch hinzugefügt werden, siehe Arpeggio.
- Eine Vorlage für Streichquartett findet sich in Streichquartett. Andere sind als Schnipsel zur Verfügung gestellt.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Streichquartett.
Notationsreferenz: Textarten, Fingersatzanweisungen, Noten mit Akkorden, Arpeggio.
Schnipsel: Unfretted strings.
Bezeichnung des Bogens
Hinweise zur Bogenfügung können als Artikulationen erstellt werden, wie beschrieben in Artikulationszeichen und Verzierungen.
Die Befehle \upbow und \downbow werden mit Legatobögen
in folgender Weise eingesetzt:
c4(\downbow d) e(\upbow f)
und das nächste Beispiel zeigt drei Arten, eine offene A-Saite auf der Geige anzuzeigen:
a4 \open
a^\markup { \teeny "II" }
a2^\markup { \small "sul A" }
Vordefinierte Befehle
\downbow,
\upbow,
\open.
Siehe auch
Notation Reference: Artikulationszeichen und Verzierungen, Legatobögen.
Flageolett
Natürliches Flageolett
Flageolett-Töne können auf verschiedene Arten notiert werden. Üblicherweise werden sie mit einem Rautenkopf notiert, wenn ein Ton angezeigt werde, bei dem die Saite berührt wird, wo sie sonst abgegriffen würde.
d4 e4. \harmonicsOn d8 e e d4 e4. \harmonicsOff d8 e e
Alternativ kann auch eine normale Noten die Tonhöhe anzeigen, die erklingen soll, wobei ein kleiner Kreis angibt, dass es sich um einen Flageolett-Ton handelt:
d2^\flageolet d_\flageolet
Künstliches Flageolett
Künstliche Flageoletttöne werden mit zwei Noten notiert, von denen einen einen normalen Notenkopf besitzt und die Griffposition des Fingers angibt, während die andere in Rautenform die Position des leicht aufgesetzten Fingers anzeigt.
<e a\harmonic>2. <c g'\harmonic>4 \set harmonicDots = ##t <e a\harmonic>2. <c g'\harmonic>4
Achtung: \harmonic muss innerhalb einer Akkordkonstruktion
gesetzt werden, auch wenn nur eine Note gesetzt wird. Normalerweise würde
\harmonicsOn in dieser Situation benutzt.
Siehe auch
Glossar: harmonics.
Notationsreferenz: Besondere Notenköpfe, Hinweise für bundlose Saiteninstrumente.
Bartók-Pizzicato
Ein Knallpizzicato, auch als Bartók-Pizzicato bekannt, ist ein hartes Pizzicato, bei dem man die Saite nach oben (und nicht seitlich) zieht, sodass sie beim Schwingen das Griffbrett berührt.
c4\snappizzicato <c' e g>4\snappizzicato <c' e g>4^\snappizzicato <c, e g>4_\snappizzicato
2.4 Saiteninstrumente mit Bünden
Dieser Abschnitt erklärt bestimmte Eigenheiten der Notation für Saiteninstrumente mit Bünden.
| 2.4.1 Übliche Notation für Saiteninstrumente mit Bünden | ||
| 2.4.2 Gitarre | ||
| 2.4.3 Banjo |
2.4.1 Übliche Notation für Saiteninstrumente mit Bünden
Dieser Abschnitt zeigt Besonderheiten der Notation, die allen Bundinstrumenten eigen ist.
Referenz für Saiteninstrumente mit Bünden
Noten für Bundinstrumente wird normalerweise auf
einem einzelnen System notiert, entweder als traditionelles
Notensystem oder in Tabulaturform. Manchmal werden beide
Arten miteinander verbunden, und besonders in populärer
Musik ist es üblich, über dem traditionellen System Griffsymbole
zu setzen. Gitarre und Banjo sind transponierende Instrumente,
die eine Oktave tiefer klingen als sie notiert werden. Partituren
für diese Instrumente sollten den „Tenorschlüssel“
("treble_8" bzw. \transposition c) benutzen, um
korrekte MIDI-Dateien zu erhalten. Einige Spezifika für
Instrumente mit Bünden sind an anderer Stelle erklärt:
- Fingersatz kann notiert werden, siehe Fingersatzanweisungen.
- Anweisungen für Laissez vibrer-Bögen und Bögen zwischen Arpeggios und Tremolos sind beschrieben in Bindebögen.
- Hinweise, wie mehrere Stimmen gesetzt werden können, finden sich in Auflösung von Zusammenstößen.
- Instructions for indicating harmonics can be found in Flageolett.
Siehe auch
Notationsreferenz: Fingersatzanweisungen, Bindebögen, Auflösung von Zusammenstößen, Instrumentenbezeichnungen, Musik parallel notieren, Arpeggio, Liste der Artikulationszeichen, Notenschlüssel Transposition von Instrumenten.
Seitennummerbezeichnung
Die Nummer der Saite, auf der gespielt werden soll, kann
angezeigt werden, indem \Zahl an eine Note
gehängt wird:
\clef "treble_8" c4\5 e\4 g2\3 <c,\5 e\4 g\3>1
Wenn Fingersatz und Saitennummer zusammen benutzt werden, wird ihre Position anhand der Reihenfolge, mit der sie im Code auftauchen, nur entschieden, wenn sie in einem expliziten Akkord auftreten: Fingersatz, der außen an einen Akkord oder an einzelne Noten außerhalb eines Akkords gehängt wird, wird nach anderen Regeln positioniert.
\clef "treble_8" g4\3-0 g-0\3 <g\3-0> <g-0\3>
Ausgewählte Schnipsel
Position von Fingersatz in Akkorden kontrollieren
Die Position von Fingersatzzahlen kann exakt kontrolliert werden.
\relative c' {
\set fingeringOrientations = #'(left)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(down)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(down right up)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(up)
<c-1 e-3 a-5>4
\set fingeringOrientations = #'(left)
<c-1>2
\set fingeringOrientations = #'(down)
<e-3>2
}
Fingersatz auch innerhalb des Systems setzen
Normalerweise werden vertikal orientierte Fingersatzzahlen außerhalb des Systems gesetzt. Das kann aber verändert werden.
\relative c' {
<c-1 e-2 g-3 b-5>2
\override Fingering.staff-padding = #'()
<c-1 e-2 g-3 b-5>4 <g'-0>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Fingersatzanweisungen.
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: StringNumber, Fingering.
Standardtabulaturen
Musik für gezupfte Saiteninstrumente wird oft notiert, indem man eine Finger/Berührungsnotation bzw. Tabulatur benutzt. Im Gegensatz zur traditionellen Notation werden hier Tonhöhen nicht mit Notenköpfen notiert, sondern mit Zahlen (oder buchstabenartigen Symbolen in historischen Tabulaturen). Die Notenlinien einer Tabulatur zeigen die Saite an, auf der eine Note gespielt werden soll, und eine Zahl auf einer Notenlinie zeigt an, welcher Bund für eine Note gespielt werden muss. Die Zahlen werden vertikal übereinander geschrieben, wenn sie gleichzeitig gespielt werden sollen.
Standardmäßig ist Saite 1 die höchste Saite und entspricht der höchsten
Notenlinie des TabStaff (der Tabulatur). Die voreingestellte
Saitenstimmung der Tabulatur ist die normale Gitarrenstimmung (mit 6 Saiten). Die
Noten werden als Tabulatur ausgegeben, wenn man den TabStaff-Kontext
und darin den TabVoice-Kontext benutzt. Ein kalligraphischer
Tabulaturschlüssel wird automatisch hinzugefügt.
\new TabStaff \relative c' {
a,8 a' <c e> a
d,8 a' <d f> a
}
Standard-Tabulaturen haben weder Symbole, die Notendauern anzeigen, noch andere musikalische Symbole wie etwa Ausdrucksbezeichnungen.
symbols = {
\time 3/4
c4-.^"Allegro" d( e)
f4-.\f g a^\fermata
\mark \default
c8_.\<\( c16 c~ c2\!
c'2.\prall\)
}
\score {
<<
\new Staff { \clef "G_8" \symbols }
\new TabStaff { \symbols }
>>
}
Wenn alle musikalischen Symbole, die in der traditionellen Notation
eingesetzt werden, auch in der Tabulatur gedruckt werden sollen, muss
man den Befehl \tabFullNotation in einem TabStaff-Kontext
hinzufügen. Dabei ist zu beachten, dass halbe Noten in einer Tabulatur
mit zwei Hälsen dargestellt werden, um sie von Viertelnoten zu unterscheiden.
symbols = {
\time 3/4
c4-.^"Allegro" d( e)
f4-.\f g a^\fermata
\mark \default
c8_.\<\( c16 c~ c2\!
c'2.\prall\)
}
\score {
\new TabStaff {
\tabFullNotation
\symbols
}
}
Normalerweise werden Tonhöhen der tiefstmöglichen Spielposition auf
dem Bundbrett zugewiesen (erste Lage). Offene Saiten werden automatisch
bevorzugt. Wenn man eine bestimmte Tonhöhe auf einer bestimmten Saite
gespielt haben will, kann man eine Saitennummeranweisung zur
Tonhöhe hinzufügen. Wenn man die Saitenzahlanweisung nicht in der traditionellen
Notation sehen will, kann man den entsprechenden Stencil mit \override
verändernt. Es ist jedoch sehr viel bequemer, die Spielposition unter
Benutzung von minimumFret zu definieren. Der Standardwert von
minimumFret beträgt 0.
Auch wenn minimumFret gesetzt ist, werden offene Saiten immer
benützt, wenn es möglich ist. Dieses Verhalten kann verändert werden,
indem restrainOpenStrings auf #t gesetzt wird.
\layout { \omit Voice.StringNumber }
\new StaffGroup <<
\new Staff \relative c {
\clef "treble_8"
\time 2/4
c16 d e f g4
c,16\5 d\5 e\4 f\4 g4\4
c,16 d e f g4
}
\new TabStaff \relative c {
c16 d e f g4
c,16\5 d\5 e\4 f\4 g4\4
\set TabStaff.minimumFret = #5
\set TabStaff.restrainOpenStrings = ##t
c,16 d e f g4
}
>>
Akkord-Konstruktionen können mit dem Akkord-Wiederholungssymbol q
wiederholt werden. In Verbindung mit Tabulaturen verhält sich diese
Wiederholung jedoch seltsam, weil sie Saiten- und Fingerzahlen entfernt.
Darum sollte man
\chordRepeats #'(string-number-event fingering-event)
explizit für musikalische Ausdrücke in Tabulaturen aufrufen, wenn
Akkordwiederholungen gewünscht sind. Der Befehl ist so wichtig,
dass er durch \tabChordRepeats zur Verfügung gestellt wird.
guitar = \relative c' {
r8 <gis-2 cis-3 b-0>~ q4 q8~ q q4
}
\new StaffGroup <<
\new Staff {
\clef "treble_8"
\guitar
}
\new TabStaff {
\tabChordRepeats \guitar
}
>>
Bindestriche über einen Zeilenumbruch werden standardmäßig in Klammern gesetzt. Das gilt auch für die zweite Klammer einer Wiederholung.
ties = \relative c' {
\repeat volta 2 {
e2. f4~
f2 g2~
}
\alternative {
{ g4 f2. }
{ g4\repeatTie c,2. }
}
b1~
\break
b1
\bar "|."
}
\score {
<<
\new StaffGroup <<
\context Staff {
\clef "treble_8"
\ties
}
\context TabStaff {
\ties
}
>>
>>
\layout {
indent = #0
ragged-right = ##t
}
}
Der Befehl \hideSplitTiedTabNotes hebt das Verhalten auf, dass
Bundnummern in Klammern gesetzt werden:
ties = \relative c' {
\repeat volta 2 {
e2. f4~
f2 g2~ }
\alternative {
{ g4 f2. }
{ g4\repeatTie c,2. }
}
b1~
\break
b1
\bar "|."
}
\score {
<<
\new StaffGroup <<
\context Staff {
\clef "treble_8"
\ties
}
\context TabStaff {
\hideSplitTiedTabNotes
\ties
}
>>
>>
\layout {
indent = #0
ragged-right = ##t
}
}
Flageolett (engl. harmonic) kann zur Tabulaturnotation als klingende Tonhöhe hinzugefügt werden:
\layout { \omit Voice.StringNumber }
firstHarmonic = {
d'4\4\harmonic
g'4\3\harmonic
b'2\2\harmonic
}
\score {
<<
\new Staff {
\clef "treble_8"
\firstHarmonic
}
\new TabStaff { \firstHarmonic }
>>
}
Dabei ist zu beachten, dass der Befehl \harmonic immer an
einzelne Noten angehängt werden muss (die sich auch innerhalb
eines Akkordes befinden können). Flageolett ist nur sinnvoll
für offene Saiten im 12. Bund. Alle anderen Flageolett-Töne sollten von
LilyPond errechnet werden. Das wird erreicht, indem man den Bund angibt,
wo der Finger der Greifhand die Saite berühren soll.
fretHarmonics = {
\harmonicByFret #5 d16\4
\harmonicByFret #4 d16\4
\harmonicByFret #3 d8\4
\harmonicByFret #5 <g\3 b\2>2.
}
\score {
<<
\new Staff {
\clef "treble_8"
\fretHarmonics
}
\new TabStaff { \fretHarmonics }
>>
}
Alternativ können Flageolett-Töne auch errechnet werden, indem man das Verhältnis der Saitenlängen über und unter dem Flageolett-Finger definiert:
ratioHarmonics = {
\harmonicByRatio #1/2 <g\3 b\2 e'\1>4
\harmonicByRatio #1/3 <g\3 b\2 e'\1>4
\harmonicByRatio #1/4 { g8\3 b8\2 e'4\1 }
}
\score {
<<
\new Staff {
\clef "treble_8"
\ratioHarmonics
}
\new TabStaff { \ratioHarmonics }
>>
}
Ausgewählte Schnipsel
Hals- und Balkenverhalten in einer Tabulatur
Die Richtung von Hälsen wird in Tabulaturen genauso wie in normaler Notation eingestellt. Balken können horizontal eingestellt werden, wie das Beispiel zeigt.
\new TabStaff {
\relative c {
\tabFullNotation
g16 b d g b d g b
\stemDown
\override Beam.concaveness = #10000
g,,16 b d g b d g b
}
}
Polyphonie in einer Tabulatur
Polyphonie kann in einer Tabulatur (TabStaff) genauso wie in einem
normalen Notensystem erstellt werden.
upper = \relative c' {
\time 12/8
\key e \minor
\voiceOne
r4. r8 e, fis g16 b g e e' b c b a g fis e
}
lower = \relative c {
\key e \minor
\voiceTwo
r16 e d c b a g4 fis8 e fis g a b c
}
\score {
<<
\new StaffGroup = "tab with traditional" <<
\new Staff = "guitar traditional" <<
\clef "treble_8"
\context Voice = "upper" \upper
\context Voice = "lower" \lower
>>
\new TabStaff = "guitar tab" <<
\context TabVoice = "upper" \upper
\context TabVoice = "lower" \lower
>>
>>
>>
}
Referenz für Flageolett von offenen Saiten
Referenz für Flageolett von offenen Saiten:
openStringHarmonics = {
%first harmonic
\harmonicByFret #12 e,2\6_\markup{"1st harm."}
\harmonicByRatio #1/2 e,\6
%second harmonic
\harmonicByFret #7 e,\6_\markup{"2nd harm. - - - -"}
\harmonicByRatio #1/3 e,\6
\harmonicByFret #19 e,\6
\harmonicByRatio #2/3 e,\6
%\harmonicByFret #19 < e,\6 a,\5 d\4 >
%\harmonicByRatio #2/3 < e,\6 a,\5 d\4 >
%third harmonic
\harmonicByFret #5 e,\6_\markup{"3rd harm. - - - -"}
\harmonicByRatio #1/4 e,\6
\harmonicByFret #24 e,\6
\harmonicByRatio #3/4 e,\6
\break
%fourth harmonic
\harmonicByFret #4 e,\6_\markup{"4th harm. - - - - - - - - - - - - -"}
\harmonicByRatio #1/5 e,\6
\harmonicByFret #9 e,\6
\harmonicByRatio #2/5 e,\6
\harmonicByFret #16 e,\6
\harmonicByRatio #3/5 e,\6
%fifth harmonic
\harmonicByFret #3 e,\6_\markup{"5th harm."}
\harmonicByRatio #1/6 e,\6
\break
%sixth harmonic
\harmonicByFret #2.7 e,\6_\markup{"6th harm."}
\harmonicByRatio #1/7 e,\6
%seventh harmonic
\harmonicByFret #2.3 e,\6_\markup{"7th harm."}
\harmonicByRatio #1/8 e,\6
%eighth harmonic
\harmonicByFret #2 e,\6_\markup{"8th harm."}
\harmonicByRatio #1/9 e,\6
}
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice {
\clef "treble_8"
\openStringHarmonics
}
}
\new TabStaff {
\new TabVoice {
\openStringHarmonics
}
}
>>
}
Flageolett von Bundinstrumenten in einer Tabulatur
Flageolett für Bundinstrumente:
pinchedHarmonics = {
\textSpannerDown
\override TextSpanner.bound-details.left.text =
\markup {\halign #-0.5 \teeny "PH" }
\override TextSpanner.style =
#'dashed-line
\override TextSpanner.dash-period = #0.6
\override TextSpanner.bound-details.right.attach-dir = #1
\override TextSpanner.bound-details.right.text =
\markup { \draw-line #'(0 . 1) }
\override TextSpanner.bound-details.right.padding = #-0.5
}
harmonics = {
%artificial harmonics (AH)
\textLengthOn
<\parenthesize b b'\harmonic>4_\markup{ \teeny "AH 16" }
<\parenthesize g g'\harmonic>4_\markup{ \teeny "AH 17" }
<\parenthesize d' d''\harmonic>2_\markup{ \teeny "AH 19" }
%pinched harmonics (PH)
\pinchedHarmonics
<a'\harmonic>2\startTextSpan
<d''\harmonic>4
<e'\harmonic>4\stopTextSpan
%tapped harmonics (TH)
<\parenthesize g\4 g'\harmonic>4_\markup{ \teeny "TH 17" }
<\parenthesize a\4 a'\harmonic>4_\markup{ \teeny "TH 19" }
<\parenthesize c'\3 c''\harmonic>2_\markup{ \teeny "TH 17" }
%touch harmonics (TCH)
a4( <e''\harmonic>2. )_\markup{ \teeny "TCH" }
}
frettedStrings = {
%artificial harmonics (AH)
\harmonicByFret #4 g4\3
\harmonicByFret #5 d4\4
\harmonicByFret #7 g2\3
%pinched harmonics (PH)
\harmonicByFret #7 d2\4
\harmonicByFret #5 d4\4
\harmonicByFret #7 a4\5
%tapped harmonics (TH)
\harmonicByFret #5 d4\4
\harmonicByFret #7 d4\4
\harmonicByFret #5 g2\3
%touch harmonics (TCH)
a4 \harmonicByFret #9 g2.\3
}
\score {
<<
\new Staff {
\new Voice {
\clef "treble_8"
\harmonics
}
}
\new TabStaff {
\new TabVoice {
\frettedStrings
}
}
>>
}
Gleiten (Glissando) in Tabulatur
Gleiten kann sowohl in normalem Notensystem als auch in Tabulaturen notiert werden:
slides = {
c'8\3(\glissando d'8\3)
c'8\3\glissando d'8\3
\hideNotes
\grace { g16\glissando }
\unHideNotes
c'4\3
\afterGrace d'4\3\glissando {
\stemDown \hideNotes
g16 }
\unHideNotes
}
\score {
<<
\new Staff { \clef "treble_8" \slides }
\new TabStaff { \slides }
>>
\layout {
\context {
\Score
\override Glissando.minimum-length = #4
\override Glissando.springs-and-rods =
#ly:spanner::set-spacing-rods
\override Glissando.thickness = #2
}
}
}
Akkordglissando in Tabulaturen
Gleiten von Akkorden kann sowohl im normalen Notensystem als auch in einer Tabulatur notiert werden. Saitennummern werden für Tabulaturen benötigt, weil die automatische Saitenberechnung unterschiedlich für Akkorde und einzelne Noten funktioniert.
myMusic = \relative c' {
<c\3 e\2 g\1>1 \glissando <f\3 a\2 c\1>
}
\score {
<<
\new Staff {
\clef "treble_8"
\myMusic
}
\new TabStaff {
\myMusic
}
>>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Hälse, Akkord-Wiederholungen, Ausgeschriebene Wiederholungen Flageolett, Glissando.
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: TabNoteHead, TabStaff, TabVoice, Beam.
Bekannte Probleme und Warnungen
Akkorde werden nicht gesondert behandelt, sodass die Saitenauswahlfunktion eventuell die selbe Saite für zwei Töne eines Akkordes auswählen kann.
Damit die Kombination von Stimmen (\partcombine) richtig funktioniert,
müssen speziell erstellte Stimmen innerhalb des Tabulatursystems
(TabStaff) benutzt werden:
melodia = \partcombine { e4 g g g } { e4 e e e }
<<
\new TabStaff <<
\new TabVoice = "one" s1
\new TabVoice = "two" s1
\new TabVoice = "shared" s1
\new TabVoice = "solo" s1
{ \melodia }
>>
>>
Spezialeffekte für Gitarre beschränken sich auf Flageolett und Slide.
Angepasste Tabulaturen
LilyPond errechnet automatisch den Bund für eine Note auf Grundlage
der Saite, zu welcher der Ton zugeordnet ist. Um das tun zu können,
muss die Stimmung der Saiten angegeben werden. Die Stimmung wird
in der StringTunings-Eigenschaften bestimmt.
LilyPond hat vordefinierte Stimmungen für Banjo, Mandoline, Gitarre, Bassgitarre, Ukulele, Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass. Für diese Stimmungen wird automatisch die richtige Transposition eingesetzt. Das nächste Beispiel ist für Bassgitarre, welche eine Oktave niedriger erklingt, als sie geschrieben ist:
<<
\new Voice \with {
\omit StringNumber
} {
\clef "bass_8"
\relative c, {
c4 d e f
}
}
\new TabStaff \with {
stringTunings = #bass-tuning
} {
\relative c, {
c4 d e f
}
}
>>
Die Standardstimmung ist die Gitarrenstimmung (guitar-tuning)
in der EADGHE-Stimmung. Andere vordefinierte Stimmung sind:
guitar-open-g-tuning, mandolin-tuning und
banjo-open-g-tuning. Die vordefinierten Stimmungen finden
sich in ‘ly/string-tunings-init.ly’.
Jede beliebige Stimmung kann erstellt werden. Die Funktion
\stringTuning kann benutzt werden, um eine Saitenstimmung
zu definieren und als den Wert von stringTunings für den aktuellen
Kontext zu bestimmen.
Als Argument braucht die Funktion eine
Akkordkonstruktion, die die Tonhöhen jeder Saite der Stimmung angibt.
Die Akkordkonstruktion muss im absoluten Oktavenmodus angegeben werden,
siehe Absolute Oktavenbezeichnung. Die Saite mit der höchsten
Zahl (normalerweise die tiefste Seite) muss im Akkord zuerst geschrieben
werden. Eine Stimmung für ein viersaitiges Instrument mit den Tonhöhen
a'', d'', g' und c' kann folgenderweise
erstellt werden:
mynotes = {
c'4 e' g' c'' |
e''4 g'' b'' c'''
}
<<
\new Staff {
\clef treble
\mynotes
}
\new TabStaff {
\set Staff.stringTunings = \stringTuning <c' g' d'' a''>
\mynotes
}
>>
Die stringTunings-Eigenschaft wird auch von FretBoards
benutzt, um automatische Bunddiagramme zu errechnen.
Saitensitmmungen werden als Teil des Hash-Schlüsselwertes für vordefinierte Bunddiagramme eingesetzt (siehe auch Vordefinierte Bund-Diagramme.
Das vorherige Beispiel könnte auch folgenderweise geschrieben werden:
custom-tuning = \stringTuning <c' g' d'' a''>
mynotes = {
c'4 e' g' c'' |
e''4 g'' b'' c'''
}
<<
\new Staff {
\clef treble
\mynotes
}
\new TabStaff {
\set TabStaff.stringTunings = #custom-tuning
\mynotes
}
>>
Intern ist die Stimmung eine Scheme-Liste von Tonhöhen der Saiten, eine für jede Saite, geordnet von Saitennummer 1 bis n, wobei 1 die höchste Saite der Tabulatur ist und n die unterste. Normalerweise wird so die Stimmung vom höchsten bis zum tiefsten Ton angegeben, aber bei einige Instrumente (etwa Ukulele) werden die Saiten nicht aufgrund der Tonhöhe angeordnet.
Die Tonhöhe einer Saite in einer Seitenstimmungsliste ist ein
Tonhöhenobjekt für LilyPond. Tonhöhenobjekte werden mit der
Scheme-Funktion +ly:make-pitch erstellt
(siehe Scheme-Funktionen).
\stringTuning erstellt derartige Objekte aus der Akkord-Eingabe.
LilyPond errechnet automatisch die Linienanzahl für die Tabulatur und
die Zahl der Saiten in dem automatisch erstellten FretBoard
(Bunddiagramm) aus der Anzahl der Elemente von stringTunings.
Um für alle TabStaff-Kontexte die selbe Standardstimmung zu
benutzen, kann man benutzen:
\layout {
\context {
\TabStaff
stringTunings = \stringTuning <c' g' d'' a''>
}
}
Auch ein moderner Tabulatur-Schlüssel kann verwendet werden:
\new TabStaff {
\clef moderntab
<a, e a>1
\break
\clef tab
<a, e a>1
}
Der moderne Tabulatur-Schlüssel unterstützt Tabulaturen von 4 bis 7 Saiten.
Siehe auch
Notationsreferenz: Absolute Oktavenbezeichnung, Vordefinierte Bund-Diagramme, Scheme-Funktionen.
Installierte Dateien: ‘ly/string-tunings-init.ly’ ‘scm/tablature.scm’.
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: Tab_note_heads_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Automatische Tabulatur-Berechnung funktioniert in den meisten Fällen nicht korrekt bei Instrumenten, deren Saitenstimmung nicht monotonisch fortschreitet, wie etwa Ukulele.
Bund-Diagramm-Beschriftung
Bunddiagramme können zu Notation als Textbeschriftung hinzugefügt werden. Die Beschriftung enthält Information zu dem gewünschten Bunddiagramm. Es gibt drei unterschiedliche Darstellungsarten: normal, knapp und ausführlich. Die drei Arten erzeugen die gleiche Ausgabe, aber mit jeweils mehr oder weniger Einzelheiten. Einzelheiten zur Syntax der unterschiedlichen Beschriftungsbefehle, mit denen die Bunddiagramme definiert werden, findet sich in Instrument Specific Markup.
Die Standard-Bunddiagrammbeschriftung beinhaltet die Saitennummer und die Bundnummer für jeden Punkt, der notiert werden soll. Zusätzlich können offenen und nicht gespielte (schwingende) Saiten angezeigt werden.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram #"6-x;5-3;4-2;3-o;2-1;1-o;"
}
<d a d' f'>1^\markup {
\fret-diagram #"6-x;5-x;4-o;3-2;2-3;1-1;"
}
}
>>
Barré kann hinzugefügt werden:
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
f1 g
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<f, c f a c' f'>1^\markup {
\fret-diagram #"c:6-1-1;6-1;5-3;4-3;3-2;2-1;1-1;"
}
<g, d g b d' g'>1^\markup {
\fret-diagram #"c:6-1-3;6-3;5-5;4-5;3-4;2-3;1-3;"
}
}
>>
Die Größe des Bunddiagrammes und die Anzahl der Bünde im Diagramm kann geändert werden:
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
f1 g
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<f, c f a c' f'>1^\markup {
\fret-diagram #"s:1.5;c:6-1-1;6-1;5-3;4-3;3-2;2-1;1-1;"
}
<g, b, d g b g'>1^\markup {
\fret-diagram #"h:6;6-3;5-2;4-o;3-o;2-o;1-3;"
}
}
>>
Die Anzahl der Saiten in einem Bunddiagramm kann geändert werden, um sie für andere Instrumente anzupassen, wie etwas Banjo oder Ukulele.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
a1
}
}
\context Staff {
% An 'A' chord for ukulele
a'1^\markup {
\fret-diagram #"w:4;4-2-2;3-1-1;2-o;1-o;"
}
}
>>
Fingersatz kann auch angezeigt werden, und die Position der Fingersatzzahlen kann kontrolliert werden.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram #"f:1;6-x;5-3-3;4-2-2;3-o;2-1-1;1-o;"
}
<d a d' f'>1^\markup {
\fret-diagram #"f:2;6-x;5-x;4-o;3-2-2;2-3-3;1-1-1;"
}
}
>>
Die Größe und Position der Punkte kann geändert werden:
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram #"d:0.35;6-x;5-3;4-2;3-o;2-1;1-o;"
}
<d a d' f'>1^\markup {
\fret-diagram #"p:0.2;6-x;5-x;4-o;3-2;2-3;1-1;"
}
}
>>
Die Beschriftungsfunktion fret-diagram-terse (knappe Version)
lässt die Saitennummern aus: das Vorhandensein einer Saite wird
durch ein Semikolon ausgedrückt. Für jede Saite des Diagramms
muss ein Semikolon gesetzt werden. Das erste Semikolon entspricht
der höchsten Saite, das letze der ersten Saite. Stumme und
offene Saiten sowie Bundnummern können angezeigt werden.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram-terse #"x;3;2;o;1;o;"
}
<d a d' f'>1^\markup {
\fret-diagram-terse #"x;x;o;2;3;1;"
}
}
>>
Barré kann im knappen Modus auch angezeigt werden:
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
f1 g
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<f, c f a c' f'>1^\markup {
\fret-diagram-terse #"1-(;3;3;2;1;1-);"
}
<g, d g b d' g'>1^\markup {
\fret-diagram-terse #"3-(;5;5;4;3;3-);"
}
}
>>
Fingersatz kann im knappen Modus hinzugefügt werden:
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context Staff {
\override Voice.TextScript.fret-diagram-details.finger-code = #'below-string
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram-terse #"x;3-3;2-2;o;1-1;o;"
}
<d a d' f'>1^\markup {
\fret-diagram-terse #"x;x;o;2-2;3-3;1-1;"
}
}
>>
Andere Eigenschaften der Bunddiagramme müssen im knappen Modus
mit \override-Befehlen angegeben werden.
Die Beschriftungsfunktion fret-diagram-verbose
(ausführlicher Stil) ist in der
Form eine Scheme-Liste. Jedes Element stellt ein Element dar,
dass im Bunddiagramm gesetzt werden soll.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram-verbose #'(
(mute 6)
(place-fret 5 3)
(place-fret 4 2)
(open 3)
(place-fret 2 1)
(open 1)
)
}
<d a d' f'>1^\markup {
\fret-diagram-verbose #'(
(mute 6)
(mute 5)
(open 4)
(place-fret 3 2)
(place-fret 2 3)
(place-fret 1 1)
)
}
}
>>
Fingersatz und Barré kann im ausführlichen Modus notiert werden. Nur im ausführlichen Modus kann ein Capo angezeigt werden, das auf dem Bunddiagramm plaziert wird. Die Capo-Anzeige ist ein dicker Strich, der alle Saiten bedeckt. Der Bund mit dem Capo ist der unterste Bund im Diagramm.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
f1 g c
}
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
\override Voice.TextScript.fret-diagram-details.finger-code = #'below-string
<f, c f a c' f'>1^\markup {
\fret-diagram-verbose #'(
(place-fret 6 1)
(place-fret 5 3)
(place-fret 4 3)
(place-fret 3 2)
(place-fret 2 1)
(place-fret 1 1)
(barre 6 1 1)
)
}
<g, b, d g b g'>1^\markup {
\fret-diagram-verbose #'(
(place-fret 6 3 2)
(place-fret 5 2 1)
(open 4)
(open 3)
(open 2)
(place-fret 1 3 3)
)
}
<c e g c' e'>1^\markup {
\fret-diagram-verbose #'(
(capo 3)
(mute 6)
(place-fret 4 5 1)
(place-fret 3 5 2)
(place-fret 2 5 3)
)
}
}
>>
Alle anderen Bunddiagramm-Eigenschaften müssen im ausführlichen
Modus mit mit \override-Befehlen angegeben werden.
Die graphische Erscheinung eines Bunddiagramms kann den Wünschen
des Notensetzers angepasst werden. Hierzu werden die Eigenschaften
des fret-diagram-interface (Bunddiagramm-Schnittstelle)
eingesetzt. Einzelheiten hierzu
in
fret-diagram-interface. Die Eigenschaften der
Schnittstelle gehören dem Voice.TextScript-Kontext an.
Ausgewählte Schnipsel
Changing fret orientations
Fret diagrams can be oriented in three ways. By default the top string or fret in the different orientations will be aligned.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
<<
\chords {
c1
c1
c1
}
\new FretBoards {
\chordmode {
c1
\override FretBoard.fret-diagram-details.orientation =
#'landscape
c1
\override FretBoard.fret-diagram-details.orientation =
#'opposing-landscape
c1
}
}
\new Voice {
c'1
c'1
c'
}
>>
Anpassung von Beschriftungs-Bunddiagrammen
Bunddiagramme können mit der Eigenschaft 'fret-diagram-details
angepasst werden. Bunddiagramme, die als Textbeschriftung eingefügt werden,
können Veränderungen im Voice.TextScript-Objekt oder direkt in der
Beschriftung vorgenommen werden.
<<
\chords { c1 | c | c | d }
\new Voice = "mel" {
\textLengthOn
% Set global properties of fret diagram
\override TextScript.size = #'1.2
\override TextScript.fret-diagram-details.finger-code = #'in-dot
\override TextScript.fret-diagram-details.dot-color = #'white
%% C major for guitar, no barre, using defaults
% terse style
c'1^\markup { \fret-diagram-terse #"x;3-3;2-2;o;1-1;o;" }
%% C major for guitar, barred on third fret
% verbose style
% size 1.0
% roman fret label, finger labels below string, straight barre
c'1^\markup {
% standard size
\override #'(size . 1.0) {
\override #'(fret-diagram-details . (
(number-type . roman-lower)
(finger-code . in-dot)
(barre-type . straight))) {
\fret-diagram-verbose #'((mute 6)
(place-fret 5 3 1)
(place-fret 4 5 2)
(place-fret 3 5 3)
(place-fret 2 5 4)
(place-fret 1 3 1)
(barre 5 1 3))
}
}
}
%% C major for guitar, barred on third fret
% verbose style
% landscape orientation, arabic numbers, M for mute string
% no barre, fret label down or left, small mute label font
c'1^\markup {
\override #'(fret-diagram-details . (
(finger-code . below-string)
(number-type . arabic)
(label-dir . -1)
(mute-string . "M")
(orientation . landscape)
(barre-type . none)
(xo-font-magnification . 0.4)
(xo-padding . 0.3))) {
\fret-diagram-verbose #'((mute 6)
(place-fret 5 3 1)
(place-fret 4 5 2)
(place-fret 3 5 3)
(place-fret 2 5 4)
(place-fret 1 3 1)
(barre 5 1 3))
}
}
%% simple D chord
% terse style
% larger dots, centered dots, fewer frets
% label below string
d'1^\markup {
\override #'(fret-diagram-details . (
(finger-code . below-string)
(dot-radius . 0.35)
(dot-position . 0.5)
(fret-count . 3))) {
\fret-diagram-terse #"x;x;o;2-1;3-2;2-3;"
}
}
}
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Instrument Specific Markup.
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: fret-diagram-interface.
Vordefinierte Bund-Diagramme
Bunddiagramme können mit dem FretBoards-Kontext angezeigt
werden. Standardmäßig zeigt der FretBoards-Kontext
Bunddiagramme an, die in einer Tabelle definiert sind:
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\context FretBoards {
\chordmode {
c1 d
}
}
Die vordefinierten Diagramme sind in der Datei
‘predefined-guitar-fretboards.ly’ enthalten. Sie werden
basierend auf der Tonhöhe eines Akkordes und dem Wert von
stringTunings (Saitenstimmung), der gerade benutzt wird,
gespeichert. ‘predefined-guitar-fretboards.ly’ beinhaltet
vordefinierte Diagramme für die Gitarrenstimmung (guitar-tuning).
Anhand der Beispiele in dieser Datei können auch für andere
Instrumente oder Stimmungen Diagramme definiert werden.
Bunddiagramme für die Ukulele finden sich in der Datei
‘predefined-ukulele-fretboards.ly’.
\include "predefined-ukulele-fretboards.ly"
myChords = \chordmode { a1 a:m a:aug }
\new ChordNames {
\myChords
}
\new FretBoards {
\set Staff.stringTunings = #ukulele-tuning
\myChords
}
Bunddiagramme für Mandoline sind in der Datei ‘predefined-mandolin-fretboards.ly’ enhalten:
\include "predefined-mandolin-fretboards.ly"
myChords = \chordmode { c1 c:m7.5- c:aug }
\new ChordNames {
\myChords
}
\new FretBoards {
\set Staff.stringTunings = #mandolin-tuning
\myChords
}
Tonhöhen von Akkorden können entweder als Akkordkonstrukte oder im Akkordmodus notiert werden (siehe auch Überblick über den Akkord-Modus).
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\context FretBoards {
\chordmode { c1 }
<c' e' g'>1
}
Oft wird sowohl eine Akkordbezeichnung als ein Bunddiagramm
notiert. Das kann erreicht werden, indem ein
ChordNames-Kontext parallel mit einem FretBoards-Kontext
gesetzt wird und beiden Kontexten die gleichen Noten zugewiesen
werden.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
mychords = \chordmode{
c1 f g
}
<<
\context ChordNames {
\mychords
}
\context FretBoards {
\mychords
}
>>
Vordefinierte Bunddiagramme können transponiert werden, solange ein Diagramm für den transponierten Akkord in der Bunddiagramm-Tabelle vorhanden ist.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
mychords = \chordmode{
c1 f g
}
mychordlist = {
\mychords
\transpose c e { \mychords }
}
<<
\context ChordNames {
\mychordlist
}
\context FretBoards {
\mychordlist
}
>>
Die Tabelle der vordefinierten Bunddiagramme für Gitarre enthält
acht Akkorde (Dur, Moll, übermäßig, vermindert, Dominantseptakkord,
große Septime, kleine Septime und Dominantnonenakkord) für alle 17
Tonarten. Die Tabelle der vortdefinierten Bunddiagramme für
Ukulele enthält neben diesen Akkorden noch zusätzlich drei
weitere (große Sext, Sekundakkord und Quartakkort). Eine
vollständige Liste der vordefinierten Bunddiagramme findet sich
in Die vordefinierten Bund-Diagramme. Wenn in der Tabelle für
einen Akkord kein Wert steht, wird ein Bunddiagramm vom
FretBoards-Engraver errechnet, wobei die automatische
Bunddiagrammfunktion zu Anwendung kommt. Siehe hierzu
Automatische Bund-Diagramme.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
mychords = \chordmode{
c1 c:maj9
}
<<
\context ChordNames {
\mychords
}
\context FretBoards {
\mychords
}
>>
Bunddiagramme können zu der Tabelle hinzugefügt werden. Um ein
Diagramm hinzuzufügen, muss der Akkord des Diagramms, die Stimmung
und die Diagramm-Definition angegeben werden. Dies geschieht normalerweise
in der Tabelle default-fret-table. Die Diagramm-Definition
kann entweder eine fret-diagram-terse-Definition oder eine
fret-diagram-verbose-Liste sein.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table
\chordmode { c:maj9 }
#guitar-tuning
#"x;3-2;o;o;o;o;"
mychords = \chordmode {
c1 c:maj9
}
<<
\context ChordNames {
\mychords
}
\context FretBoards {
\mychords
}
>>
Unterschiedliche Bunddiagramme für den selben Akkord können gespeichert werden, indem unterschiedliche Oktaven für die Tonhöhe benutzt werden. Die unterschiedliche Oktave sollte mindestens zwei Oktaven über oder unter der Standardoktave liegen, die für transponierende Bunddiagramme eingesetzt wird.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table
\chordmode { c'' }
#guitar-tuning
#(offset-fret 2 (chord-shape 'bes guitar-tuning))
mychords = \chordmode {
c1 c''
}
<<
\context ChordNames {
\mychords
}
\context FretBoards {
\mychords
}
>>
Zusätzlich zu Bunddiagrammen speichert LilyPond auch eine interne
Liste an Akkordformen. Die Akkordformen sind Bunddiagramme,
die am Hals entlang verschoben werden können und dabei unterschiedliche
Akkorde ergeben. Akkordformen können zu der internen Liste
hinzugefügt werden und dann benutzt werden, um vordefinierte
Bunddiagramme zu definieren. Weil sie auf verschiedenen Positionen
auf dem Steg gelegt werden können, beinhalten vordefinierte
Akkord üblicherweise keine leeren Saiten. Wie Bunddiagramme können auch
Akkordformen entweder als fret-diagram-terse-Definition
oder als fret-diagram-verbose-Liste erstellt werden.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
% Add a new chord shape
\addChordShape #'powerf #guitar-tuning #"1-1;3-3;3-4;x;x;x;"
% add some new chords based on the power chord shape
\storePredefinedDiagram #default-fret-table
\chordmode { f'' }
#guitar-tuning
#(chord-shape 'powerf guitar-tuning)
\storePredefinedDiagram #default-fret-table
\chordmode { g'' }
#guitar-tuning
#(offset-fret 2 (chord-shape 'powerf guitar-tuning))
mychords = \chordmode{
f1 f'' g g''
}
<<
\context ChordNames {
\mychords
}
\context FretBoards {
\mychords
}
>>
Die graphische Form eines Bunddiagramms kann entsprechend den
eigenen Wünschen verändert werden, indem man die Eigenschaften
der fret-diagram-interface-Schnittstelle verändert.
Einzelheiten hierzu in
fret-diagram-interface. Die
Schnittstelleneigenschaften eines vordefinierten Bunddiagrammes
gehören dem FretBoards.FretBoard-Kontext an.
Ausgewählte Schnipsel
Bunddiagramme anpassen
Eigenschaften von Bunddiagrammen können in
'fret-diagram-details verändert werden. Einstellungen mit
dem \override-Befehl werden dem FretBoards.FretBoard-Objekt
zugewiesen. Genauso wie Voice ist auch FretBoards ein
Kontext der niedrigsten Ebene, weshalb der Kontext auch in dem Befehl
weggelassen werden kann.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table \chordmode { c' }
#guitar-tuning
#"x;1-1-(;3-2;3-3;3-4;1-1-);"
<<
\new ChordNames {
\chordmode { c1 | c | c | d }
}
\new FretBoards {
% Set global properties of fret diagram
\override FretBoards.FretBoard.size = #'1.2
\override FretBoard.fret-diagram-details.finger-code = #'in-dot
\override FretBoard.fret-diagram-details.dot-color = #'white
\chordmode {
c
\once \override FretBoard.size = #'1.0
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.barre-type = #'straight
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.dot-color = #'black
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.finger-code = #'below-string
c'
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.barre-type = #'none
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.number-type = #'arabic
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.orientation = #'landscape
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.mute-string = #"M"
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.label-dir = #LEFT
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.dot-color = #'black
c'
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.finger-code = #'below-string
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.dot-radius = #0.35
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.dot-position = #0.5
\once \override FretBoard.fret-diagram-details.fret-count = #3
d
}
}
\new Voice {
c'1 | c' | c' | d'
}
>>
Eigene vordefinierte Bunddiagramme für andere Instrumente erstellen
Vordefinierte Bunddiagramme können für neue Instrumente hinzugefügt werden neben denen, die schon für die Gitarre definiert sind. Dieses Schnipsel zeigt, wie man eine neue Saitenstimmung definiert und dann eigene vordefinierte Bunddiagramme bestimmt. Das Beispiel ist für das venezualische Cuatro.
Dieses Schnipsel zeigt auch, wie Fingersatz in die Akkorde eingebunden werden kann, um als Referenzpunkt für die Akkordauswahl benutzt werden kann. Dieser Fingersatz wird im Bunddiagramm und in der Tabulatur, aber nicht in den Noten angezeigt.
Diese Bunddiagramme sind nicht transponierbar, weil sie Saiteninformationen enthalten. Das soll in der Zukunft verbessert werden.
% add FretBoards for the Cuatro
% Note: This section could be put into a separate file
% predefined-cuatro-fretboards.ly
% and \included into each of your compositions
cuatroTuning = #`(,(ly:make-pitch 0 6 0)
,(ly:make-pitch 1 3 SHARP)
,(ly:make-pitch 1 1 0)
,(ly:make-pitch 0 5 0))
dSix = { <a\4 b\1 d\3 fis\2> }
dMajor = { <a\4 d\1 d\3 fis \2> }
aMajSeven = { <a\4 cis\1 e\3 g\2> }
dMajSeven = { <a\4 c\1 d\3 fis\2> }
gMajor = { <b\4 b\1 d\3 g\2> }
\storePredefinedDiagram #default-fret-table \dSix
#cuatroTuning
#"o;o;o;o;"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table \dMajor
#cuatroTuning
#"o;o;o;3-3;"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table \aMajSeven
#cuatroTuning
#"o;2-2;1-1;2-3;"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table \dMajSeven
#cuatroTuning
#"o;o;o;1-1;"
\storePredefinedDiagram #default-fret-table \gMajor
#cuatroTuning
#"2-2;o;1-1;o;"
% end of potential include file /predefined-cuatro-fretboards.ly
#(set-global-staff-size 16)
primerosNames = \chordmode {
d:6 d a:maj7 d:maj7
g
}
primeros = {
\dSix \dMajor \aMajSeven \dMajSeven
\gMajor
}
\score {
<<
\new ChordNames {
\set chordChanges = ##t
\primerosNames
}
\new Staff {
\new Voice \with {
\remove "New_fingering_engraver"
}
\relative c'' {
\primeros
}
}
\new FretBoards {
\set Staff.stringTunings = #cuatroTuning
% \override FretBoard
% #'(fret-diagram-details string-count) = #'4
\override FretBoard.fret-diagram-details.finger-code = #'in-dot
\primeros
}
\new TabStaff \relative c'' {
\set TabStaff.stringTunings = #cuatroTuning
\primeros
}
>>
\layout {
\context {
\Score
\override SpacingSpanner.base-shortest-duration = #(ly:make-moment 1/16)
}
}
\midi { }
}
Akkordänderungen für Bunddiagramme
Bunddiagramme können definiert werden, sodass sie nur angezeigt werden, wenn der Akkord sich ändert oder eine neue Zeile anfängt.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
myChords = \chordmode {
c1 c1 \break
\set chordChanges = ##t
c1 c1 \break
c1 c1
}
<<
\new ChordNames { \myChords }
\new FretBoards { \myChords }
\new Staff { \myChords }
>>
Alternative Bunddiagrammtabellen
Alternative Bunddiagrammtabellen können erstellt werden. Sie können benutzt werden, um alternative Bunddiagramme für einen bestimmten Akkord zu haben.
Damit eine alternative Bunddiagrammentabelle benutzt werden kann, muss die Tabelle zuerst erstellt werden. Dann werden die Bunddiagramme zur Tabelle hinzugefügt.
Die erstellte Bunddiagrammtabelle kann auch leer sein, oder sie kann aus einer existierenden Tabelle kopiert werden.
Die Tabelle, die eingesetzt wird, um vordefinierte Bunddiagramme anzuzeigen,
wird mit der Eigenschaft \predefinedDiagramTable ausgewählt.
\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
% Make a blank new fretboard table
#(define custom-fretboard-table-one (make-fretboard-table))
% Make a new fretboard table as a copy of default-fret-table
#(define custom-fretboard-table-two (make-fretboard-table default-fret-table))
% Add a chord to custom-fretboard-table-one
\storePredefinedDiagram #custom-fretboard-table-one
\chordmode{c}
#guitar-tuning
"3-(;3;5;5;5;3-);"
% Add a chord to custom-fretboard-table-two
\storePredefinedDiagram #custom-fretboard-table-two
\chordmode{c}
#guitar-tuning
"x;3;5;5;5;o;"
<<
\chords {
c1 | d1 |
c1 | d1 |
c1 | d1 |
}
\new FretBoards {
\chordmode {
\set predefinedDiagramTable = #default-fret-table
c1 | d1 |
\set predefinedDiagramTable = #custom-fretboard-table-one
c1 | d1 |
\set predefinedDiagramTable = #custom-fretboard-table-two
c1 | d1 |
}
}
\new Staff {
\clef "treble_8"
<<
\chordmode {
c1 | d1 |
c1 | d1 |
c1 | d1 |
}
{
s1_\markup "Default table" | s1 |
s1_\markup \column {"New table" "from empty"} | s1 |
s1_\markup \column {"New table" "from default"} | s1 |
}
>>
}
>>
Siehe auch
Notationsreferenz: Angepasste Tabulaturen, Automatische Bund-Diagramme, Überblick über den Akkord-Modus, Die vordefinierten Bund-Diagramme.
Installierte Dateien:
‘ly/predefined-guitar-fretboards.ly’,
‘ly/predefined-guitar-ninth-fretboards.ly’,
‘ly/predefined-ukulele-fretboards.ly’,
‘ly/predefined-mandolin-fretboards.ly’.
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: fret-diagram-interface.
Automatische Bund-Diagramme
Bunddiagramme können automatisch aus notierten Noten erstellt werden.
Hierzu wird der FretBoards-Kontext eingesetzt. Wenn keine
vordefinierten Diagramme für die entsprechenden Noten mit
der aktiven Saitenstimmung (stringTunings) vorhanden sind,
errechnet der Kontext Saiten und Bünde die benutzt werden können,
um die Noten zu spielen.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
f1 g
}
}
\context FretBoards {
<f, c f a c' f'>1
<g,\6 b, d g b g'>1
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<f, c f a c' f'>1
<g, b, d g b' g'>1
}
>>
Da in den Standardeinstellungen keine vordefinierten Diagramme geladen werden, ist die automatische Diagrammerstellung das Standardverhalten. Wenn die vordefinierten Diagramme eingesetzt werden, kann die automatische Berechnung an- und ausgeschaltet werden.
\storePredefinedDiagram #default-fret-table
<c e g c' e'>
#guitar-tuning
#"x;3-1-(;5-2;5-3;5-4;3-1-1-);"
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 c c
}
}
\context FretBoards {
<c e g c' e'>1
\predefinedFretboardsOff
<c e g c' e'>1
\predefinedFretboardsOn
<c e g c' e'>1
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1
<c e g c' e'>1
<c e g c' e'>1
}
>>
Manchmal kann die Berechnungsfunktion für Bunddiagramme kein
passendes Diagramm finden. Das kann oft umgangen werden, indem
man manuell einer Note eine bestimmte Saite zuweist. In vielen
Fällen muss nur eine Note derart gekennzeichnet werden, der
Rest wird dann entsprechend durch den FretBoards-Kontext
behandelt.
Fingersatz kann zu FretBoard-Bunddiagrammen hinzugefügt werden.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
c1 d:m
}
}
\context FretBoards {
<c-3 e-2 g c'-1 e'>1
<d a-2 d'-3 f'-1>1
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<c e g c' e'>1
<d a d' f'>1
}
>>
Der kleinste Bund, der benutzt wird, um Saiten und Bünde im
FretBoard-Kontext zu errechnen, kann mit der
minimumFret-Eigenschaft gesetzt werden.
<<
\context ChordNames {
\chordmode {
d1:m d:m
}
}
\context FretBoards {
<d a d' f'>1
\set FretBoards.minimumFret = #5
<d a d' f'>1
}
\context Staff {
\clef "treble_8"
<d a d' f'>1
<d a d' f'>1
}
>>
Die Saiten und Bünde des FretBoards-Kontextes hängen von
der stringTunings-Eigenschaft ab, die die gleiche Bedeutung
wie im TabStaff-Kontext hat. Siehe auch Angepasste Tabulaturen
zu Information über die stringTuningsEigenschaft.
Die graphische Erscheinung eines Bunddiagrammes kann den
Bedürfnissen angepasst werden, indem Eigenschaften der
fret-diagram-interface-Schnittstelle verändert werden.
Einzelheiten finden sich in
fret-diagram-interface.
Die Schnittstelleneigenschaften eines FretBoards-Diagramms
gehören dem FretBoards.FretBoard-Kontext an.
Vordefinierte Befehle
\predefinedFretboardsOff,
\predefinedFretboardsOn.
Siehe auch
Notationsreferenz: Angepasste Tabulaturen.
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: fret-diagram-interface.
Bekannte Probleme und Warnungen
Automatische Bundberechnung funktioniert nicht richtig für Instrumente mit nicht-monotonischer Stimmung.
Fingersatz der rechten Hand
cindex Fingersatz der rechten Hand, Bundinstrumente
Fingersatz für die rechte Hand p-i-m-a
muss mit \rightHandFinger, gefolgt von einer Zahl, notiert werden.
Achtung: Wenn die Zahl in Scheme-Notation eingegeben wird, muss darauf
geachtet werden, ein Leerzeichen anzuhängen vor dem schließenden > o. Ä.
\clef "treble_8" c4\rightHandFinger #1 e\rightHandFinger #2 g\rightHandFinger #3 c\rightHandFinger #4 <c,\rightHandFinger #1 e\rightHandFinger #2 g\rightHandFinger #3 c\rightHandFinger #4 >1
Zur Erleichterung kann der Befehl \rightHandFinger zu ein paar
Buchstaben abgekürzt werden, etwa RH.
RH=#rightHandFinger
Ausgewählte Schnipsel
Positionierung von Fingersatz der rechten Hand
Man kann die Positionierung von Fingersatz der rechten Hand besser kontrollieren, wenn eine bestimmte Eigenschaft gesetzt wird, wie das folgende Beispiel zeigt:
#(define RH rightHandFinger)
\relative c {
\clef "treble_8"
\set strokeFingerOrientations = #'(up down)
<c-\RH #1 e-\RH #2 g-\RH #3 c-\RH #4 >4
\set strokeFingerOrientations = #'(up right down)
<c-\RH #1 e-\RH #2 g-\RH #3 c-\RH #4 >4
\set strokeFingerOrientations = #'(left)
<c-\RH #1 e-\RH #2 g-\RH #3 c-\RH #4 >2
}
Fingersatz, Saitennummern und Fingersatz für die rechte Hand
Dieses Beispiel kombiniert Fingersatz für die linke Hand, Saitennummern und Fingersatz für die rechte Hand.
#(define RH rightHandFinger)
\relative c {
\clef "treble_8"
<c-3\5-\RH #1 >4
<e-2\4-\RH #2 >4
<g-0\3-\RH #3 >4
<c-1\2-\RH #4 >4
}
Siehe auch
Schnipsel: Fretted strings.
Referenz der Interna: StrokeFinger.
2.4.2 Gitarre
Die meisten der Besonderheiten von Gitarrennotation wurden im allgemeinen Abschnitt behandelt, aber es gibt noch einige, die hier gezeigt werden sollen. Teilweise soll ein Lead-sheet nur die Akkordsymbole und den Gesangstext enthalten. Da LilyPond ein Notensatzprogramm ist, wird es nicht für derartige Projekte empfohlen, die keine eigentliche Notation beinhalten. Anstatt dessen sollte ein Textbearbeitungsprogramm oder ein Satzprogramm wie GuitarTeX (für erfahrende Benutzer) eingesetzt werden.
| Position und Barré anzeigen | ||
| Flageolett und gedämpfte Noten | ||
| Powerakkorde anzeigen |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Gitarre ] | [ Nach oben : Gitarre ] | [ Flageolett und gedämpfte Noten > ] | ||
Position und Barré anzeigen
Das Beispiel zeigt, wie man Griff- und Barréposition notieren kann.
\clef "treble_8" b16 d g b e \textSpannerDown \override TextSpanner.bound-details.left.text = #"XII " g16\startTextSpan b16 e g e b g\stopTextSpan e16 b g d
Siehe auch
Notationsreferenz: Text mit Verbindungslinien.
Schnipsel: Fretted strings, Expressive marks.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Position und Barré anzeigen ] | [ Nach oben : Gitarre ] | [ Powerakkorde anzeigen > ] | ||
Flageolett und gedämpfte Noten
Besondere Notenköpfe können eingesetzt werden, um gedämpfte Noten oder Flageoletttöne anzuzeigen. Flageoletttöne werden normalerweise mit einem Text erklärt.
\relative c' {
\clef "treble_8"
\override Staff.NoteHead.style = #'harmonic-mixed
d^\markup { \italic { \fontsize #-2 { "harm. 12" }}} <g b>1
}
Gedämpfte oder gestoppte Noten werden in normalen und Tabulatur-Systemen unterstützt:
music = \relative c' {
< a\3 \deadNote c\2 a'\1 >4
< b\3 \deadNote d\2 b'\1 >
< c\3 \deadNote e\2 c'\1 >
\deadNotesOn
\tuplet 3/2 { g8 b e }
\deadNotesOff
< a,\3 c\2 e\1 >1
}
\new StaffGroup <<
\new Staff {
\clef "treble_8"
\music
}
\new TabStaff {
\music
}
>>
Eine andere Spieltechnik (insbesondere bei elektrischen Gitarren benutzt) ist palm mute. Hierbei wird die Saite teilweise durch die Handfläche der Schlaghand gedämpft. LilyPond unterstützt die Notation dieser Art von Technik, indem die Notenköpfe der so gedämpften Noten durch Dreiecke ersetzt werden.
\new Voice { % Warning: explicit Voice instantiation is
% required to have palmMuteOff work properly
% when palmMuteOn comes at the beginning of
% the piece.
\relative c, {
\clef "G_8"
\palmMuteOn
e8^\markup { \musicglyph #"noteheads.u2do" = palm mute }
< e b' e > e
\palmMuteOff
e e \palmMute e e e |
e8 \palmMute { e e e } e e e e |
< \palmMute e b' e >8 \palmMute { e e e } < \palmMute e b' e >2
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Besondere Notenköpfe, Notenkopfstile.
Schnipsel: Fretted strings.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Flageolett und gedämpfte Noten ] | [ Nach oben : Gitarre ] | [ Banjo > ] | ||
Powerakkorde anzeigen
Powerakkorde und ihre Symbole können im Akkordmodus oder als Akkordkonstruktionen gesetzt werden:
ChordsAndSymbols = {
\chordmode {
\powerChords
e,,1:1.5
a,,1:1.5.8
\set minimumFret = #8
c,1:1.5
f,1:1.5.8
}
\set minimumFret = #5
<a, e>1
<g d' g'>1
}
\score {
<<
\new ChordNames {
\ChordsAndSymbols
}
\new Staff {
\clef "treble_8"
\ChordsAndSymbols
}
\new TabStaff {
\ChordsAndSymbols
}
>>
}
Powerakkord-Symbole werden automatisch ausgeschaltet, wenn einer der anderen normalen Akkord-Modifikatoren verwendet wird:
mixedChords = \chordmode {
c,1
\powerChords
b,,1:1.5
fis,,1:1.5.8
g,,1:m
}
\score {
<<
\new ChordNames {
\mixedChords
}
\new Staff {
\clef "treble_8"
\mixedChords
}
\new TabStaff {
\mixedChords
}
>>
}
Siehe auch
Glossar: power chord.
Notationsreferenz: Erweiterte und modifizierte Akkorde, Akkordbezeichnungen drucken.
Schnipsel: Fretted strings.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Powerakkorde anzeigen ] | [ Nach oben : Saiteninstrumente mit Bünden ] | [ Banjo-Tabulaturen > ] | ||
2.4.3 Banjo
| Banjo-Tabulaturen |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Banjo ] | [ Nach oben : Banjo ] | [ Schlagzeug > ] | ||
Banjo-Tabulaturen
LilyPond hat grundlegende Unterstützung für fünfsaitige Banjo. Die Banjo-Tabulatur-Funktion sollte zum Notieren von Banjo-Tabulaturen verwendet werden, damit die richtigen Bund-Nummern für die fünfte Saite gesetzt werden:
\new TabStaff <<
\set TabStaff.tablatureFormat = #fret-number-tablature-format-banjo
\set TabStaff.stringTunings = #banjo-open-g-tuning
{
\stemDown
g8 d' g'\5 a b g e d' |
g4 d''8\5 b' a'\2 g'\5 e'\2 d' |
g4
}
>>
Eine Anzahl von üblichen Stimmungen für fünsaitiges Banjo sind in LilyPond
vordefiniert:
banjo-c-tuning (gCGBD), banjo-modal-tuning (gDGCD),
banjo-open-d-tuning (aDF#AD) und banjo-open-dm-tuning
(aDFAD).
Sie können für das viersaitige Banjo angepasst werden,
indem die four-string-banjo-Funktion eingesetzt wird:
\set TabStaff.stringTunings = #(four-string-banjo banjo-c-tuning)
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘ly/string-tunings-init.ly’.
Schnipsel: Fretted strings.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Banjo-Tabulaturen ] | [ Nach oben : Spezielle Notation ] | [ Übliche Notation für Schlagzeug > ] | ||
2.5 Schlagzeug
| 2.5.1 Übliche Notation für Schlagzeug |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Schlagzeug ] | [ Nach oben : Schlagzeug ] | [ Referenz für Schlagzeug > ] | ||
2.5.1 Übliche Notation für Schlagzeug
Rhythmusnotation wird vor allem für Schlaginstrumente eingesetzt, aber hiermit kann auch der Rhythmus einer Melodie dargestellt werden.
| Referenz für Schlagzeug | ||
| Grundlagen der Schlagzeugnotation | ||
| Trommelwirbel | ||
| Schlagzeug mit Tonhöhe | ||
| Schlagzeugsysteme | ||
| Eigene Schlagzeugsysteme | ||
| Geisternoten |
Referenz für Schlagzeug
- Viele Schlagzeugmusik kann auf einem rhythmischen System notiert werden. Das wird gezeigt in Melodierhythmus anzeigen und Neue Notensysteme erstellen.
- MIDI-Ausgabe wird behandelt in Schlagzeug in MIDI.
Siehe auch
Notationsreferenz: Melodierhythmus anzeigen, Neue Notensysteme erstellen. Schlagzeug in MIDI.
Schnipsel: Percussion.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Referenz für Schlagzeug ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Schlagzeug ] | [ Trommelwirbel > ] | ||
Grundlagen der Schlagzeugnotation
Schlagzeug-Noten können im \drummode-Modus notiert werden,
der sich ähnlich verhält wie der Standardmodus für die Noteneingabe.
Am einfachsten kann der \drums-Befehl benutzt werden, der sich
um den richtigen Kontext und Eingabemodus kümmert:
\drums {
hihat4 hh bassdrum bd
}
Das ist die Kurzschreibweise für:
\new DrumStaff {
\drummode {
hihat4 hh bassdrum bd
}
}
Jedes Schlagzeuginstrument hat einen langen Namen und eine Abkürzung, und beide können nebeneinander benutzt werden. Eine Liste der Notenbezeichnungen für Schlagzeug findet sich in Schlagzeugnoten.
Beachten Sie, dass normale Tonhöhen (wie cis4) in einem
DrumStaff-Kontext eine Fehlernachricht erzielen. Schlüssel für
Schlagzeug werden automatisch hinzugefügt, aber sie können auch explizit
gesetzt Werden. Auch andere Schlüssel können benutzt werden.
\drums {
\clef percussion
bd4 bd bd bd
\clef treble
hh4 hh hh hh
}
Es gibt einige Probleme mit der MIDI-Unterstützung für Schlagzeuginstrumente. Details finden sich in Schlagzeug in MIDI.
Siehe auch
Notationsreferenz: Schlagzeug in MIDI, Schlagzeugnoten.
Installierte Dateien: ‘ly/drumpitch-init.ly’.
Schnipsel: Percussion.
Trommelwirbel
Trommelwirbel werden mit drei Balken durch den Notenhals notiert. Für Viertelnoten oder längere Noten werden die drei Balken explizit notiert, Achtel werden mit zwei Balken gezeigt (und der dritte ist der eigentliche Balken), und Trommelwirbel mit kürzeren Werten als Achtelnoten haben einen Balken zusätzlich zu den eigentlichen Balken der Noten. Dieses Verhalten wird mit der Tremolonotation erreicht, wie in Tremolo-Wiederholung gezeigt.
\drums {
\time 2/4
sn16 sn8 sn16 sn8 sn8:32 ~
sn8 sn8 sn4:32 ~
sn4 sn8 sn16 sn16
sn4 r4
}
Benutzung der Stöcke kann angezeigt werden, indem eine Beschriftung
durch "R" oder "L" über oder unter der Note angefügt wird,
Näheres in Richtung und Platzierung. Die staff-padding-Eigenschaft
kann verändert werden, um eine Orientierung an einer gemeinsamen
Linie zu ermöglichen.
\drums {
\repeat unfold 2 {
sn16^"L" sn^"R" sn^"L" sn^"L" sn^"R" sn^"L" sn^"R" sn^"R"
\stemUp
sn16_"L" sn_"R" sn_"L" sn_"L" sn_"R" sn_"L" sn_"R" sn_"R"
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Tremolo-Wiederholung.
Schnipsel: Percussion.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Trommelwirbel ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Schlagzeug ] | [ Schlagzeugsysteme > ] | ||
Schlagzeug mit Tonhöhe
Bestimmte Schlagzeuginstrumente mit Tonhöhe (z. B. Xylophone, vibraphone und Pauken) werden auf normalen Systemen geschrieben. Das wird in anderen Abschnitten des Handbuchs behandelt.
Siehe auch
Notationsreferenz: Schlagzeug in MIDI.
Schnipsel: Percussion.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Schlagzeug mit Tonhöhe ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Schlagzeug ] | [ Eigene Schlagzeugsysteme > ] | ||
Schlagzeugsysteme
Ein Schlagzeug-System besteht üblicherweise aus einem Notensystem
mit mehreren Linien, wobei jede Linie ein bestimmtes Schlagzeug-Instrument
darstellt. Um die Noten darstellen zu können, müssen sie sich innerhalb von
einem DrumStaff- und einem
DrumVoice-Kontext befinden.
up = \drummode {
crashcymbal4 hihat8 halfopenhihat hh hh hh openhihat
}
down = \drummode {
bassdrum4 snare8 bd r bd sn4
}
\new DrumStaff <<
\new DrumVoice { \voiceOne \up }
\new DrumVoice { \voiceTwo \down }
>>
Das Beispiel zeigt ausdrücklich definierte mehrstimmige Notation. Die Kurznotation für mehrstimmige Musik, wie sie im Abschnitt Ich höre Stimmen beschrieben wird, kann auch verwendet werden.
\new DrumStaff <<
\drummode {
bd4 sn4 bd4 sn4
<< {
\repeat unfold 16 hh16
} \\ {
bd4 sn4 bd4 sn4
} >>
}
>>
Es gibt auch weitere Layout-Einstellungen. Um diese zu verwenden,
muss die Eigenschaft drumStyleTable im
DrumVoice-Kontext entsprechend eingestellt werden.
Folgende Variablen sind vordefiniert:
-
drums-style Das ist die Standardeinstellung. Hiermit wird ein typisches Schlagzeug-System auf fünf Notenlinien erstellt.
Die Schlagzeugdefinitionen unterstützen sechs unterschiedliche Tom Toms. Falls eine geringere Anzahl verwendet wird, kann man einfach die Tom Toms auswählen, deren Notation man haben will. Tom Toms auf den drei mittleren Linien werden mit den Bezeichnungen
tommh,tommlundtomfhnotiert.-
timbales-style Hiermit werden Timbale auf zwei Notenlinien gesetzt.
-
congas-style Hiermit werden Congas auf zwei Linien gesetzt.
-
bongos-style Hiermit werden Bongos auf zwei Linien gesetzt.
-
percussion-style Dieser Stil ist für alle einfachen Perkussionsinstrumente auf einer Notenlinie.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Schlagzeugsysteme ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Schlagzeug ] | [ Geisternoten > ] | ||
Eigene Schlagzeugsysteme
Wenn ihnen keine der vordefinierten Stile gefällt, können Sie auch eine eigene Liste der Positionen und Notenköpfe am Anfang ihrer Datei erstellen.
#(define mydrums '(
(bassdrum default #f -1)
(snare default #f 0)
(hihat cross #f 1)
(halfopenhihat cross "halfopen" 1)
(pedalhihat xcircle "stopped" 2)
(lowtom diamond #f 3)))
up = \drummode { hh8 hh hhho hhho hhp4 hhp }
down = \drummode { bd4 sn bd toml8 toml }
\new DrumStaff <<
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
\new DrumVoice { \voiceOne \up }
\new DrumVoice { \voiceTwo \down }
>>
Ausgewählte Schnipsel
Hier einige Beispiele:
Zwei Holzblöcke, notiert mit wbh (hoch) und wbl (tief)
% These lines define the position of the woodblocks in the stave;
% if you like, you can change it or you can use special note heads
% for the woodblocks.
#(define mydrums '((hiwoodblock default #t 3)
(lowoodblock default #t -2)))
woodstaff = {
% This defines a staff with only two lines.
% It also defines the positions of the two lines.
\override Staff.StaffSymbol.line-positions = #'(-2 3)
% This is necessary; if not entered, the barline would be too short!
\override Staff.BarLine.bar-extent = #'(-1.5 . 1.5)
}
\new DrumStaff {
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
% with this you load your new drum style table
\woodstaff
\drummode {
\time 2/4
wbl8 wbl16 wbl wbh8-> wbl |
wbl8 wbl16 wbh-> ~ wbh wbl16 r8 |
}
}
In diesem Spezialfalls muss die Länge der Taktlinie mit
\override Staff.BarLine.bar-extent #'(von . bis) angepasst werden.
Andernfalls wäre sie zu kurz. Die Position der beiden Linien muss
auch definiert werden.
Tamburin, notiert mit tamb:
#(define mydrums '((tambourine default #t 0)))
tambustaff = {
\override Staff.StaffSymbol.line-positions = #'( 0 )
\override Staff.BarLine.bar-extent = #'(-1.5 . 1.5)
\set DrumStaff.instrumentName = #"Tambourine"
}
\new DrumStaff {
\tambustaff
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
\drummode {
\time 6/8
tamb8. tamb16 tamb8 tamb tamb tamb |
tamb4. tamb8 tamb tamb |
% the trick with the scaled duration and the shorter rest
% is neccessary for the correct ending of the trill-span!
tamb2.*5/6 \startTrillSpan s8 \stopTrillSpan |
}
}
Noten für Tam-Tam (notiert mit tt):
#(define mydrums '((tamtam default #t 0)))
tamtamstaff = {
\override Staff.StaffSymbol.line-positions = #'( 0 )
\override Staff.BarLine.bar-extent = #'(-1.5 . 1.5)
\set DrumStaff.instrumentName = #"Tamtam"
}
\new DrumStaff {
\tamtamstaff
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
\drummode {
tt 1 \pp \laissezVibrer
}
}
Zwei Glocken, notiert mit cb (Kuhglocke) und rb
(Reiterglocke)
#(define mydrums '((ridebell default #t 3)
(cowbell default #t -2)))
bellstaff = {
\override DrumStaff.StaffSymbol.line-positions = #'(-2 3)
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
\override Staff.BarLine.bar-extent = #'(-1.5 . 1.5)
\set DrumStaff.instrumentName = #"Different Bells"
}
\new DrumStaff {
\bellstaff
\drummode {
\time 2/4
rb8 rb cb cb16 rb-> ~ |
rb16 rb8 rb16 cb8 cb |
}
}
Hier ein kurzes Beispiel von Stravinsky (aus „L’histoire du Soldat“):
#(define mydrums '((bassdrum default #t 4)
(snare default #t -4)
(tambourine default #t 0)))
global = {
\time 3/8 s4.
\time 2/4 s2*2
\time 3/8 s4.
\time 2/4 s2
}
drumsA = {
\context DrumVoice <<
{ \global }
{ \drummode {
\autoBeamOff
\stemDown sn8 \stemUp tamb s8 |
sn4 \stemDown sn4 |
\stemUp tamb8 \stemDown sn8 \stemUp sn16 \stemDown sn \stemUp sn8 |
\stemDown sn8 \stemUp tamb s8 |
\stemUp sn4 s8 \stemUp tamb
}
}
>>
}
drumsB = {
\drummode {
s4 bd8 s2*2 s4 bd8 s4 bd8 s8
}
}
\layout {
indent = #40
}
\score {
\new StaffGroup <<
\new DrumStaff {
\set DrumStaff.instrumentName = \markup {
\column {
"Tambourine"
"et"
"caisse claire s. timbre"
}
}
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
\drumsA
}
\new DrumStaff {
\set DrumStaff.instrumentName = #"Grosse Caisse"
\set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
\drumsB }
>>
}
Siehe auch
Schnipsel: Percussion.
Referenz der Interna: DrumStaff, DrumVoice.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Eigene Schlagzeugsysteme ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Schlagzeug ] | [ Blasinstrumente > ] | ||
Geisternoten
Geisternoten für Schlagzeug und Perkussion können mit dem
Klammer- (\parenthesize)-Befehl, beschrieben in Klammern,
erstellt werden. Im Standard-\drummode-Modus ist aber
das Parenthesis_engraver-Plugin nicht automatisch enthalten.
\new DrumStaff \with {
\consists "Parenthesis_engraver"
}
<<
\context DrumVoice = "1" { s1 }
\context DrumVoice = "2" { s1 }
\drummode {
<<
{
hh8[ hh] <hh sn> hh16
< \parenthesize sn > hh
< \parenthesize sn > hh8 <hh sn> hh
} \\
{
bd4 r4 bd8 bd r8 bd
}
>>
}
>>
Um jede Klammer-Definition (\parenthesize) müssen
zusätzlich die spitzen
Klammern für Akkorde (< >) gesetzt werden.
Siehe auch
Schnipsel: Percussion.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Geisternoten ] | [ Nach oben : Spezielle Notation ] | [ Übliche Notation für Bläser > ] | ||
2.6 Blasinstrumente
Dieser Abschnitt beinhaltet einige Notationselemente, die bei der Notation von Blasinstrumenten auftreten.
| 2.6.1 Übliche Notation für Bläser | ||
| 2.6.2 Dudelsack | ||
| 2.6.3 Holzbläser |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Blasinstrumente ] | [ Nach oben : Blasinstrumente ] | [ Referenz für Blasinstrumente > ] | ||
2.6.1 Übliche Notation für Bläser
Dieser Abschnitt erklärt Notation, die für die meisten Blasinstrumente gültig sind.
| Referenz für Blasinstrumente | ||
| Fingersatz |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Übliche Notation für Bläser ] | [ Nach oben : Übliche Notation für Bläser ] | [ Fingersatz > ] | ||
Referenz für Blasinstrumente
Viele Besonderheiten der Blasinstrumentenotation haben mit Atmung und Spielart zu tun:
- Atmung kann durch Pausen oder mit Atemzeichen angezeigt werden,, siehe Atemzeichen.
- Legato kann durch Legatobögen angezeigt werden, siehe Legatobögen.
- Unterschiedliche Artikulationen, Legato, Portato, Staccato, werden normalerweise mit Artikulationszeichen angemerkt, teilweise auch in Verbindung mit Legatobögen, siehe Artikulationszeichen und Verzierungen und Liste der Artikulationszeichen.
- Flatterzunge wird angezeigt, indem ein Tremolozeichen und eine Anmerkung für die entsprechende Note gesetzt wird. Siehe Tremolo-Wiederholung.
Es gibt auch noch weitere Aspekte der Notation, die für Blasinstrumente relevant sein können:
- Viele Instrumente sind transponierend, siehe Transposition von Instrumenten.
- Das Zug-Glissando ist charakteristisch für die Posaune, aber auch andere Instrumente können Glissandos ausführen. Siehe Glissando.
- Obertonreihenglissandi, die auf allen Blechblasinstrumenten möglich, aber besonders üblich für das Waldhorn sind, werden üblicherweise mit Verzierungsnoten geschrieben. Siehe Verzierungen.
- Tonhöhenschwankungen am Ende eines Tons werden gezeigt in Glissando zu unbestimmter Tonhöhe.
- Ventil- oder Klappenschläge werden oft als Kreuznoten dargestellt, siehe Besondere Notenköpfe.
- Holzbläser können tiefe Noten überblasen. Derartige Noten
werden als
flageolet-Artikulation notiert. Siehe Liste der Artikulationszeichen. - Die Benutzung von Dämpfern für Blechblasinstrumente wird meistens
durch Text gefordert, aber bei schnellem Wechsel bietet es sich an,
die Artikulationszeichen
stoppedundopenzu benutzen. Siehe Artikulationszeichen und Verzierungen und Liste der Artikulationszeichen. - Gestopfte Hörner werden mit dem
stopped-Artikulationszeichen notiert. Siehe Artikulationszeichen und Verzierungen.
Ausgewählte Schnipsel
\flageolet-Zeichen verkleinern
Um den \flageolet-Kreis kleiner zu machen, kann diese
Scheme-Funktion eingesetzt werden.
smallFlageolet =
#(let ((m (make-articulation "flageolet")))
(set! (ly:music-property m 'tweaks)
(acons 'font-size -3
(ly:music-property m 'tweaks)))
m)
\layout { ragged-right = ##f }
\relative c'' {
d4^\flageolet_\markup { default size } d_\flageolet
c4^\smallFlageolet_\markup { smaller } c_\smallFlageolet
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Atemzeichen, Legatobögen, Artikulationszeichen und Verzierungen, Liste der Artikulationszeichen, Tremolo-Wiederholung, Transposition von Instrumenten, Glissando, Verzierungen, Glissando zu unbestimmter Tonhöhe, Besondere Notenköpfe,
Schnipsel: Winds.
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Fingersatz
Alle Blasinstrumente außer der Posaune benötigen mehrere Finger, um verschiedene Tonhöhen zu produzieren. Einige Fingersatzbeispiele zeigen die Schnipsel unten.
Diagramme für Holzbläser können erstellt werden nach den Anweisungen in Holzbläserdiagramme.
Ausgewählte Schnipsel
Fingering symbols for wind instruments
Special symbols can be achieved by combining existing glyphs, which is useful for wind instruments.
centermarkup = {
\once \override TextScript.self-alignment-X = #CENTER
\once \override TextScript.X-offset =#(ly:make-simple-closure
`(,+
,(ly:make-simple-closure (list
ly:self-alignment-interface::centered-on-x-parent))
,(ly:make-simple-closure (list
ly:self-alignment-interface::x-aligned-on-self))))
}
\score
{\relative c'
{
g\open
\once \override TextScript.staff-padding = #-1.0 \centermarkup
g^\markup{\combine \musicglyph #"scripts.open" \musicglyph
#"scripts.tenuto"}
\centermarkup g^\markup{\combine \musicglyph #"scripts.open"
\musicglyph #"scripts.stopped"}
g\stopped
}
}
Recorder fingering chart
The following example demonstrates how fingering charts for wind instruments can be realized.
% range chart for paetzold contrabass recorder
centermarkup = {
\once \override TextScript.self-alignment-X = #CENTER
\once \override TextScript.X-offset =#(ly:make-simple-closure
`(,+
,(ly:make-simple-closure (list
ly:self-alignment-interface::centered-on-x-parent))
,(ly:make-simple-closure (list
ly:self-alignment-interface::x-aligned-on-self))))
}
\score {
\new Staff \with {
\remove "Time_signature_engraver"
\omit Stem
\omit Flag
\consists "Horizontal_bracket_engraver"
}
{
\clef bass
\set Score.timing = ##f
f,1*1/4 \glissando
\clef violin
gis'1*1/4
\stemDown a'4^\markup{1)}
\centermarkup
\once \override TextScript.padding = #2
bes'1*1/4_\markup{\override #'(baseline-skip . 1.7) \column
{ \fontsize #-5 \slashed-digit #0 \finger 1 \finger 2 \finger 3 \finger 4
\finger 5 \finger 6 \finger 7} }
b'1*1/4
c''4^\markup{1)}
\centermarkup
\once \override TextScript.padding = #2
cis''1*1/4
deh''1*1/4
\centermarkup
\once \override TextScript.padding = #2
\once \override Staff.HorizontalBracket.direction = #UP
e''1*1/4_\markup{\override #'(baseline-skip . 1.7) \column
{ \fontsize #-5 \slashed-digit #0 \finger 1 \finger 2 \finger 4
\finger 5} }\startGroup
f''1*1/4^\markup{2)}\stopGroup
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Holzbläserdiagramme.
Snippets: Winds.
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2.6.2 Dudelsack
Dieser Abschnitt beinhaltet die Notation von Dudelsackmusik.
| Dudelsack-Definitionen | ||
| Dudelsack-Beispiele |
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| [ < Dudelsack ] | [ Nach oben : Dudelsack ] | [ Dudelsack-Beispiele > ] | ||
Dudelsack-Definitionen
LilyPond besitzt spezielle Definitionen, mit der die Musik des schottischen Hochland-Dudelsacks notiert wird. Um sie zu benutzen, muss
\include "bagpipe.ly"
am Anfang der LilyPond-Quelldatei eingefügt werden. Hierdurch
können dann bestimmte Verzierungsnoten, die für die Dudelsackmusik
üblich sind, mit kurzen Befehlen eingefügt werden. So reicht etwa der
Befehl \taor, anstatt
\grace { \small G32[ d G e] }
zu schreiben.
‘bagpipe.ly’ enthält außerdem Definitionen für Tonhöhen von
Dudelsacknoten in bestimmten Oktaven, so dass man sich nicht mehr um
\relative oder \transpose kümmern muss.
\include "bagpipe.ly"
{ \grg G4 \grg a \grg b \grg c \grg d \grg e \grg f \grA g A }
Musik für den Dudelsack wird in D-Dur
geschrieben (auch wenn das eigentlich nicht stimmt). Weil
das aber die einzige Tonart ist, die benutzt werden kann, werden
die Vorzeichen meistens nicht geschrieben. Damit das funktioniert,
müssen die Noten immer mit \hideKeySignature beginnen.
Wenn die Vorzeichen hingegen angezeigt werden sollen, kann das
mithilfe des Befehls \showKeySignature vorgenommen werden.
Einige moderne Dudelsacknoten benutzen halbe Finger auf c und f, um
diese Noten zu erniedrigen. Das kann angezeigt werden mit cflat
bzw. fflat. Gleicherweise kann das piobaireachd hohe g als
gflat geschrieben werden, wenn es in leichter Musik vorkommt.
Siehe auch
Schnipsel: Winds.
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Dudelsack-Beispiele
So sieht die bekannte Melodie Amazing Grace aus, wenn man sie für Dudelsack notiert.
\include "bagpipe.ly"
\layout {
indent = 0.0\cm
\context { \Score \remove "Bar_number_engraver" }
}
\header {
title = "Amazing Grace"
meter = "Hymn"
arranger = "Trad. arr."
}
{
\hideKeySignature
\time 3/4
\grg \partial 4 a8. d16
\slurd d2 \grg f8[ e32 d16.]
\grg f2 \grg f8 e
\thrwd d2 \grg b4
\grG a2 \grg a8. d16
\slurd d2 \grg f8[ e32 d16.]
\grg f2 \grg e8. f16
\dblA A2 \grg A4
\grg A2 f8. A16
\grg A2 \hdblf f8[ e32 d16.]
\grg f2 \grg f8 e
\thrwd d2 \grg b4
\grG a2 \grg a8. d16
\slurd d2 \grg f8[ e32 d16.]
\grg f2 e4
\thrwd d2.
\slurd d2
\bar "|."
}
Siehe auch
Schnipsel: Winds.
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2.6.3 Holzbläser
Dieser Abschnitt zeigt Notation, die spezifisch für Holzbläser ist.
| 2.6.3.1 Holzbläserdiagramme |
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| [ < Holzbläser ] | [ Nach oben : Holzbläser ] | [ Notation von Akkorden > ] | ||
2.6.3.1 Holzbläserdiagramme
Holzbläserdiagramme können benutzt werden, um die Griffe für eine bestimmte Note darzustellen. Diagramme gibt es für folgende Instrumente:
- Piccolo
- Flöte
- Oboe
- Clarinette
- BassClarinette
- Saxophon
- Fagott
- Kontrafagott
Holzbläserdiagramme werden als Beschriftung erstellt:
c1^\markup {
\woodwind-diagram #'piccolo #'((lh . (gis))
(cc . (one three))
(rh . (ees)))
}
Löcher können offen, halboffen, Ring oder geschlossen sein:
\textLengthOn
c1^\markup {
\center-column {
"Ein Viertel"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (one1q))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"Eineinhalb"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (one1h))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"Drei Viertel"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (one3q))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"Ring"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (oneR))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"ganz"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (oneF two))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
Triller werden als schattierte Löcher in den Diagrammen angezeigt:
c1^\markup {
\woodwind-diagram #'bass-clarinet
#'((cc . (threeT four))
(lh . ())
(rh . (b fis)))
}
Eine Vielzahl von Trillern ist möglich:
\textLengthOn
c1^\markup {
\center-column {
"ein Viertel zu Ring"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (one1qTR))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"Ring zu geschlossen"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (oneTR))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"Ring zu geöffnet"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (oneRT))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"geöffnet zu geschlossen"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (oneT))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
c1^\markup {
\center-column {
"ein Viertel zu drei Viertel"
\woodwind-diagram #'flute #'((cc . (one1qT3q))
(lh . ())
(rh . ()))
}
}
Die Liste aller möglichen Löcher und Einstellungen eines bestimmten
Instruments kann auf der Kommandozeile mit dem Befehl
#(print-keys-verbose 'flute) oder in einer Log-Datei
mit #(print-keys-verbose 'flute (current-error-port))
angezeigt werden; durch diese Befehle wird der Notensatz nicht
verändert.
Neue Diagramme können erstellt werden, hierzu benötigt man jedoch Scheme-Kenntnisse. Die Muster für die Diagramme befinden sich in den Dateien ‘scm/define-woodwind-diagrams.scm’ und ‘scm/display-woodwind-diagrams.scm’.
Ausgewählte Schnipsel
Liste der Holzbläserdiagramme
Folgende Noten zeige alle Holzbläserdiagramme, die für LilyPond definiert sind.
\relative c' {
\textLengthOn
c1^
\markup {
\center-column {
'tin-whistle
" "
\woodwind-diagram
#'tin-whistle
#'()
}
}
c1^
\markup {
\center-column {
'piccolo
" "
\woodwind-diagram
#'piccolo
#'()
}
}
c1^
\markup {
\center-column {
'flute
" "
\woodwind-diagram
#'flute
#'()
}
}
c1^\markup {
\center-column {
'oboe
" "
\woodwind-diagram
#'oboe
#'()
}
}
c1^\markup {
\center-column {
'clarinet
" "
\woodwind-diagram
#'clarinet
#'()
}
}
c1^\markup {
\center-column {
'bass-clarinet
" "
\woodwind-diagram
#'bass-clarinet
#'()
}
}
c1^\markup {
\center-column {
'saxophone
" "
\woodwind-diagram
#'saxophone
#'()
}
}
c1^\markup {
\center-column {
'bassoon
" "
\woodwind-diagram
#'bassoon
#'()
}
}
c1^\markup {
\center-column {
'contrabassoon
" "
\woodwind-diagram
#'contrabassoon
#'()
}
}
}
Graphische und Text-Holzbläserdiagramme
In vielen Fällen können die nicht in der mittleren Reihe befindlichen Löcher dargestellt werden, indem man die Lochbezeichnung oder graphische Zeichen benutzt.
\relative c'' {
\textLengthOn
c1^\markup
\woodwind-diagram
#'piccolo
#'((cc . (one three))
(lh . (gis))
(rh . (ees)))
c^\markup
\override #'(graphical . #f) {
\woodwind-diagram
#'piccolo
#'((cc . (one three))
(lh . (gis))
(rh . (ees)))
}
}
Größe von Holzbläserdiagrammen ändern
Die Größe und Dicke der Holzbläserdiagramme kann geändert werden.
\relative c'' {
\textLengthOn
c1^\markup
\woodwind-diagram
#'piccolo
#'()
c^\markup
\override #'(size . 1.5) {
\woodwind-diagram
#'piccolo
#'()
}
c^\markup
\override #'(thickness . 0.15) {
\woodwind-diagram
#'piccolo
#'()
}
}
Liste der Löcher für Holzbläserdiagramme
Dieses Schnipsel erzeugt eine Liste aller möglichen Löcher und Locheinstellungen
für Holzbläserdiagramme, wie sie in der Datei
‘scm/define-woodwind-diagrams.scm’ definiert sind. Die Liste wird
in der Log-Datei angezeigt, nicht in den Noten. Wenn Ausgabe auf der Kommandozeile
gewünscht ist, muss (current-error-port) von den Befehlen weggelassen
werden.
#(print-keys-verbose 'piccolo (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'flute (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'flute-b-extension (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'tin-whistle (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'oboe (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'clarinet (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'bass-clarinet (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'low-bass-clarinet (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'saxophone (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'soprano-saxophone (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'alto-saxophone (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'tenor-saxophone (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'baritone-saxophone (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'bassoon (current-error-port)) #(print-keys-verbose 'contrabassoon (current-error-port))
Siehe auch
Installierte Dateien:
‘scm/define-woodwind-diagrams.scm’,
‘scm/display-woodwind-diagrams.scm’.
Schnipsel: Winds.
Referenz der Interna: TextScript, instrument-specific-markup-interface.
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2.7 Notation von Akkorden
Akkorde können entweder als normale Noten oder im Akkordmodus notiert werden; bei letztere Eingabemethode können unterschiedliche europäische Akkordbezeichnungsstile eingesetzt werden. Akkordbezeichnungen und Generalbass können auch angezeigt werden.
| 2.7.1 Akkord-Modus | ||
| 2.7.2 Akkorde anzeigen | ||
| 2.7.3 Generalbass |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Notation von Akkorden ] | [ Nach oben : Notation von Akkorden ] | [ Überblick über den Akkord-Modus > ] | ||
2.7.1 Akkord-Modus
Im Akkordmodus (engl. „chord“) werden Akkorde anhand von einem Symbol der erwünschten Akkordstruktur notiert, anstatt dass die einzelnen Tonhöhen ausgeschrieben werden.
| Überblick über den Akkord-Modus | ||
| Übliche Akkorde | ||
| Erweiterte und modifizierte Akkorde |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Akkord-Modus ] | [ Nach oben : Akkord-Modus ] | [ Übliche Akkorde > ] | ||
Überblick über den Akkord-Modus
Akkorde können als simultane Noten eingegeben werden, wie gezeigt in Noten mit Akkorden.
Akkorde können aber auch im Akkordmodus notiert werden. Das ist ein Eingabemodus, der sich an Akkordstrukturen traditioneller europäischer Musik und nicht an bestimmten einzelnen Tonhöhen orientiert. Er bietet sich an, wenn man es gewohnt ist, Akkordsymbole zur Beschreibung von Akkorden zu benutzen. Mehr Information zu unterschiedlichen Eingabemethoden findet sich in Eingabe-Modi.
\chordmode { c1 g a g c }
Akkorde, die im Akkordmodus eingegeben werden, sind musikalische
Elemente und können genauso wie Akkorde im Notenmodus
transponiert werden. \chordmode ist absolut, und deshalb
hat \relative keine Auswirkung auf die \chordmode-Abschnitte.
Im Akkord-Modus ist jedoch die absolute Tonhöhe eine Oktave höher
als im Notationsmodus.
Akkordmodus und Notenmodus können gemischt verwendet werden:
<c e g>2 <g b d>
\chordmode { c2 f }
<c e g>2 <g' b d>
\chordmode { f2 g }
Siehe auch
Glossar: chord.
Notationsreferenz: Noten mit Akkorden, Eingabe-Modi.
Schnipsel: Chords.
Bekannte Probleme und Warnungen
Vordefinierte Abkürzung für Artikulationen und Ornamente können mit Noten im Akkordmodus nicht benutzt werden, siehe auch Artikulationszeichen und Verzierungen.
Wenn Akkord- und Notenmodus in linearer Musik abwechseln eingesetzt werden und der Akkordmodus am Anfang steht, erstellt der Notenmodus ein neues Notensystem:
\chordmode { c2 f }
<c e g>2 <g' b d>
Um dieses Verhalten zu verhindert, muss der Staff-Kontext
explizit aufgerufen werden:
\new Staff {
\chordmode { c2 f }
<c e g>2 <g' b d>
}
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Übliche Akkorde
Ein Dreiklang wird mit seinem Grundton mit einer möglichen Dauer dahinter notiert:
\chordmode { c2 f4 g }
Moll- übermäßige und verminderte Dreiklänge werden notiert, indem
: und ein Modifikator hinter der Dauer angegeben wird:
\chordmode { c2:m f4:aug g:dim }
Septakkorde können erstellt werden:
\chordmode { c1:7 c:m7 c:maj7 c:dim7 c:aug7 }
Diese Tabelle zeigt die Funktion der Modifikatoren von Dreiklängen und Septakkorden. Die siebte Stufe wird standardmäßig als kleine Septime realisiert, sodass der Dominantseptakkord die Grundform des Septakkordes darstellt. Alle Alterationen sind relativ zur Dominantsept. Eine vollständigere Tabelle findet sich in Übliche Akkord-Variablen.
| Modifikator | Funktion | Beispiel |
| Kein | Standard: erzeugt einen Durdreiklang. | |
| m, m7 | Mollakkord: Dieser Modifikator erniedrigt die dritte Stufe. | |
| dim, dim7 | Verminderter Akkord: Dieser Modifikator erniedrigt die dritte, fünfte und (wenn vorhanden) die siebte Stufe. | |
| aug | Übermäßiger Akkord: Dieser Modifikator erhöht die fünfte Stufe. | |
| maj, maj7 | Großer Septakkord: Dieser Modifikator fügt eine erhöhte siebe
Stufe hinzu. 7 nach dem maj ist optional. NICHT
benutzen, um einen Durdreiklang zu notieren. |
Siehe auch
Notationsreferenz: Übliche Akkord-Variablen, Erweiterte und modifizierte Akkorde.
Schnipsel: Chords.
Bekannte Probleme und Warnungen
Nur ein Qualitätsmodifikator sollte pro Akkord benutzt werden, meistens für die höchste Stufe des Akkordes. Akkorde mit weiteren Qualitätsmodifikatoren werden ohne Warnung oder Fehlermeldung gelesen, aber das Ergebnis ist nicht vorhersagbar. Akkorde, die nicht mit einem einzigen Qualitätsmodifikator erreicht werden können, sollten mit einzelnen Tonhöhen alteriert werden, wie beschrieben in Erweiterte und modifizierte Akkorde.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Übliche Akkorde ] | [ Nach oben : Akkord-Modus ] | [ Akkorde anzeigen > ] | ||
Erweiterte und modifizierte Akkorde
Akkordstrukturen können im Akkordmodus beliebig komplex konstruiert werden. Die Modifikatoren können benutzt werden, um den Akkord zu erweitern, bestimmte Stufen hinzuzufügen oder zu entfernen, Stufen zu erhöhen oder zu erniedrigen und Bassnoten hinzuzufügen bzw. Umkehrungen zu erzeugen.
Die erste Zahl, die auf den Doppelpunkt folgt, wird als „Bereich“ des Akkordes interpretiert: Terzen werden auf dem Grundton gestapelt, bis die angegebene Zahl (=Tonstufe) erreicht ist. Die siebte Stufe, die zu einem Akkord hinzugefügt wird, ist die kleine Septime, nicht die große. Wenn der Bereich keine Terz ist (also etwa 6), dann werden Terzen bis zur höchst möglichen Terz unter dem Bereich gestapelt, und der Endton des Bereichs wird hinzugefügt. Der größtmögliche Wert ist 13. Jeder größere Werte wird als 13 interpretiert.
\chordmode {
c1:2 c:3 c:4 c:5
c1:6 c:7 c:8 c:9
c1:10 c:11 c:12 c:13
c1:14
}
Sowohl c:5 als auch c erzeugen einen D-Dur-Dreiklang.
Da eine unveränderte 11 nicht gut klingt, wenn sie mit einer
unveränderten 13 zusammenklingt, wird die 11 von einem :13-Akkord
entfernt (es sei denn sie wird explizit verlangt).
\chordmode {
c1:13 c:13.11 c:m13
}
Kompliziertere Akkorde können auch konstruiert werden, indem einzelne Intervalle zu dem Grundton addiert werden. Diese Additionen werden nach dem Bereich notiert und mit Punkten voneinander getrennt. Die normale Septime, die zu einem Akkord hinzugefügt wird, ist die kleine Septime, nicht die große.
\chordmode {
c1:5.6 c:3.7.8 c:3.6.13
}
Hinzugefügte Stufen können beliebig groß sein:
\chordmode {
c4:5.15 c:5.20 c:5.25 c:5.30
}
Einzelne Stufen können mit - oder + vergrößert
oder verkleinert werden. Um eine Stufe zu verändert, die automatisch
in den Akkord aufgenommen wurde, kann sie in veränderter Form
nach dem Bereich hinzugefügt werden.
\chordmode {
c1:7+ c:5+.3- c:3-.5-.7-
}
Zu entfernende Töne werden mit der gleichen Methode notiert,
allerdings mit einem Dach (^) vor der Sequenz, die
nicht erscheinen soll. Sie müssen nach den zu addierenden
Tönen notiert werden. Die einzelnen zu entfernenden Töne werden
mit Punkten getrennt.
\chordmode {
c1^3 c:7^5 c:9^3 c:9^3.5 c:13.11^3.7
}
Sekund- und Quartakkorde können mit dem Modifikator sus
notiert werden. Hiermit wird die dritte Stufe aus dem Akkord
entfernt. Mit einer anschließenden 2 wird die zweite, mit
einer 4 die vierte Stufe hinzugefügt. sus entspricht
^3 und sus4 ist gleich .4^3.
\chordmode {
c1:sus c:sus2 c:sus4 c:5.4^3
}
Eine Umkehrung (ein Ton des Akkordes wird unter den Grundton gesetzt)
sowie auch zusätzliche Bassnoten können mit dem Schrägstrich (/) markiert
werden:
\chordmode {
c1 c/g c/f
}
Eine Bassnote, die zum Akkord hinzugehört, kann hinzugefügt werden, anstatt dass sie aus dem Akkord entnommen wird, indem noch ein Plus zwischen den Schrägstrich und die Tonhöhe gesetzt wird:
\chordmode {
c1 c/g c/+g
}
Akkordmodifikatoren, die benutzt werden können, um eine große Anzahl an Standardakkorden zu erzeugen, werden gezeigt in Übliche Akkord-Variablen.
Siehe auch
Notationsreferenz: Übliche Akkord-Variablen.
Schnipsel: Chords.
Bekannte Probleme und Warnungen
Jede Stufe kann nur einmal in einem Akkord vorkommen.
Im folgenden Beispiel wird ein erweiterter Akkord erstellt,
weil 5+ zuletzt gelesen wird.
\chordmode { c1:5.5-.5+ }
Nur die zweite Umkehrung kann erstellt werden, indem eine Bassnote hinzugefügt wird. Die erste Umkehrung erfordert, dass der Grundton des Akkordes geändert wird.
\chordmode {
c'1: c':/g e:6-3-^5 e:m6-^5
}
2.7.2 Akkorde anzeigen
Akkorde können zusätzlich zur üblichen Notation als Töne auf einem Notensystem auch mit einem Akkordsymbol gesetzt werden.
| Akkordbezeichnungen drucken | ||
| Akkordbezeichnungen anpassen |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Akkorde anzeigen ] | [ Nach oben : Akkorde anzeigen ] | [ Akkordbezeichnungen anpassen > ] | ||
Akkordbezeichnungen drucken
Akkordsymbole anstelle der Noten werde im ChordNames-Kontext
notiert.
\new ChordNames {
\chordmode {
c2 f4. g8
}
}
Die Akkorde können entweder als simultane Noten oder unter Einsatz
des Akkordmodus (chordmode) notiert werden. Der angezeigte
Akkord ist der gleiche, es sei denn, Umkehrungen oder zusätzliche
Basstöne werden notiert:
<<
\new ChordNames {
<c e g>2 <f bes c>
<f c' e g>1
\chordmode {
c2 f:sus4 c1:/f
}
}
{
<c e g>2 <f bes c>
<f, c' e g>1
\chordmode {
c2 f:sus4 c1:/f
}
}
>>
Pausen, die in einem ChordNames-Kontext notiert werden, werden
mit der noChordSymbol-Beschriftung darstellt.
<<
\new ChordNames \chordmode {
c1
r1
g1
c1
}
\chordmode {
c1
r1
g1
c1
}
>>
\chords { ... } ist eine Kurznotation für die Bezeichnung
\new ChordNames { \chordmode { ... } }.
\chords {
c2 f4.:m g8:maj7
}
\new ChordNames {
\chordmode {
c2 f4.:m g8:maj7
}
}
Ausgewählte Schnipsel
Akkordsymbole bei Wechsel anzeigen
Akkordsymbole können so eingestellt werden, dass sie nur zu Beginn der Zeile und bei Akkordwechseln angezeigt werden.
harmonies = \chordmode {
c1:m c:m \break c:m c:m d
}
<<
\new ChordNames {
\set chordChanges = ##t
\harmonies
}
\new Staff {
\relative c' { \harmonies }
}
>>
Ein einfaches Liedblatt
Ein Liedblatt besteht aus Akkordbezeichnungen, einer Melodie und dem Liedtext:
<<
\chords { c2 g:sus4 f e }
\relative c'' {
a4 e c8 e r4
b2 c4( d)
}
\addlyrics { One day this shall be free __ }
>>
Siehe auch
Glossar: chord.
Notationsreferenz: Musik parallel notieren.
Schnipsel: Chords.
Referenz der Interna: ChordNames, ChordName, Chord_name_engraver, Volta_engraver, Bar_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Akkorde, die Umkehrungen oder zusätzliche Basstöne beinhalten, werden nicht richtig bezeichnet, wenn sie im Notenmodus notiert werden.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Akkordbezeichnungen drucken ] | [ Nach oben : Akkorde anzeigen ] | [ Generalbass > ] | ||
Akkordbezeichnungen anpassen
Es gibt kein allein gültiges System zur Benennung von Akkorden. Unterschiedliche Musiktraditionen benutzen unterschiedliche Bezeichnungen für die gleichen Akkorde. Es gibt zusätzlich auch unterschiedliche Symbole, die für den gleichen Akkord angezeigt werden können. Die Bezeichnungen und dargestellten Symbole können angepasst werden.
Die Standardeinstellungen für die Symbole entsprechen den Konventionen im Jazz, wie sie von Klaus Ignatzek (siehe Literatur). vorgeschlagen wurden. Das Benennungssystem für die Akkorde kann verändert werden, wie weiter unten gezeigt wird. Ein alternatives Notationssystem für Jazzakkorde ist auch erhältlich. Die Ignatzek und die alternative Jazznotation finden sich in der Tabelle in Liste der Akkordbezeichnungen.
Zusätzlich zu den unterschiedlichen Bezeichnungssystemen werden
unterschiedliche Notenbezeichnungen für die Grundtöne.
Die vordefinierten Befehle \germanChords,
\semiGermanChords, \italianChords und \frenchChords
setzen diese Variablen. Die Auswirkungen werden im nächsten Beispiel
gezeigt.
Deutsche Liederbücher zeigen Mollakkorde oft durch die Verwendung von
Kleinbuchstaben an, ohne die Endung m. Dieses Verhalten kann
erreicht werden, indem man die chordNameLowercaseMinor-Eigenschaft
setzt:
\chords {
\set chordNameLowercaseMinor = ##t
c2 d:m e:m f
}
Wenn keine der definierten Einstellungen zum gewünschten Ergebnis führt, kann die Anzeige des Akkordsymbols durch die folgenden Eigenschaften verändert werden:
-
chordRootNamer -
Das Akkordsymbol wird normalerweise als Buchstabe des Grundtons mit optionaler Alteration dargestellt. Die Interpretation einer Tonhöhe als Buchstabe wird von der
chordRootNamer-Funktion übernommen. Besondere Bezeichnungen, wie etwa im Deutschen H für einen H-Dur-Akkord (und nicht „B“ wie im Englischen), können durch Hinzufügen einer neuen Funktion zu dieser Eigenschaft erstellt werden. -
majorSevenSymbol -
Mit dieser Eigenschaft wird das Aussehen der Notation für die große Septime (7) bestimmt. Vordefiniert sind die Optionen
whiteTriangleMarkupundblackTriangleMarkup. -
additionalPitchPrefix -
Wenn die Akkordbezeichnung zusätzliche Tonhöhen enthält, können sie optional mit einer Textvorsilbe versehen werden. Als Standard ist keine Vorsilbe eingestellt, sodass die visuelle Einfachheit gewahrt bleibt, aber für eine kleine Anzahl zusätzlicher Töne kann diese Option effektiv sein.
\new ChordNames { <c e g d'> % add9 \set additionalPitchPrefix = #"add" <c e g d'> % add9 } -
chordNoteNamer -
Wenn das Akkordsymbol zusätzliche Tonhöhen enthält, die nicht den Grundton darstellen (etwa eine zusätzliche Bassnote), wird diese Funktion eingesetzt, um die zusätzliche Tonhöhe auszugeben. In den Standardeinstellungen wird die Tonhöhe mit der
chordRootNamer-Funktion gesetzt. DiechordNoteNamer-Eigenschaft hingegen kann dieses Verhalten verändern und etwa den Basston etwa als Kleinbuchstaben darstellen. -
chordNameSeparator -
Verschiedene Teile eines Akkordsymboles werden normalerweise durch eine kleinen Freiraum angezeigt. Indem
chordNameSeparatorein Wert zugewiesen wird, kann ein beliebiges Zeichen für den Trenner benutzt werden. Das hat keine Auswirkung auf den Trenner zwischen einem Akkord und seiner Bassnote. Um diesen einzustellen mussslashChordSeparatorbenutzt werden.\chords { c4:7.9- c:7.9-/g \set chordNameSeparator = \markup { "/" } \break c4:7.9- c:7.9-/g } -
slashChordSeparator -
Akkorde können auch aufbauend auf einer anderen Bassnote als dem üblichen Grundton gespielt werden. Sie werden Umkehrungen genannt, sind aber auch als Slash-Akkorde bekannt, weil ihre übliche Notation aus dem Akkordsymbol, einem Schrägstrich und dem Basston besteht. Deshalb ist der Standardwert von
slashChordSeparatorein Schrägstrich, aber jedes andere Beschriftungszeichen kann auch eingestellt werden.\chords { c4:7.9- c:7.9-/g \set slashChordSeparator = \markup { " over " } \break c4:7.9- c:7.9-/g } -
chordNameExceptions -
Diese Funktion ist eine Liste mit Paaren. Das erste Objekt eines Paares ist eine Anzahl von Tonhöhen, die die Stufen eines Akkordes definieren. Das zweite Objekt ist eine Beschriftung, die nach
chordRootNamerausgegeben wird, um das Akkordsymbol zu erstellen. -
minorChordModifier -
Moll-Akkorde werden oft durch ein nachgestelltes „m“ rechts des Akkordgrundtons angezeigt. Manche bevorzugen aber andere Zeichen, wie etwa ein Minus-Zeichen.
\chords { c4:min f:min7 \set minorChordModifier = \markup { "-" } \break c4:min f:min7 } -
chordPrefixSpacer -
Das Zeichen für Moll-Akkorde, durch
minorChordModifiererstellt, wird normalerweise direkt hinter dem Akkordbuchstaben gesetzt. Mit der EigenschaftchordPrefixSpacerkann ein Abstand(halter) zwischen den Buchstaben und das Zeichen gesetzt werden. Der Abstandhalter wird nicht verwendet, wenn der Grundton erhöht oder erniedrigt ist.
Vordefinierte Befehle
\whiteTriangleMarkup,
\blackTriangleMarkup,
\germanChords,
\semiGermanChords,
\italianChords,
\frenchChords.
Ausgewählte Schnipsel
Akkordsymbolausnahmen
Die Eigenschaft chordNameExceptions kann benutzt werden, um eine
Liste an besonderen Notationen für bestimmte Akkorde zu speichern.
% modify maj9 and 6(add9)
% Exception music is chords with markups
chExceptionMusic = {
<c e g b d'>1-\markup { \super "maj9" }
<c e g a d'>1-\markup { \super "6(add9)" }
}
% Convert music to list and prepend to existing exceptions.
chExceptions = #( append
( sequential-music-to-chord-exceptions chExceptionMusic #t)
ignatzekExceptions)
theMusic = \chordmode {
g1:maj9 g1:6.9
\set chordNameExceptions = #chExceptions
g1:maj9 g1:6.9
}
\layout {
ragged-right = ##t
}
<< \context ChordNames \theMusic
\context Voice \theMusic
>>
Akkordbezeichnung maj7
Das Aussehen des großen Septakkords kann mit majorSevenSymbol verändert werden.
\chords {
c:7+
\set majorSevenSymbol = \markup { j7 }
c:7+
}
Tatkstriche in einen ChordNames-Kontext hinzufügen
Um Taktstriche in einem ChordNames-Kontext anzeigen zu lassen, muss der
Bar_engraver hinzugefügt werden.
\new ChordNames \with {
\override BarLine.bar-extent = #'(-2 . 2)
\consists "Bar_engraver"
}
\chordmode {
f1:maj7 f:7 bes:7
}
Wiederholungs-(Volta-)Klammern unterhalb der Akkordsymbole
Indem man den Volta_engraver zu dem entsprechenden Notensystem
hinzufügt, können Wiederholungsklammern unterhalb der Akkorde gesetzt
werden.
\score {
<<
\chords {
c1
c1
}
\new Staff \with {
\consists "Volta_engraver"
}
{
\repeat volta 2 { c'1 }
\alternative { c' }
}
>>
\layout {
\context {
\Score
\remove "Volta_engraver"
}
}
}
Akkordsymboltrenner verändern
Der Trenner zwischen unterschiedlichen Teilen eines Akkordsymbols kann beliebiger Text sein.
\chords {
c:7sus4
\set chordNameSeparator
= \markup { \typewriter | }
c:7sus4
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Liste der Akkordbezeichnungen, Übliche Akkord-Variablen.
Aufsatz über den automatischen Musiksatz: Literatur.
Installierte Dateien: ‘scm/chords-ignatzek.scm’, ‘scm/chord-entry.scm’, ‘ly/chord-modifier-init.ly’.
Schnipsel: Chords.
Bekannte Probleme und Warnungen
Akkordsymbole werden von den Tonhöhenbezeichnungen innerhalb des
Akkordes und der Information über die Akkordstruktur, die innerhalb
von \chordmode notiert wurde, bestimmt. Wenn der direkte
Notenmodus benutzt wird, stammen unerwünschte Bezeichnungen daher,
dass Umkehrungen und zusätzliche Bassnoten nicht richtig
interpretiert werden.
myChords = \relative c' {
\chordmode { c1 c/g c/f }
<c e g>1 <g c e> <f c' e g>
}
<<
\new ChordNames { \myChords }
\new Staff { \myChords }
>>
2.7.3 Generalbass
Generalbassnotation kann dargestellt werden.
| Grundlagen des Bezifferten Basses | ||
| Eingabe des Generalbass’ | ||
| Generalbass anzeigen |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Generalbass ] | [ Nach oben : Generalbass ] | [ Eingabe des Generalbass' > ] | ||
Grundlagen des Bezifferten Basses
LilyPond stellt Unterstützung für Generalbassnotation, auch als Basso Continuo bezeichnet, zur Verfügung.
<<
\new Voice { \clef bass dis4 c d ais g fis}
\new FiguredBass {
\figuremode {
< 6 >4 < 7\+ >8 < 6+ [_!] >
< 6 >4 <6 5 [3+] >
< _ >4 < 6 5/>4
}
}
>>
Die Unterstützung für Generalbass besteht aus zwei Teilen: Es gibt
einen Eingabe-Modus, aktiviert durch den Befehl \figuremode,
in dem Ziffern für den Bass als Nummern eingegeben werden können,
und einen Kontext FiguredBass, der dafür sorgt, dass die
entsprechenden BassFigure-Objekte auch erstellt werden.
Generalbass kann auch in einem Staff-Kontext dargestellt
werden.
\figures{ ... } ist eine Kurznotation für
\new FiguredBass { \figuremode { ... } }.
Auch wenn die Unterstützung für Generalbass auf den ersten Blick
wie die Akkordunterstützung ausschauen mag, ist sie sehr viel
einfacher. \figuremode speichert einfach die Zahlen und der
FiguredBass-Kontext setzt sie in der Form, wie sie notiert
wurden. Sie werden nicht in Tonhöhen umgewandelt.
Siehe auch
Glossar: figured bass.
Schnipsel: Chords.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Grundlagen des Bezifferten Basses ] | [ Nach oben : Generalbass ] | [ Generalbass anzeigen > ] | ||
Eingabe des Generalbass’
\figuremode (Zahlenmodus) wird benutzt, um den Eingabemodus
auf den Zahlenmodus umzustellen. Mehr Information zu unterschiedlichen
Eingabemodi findet sich in Eingabe-Modi.
Im Zahlenmodus wird eine Gruppe von Bassziffern mit den Zeichen
< und > begrenzt. Die Dauer wird nach dem >-Zeichen
eingegeben.
\new FiguredBass {
\figuremode {
<6 4>2
}
}
Versetzungszeichen (inklusive Auflösungszeichen) können hinzugefügt werden:
\figures {
<7! 6+ 4-> <5++> <3-->
}
Übermäßige und verminderte Stufen können dargestellt werden:
\figures {
<6\+ 5/> <7/>
}
Ein Schrägstrich von links nach rechts (üblicherweise für erhöhte Sexten benutzt) kann erstellt werden:
\figures {
<6> <6\\>
}
Vertikaler Platz und Klammern können zu den Zahlen hinzugefügt werden:
\figures {
<[12 _!] 8 [6 4]>
}
Beliebiger Text kann als Zahl notiert werden:
\figures {
<\markup { \tiny \number 6 \super (1) } 5>
}
Es ist auch möglich, Fortsetzungslinien für wiederholte Ziffern zu benutzen.
<<
{
\clef bass
e4 d c b,
e4 d c b,
}
\figures {
\bassFigureExtendersOn
<6 4>4 <6 3> <7 3> <7 3>
\bassFigureExtendersOff
<6 4>4 <6 3> <7 3> <7 3>
}
>>
In diesem Fall werden wiederholte Ziffern immer durch eine Linie ersetzt, es sei denn, die Linie wird explizit beendet.
<<
\figures {
\bassFigureExtendersOn
<6 4>4 <6 4> <6\! 4\!> <6 4>
}
{
\clef bass
d4 d c c
}
>>
Die folgende Tabelle zeigt die vorhandenen Zahlenmodifikatoren:
| Modifier | Purpose | Example |
| +, -, ! | Accidentals | |
| \+, / | Augmented and diminished steps | |
| \\ | Raised sixth step | |
| \! | End of continuation line |
Vordefinierte Befehle
\bassFigureExtendersOn,
\bassFigureExtendersOff.
Ausgewählte Schnipsel
Positionen von Generalbass-Alterationszeichen verändern
Versetzungszeichen und Pluszeichen können vor oder nach den Ziffern erscheinen,
je nach den Einstellungen der figuredBassAlterationDirection und
figuredBassPlusDirection-Eigenschaften.
\figures {
<6\+> <5+> <6 4-> r
\set figuredBassAlterationDirection = #RIGHT
<6\+> <5+> <6 4-> r
\set figuredBassPlusDirection = #RIGHT
<6\+> <5+> <6 4-> r
\set figuredBassAlterationDirection = #LEFT
<6\+> <5+> <6 4-> r
}
Siehe auch
Schnipsel: Chords.
Referenz der Interna: BassFigure, BassFigureAlignment, BassFigureLine, BassFigureBracket, BassFigureContinuation, FiguredBass.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Eingabe des Generalbass' ] | [ Nach oben : Generalbass ] | [ Zeitgenössische Musik > ] | ||
Generalbass anzeigen
Generalbass kann mit dem FiguredBass-Kontext, aber auch in
den meisten anderen Staff-Kontexten dargestellt werden.
Wenn die Ziffern im FiguredBass-Kontext dargestellt werden,
ist die vertikale Position der Ziffern unabhängig von den Noten
des parallelen Systems.
<<
\relative c'' {
c4 c'8 r8 c,4 c'
}
\new FiguredBass {
\figuremode {
<4>4 <10 6>8 s8
<6 4>4 <6 4>
}
}
>>
In diesem Beispiel muss der FiguredBass-Kontext explizit
erstellt werden, damit kein zusätzliches (leeres) Notensystem
erstellt wird.
Bassziffern können auch direkt einem Notensystemkontext (Staff)
hinzugefügt werden. In diesem Fall wird ihre vertikale Position automatisch
bestimmt.
<<
\new Staff = myStaff
\figuremode {
<4>4 <10 6>8 s8
<6 4>4 <6 4>
}
%% Put notes on same Staff as figures
\context Staff = myStaff
{
\clef bass
c4 c'8 r8 c4 c'
}
>>
Wenn Generalbass zu einem vorhandenen System hinzugefügt wird, ist es möglich, die Ziffern über oder unter dem System anzuzeigen:
<<
\new Staff = myStaff
\figuremode {
<4>4 <10 6>8 s8
\bassFigureStaffAlignmentDown
<6 4>4 <6 4>
}
%% Put notes on same Staff as figures
\context Staff = myStaff
{
\clef bass
c4 c'8 r8 c4 c'
}
>>
Schnipsel: Chords.
Referenz der Interna: BassFigure, BassFigureAlignment, BassFigureLine, BassFigureBracket, BassFigureContinuation, FiguredBass.
Bekannte Probleme und Warnungen
Um sicherzugehen, dass die Fortsetzungslinien funktionieren, sollte der gleiche Rhythmus für die Bassfiguren und die eigentlichen Noten der Bassstimme benutzt werden.
<<
{
\clef bass
\repeat unfold 4 { f16. g32 } f8. es16 d8 es
}
\figures {
\bassFigureExtendersOn
% The extenders are correct here, with the same rhythm as the bass
\repeat unfold 4 { <6 4->16. <6 4->32 }
<5>8. r16 <6>8 <6\! 5->
}
>>
<<
{
\clef bass
\repeat unfold 4 { f16. g32 } f8. es16 d8 es
}
\figures {
\bassFigureExtendersOn
% The extenders are incorrect here, even though the timing is the same
<6 4->4 <6 4->4
<5>8. r16 <6>8 <6\! 5->
}
>>
Wenn Fortsetzungslinien eingesetzt werden, können aufeinander folgende Bezifferungen mit der selben Zahl in einer anderen Position dazu führen, dass sich die Reihenfolge der Zahlen umkehrt.
<<
{ fis4 g g, e' }
\figures {
\bassFigureExtendersOn
<6 5>4 <5\! 4> < 5 _!> <6>
}
>>
Um dieses Problem zu umgehen, kann die Fortsetzungslinie nach der Bezifferung, mit der die Linie beginnen soll, angeschaltet und am Ende der Linie wieder ausgeschaltet werden.
<<
{ fis4 g g, e' }
\figures {
<6 5>4 <5 4>
\bassFigureExtendersOn
< 5 _!>4 <6>
\bassFigureExtendersOff
}
>>
2.8 Zeitgenössische Musik
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die kompositorischen Stile und Kompositionstechniken sehr stark erweitert. Neue harmonische und rhythmische Entwicklungen, eine Erweiterung der verwendeten Tonhöhen und die Entwicklung eines großen Spektrums neuer instrumentaler Techniken wurden von einer parallelen Evolution der Notationstechnik begleitet. Die Absicht dieses Abschnittes ist es, Informationen und Hintergrundwissen zu bieten, der zur Notation zeitgenössischer Musik benötigt wird.
2.8.1 Tonhöhe und Harmonie in zeitgenössischer Musik
Dieser Abschnitt zeigt Lösungen zur Notation von zeitgenössischen Tonhöhen und Harmonien.
| Verweise zu Tonhöhe und Harmonie in zeitgenössischer Musik | ||
| Mikrotonale Notation | ||
| Zeitgenössische Tonartvorzeichnung und Harmonie |
Verweise zu Tonhöhe und Harmonie in zeitgenössischer Musik
- Normale Vierteltonmusik wird behandelt in Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.
- Nicht-Standardvorzeichen werden behandelt in Tonartbezeichnung.
- Contemporary practises in displaying accidentals are addressed in Automatische Versetzungszeichen.
Mikrotonale Notation
Zeitgenössische Tonartvorzeichnung und Harmonie
2.8.2 Zeitgenössische Notation von Rhythmen
Dieser Abschnitt erklärt Besonderheiten, die wichtig für die Notation von Rhythmus in zeitgenössischer Musik sind.
Verweise für zeitgenössische Benutzung von Rhythmus
- Zusammengesetzte Taktarten werden erklärt in #Taktangabe.
- Grundlegende polymetrische Notation ist erklärt in Polymetrische Notation.
- Gespreizte Balken sind erklärt in Gespreizte Balken.
- Mensurstrich-Taktstriche (zwischen den Systemen) finden sich erklärt in Systeme gruppieren.
N-tolen in zeitgenössischer Musik
Zeitgenössische Taktarten
Erweiterte polymetrische Notation
Balken in zeitgenössischer Musik
Taktstriche in zeitgenössischer Musik
2.8.3 Graphische Notation
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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2.8.4 Zeitgenössische Partiturtechniken
2.8.5 Neue Instrumententechniken
2.8.6 Leseliste und interessante Referenzpartituren
Dieser Abschnitt weist auf einige Bücher, Musikbeispiele und andere Resourcen hin, die relevant für die Notation zeitgenössischer Musik sind.
| Bücher und Artikel über zeitgenössische Notation | ||
| Partituren und Musikbeispiele |
Bücher und Artikel über zeitgenössische Notation
- Music Notation in the Twentieth Century: A Practical Guidebook von Kurt Stone [W. W. Norton, 1980]
- Music Notation: A Manual of Modern Practice von Gardner Read [Taplinger, 1979]
- Instrumentation and Orchestration von Alfred Blatter [Schirmer, 2nd ed. 1997]
Partituren und Musikbeispiele
2.9 Notation von alter Musik
Unterstützung für Notation der Alten Musik enthält einige Eigenheiten der Mensuralnotation, der Notation des gregorianischen Chorals und der Kiever Quadratnotation. Diese Eigenheiten können eingestellt werden, indem man Stileigenschaften von graphischen Objekten wie Notenköpfen und Pausen verändert, oder indem man vordefinierte fertige Kontexte für mensurale oder Choralnotation einsetzt.
Viele graphische Objekte, wie Notenköpfe, Fähnchen,
Versetzungszeichen, Taktarten und Pausen haben eine
style-Eigenschaft, die verändert werden kann,
um verschiedene Stile Alter Notation nachzuahmen. Siehe auch:
- Mensurale Notenköpfe,
- Mensurale Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung,
- Mensurale Pausen,
- Mensurale Schlüssel,
- Gregorianische Schlüssel,
- Mensurale Fähnchen,
- Mensurale Taktartenbezeichnungen.
Ein paar notationelle Konzepte sind inbesondere für die Notation Alter Musik eingeführt worden:
Siehe auch
Glossar: custos, ligature, mensural notation.
Notationsreferenz: Mensurale Notenköpfe, Mensurale Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung, Mensurale Pausen, Mensurale Schlüssel, Mensurale Fähnchen, Mensurale Taktartenbezeichnungen, Gregorianische Schlüssel, Custodes, Divisiones, Ligaturen.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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2.9.1 Überblick über die unterstützten Stile
Drei Stile sind vorhanden, um den gregorianischen Choral zu setzen:
- Editio Vaticana ist ein vollständiger Stil für den gregorianischen Choral, der stilistisch den Choralausgaben von Solsemes folgt. Hierbei handelt es sich um die offizielle Choralausgabe des Vatikans seit 1904. LilyPond unterstützt alle Notationszeichen, die in diesem Stil benutzt werden, inklusive Ligaturen, custodes und besondere Zeichen wie die Quilisma und den Oriscus.
- Der Editio Medicaea-Stil stellt bestimmte Eigenschaften zur Verfügung, die in den Medicaea (oder Ratisbona)-Editionen benutzt wurden. Dieser Stil war vor den Solesmes-Editionen in Benutzung. Der größte Unterschied von dem Vaticana-Stil sind die Schlüssel, die nach unten gerichtete Striche haben, und die Notenköpfe, die hier quadratisch und ebenmäßig geformt sind.
- Der Hufnagel- oder gotische Stil ahmt den Stil der Schreiber bestimmter Manuskripte aus dem Deutschland und Mitteleuropa des Mittelalters nach. Er ist nach der Form der wichtigsten Note (der Virga) benannt, die wie ein kleiner Nagel aussieht.
Drei Stile ahmen die Erscheinung von Renaissancehandschriften und -drucken der Mensuralmusik nach:
- Der Mensural-Stil versucht, den Stil von Handschriften nachzuahmen und hat recht kleine, rhombenförmige Notenköpfe und wie handgeschriebene Pausenzeichen.
- Der Neomensural-Stil ist eine modernisierte und stilisierte Version des erstens: Die Notenköpfe sind etwas breiter und die Pausen bestehen aus graden Linien. Dieser Stil ist besonders gut geeignet, um moderne Editionen der Mensuralmusik mit einem Incipit zu versehen.
- Der Petrucci-Stil ist nach Ottaviano Petrucci (1466-1539) benannt, dem ersten Drucker, der bewegliche Stempel benutzt hat, um musikalische Notation zu drucken (in seinem Buch Harmonice musices odhecaton, 1501). Dieser Stil setzt größere Notenköpfe ein als die anderen mensuralen Stile.
Baroque (Barockstil) und Classical (klassischer Stil) sind keine vollständigen Stile, sondern unterscheiden sich vom Standard nur in einigen Details: der Barockstil verändert bestimmte Notenköpfe, der klassische Stil die Form der Viertelpause.
Nur der Mensuralstil hat für alle Aspekte der Notation eine alternative Form. Die anderen Stile sind nur teilweise ausgeführt: die gregorianischen Stile haben keine Pausen oder Fähnchen, weil diese Zeichen im Choral nicht vorkommen, und der Petrucci-Stil hat keine eigenen Fähnchen und Versetzungszeichen.
Jedes Notationselement kann unabhängig von den anderen verändert werden, sodass man gut mensurale Fähnchen, Petrucci-Notenköpfe, klassische Pausen und Vatikana-Schlüssel nebeneinander benutzen kann, wenn das gewünscht ist.
Siehe auch
Glossary: mensural notation, flag.
2.9.2 Alte Notation – Allgemeines
| Vordefinierte Umgebungen | ||
| Ligaturen | ||
| Custodes | ||
| Unterstützung für Generalbass |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Alte Notation -- Allgemeines ] | [ Nach oben : Alte Notation -- Allgemeines ] | [ Ligaturen > ] | ||
Vordefinierte Umgebungen
Für den gregorianischen Choral und die Mensuralnotation gibt
es vordefinierte Stimm- und Systemkontexte, die all die
Notationszeichen auf Werte setzen, die diesem Stil angemessen
sind. Wenn man mit den Werten zufrieden ist, kann man sofort
mit der Notation beginnen, ohne sich um die Einzelheiten von
tiefergreifenden Kontextanpassungen kümmern zu müssen. Die
definierten Kontexte sind:
VaticanaVoice, VaticanaStaff, MensuralVoice
und MensuralStaff.
Siehe auch
Siehe auch
Glossar: mensural notation.
Notationsreferenz: Gregorianische Gesangs-Kontexte, Mensural-Kontexte.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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Ligaturen
Eine Ligatur ist ein graphisches Symbol das wenigstens zwei unterschiedliche Noten darstellt. Ligaturen treten ursprünglich in Manuskripten des Gregorianischen Chorals auf, um auf- oder absteigende Notensequenzen zu notieren.
Ligaturen werden in LilyPond notiert, indem die dazugehörigen Noten zwischen
\[ und \] eingeschlossen werden. Einige Ligaturstile benötigen
zusätzliche Syntax für eine bestimmte Ligatur. In der Standardeinstellung
setzt der LigatureBracket-Engraver ganz einfach eckige
Klammern über die Noten der Ligatur.
\transpose c c' {
\[ g c a f d' \]
a g f
\[ e f a g \]
}
Es gibt zwei weitere Ligaturstile: Vaticana für den gregorianischen
Choral und mensural für Mensuralnotation (wobei hier nur weiße
Ligaturen unterstützt sind, und auch sie nur beschränkt).
Um einen gestimmten Ligaturstil auszuwählen, muss der
Ligature_bracket_engraver mit einem entsprechenden
Ligatur-Engraver im Stimmenkontext ausgetauscht werden, wie
erklärt in Weiße Mensuralligaturen und
Ligaturen der gregorianischen Quadratnotation.
Siehe auch
Glossar: ligature.
Notationsreferenz: Weiße Mensuralligaturen, Ligaturen der gregorianischen Quadratnotation.
Bekannte Probleme und Warnungen
Ligaturen benötigen eine Platzaufteilung, die sich von der klassischen Notation deutlich unterscheidet. Das ist bisher sehr schlecht verwirklicht, sodass fast immer zu viel Platz zwischen Ligaturen ist und Zeilenumbrüche unbefriedigend ausfallen. Text lässt sich auch nicht richtig an Ligaturen ausrichten.
Versetzungszeichen dürfen nicht innerhalb von einer Ligatur gedruckt werden, sondern müssen gesammelt und vor der Ligatur ausgegeben werden.
Die Syntax verwendet immer noch den verworfenen Infix-Stil
(\[ musik. Ausdr. \]). Aus Gründen der Konsistenz soll dies geändert werden
in den Postfix-Stil (Note\[ ... Note\]).
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Custodes
Ein Custos (Plural: Custodes; Lateinisch: „Weiser“) ist ein Symbol, das am Ende jedes Notensystems erscheint. Es nimmt die Tonhöhe der ersten Note der nächsten Zeile vorweg und hilft damit dem Vortragenden, die Zeilenwechsel während der Vorführung zu bewältigen.
Custodes wurden bis zum 17. Jahrhundert sehr häufig in der Musiknotation eingesetzt. Heute finden sie sich nur noch in einigen bestimmten Notationsformen, etwa modernen Editionen des Gregorianischen Chorals wie der editio vaticana. LilyPond stellt unterschiedliche Custos-Symbole für die unterschiedlichen Notationsstile zur Verfügung.
Damit Custodes angezeigt werden, muss ein Custos_engraver
im Staff-Kontext gefordert werden. Der Aufruf folgt im Rahmen
des Layout-Kontextes, wie das folgende Beispiel zeigt. Der Stil des
Custos wird mit dem override-Befehl eingestellt, wie in dem
folgenden Beispiel gezeigt:
Das Custos-Zeichen wird mit der style-Eigenschaft ausgewählt. Die
unterstützten Stile sind: vaticana, medicaea, hufnagel
und mensural. Sie werden im folgenden Fragment demonstriert.
Siehe auch
Music Glossary: custos.
Schnipsel: Ancient notation.
Referenz der Interna: Custos.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Custodes ] | [ Nach oben : Alte Notation -- Allgemeines ] | [ Mesurale Musik setzen > ] | ||
Unterstützung für Generalbass
Es gibt beschränkte Unterstützung für Generalbassziffern aus der Barockzeit. Siehe hierzu Generalbass.
Siehe auch
Glossar: figured bass.
Notationsreferenz: Generalbass.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Unterstützung für Generalbass ] | [ Nach oben : Notation von alter Musik ] | [ Mensural-Kontexte > ] | ||
2.9.3 Mesurale Musik setzen
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Mesurale Musik setzen ] | [ Nach oben : Mesurale Musik setzen ] | [ Mensurale Schlüssel > ] | ||
Mensural-Kontexte
Die vordefinierten Kontexte MensuralVoice und
MensuralStaff können eingesetzt werden, um
ein Stück in Mensuralnotation zu schreiben. Die Kontexte
initialisieren alle relevanten Eigenschaften und
graphischen Objekte, so dass unmittelbar mit der Notation begonnen
werden kann. Siehe das folgende Beispiel:
\score {
<<
\new MensuralVoice = "discantus" \transpose c c' {
\hide Score.BarNumber {
c'1\melisma bes a g\melismaEnd
f\breve
\[ f1\melisma a c'\breve d'\melismaEnd \]
c'\longa
c'\breve\melisma a1 g1\melismaEnd
fis\longa^\signumcongruentiae
}
}
\new Lyrics \lyricsto "discantus" {
San -- ctus, San -- ctus, San -- ctus
}
>>
}
Siehe auch
Glossar: mensural notation.
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Mensurale Schlüssel
In der Tabelle unten werden alle Mensuralschlüssel gezeigt, die
mit dem \clef-Befehl erreicht werden. Manche Schlüssel benutzen
dasselbe Zeichen, unterscheiden sich aber in der Notenlinie, auf der der
Schlüssel notiert wird. In diesem Fällen ist eine Nummer im Schlüsselnamen
eingefügt, nummeriert von unten nach oben. Man kann aber trotzdem eine
beliebige Nummer erzwingen, wie es im Abschnitt Notenschlüssel beschrieben
wird. Die Note, die rechts von jedem Schlüssel
gesetzt ist, zeigt das c' in Bezug zu dem jeweiligen Schlüssel.
Petrucci hat C-Schlüssel benutzt, die unterschiedlich ausbalancierte vertikale Balken auf der linken Seite hatten, je nachdem, auf welcher Notenlinie er sich befand.
| Beschreibung | Unterstützte Schlüssel | Beispiel |
| Mensuraler C-Schlüssel im historischen Stil | mensural-c1, mensural-c2,mensural-c3, mensural-c4 | |
| Mensuraler F-Schlüssel im historischen Stil | mensural-f | |
| Mensuraler G-Schlüssel im historischen Stil | mensural-g | |
| Mensuraler C-Schlüssel im modernen Stil | neomensural-c1, neomensural-c2,neomensural-c3, neomensural-c4 | |
| Mensuraler C-Schlüssel im Petrucci-Stil, zur Benutzung auf verschiedenen Notenlinien (im Beispiel den Schlüssel auf der zweiten Linie) | petrucci-c1, petrucci-c2,petrucci-c3, petrucci-c4,petrucci-c5 | |
| Mensuraler F-Schlüssel im Petrucci-Stil, kann auf verschiedenen Notenlinien benutzt werden (im Beispiel auf der dritten Linie) | petrucci-c1, petrucci-c2,petrucci-c3, petrucci-c4,petrucci-c5 | |
| Mensuraler G-Schlüssel im Petrucci-Stil | petrucci-g |
Siehe auch
Glossar: mensural notation, clef.
Notationsreferenz: Notenschlüssel.
Bekannte Probleme und Warnungen
Der mensurale G-Schlüssel ist als Petrucci-G-Schlüssel deklariert.
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Mensurale Taktartenbezeichnungen
LilyPond besitzt beschränkte Unterstützung für Mensurzeichen (die den
heutigen Taktarten ähneln, aber doch einige Eigenheiten haben). Die
Symbole sind starr verknüpft mit bestimmten Brüchen. Darum müssen die Werte
n und m der folgenden Tabelle in den Befehl
\time n/m eingesetzt werden, um die entsprechenden Symbole zu erhalten.
Mit der style-Eigenschaft des Objektes TimeSignature
können die Taktarten angewählt werden. Unterstützte Stile sind:
neomensural und mensural. In der Tabelle oben wurde der
neomensurale Stil verwendet. Im folgenden Beispiel sind die
unterschiedlichen Stile dargestellt.
Siehe auch
Glossary: mensural notation.
Notationsreferenz: Taktangabe.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Verhältnisse der Notenwerte können nicht bei Mensurwechsel geändert werden, weil sie nicht konstant sind. Zum Beispiel kann das Verhältnis 1 brevis = 3 semibrevis (tempus perfectum) manuell erstellt werden, indem folgende Variable erstellt wird:
breveTP = #(ly:make-duration -1 0 3/2)
…
{ c\breveTP f1 }
Hiermit wird die Variable breveTP auf den Wert
„3/2 mal 2 = 3 mal eine Ganze“ gesetzt.
Die Symbole mensural68alt und neomensural68alt
(alternative Symbole für 6/8) können nicht mit dem
\time-Befehl. Anstelle dess muss
\markup {\musicglyph #"timesig.mensural68alt" } benutzt
werden.
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Mensurale Notenköpfe
Für die Mensuralnotation kann ein Notenkopfstil ausgewählt werden, der sich
vom Standard (default) unterscheidet. Dies wird erreicht, indem die
style-Eigenschaft des Notenkopf-(NoteHead)-Objekts auf
einen der Werte baroque, neomensural, mensural,
petrucci, blackpetrucci oder semipetrucci gesetzt wird.
Der barocke (baroque) Stil unterscheidet sich vom Standard
(default) folgendermaßen:
- Er stellt einen
maxima-Notenkopf zur Verfügung und - setzt eine eckige Form für die Brevis (
\breve) ein.
Die Stile neomensural, mensural und petrucci
unterscheiden sich vom barocken Stil folgendermaßen:
- Für Semibrevis und kleinere Notenwerte werden rhombenförmige Notenköpfe eingesetzt und
- die Hälse werden über den Kopf zentriert.
Der blackpetrucci-Stil erstellt Notenköpfe zur Benutzung für die
schwarze Mensuralnotation oder coloratio-Abschnitten in der
weißen Menusralnotation. Weil der Notenkopfstil nicht die Anzahl der
Fähnchen beeinflusst, muss eine Semiminia in diesem Stil als
a8*2 notiert werden, nicht als a4, weil sie sonst wie
eine Minima aussehen würde. Der Faktor, mit dem der Notenwert multipliziert
wird, kann sich ändern, wenn coloratio etwa zur Notation
von Triolen eingesetzt wurde.
Mit dem semipetrucci-Stil können halb-schwarze Notenköpfe
notiert werden (Brevis, Longa und Maxima).
Das folgende Beispiel zeigt den Petrucci-Stil:
\set Score.skipBars = ##t \autoBeamOff \override NoteHead.style = #'petrucci a'\maxima a'\longa a'\breve a'1 a'2 a'4 a'8 a'16 a' \override NoteHead.style = #'semipetrucci a'\breve*5/6 \override NoteHead.style = #'blackpetrucci a'8*4/3 a' \override NoteHead.style = #'petrucci a'\longa
Siehe auch
Glossar: mensural notation, note head.
Notationsreferenz: Notenkopfstile.
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Mensurale Fähnchen
Mit der Fähnchen-(flag-style)-Eigenschaft der graphischen Objekte
„Hals“ (Stem) können auch Mensuralfähnchen gesetzt
werden. Neben dem Standardstil (default) ist
nur (mensural) unterstützt.
\override Flag.style = #'mensural \override Stem.thickness = #1.0 \override NoteHead.style = #'mensural \autoBeamOff c'8 d'8 e'8 f'8 c'16 d'16 e'16 f'16 c'32 d'32 e'32 f'32 s8 c''8 d''8 e''8 f''8 c''16 d''16 e''16 f''16 c''32 d''32 e''32 f''32
Dabei ist die innerste Fahne immer vertikal auf eine Notenlinie ausgerichtet.
Es gibt keinen eigenen Stil für den neomensuralen oder Petrucci-Stil. Für die Notation des Gregorianischen Chorals gibt es keine Fähnchen.
Siehe auch
Glossar: mensural notation, flag.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Positionierung der Fähnchen an den Hälsen ist leicht verschoben.
Vertikale Ausrichtung der Fähnchen an einer Notenlinie geht von der Annahme aus, dass der Hals entweder genau auf einer Notenlinie oder genau zwischen zwei Notenlinien endet. Das ist aber nicht unbedingt immer der Fall, weil LilyPond komplizierte Methoden zur Ermittlung des besten Layouts verwendet. Diese Methoden sollten aber eigentlich nicht zur Notation von mensuraler Musik eingesetzt werden.
Mensurale Pausen
Besondere Pausensymbole für die Notation der Alten Musik können mit der
style-Eigenschaft des graphischen Objektes (grob) „Pause“
(Rest) angewählt werden. Unterstützte Stile sind
klassisch (classical), neomensural und mensural.
Der klassische (classical) Stil unterscheidet sich vom Standardstil
(default) nur darin, dass die Viertelpause wie eine gespiegelte
Achtelpause aussieht. Der mensurale und neomensurale Stil ahmt die
Form von Pausen nach, wie man sie in Drucken bis zum 16. Jahrhundert
finden kann.
Das folgende Beispiel demonstriert den mensuralen und den neomensuralen Stil:
\set Score.skipBars = ##t \override Rest.style = #'classical r\longa^"classical" r\breve r1 r2 r4 r8 r16 s \break \override Rest.style = #'mensural r\longa^"mensural" r\breve r1 r2 r4 r8 r16 s \break \override Rest.style = #'neomensural r\longa^"neomensural" r\breve r1 r2 r4 r8 r16
Es gibt keine 32-stel- und 64-stel-Pausen für den mensuralen oder neomensuralen Stil. Anstatt dessen werden die Pausenformen des Standardstiles verwendet.
Eine Liste aller Pausen findet sich in Ancient notation.
Siehe auch
Notationsreferenz: Pausen.
Schnipsel: Ancient notation.
Bekannte Probleme und Warnungen
Das Zeichen für die Maxima-Pause im mensuralen Stil ist eigentlich eine perfekte Longa-Pause: zwei (oder drei) Longa-Pausen müssen benutzt werden, um eine Maxima-Pause zu setzen. Longa-Pausen werden nicht automatisch gruppiert, sodass man das manuell vornehmen muss, indem man Pausen mit Tonhöhe einsetzt.
Mensurale Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung
Der mensural-Stil stellt ein Kreuz und ein B zur Verfügung,
die sich vom Standardstil unterscheiden. Wenn das Auflösungszeichen
notiert wird, wird es aus dem vaticana-Stil gesetzt.
Der Stil für Versetzungszeichen und Vorzeichen wird durch die
glyph-name-alist-Eigenschaft der Grobs
Accidental und KeySignature bestimmt,
also etwa folgendermaßen:
\override Staff.Accidental.glyph-name-alist = #alteration-mensural-glyph-name-alist
Siehe auch
Glossar: mensural notation, Pitch names, accidental, key signature.
Notationsreferenz: Tonhöhen, Versetzungszeichen, Automatische Versetzungszeichen, Tonartbezeichnung.
Referenz der Interna: KeySignature.
Vorgeschlagene Versetzungszeichen (musica ficta)
In der europäischen Notation bis etwa 1600 wurde von Sängern erwartet, dass sie eigenständig Noten nach bestimmten Regeln chromatisch veränderten. Das wird als musica ficta bezeichnet. In modernen Transkriptionen werden diese Versetzungszeichen üblicherweise über die Note notiert.
Es ist möglich, derartige Versetzungszeichen zu notieren, und die Anzeige
kann zwischen normaler Satzweise und musica ficta hin- und hergewechselt
werden. Hierzu muss suggestAccidentals auf wahr gesetzt werden:
Damit wird jedes folgende Versetzungszeichen über dem System
gesetzt werden, bis die Eigenschaft mit \set suggestAccidentals =
##f wieder zum Standardverhalten verändert wurde. Eine praktischere
Lösung ist es, \once \set suggestAccidentals = ##t zu benutzen,
was man als Variable definieren kann:
ficta = { \once \set suggestAccidentals = ##t }
\score { \relative c''
\new MensuralVoice {
\once \set suggestAccidentals = ##t
bes4 a2 g2 \ficta fis8 \ficta e! fis2 g1
}
}
Siehe auch
Referenz der Interna: Accidental_engraver, AccidentalSuggestion.
Weiße Mensuralligaturen
Begrenzte Unterstützung für Ligaturen der weißen Mensuralnotation ist vorhanden.
Um weiße Mensuralligaturen zu benutzen, muss innerhalb des Layout-Blocks
im Voice-Kontext der Mensural_ligature_engraver
aktiviert werden und gleichzeitig der
Ligature_bracket_engraver (der die Klammern über den Noten
setzt) entfernt werden, wie im Beispiel.
\layout {
\context {
\Voice
\remove "Ligature_bracket_engraver"
\consists "Mensural_ligature_engraver"
}
}
Zusätzlich zu diesen Einstellungen gibt es keine eigenen Befehle, die die Form einer Ligatur bestimmen. Die Form wird vielmehr aus Tonhöhen und Tondauern der in Klammern gesetzten Noten geschlossen. Diese Herangehensweise erfordert einige Eingewöhnung, hat aber den großen Vorteil, dass der musikalische Inhalt der Ligatur dem Programm bekannt ist. Das ist nicht nur notwendig für korrekte MIDI-Ausgabe, sondern erlaubt es auch, automatische Transkriptionen von Ligaturen anzufertigen.
An bestimmten Stellen können zwei aufeinanderfolgende Noten entweder als
zwei Quadrate oder eine Obliqua (Flexa) dargestellt werden. In derartigen
Fällen ist die Quadratform der Standard, aber die Obliqua kann verlangt
werden, indem man die ligature-flexa-Eigenschaft des zweiten
Notenkopfes setzt. Die Länge der Obliqua kann durch die Notenkopfeigenschaft
flexa-width definiert werden.
Eine Datei kann zum Beispiel so aussehen:
\score {
\transpose c c' {
\set Score.timing = ##f
\set Score.defaultBarType = "-"
\override NoteHead.style = #'petrucci
\override Staff.TimeSignature.style = #'mensural
\clef "petrucci-g"
\[ c'\maxima g \]
\[ d\longa
\override NoteHead.ligature-flexa = ##t
\once \override NoteHead.flexa-width = #3.2
c\breve f e d \]
\[ c'\maxima d'\longa \]
\[ e'1 a g\breve \]
}
\layout {
\context {
\Voice
\remove "Ligature_bracket_engraver"
\consists "Mensural_ligature_engraver"
}
}
}
Wenn der Ligature_bracket_engraver nicht durch den
Mensural_ligature_engraver ersetzt wird, werden die Noten
wie folgt ausgegeben:
Siehe auch
Glossar: ligature.
Notationreferenz: Ligaturen der gregorianischen Quadratnotation, Ligaturen.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die horizontale Positionierung ist sehr schlecht.
Versetzungszeichen können mit vorhergehenden Noten kollidieren.
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2.9.4 Gregorianischen Choral setzen
Wenn ein gregorianischer Choral notiert wird, wählt der
Vaticana_ligature_engraver automatisch die richtigen
Notenköpfe aus, so dass man den Notenkopfstil nicht explizit
setzen muss. Der Stil kann dennoch gesetzt werden, etwa
auf vaticana_punctum um punctum-Neumen zu erzeugen. Ähnlich
funktioniert auch der Mensural_ligature_engraver,
der Mensuralligaturen setzt.
Siehe auch
Glossar: ligature.
Notationreferenz: Weiße Mensuralligaturen, Ligaturen.
Gregorianische Gesangs-Kontexte
Die vordefinierten Kontexte VaticanaVoice (für eine
gregorianische Stimme) und VaticanaStaff (für ein
gregorianisches Notensystem) können eingesetzt werden, um
Gregorianischen Choral im Stil der Editio Vaticana zu setzen. Diese
Kontexte initialisieren alle relevanten Eigenschaften für das Notensystem
und die graphischen Objekte, so dass unmittelbar mit der Notation
begonnen werden kann. Siehe das folgende Beispiel:
\include "gregorian.ly"
\score {
<<
\new VaticanaVoice = "cantus" {
\[ c'\melisma c' \flexa a \]
\[ a \flexa \deminutum g\melismaEnd \]
f \divisioMinima
\[ f\melisma \pes a c' c' \pes d'\melismaEnd \]
c' \divisioMinima \break
\[ c'\melisma c' \flexa a \]
\[ a \flexa \deminutum g\melismaEnd \] f \divisioMinima
}
\new Lyrics \lyricsto "cantus" {
San- ctus, San- ctus, San- ctus
}
>>
}
Gregorianische Schlüssel
Die folgende Tabelle zeigt alle Schlüssel für den gregorianischen
Choral, die mit dem \clef-Befehl unterstützt sind. Einige
Schlüssel benutzen das selbe Zeichen, unterscheiden sich aber in
der Notenlinie, auf der der Schlüssel gesetzt wird. In diesem
Fall wird eine Nummer benutzt, die die Notenlinie von unten nach
oben kennzeichnet. Man kann die Schlüssel aber auch manuell auf
eine bestimmte Notenlinie zwingen, wie gezeigt in Notenschlüssel.
Die Note, die rechts von den Schlüsseln im Beispiel gezeigt wird,
ist ein c' in Bezug auf den aktuellen Schlüssel.
| Beschreibung | unterstützter Schlüssel | Beispiel |
| Do-Schlüssel der Editio Vaticana | vaticana-do1, vaticana-do2,vaticana-do3 | |
| Fa-Schlüssel der Editio Vaticana | vaticana-fa1, vaticana-fa2 | |
| Do-Schlüssel der Editio Medicaea | medicaea-do1, medicaea-do2,medicaea-do3 | |
| Fa-Schlüssel der Editio Medicaea | medicaea-fa1, medicaea-fa2 | |
| Hufnagel Do-Schlüssel für den historischen Stil | hufnagel-do1, hufnagel-do2,hufnagel-do3 | |
| Hufnagel Fa-Schlüssel für den historischen Stil | hufnagel-fa1, hufnagel-fa2 | |
| Kombinierter Do/Fa-Hufnagelschlüssel für den historischen Stil | hufnagel-do-fa |
Siehe auch
Glossar: clef.
Notationsreferenz: Notenschlüssel.
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Gregorianische Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung
Es gibt Versetzungszeichen in drei unterschiedlichen Stilen für die Notation des gregorianischen Chorals:
Wie zu sehen ist, werden nicht alle Versetzungszeichen von jedem Stil unterstützt. Wenn versucht wird, ein Versetzungszeichen zu notieren, das von einem bestimmten Stil nicht unterstützt wird, wechselt LilyPond zu einem anderen Stil.
Der Stil für Versetzungs- und Vorzeichen wird von der
glyph-name-alist-Eigenschaft der Grobs
Accidental und KeySignature
kontrolliert, beispielsweise:
\override Staff.Accidental.glyph-name-alist = #alteration-mensural-glyph-name-alist
Siehe auch
Glossar: accidental, key signature.
Notationsreferenz: Tonhöhen, Versetzungszeichen, Automatische Versetzungszeichen, Tonartbezeichnung.
Referenz der Interna: KeySignature.
Divisiones
Die Notation des gregorianischen Chorals benutzt keine Pausen, anstatt dessen werden Divisiones eingesetzt.
Eine divisio (Plural: divisiones; Latein: „Teilung“) ist ein Symbol des Notensystemkontextes, das benutzt wird, um Phrasierung und Abschnitte im Gregorianischen Choral anzuzeigen. Die musikalische Bedeutung von divisio minima, divisio maior und divisio maxima kann beschrieben werden als kurze, mittlere und lange Pause, ungefähr wie die Atemzeichen aus dem Abschnitt Atemzeichen. Das finalis-Zeichen bezeichnet nicht nur das Ende eines Chorals, sondern wird auch oft innerhalb eines Antiphons/Responsoriums benutzt, um das Ende eines Abschnitts anzuzeigen.
Divisiones können benutzt werden, indem die Datei ‘gregorian.ly’
in die Quelldatei eingefügt wird. Hier sind die entsprechenden Definitionen
schon abgelegt, so dass es genügt, die Befehle \divisioMinima,
\divisioMaior, \divisioMaxima und \finalis an den
entsprechenden Stellen zu schreiben. Einige Editionen verwenden eine
virgula oder caesura anstelle der divisio minima. Darum findet
sich in der Datei ‘gregorian.ly’ auch eine Definition für
\virgula und \caesura.
Vordefinierte Befehle
\virgula,
\caesura,
\divisioMinima,
\divisioMaior,
\divisioMaxima,
\finalis.
Siehe auch
Notationsreferenz: Atemzeichen.
Installierte Dateien: ‘gregorian.ly’.
Referenz der Interna: BreathingSign.
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Artikulationszeichen des Gregorianischen Chorals
Zusätzlich zu den Standardartikulationszeichen, wie sie im Abschnitt Artikulationszeichen und Verzierungen beschrieben werden, werden auch Artikulationszeichen für die Notation des Editio Vaticana-Stils zur Verfügung gestellt.
\include "gregorian.ly"
\score {
\new VaticanaVoice {
\override TextScript.font-family = #'typewriter
\override TextScript.font-shape = #'upright
\override Script.padding = #-0.1
a\ictus_"ictus " \bar "" \break
a\circulus_"circulus " \bar "" \break
a\semicirculus_"semicirculus " \bar "" \break
a\accentus_"accentus " \bar "" \break
\[ a_"episema" \episemInitium \pes b \flexa a b \episemFinis \flexa a \]
}
}
Siehe auch
Notationreferenz: Artikulationszeichen und Verzierungen.
Schnipsel: Ancient notation.
Referenz der Interna: Episema, EpisemaEvent, Episema_engraver, Script, ScriptEvent, Script_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Einige Artikulationszeichen sind vertikal zu dich an den entsprechenden Notenköpfen gesetzt.
Augmentationspunkte (morae)
Verlängerungspunkte, auch als morae bezeichnet, werden
mit der Musikfunktion \augmentum hinzugefügt. Es
handelt sich um eine eigenständige Funktion und nicht um
einen Präfix, der zu einer Note gehört. Die Funktion wirkt
sich nur auf den direkt vorhergehenden musik. Ausdruck aus.
Das heißt, dass \augmentum \virga c keine sichtbare
Wirkung hat. Anstelle dessen sollte geschrieben werden:
\virga \augmentum c oder \augmentum {\virga c}.
Man kann \augmentum {a g} als Kurznotation für
\augmentum a \augmentum g schreiben.
\include "gregorian.ly"
\score {
\new VaticanaVoice {
\[ \augmentum a \flexa \augmentum g \]
\augmentum g
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Atemzeichen.
Referenz der Interna: BreathingSign.
Schnipsel: Ancient notation.
Ligaturen der gregorianischen Quadratnotation
Beschränkte Unterstützung für gregorianische Quadratneumen-Ligaturen (nach dem Stil der Editio Vaticana) ist vorhanden. Die wichtigsten Ligaturen können schon gesetzt werden, aber wichtige Eigenschaften anspruchsvoller Typographie wie horizontale Ausrichtung von mehreren Ligaturen, korrekte Silbenpositionierung und richtiger Umgang mit Versetzungszeichen fehlen noch.
Die Unterstützung für gregorianische Neumen wird aktiviert, indem
man mit \include die Datei ‘gregorian.ly’ am Anfang
der Quelldatei aktiviert. Damit werden zusätzliche Befehl
zur Verfügung gestellt, mit denen man die Neumensymbole des
Chorals produzieren kann.
Notenköpfe können verändert und/bzw. verbunden werden.
- Die Form des Notenkopf kann verändert werden, indem man
vor die Noten folgende Befehle schreibt:
\virga,\stropha,\inclinatum,\auctum,\ascendens,\descendens,\oriscus,\quilisma,\deminutum,\cavum,\linea. - Eigentliche Ligaturen (also Noten, die miteinander verbunden sind),
werden erstellt, indem man einen der verbindenden Befehle,
\pesoder\flexafür Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung, zwischen die zu verbindenden Noten setzt.
Eine Notenbezeichnung ohne jeglichen Modifikator produziert
ein punctum. Alle anderen Neumen, auch einzelne
Noten-Neumen mit einer anderen Form als der Virga
werden generell als Ligaturen betrachtet und deshalb
von den Zeichen \[...\] eingeklammert werden.
Einzelne Noten-Neumen:
- Das punctum ist die grundlegende Notenform (im
Vaticana-Stil: ein Quadrat mit gebogenen Ober- und
Unterkanten). Zusätzlich gibt es auch noch das oblique
punctum inclinatum, das mit dem Präfix
\inclinatumerstellt wird. Das normale punctum kann durch\cavumverändert werden, wodurch eine hohle Note erstellt wird, und durch\linea, wodurch vertikale Linien zu den Seiten der Note gezogen werden. - Die virga hat einen absteigenden Hals auf der
rechten Seite. Sie wird durch den Modifikator
\virgaerstellt.
Ligaturen
Anders als in anderen Neumennotationssystemen, wird das
typographische Aussehen einer Ligatur nicht durch Eingabebefehle
direkt vorgegeben, sondern richtet sich nach bestimmten
Darstellungsregeln, die durch die musikalische Bedeutung
bestimmt werden. Eine Ligatur mit drei Noten beispielsweise,
mit der Form tief-hoch-tief, wie etwa \[ a \pes b
\flexa g \], ergibt einen Torculus, der aus drei
Punctum-Köpfen besteht, während die Form hoch-tief-hoch,
wie etwa \[ a \flexa g \pes b \], einen Porrectus
mit einer gebogenen Flexa und nur einem Punctum-Kopf ergibt.
Es gibt keinen Befehl, mit dem explizit eine gebogene
Flexa gesetzt werden können; die Entscheidung, wann eine
derartige Form im Notenbild vorkommen soll, wird durch die
musikalische Bedeutung der Noten vorgegeben. Die Idee
hinter dieser Art der Eingabe ist es, dass der musikalische
Inhalt von der graphischen Ausgabe getrennt wird. Dadurch
wird es möglich, die gleiche Quelldatei zu benutzen, um
beispielsweise die Noten in einem anderen Stil darzustellen.
Liquescente Neumen
Eine weitere Hauptkategorie der Notation von gregorianischem Choral sind die sogenannten liquescenten Neumen. Sie werden unter bestimmten Umständen am Ende einer Silbe eingesetzt, die auf einen „liquescenten“ Buchstaben endet (das sind die Konsonanten, die eine Tonhöhe haben können, also die Nasale, l, r, v, j und ihre diphtongalen Entsprechungen). Liquescente Neumen werden also nie alleine eingesetzt (auch wenn sie isoliert produziert werden können) und treten immer am Ende einer Silbe auf.
Liquescente Neumen werden graphisch auf zwei Arten dargestellt:
mit einer kleineren Note oder indem die Hauptnote nach oben
bzw. unten „gedreht“ wird. Die erste Darstellungsweise
erreicht man, indem einen normalen pes oder flexa
schreibt und dann die Form der zweiten Note verändert:
\[ a \pes \deminutum b \] . Die zweite Darstellungsweise
erreicht man, indem die Form einer einzelnen Neume mit
\auctum und einem der Richtungsanzeiger
\descendens bzw. \ascendens versieht:
\[ \auctum \descendens a \] .
Spezielle Zeichen
Eine dritte Kategorie besteht aus einer kleinen Anzahl an
Zeichen mit einer besonderen Bedeutung: die quilisma, der
oriscus und der strophicus. Sie werden
notiert, indem man vor die entsprechende Note den
Modifikator \quilisma, \oriscus oder
\stropha schreibt.
Im Grunde kann innerhalb der Ligaturbegrenzer \[ und
\] eine beliebige Anzahl ans Notenköpfen eingefügt
werden und Präfixe wie \pes, \flexa, \virga,
\inclinatum usw. können beliebig untereinander
kombiniert werden. Der Einsatz der Regeln, mit denen die
Ligaturen konstruiert werden, wird entsprechend angepasst.
Auf diese Art kann eine unendliche Anzahl an Ligaturen erstellt
werden.
Die Benutzung der Notationszeichen folgt allerdings bestimmten Regeln, die nicht von LilyPond überprüft werden. Die quilisma beispielsweise findet sich immer als mittlere Note einer aufsteigenden Ligatur und fällt üblicherweise auf einen Halbtonschritt, aber es ist durchaus möglich, wenn auch nicht richtig, eine Quilisma bestehend aus einer Note zu notieren.
Neben den Notenformen definiert die Datei ‘gregorian.ly’
auch die Befehle \versus, \responsum, \ij,
\iij, \IJ und \IIJ, mit denen die
entsprechenden Zeichen, etwa für den Text oder als
Abschnittsmarkierung erstellt werden können. Diese
Befehl benutzen bestimmte Unicode-Zeichen und funktionieren
nur, wenn eine Schriftart vorhanden ist, die diese Zeichen
unterstützt.
In der folgenden Tabelle wird eine begrenzte, aber dennoch
repräsentative Anzahl an Ligaturen der Neumennotation dargestellt,
denen Fragmente beigefügt sind, die die Notation in LilyPond
zeigen. Die Tabelle basiert auf der erweiterten Neumentabelle
des zweiten Bands des Antiphonale Romanum (Liber
Hymnarius), 1983 von den Mönchen von Solsemes herausgegeben.
Die erste Spalte zeigt die Bezeichnungen der Ligaturen, fett für
die Normalform, kursiv für die liquescente Form. Die dritte
Spalte zeigt Code-Schnipsel, mit denen die Ligatur notiert
werden kann, wobei die Noten g, a und b
als Tonhöhen eingesetzt werden.
Neumen aus einzelnen Noten
| Grundform und liquescente Form | Ausgabe | LilyPond-Code |
| Punctum | \[ b \] | |
\[ \cavum b \] | ||
\[ \linea b \] | ||
| Punctum Auctum Ascendens | \[ \auctum \ascendens b \] | |
| Punctum Auctum Descendens | \[ \auctum \descendens b \] | |
| Punctum inclinatum | \[ \inclinatum b \] | |
| Punctum Inclinatum Auctum | \[ \inclinatum \auctum b \] | |
| Punctum Inclinatum Parvum | \[ \inclinatum \deminutum b \] | |
| Virga |
Ligaturen aus zwei Noten
| Clivis vel Flexa | \[ b \flexa g \] | |
| Clivis Aucta Descendens | \[ b \flexa \auctum \descendens g \] | |
| Clivis Aucta Ascendens | \[ b \flexa \auctum \ascendens g \] | |
| Cephalicus | \[ b \flexa \deminutum g \] | |
| Podatus/Pes | \[ g \pes b \] | |
| Pes Auctus Descendens | \[ g \pes \auctum \descendens b \] | |
| Pes Auctus Ascendens | \[ g \pes \auctum \ascendens b \] | |
| Epiphonus | \[ g \pes \deminutum b \] | |
| Pes Initio Debilis | \[ \deminutum g \pes b \] | |
| Pes Auctus Descendens Initio Debilis | \[ \deminutum g \pes \auctum \descendens b \] |
Ligaturen mit mehr als zwei Noten
| Torculus | \[ a \pes b \flexa g \] | |
| Torculus Auctus Descendens | \[ a \pes b \flexa \auctum \descendens g \] | |
| Torculus Deminutus | \[ a \pes b \flexa \deminutum g \] | |
| Torculus Initio Debilis | \[ \deminutum a \pes b \flexa g \] | |
| Torculus Auctus Descendens Initio Debilis | \[ \deminutum a \pes b \flexa \auctum \descendens g \] | |
| Torculus Deminutus Initio Debilis | \[ \deminutum a \pes b \flexa \deminutum g \] | |
| Porrectus | \[ a \flexa g \pes b \] | |
| Porrectus Auctus Descendens | \[ a \flexa g \pes \auctum \descendens b \] | |
| Porrectus Deminutus | \[ a \flexa g \pes \deminutum b \] | |
| Climacus | \[ \virga b \inclinatum a \inclinatum g \] | |
| Climacus Auctus | \[ \virga b \inclinatum a \inclinatum \auctum g \] | |
| Climacus Deminutus | \[ \virga b \inclinatum a \inclinatum \deminutum g \] | |
| Scandicus | \[ g \pes a \virga b \] | |
| Scandicus Auctus Descendens | \[ g \pes a \pes \auctum \descendens b \] | |
| Scandicus Deminutus | \[ g \pes a \pes \deminutum b \] |
Special Signs
| Quilisma | \[ g \pes \quilisma a \pes b \] | |
| Quilisma Pes Auctus Descendens | \[ \quilisma g \pes \auctum \descendens b \] | |
| Oriscus | \[ \oriscus b \] | |
| Pes Quassus | \[ \oriscus g \pes \virga b \] | |
| Pes Quassus Auctus Descendens | \[ \oriscus g \pes \auctum \descendens b \] | |
| Salicus | \[ g \oriscus a \pes \virga b \] | |
| Salicus Auctus Descendens | \[ g \oriscus a \pes \auctum \descendens b \] | |
| (Apo)stropha | \[ \stropha b \] | |
| Stropha Aucta | \[ \stropha \auctum b \] | |
| Bistropha | \[ \stropha b \stropha b \] | |
| Tristropha | \[ \stropha b \stropha b \stropha b \] | |
| Trigonus | \[ \stropha b \stropha b \stropha a \] |
Vordefinierte Befehle
Folgende Notenpräfixe sind unterstützt:
\virga,
\stropha,
\inclinatum,
\auctum,
\descendens,
\ascendens,
\oriscus,
\quilisma,
\deminutum,
\cavum,
\linea.
Präfixe können kombiniert werden, wenn es hier auch Begrenzungen
gibt. Zum Beispiel können die Präfixe \descendens oder
\ascendens vor einer Note geschrieben werden, aber nicht
beide für die selbe Note.
Zwei benachbarte Noten können mit den \pes und
\flexa-Infixen verbunden werden, um eine steigende bwz.
fallende Melodielinie zu notieren.
Die musikalische Funktion \augmentum muss benutzt werden, um
augmentum-Punkte hinzuzufügen.
Siehe auch
Glossar: ligature.
Notationreferenz: Ligaturen der gregorianischen Quadratnotation, Weiße Mensuralligaturen, Ligaturen.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn ein \augmentum-Punkt am Ende des letzten Systems innerhalb
einer Ligatur gesetzt wird, ist er vertikal etwas falsch positioniert. Als
Abhilfe kann eine unsichtbare Note (z. B. s8) als letzte Note im
System eingegeben werden.
\augmentum sollte als Präfix implementiert sein, nicht als eigene
musikalische Funktion, so dass \augmentum mit den anderen
Präfixen in arbiträrer Reihenfolge notiert werden kann.
2.9.5 Kiever Quadratnotation setzen
| Kiever Kontexte | ||
| Kiever Schlüssel | ||
| Kiever Notenköpfe | ||
| Kiever Versetzungszeichen | ||
| Kiever Taktstriche |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Kiever Quadratnotation setzen ] | [ Nach oben : Kiever Quadratnotation setzen ] | [ Kiever Schlüssel > ] | ||
Kiever Kontexte
Wie auch für die Mensural- und Gregorianische Notation können die Kontexte
KievanVoice and KievanStaff eingesetzt werdne, um
Noten der Kiever Quadratnotation zu setzen. Diese Kontexte initialisieren
die benötigten Kontexteigenschaften und Grob-Eigenschaften mit den
richtigen Werten, sodass man sofort den Choral notieren kann:
\score {
<<
\new KievanVoice = "melody" \transpose c c' {
\cadenzaOn
c4 c c c c2 b,\longa
\bar "kievan"
}
\new Lyrics \lyricsto "melody" {
Го -- спо -- ди по -- ми -- луй.
}
>>
}
Siehe auch
Glossar: kievan notation.
Bekannte Probleme und Warnungen
LilyPond unterstützt Kiever Notation des Synodischen Stils, welcher im Korpus der Gesangsbücher eingesetzt wurde, die durch Russische Heilige Synode 1910 gedruckt wurden und neuerdings durch das Moskauer Patriarchat Verlagshaus neu heruasgegeben wurden. LilyPond kann nicht die älteren (selteren) Formen der Kiever Notation setzen, mit denen in Galizien rusinischer Choral notiert worden ist.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Kiever Kontexte ] | [ Nach oben : Kiever Quadratnotation setzen ] | [ Kiever Notenköpfe > ] | ||
Kiever Schlüssel
Es gibt nur einen Schlüssel in der Kiever Notation (der Tse-fa-ut-Schlüssel).
Er bezeichnet die Position von c:
\clef "kievan-do" \override NoteHead.style = #'kievan c
Siehe auch
Glossar: kievan notation, clef.
Notationsreferenz: Notenschlüssel.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Kiever Schlüssel ] | [ Nach oben : Kiever Quadratnotation setzen ] | [ Kiever Versetzungszeichen > ] | ||
Kiever Notenköpfe
Für die Kiever Notation muss der richtige Notenkopfstil gewählt
werden. Die erreicht man, indem man die style-Eigenschaft des
NoteHead-Objekts auf kievan setzt.
Die Kiever Schlussnote, welche am Ende eines Stückes gesetzt wird,
kann gewählt werden, indem man die Notendauer \longa einsetzt.
Das Kiever Rezitativzeichen, welches die Rezitation auf einer Tonhöhe
anzeigt, kann gesetzt werden, indem die Notendauer \breve
notiert wird. Folgendes Beispiel demonstriert die unterschiedlichen
Notenköpfe:
\autoBeamOff \cadenzaOn \override NoteHead.style = #'kievan b'1 b'2 b'4 b'8 b'\breve b'\longa
Siehe auch
Glossar: kievan notation, note head.
Notationsreferenz: Notenkopfstile.
Bekannte Probleme und Warnungen
LilyPond bestimmt automatisch die Richtung eines Halses. Für Gesang
in der Quadratnotation zeigen die Hälse jedoch alle in die gleiche
Richtung innerhalb eines Melismas. Das kann man manuell erreichen,
indem man die direction-Eigenschaft des Stem-Objekts
setzt.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Kiever Notenköpfe ] | [ Nach oben : Kiever Quadratnotation setzen ] | [ Kiever Taktstriche > ] | ||
Kiever Versetzungszeichen
Der Versetzungszeichenstil kievan wird durch die Eigenschaft
glyph-name-alist des Accidental-Grobs ausgewählt.
Dieser Stil stellt ein Kreuz und ein B-Zeichen zur Verfügung, die
sich von den Standardzeichen unterscheiden. Es gibt kein Auflösungszeichen
in der Kiever Notation. Das Kreuz wird in der Synodalen Musik nicht
eingesetzt, kann aber in früheren Manuskripten auftreten. Es wurde
vor allem der Vollständigkeit halber eingesetzt.
\clef "kievan-do" \override NoteHead.style = #'kievan \override Accidental.glyph-name-alist = #alteration-kievan-glyph-name-alist bes' dis,
Siehe auch
Glossar: kievan notation, accidental.
Notationsreferenz: Versetzungszeichen, Automatische Versetzungszeichen, Die Feta-Schriftart
Kiever Taktstriche
Eine dekorative Figur wird üblicherweise am Ende von eines
Musikstückes der Kiever Notation gesetzt, was man als Kiever
Schlussstrich bezeichnen kann. Es wird gesetzt mit \bar "kievan".
\clef "kievan-do" \override NoteHead.style = #'kievan c \bar "kievan"
Siehe auch
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Kiever Taktstriche ] | [ Nach oben : Notation von alter Musik ] | [ Incipite > ] | ||
2.9.6 Musiksatz Alter Musik in der Praxis – Szenarien und Lösungen
| Incipite | ||
| Mensurstriche | ||
| Gregorianischen Choral transkribieren | ||
| Alte und moderne Edition aus einer Quelldatei | ||
| Herausgeberische Anmerkungen |
Wenn man mit Alter Notation zu tun hat, fallen oft Aufgaben an, die in der modernen Notation nicht vorkommen, für welche LilyPond geschaffen wurde. In diesem Abschnitt sollen darum einige praktische Problemstellungen und Lösungsvorschläge dargestellt werden. Dabei handelt es sich um:
- wie man Incipite in modernen Editionen von Mensuralnotation notieren kann (d.h. ein kleiner Abschnitt vor der eigentlichen Partitur, der die Originalnotenformen darstellt),
- wie man Mensurstriche einstellt, mit denen oft moderne Transkriptionen polyphoner Musik notiert werden,
- wie man den gregorianischen Choral mit moderner Notation darstellt und
- wie man sowohl ein Mensuralnotationsbild als auch eine moderne Edition aus der selben Quelle erstellt.
Incipite
In Arbeit.
Mensurstriche
Als Mensurstriche wird ein Notenlayout bezeichnet, in dem die Taktlinien nicht auf den Systemen, sondern nur zwischen Systemen gezogen werden. Damit soll signalisiert werden, dass das Original keine Takteinteilung besessen hat und etwa Synkopen nicht über Taktlinien hinweg aufgeteilt werden müssen, während man sich dennoch an den Taktlinien rhythmisch orientieren kann.
Das Mensurstiche-Layout, in welchem die Taktlinien nicht auf den Systemen,
sondern zwischen den Systemen gesetzt werden, kann mit einer StaffGroup
anstelle von ChoirStaff erreicht werden. Die Taktlinien auf den
Systemen werden mit der transparent-Eigenschaft ausgelöscht.
global = {
\hide Staff.BarLine
s1 s
% the final bar line is not interrupted
\undo \hide Staff.BarLine
\bar "|."
}
\new StaffGroup \relative c'' {
<<
\new Staff { << \global { c1 c } >> }
\new Staff { << \global { c c } >> }
>>
}
Gregorianischen Choral transkribieren
Gregorianischer Choral kann mit einigen einfachen Einstellungen in moderner Notation notiert werden.
Hälse. Hälse können meistens weggelassen werden, was geschieht,
indem man den Stem_engraver aus dem Stimmenkontext
entfernt:
\layout {
...
\context {
\Voice
\remove "Stem_engraver"
}
}
In einigen Transkriptionsstilen werden jedoch teilweise
Hälse eingesetzt, um etwa den Übergang von einem Einton-Rezitativ
zu einer melodischen Geste anzuzeigen. In diesem Fall können
Hälse entweder mit \hide Stem
unsichtbar gemacht werden oder mit
\override Stem.length = #0 auf die Länge von 0 reduziert
werden. Die Hälse müssen dann wieder an den entsprechenden
Stellen mit \once \override Stem.transparent = ##f
sichtbar gemacht werden (siehe auch Beispiel unten). Wenn Hälse
eingesetzt werden, die Fähnchen haben, muss zusätzlich auch noch
\hide Flag eingestellt werden.
Takt. Für Gesang ohne Metrum gibt es einige Alternativen.
Der Time_signature_engraver kann aus dem Staff-Kontext
entfernt werden, ohne dass es negative Seiteneffekte gäbe.
Alternativ kann er durchsichtig gemacht werden, dabei entsteht
aber ein leerer Platz zu Beginn der Noten an der Stelle, wo
normalerweise die Taktangabe stehen würde.
In vielen Fällen ergibt \set Score.timing = ##f gute
Ergebnisse. Eine andere Möglichkeit ist es, \cadenzaOn
und \cadenzaOff zu benutzen.
Um Taktstriche zu entfernen, kann man radikal den Bar_engraver
aus dem Staff-Kontext entfernen. Wenn man ab und zu
einen Taktstrich braucht, sollten die Striche nur mit
\hide BarLine unsichtbar
gemacht werden.
Oft werden Rezitativtöne mit einer Brevis angezeigt. Der Text für die Rezitativnote kann auf zwei Arten notiert werden: entweder als einzelne, links ausgerichtete Silbe:
\include "gregorian.ly"
chant = \relative c' {
\clef "G_8"
c\breve c4 b4 a c2 c4 \divisioMaior
c\breve c4 c f, f \finalis
}
verba = \lyricmode {
\once \override LyricText.self-alignment-X = #-1
"Noctem quietam et" fi -- nem per -- fec -- tum
\once \override LyricText.self-alignment-X = #-1
"concedat nobis Dominus" om -- ni -- po -- tens.
}
\score {
\new Staff <<
\new Voice = "melody" \chant
\new Lyrics = "one" \lyricsto melody \verba
>>
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Time_signature_engraver"
\remove "Bar_engraver"
\hide Stem
}
}
}
Das funktioniert gut, solange der Text nicht über einen Zeilenumbruch reicht. In diesem Fall kann man etwa die Noten der Silben verstecken (hier werden auch die Hälse unsichtbar gemacht):
\include "gregorian.ly"
chant = \relative c' {
\clef "G_8"
\set Score.timing = ##f
c\breve \hide NoteHead c c c c c
\undo \hide NoteHead
\override Stem.transparent = ##f \stemUp c4 b4 a
\hide Stem c2 c4 \divisioMaior
c\breve \hide NoteHead c c c c c c c
\undo \hide NoteHead c4 c f, f \finalis
}
verba = \lyricmode {
No -- ctem qui -- e -- tam et fi -- nem per -- fec -- tum
con -- ce -- dat no -- bis Do -- mi -- nus om -- ni -- po -- tens.
}
\score {
\new Staff <<
\new Voice = "melody" \chant
\new Lyrics \lyricsto "melody" \verba
>>
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Time_signature_engraver"
\hide BarLine
\hide Stem
}
}
}
Eine andere übliche Situation ist die Transkription von neumatischem oder melismatischem Gesang, d.h. Gesang, der eine unterschiedliche Anzahl von Noten pro Silbe hat. In diesem Fall sollen die Silbengruppen üblicherweise deutlich voneinander getrennt gesetzt werden, oft auch die Untergruppen eines längeren Melismas. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, ist es, eine feste Taktart, etwa 1/4, zu benutzen und dann jeder Silbe oder Notengruppe einen ganzen Takt zuzuweisen, u.U. mit Hilfe von Triolen und kleinen Notenwerten. Wenn die Taktstriche und alle anderen rhythmischen Anweisungen unsichtbar gemacht werden, und der Platz um die Taktstriche vergrößert wird, ergibt sich eine recht gute Repräsentation der Originalnotation.
Damit Silben mit unterschiedlicher Länge (etwa „-ri“ und
„-rum“) die Silbengruppen nicht ungleichmäßig aufweiten,
kann die 'X-extent-Eigenschaft des LyricText-Objekts
auf einen festen Wert gesetzt werden. Eine andere
Möglichkeit wäre es, die Silben als Textbeschriftung
einzufügen. Wenn weitere horizontale Anpassungen nötig sind,
können sie mit unsichtbaren (s)-Noten vorgenommen
werden.
spiritus = \relative c' {
\time 1/4
\override Lyrics.LyricText.X-extent = #'(0 . 3)
d4 \tuplet 3/2 { f8 a g } g a a4 g f8 e
d4 f8 g g8 d f g a g f4 g8 a a4 s
\tuplet 3/2 { g8 f d } e f g a g4
}
spirLyr = \lyricmode {
Spi -- ri -- _ _ tus _ Do -- mi -- ni _ re -- ple -- _ vit _
or -- _ bem _ ter -- ra -- _ rum, al -- _ _ le -- _ lu
-- _ ia.
}
\score {
\new Staff <<
\new Voice = "chant" \spiritus
\new Lyrics = "one" \lyricsto "chant" \spirLyr
>>
\layout {
\context {
\Staff
\remove "Time_signature_engraver"
\override BarLine.X-extent = #'(-1 . 1)
\hide Stem
\hide Beam
\hide BarLine
\hide TupletNumber
}
}
}
Alte und moderne Edition aus einer Quelldatei
In Arbeit.
Herausgeberische Anmerkungen
In Arbeit.
2.10 Weltmusik
Dieser Abschnitt soll Besonderheiten der Notation aufzeigen, die insbesondere relevant sind, um Musik nicht-westlicher Tradition zu notieren.
| 2.10.1 Übliche Notation für nichteuropäische Musik | ||
| 2.10.2 Arabische Musik | ||
| 2.10.3 Türkische klassische Musik |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Weltmusik ] | [ Nach oben : Weltmusik ] | [ Erweiterung von Notation und Stimmungssystemen > ] | ||
2.10.1 Übliche Notation für nichteuropäische Musik
Dieser Abschnitt zeigt, wie man Partituren erstellt, die nicht der europäischen klassischen Musiktradition angehören.
| Erweiterung von Notation und Stimmungssystemen |
Erweiterung von Notation und Stimmungssystemen
Die klassische Standardnotation wird üblicherweise zur Notation verschiedenster Musikarten benutzt und ist nicht auf die „klassische Musik“ beschränkt. Diese Notation wird behandelt in Tonhöhen setzen, und die unterschiedlichen Notenbezeichnungen, die eingesetzt werden können, finden sich in Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.
Viele nicht-europäische Musik (und auch manche europäische Volksmusik) benutzt jedoch alternative oder erweiterte Skalen (Tonleitern), die man nicht mit der normalen westlichen Notation notieren kann.
In einigen Fällen wird die klassische Notation dennoch benutzt, wobei man die Tonhöhenunterschiede implizit mitliest. Beispielsweise arabische Musik wird mit normalen Halb- und Vierteltonversetzungszeichen notiert und die exakte Tonhöhe (die etwas von der notierten abeweichen kann) dann aus dem Kontext erschlossen. Italienische Notenbezeichnungen werden normalerweise benutzt, und die Init-Datei ‘arabic.ly’ stellt eine Anzahl an Makros zur Verfügung, die die Standardnoation erweitern. Siehe auch Arabische Musik.
Andere Musik brauchen erweiterte oder ganz einzigartige Notation. Die klassische Musik der Türkei, oder ottomanische Musik, benutzt melodische Formen, die als makamlar bekannt sind und deren Intervalle auf 1/9-Bruchteilen des Ganztones beruhen. Die normale europäische Notation wird trotzdem auf dem System mit normalen Noten benutzt mit speziellen türkischen Versetzungszeichen. Diese Versetzungszeichen sind in der Datei ‘makam.ly’ definiert. Zu weiterer Information über die klassische türkische Musik und Makamlar, siehe Türkische klassische Musik.
Um Dateien wie ‘arabic.ly’ oder ‘makam.ly’ zu finden, siehe Mehr Information.
Ausgewählte Schnipsel
Makam-Beispiel
Makam ist eine türkische Melodie, in der 1/9-Tonabstände eingesetzt werden. Sehen Sie sich die Initialisierungsdatei ‘makam.ly’ für weiter Information zu Tonhöhenbezeichnungen und Alterationen an (siehe Handbuch zum Lernen 2.18.2, 4.6.3 Weitere Information zu Hinweisen, wo diese Datei gespeichert ist).
% Initialize makam settings
\include "makam.ly"
\relative c' {
\set Staff.keySignature = #`((6 . ,(- KOMA)) (3 . ,BAKIYE))
c4 cc db fk
gbm4 gfc gfb efk
fk4 db cc c
}
Siehe auch
Glossar: Common Practice Period, makamlar.
Handbuch zum Lernen: Mehr Information.
Notationsreferenz: Tonhöhen setzen, Notenbezeichnungen in anderen Sprachen, Arabische Musik, Türkische klassische Musik.
2.10.2 Arabische Musik
Dieser Abschnitt zeigt Möglichkeiten, wie arabische Musik notiert werden kann.
| Referenz für arabische Musik | ||
| Arabische Notenbezeichnungen | ||
| Arabische Tonarten | ||
| Arabische Taktarten | ||
| Arabische Notenbeispiele | ||
| Weitere Literatur zur arabischen Musik |
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Arabische Musik ] | [ Nach oben : Arabische Musik ] | [ Arabische Notenbezeichnungen > ] | ||
Referenz für arabische Musik
Arabische Musik wurde bisher vor allem mündlich tradiert. Wenn Musik transkribiert wird, handelt es sich meistens um ein Gerüst, auf dem der Musiker eigene Improvisationen ausführt. Mehr und mehr wird die westliche Notation mit einigen Veränderungen benutzt, um die arabische Musiktradition weiterzugeben und zu konservieren.
Einige Elemente der westlichen Notation wie etwa die Transkription von Akkorden oder eigenständige Stimmen werden für die traditionelleren arabischen Noten nicht benötigt. Es gibt allerdings einige andere Probleme, wie etwa die Notwendigkeit, Zwischenintervalle zu notieren, die sich irgendwo zwischen einem Halbton und einem Ganzton befinden. Daneben werden auch die westlichen Halb- und Ganztöne eingesetzt. Es muss auch möglich sein, eine große Anzahl an maqam (Modi) der arabischen Musik zu bezeichnen und zu gruppieren.
Üblicherweise müssen Mikrotöne in der arabischen Musik nicht präzise notiert werden.
Einige Bereiche, die für die arabische Notation wichtig sind, sind an anderer Stelle behandelt:
- Notenbezeichnungen und Versetzungszeichen (inklusive Vierteltöne) können angepasst werden, wie behandelt in Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
- Zusätzliche Taktarten können erstellt werden, siehe Tonartbezeichnung.
- Komplexe Taktarten erfordern evtl., dass Noten manuell gruppiert werden, wie gezeigt in Manuelle Balken.
- Takasim, rhythmisch freie Improvisationen, können ohne Taktlinien notiert werden, siehe hierzu Musik ohne Metrum.
Siehe auch
Notationsreferenz: Übliche Notation für nichteuropäische Musik, Tonartbezeichnung, Manuelle Balken.
Schnipsel: World music.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
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Arabische Notenbezeichnungen
An der arabischen Tradition orientierte Notenbezeichnungen können sehr
land sein und eignen sich daher nicht gut für die Notation von Musik.
Sie werden nicht benutzt. Englische Notenbezeichnungen hingegen sind
in der arabischen Musikerziehung recht unbekannt, weshalb italienische
Notenbezeichnungen (do, re, mi, fa, sol, la, si) eingesetzt
werden. Modifikatoren (Versetzungszeichen) können auch benutzt werden.
Italienische Notenbezeichnungen finden sich erklärt in
Notenbezeichnungen in anderen Sprachen, die Benutzung der normalen
europäischen Notation für nichteuropäische Musik findet sich erklärt
in Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
Hier ein Beispiel der arabischen rast-Tonleiter:
\include "arabic.ly"
\relative do' {
do re misb fa sol la sisb do sisb la sol fa misb re do
}
Das Symbol für das Halb-B sieht anders aus als das Symbol, was
üblicherweise in arabischer Notation benutzt wird. Das
\dwn-Symbol, das in der Datei ‘arabic.ly’ definiert
ist, kann als ein Workaround eingesetzt werden, wenn es notwendig
ist, das arabische Symbol zu benutzen. Das Aussehen des
Halb-Bs in den Vorzeichen kann mit dieser Methode nicht verändert
werden.
\include "arabic.ly"
\relative do' {
\set Staff.extraNatural = ##f
dod dob dosd \dwn dob dobsb dodsd do do
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Notenbezeichnungen in anderen Sprachen, Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
Schnipsel: World music.
| [ << Spezielle Notation ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Allgemeine Eingabe und Ausgabe >> ] | ||
| [ < Arabische Notenbezeichnungen ] | [ Nach oben : Arabische Musik ] | [ Arabische Taktarten > ] | ||
Arabische Tonarten
Neben den westlichen Dur- und Moll-Tonarten sind folgende Tonarten in ‘arabic.ly’ definiert: bayati, rast, sikah, iraq und kurd. Diese Tonarten definieren eine kleine Gruppe von Maqams, die weitverbreitet sind.
Ein Maqam kann die Tonart der Gruppe benutzen, zu der er gehört, oder die einer benachbarten Gruppe. Zusätzlich können verschiedene Versetzungszeichen in den Noten markiert werden.
Um also etwa die Tonart des Maqams „muhayer“ folgendermaßen notiert:
\key re \bayati
re ist die Tonhöhe für den „muhayer“-Maqam und bayati ist die Bezeichnung des Basismaqams der Gruppe.
Während die Vorzeichen eine Gruppe anzeigen, wird meistens der eigentliche Maqam im Titel definiert. In diesem Beispiel müsste also der „muhayer“-Maqam im Titel erscheinen.
Andere Maqams derselben Bayati-Gruppe, wie in der Tabelle unten gezeigt ((bayati, hussaini, saba und ushaq) können auf die gleiche Weise notiert werden. Sie sind alle Variationen des Grundmaqams Bayati. Sie unterscheiden sich üblicherweise vom grundlegenden Maqam in ihrem oberen Tetrachord oder in bestimmten Einzelheiten, die aber nicht ihre eigentliche Qualität verändern.
Der andere Maqam der gleichen Gruppe (Nawa) ist mit bayati durch eine Modulation verwandt, deren Grundton in der Tabelle angezeigt wird, wenn es sich um einen Maqam handelt, der eine Modulation eines anderen Maqams darstellt. Nawa kann folgenderweise notiert werden:
\key sol \bayati
In der arabischen Musik ist ein Begriff wie bayati, der eine Maqam-Gruppe bezeichnet, gleichzeitig auch selber ein Maqam, meistens der häufigste dieser Gruppe.
Hier ist eine Möglichkeit, Maqams zu gruppieren, womit die häufigsten Maqams bestimmten Vorzeichen zugeordnet werden:
| Maqam-Gruppe | Vorzeichen (\key) | Finalis | Andere Maqams der Gruppe (Finalis) |
|---|---|---|---|
| ajam | major | sib | jaharka (fa) |
| bayati | bayati | re | hussaini, muhayer, saba, ushaq, nawa (sol) |
| hijaz | kurd | re | shahnaz, shad arban (sol), hijazkar (do) |
| iraq | iraq | sisb | - |
| kurd | kurd | re | hijazkar kurd (do) |
| nahawand | minor | do | busalik (re), farah faza (sol) |
| nakriz | minor | do | nawa athar, hisar (re) |
| rast | rast | do | mahur, yakah (sol) |
| sikah | sikah | misb | huzam |
Ausgewählte Schnipsel
Untypische Tonarten
Der üblicherweise benutzte \key-Befehl setzt die
keySignature-Eigenschaft im Staff-Kontext.
Um untypische Tonartenvorzeichen zu erstellen, muss man diese Eigenschaft
direkt setzen. Das Format für den Befehl ist eine Liste: \set
Staff.keySignature = #`(((Oktave . Schritt) . Alteration) ((Oktave
. Schritt) . Alteration) ...) wobei für jedes Element in der Liste
Oktave die Oktave angibt (0 ist die Oktave vom
eingestrichenen C bis zum eingestrichenen H), Schritt gibt
die Note innerhalb der Oktave an (0 heißt C und
6 heißt H), und Alteration ist ,SHARP ,FLAT
,DOUBLE-SHARP usw. (Beachte das beginnende Komma.)
Alternativ kann auch jedes Element der Liste mit dem allgemeineren Format
(Schritt . Alteration) gesetzt werden, wobei dann die Einstellungen
für alle Oktaven gelten.
Hier ein Beispiel einer möglichen Tonart für eine Ganztonleiter:
\relative c' {
\set Staff.keySignature = #`(((0 . 6) . ,FLAT)
((0 . 5) . ,FLAT)
((0 . 3) . ,SHARP))
c4 d e fis
aes4 bes c2
}
Siehe auch
Glossar: maqam, bayati, rast, sikah, iraq, kurd.
Notationsreferenz: Tonartbezeichnung.
Handbuch zum Lernen: Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).
Referenz der Interna: KeySignature.
Schnipsel: World music, Pitches.
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Arabische Taktarten
Einige klassische Formen der arabischen und türkischen Musik wie etwa Semai haben ungewöhnliche Taktarten wie etwa 10/8. Das kann dazu führen, dass die automatische Bebalkung der Noten nicht zu dem Ergebnis kommt, welches in der üblichen Notation dieser Musik eingesetzt wird. Die Noten werden nicht anhand einer Taktzeit, sondern anhand von Kriterien gruppiert, die man schwer mit einer automatischen Balkenfunktion erfassen kann. Das kann umgangen werden, indem die automatische Bebalkung ausgeschaltet wird und die Balken explizit gesetzt werden. Auch wenn es nicht darauf ankommen sollte, eine schon notierte Musik nachzuahmen, ist es in vielen Fällen dennoch erforderlich, die Bebalkung anzupassen und/oder zusammengesetzte Taktarten zu benutzen.
Ausgewählte Schnipsel
Arabische Improvisation
Bei Improvisation oder taqasim, die zeitlich frei gespielt
werden, kann die Taktart ausgelassen werden und \cadenzaOn
kann eingesetzt werden. Es kann nötig sein, den Versetzungszeichenstil
anzupassen, weil sonst die Versetzungszeichen nur einmal ausgegeben
werden, da keine Taktlinien gesetzt sind. Hier ein Beispiel, wie
der Beginn einer hijaz-Improvisation aussehen könnte:
\include "arabic.ly"
\relative sol' {
\key re \kurd
\accidentalStyle forget
\cadenzaOn
sol4 sol sol sol fad mib sol1 fad8 mib re4. r8 mib1 fad sol
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Manuelle Balken, Automatische Balken, Musik ohne Metrum, Automatische Versetzungszeichen, Einstellung von automatischen Balken, Taktangabe.
Schnipsel: World music.
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Arabische Notenbeispiele
Hier eine Vorlage, welche den Beginn eines türkischen Semai benutzt, der in der arabischen Musikerziehung oft herangezogen wird, um Besonderheiten der arabischen Musiknotation, wie etwa Zwischenintervalle und ungewöhnliche Modi, zu illustrieren.
\include "arabic.ly"
\score {
\relative re' {
\set Staff.extraNatural = ##f
\set Staff.autoBeaming = ##f
\key re \bayati
\time 10/8
re4 re'8 re16 [misb re do] sisb [la sisb do] re4 r8
re16 [misb do re] sisb [do] la [sisb sol8] la [sisb] do [re] misb
fa4 fa16 [misb] misb8. [re16] re8 [misb] re [do] sisb
do4 sisb8 misb16 [re do sisb] la [do sisb la] la4 r8
}
\header {
title = "Semai Muhayer"
composer = "Jamil Bek"
}
}
Siehe auch
Schnipsel: World music.
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Weitere Literatur zur arabischen Musik
-
The Music of the Arabs von Habib Hassan Touma (Amadeus Press, 1996)
enthält eine Beschreibung von Maqams und Methoden zu ihrer
Gruppierung.
Es gibt auch einige Internetseiten, die Maqams erklären und teilweise auch Klangdateien zur Verfügung stellen:
Die Maqam-Gruppierungen unterscheiden sich in einigen Details, auch wenn die allgemeinen Kriterien weithin anerkannt sind: gemeinsame untere Tetrachorde sowie Modulation.
-
Es gibt keine Übereinstimmung darüber, wie die Vorzeichen für
bestimmte Maqams angegeben werden sollen. Oft wird eine
Vorzeichenart für eine ganze Maqam-Gruppe verwendet, anstatt
dass jeder Maqam eigene Vorzeichen hätte.
Lehrbücher für Oud, die arabische Laute, folgender Autoren enthalten Beispiele vor allem türkischer und arabischer Kompositionen:
- Charbel Rouhana
- George Farah
- Ibrahim Ali Darwish Al-masri
2.10.3 Türkische klassische Musik
Dieser Abschnitt zeigt Probleme, die bei der Notation von klassischer türkischer Musik auftreten können.
| Verweise für türkische klassische Musik | ||
| Türkische Notenbezeichnungen |
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Verweise für türkische klassische Musik
Türkische klassische Musik wurde im Osmanischen Reich während einer Periode entwickelt, die ungefähr zur gleichen Zeit der westlichen klassischen Musik stattfand. Diese lebendige und starke Tradition wird bis heute mit ihren eigenen kompositorischen Formen, Musiktheorie und Aufführungsstilen weitergeführt. Unter den Eigenheiten dieser Tradition befinden sich die Benutzung von Mikrointervallen basierend auf „Kommas“ von 1/9-Tönen, aus denen melodische Formen konstruiert werden, welche man als makam (Pl. makamlar) bezeichnet.
Einige Probleme der Notation türkischer klassischer Musik sind woanders behandelt:
- Notenbezeichnungen und Versetzungszeichen finden sich in Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
Türkische Notenbezeichnungen
Tonhöhen der türkischen klassischen Musik haben traditionell einmalige Bezeichnungen, und weil die Tonhöhen auf 1/9-Tönen basieren, unterscheiden sich die Intervalle von makamlar deutlich von den Intervallen westlicher klassischer Musik: koma (1/9 eines Ganztons), eksik bakiye (3/9), bakiye (4/9), kücük mücenneb (5/9), büyük mücenneb (8/9), tanîni (ein Ganzton) und artık ikili (12/9 oder 13/9 eines Ganztons).
Es bietet sich an, die normalen westlichen Noten auf dem Notensystem zu benutzen (also c, d, e …) angrereichert mit besonderen Versetzungszeichen, die die Noten um 1/9, 4/9, 5/9 und 8/9 eines Ganztons erhöhen oder erniedrigen. Diese Versetzungszeichen sind definiert in der Datei ‘makam.ly’.
Die folgende Tabelle zeigt
- die Bezeichnung dieser besonderen Versetzungszeichen
- die Endung, die an die Note gehängt werden muss und
- die Tonhöhenveränderung als Bruch eines Ganztones.
Versetzungszeichen
Endung
Tonhöhenveränderung
büyük mücenneb (Kreuz)
-bm
+8/9
kücük mücenneb (Kreuz)
-k
+5/9
bakiye (Kreuz)
-b
+4/9
koma (Kreuz)
-c
+1/9
koma (B)
-fc
-1/9
bakiye (B)
-fb
-4/9
kücük mücenneb (B)
-fk
-5/9
büyük mücenneb (B)
-fbm
-8/9
Eine weitergehende Erklärung der Notation nichteuropäischer Musik findet sich in Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
Siehe auch
Notationsreferenz: Übliche Notation für nichteuropäische Musik.
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3. Allgemeine Eingabe und Ausgabe
Dieses Kapitel erklärt allgemeine Fragen zur Eingabe und Ausgabe von Notation mit LilyPond und weniger direkte Fragen der Notation.
| 3.1 Eingabestruktur | ||
| 3.2 Titel | ||
| 3.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien | ||
| 3.4 Ausgabe kontrollieren | ||
| 3.5 MIDI-Ausgabe | ||
| 3.6 Musikalische Information extrahieren |
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3.1 Eingabestruktur
Das hauptsächliche Eingabeformat von LilyPond sind Textdateien. Üblicherweise werden diese Dateien mit der Endung ‘.ly’ versehen.
| 3.1.1 Struktur einer Partitur | ||
| 3.1.2 Mehrere Partituren in einem Buch | ||
| 3.1.3 Mehrere Ausgabedateien aus einer Eingabedatei | ||
| 3.1.4 Dateinamen der Ausgabedateien | ||
| 3.1.5 Die Dateistruktur |
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3.1.1 Struktur einer Partitur
Eine \score-Umgebung muss einen einzelnen musikalischen
Ausdruck beinhalten, der durch geschweifte Klammern begrenzt wird:
\score {
...
}
Achtung: Es darf nur ein äußerer musikalischer Ausdruck
in der score-Umgebung geschrieben werden, und er muss
von geschweiften Klammern umgeben sein.
Dieser einzelne musikalische Ausdruck kann beliebige Größe annehmen und andere musikalische Ausdrücke von beliebiger Komplexität beinhalten. Alle diese Beispiele sind musikalische Ausdrücke:
{ c'4 c' c' c' }
{
{ c'4 c' c' c' }
{ d'4 d' d' d' }
}
<<
\new Staff { c'4 c' c' c' }
\new Staff { d'4 d' d' d' }
>>
{
\new GrandStaff <<
\new StaffGroup <<
\new Staff { \Flöte }
\new Staff { \Oboe }
>>
\new StaffGroup <<
\new Staff { \GeigeI }
\new Staff { \GeigeII }
>>
>>
}
Kommentare bilden eine Ausnahme dieser Regel. (Andere Ausnahmen
siehe Die Dateistruktur.) Sowohl einzeilige als auch
Blockkommentare (eingegrenzt durch %{ .. %}) können
an beliebiger Stelle einer Eingabedatei geschrieben werden. Sie
können innerhalb oder außerhalb der \score-Umgebung vorkommen,
und innerhalb oder außerhalb des einzelnen musikalischen Ausdrucks
innerhalb der \score-Umgebung.
Denken Sie daran, dass auch eine Datei, die nur eine \score-Umgebung
enhält, implizit in eine \book-Umgebung eingeschlossen wird. Eine
\book-Umgebung in einer Eingabdatei produziert wenigstens eine
Ausgabedatei, und standardmäßig wird der Name der Ausagabedatei aus dem
Namen der Eingabedatei abgeleitet. ‘fandangoforelephants.ly’ produziert
also ‘fandangoforelephants.pdf’.
Zu weiteren Einzelheiten zu \book-Umgebungen siehe
Mehrere Partituren in einem Buch,
Mehrere Ausgabedateien aus einer Eingabedatei und
Die Dateistruktur.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Arbeiten an Eingabe-Dateien, Musikalische Ausdrücke erklärt, Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck.
Notationsreferenz: Mehrere Partituren in einem Buch, Mehrere Ausgabedateien aus einer Eingabedatei und Die Dateistruktur.
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3.1.2 Mehrere Partituren in einem Buch
Eine Partitur kann mehrere musikalische Stücke und verschiedene
Texte beinhalten. Beispiele hierzu sind etwa eine Etüdensammlung
oder ein Orchesterstück mit mehreren Sätzen. Jeder Satz wird
in einer eigenen \score-Umgebung notiert:
\score {
..Noten..
}
und Texte werden mit einer \markup-Umgebung geschrieben:
\markup {
..Text..
}
Alle Sätze und Texte, die in derselben ‘.ly’-Datei vorkommen, werden normalerweise in eine einzige Ausgabedatei gesetzt.
\score {
..
}
\markup {
..
}
\score {
..
}
Eine wichtige Ausnahme stellen Dokumente dar,
die mit lilypond-book erstellt werden, für die Sie explizit
\book-Umgebungen notieren müssen, weil sonst nur die erste
\score- bzw. \markup-Umgebung angezeigt wird.
Der Kopfbereich für jedes Musikstück kann innerhalb der \score-Umgebung
definiert werden. Die piece-(Stück)-Bezeichnung aus dieser
\header-Umgebung wird vor jedem Satz ausgegeben. Die Überschrift für
ein ganzes Buch kann innerhalb von \book notiert werden, aber wenn
diese Umgebung fehlt, wird die \header-Umgebung genommen, die auf
erster Ebene der Datei notiert ist.
\header {
title = "Acht Miniaturen"
composer = "Igor Stravinsky"
}
\score {
…
\header { piece = "Romanze" }
}
\markup {
..Text der zweiten Strophe..
}
\markup {
..Text der dritten Strophe..
}
\score {
…
\header { piece = "Menuetto" }
}
Stücke können innerhalb eines Buches mit \bookpart gruppiert
werden. Derartige Buchabschnitte werden durch einen Seitenumbruch
voneinander getrennt und können wie auch das ganze Buch selber mit
einem Titel innerhalb einer \header-Umgebung beginnen.
\bookpart {
\header {
title = "Buchtitel"
subtitle = "Erster Teil"
}
\score { … }
…
}
\bookpart {
\header {
subtitle = "Zweiter Teil"
}
\score { … }
…
}
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3.1.3 Mehrere Ausgabedateien aus einer Eingabedatei
Wenn Sie mehrere Ausgabedateien aus derselben ‘.ly’-Datei haben
wollen, können Sie mehrere \book-Umgebungen hinzufügen, wobei
jede Umgebung eine neue Ausgabedatei produziert. Wenn Sie keine
\book-Umgebung in der Eingabedatei angeben, wird die Datei von
LilyPond implizit als eine große \book-Umgebung behandelt, siehe
auch Die Dateistruktur.
Wenn man mehrere Dateien aus einer einzigen Eingabedatei erstellt, stellt
LilyPond sicher, dass keine der Ausgabedateien der vorhandenen
\book-Umgebungen eine andere Ausgabedatei, etwa von der vorherigen
\book-Umgebung, überschreibt.
Dies geschieht, indem ein Suffix an den Ausgabenamen für jede
\book-Umgebung gehängt wird, die den Dateinamen der Eingabdatei
als Grundlage nimmt.
Das Standardverhalten ist es, einen Zahlen-Suffix für die Namen hinzuzufügen, die in Konflikt stehen. Der Code
\book {
\score { … }
\layout { … }
}
\book {
\score { … }
\layout { … }
}
\book {
\score { … }
\layout { … }
}
produziert also
- ‘eightminiatures.pdf’,
- ‘eightminiatures-1.pdf’ and
- ‘eightminiatures-2.pdf’.
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3.1.4 Dateinamen der Ausgabedateien
LilyPond stellt die Möglichkeit zur Verfügung zu kontrollieren, welche Dateinamen für welche Back-ends benutzt werden sollen, wenn die Ausgabedateien erstellt werden.
Im vorhergehenden Abschnitt wurde gezeigt, wir LilyPond gleichnamige
Ausgabedateien verhindert, wenn mehrere Ausgabedateien aus derselben
Eingabedatei erstellt werden. Es gibt auch die Möglichkeit, eigene
Suffixe für jeden \book-Abschnitt zu definieren, sodass man etwa
Dateinamen wie ‘eightminiatures-Romanze.pdf’, ‘eightminiatures-Menuetto.pdf’
und ‘eightminiatures-Nocturne.pdf’ produzieren kann, indem man
eine \bookOutputSuffix-Angabe in jede \book-Umgebung
einfügt.
\book {
\bookOutputSuffix "Romanze"
\score { … }
\layout { … }
}
\book {
\bookOutputSuffix "Menuetto"
\score { … }
\layout { … }
}
\book {
\bookOutputSuffix "Nocturne"
\score { … }
\layout { … }
}
Man kann auch einen anderen Dateinamen für die Ausgabedatei einer
\book-Umgebung erstellen, indem man \bookOutputName-Angabe
macht:
\book {
\bookOutputName "Romanze"
\score { … }
\layout { … }
}
\book {
\bookOutputName "Menuetto"
\score { … }
\layout { … }
}
\book {
\bookOutputName "Nocturne"
\score { … }
\layout { … }
}
Die obige Datei produziert folgene Ausgabedateien:
- ‘Romanze.pdf’,
- ‘Menuetto.pdf’ and
- ‘Nocturne.pdf’.
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3.1.5 Die Dateistruktur
Eine ‘.ly’-Datei kann eine beliebige Anzahl an Ausdrücken auf der obersten Ebene beinhalten, wobei ein Ausdruck der obersten Ebene einer der folgenden sein kann:
-
Eine Ausgabedefinition, wie
\paper,\midiund\layout. Derartige Definitionen auf oberster Ebene verändern die globalen Einstellungen für das ganze „Buch“. Wenn mehr als eine derartige Definition desselben Typs auf oberster Ebene angegeben wird, hat die spätere Vorrang. Für Einzelheiten, wie dadurch die\layout-Umgebung beeinflusst wird, siehe Die\layout-Umgebung. -
Ein direkter Scheme-Ausdruck, wie etwa
#(set-default-paper-size "a7" 'landscape)oder#(ly:set-option 'point-and-click #f). -
Eine
\header-Umgebung. Damit wird die globale Titelei eingestellt. Das ist die Umgebung, in der sich Definition für das ganze Buch befinden, wie Komponist, Titel usw. -
Eine
\score-Umgebung. Die in ihr enthaltene Partitur wird zusammen mit anderen vorkommenden\score-Umgebungen gesammelt und in ein\bookzusammengefasst. Dieses Verhalten kann verändert werden, indem die Variabletoplevel-score-handlerauf höchster Ebene gesetzt wird. Die Definition des Standards findet sich in der Datei ‘../scm/lily.scm’. -
Eine
\book-Umgebung fasst mehrere Sätze (d. h. mehrere\score-Umgebungen) logisch in ein Dokument zusammen. Wenn mehrere\score-Partituren vorkommen, wird für jede\book-Umgebung eine eigene Ausgabedatei erstellt, in der alle in der Umgebung enthaltenen Partituren zusammengefasst sind. Der einzige Grund, explizit eine\book-Umgebung zu setzen, ist, wenn mehrere Ausgabedateien aus einer einzigen Quelldatei erstellt werden sollen. Eine Ausnahme sind lilypond-book-Dokumente, in denen eine\book-Umgebung explizit hinzugefügt werden muss, wenn mehr als eine\score- oder\markup-Umgebung im gleichen Beispiel angezeigt werden soll. Dieses Verhalten kann verändert werden, indem die Variabletoplevel-book-handlerauf höchster Ebene gesetzt wird. Die Definition des Standards findet sich in der Datei ‘../scm/lily.scm’. -
Eine
\bookpart-Umgebung. Ein Buch (\book) kann in mehrere Teile untergliedert sein, indem\bookpart-Umgebungen eingesetzt werden. Jeder Buchabschnitt beginnt auf einer neuen Seite und kann eigene Papierdefinitionen in einer\paper-Umgebung haben. -
Ein zusammengesetzter musikalischer Ausdruck wie etwa
{ c'4 d' e'2 }Dieses Beispiel wird von LilyPond automatisch in einer
\score-Umgebung in einem Buch interpretiert und mit anderen\score-Umgebungen und musikalischen Ausdrücken auf der höchsten Ebene zusammen ausgegeben. Anders gesagt: eine Datei, die nur das obige Beispiel beinhaltet, wird übersetzt zu\book { \score { \new Staff { \new Voice { { c'4 d' e'2 } } } \layout { } } \paper { } \header { } }Dieses Verhalten kann verändert werden, indem die Variable
toplevel-music-handlerauf der obersten Ebene gesetzt wird. Die Definition des Standards findet sich in der Datei ‘../scm/lily.scm’. -
Eine Textbeschriftung, eine Strophe etwa:
\markup { 2. Die erste Zeile der zweiten Strophe. }Textbeschriftungen werden über, zwischen oder unter musikalischen Ausdrücken gesetzt, so wie sie notiert werde.
-
Eine Variable, wie
foo = { c4 d e d }Sie kann dann später in der Datei eingesetzt werden, indem
\foogeschrieben wird. Die Bezeichnung der Variable darf nur aus alphabetischen Zeichen bestehen, keine Zahlen, Unter- oder Bindestriche.
Das folgende Beispiel zeigt drei Dinge, die auf der obersten Ebene notiert werden können:
\layout {
% Zeilen rechtsbündig setzen
ragged-right = ##t
}
\header {
title = "Do-re-mi"
}
{ c'4 d' e2 }
An einer beliebigen Stelle der Datei kann jede der folgenden lexikalen Anweisungen notiert werden:
-
\version -
\include -
\sourcefilename -
\sourcefileline -
Ein einzeiliger Kommentar, beginnend mit
%. -
Ein mehrzeiliger Kommentar, umgeben von
%{ .. %}.
Leerzeichen zwischen Einheiten in der Eingabe werden generell ignoriert und können nach Belieben weggelassen werden oder hinzugefügt werden, um die Lesbarkeit des Codes zu verbessern. Mindestens ein Leerzeichen sollte jedoch unter folgenden Umständen immer eingesetzt werden, um Fehler zu vermeiden:
- Vor und hinter jeder schließenden oder öffnenden Klammer,
-
nach jedem Befehl oder jeder Variable, also jeder Einheit, die mit
\beginnt, -
nach jeder Einheit, die als Scheme-Ausdruck interpretiert werden,
also alle Einheiten, die mit
#beginnen. - Alle Einheiten von Scheme-Ausdrücken müssen mit Leerzeichen getrennt werden,
-
in Gesangstextabschnitten (
lyricmode) müssen Leerzeichen zwischen alle Ausdrücke in\override- und\set-Befehlen gesetzt werden. Insbesondere müssen um Punkte und Gleichzeitszeichen in Befehlen wie\override Score.LyricTex.font-size = #5)und vor dem gesamten Befehl geschrieben werden.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Wie eine LilyPond-Eingabe-Datei funktioniert.
Notationsreferenz:
Die \layout-Umgebung.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Die Dateistruktur ] | [ Nach oben : Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [ Titel Kopf und Fußzeilen erstellen > ] | ||
3.2 Titel
Fast alle gedruckten Noten beinhalten einen Titel und den Namen des Komponisten, teilweise wird auch noch sehr viel mehr Information zur Verfügung gestellt.
| 3.2.1 Titel, Kopf- und Fußzeilen erstellen | ||
| 3.2.2 Eigene Kopf- und Fußzeilen sowie Titel | ||
| 3.2.3 Fußnoten erstellen | ||
| 3.2.4 Verweis auf die Seitenzahlen | ||
| 3.2.5 Inhaltsverzeichnis |
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Titel ] | [ Nach oben : Titel ] | [ Wie funktioniert die Titel-Umgebung? > ] | ||
3.2.1 Titel, Kopf- und Fußzeilen erstellen
| Wie funktioniert die Titel-Umgebung? | ||
Standardlayout von book- und Partitur-Titelumgebungen | ||
| Standardlayout von Kopf- und Fußzeilen |
Wie funktioniert die Titel-Umgebung?
Es gibt zwei Arten von Titelumgebungen: die Hauptumgebung, die über
der ersten \score-Umgebung innerhalb eines „book“ notiert
wird, und individuelle Titelumgebungen, die innerhalb von
\score auftreten können. Textfelder für beide Typen werden
in der \header-Umgebung eingegeben.
Wenn in dem „book“ nur eine einzelne Partitur vorkommt,
kann die \header-Umgebung innheralb oder außerhalb der
\score-Umgebung geschrieben werden.
Achtung: Denken Sie daran, dass zuerst ein musikalischer Ausdruck
notiert werden muss, wenn Sie eine \header-Umgebung innheralb
einer \score-Umgebung verwenden wollen.
\header {
title = "SUITE I."
composer = "J. S. Bach."
}
\score {
\new Staff \relative g, {
\clef bass
\key g \major
\repeat unfold 2 { g16( d' b') a b d, b' d, } |
\repeat unfold 2 { g,16( e' c') b c e, c' e, } |
}
\header {
piece = "Prélude."
}
}
\score {
\new Staff \relative b {
\clef bass
\key g \major
\partial 16 b16 |
<g, d' b'~>4 b'16 a( g fis) g( d e fis) g( a b c) |
d16( b g fis) g( e d c) b(c d e) fis( g a b) |
}
\header {
piece = "Allemande."
}
}
Textfelder der Haupttitelumgebung können in allen \score-Umgebungen
gesetzt oder manuell unterdrückt werden:
\book {
\paper {
print-all-headers = ##t
}
\header {
title = "DAS WOHLTEMPERIRTE CLAVIER"
subtitle = "TEIL I"
% Do not display the tagline for this book
tagline = ##f
}
\markup { \vspace #1 }
\score {
\new PianoStaff <<
\new Staff { s1 }
\new Staff { \clef "bass" s1 }
>>
\header {
title = "PRAELUDIUM I"
opus = "BWV 846"
% Do not display the subtitle for this score
subtitle = ##f
}
}
\score {
\new PianoStaff <<
\new Staff { s1 }
\new Staff { \clef "bass" s1 }
>>
\header {
title = "FUGA I"
subsubtitle = "A 4 VOCI"
opus = "BWV 846"
% Do not display the subtitle for this score
subtitle = ##f
}
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Die Dateistruktur, Angepasstes Layout für Titelumgebungen.
Standardlayout von book- und Partitur-Titelumgebungen
Dieses Beispiel zeigt alle \header-(Überschrifen)-Variablen:
\book {
\header {
% The following fields are centered
dedication = "Dedication"
title = "Title"
subtitle = "Subtitle"
subsubtitle = "Subsubtitle"
% The following fields are evenly spread on one line
% the field "instrument" also appears on following pages
instrument = \markup \with-color #green "Instrument"
poet = "Poet"
composer = "Composer"
% The following fields are placed at opposite ends of the same line
meter = "Meter"
arranger = "Arranger"
% The following fields are centered at the bottom
tagline = "tagline goes at the bottom of the last page"
copyright = "copyright goes at the bottom of the first page"
}
\score {
{ s1 }
\header {
% The following fields are placed at opposite ends of the same line
piece = "Piece 1"
opus = "Opus 1"
}
}
\score {
{ s1 }
\header {
% The following fields are placed at opposite ends of the same line
piece = "Piece 2 on the same page"
opus = "Opus 2"
}
}
\pageBreak
\score {
{ s1 }
\header {
% The following fields are placed at opposite ends of the same line
piece = "Piece 3 on a new page"
opus = "Opus 3"
}
}
}
Beachten Sie:
- Die Instrumentenbezeichnung wird auf jeder Seite wiederholt.
-
Nur
piece(Stück)uandopuswerden für eine Partitur (\score) gesetzt, wenn die\paper-Variableprint-all-headersauf##fgesetzt ist (Standardeinstellung). -
Textfelder, die in einer
\header-Umgebung nicht benutzt werden, werden durch\null-Textbeschriftung ersetzt, sodass sie keinen leeren Platz belegen. -
Die Standardeinstellungen von
scoreTitleMarkupplatzieren die Felderpiece(Stück) undopuszu den gegenüberliegenden Seiten der selben Zeile.
Um die Standardeinstellungen des Layouts zu ändern, siehe Angepasstes Layout für Titelumgebungen.
Mit der Variable breakbefore innerhalb einer \header-Umgebung,
die für sich auch eine \score-Umgebung darstellt, kann man
die Hauptüberschriften auf der ersten Seite allein ausgeben, sodass die
Noten (in der score-Umgebung definiert) erst auf der folgenden
Seite beginnen.
\book {
\header {
title = "This is my Title"
subtitle = "This is my Subtitle"
copyright = "This is the bottom of the first page"
}
\score {
\repeat unfold 4 { e'' e'' e'' e'' }
\header {
piece = "This is the Music"
breakbefore = ##t
}
}
}
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Wie eine LilyPond-Eingabe-Datei funktioniert,
Notationsreferenz: Die Dateistruktur, Angepasstes Layout für Titelumgebungen.
Installierte Dateien: ‘ly/titling-init.ly’.
Standardlayout von Kopf- und Fußzeilen
Kopf- und Fußzeilen sind Textzeilen, die ganz oben
und ganz unten auf der Seite stehen, unabhängig vom Textbereich eines
Buches. Sie können mit folgenden \paper-Variablen kontrolliert
werden:
-
oddHeaderMarkup -
evenHeaderMarkup -
oddFooterMarkup -
evenFooterMarkup
Diese Beschriftungsvariablen können nur auf Textfelder einer
Haupttitelumgebung (eine \header-Umgebung auf höchster Ebene, die
sich auf alle \score-Umgebungen einer Datei bezieht)
zugreifen und sind definiert in der Datei ‘ly/titling-init.ly’. In
den Standardeinstellungen
- werden Seitenzahlen automatisch ganz oben links (wenn gerade) oder ganz oben rechts (wenn ungerade) gesetzt, beginnend mit der zweiten Seite.
-
wird das
instrument-Textfeld auf jeder Seite zentriert, beginnend mit der zweiten Seite. -
wird der
copyright-Text unten auf der ersten Zeite zentriert. -
wird der Inhalt von
taglineunten auf der letzten Seite zentriert und unterhalb descopyright-Texts, wenn es sich nur um eine Seite handelt.
Die Standardeinstellung von tagline kann verändert werden,
indem man ein tagline-Feld in die \header-Umgebung auf
höchster Ebene schreibt.
\book {
\header {
tagline = "... music notation for Everyone"
}
\score {
\relative c' {
c4 d e f
}
}
}
Um die tagline ganz zu entfernen, wird ihr Inhalb als ##f
(falsch) definiert.
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3.2.2 Eigene Kopf- und Fußzeilen sowie Titel
| Angepasste Textformatierung für Titelumgebungen | ||
| Angepasstes Layout für Titelumgebungen | ||
| Angepasstes Layout für Kopf- und Fußzeilen |
Angepasste Textformatierung für Titelumgebungen
Standard-\markup-Befehle können eingesetzt werden, um jeglichen
Text in Titeln, Kopf- und Fußzeilen innerhalb der \header-Umgebung
zu verändern.
\score {
{ s1 }
\header {
piece = \markup { \fontsize #4 \bold "PRAELUDIUM I" }
subtitle = \markup { \italic "(Excerpt)" }
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Text formatieren.
Angepasstes Layout für Titelumgebungen
\markup-Befehle in der \header-Umgebung sind sinnvoll
für einfaches Formatieren von Text, aber sie gewähren keine genaue
Kontrolle über die Positionierung von Titeln. Um die Positionierung
von Titeltextfeldern vorzunehmen, eignen sich beide oder eine von
folgenden Variablen (die man in der \paper-Umgebung einsetzen muss):
-
bookTitleMarkup -
scoreTitleMarkup
Die Positionierung von Titeln, wenn die Standardeinstellung dieser
Variablen benützt werden, wird anhand einem Beispiel gezeigt in
Standardlayout von book- und Partitur-Titelumgebungen.
Die Standardeinstellungen von scoreTitleMarkup, wie in der
Datei ‘ly/titling-init.ly’ definiert, sind:
scoreTitleMarkup = \markup { \column {
\on-the-fly #print-all-headers { \bookTitleMarkup \hspace #1 }
\fill-line {
\fromproperty #'header:piece
\fromproperty #'header:opus
}
}
}
Dadurch werden die Textfelder piece (Stück) und opus
an den gegenüberliegenden Enden der gleichen Zeile platziert:
\score {
{ s1 }
\header {
piece = "PRAELUDIUM I"
opus = "BWV 846"
}
}
Das folgende Beispiel verändert die Einstellungen von
scoreTitleMarkup, sodass das Textfeld piece
zentriert wird und in fetter, größerer Schrift erscheint.
\book {
\paper {
indent = 0\mm
scoreTitleMarkup = \markup {
\fill-line {
\null
\fontsize #4 \bold \fromproperty #'header:piece
\fromproperty #'header:opus
}
}
}
\header { tagline = ##f }
\score {
{ s1 }
\header {
piece = "PRAELUDIUM I"
opus = "BWV 846"
}
}
}
Textfelder, die normalerweise nur im Haupttitel ausgegeben werden,
können auch in die Titel einzelner Partituren aufgenommen werden,
indem man print-all-headers in die \paper-Umgebung einfügt.
Ein Nachteil dieser Methode ist, dass Textfelder, die tatsächlich nur
im Haupttitel erscheinen sollen, manuell für jede Partitur unterdrückt
werden müssen. Siehe auch Wie funktioniert die Titel-Umgebung?.
Um das zu vermeiden, kann das gewünschte Feld zur Definition von
scoreTitleMarkup hinzugefügt werden. Im folgenden Beispiel
wird das Komponistenfeld (composer) (normalerweise mit
bookTitleMarkup assoziiert) zu scoreTitleMarkup
hinzugefügt, sodass jede Partitur einen eigenen Komponisten haben kann.
\book {
\paper {
indent = 0\mm
scoreTitleMarkup = \markup {
\fill-line {
\null
\fontsize #4 \bold \fromproperty #'header:piece
\fromproperty #'header:composer
}
}
}
\header { tagline = ##f }
\score {
{ s1 }
\header {
piece = "MENUET"
composer = "Christian Petzold"
}
}
\score {
{ s1 }
\header {
piece = "RONDEAU"
composer = "François Couperin"
}
}
}
Es ist auch möglich, eigene Textfelder zu erstellen und dann auf sie in der Beschriftungsdefinition zu verweisen:
\book {
\paper {
indent = 0\mm
scoreTitleMarkup = \markup {
\fill-line {
\null
\override #`(direction . ,UP) {
\dir-column {
\center-align \fontsize #-1 \bold
\fromproperty #'header:mycustomtext %% User-defined field
\center-align \fontsize #4 \bold
\fromproperty #'header:piece
}
}
\fromproperty #'header:opus
}
}
}
\header { tagline = ##f }
\score {
{ s1 }
\header {
piece = "FUGA I"
mycustomtext = "A 4 VOCI" %% User-defined field
opus = "BWV 846"
}
}
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Wie funktioniert die Titel-Umgebung?.
Angepasstes Layout für Kopf- und Fußzeilen
\markup-Befehle in der \header-Umgebung sind nützlich
um einfachen Text zu formatieren, erlauben aber keine Kontrolle
über die Positionierung von Kopf- und Fußzeilen. Um die Positionierung
der Textfelder zu ändern, eignen sich beide oder eine von
folgenden Variablen (die man in der \paper-Umgebung einsetzen muss):
-
oddHeaderMarkup -
evenHeaderMarkup -
oddFooterMarkup -
evenFooterMarkup
Der \markup-Befehl \on-the-fly kann eingesetzt werden,
um Beschriftung anhand einer Bedingung zu Kopf- und Fußzeilentext
innerhalb der \paper-Umgebung hinzuzufügen. Hierzu wird folgende
Syntax eingesetzt:
Variable=\markup{ ...\on-the-fly#Prozedur Beschriftung ... }
Die Prozedur wird jedes mal aufgerufen, wenn dar
\markup-Befehl, auf den sie sich auswirkt, ausgewertet wird.
Die Prozedur sollte nach einer bestimmten Bedingung fragen und
das Beschriftung-Argument ausführen (also setzen), wenn diese
Bedinung wahr ist.
Eine Anzahl von fertigen Prozeduren, um verschiedene Bedinungen zu testen, werden bereitgestellt:
Prozedurbezeichnung
Getestete Bedinung
print-page-number-check-first
sollte diese Seitenzahl gesetzt werden?
create-page-number-stencil
’print-page-numbers wahr?
print-all-headers
’print-all-headers wahr?
first-page
erste Seite im Buch?
(on-page nmbr)
Seitenzahl = nmbr?
last-page
letzte Seite im Buch?
not-first-page
nicht erste Seite im Buch?
part-first-page
erste Seite im book part?
part-last-page
letzte Seite im book part?
not-single-page
Seiten im book part > 1?
Das folgende Beispiel zentriert die Seitenzahlen unten auf jeder Seite.
Zuerst werden die Standardeinstellungen von oddHeaderMarkup und
evenHeaderMarkup entfernt, indem sie als „Null“-Beschriftung
definiert werden. Dann wird oddFooterMarkup mit zentrierter
Seitennummer neu definiert. Schließlich erhält evenFooterMarkup
die selbe Layoutdefinition wie \oddFooterMarkup:
\book {
\paper {
print-page-number = ##t
print-first-page-number = ##t
oddHeaderMarkup = \markup \null
evenHeaderMarkup = \markup \null
oddFooterMarkup = \markup {
\fill-line {
\on-the-fly #print-page-number-check-first
\fromproperty #'page:page-number-string
}
}
evenFooterMarkup = \oddFooterMarkup
}
\score {
\new Staff { s1 \break s1 \break s1 }
}
}
Verschiedene \on-the-fly-Bedingungen können mit dem Operator
„UND“ verknüpft werden, beispielsweise bestimmt
\on-the-fly #first-page\on-the-fly #last-page{ \markup ... \fromproperty #'header: ... }
ob es sich um eine einzelne Seite bei der Ausgabe handelt.
Siehe auch
Notationsreferenz:
Wie funktioniert die Titel-Umgebung?,
Standardlayout von book- und Partitur-Titelumgebungen.
Installierte Dateien: ‘../ly/titling-init.ly’.
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3.2.3 Fußnoten erstellen
Zwei Arten an Fußnoten können erstellt werden: automatische und manuelle Fußnoten.
| Übersicht über Fußnoten | ||
| Automatische Fußnoten | ||
| Manuelle Fußnoten |
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Übersicht über Fußnoten
Automatische Fußnoten erstellen aufsteigende Zahlenverweise, während
mit manuellen Fußnoten eigene angepasste Verweise erstellt werden
können. Fußnoten werden normalerweise wie ein \tweak-Befehl
an Noten gehängt und können deshalb auch direkt mit den Grobs
(graphischen Objekten) verknüpft werden, die von den meisten
musikalischen Elementen und Postelementen erstellt werden. In Fällen, wo
das nicht funktioniert (etwa bei Taktstrichen und Taktartänderungen, wo
die Grobs als Folge einer Eigenschaftsänderung erstellt werden), können
Fußnoten als einzelnstehendes musikalisches Ereigenis ersetllt werden,
das sich auf alle Grobs eines bestimmten Typs zu einer bestimmten Zeit
bezieht.
Der vollständige Befehl ist:
\footnote Zeichen Verschiebung Grob-Bezeichnung Fußnote Noten
Die Elemente sind folgende:
Zeichen ist eine Beschriftung oder Zeichenkette, die das Fußnotenzeichen angbit, welches für den Referenzpunkt als auch für die Fußnote unten auf der Seite benützt wird. Es kann ausgelassen werden (oder durch
\defaultersetzt werden); in diesem Fall wird eine aufsteigende Zahlenfolge erstellt.- Verschiebung (offset)
ist ein Zahlenpaar wie etwa ‘#(2 . 1)’, das die X- und Y-Verschiebung vom Referenzpunkt aus angibt, wo das Zeichen gesetzt werden soll.
- Grob-Bezeichnung
gibt die Grob-Art an, der ein Fußnotenzeichen hinzugefügt werden soll (wie etwa ‘#'Flag’). Wenn sie angegeben wird, wird der entsprechende Grob als Referenzpunkt eingesetzt, auch wenn das referenzierte Element nicht die Noten selber sind, sondern ein Grob, der durch sie erstellt wird. Das Element kann ausgelassen werden (oder durch
\defaultersetzt werden); dann wird nur ein direkt erstellter Grob mit Fußnote versehen.- Fußnote
Diese Beschriftung oder Zeichenkette bezeichnet den Fußnotentext, der am unteren Seitenrand gesetzt werden soll.
- Noten
Das ist das Element, ein musikalisches Ereignis oder eine Akkordkonstruktion oder ein Post-Ereignis, das die Fußnote erhält. Man kann es nicht auslassen, aber man kann es durch
\defaultersetzten. In diesem Fall wird die Fußnote aber nicht an einen bestimmten musikalischen Ausdruck angehänt, sondern an einen zeitlichen Moment. In diesem Fall muss man zwingend die Grob-Bezeichnung angeben, um den Grob-Typ auszuwählen, auf den sich die Fußnote bezieht (etwa ‘#'TimeSignature’).
Wie auch mit \tweak muss dem \footnote-Befehl -
vorangestellt werde,n wenn er an ein Post-Ereignis oder eine
Artikulation angehängt werden soll, damit der Parser das Ergebnis
der vorherigen Note oder Pause zuordnen kann.
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Automatische Fußnoten
Automatische Fußnoten haben vier Argumente: die (x . y)-Position des Indikators, die optionale Grob-Bezeichnung, die die Anmerkung erhalten soll, die Fußnote-Beschriftung, die den Inhalt der Fußnote enthält, und natürlich die Noten, welche mit einer Fußnote versehen werden sollen.
Der Befehl \footnote muss vor dem Grob geschrieben
werden, auf den sich die Fußnote bezieht.
\book {
\header { tagline = ##f }
\relative c' {
\footnote #'(0.5 . -2)
\markup { Die erste Note }
a'4 b8
\footnote #'(0.5 . 1)
\markup { Die dritte Note } Flag
e\noBeam c4 d4
}
}
Noten in Akkorden stellen keine Schwierigkeit dar:
\book {
\header { tagline = ##f }
\relative c' {
<
\footnote #'(1 . -1.25) "Hier ein C" c
\footnote #'(2 . -0.25) \markup { \italic "Ein Es" } es
\footnote #'(2 . 3) \markup { \bold "Das ist ein G" } g
>1
}
}
Achtung: Wenn Fußnoten die selbe vertikale Position haben, werden sie von oben nach unten nummeriert.
Hier noch einige Beispiele von Grobs, die mit Fußnoten versehen sind, wobei auch die Position des Fußnotentextes relativ zu Tagline und Copyright gezeigt wird.
\book {
\header { copyright = \markup { "Copyright 1970" } }
\relative c' {
a'4-\footnote #'(-3 . 0) \markup { \bold Forte } \f
-\footnote #'(0 . 1.5) \markup { Ein Bogen } (
b8)-\footnote #'(0 . -2) \markup { Balken } [ e]
\single\footnote #'(1 . -1)
\markup { \teeny { Das ist ein Hals } } Stem
c4
\single\footnote #'(0 . 0.5)
\markup \italic { Ein warnendes Versetzungszeichen } AccidentalCautionary
\footnote #'(1 . 1) "Die Note selber"
dis?4-\footnote #'(0.5 . -0.5) \markup \italic { langsamer werden }
_"rit."
}
}
Für eine \markup-Beschriftung auf oberster Ebene braucht man
den Befehl \auto-footnote:
\book {
\header { tagline = ##f }
\markup { \auto-footnote "Eine einfache Melodie" \italic "Von mir" }
\relative c' {
a'4 b8 e c4 d
}
}
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Manuelle Fußnoten
Manuell erstellte Fußnoten haben ein zusätzliches erstes Argument Zeichen, das das Fußnotenzeichen erstellt. Im Gegensatz zu automatisch erstellten Fußnotenzeichen erscheinen sie nicht unbedingt vor dem Fußnotentext unten auf der Seite – das Herstellen eines visualen Zusammenhanges ist dem Setzer überlassen. LilyPond stellt nur ischer, dass der zugehörige Text unten auf der selben Seite erscheint.
Davon abgesehen ist die Benutzung identisch mit automatischen Fußnoten.
\book {
\header { tagline = ##f }
\relative c' {
\footnote
"1" #'(0.5 . -2)
\markup { \italic "1. Die erste Note" }
a'4
b8
\footnote
\markup { \bold "2" } #'(0.5 . 1)
"2. Die zweite Note"
e
c4
d-\footnote "3" #'(0.5 . -1) "3. Piano" \p
}
}
Fußnoten für Akkordnoten werden wie folgt notiert:
\book {
\header { tagline = ##f }
\relative c' {
<
\footnote "1" #'(1 . -1.25) "1. C" c
\footnote
\markup { \bold "b" } #'(2 . -0.25) "b. E-flat" es
\footnote "3" #'(2 . 3) \markup { \italic "iii. G" } g
>1
}
}
Achtung: Wenn Fußnoten die selbe vertikale Position haben, werden sie von oben nach unten nummeriert.
Hier einige Beispiele manueller Fußnoten, die auch die relative Position der Fußnotentexte zu Tagline und Copyright anzeigen:
\book {
\header { tagline = ##f }
\relative c' {
a'4-\footnote
\markup { \teeny 1 } #'(-3 . 0)
\markup { 1. \bold Forte } \f
-\footnote
\markup { \teeny b } #'(0 . 1.5)
\markup { b. Ein Bogen } (
b8)-\footnote
\markup { \teeny 3 } #'(0 . -2)
\markup { 3. Balken } [
e]
\single\footnote
\markup { 4 } #'(1 . -1)
\markup { \bold 4. { Das ist ein Hals } } Stem
c4
\single\footnote
\markup \concat \teeny { "sharp (v)" }
#'(0 . 0.5)
\markup \italic { v. Ein warndendes Versetzungszeichen } AccidentalCautionary
dis?4-\footnote
\markup \concat \teeny { "a" } #'(0.5 . -0.5)
\markup \italic { a. Langsamer werden } _"rit."
\footnote
\markup { \teeny \musicglyph #"rests.4" }
#'(1.5 . -0.25)
\markup { \null } \breathe
}
}
Eine \markup-Beschriftung der höchsten Ebene wird wie folgt
annotiert:
\book {
\header { tagline = ##f }
\markup { "Eine einfache Melodie" \footnote "*" \italic "* Von mir" }
\relative c' {
a'4 b8 e c4 d4
}
}
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Objekte und Schnittstellen.
Notationsreferenz: Erklärungen in Ballonform, Seitenlayout, Textartige Zeichen, Textarten, Titel.
Referenz der Interna: FootnoteEvent, FootnoteItem, FootnoteSpanner, Footnote_engraver.
Bekannte Probleme und Warnungen
Mehrere Fußnoten auf einer Seite können ausschließlich übereinander
gedruckt werden und nicht auf der gleiche Zeile gesetzt werden.
Fußnoten können nicht an MultiMeasureRests (mehrtaktige Pause)
angehängt werden und können mit Staff-(Notensystem)-,
\markup-(Beschriftungs)-Objekten und anderen Fußnoten
zusammenstoßen. Wenn man den manuellen Fußnotenbefehl einsetzt,
braucht man in der \paper-Umgebung den Eintrag
footnote-auto-number = ##f.
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3.2.4 Verweis auf die Seitenzahlen
Eine bestimmte Stelle der Partitur kann mit einem \label-Befehl
markiert werden, sowohl auf oberster Ebene als auch innerhalb eines
musikalischen Ausdrucks. Auf diese Marke kann dann verwiesen werden,
um die Seitenzahl zu erhalten, auf der die Marke vorkommt. Der
Verweis wird mit dem Befehl \page-ref gefordert (innerhalb
von \markup).
\header { tagline = ##f }
\book {
\label #'ErstePartitur
\score {
{
c'1
\pageBreak \mark A \label #'ZeichenA
c'1
}
}
\markup { Die erste Partitur fängt auf
Seite \page-ref #'ErstePartitur "0" "?" an.}
\markup { Zeichen A befindet sich auf Seite
\concat { \page-ref #'ZeichenA "0" "?" . } }
}
Der \page-ref-Textbeschriftungsbefehl braucht drei Argumente:
- die Marke, ein Scheme-Symbol, etwa
#'ErstePartitur, - eine Beschriftung, die als Platzhalter benutzt wird, um die Breite des Verweisen zu schätzen,
- eine Beschriftung, die anstelle der Seitenzahl gesetzt wird, wenn die Marke unbekannt ist.
Der Grund, warum ein Platzhalter benötigt wird, ist dass zu dem Zeitpunkt, an dem die Textbeschriftungen ausgewertet werden, noch keine Seitenumbrüche vorgenommen wurden und die Seitenzahlen deshalb noch nicht bekannt sind. Um hier ein Problem zu vermeiden, wird die eigentliche Auswertung der Textbeschriftung erst später ausgeführt, die Größe des Textes muss aber schon vorher bekannt sein. Die Größe wird mithilfe des Platzhalters bestimmt. Wenn eine Partitur zwischen 10 und 99 Seiten hat, kann man "00" schreiben, also eine zweistellige Zahl.
\label
\page-ref
Vordefinierte Befehle
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Verweis auf die Seitenzahlen ] | [ Nach oben : Titel ] | [ Arbeiten an Eingabe-Dateien > ] | ||
3.2.5 Inhaltsverzeichnis
Ein Inhaltsverzeichnis kann eingefügt werden mit dem Befehl
\markuplist \table-of-contents. Die Elemente, die im
Inhaltsverzeichnis aufgelistet werden sollen, werden mit dem
\tocItem-Befehl markiert, welches sowohl auf höchster
Ebene als auch in einem musikalischen Ausdruck verwendet werden
kann.
\markuplist \table-of-contents
\pageBreak
\tocItem \markup "Erste Partitur"
\score {
{
c'4 % ...
\tocItem \markup "Ein bestimmter Punkt innerhalb der ersten Partitur"
d'4 % ...
}
}
\tocItem \markup "zweite Partitur"
\score {
{
e'4 % ...
}
}
Die Beschriftungen, die benutzt werden um das Inhaltsverzeichnis
zu formatieren, sind in der \paper-Umgebung definiert.
Die Standardformatierungselemente sind tocTitleMarkup
um die Überschrift zu formatieren und tocItemMarkup um
die einzelnen Inhaltselemente zu formatieren, bestehend aus
dem Titelelement und einer Seitenzahl. Die Variablen können
durch den Benutzer geändert werden:
\paper {
%% Übersetzung der Inhaltsverzeichnisüberschrift nach französisch:
tocTitleMarkup = \markup \huge \column {
\fill-line { \null "Table des matières" \null }
\hspace #1
}
%% hier größere Schriftarten
tocItemMarkup = \markup \large \fill-line {
\fromproperty #'toc:text \fromproperty #'toc:page
}
}
Die Inhaltsverzeichniselemente Text und Seitenzahl werden
in der Definition von tocItemMarkup aufgerufen mit
#'toc:text und #'toc:page.
Neue Befehle und Beschriftungen können auch definiert werden, um eigene Inhaltsverzeichnisse zu gestalten:
- zuerst muss eine neue Beschriftungsvariable in der
\paper-Umgebung definiert werden - dann muss die musikalische Funktion definiert werden, die ein Element zum Inhaltsverzeichnis hinzufügt, indem die neue Variable benutzt wird.
Das folgende Beispiel definiert einen neuen Stil um Akt-Bezeichnungen einer Oper in das Inhaltsverzeichnis aufzunehmen:
\paper {
tocActMarkup = \markup \large \column {
\hspace #1
\fill-line { \null \italic \fromproperty #'toc:text \null }
\hspace #1
}
}
tocAct =
#(define-music-function (parser location text) (markup?)
(add-toc-item! 'tocActMarkup text))
Die Zeile zwischen dem Inhalt und der Seitenzahl kann mit einer gepunkteten Linie gefüllt werden:
\header { tagline = ##f }
\paper {
tocItemMarkup = \tocItemWithDotsMarkup
}
\book {
\markuplist \table-of-contents
\tocItem \markup { Allegro }
\tocItem \markup { Largo }
\markup \null
}
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘ly/toc-init.ly’.
Vordefinierte Befehle
\table-of-contents,
\tocItem.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Inhaltsverzeichnis ] | [ Nach oben : Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [ LilyPond-Dateien einfügen > ] | ||
3.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
| 3.3.1 LilyPond-Dateien einfügen | ||
| 3.3.2 Verschiedene Editionen aus einer Quelldatei | ||
| 3.3.3 sonderzeichen |
3.3.1 LilyPond-Dateien einfügen
Ein größeres Projekt kann in einzelne Dateien aufgeteilt werden. Um eine andere Datei einzubinden, kann der Befehl
\include "andereDatei.ly"
benutzt werden.
Die Zeile \include "andereDatei.ly" benimmt sich genauso,
also ob der Inhalt der Datei ‘andereDatei.ly’ komplett in die
Hauptdatei eingefügt werden würde. So kann man für ein größeres
Projekt die einzelnen Stimmen der Instrumente getrennt notieren
und sie dann in einer Partitur-Datei benutzen. Meistens werden
in den eingefügten Dateien einige Variablen definiert, die dann
auch in der Hauptdatei eingesetzt werden können. Mit Marken (Tags)
gekennzeichnete Abschnitte können eingesetzt werden, um die
entsprechenden Noten etc. an verschiedenen Stellen in der Datei
zur Verfügung zu stellen. Siehe auch Verschiedene Editionen aus einer Quelldatei.
Auf Dateien im aktuellen Verzeichnis kann einfach mit dem Dateinamen
nach dem \include-Befehl verwiesen werden. Dateien an anderen
Stellen können eingebunden werden, indem entweder ein vollständiger
Pfad oder ein relativer Pfad zu der Datei angegeben wird. Hierbei
sollten die für UNIX typischen Schrägstriche (/) und nicht die
rückwärtsgeneigten von Windows (\) verwendet werden, um die Verzeichnisse
zu trennen. Wenn etwa die Datei ‘kram.ly’ ein Verzeichnis
höher liegt als das aktuelle Verzeichnis, sollte der Befehl so
aussehen:
\include "../kram.ly"
Wenn die Orchesterstimmen andererseits in einem Unterordner mit
der Bezeichnung stimmen liegen, sieht er folgendermaßen
aus:
\include "stimmen/VI.ly" \include "stimmen/VII.ly" ... etc
Dateien, die eingebunden werden sollen, können selber auch wiederum
ein \include enthalten. Diese Einbindung zweiter Ebene
werden erst interpretiert, wenn sie sich in der Hauptdatei befinden,
sodass die Pfadangaben hier nicht relativ zur eingebundenen Datei,
sondern relativ zur Hauptdatei gesetzt werden müssen. Dieses Verhalten
kann jedoch auch verändert werden, indem man lilypond die Option
‘-drelative-includes’ auf der Kommandozeile zuweist (oder indem
man den Befehl #(ly:set-option 'relative-includes #t) an den
Beginn der Quelldatei schreibt). Mit relative-includes wird
der Pfad jedes \include-Befehls als relativ zu der Datei angenommen,
in der sich der Befehl befindet. Dieses Verhalten wird empfohlen und wird
in zukünftigen Versionen von LilyPond den Standard darstellen.
Dateien können auch aus einem Verzeichnis eingebunden werden, dass im Suchpfad von LilyPond liegt. Hierzu muss auf der Kommandozeile das entsprechende Verzeichnis angegeben werden und die Dateien, die eingebunden werden, müssen nur mit ihrem Namen notiert sein. Wenn etwa die Datei ‘Haupt.ly’ kompiliert werden soll, die Dateien aus dem Unterverzeichnis ‘stimmen’ einbindet, müssen sie sich im Verzeichnis von ‘Haupt.ly’ befinden und dann LilyPond folgendermaßen aufrufen:
lilypond --include=stimmen Haupt.ly
In ‘Haupt.ly’ steht:
\include "VI.ly" \include "VII.ly" ... usw.
Dateien, die in vielen Partituren verwendet werden sollen, können im LilyPond-Verzeichnis ‘../ly’ gespeichert werden. (Die Stelle, an der dieses Verzeichnis sich befindet, hängt vom Betriebssystem ab, siehe hierzu Mehr Information). Dateien in diesem Verzeichnis können einfach mit ihrem Namen eingefügt werden. So werden auch die Sprachdateien wie etwa ‘deutsch.ly’ eingefügt.
LilyPond lädt eine Anzahl an Dateien, wenn das Programm aufgerufen wird.
Diese Dateien sind für den Benutzer nicht ersichtlich, aber die Dateien
können identifiziert werden, indem LilyPond auf der Kommandozeile mit
Option aufgerufen wird: lilypond --verbose. Hiermit wird
neben anderer Information auch eine Liste von Pfaden und Dateien
aufgeführt, die LilyPond benutzt. Die wichtigeren Dateien werden
im Abschnitt
Mehr Information besprochen.
Diese Dateien können verändert werden, aber Änderungen gehen verloren,
wenn eine neue LilyPond-Version installiert wird.
Einige einfache Beispiele, die die Benutzung von \include demonstrieren,
sind dargestellt in
Partituren und Stimmen.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Mehr Information, Partituren und Stimmen.
Bekannte Probleme und Warnungen
Wenn eine Datei eingebunden wird, deren Name einer Datei aus dem Installationsverzeichnis von LilyPond entspricht, wird die installierte Datei anstelle der eigenen verwendet.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < LilyPond-Dateien einfügen ] | [ Nach oben : Arbeiten an Eingabe-Dateien ] | [ Variablen benutzen > ] | ||
3.3.2 Verschiedene Editionen aus einer Quelldatei
Es gibt verschiedene Funktionen, die es möglich machen, unterschiedliche Versionen einer Partitur aus der gleichen Quelldatei zu produzieren. Variablen werden am besten eingesetzt, wenn es darum geht, längere Notenpassagen und/oder Anmerkungen/Textmarken miteinander auf verschiedene Weise zu kombinieren. Tag-Marken dagegen werden am besten eingesetzt, wenn eine von mehreren kurzen alternativen Notenabschnitten ausgewählt werden soll und können auch eingesetzt werden, um Musikabschnitte an unterschiedlichen Stellen zusammenzufügen.
Egal welche Methode am Ende eingesetzt wird: Es erleichtert die Arbeit in jedem Fall, wenn die eigentlichen Noten und die Struktur der Partitur voneinander getrennt notiert werden – so kann die Struktur geändert werden, ohne dass man Änderungen an den Noten vornehmen muss.
| Variablen benutzen | ||
| Marken benutzen | ||
| Globale Einstellungen benutzen |
Variablen benutzen
Wenn Notenabschnitt in Variablen definiert werden, können sie an unterschiedlichen Stellen in der Partitur eingesetzt werden, siehe auch Stücke durch Bezeichner organisieren. Zum Beispiel enthält eine Vokalpartitur für ein a cappella Stück oft einen Klavierauszug, der das Einüben einfacher macht. Der Klavierauszug enthält die gleichen Noten, sodass man sie nur einmal notieren muss. Noten aus zwei Variablen können auf einem System kombiniert werden, siehe Automatische Kombination von Stimmen. Hier ein Beispiel:
sopranoMusic = \relative c'' { a4 b c b8( a) }
altoMusic = \relative g' { e4 e e f }
tenorMusic = \relative c' { c4 b e d8( c) }
bassMusic = \relative c' { a4 gis a d, }
allLyrics = \lyricmode {King of glo -- ry }
<<
\new Staff = "Soprano" \sopranoMusic
\new Lyrics \allLyrics
\new Staff = "Alto" \altoMusic
\new Lyrics \allLyrics
\new Staff = "Tenor" {
\clef "treble_8"
\tenorMusic
}
\new Lyrics \allLyrics
\new Staff = "Bass" {
\clef "bass"
\bassMusic
}
\new Lyrics \allLyrics
\new PianoStaff <<
\new Staff = "RH" {
\set Staff.printPartCombineTexts = ##f
\partcombine
\sopranoMusic
\altoMusic
}
\new Staff = "LH" {
\set Staff.printPartCombineTexts = ##f
\clef "bass"
\partcombine
\tenorMusic
\bassMusic
}
>>
>>
Unterschiedliche Partituren, die entweder nur den Chor oder das Klavier zeigen, können produziert werden, indem die Struktur verändert wird; die Noten müssen dazu nicht verändert werden.
Für längere Partituren können Variablen in eigene Dateien notiert werden, die dann eingebunden werden, siehe LilyPond-Dateien einfügen.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Variablen benutzen ] | [ Nach oben : Verschiedene Editionen aus einer Quelldatei ] | [ Globale Einstellungen benutzen > ] | ||
Marken benutzen
Der \tag #'TeilA-Befehl markiert einen musikalischen
Ausdruck mit der Bezeichnung TeilA. Ausdrücke, die auf diese
Weise markiert werden, können mit ihrer Bezeichnung später ausgewählt
bzw. ausgefiltert werden. Das geschieht mit den Befehlen
\keepWithTag #'Bezeichnung bzw. \removeWithTag #'Bezeichnung.
Die Wirkung dieser Filter auf die markierten Notenabschnitte ist
wie folgt:
| Filter | Resultat |
|---|---|
Markierte Noten mit vorgesetztem \keepWithTag #'Bezeichnung | Unmarkierte Noten und Noten mit der Marke Bezeichnung werden gesetzt, Noten mit einer anderen Marke werden nicht angezeigt. |
Markierte Noten mit vorgesetztem \removeWithTag #'Bezeichnung | Unmarkierte Noten und Noten mit einer anderen Marke als Bezeichnung wird angezeigt, Noten markiert mit Bezeichnung werden nicht angezeigt. |
Markierte Noten, weder mit vorgesetztem \keepWithTag noch
\removeWithTag | Alle markierten und unmarkierten Noten werden angezeigt. |
Die Argumente der Befehle \tag, \keepWithTag und
\removeWithTag sollten ein Symbol sein (wie etwa
#'score oder #'part), gefolgt von einem musikalischen
Ausdruck.
Im folgenden Beispiel erscheinen zwei Versionen der Noten, eine zeigt Triller in normaler Notation, die andere zeigt sie ausgeschrieben:
music = \relative g' {
g8. c32 d
\tag #'trills { d8.\trill }
\tag #'expand { \repeat unfold 3 { e32 d } }
c32 d
}
\score {
\keepWithTag #'trills \music
}
\score {
\keepWithTag #'expand \music
}
Entsprechend können auch Abschnitte ausgeschlossen werden; das erfordert manchmal weniger Schreibarbeit:
music = \relative g' {
g8. c32 d
\tag #'trills { d8.\trill }
\tag #'expand {\repeat unfold 3 { e32 d } }
c32 d
}
\score {
\removeWithTag #'expand
\music
}
\score {
\removeWithTag #'trills
\music
}
Marken können auch auf Artikulationen, Text usw angewendet werden, indem man ihnen
-\tag #'your-tag
voranstellt (jedoch nach der Note, an die sie gebunden sind). Mit diesem Code etwa könnte man entweder Fingersatz oder aber einen Text ausgeben:
c1-\tag #'finger ^4 c1-\tag #'warn ^"Achtung!"
Mehrfache Marken können mithilfe von mehreren \tag-Befehlen
notiert werden:
music = \relative c'' {
\tag #'a \tag #'both { a4 a a a }
\tag #'b \tag #'both { b4 b b b }
}
<<
\keepWithTag #'a \music
\keepWithTag #'b \music
\keepWithTag #'both \music
>>
Mehrfache \removeWithTag-Filter können auf einen
musikalischen Ausdruck angewendet werden, um mehrere unterschiedliche
markierte Abschnitte aus dem Druckbild zu entfernen.
music = \relative c'' {
\tag #'A { a4 a a a }
\tag #'B { b4 b b b }
\tag #'C { c4 c c c }
\tag #'D { d4 d d d }
}
{
\removeWithTag #'B
\removeWithTag #'C
\music
}
Zwei oder mehr \keepWithTag-Filter in einem musikalischen
Ausdruck bewirken, dass alle markierten Abschnitte entfernt
werden, weil der erste Befehl alle markierten Abschnitt außer dem
im Befehl genannten wegfiltert und der zweite Befehl dann auch diesen
eben genannten zusätzlich entfernt.
Manchmal will man Noten an einem bestimmen Platz in existierenden
Noten einfügen. Dafür kann entweder \pushToTag oder
\appendToTag benutzt werden, um Material hinter bzw. vor den
Elementen (elements) der existierenden Noten einzufügen. Nicht
alle musikalischen Konstruktionen haben Elemente, aber sequentielle und
simultane Noten sind ziemlich gute Kandidaten:
test = { \tag #'here { \tag #'here <<c''>> } }
{
\pushToTag #'here c'
\pushToTag #'here e'
\pushToTag #'here g' \test
\appendToTag #'here c'
\appendToTag #'here e'
\appendToTag #'here g' \test
}
Beide Befehle erhalten einen Tag, das Material, das bei jedem Auftreten
des Tags eingefügt werden soll und den Ausdruck, der mit dem Tag versehen
ist. Der Befehl stellt sicher, dass alle Änderungen kopiert werden, sodass
das ursprüngliche \test seine Bedeutung behält.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Stücke durch Bezeichner organisieren.
Notationsreferenz: Automatische Kombination von Stimmen, LilyPond-Dateien einfügen.
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Globale Einstellungen benutzen
Man kann globale Einstellungen aus einer externen Datei einfügen:
lilypond -dinclude-settings=MY_SETTINGS.ly MY_SCORE.ly
Einstellungsgruppen, wie etwa Seitengröße, Schriftart oder Schriftschnitt, können in eigenen Dateien gespeichert werden. Das ermöglicht es, aus der gleichen Partitur unterschiedliche Editionen zu erstellen bzw. Standardeinstellungen für eine ganze Anzahl von Partituren wiederzuverwenden, indem man einfach die entsprechende Einstellungsdatei angibt.
Diese Technik funktioniert auch gut für globale Formatierungen, wie behandelt in Globale Formatierung.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Stücke durch Bezeichner organisieren, Globale Formatierung.
Notationsreferenz: LilyPond-Dateien einfügen.
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3.3.3 sonderzeichen
| Zeichenkodierung | ||
| Unicode | ||
| ASCII-Aliase |
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Sonderzeichen ] | [ Nach oben : Sonderzeichen ] | [ Unicode > ] | ||
Zeichenkodierung
LilyPond benutzt alle Zeichen, die durch das Unicode-Konsortium und ISO/IEC 10646 definiert sind. Hiermit wird den Zeichen fast aller Schriftsysteme der Welt ein eindeutiger Name und ein Code-Punkt zugewiesen, mit dem sie identifizierbar sind. Unicode kann mit mehreren Zeichenkodierungen verwirklicht werden. LilyPond benutzt die UTF-8-Kodierung (UTF = Unicode Transformation Format), in der die normalen Zeichen des lateinischen Alphabets mit einem Byte dargestellt werden, während alle anderen Zeichen zwischen zwei und vier Byte Länge haben.
Das Aussehen des Zeichens wird bestimmt durch die gerade benutzte Schriftart (engl. font). In einer Schriftartdatei werden die Nummern der Unicode-Zeichen einem bestimmten Glyphen zugeordnet. LilyPond verwendet die Pango-Bibliothek um mehrsprachige Texte und komplexe Skripte korrekt zu setzen.
LilyPond verändert die Kodierung der Eingabedatei nicht. Das heißt, dass jeder Text – Überschriften, Gesangstext, Spielanweisungen etc. – der nicht nur aus ASCII-Zeichen besteht, in UTF-8 kodiert sein musst. Am einfachsten geht das, indem man einen Texteditor einsetzt, der mit Unicode-Zeichen umgehen kann. Die meisten modernen weit verbreiteten Editoren besitzen heute UTF-8-Unterstützung, wie etwa vim, Emacs, jEdit oder GEdit. Alle MS Windows-Systeme nach NT benutzen Unicode intern, sodass sogar Notepad Dateien in UTF-8 lesen und speichern kann. Ein Editor mit mehr Funktionen unter Windows ist BabelPad oder Notepad++.
Wenn eine LilyPond-Eingabedatei nicht-ASCII-Zeichen enthält und nicht in UTF-8 gespeichert ist, gibt es folgende Fehlermeldung:
FT_Get_Glyph_Name () error: invalid argument
Heir ein Beispiel mit Kyrilliza, hebräischem und portugiesischem Text:
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Unicode
Um einen einzelnen Buchstaben zu notieren, für den die Unicode-Ziffernfolge
bekannt ist, der aber nicht auf der Tastatur zu finden ist, kann
der Befehl \char ##xhhhh oder \char #dddd innerhalb einer
\markup-Umgebung benutzt werden. Hierbei bedeutet hhhh die
hexadezimale Zahl und ddd die entsprechende dezimale Zahl
für das erforderliche Zeichen. Nullen zu Beginn können ausgelassen werden,
aber normalerweise werden alle vier Zeichen der hexadezimalen Notation
notiert. (Achten Sie darauf, dass Sie nicht UTF-8-Codepunkte
einsetzen, weil UTF-8 zusätzliche Bits enthält, die die Nummer der Oktets bezeichnet.) Unicode-Tabellen und ein Verzeichnis der Zeichenbezeichnungen
mit einer hexadezimalen Verweiszahl finden sich auf der Internetseite
des Unicode Consortiums: http://www.unicode.org/.
Mit \char ##x03BE und \char #958 wird
beispielsweise das Unicode-Zeichen U+03BE notiert, welches die
Unicode-Bezeichnung „Greek Small Letter Xi“ hat.
Alle existierenden Unicode-Zeichen können auf diese Weise notiert werden, und wenn für alle Zeichen dieses Format angewandt wird, muss die Datei nicht im utf-8-Format gespeichert werden. Es muss natürlich auch noch eine Schriftart auf dem System installiert sein, die die notierten Zeichen darstellen kann.
Das nächste Beispiel zeigt, wie Unicode-Zeichen an vier Stellen mit dem hexadezimalen Code notiert werden: in einem Übungszeichen, als Artikulationszeichen, im Gesangstext und als normaler Text außerhalb der Partitur.
\score {
\relative c'' {
c1 \mark \markup { \char ##x03EE }
c1_\markup { \tiny { \char ##x03B1 " to " \char ##x03C9 } }
}
\addlyrics { O \markup { \concat { Ph \char ##x0153 be! } } }
}
\markup { "Copyright 2008--2012" \char ##x00A9 }
Um das Copyright-Zeichen zu notieren, kann folgender Code eingesetzt werden:
\header {
copyright = \markup { \char ##x00A9 "2008" }
}
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ASCII-Aliase
Eine Liste von ASCII-Befehlen für Sonderzeichen kann eingefügt werden:
\paper {
#(include-special-characters)
}
\markup "&flqq; – &OE;uvre incomplète… &frqq;"
\score {
\new Staff { \repeat unfold 9 a'4 }
\addlyrics {
This is al -- so wor -- kin'~in ly -- rics: –_&OE;…
}
}
\markup \column {
"The replacement can be disabled:"
"– &OE; …"
\override #'(replacement-alist . ()) "– &OE; …"
}
Man kann auch eigen Aliase erstellen, entweder global:
\paper {
#(add-text-replacements!
'(("100" . "hundred")
("dpi" . "dots per inch")))
}
\markup "A 100 dpi."
oder lokal:
\markup \replace #'(("100" . "hundred")
("dpi" . "dots per inch")) "A 100 dpi."
Siehe auch
Notationsreferenz: Liste der Sonderzeichen.
Installierte Dateien: ‘ly/text-replacements.ly’.
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3.4 Ausgabe kontrollieren
| 3.4.1 Notationsfragmente extrahieren | ||
| 3.4.2 Korrigierte Musik überspringen | ||
| 3.4.3 Alternative Ausgabeformate | ||
| 3.4.4 Die Notationsschriftart verändern |
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| [ < Ausgabe kontrollieren ] | [ Nach oben : Ausgabe kontrollieren ] | [ Korrigierte Musik überspringen > ] | ||
3.4.1 Notationsfragmente extrahieren
Es ist möglich, kleine Abschnitte einer großen Partitur direkt aus der Quelldatei zu erzeugen. Das kann damit verglichen werden, dass man mit der Schere bestimmte Regionen ausschneidet.
Es wird erreicht, indem man die Takte, die ausgeschnitten werden sollen (engl. to clip = ausschneiden), extra definiert. Mit folgender Definition beispielsweise
\layout {
clip-regions
= #(list
(cons
(make-rhythmic-location 5 1 2)
(make-rhythmic-location 7 3 4)))
}
wird ein Fragment ausgeschnitten, dass auf der Mitte des fünften Taktes
beginnt und im siebten Takt endet. Die Bedeutung von 5 1 2 ist:
nach einer Halben in Takt fünf, 7 3 4 heißt: nach drei Vierteln
in Takt 7.
Weitere Bereiche, die ausgeschnitten werden sollen, können definiert werden, indem mehrere derartige Paare definiert werden.
Um diese Funktion auch nutzen zu können, muss LilyPond mit dem Parameter ‘-dclip-systems’ aufgerufen werden. Die Schnipsel werden als EPS ausgegeben und dann zu PDF und PNG konvertiert, wenn diese Formate auch als Parameter angegeben werden.
Zu mehr Information über Ausgabeformate siehe lilypond aufrufen.
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| [ < Notationsfragmente extrahieren ] | [ Nach oben : Ausgabe kontrollieren ] | [ Alternative Ausgabeformate > ] | ||
3.4.2 Korrigierte Musik überspringen
Wenn man Noten eingibt oder kopiert, sind meistens nur die Noten nahe dem Ende (wo gerade neue Noten notiert wurden) wichtig für Kontrolle und Korrektur. Um die Korrektur zu beschleunigen, kann eingestellt werden, dass nur die letzten paar Takte angezeigt werden. Das erreicht man mit dem Befehl
showLastLength = R1*5
\score { ... }
in der Quelldatei. Damit werden nur die letzten fünf Takte (in einem
4/4-Takt) eines jeden \score-Abschnitts übersetzt. Besonders
bei längeren Stücken ist es meistens sehr viel schneller, nur einen
kleinen Teil des Stückes zu setzen als die gesamte Länge. Wenn man
am Anfang eines Stückes arbeitet (weil etwa ein neuer Teil hinzugefügt
werden soll), kann auch die showFirstLength-Eigenschaft
nützlich sein.
Nur bestimmte Teile einer Partitur zu überspringen, kann mit der
Eigenschaft Score.skipTypesetting sehr genau kontrolliert
werden. Für den Bereich, für den sie auf „wahr“ gesetzt wird,
wird kein Notensatz ausgegeben.
Diese Eigenschaft kann auch benutzt werden, um die MIDI-Ausgabe zu kontrollieren. Hiermit werden alle Ereignisse, auch Tempo- und Instrumentenwechsel ausgelassen. Man muss also sehr genau darauf achten, dass nichts unerwartetes geschieht.
c8 d \set Score.skipTypesetting = ##t e8 e e e e e e e \set Score.skipTypesetting = ##f c8 d b bes a g c2
In polyphoner Notation wirkt sich Score.skipTypesetting auf
alle Stimmen und Systeme aus, sodass noch mehr Zeit bei der
Übersetzung der Datei gespart wird.
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3.4.3 Alternative Ausgabeformate
Das Standardausgabeformat für gedruckte Partituren ist PDF (Portable Document Forma) und PS (PostScript). SVG (Scalable Vector Graphics), EPS (Encapsulated PostScript) und PNG (Portable Network Graphics) gibt es auch als Ausgabeformate über die Kommandozeile. Siehe Optionen auf der Kommandozeile für lilypond.
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3.4.4 Die Notationsschriftart verändern
Gonville ist eine Alternative zu der Feta-Schriftart, die in LilyPond eingesetzt wird und kann unter der Adresse
http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/gonville/
heruntergeladen werden. Hier einige Takte Noten mit der Gonville-Schriftart:
Und hier einige Beispieltakte in der Feta-Schriftart:
Installationsanweisungen für MacOS
Laden Sie die Datei herunter und entpacken Sie die ZIP-Datei.
Kopieren Sie das lilyfonts-Verzeichnis nach
‘SHARE_DIR/lilypond/current’; für mehr Information
siehe
Mehr Information.
Benennen Sie das existierende fonts-Verzeichnis in
fonts_orig um und benennen Sie das Verzeichnis
lilyfonts in fonts. Das alte Verzeichnis
fonts_orig können Sie einfach in fonts
zurückbenennen, um wieder nach Feta zu wechseln.
Siehe auch
Handbuch zum Lernen: Mehr Information.
Bekannte Probleme und Warnungen
Gonville kann nicht verwendet werden, um Alte Notation zu setzen und es ist wahrscheinlich, dass neuere Glyphen in späteren Versionen von LilyPond nicht in Gonville enthalten sein werden. Bitte lesen Sie die Webseite des Autoren zu mehr Information hierzu und zu anderen Einzelheiten, wie auch der Lizenz von Gonville.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Die Notationsschriftart verändern ] | [ Nach oben : Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [ MIDI-Dateien erstellen > ] | ||
3.5 MIDI-Ausgabe
MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist ein Standard zur Kontrolle und Interaktion mit digitalen Instrumenten. Eine MIDI-Datei ist eine Anzahl von Noten auf einer Anzahl von Bändern/Stimmen. Es ist keine eigentliche Klangdatei, denn man benötigt spezielle Programme die die Notenereignisse in Klang umwandeln können.
Der Notensatz von LilyPond kann in MIDI umgewandelt werden, so dass man sich anhören kann, was man notiert hat. Das hilft oft sehr gut bei der Überprüfung: falsche Oktaven oder falsche Versetzungszeichen lassen sich meist sehr gut hören.
Normale MIDI-Ausgabe ist etwas roh; optional kann eine verbesserte und realistischere MIDI-Ausgabe mit einem Artikuliere-Skript erzeugt werden.
Die MIDI-Ausgabe benötigt einen Kanal für jedes System und reserviert Kanala 10 für Schlagzeug. Es gibt nur 16 MIDI-Kanäle pro Gerät, sodass MIDI-Kanäle mehrfach benutzt werden, wenn eine Partitur mehr als 15 Notensysteme hat.
| 3.5.1 MIDI-Dateien erstellen | ||
| 3.5.2 Der MIDI-Block | ||
| 3.5.3 Was geht in die MIDI-Ausgabe | ||
| 3.5.4 Wiederholungen im MIDI | ||
| 3.5.5 MIDI-Lautstärke kontrollieren | ||
| 3.5.6 Schlagzeug in MIDI | ||
| 3.5.7 Artikuliere-Skript |
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < MIDI-Ausgabe ] | [ Nach oben : MIDI-Ausgabe ] | [ > ] | ||
3.5.1 MIDI-Dateien erstellen
Um eine MIDI-Datei aus einer LilyPond-Quelldatei zu erstellen, muss
eine \midi-Umgebung zu der \score-Umgebung hinzugefügt
werden, etwa so:
\score {
...Noten...
\midi { }
}
Wenn in einer \score-Umgebung nur eine \midi-Umgebung,
aber keine \layout-Umgebung vorkommt, wird nur MIDI produziert.
Wenn auch die Notation gewünscht ist, muss zusätzlich die
\layout-Umgebung vorhanden sein:
\score {
...music...
\midi { }
\layout { }
}
Tonhöhen, Rhythmen, Überbindungen, Dynamik und Tempoänderungen werden korrekt in das MIDI-Format übersetzt. Dynamikzeichen, Crescendo und Decrescendo werden in den MIDI-Lautstärkekanal übertragen. Dynamikzeichen werden in einen bestimmten Lautstärkenwert übersetzt, Crescendo und Decrescendo erreichen einen Übergang zwischen Lautstärkewerten. Die Wirkung von Dynamikzeichen kann auch aus der MIDI-Datei entfernt werden. Siehe hierzu Der MIDI-Block.
Das Anfangstempo und spätere Tempoänderungen können mit dem
\tempo-Befehl innerhalb der Notation notiert werden. Er
bewirkt Tempoänderungen auch in der MIDI-Datei. Der Befehl setzt
gleichzeitig auch eine Tempobezeichnung in die Noten, welches aber
auch unterdrückt werden kann, siehe Metronomangabe. Eine
andere Möglichkeit, ein eigenes MIDI-Tempo anzugeben, wird weiter
unten gezeigt, siehe Der MIDI-Block.
Aufgrund einiger Einschränkungen auf Windows ist auf Windows-Systemen
die Standarddateierweiterung von MIDI-Dateien .mid. Andere
Betriebssysteme verwenden weiterhin .midi. Wenn eine
andere Endung erwünscht ist, kann man die folgende Zeile auf oberster
Ebene der Quelldatei, vor Beginn eines \book, \bookpart
oder \score-Blocks einfügen:
#(ly:set-option 'midi-extension "midi")
Diese Codezeile setzt die Dateiendung auf .midi.
Als Alternative kann man diese Option auch als Kommandozeilenparameter übergeben:
lilypond … -dmidi-extension=midi lilyDatei.ly
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| [ < MIDI-Dateien erstellen ] | [ Nach oben : MIDI-Dateien erstellen ] | [ Der MIDI-Block > ] | ||
Instrumentenbezeichnungen
Das MIDI-Instrument, mit dem ein bestimmtes System wiedergegeben
werden soll, wird durch die Staff.midiInstrument-Eigenschaft
bestimmt, die auf eine Instrumentenbezeichnung gesetzt werden muss.
Die Bezeichnungen sind aufgelistet in MIDI-Instrumente und müssen
in der dort definierten Schreibweise notiert werden.
\new Staff {
\set Staff.midiInstrument = #"glockenspiel"
...Noten...
}
\new Staff \with {midiInstrument = #"cello"} {
...Noten...
}
Wenn die Schreibweise nicht genau einem definierten Instrument aus
der Liste entspricht, wird ein Piano-Klang benutzt ("acoustic grand").
Ausgewählte Schnipsel
Changing MIDI output to one channel per voice
When outputting MIDI, the default behavior is for each staff to represent one MIDI channel, with all the voices on a staff amalgamated. This minimizes the risk of running out of MIDI channels, since there are only 16 available per MIDI port, and most devices support only one port.
However, by moving the Staff_performer to the Voice
context, each voice on a staff can have its own MIDI channel, as is
demonstrated by the following example: despite being on the same staff,
two MIDI channels are created, each with a different
midiInstrument.
\score {
\new Staff <<
\new Voice \relative c''' {
\set midiInstrument = #"flute"
\voiceOne
\key g \major
\time 2/2
r2 g-"Flute" ~
g fis ~
fis4 g8 fis e2 ~
e4 d8 cis d2
}
\new Voice \relative c'' {
\set midiInstrument = #"clarinet"
\voiceTwo
b1-"Clarinet"
a2. b8 a
g2. fis8 e
fis2 r
}
>>
\layout { }
\midi {
\context {
\Staff
\remove "Staff_performer"
}
\context {
\Voice
\consists "Staff_performer"
}
\tempo 2 = 72
}
}
Bekannte Probleme und Warnungen
Veränderungen der MIDI-Lautstärke sind nur effektiv, wenn sie zu Beginn einer Note angefordert werden, sodass die Lautstärke während einer Notendauer nicht geändert werden kann.
Nicht alle MIDI-Spieler können Tempoänderungen richtig wiedergeben. Spieler, die hierzu in der Lage sind, sind unter Anderen MS Windows Media Player und timidity.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < ] | [ Nach oben : MIDI-Ausgabe ] | [ Was geht in die MIDI-Ausgabe > ] | ||
3.5.2 Der MIDI-Block
Eine \midi-Umgebung muss innerhalb von einer \score-Umgebung
vorkommen, wenn MIDI-Ausgabe gewünscht ist. Sie entspricht der
\layout-Umgebung, aber ist etwas einfacher aufgebaut. Oft wird
die MIDI-Umgebung einfach leer gelassen, aber hier können auch
Kontexte umgeändert werden, neue Kontexte definiert werden oder
neue Werte definiert werden. Das folgende Beispiel etwa definiert
das MIDI-Tempo, ohne dass in der Partitur eine Metronombezeichnung
gesetzt wird:
\score {
...Noten...
\midi {
\tempo 4 = 72
}
}
Hier wird das Tempo auf 72 Viertelnoten pro Minute definiert. \tempo
ist eigentlich ein Musikbefehl, der die Eigenschaften während der Interpretation
der Musik einstellt: im Kontext von Ausgabedefinitionen wie etwa einem
\midi-Kontext werden sie neu interpretiert, als ob es sich um
Kontextmodifikatoren handelte.
Kontextdefinitionen des \midi-Kontextes entsprechen
der Syntax, wie sie in der \layout-Umgebung benutzt
wird. Klangübersetzungsmodule werden performer
genannt. Die Kontexte für die MIDI-Ausgabe sind in der
Datei ‘../ly/performer-init.ly’ definiert, siehe
Mehr Information. Um beispielsweise
die Auswirkung von Dynamikzeichen aus der MIDI-Ausgabe zu
entfernen, müssen folgende Zeilen eingefügt werden:
\midi {
...
\context {
\Voice
\remove "Dynamic_performer"
}
}
Eine MIDI-Ausgabe wird nur erstellt, wenn die \midi-Umgebung
in eine Partiturumgebung eingefügt wird, die mit dem Befehl
\score beginnt.
\score {
{ …Noten… }
\midi { }
}
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Der MIDI-Block ] | [ Nach oben : MIDI-Ausgabe ] | [ > ] | ||
3.5.3 Was geht in die MIDI-Ausgabe
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Was geht in die MIDI-Ausgabe ] | [ Nach oben : Was geht in die MIDI-Ausgabe ] | [ > ] | ||
In MIDI unterstützt
Die folgenden Notationselemente werden in die MIDI-Ausgabe aufgenommen:
- Tonhöhen
- Mikrotöne (siehe Versetzungszeichen. Für die Ausgabe wird ein Spieler benötigt, der Tonhöhen verändern kann.)
- Akkorde, die als Symbole notiert werden
- Rhythmen, die als Dauern notiert sind, inklusive N-tolen
- Tremolo, das ohne ‚
:[Zahl]‘ notiert ist - Überbindungen
- Dynamikzeichen
- Crescendi, decrescendi zu mehreren Noten
- Tempoänderungen, die mit einer Tempo-Bezeichnung eingegeben werden
- Gesangstext
Durch Einsatz vom Artikuliere-Skript können noch einige Elemente zu der Liste hinzugefügt werden:
- Artikulationen (Bögen, Staccato usw.)
- Triller usw.
- Rallentando und accelerando
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < ] | [ Nach oben : Was geht in die MIDI-Ausgabe ] | [ Wiederholungen im MIDI > ] | ||
In MIDI nicht unterstützt
Folgende Notationselemente werden nicht in die MIDI-Ausgabe einbezogen, außer am setzt das Artikuliere-Skript ein:
- Rhythmus, der als Anmerkung notiert wird, bspw. Swing
- Tempoveränderungen, die als Anmerkung ohne Tempobezeichnung notiert werden
- Staccato und andere Artikulationen und Ornamente
- Legato- und Phrasierungsbögen
- Crescendi, decrescendi zu einer einzelnen Note
- Tremolo, notiert mit ‚
:[number]‘ - Bezifferter Bass
- Akkorde mit Mikrotönen
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < ] | [ Nach oben : MIDI-Ausgabe ] | [ MIDI-Lautstärke kontrollieren > ] | ||
3.5.4 Wiederholungen im MIDI
Mit einigen Veränderungen im Notentext können alle Wiederholungstypen
auch in der MIDI-Ausgabe wiedergegeben werden. Das wird erreicht, indem
die \unfoldRepeats-Funktion eingesetzt wird. Diese Funktion
verändert alle Wiederholungen in ausgeschriebene Noten.
\unfoldRepeats {
\repeat tremolo 8 { c'32 e' }
\repeat percent 2 { c''8 d'' }
\repeat volta 2 { c'4 d' e' f' }
\alternative {
{ g' a' a' g' }
{ f' e' d' c' }
}
}
\bar "|."
In Parituren mit mehreren Stimmen funktioniert das Ausschreiben der Wiederholungen im MIDI nur richtig, wenn jede Stimme vollständig notierte Wiederholungsanweisungen enthält.
Wenn eine Partitur mit diesem \unfoldRepeats-Befehl erstellt
wird, ist er notwendig,
zwei \score-Umgebungen einzurichten: in der einen werden die
Wiederholungen ausgeschrieben und nur eine MIDI-Ausgabe produziert,
in der anderen werden die Wiederholungen notiert und als Partitur
gesetzt. Das Beispiel gibt einen Hinweis, wie eine derartige Datei
aussehen kann:
\score {
..music..
\layout { .. }
}
\score {
\unfoldRepeats ..music..
\midi { .. }
}
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3.5.5 MIDI-Lautstärke kontrollieren
Dynamik in der MIDI-Ausgabe wird durch den Dynamic_performer
erstellt, welcher sich in einem Voice-Kontext befindet.
Es ist möglich, sowohl die generelle Lautstärke einer MIDI-Datei
als auch relative Lautstärken von Dynamikanweisungen und auch
relative Lautstärke von einzelnen Instrumenten einzustellen.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < MIDI-Lautstärke kontrollieren ] | [ Nach oben : MIDI-Lautstärke kontrollieren ] | [ > ] | ||
Dynamik-Zeichen
Dynamikanweisungen werden als ein bestimmter Bruch der insgesamt
zur Verfügung stehenden MIDI-Lautstärke notiert. Die Standardbrüche
reichen von 0,25 für ppppp bis hin zu 0,95 für
fffff. Diese Anweisung befinden sich in der Datei
‘../scm/midi.scm’, siehe auch
Mehr Information.
Diese Brüche können nach Belieben geändert oder erweitert werden, indem
eine Funktion erstellt wird, die ein Dynamikzeichen als Argument
nimmt und den erforderlichen Bruch ausgibt; schließlich muss noch
Score.dynamicAbsoluteVolumeFunction auf diese Funktion
gesetzt werden.
Beispielhaft soll gezeigt werden, wie man eine Rinforzando-Dynamik,
\rfz, auch in die MIDI-Ausgabe übernehmen kann. Gleiches gilt
für neue, selbstdefinierte Dynamikzeichen, die in den Standarddefinitionen
nicht enthalten sind. Die Scheme-Funktion, die hier definiert wird,
setzt den Bruch von 0,9 für eine rfz-Anweisung und ruft andernfalls die
Standardanweisungen auf:
#(define (myDynamics dynamic)
(if (equal? dynamic "rfz")
0.9
(default-dynamic-absolute-volume dynamic)))
\score {
\new Staff {
\set Staff.midiInstrument = #"cello"
\set Score.dynamicAbsoluteVolumeFunction = #myDynamics
\new Voice {
\relative c'' {
a4\pp b c-\rfz
}
}
}
\layout {}
\midi {}
}
Alternativ, insbesondere wenn die gesamte Tabelle der MIDI-Lautstärken umdefiniert werden soll, ist es besser, die default-dynamic-absolute-volume-Prozedur in der Datei ‘../scm/midi.scm’ und die hiermit verknüpfte Tabelle als Modell zu benutzen. Das letzte Beispiel dieses Abschnittes zeigt, wie das gemacht werden kann.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < ] | [ Nach oben : MIDI-Lautstärke kontrollieren ] | [ > ] | ||
MIDI-Lautstärke
Die generellen Mindest- und Höchstwerte für die Lautstärke der MIDI-Datei
wird kontrolliert, indem die Eigenschaften midiMinimumVolume
und midiMaximumVolume auf der Score-Ebene gesetzt
werden. Diese Eigenschaften haben nur Einfluss auf Dynamikzeichen, sodass
ein Dynamikzeichen direkt an den Anfang der Partitur gestellt werden muss,
wenn diese Einstellung von Anfang an Wirkung zeigen soll. Der Bruch,
der dann den einzelnen Dynamikzeichen entspricht, wird mit der
Formel
midiMinimumVolume + (midiMaximumVolume - midiMinimumVolume) * Bruch
errechnet. Im folgenden Beispiel wird die generelle MIDI-Lautstärke auf den Bereich zwischen 0.2 und 0.5 eingeschränkt.
\score {
<<
\new Staff {
\key g \major
\time 2/2
\set Staff.midiInstrument = #"flute"
\new Voice \relative c''' {
r2 g\mp g fis~
fis4 g8 fis e2~
e4 d8 cis d2
}
}
\new Staff {
\key g \major
\set Staff.midiInstrument = #"clarinet"
\new Voice \relative c'' {
b1\p a2. b8 a
g2. fis8 e
fis2 r
}
}
>>
\layout {}
\midi {
\tempo 2 = 72
\context {
\Score
midiMinimumVolume = #0.2
midiMaximumVolume = #0.5
}
}
}
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| [ < ] | [ Nach oben : MIDI-Lautstärke kontrollieren ] | [ > ] | ||
Verschiedene Instrumente angleichen (i)
Wenn die Mindest- und Höchstwerte für die MIDI-Lautstärke
innerhalb eines Staff-Kontextes gesetzt werden,
kann damit die relative Lautstärke einzelner Instrumente kontrolliert
werden. Damit kann man die Qualität der MIDI-Datei
merklich verbessern.
In diesem Beispiel wird die Lautstärke der Klarinette relativ zur Lautstärke der Flöte verringert. In jeder Stimme muss eine Dynamikanweisung für die erste Note gesetzt werden, damit diese Einstellung korrekt funktioniert.
\score {
<<
\new Staff {
\key g \major
\time 2/2
\set Staff.midiInstrument = #"flute"
\set Staff.midiMinimumVolume = #0.7
\set Staff.midiMaximumVolume = #0.9
\new Voice \relative c''' {
r2 g\mp g fis~
fis4 g8 fis e2~
e4 d8 cis d2
}
}
\new Staff {
\key g \major
\set Staff.midiInstrument = #"clarinet"
\set Staff.midiMinimumVolume = #0.3
\set Staff.midiMaximumVolume = #0.6
\new Voice \relative c'' {
b1\p a2. b8 a
g2. fis8 e
fis2 r
}
}
>>
\layout {}
\midi {
\tempo 2 = 72
}
}
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < ] | [ Nach oben : MIDI-Lautstärke kontrollieren ] | [ Schlagzeug in MIDI > ] | ||
Verschiedene Instrumente angleichen (ii)
Wenn Mindest- und Höchstwerte für die Lautstärke der MIDI-Datei nicht vorgegeben werden, nimmt LilyPond standardmäßig einige Anpassungen für die Lautstärken bestimmter Instrumente vor. Diese Instrumente und ihre entsprechende Veränderung lassen sich aus der Tabelle instrument-equalizer-alist in der Datei ‘../scm/midi.scm’ entnehmen.
Dieser grundlegende Equalizer kann ersetzt werden, indem die
Funktion instrumentEqualizer im Score-Kontext auf
eine neue Scheme-Funktion gesetzt wird, die MIDI-Instrumentbezeichnungen
als einziges Argument akzeptiert und ein Zahlenpaar ausgibt, das
den Höchst- und Mindestwert für die Lautstärke des entsprechenden
Instruments darstellt. Die Ersetzung der Standardfunktion wird
auf gleiche Weise vorgenommen, wie es schon für die
dynamicAbsoluteVolumeFunction zu Beginn dieses Abschnittes
gezeigt wurde. Der Standard-Equalizer,
default-instrument-equalizer in der Datei
‘../scm/midi.scm’ zeigt, wie solche eine Funktion erstellt werden
kann.
Das folgende Beispiel definiert für die Flöte und Klarinette relative Lautstärkewerte, die denen des vorigen Beispiels entsprechen.
#(define my-instrument-equalizer-alist '())
#(set! my-instrument-equalizer-alist
(append
'(
("flute" . (0.7 . 0.9))
("clarinet" . (0.3 . 0.6)))
my-instrument-equalizer-alist))
#(define (my-instrument-equalizer s)
(let ((entry (assoc s my-instrument-equalizer-alist)))
(if entry
(cdr entry))))
\score {
<<
\new Staff {
\key g \major
\time 2/2
\set Score.instrumentEqualizer = #my-instrument-equalizer
\set Staff.midiInstrument = #"flute"
\new Voice \relative c''' {
r2 g\mp g fis~
fis4 g8 fis e2~
e4 d8 cis d2
}
}
\new Staff {
\key g \major
\set Staff.midiInstrument = #"clarinet"
\new Voice \relative c'' {
b1\p a2. b8 a
g2. fis8 e
fis2 r
}
}
>>
\layout { }
\midi {
\tempo 2 = 72
}
}
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < ] | [ Nach oben : MIDI-Ausgabe ] | [ Artikuliere-Skript > ] | ||
3.5.6 Schlagzeug in MIDI
Schlagzeuginstrumente werden üblicherweise in einem DrumStaff-Kontext
notiert. Aus diese Weise werden sie korrekt in den MIDI-Kanal 10
ausgegeben. Eine Schlagzeuge mit diskreten Tonhöhen, wie Xylophon,
Marima, Vibraphone, Pauken usw. werden wie „normale“ Instrumente
in einem Staff-Kontext notiert. Nur so lässt sich auch hier
eine richtige MIDI-Ausgabe erreichen.
Einige Instrumente, die keine diskreten Tonhöhen haben, können nicht
über den MIDI-Kanal 10 erreicht werden und müssen deshalb in
einem normalen Staff-Kontext mit passenden normalen Tonhöhen
notiert werden. Es handelt sich
um melodic tom, taiko drum, synth drum u. A.
Viele Schlagzeuginstrumente sind nicht in den MIDI-Standard aufgenommen, z. B. Kastagnetten. Die einfachste Methode, derartige Instrumente zu ersetzen, ist, einen Klang auszuwählen, der ihnen halbwegs ähnlich kommt.
Bekannte Probleme und Warnungen
Weil der MIDI-Standard keine Peitschenschläge kennt, wird ein Schlagstock (sidestick) für diesen Zweck eingesetzt.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
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3.5.7 Artikuliere-Skript
Eine realistischere MIDI-Ausgabe ist möglich, wenn man das Artikuliere-Skript einsetzt. Es versucht, Artikulationen (Bögen, Staccato) mit einzubeziehen, indem Noten mit sequentieller Musik von passender Verlängerung oder Verkürzung mit entprechenden Skips ersetzt werden. Es versucht auch, Triller usw. klingen zu lassen und rallantando und accelerando wahrzunehmen.
Um das Artikuliere-Skript einzusetzen, muss oben in der Eingabedatei
\include "articulate.ly"
eingefügt werden. Im \score-Abschnitt schreibt man
\unfoldRepeats \articulate << der Rest der Partitur... >>
Wenn die Eingabedatei auf diese Art verändert wurd, wird die Notenausgabe stark verändert, aber die MIDI-Ausgabe produziert ein besseres Ergebnis.
Wenn auch nicht unbedingt notwendig, damit das Artikuliere-Skript
funktioniert, bietet es sich an, \unfoldRepeats wie im
Beispiel oben zu verwenden, weil dadurch Abkürzungen wie etwa
Triller ausgeführt werden.
Bekannte Probleme und Warnungen
Articulate verkürzt Akkorde und manche Musik (besonders Orgelmusik) kann schlechter klingen.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Artikuliere-Skript ] | [ Nach oben : Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [ LilyPond-Notation anzeigen > ] | ||
3.6 Musikalische Information extrahieren
Neben graphischer Ausgabe und MIDI kann LilyPond auch die musikalische Information als Text anzeigen:
| 3.6.1 LilyPond-Notation anzeigen | ||
| 3.6.2 Musikalische Scheme-Ausdrücke anzeigen | ||
| 3.6.3 Musikalische Ereignisse in einer Datei speichern |
3.6.1 LilyPond-Notation anzeigen
Mit der musikalischen Funktion \displayLilyMusic kann
man einen musikalischen Ausdruck anzeigen. Um die Ausgabe zu
sehen, wird LilyPond üblicherweise auf der Kommandozeile
aufgerufen. Beispielsweise
{
\displayLilyMusic \transpose c a, { c4 e g a bes }
}
zeigt an:
{ a,4 cis e fis g }
Standardmäßig gibt LilyPond diese Nachrichten auf die Kommandozeile aus, zusammen mit all den anderen LilyPond-Nachrichten über die Kompilation. Um die Nachrichten zu speichern, kann man die Ausgabe in eine Datei umleiten:
lilypond file.ly >display.txt
LilyPond zeit nicht nur die musikalischen Ausdrücke an, sondern
interpretiert sie auch (weil \displayLilyMusic sie an das
Programm zurückgibt, zusätzlich zur Anzeige). Das ist sehr
praktisch, denn man kann einfach \displayLilyMusic
in vorhandene Noten einfügen, um Informationen darüber zu erhalten.
Wenn Sie nicht wollen, dass LilyPond die angezeigten
musikalischen Ausdrücke auch interpretiert, muss \void
eingesetzt werden, damit der Ausdruck für die Interpretation ignoriert wird:
{
\void \displayLilyMusic \transpose c a, { c4 e g a bes }
}
3.6.2 Musikalische Scheme-Ausdrücke anzeigen
Siehe Musikalische Funktionen darstellen.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Abstände >> ] | ||
| [ < Musikalische Scheme-Ausdrücke anzeigen ] | [ Nach oben : Musikalische Information extrahieren ] | [ Abstände > ] | ||
3.6.3 Musikalische Ereignisse in einer Datei speichern
Musikereignisse können in einer Datei Notensystem für Notensystem gespeichert werden, indem eine Datei in die Paritur eingefügt wird:
\include "event-listener.ly"
Das erstellt Dateien mit der Bezeichnung ‘DATEINAME-SYSTEMNAME.notes’ oder ‘DATEINAME-unnamed-staff.notes’ für jedes Notensystem. Wenn mehrere Systeme ohne Bezeichnung auftreten, werden die Ereignisse aller Notensysteme zusammen in der selben Datei gemischt. Die Ausgabe sieht folgendermaßen aus:
0.000 note 57 4 p-c 2 12 0.000 dynamic f 0.250 note 62 4 p-c 7 12 0.500 note 66 8 p-c 9 12 0.625 note 69 8 p-c 14 12 0.750 rest 4 0.750 breathe
Die Syntax ist eine durch Tabulatoren getrennte Zeile mit zwei festen Zellen, gefolgt von optionalen Parametern.
time type ...params...
Diese Information kann einfach ein ein anderes Programm wie etwa ein Python-Skript eingelsen werden und kann nützlich für Forscher sein, die musikalische Analyse- oder Wiedergabeexperimente mit LilyPond machen wollen.
Bekannte Probleme und Warnungen
Nicht alle musikalischen Ereignisse werden von ‘event-listener.ly’ unterstützt. Es handelt sich eher um ein gut gemachtes „proof of concept“. Wenn Ereignisse, die Sie brauchen, nicht in enthalten sind, können Sie ‘event-listener.ly’ in Ihr LilyPond-Verzeichnis kopieren und die Datei verändern, sodass sie die benötigte Information ausgibt.
| [ << Allgemeine Eingabe und Ausgabe ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Musikalische Ereignisse in einer Datei speichern ] | [ Nach oben : Top ] | [ Seitenlayout > ] | ||
4. Abstände
Das finale Layout der Seite wird von drei Faktoren bestimmt: dem Layout der Seite, den Zeilenumbrüchen und der Platzverteilung. Jeder Faktor beeinflusst auch die anderen mit. Die Wahl der Platzverteilung entscheidet, wie eng die Notensysteme gesetzt werden. Das wiederum hat Einfluss auf die gewählten Zeilenumbrüche und letztendlich also auch darauf, wieviele Seiten ein Stück beansprucht.
Die Verteilung der Musik auf der Seite geschieht grob gesagt in vier Schritten. Zuerst werden flexible Entfernungen („springs“) gewählt, die auf den Notendauern basieren. Alle möglichen Zeilenumbrüche werden getestet und ein „Schlechtigkeitsscore“ für die Umbrüche erstellt. Danach wird die mögliche Höhe eines Systems ermittelt und schließlich wird eine bestimmte Kombination aus Seiten- und Zeilenumbruch ausgewählt, sodass weder die horizontale noch die vertikale Platzverteilung zu eng oder zu weit gesetzt wird.
Einstellungen, die das Layout beeinflussen, können in zwei Umgebungen
gesetzt werden: in der \paper {...}- und der \layout {...}-Umgebung.
Die \paper-Umgebung enthält Einstellungen des Seitenlayouts, die für
alle Partituren innerhalb eines \book die gleichen sein sollen, wie
etwa Papierhöhe oder ob Seitenzahlen ausgegeben werden sollen. Siehe
Seitenlayout. Die \layout-Umbegung enthält Layouteinstellungen
der Partitur selber, wie etwa die Zahl der Systeme oder den Platz zwischen
Systemgruppen usw. Siehe Partiturlayout.
| 4.1 Seitenlayout | ||
| 4.2 Partiturlayout | ||
| 4.3 Umbrüche | ||
| 4.4 Vertikale Abstände | ||
| 4.5 Horizontale Abstände | ||
| 4.6 Die Musik auf weniger Seiten zwingen |
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Abstände ] | [ Nach oben : Abstände ] | [ Die paper-Umgebung > ] | ||
4.1 Seitenlayout
Dieser Abschnitt behandelt Seitenlayout-Optionen innerhalb der \paper-Umgebung.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Seitenlayout ] | [ Nach oben : Seitenlayout ] | [ Papierformat und automatische Skalierung > ] | ||
4.1.1 Die \paper-Umgebung
Die \paper-Umgebung kann innerhalb einer \book-, nicht aber
innerhalb einer \score-Umgebung vorkommen. Einstellungen in
\paper wirken sich auf das gesamte Buch aus, welches viele einzelne
Partituren beinhalten kann. Einstellungen, die in der \paper-Umgebung
vorkommen können, beinhalten:
-
die
set-paper-size-Scheme-Funktion, -
\paper-Variablen, die zum Verändern des Seitenlayouts eingesetzt werden und - Beschriftungsdefinitionen, mit denen das Layout von Kopf- und Fußleisten sowie Titeln beeinflusst wird.
Die set-paper-size-Funktion wird im nächsten Abschnitt behandelt:
Papierformat und automatische Skalierung. Die \paper-Variablen,
die das Seitenlayout beeinflussen, werden in späteren Abschnitten behandelt.
Die Beschriftungsdefinitionen für Kopf- und Fußzeilen sowie Titeln werden behandelt
in Eigene Kopf- und Fußzeilen sowie Titel.
Die meisten \paper-Variablen funktionieren nur innerhalb der
\paper-Umgebung. Die wenigen, die auch in der \layout-Umgebung
funktionieren, finden sich in Die \layout-Umgebung.
Außer wenn anders angegeben, werden alle \paper-Variablen, die
Abständen auf der Seite antsprechen, in Millimetern gemessen, es sei denn,
eine andere Maßeinheit ist definiert. Beispielsweise wird mit folgender
Definition der obere Rand (top-margin) 10 mm breit definiert:
\paper {
top-margin = 10
}
Damit etwa 0.5 Zoll benutzt werden, muss \in dem Maß nachgestellt werden:
\paper {
top-margin = 0.5\in
}
Mögliche Maßeinheiten sind \mm, \cm, \in und
\pt. Diese Maßeinheiten sind einfach Werte, um von Millimetern
zu Konvertieren, sie sind in ‘ly/paper-defaults-init.ly’ definiert.
Um Missverständnisse zu vermeiden, wird normalerweise \mm geschrieben,
auch wenn es eigentlich nicht notwendig wäre.
Man kann die \paper-Werte auch mit Scheme definieren. Die Scheme-Entsprechung
der obigen Definition ist:
\paper {
#(define top-margin (* 0.5 in))
}
Siehe auch
Notationsreferenz
Papierformat und automatische Skalierung,
Eigene Kopf- und Fußzeilen sowie Titel,
Die \layout-Umgebung.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Die paper-Umgebung ] | [ Nach oben : Seitenlayout ] | [ Das Papierformat einstellen > ] | ||
4.1.2 Papierformat und automatische Skalierung
| Das Papierformat einstellen | ||
| Automatische Skalierung auf ein Papierformat |
Das Papierformat einstellen
‚A4‘ ist der Standardwert, wenn keine ausdrückliches Papierformat
eingestellt ist. Es gibt jedoch zwei Funktionen, mit denen man
das Papierformat ändern kann: set-default-paper-size
#(set-default-paper-size "quarto")
welcher immer auf oberster Ebene der Datei geschrieben werden muss, und
set-paper-size
\paper {
#(set-paper-size "tabliod")
}
welcher in eine \paper-Umgebung geschrieben werden muss.
Wenn die set-default-paper-size-Funktion auf oberster Ebene der
Datei eingesetzt wird, muss sie vor allen \paper-Umgebungen kommen.
set-default-paper-size definiert das Papierformat für alle Seiten,
während set-paper-size nur das Format der Seiten bestimmt, auf die
sich die \paper-Umgebung bezieht. Wenn beispielsweise die
\paper-Umgebung oben in der Datei steht, dann bezieht sie sich
auf alle Seiten in der Datei. Wenn die \paper-Umgebung innherhalb
einer \book-Umgebung steht, dann bezieht sie sich nur auf das eine
Buch.
Wenn die set-paper-size-Funktion eingesetzt wird, muss sie vor
allen anderen Funktionen stehen, die in derselben \paper-Umgebung
benützt werden. Siehe Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
Die Papierformate finden sich in der Datei ‘scm/paper.scm’ definiert. Hierhin kann man eigene Formate definieren, sie werden jedoch bei einer Aktualisierung von LilyPond überschrieben. Die vorhandenen Papierformate finden sich in Vordefinierte Papierformate.
Der folgende Befehl kann benützt werden, um ein eigenes Papierformat
hinzuzufügen, welches dann mit set-default-paper-size oder
set-paper-size benützt werden kann:
#(set! paper-alist (cons '("mein Format" . (cons (* 15 in) (* 3 in))) paper-alist))
\paper {
#(set-paper-size "mein Format")
}
Die Einheiten in (Fuß), cm (Centimeter) and mm (Millimeter)
können benützt werden.
Wenn das Symbol 'landscape an die Funktion
set-default-paper-size gehängt wird, werden die Seiten um
90° gedreht und die Notensysteme entsprechend breiter gesetzt.
#(set-default-paper-size "a6" 'landscape)
Die Notenausgabe wird nicht gedreht, nur das Papierformat.
Siehe auch
Notationsreferenz: Automatische Skalierung auf ein Papierformat, Vordefinierte Papierformate.
Installierte Dateien: ‘scm/paper.scm’.
Automatische Skalierung auf ein Papierformat
Wenn das Papierformat mit einer der Scheme-Funktionen
(set-default-paper-size oder set-paper-size) geändert wird,
werden die Werte einiger \paper-Variablen automatisch an die
neue Größe angepasst. Um die automatische Skalierung für eine bestimmte
Variable zu umgehen, kann die Variable definiert werden, nachdem man
das Papierformat angegeben hat. Es sollte beachtet werden, dass die
automatische Anpassung nicht ausgelöst wird, wenn man nur die
paper-height oder paper-width-Variablen verändert, obwohl
paper-width andere Werte beeinflussen kann (das muss von der automatischen
Skalierung unterschieden werden und wird unten behandelt). Die Funktionen
set-default-paper-size und set-paper-size werden behandelt
in Das Papierformat einstellen.
Die vertikalen Dimensionen, die durch die automatische Skalierung verändert
werden sind: top-margin und bottom-margin (siehe
Vertikale \paper-Variablen mit festen Abständen). Die horizontalen
Dimensionen, die durch die automatische Skalierung verändert werden, sind
left-margin, right-margin, inner-margin, outer-margin,
binding-offset, indent und short-indent (siehe
\paper-Variablen für horizontale Abstände).
Die Standardwerte für diese Dimensionen sind in
‘ly/paper-defaults-init.ly’ definiert, wobei interne Variablen mit den
Bezeichnungen top-margin-default, bottom-margin-default, usw.
benutzt werden. Das sind die Werte für die Standardpapiergröße
a4. Zum Vergleich: a4 hat Werte von 297\mm für
paper-height und 210\mm für paper-width.
Siehe auch
Notationsreferenz:
Vertikale \paper-Variablen mit festen Abständen,
\paper-Variablen für horizontale Abstände.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’, ‘scm/paper.scm’.
Vertikale \paper-Variablen mit festen Abständen
Achtung: Einige \paper-Dimensionen werden automatisch nach
Papierformat skaliert, was zu ungewolltem Verhalten führen kann. Siehe
Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
Standardwerte (vor der Skalierung) sind definiert in ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
-
paper-height -
Die Höhe der Seite, standardmäßig nicht definiert. Die automatische Skalierung einiger vertikalen Dimensionen wird hiervon nicht betroffen.
-
top-margin -
Der Rand zwischen dem oberen Ende der Seite und dem oberen Ende des bedruckbaren Bereichs. Wenn das Papierformat verändert wurde, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert.
-
bottom-margin -
Der Rand zwischen dem unteren Ende der Seite und dem unteren Ende des bedruckbaren Bereichs. Wenn das Papierformat verändert wurde, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert.
-
ragged-bottom -
Wenn auf wahr gesetzt, werden die Systeme nicht vertikal bis zum unteren Seitenrand verteilt. Sollte auf wahr gesetzt sein für Stücke, die nur ein bis zwei Notensystemgruppen pro Seite haben, etwa Orchesterpartituren.
-
ragged-last-bottom -
Wenn auf falsch gesetzt, werden die Systeme vertikal auf der letzten Seite verteilt. Bei Stücken, die grob zwei oder mehr Seiten füllen, sollten es auf falsch (
false) gesetzt werden. Hiermit wird auch die letzte Seite von Teilen eines\book, die mit\bookparterstellt sind, beeinflusst.
Siehe auch
Notationsreferenz: Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
Schnipsel: Spacing.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Titel (aus der \header-Umgebung) werden als Systemgruppe
behandelt, sodass ragged-bottom und ragged-last-bottom auch
zusätzlichen Abstand zwischen den Titel und dem ersten System einer
Paritur einfügt.
Explizit definierte Papierformate überschreiben alle vom Benutzer erstellte Randeinstellung für die Ränder oben und unten.
Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen
In den meisten Fällen bietet es sich an, dass die vertikalen
Abstände zwischen bestimmten Objekten (wie Ränder, Titel,
Notensystemgruppen und einzelne Partituren) flexibel gehalten
werden, sodass sie je nach Situation gedehnt oder komprimiert
werden können. Es gibt eine Anzahl von Variablen für die
\paper-Umgebung, mit denen man das Dehnungsverhalten dieser
Dimensionen beeinflussen kann. Sie finden sich unten aufgelistet.
Dabei sollte beachtet werden, dass die Variablen, die in diesem
Abschnitt behandelt werden, nicht die Platzierung und das
Dehnungsverhalten von Notensystemen innerhalb der einzelnen
Systemgruppen behandelt. Die Dehnung zwischen Notensystemen
wird mit Grob-Eigenschaften kontrolliert, deren Einstellungen
normalerweise innerhalb der \score-Umgebung vorgenommen
werden, und nicht innerhalb der \paper-Umgebung. Siehe auch
Flexible vertikale Abstände in Systemgruppen.
| Struktur der Alisten für flexible vertikale Abstände | ||
Liste der flexiblen vertikalen Abstandsvariablen in \paper |
Struktur der Alisten für flexible vertikale Abstände
Jede der flexiblen vertikalen Abstandsvariablen ist eine Aliste (eine assoziative Liste), die vier Schlüssel (engl. key) enthält:
-
basic-distance(Grund-Abstand) – der vertikale Abstand, gemessen in Systemzwischenräumen, zwischen den Referenzpunkten zweier Elemente, wenn keine Zusammenstöße vorkommen würden und keine Dehnung oder Kompression stattfindet. Der Referenzpunkt einer (Titel-)Beschriftung (auf höchster Ebene) ist sein höchster Punkt und der Referenzpunkt einer Systemgruppe ist der vertikale Mittelpunkt des nächstenStaffSymbol– sogar wenn eine Nicht-Notensystemzeile (wie etwa einLyrics-Kontext) dazwischen kommt. Werte fürbasic-distance, die weniger als entwederpaddingoderminimum-distancesind, haben keine Bedeutung, weil der sich daraus ergebende Abstand niemals weniger als entwederpaddingoderminimum-distanceergibt. -
minimum-distance(minimaler Abstand) – der kleinste erlaubte vertikale Abstand, gemessen in Systemzwischenräumen, zwischen den Referenzpunkten der zwei Elemente, wenn Kompression stattfindet. Werte fürminimum-distance, die geringer alspaddingsind, haben keine Bedeutung, weil der sich daraus ergebende Abstand niemals weniger alspaddingergibt. -
padding(Verschiebung) – der minimal benötigte vertikale blanke Freiraum zwischen den Bounding-Boxen (oder Skyline) der zwei Objekten, gemessen in Notenlinienabständen. -
stretchability(Dehnbarkeit) – ein einheitsloses Maß der Leichtigkeit, mit der sich die Dimension dehnen lässt (ohne dass Zusammenstöße auftreten). Wenn es null ist, wird der Abstand nicht gedehnt (außer ein Zusammenstoß würde auftreten), wenn es positiv ist, hängt die Wichtigkeit der Dehnbarkeit eines bestimmten Objekts nur noch von seiner Beziehung zu dem Wert des anderen Objekts ab. Beispielsweise wennn eine Dimension die doppelte Dehnbarkeit als die andere hat, wird sie auch zweimal so einfach gedehnt. Werte sollten nicht-negativ und reale Zahlen sein. Der Wert+inf.0ruft einenprogramming_errorhervor und wird ignoriert, aber1.0e7kann für einen so gut wie unendlich dehnbaren Abstand eingesetzt werden. Wenn der Wert nicht gesetzt wird, ist der Standardwert der vonbasic-distance. Die Wahrscheinlichkeit einer Dimension, sich zu verkleinern, kann man nicht direkt beeinflussen, sondern sie ergibt sich aus (space-minimum-distance).
Wenn eine Seite einen nicht ausgeglichenen unteren Rand hat, ist der resultierende Abstand der größte von:
-
basic-distance, -
minimum-distanceund -
paddingplus der kleinste nötige Abstand, um Zusammenstöße zu vermeiden.
Bei Partituren über mehrere Seiten mit nicht ausgeglichenem unteren Rand greift die letzte Seite auf die gleiche Positionierung zurück wie die vorhergehende Seite, vorausgesetzt, dafür ist genügend Platz vorhanden.
Spezifische Methoden, um Alisten zu verändern, werden behandelt in Alisten verändern. Das folgende Beispiel demonstriert beide Arten, wie diese Alisten verändert werden können. Der erste Aufruf verändert nur einen Schlüsselwert einzeln, während der zweite die Variable vollständig neu definiert:
\paper {
system-system-spacing #'basic-distance = #8
score-system-spacing =
#'((basic-distance . 12)
(minimum-distance . 6)
(padding . 1)
(stretchability . 12))
}
Liste der flexiblen vertikalen Abstandsvariablen in \paper
Die Bezeichnungen dieser Variablen entsprechen dem Format
obere-untere-platzierung, wobei obere
und untere die zu platzierenden Elemente darstellen. Jeder
Abstand wird zwischen den Referenzpunkten der beiden Elemente gemessen
(siehe Beschreibung der Alistenstruktur oben). In diesen Variablenbezeichnungen
bedeutet ‚markup‘ (Beschriftung) sowohl
Titelbeschriftungen (bookTitleMarkup oder
scoreTitleMarkup) als auch Beschriftungen auf höchster Ebene
(siehe Die Dateistruktur). Alle Entfernungen werden in Systemzwischenräumen
gemessen.
Standardwerte sind in ‘ly/paper-defaults-init.ly’ definiert.
-
markup-system-spacing -
der Abstand zwischen einer (Titel-)Beschriftung (auf höchster Ebene) und der darauf folgenden Systemgruppe.
-
score-markup-spacing -
der Abstand zwischen dem letzten System einer Partitur und der darauf folgenden (Titel-)Beschriftung (auf höchster Ebene).
-
score-system-spacing -
der Abstand zwischen dem letzten System einer Partitur und dem ersten System der folgenden Partitur, wenn keine (Titel-)Beschriftung (auf höchster Ebene) dazwischen vorkommt.
-
system-system-spacing -
der Abstand zwischen zwei Systemgruppen der selben Partitur.
-
markup-markup-spacing -
der Abstand zwischen zwei (Titel-)Beschriftungen (auf höchster Ebene).
-
last-bottom-spacing -
der Abstand vom letzten System oder Beschriftung auf höchster Ebene auf einer Seite zum unteren Rand des bedruckbaren Bereichs (also bis zum Anfang des unteren Randes).
-
top-system-spacing -
der Abstand zwischen dem oberen Rand des bedruckbaren Bereichs (also dem Ende des oberen Rands) und dem ersten System auf der Seite, wenn keine (Titel-)Beschriftung (auf höchster Ebene) dazwischen kommt.
-
top-markup-spacing -
der Abstand vom oberen Rand des bedruckbaren Bereichs (also dem Ende des oberen Randes) zur ersten (Titel-)Beschriftung (auf höchster Ebene) auf einer Seite, wenn keine Systemgruppe dazwischen kommt.
Siehe auch
Notationsreferenz: Flexible vertikale Abstände in Systemgruppen.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
Schnipsel: Spacing.
\paper-Variablen für horizontale Abstände
Achtung: Einige \paper-Dimensionen werden automatische
entsprechend dem Papierformat skaliert und können deshalb ungewollte
Resultate haben. Siehe Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
| \paper-Variablen für Breite und Ränder | ||
\paper-Variablen für zweiseitigen Satz | ||
\paper-Variablen für Verschiebungen und Einrückungen |
\paper-Variablen für Breite und Ränder
Standardwerte (vor der Skalierung), die hier nicht aufgelistet sind, finden sich in ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
-
paper-width -
Die Breide der Seite, standardmäßig nicht definiert. Während
paper-widthkeine Auswirkungen auf die automatische Skalierung einiger horizontaler Dimensionen hat, beeinflusst es dennoch dieline-width-Variable. Wenn sowohlpaper-widthals auchline-widthdefiniert sind, dann werden auchleft-marginundright-marginaktualisiert. Siehe auchcheck-consistency. -
line-width -
Die horizontale Ausdehnung der Notenlinien in nicht-eingerückten, Systemen mit Ausgleich zum rechten Rand, entspricht
(paper-width - left-margin - right-margin)wenn nicht definiert. Wennline-widthdefiniert ist und sowohlleft-marginals auchright-marginnicht definiert sind, dann werden die Ränder aktualisiert, sodass die Systeme mittig auf der Seite zentriert werden. Siehe auchcheck-consistency. Diese Variable kann auch in der\layout-Umgebung definiert werden. -
left-margin -
Der Rand zwischen der linken Papierkante und dem Beginn der Systeme ohne Einrückungen. Wenn das Papierformat verändert wird, wird auch der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Wenn
left-marginnicht definiert ist und sowohlline-widthals auchright-margindefiniert sind, dann wirdleft-marginauf den Wert(paper-width - line-width - right-margin)gesetzt. Wenn nurline-widthdefiniert ist, dann werden beide Ränder auf den Wert((paper-width - line-width) / 2)gesetzt und die Systeme demzufolge auf der Seite zentriert. Siehe auchcheck-consistency. -
right-margin -
Der Rand zwischen der rechten Papierkante und dem Ende der Systeme mit Randausgleich („Blocksatz“). Wenn das Papierformat geändert wird, wird auch der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Wenn
right-marginnicht definiert ist und sowohlline-widthals auchleft-margindefiniert sind, dann wirdright-marginauf den Wert(paper-width - line-width - left-margin)gesetzt. Wenn nurline-widthdefiniert ist, dann werden beide Ränder auf den Wert((paper-width - line-width) / 2)gesetzt und die Systeme demzufolge auf der Seite zentriert. Siehe auchcheck-consistency. -
check-consistency -
Wenn wahr, wird eine Warnung ausgegeben, sollten
left-margin,line-widthundright-marginzusammen nicht exakt den Wert vonpaper-widthergeben, und die Werte (außerpaper-width) mit ihren Standardwerten belegt (wenn nötig auf das entsprechende Papierformat skaliert). Wenn falsch werden derartige Inkonsistenzen ignoriert und die Systeme dürfen auch über den Seitenrand hinausragen. -
ragged-right -
Wenn wahr, werden Notensysteme nicht über die gesamte Zeilenbreite gestreckt, sondern sie enden horizontal entsprechend den enthaltenen Noten. Standard:
#t(wahr) für Partituren mit einem System und#f(falsch) für Partituren mit zwei oder mehr Systemen. Diese Variable kann auch in der\layout-Umgebung definiert werden. -
ragged-last -
Wenn wahr, wird das letzte Notensystem einer Partitur nicht über die gesamte Zeilenbreite gestreckt, sondern es endet horizontal entsprechend den enthaltenen Noten. Standard:
#f(falsch). Diese Variable kann auch in der\layout-Umgebung definiert werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
Bekannte Probleme und Warnungen
Explizit definierte Papierformate überschreiben alle vom Benutzer erstellte Randeinstellung für die Ränder oben und unten.
\paper-Variablen für zweiseitigen Satz
Standardwerte (vor der Skalierung) sind definiert in ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
-
two-sided -
Wenn auf wahr (
##t) gesetzt, werdeninner-margin,outer-marginundbinding-offsetzusammen benutzt, um die Ränder der Seite in Abhängigkeit von einer geraden oder ungeraden Seitennummer zu errechnen. Damit werden die Werte vonleft-marginundright-marginüberschrieben. Standard:##f. -
inner-margin -
Der Rand, den alle Seiten auf der Innenseite haben, wenn sie Teil eines Buches (
\book) sind. Wenn das Papierformat verändert wird, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Funktioniert nur, wenntwo-sidedwahr ist. -
outer-margin -
Der Rand, den alle Seiten auf der Außenseite haben, wenn sie Teil eines Buches sind. Wenn das Papierformat verändert wird, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Funktioniert nur, wenn
two-sidedwahr ist. -
binding-offset -
Der Wert, um welchen
inner-marginerhöht wird, um sicherzugehen, dass nichts in der Bindung verschwindet. Wenn das Papierformat verändert wird, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Funktioniert nur, wenntwo-sidedwahr ist.
Siehe auch
Notationsreferenz: Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
\paper-Variablen für Verschiebungen und Einrückungen
Standardwerte (vor der Skalierung), die hier nicht aufgeführt sind, sind definiert in ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
-
horizontal-shift -
Der Wert, um den alle Systeme (und auch Überschriften und Systemtrenner) nach rechts verschoben werden. Standard:
0.0\mm. -
indent -
Der Einzug für das erste System einer Partitur. Wenn das Papierformat verändert wird, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Diese Variable kann auch in der
\layout-Umgebung definiert werden. -
short-indent -
Der Einzug für alle Systeme einer Partitur ausschließlich das erste System. Wenn das Papierformat verändert wird, wird der Standardwert dieser Dimension entsprechend skaliert. Diese Variable kann auch in der
\layout-Umgebung definiert werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Automatische Skalierung auf ein Papierformat.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
Schnipsel: Spacing.
4.1.3 Andere \paper-Variablen
\paper-Variablen für den Zeilenumbruch | ||
\paper-Variablen für den Seitenumbruch | ||
\paper-Variablen für Seitenzahlen | ||
Verschiedene \paper-Variablen |
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Andere paper-Variablen ] | [ Nach oben : Andere paper-Variablen ] | [ paper-Variablen für den Seitenumbruch > ] | ||
\paper-Variablen für den Zeilenumbruch
-
max-systems-per-page -
Die maximale Anzahl an Notensystemgruppen, die auf einer Seite gesetzt werden. Das wird zur Zeit nur von dem
ly:optimal-breaking-Algorithmus unterstützt. Standard: nicht gesetzt. -
min-systems-per-page -
Die minimale Anzahl an Notensystemgruppen, die auf einer Seite gesetzt werden. Das kann dazu führen, dass Seiten zu dicht gefüllt werden, wenn der Wert zu groß gewählt wird. Die Option ist zur Zeit nur von dem
ly:optimal-breaking-Algorithmus unterstützt. Standard: nicht gesetzt. -
systems-per-page -
Die Anzahl an Systemen, die auf jede Seite gesetzt werden sollen. Diese Option wird zur Zeit nur von dem
ly:optimal-breaking-Algorithmus unterstützt. Standard: nicht gesetzt. -
system-count -
Die Anzahl der Systeme, auf denen eine Partitur gesetzt werden soll. Standard: nicht gesetzt. Diese Variablen kann auch in der
\layout-Umgebung definiert werden.
Siehe auch
Notationsreferenz: Zeilenumbrüche.
\paper-Variablen für den Seitenumbruch
Standardwerte, die hier nicht aufgelistet sind, finden sich in ‘ly/paper-defaults-init.ly’
-
blank-after-score-page-penalty -
Die Strafpunke, die erteilt werden, wenn eine leere Seite nach einer Partitur und vor der nächsten vorkommt. Der Standardwert hiervon ist kleiner als
blank-page-penalty, sodass leere Seiten nach einer Partitur leeren Seiten innerhalb einer Partitur vorgezogen werden. -
blank-last-page-penalty -
Die Strafpunkte, wenn eine Partitur auf einer ungeraden Seite beendet wird. Standard:
0. -
blank-page-penalty -
Die Strafpunkte, wenn eine leere Seite mitten in einer Partitur auftritt. Das wird nicht benutzt von
ly:optimal-breaking, weil hiermit niemals leere Seiten mitten in einer Partitur zugelassen werden. -
page-breaking -
Der Algorithmus, der für Seitenumbrüche eingesetzt wird. Mögliche Algorithmen sind:
ly:minimal-breaking(minimale Umbrüche),ly:page-turn-breaking(Umbrüche an guten Stellen zum Umblättern) undly:optimal-breaking. -
page-breaking-system-system-spacing -
Überlistet die Seitenumbruchfunktion, indem ihr ein anderer Wert für
system-system-spacingmitgeteilt wird, als in Wirklichkeit eingestellt ist. Wenn beispielsweisepage-breaking-system-system-spacing #'paddingauf einen deutlich größeren Wert alssystem-system-spacing #'paddinggesetzt wird, setzt die Seitenumbruchsfunktion weniger Systeme auf eine Seite. Standard: nicht gesetzt. -
page-count -
Die Zahl der Seiten, die für eine Partitur benutzt werden sollen. Standard: nicht gesetzt.
Siehe auch
Notationsreferenz: Seitenumbrüche, Optimale Seitenumbrüche, Optimale Umbrüche zum Blättern, Minimale Seitenumbrüche, Eine-Seite-Seitenumbrüche.
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < paper-Variablen für den Seitenumbruch ] | [ Nach oben : Andere paper-Variablen ] | [ Verschiedene paper-Variablen > ] | ||
\paper-Variablen für Seitenzahlen
Standardwerte, die hier nicht aufgelistet sind, finden sich in ‘ly/paper-defaults-init.ly’
-
auto-first-page-number -
Der Seitenumbruchsalgorithmus wird davon beeinflusst, ob die erste Seitenzahl gerade oder ungerade ist. Wenn die Variable auf wahr gesetzt wird, entscheidet der Seitenumbruchsalgorithmus selber, ob die Noten auf einer geraden oder ungeraden Seite beginnen sollen. Das hat dann zur Folge, dass die erste Seite entweder bleibt wie sie ist oder um eins erhöht wird. Standard:
#f. -
first-page-number -
Der Wert der Seitenzahl auf der ersten Seite.
-
print-first-page-number -
Wenn wahr, wird auch auf der ersten Seite die Seitenzahl ausgegeben. Standard:
#f. -
print-page-number -
Wenn falsch, werden Seitenzahlen nicht ausgegeben.
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘ly/paper-defaults-init.ly’.
Bekannte Probleme und Warnungen
Ungrade Seitenzahlen befinden sich immer auf der rechten Seite. Wenn Sie die Noten auf Seite 1 beginnen lassen wollen, müssen Sie eine leere Seite nach dem Deckblatt einfügen, damit die Noten auf der rechten Seite mit Seite 1 beginnen.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < paper-Variablen für Seitenzahlen ] | [ Nach oben : Andere paper-Variablen ] | [ Partiturlayout > ] | ||
Verschiedene \paper-Variablen
-
page-spacing-weight -
Die relative Gewichtung von (vertikalem) Abstand auf der Seite und (horizontalem) Abstand innerhalb der Zeilen. Hohe Werte gewichten die vertikalen Abstände mehr. Standard:
10. -
print-all-headers -
Wenn wahr, werden alle Einträge des Titelfeldes (
\header-Umgebung) für jede Partitur (\score) ausgegeben. Normalerweise wird nur die Satzbezeichnung und die Opuszahl (pieceundopus) ausgegeben. Standard:#f. -
system-separator-markup -
Ein Beschriftungsobjekt, das zwischen zwei Systeme gesetzt wird. Das wird oft in Orchesterpartituren eingesetzt. Standard: nicht gesetzt. Der Beschriftungsbefehl
\slashSeparator, definiert in ‘ly/titling-init.ly’, kann für einen Trenner benutzt werden, etwa so:#(set-default-paper-size "a8") \book { \paper { system-separator-markup = \slashSeparator } \header { tagline = ##f } \score { \relative c'' { c1 \break c1 \break c1 } } }
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘ly/titling-init.ly’.
Schnipsel: Spacing.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Standard-Kopfzeilendefinition setzt die Seitenzahl und das
instrument-Feld aus der \header-Umgebung in eine
Zeile.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Verschiedene paper-Variablen ] | [ Nach oben : Abstände ] | [ Die \layout-Umgebung > ] | ||
4.2 Partiturlayout
* Die \layout-Umgebung | ||
|---|---|---|
| 4.2.2 Die Notensystemgröße einstellen | ||
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Partiturlayout ] | [ Nach oben : Partiturlayout ] | [ Die Notensystemgröße einstellen > ] | ||
4.2.1 Die \layout-Umgebung
Während die \paper-Umgebung Einstellungen für die Formatierung
der Seiten eines gesamten Dokuments enthalten, enthält die
\layout-Umgebung Einstellungen für einzelne Partituren. Um
Layoutoptionen für Partituren global einzustellen, müssen sie in einer
\layout-Umgebung gesetzt werden, die sich auf höchster Ebene in
der Datei befindet. Um sie für einzelne Partituren festzulegen, muss die
\layout-Umgebung innerhalb der \score-Umgebung nach den Noten
eingetraten werden. Einstellungen, die in einer \layout-Umgebung
vorkommen können, beinhalten:
- die
layout-set-staff-size-Scheme-Funktion, - Kontextveränderungen in
\context-Umgebungen und -
\paper-Variablen, die das Aussehen einer Partitur beeinflussen.
Die layout-set-staff-size-Funktion wird im nächsten Abschnitt behandelt,
Die Notensystemgröße einstellen. Kontextveränderungen werden in einem
eigenen Kapitel behandelt, siehe Umgebungs-Plugins verändern and
Die Standardeinstellungen von Kontexten ändern. Die \paper-Variablen,
die innerhalb der \layout-Umgebungen erlaubt sind, sind:
-
line-width,ragged-rightundragged-last(siehe\paper-Variablen für Breite und Ränder) -
indentundshort-indent(siehe\paper-Variablen für Verschiebungen und Einrückungen) -
system-count(siehe\paper-Variablen für den Zeilenumbruch)
Hier ist ein Beispiel für eine \layout-Umgebung:
\layout {
indent = 2\cm
\context {
\StaffGroup
\override StaffGrouper.staff-staff-spacing.basic-distance = #8
}
\context {
\Voice
\override TextScript.padding = #1
\override Glissando.thickness = #3
}
}
Mehrfache \layout-Umbgebungen können als Ausdrücke auf höchster
Ebene eingegeben werden. Das kann beispielsweise nützlich sein, wenn
unterschiedliche Einstellungen in extra Dateien gespeichert werden und
optional eingefügt werden. Intern wird eine Kopie der aktuellen
\layout-Konfiguration gemacht, wenn eine \layout-Umgebung
ausgewertet wird, dann erst werden Änderungen aus der Umgebung angewendet
und das Ergebnis als die neue aktuelle Konfiguration gespeichert.
Aus der Sicht des Benutzers werden die \layout-Umgebungen
kombiniert, aber in Konfliktsituationen (wenn die gleiche Eigenschaft
in unterschiedlichen Umgebungen geändert wird), erhält die spätere
Definition den Vorrang.
Wenn also diese Umgebung:
\layout {
\context {
\Voice
\override TextScript.color = #magenta
\override Glissando.thickness = #1.5
}
}
nach der Umgebung aus dem vorherigen Beispiel geschrieben wird, werden
die 'padding- und 'color-Einstellungen für TextScript
kombiniert, aber die spätere 'thickness-Einstellung für
Glissando ersetzt (oder versteckt) die vorherige.
\layout-Umgebungen können einer Variable zur späteren Benutzung
zugewiesen werden, aber die Funktionsweise dieser Zuweisung ist geringfügig
aber deutlich unterschiedlich von der Variante, sie auszuschreiben.
Wenn eine Variable etwa so definiert wird:
layoutVariable = \layout {
\context {
\Voice
\override NoteHead.font-size = #4
}
}
dann enthält sie die aktuelle \layout-Konfiguration mit zusätzlicher
Veränderung von NoteHead #'font-size (der Schriftgröße der Notenköpfe),
aber diese Kombination wird nicht als nächste aktuelle
Konfiguration gespeichert. Man muss sich im klaren sein, dass die
„aktuelle Konfiguration“ gelesen wird, wenn die Variable erstellt
wird, nicht wenn sie benutzt wird. Darum ist der Inhalt der Variable
abhängig von ihrer Position in der Partitur.
Die Variable kann dann auch innerhalb einer anderen \layout-Umgebung
eingesetzt werden, etwa:
\layout {
\layoutVariable
\context {
\Voice
\override NoteHead.color = #red
}
}
Eine \layout-Umgebung, die eine Variable enthält wie im Beispiel oben,
kopiert die aktuelle Konfiguration nicht, sondern benützt den
Inhalt von \layoutVariable als Basiskonfiguration für die weiteren
Veränderungen. Das heißt, dass Änderungen, die zwischen der Definition
der Variable und ihrer Benutzung definiert wurden, verloren gehen.
Wenn layoutVariable kurz vor ihrer Benutzung definiert wird (oder
mit \include eingefügt wird), entspricht ihr Inhalt der
aktuellen Konfiguration plus die Änderungen, die die Variable definiert.
Das obige Beispiel, das den Einsatz von \layoutVariable zeigt,
würde in seiner finalen Version folgende \layout-Umgebung haben:
TextScript #'padding = #1 TextScript #'color = #magenta Glissando #'thickness = #1.5 NoteHead #' font-size = #4 NoteHead #' color = #red
plus die Veränderungen an Einrückung (indent) und StaffGrouper.
Aber wenn die Variable vor der ersten \layout-Umgebung definiert
wird, würde die aktuelle Konfiguration nur enthalten:
NoteHead #' font-size= #4 % (written in the variable definition) NoteHead #' color = #red % (added after the use of the variable)
Wenn man sorgfältig plant, können \layout-Variablen ein wertvolles
Instrument sein, um das Layout-Design von Quellen zu strukturieren und
auch dazu dienen, die Layout-Einstellungen an einer bestimmten Stelle
wieder zurückzusetzen.
Siehe auch
Notationsreferenz: Die Standardeinstellungen von Kontexten ändern, Die Notensystemgröße einstellen, Umgebungs-Plugins verändern.
Schnipsel: Spacing.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Die \layout-Umgebung ] | [ Nach oben : Partiturlayout ] | [ Umbrüche > ] | ||
4.2.2 Die Notensystemgröße einstellen
Die Standardgröße der Notensysteme beträgt 20 Punkte (pt). Das kann auf zwei Arten geändert werden:
Um die Systemgröße global für alle Partituren einer
Datei (bzw. einer \book-Umgebung) zu verändern,
wird set-global-staff-size benutzt:
#(set-global-staff-size 14)
Hiermit wird die Standardhöhe der Notensysteme auf 14 pt gesetzt. Die Schriftarten werden entsprechend verkleinert.
Um die Systemhöhe für jede Partitur einzeln zu verändern, muss
\score{
…
\layout {
#(layout-set-staff-size 15)
}
}
eingesetzt werden.
Die Feta-Schriftart stellt die Noten- und Musiksymbole für acht verschiedene Größen zur Verfügung. Jede Schriftgröße ist einer bestimmten Systemgröße angepasst: für kleinere Schriftgrößen werden die Zeichen etwas schwerer, um mit den ebenfalls dickeren Notenlinien zu harmonieren. Die empfohlenen Notensystemgrößen sind in der Tabelle aufgeführt:
Schriftbezeichnung
Höhe des Systems (pt)
Höhe des Systems (mm)
Benutzung
feta11
11.22
3.9
Taschenparituren
feta13
12.60
4.4
feta14
14.14
5.0
feta16
15.87
5.6
feta18
17.82
6.3
Liederbücher
feta20
20
7.0
Orchesterstimmen
feta23
22.45
7.9
feta26
25.2
8.9
Diese Schriftarten sind in allen Größen erhältlich. Die Kontext-Eigenschaft
fontSize und die Layout-Eigenschaft staff-space (in
StaffSymbol) können benutzt werden, um die Schriftgröße für
einzelne Systeme zu verändern. Die Größe von einzelnen Systemen
ist relativ zur globalen Systemgröße.
Siehe auch
Notationsreferenz: Auswahl der Notations-Schriftgröße.
Schnipsel: Spacing.
Bekannte Probleme und Warnungen
layout-set-staff-size verändert nicht den Abstand zwischen den
Notenlinien.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Die Notensystemgröße einstellen ] | [ Nach oben : Abstände ] | [ Zeilenumbrüche > ] | ||
4.3 Umbrüche
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Umbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Seitenumbrüche > ] | ||
4.3.1 Zeilenumbrüche
Zeilenumbrüche werden normalerweise automatisch erstellt. Sie werden so ausgewählt, dass die Zeilen weder gedrängt noch zu weit gespreizt wirken und aufeinander folgende Seiten einen ähnlichen Grauwert haben.
Einen manuellen Zeilenumbruch fügt man mit dem Befehl \break
ein:
c4 c c c | \break c4 c c c |
Normalerweise wird ein \break in der Mitte eines Takes ignoriert
und eine Warnung ausgegeben. Um einen Zeilenumbruch in der Mitte eines
Taktes zu erzwingen, können Sie mit \bar "" eine
unsichtbare Taktlinie hinzufügen, die dann den Zeilenumbruch
erlaubt.
c4 c c \bar "" \break c | c4 c c c |
Ein \break an einem Taktstrich wird auch ignoriert, wenn der letzte
Takt mitten in einer Note endet, wenn etwa eine N-tole in unterschiedlichen
Takten beginnt und endet. Damit \break auch in derartigen Situationen
funktioniert, muss Forbid_line_break_engraver aus der
Voice-Umgebung entfernt werden. Dabei sollte beachtet werden, dass
manuell hervorgerufene Umbrüche parallel mit den Noten hinzugefügt werden
müssen.
\new Voice \with {
\remove "Forbid_line_break_engraver"
} \relative c'' {
<<
{ c2. \tuplet 3/2 { c4 c c } c2. | }
{ s1 | \break s1 | }
>>
}
Genauso werden normalerweise Zeilenumbrüche auch verhindert, wenn Balken
über die Taktenden hinausragen. Dieses Verhalten kann verändert werden,
indem man \override Beam.breakable = ##t einstellt:
\override Beam.breakable = ##t c2. c8[ c | \break c8 c] c2. |
Mit dem Befehl \noBreak wird ein Zeilenumbruch an dem
entsprechenden Taktstrich verboten.
Die grundlegenden Einstellungen, die Einfluss auf die Zeilenlänge
haben, sind indent (Einzug) und line-width
(Zeilenbreite). Sie werden in der \layout-Umgebung
eingestellt. Der erste Befehl bestimmt den Einzug der ersten
Zeile, der zweite die Zeilenlänge der weiteren Notenzeilen.
Wenn ragged-right eingestellt ist (also in der
\layout-Umgebung auf den Wert #t gesetzt wurde),
werden die Systeme linksbündig gesetzt und nicht bis zum
rechten Rand hin durchgezogen, sondern den Noten entsprechend
gesetzt. Das ist oftmals nützlich für kleine Notenfragmente
und um zu überprüfen, wie eng die Noten natürlicherweise
gesetzt werden würden.
Die Option ragged-last verhält sich ähnlich zu ragged-right,
aber wirkt sich nur auf die letzte Zeile eines Stückes aus.
\layout {
indent = #0
line-width = #150\mm
ragged-last = ##t
}
Um Zeilenumbrüche zu erzwingen, die in festgelegten Intervallen
stattfinden, kann der Befehl \break in Kombination
mit unsichtbaren Noten und einer Wiederholung (\repeat) eingesetzt
werden. Das folgende Beispiel etwa setzt die nächsten
28 Takte (im 4/4-Takt) in Zeilen zu jeweils 4 Takten (die auch nur hier
umgebrochen werden):
<<
\repeat unfold 7 {
s1 \noBreak s1 \noBreak
s1 \noBreak s1 \break
}
{ Hier die Noten… }
>>
Eine Zeilenumbruchkonfiguration kann auch als eine ‘.ly’-Datei automatisch gespeichert werden. Damit kann die vertikale Ausrichtung während eines zweiten Programmdurchlaufs angepasst werden um die Seiten besser zu füllen. Diese Eigenschaft ist recht neu und kompliziert. Mehr Einzelheiten finden sich in Spacing.
Vordefinierte Befehle
Siehe auch
Notationsreferenz:
\paper-Variablen für den Zeilenumbruch.
Schnipsel: Spacing.
Referenz der Interna: LineBreakEvent.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Zeilenumbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Optimale Seitenumbrüche > ] | ||
4.3.2 Seitenumbrüche
Die Standardseitenumbrüche können verändert werden, indem
man die Befehle \pageBreak bzw. \noPageBreak
benutzt. Sie verhalten sich analog zu den Befehlen
\break und \noBreak. Sie sollten an einem
Taktstrich notiert werden. Diese Befehle erzwingen bzw.
verbieten einen Seitenumbruch. Mit dem \pageBreak-Befehl
wird natürlich gleichzeitig auch ein Zeilenumbruch erzwungen.
Die \pageBreak und \noPageBreak-Befehle können
auch auf der höchsten Ebene einer Datei benutzt werden, etwa
zwischen Partituren und Textbeschriftungen.
Es gibt auch vertikale Gegenstücke zu den Variablen
ragged-right und ragged-last:
ragged-bottom und ragged-last-bottom. Wenn diese
Variablen auf #t (wahr) gesetzt werden, werden im ersten
Fall die Notensysteme auf allen Seiten eng nach oben orientiert
gesetzt werden. Im zweiten Fall bezieht sich dies nur auf die
letzte Seite.
Zu Einzelheiten siehe Vertikale \paper-Variablen mit festen Abständen.
Seitenumbrüche werden von der page-breaking-Funktion errechnet.
LilyPond kennt drei Algorithmen um Seitenumbrüche zu errechnen:
ly:optimal-breaking, ly:page-turn-breaking und
ly:minimal-breaking. Der Standard ist ly:optimal-breaking,
aber der Wert kann in der \paper-Umgebung geändert werden:
\paper{
#(define page-breaking ly:page-turn-breaking)
}
Wenn ein Buch (\book) viele Parituren und Seiten hat, kann die
Seitenaufteilung schwer zu ermitteln sein und viel Zeit und Prozessorlast
in Anspruch nehmen. Um den Seitenumbruchsprozess zu vereinfachen,
werden \bookpart-Umgebungen benutzt, um das Buch in mehrere Teil
zu trennen: Die Seitenumbrüche werden seperat für jeden Teil berechnet.
Unterschiedliche Seitenumbruchsfunktionen können in unterschiedlichen
Buchteilen benutzt werden.
\bookpart {
\header {
subtitle = "Vorwort"
}
\paper {
%% In einem Abschnitt, der vor allem Text hat,
%% funktioniert womöglich ly:minimal-breaking besser
#(define page-breaking ly:minimal-breaking)
}
\markup { … }
…
}
\bookpart {
%% In diesem Abschnitt mit Noten wird
%% die Standard-Seitenumbruchsfunktion benutzt.
\header {
subtitle = "Erster Satz"
}
\score { … }
…
}
Vordefinierte Befehle
Siehe auch
Notationsreferenz:
\paper-Variablen für den Seitenumbruch.
Schnipsel: Spacing.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Seitenumbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Optimale Umbrüche zum Blättern > ] | ||
4.3.3 Optimale Seitenumbrüche
Die ly:optimal-breaking-Funktion ist die Standardmethode für
LilyPond, um Seitenumbrüche zu errechnen. Hiermit wird versucht,
Seitenumbrüche zu finden, die das Stauchen oder Strecken von Zeilen
minimieren, sowohl horizontal als auch vertikal. Anders als die
ly:page-turn-breaking-Funktion hat diese Methode keine
Möglichkeit, Überlegungen zum Umblättern mit einzubeziehen.
Siehe auch
Schnipsel: Spacing.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Optimale Seitenumbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Minimale Seitenumbrüche > ] | ||
4.3.4 Optimale Umbrüche zum Blättern
Es ist oft nötig, die Seiten so umzubrechen, dass sich eine Pause am
Ende jeder zweiten Seite befindet, damit der Musiker es leichter hat,
die Seite umzublättern ohne das Spielen zu Unterbrechen. Die
ly:page-turn-breaking-Funktion versucht, Seitenumbrüche zu
finden, die das Stauchen oder Strecken von Zeilen minimieren und
gleichzeitig auch noch Seitenumbrüchen an angegebenen Stellen
den Vorrang zu geben.
Die Funktion wird in zwei Schritten eingesetzt. Zunächst muss sie
in der \paper-Umgebung aktiviert werden, wie gezeigt in
Seitenumbrüche. Dann muss noch angegeben werden, welche Stellen
bevorzugt für Seitenumbrüche benutzt werden sollen.
Für diesen zweiten Schritt gibt es zwei Methoden. Am Einfachsten ist
es, die möglichen Seitenumbrüche mit dem Befehl \allowPageTurn
an jeder Stelle manuell anzugeben.
Wenn Ihnen das zu aufwändig ist, können Sie den Page_turn_engraver
zu einem Staff- oder Voice-Kontext hinzufügen. Dieser
Engraver durchsucht den entsprechenden Kontext nach Stellen ohne Noten.
(Es wird also nicht nach Pausen gesucht, sondern nach Stellen ohne
Noten. Dieses Verhalten verhindert, dass an polyphonen Stellen umgebrochen
wird, wo nur in einer Stimme Pausen vorhanden sind.) Wenn eine
derartige Stelle ohne Noten gefunden wird, fügt der Engraver den
Befehl \allowPageTurn am letzten Taktstrich des Abschnitts ein. Wenn
in dem Abschnitt ein besonderer Taktstrich vorkommt (wie etwa ein
Doppelstrich), wird der Befehl nach diesem Taktstrich gesetzt.
Der Page_turn_engraver liest die Kontexteigenschaft
minimumPageTurnLength um zu erkennen, wie lang eine Stelle
frei von Noten sein muss, damit ein Seitenumbruch in Frage kommt. Der
Standardwert hierfür ist (ly:make-moment 1/1). Wenn Sie
Seitenumbrüche zum Umblättern ausschalten wollen, können Sie
einen sehr großen Wert angeben.
\new Staff \with { \consists "Page_turn_engraver" }
{
a4 b c d |
R1 | % Ein Seitenumbruch zum Umblättern erlaubt
a4 b c d |
\set Staff.minimumPageTurnLength = #(ly:make-moment 5/2)
R1 | % Seitenumbruch nicht erlaubt
a4 b r2 |
R1*2 | % Seitenumbruch erlaubt
a1
}
Der Page_turn_engraver erkennt Wiederholungen vom Typ volta.
Ein Seitenumbruch zum Umblättern wird nur zugelassen, wenn vor und nach
der Wiederholung genug Zeit ist, um die Seite wieder zurückzublättern.
Wenn die Wiederholung sehr kurz ist, kann auch Umblättern verboten
werden. Wenn Sie die Kontexteigenschaft
minimumRepeatLengthForPageTurn definieren, erlaubt der
Page_turn_engraver nur Umblättern in Wiederholungen, deren
Dauer länger als dieser Wert ist.
Die Seitenumblätter-Befehle \pageTurn, \noPageTurn und
\allowPageTurn können auch auf oberster Dateiebene benutzt
werden, etwa zwischen Partituren und Textabschnitten.
Vordefinierte Befehle
\pageTurn,
\noPageTurn,
\allowPageTurn.
Siehe auch
Schnipsel: Spacing.
Bekannte Probleme und Warnungen
In einer Partitur sollte nur ein Page_turn_engraver vorkommen. Wenn
mehr als einer definiert werden, stören sie sich gegenseitig.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Optimale Umbrüche zum Blättern ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Eine-Seite-Seitenumbrüche > ] | ||
4.3.5 Minimale Seitenumbrüche
Die ly:minimal-breaking-Funktion benötigt nur minimale Berechnungen,
um die Seitenumbrüche zu bestimmen. Die Seite wird mit möglichst
vielen Systemen gefüllt und dann zur nächsten Seite gewechselt. Die
Funktion kann benutzt werden um Partituren mit vielen Seiten zu
setzen, wenn die anderen Seitenumbruchsfunktionen zu langsam wären
oder zu viel Speicher beanspruchen. Auch für Seiten mit viel Text
ist die Funktion geeignet. Sie wird folgendermaßen aktiviert:
\paper {
page-breaking = #ly:minimal-breaking
}
Siehe auch
Schnipsel: Spacing.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Minimale Seitenumbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Ausdrückliche Umbrüche > ] | ||
4.3.6 Eine-Seite-Seitenumbrüche
Die Funktion ly:one-line-breaking ist ein besonderer
Seitenumbruchalgorithmus, der jede Partitur (score) auf
eine eigene Seite ausgibt, und in einer einzlenen Zeile. Diese
Seitenumbruchfunktion gibt keine Titel oder Ränder aus, nur die
Partitur wird dargestellt.
Die Seitenbreite wird angepasst, sodass die längeste Partitur auf
eine Zeile passt. Die Variablen paper-width, line-width
und indent in der \paper-Umgebung werden ignoriert,
wenn auch left-margin und right-margin noch beachtet
werden. Die Höhe der Seite wird nicht verändert.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Eine-Seite-Seitenumbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Eine zusätzliche Stimme für Umbrüche benutzen > ] | ||
4.3.7 Ausdrückliche Umbrüche
Es kann vorkommen, dass LilyPond direkte \break oder
\pageBreak-Befehl nicht beachtet. Mit folgenden
Einstellungen kann dieses Verhalten ausgeschaltet werden:
\override NonMusicalPaperColumn.line-break-permission = ##f \override NonMusicalPaperColumn.page-break-permission = ##f
Wenn line-break-permission die Einstellung falsch
(##f) hat, werden Zeilenumbrüche nur an den Befehlen
\break eingefügt und nirgendwo anders. Wenn
page-break-permission die Einstellung falsch
(##f) hat, werden Seitenumbrüche nur an den Befehlen
\pageBreak eingefügt und nirgendwo anders.
\paper {
indent = #0
ragged-right = ##t
ragged-bottom = ##t
}
music = \relative c'' { c8 c c c }
\score {
\new Staff {
\repeat unfold 2 { \music } \break
\repeat unfold 4 { \music } \break
\repeat unfold 6 { \music } \break
\repeat unfold 8 { \music } \pageBreak
\repeat unfold 8 { \music } \break
\repeat unfold 6 { \music } \break
\repeat unfold 4 { \music } \break
\repeat unfold 2 { \music }
}
\layout {
\context {
\Score
\override NonMusicalPaperColumn.line-break-permission = ##f
\override NonMusicalPaperColumn.page-break-permission = ##f
}
}
}
Siehe auch
Schnipsel: Spacing.
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Ausdrückliche Umbrüche ] | [ Nach oben : Umbrüche ] | [ Vertikale Abstände > ] | ||
4.3.8 Eine zusätzliche Stimme für Umbrüche benutzen
Zeilen- und Seitenumbruchbefehle werden normalerweise direkt zusammen mit den Noten eingegeben.
music = \relative c'' { c4 c c c }
\score {
\new Staff {
\repeat unfold 2 { \music } \break
\repeat unfold 3 { \music }
}
}
Hierdurch sind zwar die Befehle \break und \pageBreak
einfach zu notieren, es werden aber Informationen zur Notation
mit Informationen zur Anordnung auf der Seite vermischt. Man kann
diese Informationen auch voneinander trennen, indem man eine zusätzliche
Stimme einfügt, in der Zeilen- und Seitenumbrüche vorgenommen werden.
Diese zusätzliche Stimme enthält nur unsichtbare Noten und die
Umbruchbefehle:
music = \relative c'' { c4 c c c }
\score {
\new Staff <<
\new Voice {
s1 * 2 \break
s1 * 3 \break
s1 * 6 \break
s1 * 5 \break
}
\new Voice {
\repeat unfold 2 { \music }
\repeat unfold 3 { \music }
\repeat unfold 6 { \music }
\repeat unfold 5 { \music }
}
>>
}
Mit dieser Herangehensweise kann der Code insbesondere
dann klarer notiert werden, wenn man Einstellungen der
line-break-system-details-Eigenschaft oder
anderer Eigenschaften von
NonMusicalPaperColumnGrob vornimmt (hierzu auch
Vertikale Abstände).
music = \relative c'' { c4 c c c }
\score {
\new Staff <<
\new Voice {
\overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 0))
s1 * 2 \break
\overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 35))
s1 * 3 \break
\overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 70))
s1 * 6 \break
\overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 105))
s1 * 5 \break
}
\new Voice {
\repeat unfold 2 { \music }
\repeat unfold 3 { \music }
\repeat unfold 6 { \music }
\repeat unfold 5 { \music }
}
>>
}
Siehe auch
Notationsreferenz: Vertikale Abstände.
Schnipsel: Spacing.
4.4 Vertikale Abstände
Vertikale Abstände werden durch drei Eigenschaften bestimmt: wieviel Platz frei ist (etwa Papiergröße und Ränder), wieviel Platz zwischen Systemgruppen (engl. system) gesetzt werden soll und wieviel Platz zwischen Notensystemen (engl. staff, Pl. staves) innerhalb von Gruppen gesetzt wird.
| 4.4.1 Flexible vertikale Abstände in Systemgruppen | ||
| 4.4.2 Explizite Positionierung von Systemen | ||
| 4.4.3 Vermeidung von vertikalen Zusammenstößen |
| [ << Abstände ] | [Anfang][Inhalt][Index][ ? ] | [ Standardeinstellungen verändern >> ] | ||
| [ < Vertikale Abstände ] | [ Nach oben : Vertikale Abstände ] | [ Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen > ] | ||
4.4.1 Flexible vertikale Abstände in Systemgruppen
Drei unterschiedliche Mechanismen kontrollieren das flexible Abstandaufteilung in Systemgruppen, einer für jede der folgenden Kathegorien:
- ungruppierte Systeme,
-
Systemgruppen (Systeme innerhalb einer
staff-groupwie etwaChoirStaffusw.) und -
Nicht-Notensystemzeilen (wie etwa
Lyrics(Gesangstext),ChordNames(Akkordbezeichnungen) usw.).
Die Höhe jeder Systemgruppe wird in zwei Schritten bestimmt. Zunächst werden alle Systeme anhand des vorhandenen Platzes aufgeteilt. Dann werden die nicht-Notensysteme (also Akkorde oder Gesangstext) zwischen den Systemen verteilt.
Es ist zu beachten, dass der Platzverteilungsmechanismus, der in diesem
Abschnitt behandelt wird, nur die vertikale Platzierung von Systemen und
nicht-Systemzeilen in einzelnen Systemgruppen behandelt. Die vertikale
Platzierung zwischen einzelnen Systemgruppen, Partituren, Beschriftungen
usw. und den Rändern wird durch \paper-Variablen kontrolliert, die
Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen.
| Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen | ||
| Abstände von nicht gruppierten Notensystemen | ||
| Abstände von gruppierten Notensystemen | ||
| Abstände von nicht-Notensystemzeilen |
Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen
Der vertikalen Platzierungsmechanismen für Abstände innerhalb von Systemgruppen
werden durch zwei Gruppen von Grob-Eigenschaften kontrolliert. Die erste
Gruppe ist mit dem VerticalAxisGroup-Grob verknüpft, der von allen
Notensystemen und Nicht-Notensystemzeilen erstellt wird. Die zweite Gruppe
ist mit dem StaffGrouper-Grob verknüpft, der von Systemgruppen erstellt
werden kann, aber nur, wenn das explizit verlangt wird. Die einzelnen Eigenschaften
werden am Ende dieses Abschnitts beschrieben.
Die Bezeichnungen dieser Eigenschaften (mit Außnahmen von staff-affinity)
haben das Format Element1-Element2-spacing, wobei
Element1 und Element2 die Elemente sind, deren
Abstände eingestellt werden sollen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass
Element2 sich nicht notwendigerweise unterhalb von
Element1 befindet; beispielsweise
nonstaff-relatedstaff-spacing (Nicht-Notensystem-verwandtesNotensystem)
misst von dem Nicht-Notensystem nach oben, wenn staff-affinity
(Richtung, an der sich ein System ausrichtet) auf UP (nach oben)
eingestellt ist.
Jeder Abstand wird zwischen den Referenzpunkten der zwei Objekten
gemessen. Der Referenzpunkt eines Notensystems ist die vertikale Mitte
seines StaffSymbol-Objekts (also die Mittellinie, wenn
line-count (Notenlinienzähler) ungrade ist, oder der mittlere
Zwischenraum, wenn line-count grade ist). Die Referenzpunkte für
einzelne Nicht-Notensystemzeilen ergibt sich aus der folgenden Tabelle:
| Nicht-Notensystemzeile | Referenzpunkt |
|---|---|
ChordNames | Grundlinie |
NoteNames | Grundlinie |
Lyrics | Grundlinie |
Dynamics | vertikale Mitte |
FiguredBass | höchster Punkt |
FretBoards | Oberlinie |
Im nächsten Bild zeigen horizontale Striche die Positionen dieser Referenzpunkte an:
Jeder der vertikalen Platzierungs-Grobeigenschaften (außer
staff-affinity) benutzt die gleiche Alistenstruktur
wie die \paper-Variablen, behandelt in
Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen. Besondere
Methoden um Alisten zu verändern finden sich in
Alisten verändern. Grob-Eigenschaften sollten mit
dem \override-Befehle innerhalb einer \score-
oder \layout-Umgebung angepasst werden, nicht innerhalb einer
\paper-Umgebung.
Das folgende Beispiel zeigt die beiden Arten, Alisten zu modifizieren. Der erste Aufruf verändert nur einen Schlüsselwert einzlen, während der zweite die Eigenschaft komplett neu definiert:
\new Staff \with {
\override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing.basic-distance = #10
} { … }
\new Staff \with {
\override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing =
#'((basic-distance . 10)
(minimum-distance . 9)
(padding . 1)
(stretchability . 10))
} { … }
Um Platzierungseinstellungen global vorzunehmen, müssen sie in der
\layout-Umgebung vorgenommen werden:
\layout {
\context {
\Staff
\override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing.basic-distance = #10
}
}
Standardeinstellungen für die vertikalen Platzierungs-Grobeigenscahften finden sich in VerticalAxisGroup und StaffGrouper aufgelistet. Standardveränderungen für bestimmte Typen von Nicht-Notensystemzeilen finden sich im relevanten Abschnitt in in Contexts aufgelistet.
Eigenschaften des VerticalAxisGroup-Grobs
VerticalAxisGroup-Eigenschaften werden normalerweise mit einem
\override-Befehl auf Staff-(Notensystem-)Ebene (oder
entsprechend) vorgenommen.
-
staff-staff-spacing System-System-Platzierung
Wird benutzt, um den Abstand zwischen dem aktuellen Notensystem und dem Notensystem direkt darunter in der gleichen Notensystemgruppe zu bestimmen, auch wenn eine oder mehrere Nicht-Notensystemzeilen (wie etwa
Lyrics) dazwischen stehen. Gilt nicht für das unterste System einer Systemgruppe.Die Eigenschaft
staff-staff-spacingeinerVerticalAxisGroupist eine Scheme-Funktion, welche die Eigenschaften vomStaffGrouper-Grob den Notensystemen zuweist, wenn sie einer Systemgruppe angehören, bzw. diedefault-staff-staff-spacing-Eigenschaft bei einem einzelnen Notensystem. Dadurch können Systeme unterschiedlich in Abhängigkeit von ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe (StaffGroup) platziert werden. Wenn gleichmäßige Aufteilung ohne Berücksichtigung von Gruppierungen gewünscht ist, kann diese Funktion durch eine flexible Platzierungs-Aliste ersetzt werden, wobei man die vollständige Redefinition auf die oben gezeigte Weise vornehmen muss.-
default-staff-staff-spacing Normale-System-System-Platzierung
Eine flexible Platzierungs-Aliste, die den Wert von
staff-staff-spacingfür ungruppierte Notensysteme einstellt, es sei denn,staff-staff-spacingwirde explizit mit\overrideeingestellt.-
staff-affinity System-Anziehung
Die Richtung des Systems, die benutzt wird, um die aktuelle Nicht-Notensystemzeile zu platzieren. Mögliche Werte sind
UP(nach oben),DOWN(nach unten) undCENTER(mittig). WennCENTERwird die Nicht-Notensystemzeile vertikal mittig zwischen den beiden nächsten Systemen oben und unten platziert, außer Zusammenstöße und andere Platzierungsprobleme verhindern das. Aufeinanderfolgende Nicht-Notensystemzeilen sollten nicht-aufsteigendestaff-affinityvon oben nach unten haben; also ein Nicht-Notensystemzeile mitUPsollte nicht direkt auf eine mitDOWNfolgen. Nicht-Notensystemzeilen über einem Notensystem solltenDOWNbenutzen, unter einem Notensystem dagegenUP. Wennstaff-affinityfür eine Notensystem eingestellt wird, wird es wie eine Nicht-Notensystemzeile behandelt. Wennstaff-affinityauf#fgesetzt wird, wird eine Nicht-Notensystemzeile wie ein Notensystem behandelt. Wirdstaff-affinityaufUP,CENTERoderDOWNgesetzt, wird das Notensystem als Nicht-Notensystemzeile plaziert.-
nonstaff-relatedstaff-spacing Nicht-Notensystem-verwandtesSystem-Platzierung
Der Abstand zwischen der aktuellen Nicht-Notensystemzeile und dem nächsten Notensystem in der Richtung von
staff-affinity, wenn keine Nicht-Notensystemzeilen dazwischen auftreten undstaff-affinityentwederUPoderDOWNist. Wennstaff-affinityCENTERist, dann wirdnonstaff-relatedstaff-spacingfür die nächsten Notensysteme auf beiden Seiten benutzt, auch wenn andere Nicht-Notensystemzeilen zwischen der aktuellen und einem der Notensystem auftreten. Das heißt, dass die Platzierung eine Nicht-Notensystemzeile sowohl von den umliegenden Notensystemen als auch den umliegenden Nicht-Notensystemzeilen abhängt. Wennstretchabilityeiner dieser Platzierungstypen auf einen kleinen Wert gesetzt wird, dominiert diese Platzierung. Wird es dagegen auf einen großen Wert gesetzt, hat die Platzierung dieses Objekts nur einen kleinen Einfluss.-
nonstaff-nonstaff-spacing Nicht-Notensystemzeile-Nicht-Notensystemzeile-Platzierung
Der Abstand zwischen der aktuellen Nicht-Notensystemzeile und der Nicht-Notensystemzeile in der Richtung von
staff-affinity, wenn beide sich auf der gleichen Seite des verwandten Notensystems befinden undstaff-affinityentwederUPoderDOWNist.-
nonstaff-unrelatedstaff-spacing Nicht-Notensystemzeile-Nicht-verwandtesSystem-Platzierung
Der Abstand zwischen der aktuellen Nicht-Notensystemzeile und dem Notensystem in der gegenüberliegenden Richtung von
staff-affinity, wenn keine anderen Nicht-Notensystemzeilen dazwischen auftreten undstaff-affinityentwederUPoderDOWNist. Das kann benutzt werden, um einen Minimalfüllabstand (padding) zwischen einerLyrics-Gesangstextzeile und dem zugehörigen Notensystem zu verlangen.
Eigenschaften des StaffGrouper-Grobs
StaffGrouper-Eigenschaften werden normalerweise mit einem
\override-Befehl auf StaffGroup-Ebene (oder
entsprechend) eingestellt.
-
staff-staff-spacing Notensystem-Notensystem-Abstand
Der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Notensystemen in der aktuellen
StaffGroup. Diestaff-staff-spacing-Eigenschaft desVerticalAxisGroup-Grobs eines einzelnen Notensytems kann mit\overridein andere Platzierungswerte für dieses Notensystem geändert werden.-
staffgroup-staff-spacing Systemgruppe-System-Abstand
Der Abstand zwischen dem letzten Notensystem der aktuellen
StaffGroupund dem Notensystem dirket darunter in der selben Notensystemgruppe, auch wenn eine oder mehrere Nicht-Notensystemzeilen (wie etwa Gesangstext) zwischen den zwei Notensystemen vorkommen. Gilt nicht für das letzte Notensystem einer Systemgruppe. Diestaff-staff-spacing-Eigenschaft desVerticalAxisGroup-Grobs individueller Notensysteme kann mit\overridein andere Platzierungswerte für dieses Notensystem geändert werden.
Siehe auch
Notationsreferenz:
Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen,
Alisten verändern.
Installierte Dateien: ‘ly/engraver-init.ly’, ‘scm/define-grobs.scm’.
Referenz der Interna: Contexts, VerticalAxisGroup, StaffGrouper.
Abstände von nicht gruppierten Notensystemen
Notensysteme (wie etwa Staff, DrumStaff,
TabStaff usw.) sind Kontexte, die eine oder mehrere Stimmen-Kontexte
enthalten, aber keine anderen Notensysteme enthalten können.
Folgende Eigenschaften beeinflussen die Abstände von nicht gruppierten Notensystemen:
-
VerticalAxisGroup-Eigenschaften:-
default-staff-staff-spacing -
staff-staff-spacing
-
Diese Eigenschaften sind einzlen oben behandelt worden, siehe Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen.
Zusätzliche Eigenschaften kommen hinzu für Notensysteme, die Teil
einer Gruppieren (StaffGroup) werden, siehe
Abstände von gruppierten Notensystemen.
Folgendes Beispiel zeigt, wie die default-staff-staff-spacing-Eigenschaft
sich auf die Platzierung von nicht-gruppierten Notensystemen auswirken kann.
Wenn man die gleichen \override-Befehle auf staff-staff-spacing
anwendet, ergäbe das den selben Effekt, würde sich aber auch in Fällen auswirken,
in denen die Systeme gruppiert sind.
\layout {
\context {
\Staff
\override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing =
#'((basic-distance . 8)
(minimum-distance . 7)
(padding . 1))
}
}
<<
% The very low note here needs more room than 'basic-distance
% can provide, so the distance between this staff and the next
% is determined by 'padding.
\new Staff { b,2 r | }
% Here, 'basic-distance provides enough room, and there is no
% need to compress the space (towards 'minimum-distance) to make
% room for anything else on the page, so the distance between
% this staff and the next is determined by 'basic-distance.
\new Staff { \clef bass g2 r | }
% By setting 'padding to a negative value, staves can be made to
% collide. The lowest acceptable value for 'basic-distance is 0.
\new Staff \with {
\override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing =
#'((basic-distance . 3.5)
(padding . -10))
} { \clef bass g2 r | }
\new Staff { \clef bass g2 r | }
>>
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘scm/define-grobs.scm’.
Schnipsel: Spacing.
Referenz der Interna: VerticalAxisGroup.
Abstände von gruppierten Notensystemen
In Orchesterpartituren und anderen großen Partituren werden Notensysteme normalerweise in Gruppen zusammengefasst. Der Platz zwischen Gruppen ist normalerweise größer als der Zwischenraum zwischen einzlenen Notensystemen der gleichen Gruppe.
Gruppierte Notensysteme (wie StaffGroup, ChoirStaff,
GrandStaff usw.) sind Kontexte, die mehr als ein Notensystem
gleichzeitig enthalten können.
Folgende Eigenschaften beeinflussen die Platzierung von Notensystemen innerhalb von Gruppen:
-
VerticalAxisGroup-Eigenschaften:-
staff-staff-spacing
-
-
StaffGrouper-Eigenschaften:-
staff-staff-spacing -
staffgroup-staff-spacing
-
Diese Grob-Eigenschaften sind weiter oben einzeln beschrieben, siehe Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen.
Das folgende Beispiel zeigt, wie Eigenscchaften des
StaffGrouper-Grobs die Platzierung von gruppierten Notensystemen
beeinflussen kann:
\layout {
\context {
\Score
\override StaffGrouper.staff-staff-spacing.padding = #0
\override StaffGrouper.staff-staff-spacing.basic-distance = #1
}
}
<<
\new PianoStaff \with {
\override StaffGrouper.staffgroup-staff-spacing.basic-distance = #20
} <<
\new Staff { c'1 }
\new Staff { c'1 }
>>
\new StaffGroup <<
\new Staff { c'1 }
\new Staff { c'1 }
>>
>>
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘scm/define-grobs.scm’.
Schnipsel: Spacing.
Referenz der Interna: VerticalAxisGroup, StaffGrouper.
Abstände von nicht-Notensystemzeilen
Nicht-Notensystemzeilen (wie Lyrics, ChordNames
usw.) sind Kontexte, deren Layoutobjekte wie Notensysteme gesetzt
werden (also als horizontale Zeilen zwischen Notensystemen). Genau
gesagt sind Nicht-Notensystemzeilen Nicht-Notensystemkontexte, die
ein VerticalAxisGroup-Layoutobjekt erstellen.
Folgende Eigenschaften beeinflussen die Abstände von Nicht-Notensystemzeilen:
-
VerticalAxisGroup-Eigenschaften:-
staff-affinity -
nonstaff-relatedstaff-spacing -
nonstaff-nonstaff-spacing -
nonstaff-unrelatedstaff-spacing
-
Diese Grob-Eigenschaften sind weiter oben einzlen beschrieben; siehe Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen.
Das folgende Beispiel zeigt, wie die nonstaff-nonstaff-spacing-Eigenschaft
die Platzierung von aufeinanderfolgenden Nicht-Notensystemzeilen beeinflussen
kann. Indem hier der Wert von stretchability auf einen sehr hohen Wert
gesetzt wird, kann der Gesangstext sehr viel weiter als normal gespreizt
werden:
\layout {
\context {
\Lyrics
\override VerticalAxisGroup.nonstaff-nonstaff-spacing.stretchability = #1000
}
}
\new StaffGroup
<<
\new Staff \with {
\override VerticalAxisGroup.staff-staff-spacing = #'((basic-distance . 30))
} { c'1 }
\new Lyrics \with {
\override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #UP
} \lyricmode { up }
\new Lyrics \with {
\override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #CENTER
} \lyricmode { center }
\new Lyrics \with {
\override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #DOWN
} \lyricmode { down }
\new Staff { c'1 }
>>
Siehe auch
Installierte Dateien: ‘ly/engraver-init.ly’, ‘scm/define-grobs.scm’.
Schnispel: Spacing.
Referenz der Interna: Contexts, VerticalAxisGroup.
4.4.2 Explizite Positionierung von Systemen
Man kann die flexiblen Einstellungen der vertikalen Abstände, wie sie im vorigen Abschnitt erklärt wurden, als eine Sammlung verschiedenerer Einstellmöglichkeiten verstehen, die vor allem die Größe des vertikalen Platzes zwischen Notensystemen und Gruppen auf der Seite kontrollieren.
Die vertikale Platzverteilung kann aber auch auf andere Weise
eingestellt werden: mit den Optionen von
NonMusicalPaperColumn #'line-break-system-details. Während
der flexible vertikale Abstandsmechanismus vertikalen Füllplatz
definiert, werden mit
NonMusicalPaperColumn #'line-break-system-details absolute vertikale
Positionen auf der Seite festgelegt.
NonMusicalPaperColumn #'line-break-system-details akzeptiert eine
Liste aus drei unterschiedlichen Einstellungen:
-
X-offset -
Y-offset -
alignment-distances
Veränderungen von Grobs (wozu auch NonMusicalPaperColumn gehört),
können an drei unterschiedlichen Stellen in der Quelldatei vorgenommen
werde:
- mitten im Notentext
- in einer
\context-Umgebung - in einer
\with-Umgebung
Wenn der Grob NonMusicalPaperColumn verändert werden soll,
wird der \override-Befe